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	<title>alexandriner &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/alexandriner/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "alexandriner"</description>
	<pubDate>Sun, 27 Dec 2009 01:22:01 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

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<title><![CDATA[19. Miklós Radnoti 1909-1944]]></title>
<link>http://lyrikzeitung.wordpress.com/2009/11/05/18-miklos-radnoti-1909-1944/</link>
<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 00:38:57 +0000</pubDate>
<dc:creator>lyrikzeitung</dc:creator>
<guid>http://lyrikzeitung.wordpress.com/2009/11/05/18-miklos-radnoti-1909-1944/</guid>
<description><![CDATA[Vor 100 Jahren, am 5. Mai 1909, wurde Miklós Radnóti in Budapest geboren. Er wurde einer der besten ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Vor 100 Jahren, am 5. Mai 1909, wurde Miklós Radnóti in Budapest geboren. Er wurde einer der besten ungarischen Dichter seines Jahrhunderts. Im 35. Lebensjahr, vor fast genau 65 Jahren, wurde er von einem SS-Offizier auf dem Gewaltmarsch erschossen, als das Leger, in dem er gefangen war, vor den heranrückenden Truppen Titos evakuiert wurde. Gewaltmarsch heißt eins seiner im Lager Bor geschriebenen Gedichte vom September 1944. Von gemischten Erinnerungen im Gedenkjahr spricht ein Artikel von Thomas Orszag-Land bei TOL, <a href="http://www.tol.cz/look/TOL/article.tpl?IdLanguage=1&#38;IdPublication=4&#38;NrIssue=346&#38;NrSection=3&#38;NrArticle=20950" target="_blank">Transitions Online</a> vom 4.11. Leider befindet sich der Artikel im &#8220;Premium-Bereich&#8221; der Website, so daß ich mich mit dem Untertitel abfinden muß, der lautet: Wie der Mörder Miklós Radnotis in Ungarn ein Held wurde.</p>
<p>Franz Fühmann, der einen Band mit Radnótis Gedichten 1967 in der Weißen Reihe des Verlages Volk und Welt herausgab, schreibt im Nachwort: &#8220;Der Liebhaber der ungebundenen Zeile erobert sich das klassische Versmaß: Er zwingt seine Berichte vom Zerbersten  der Städte und Berge in die äußerste Disziplin verlangenden, keine Unregelmäßigkeit duldenden Doppelreihen des Alexandriners und bleibt dabei dennoch im Plauderton; er übernimmt Formelemente des deutschen Minnesangs und beschreibt einen Gewaltmarsch; er redet das Volk an und experimentiert gleichzeitig mit gereimten Hexametern, und seine zweite Ekloge, diese große Auseinandersetzung zwischen dem Poeten und einem zur Mordmaschine gewordenen Bombenflieger, kleidet er teilweise in eine vor ihm ungekannte, höchst schwierig zu handhabende Art des Distichons, mit dem er den stumpfsinnigen Soldatenjargon ebenso exakt auszudrücken vermag wie alttestamentarische Leidenschaft.&#8221; (Miklós Radnóti: Ansichtskarten. Gedichte. Berlin: Volk und Welt 1967, S. 101f) Ansichtskarten heißt ein letzter Gedichtzyklus, der bei seiner Exhumierung 1946 in einem blutverschmierten Notizbuch gefunden wurde. Die vierte Ansichtskarte lautet in Fühmanns Übersetzung:</p>
<p>Er stürzte neben mir. Sein Leib, gekrümmt, ward straff<br />
wie eine Saite straff wird vorm Zerspringen.<br />
Genickschuß. Bleib nur ruhig liegen, dacht ich,<br />
die Kugel wird ein gleiches Los dir bringen.<br />
Geduld bringt Rosen – ja des Tods, du Tor!<br />
DER SPRINGT NOCH AUF! schrie gellend eine Stimme<br />
Schlamm, blutvermischt, trocknet an meinem Ohr.</p>
<p>31. Oktober 1944</p>
<p>(Die Worte DER SPRINGT NOCH AUF! im Original Deutsch)</p>
<p>Der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mikl%C3%B3s_Radn%C3%B3ti" target="_blank">Wikipedia-Artikel</a></p>
<p>&#160;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Stabreim for the 28th of August]]></title>
<link>http://stabreimfortheday.wordpress.com/2009/08/28/stabreim-for-the-28th-of-august/</link>
<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 17:07:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>wrosen</dc:creator>
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<description><![CDATA[Der Alexandriner von Arnstadt]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><div style="text-align:center;"><span style="font-size:x-large;"><br /></span></div>
<div style="text-align:center;"><span style="color:#bf9000;"><b><span class="Apple-style-span" style="font-size:x-large;">Der Alexandriner von Arnstadt</span></b></span><br /><span style="color:#bf9000;"><span style="font-size:x-large;"><b><br /></b></span></span></div>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Menschliches Elende]]></title>
<link>http://vorblog.wordpress.com/2007/11/25/menschliches-elende/</link>
<pubDate>Sun, 25 Nov 2007 10:52:53 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martin Prechelmacher</dc:creator>
<guid>http://vorblog.wordpress.com/2007/11/25/menschliches-elende/</guid>
<description><![CDATA[Meine Freundin sollte in Deutsch eine Interpretation von Andreas Gryphius&#8217; Menschliches Elende]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Meine Freundin sollte in Deutsch eine Interpretation von Andreas Gryphius&#8217; <i>Menschliches Elende</i> machen&#8230;.</p>
<p>jedenfalls hier gedicht und eine mögliche interpretation:</p>
<p class="poem">&#160;</p>
<address>Andreas Gryphius</address>
<address>Menschliche Elende</address>
<address>XI.</address>
<p class="vers">&#160;</p>
<address>WAs sind wir Menschen doch? ein Wohnhauß grimmer Schmertzen</address>
<address>Ein Ball des falschen Glücks / ein Irrlicht diser Zeit.</address>
<address>Ein Schauplatz herber Angst / besetzt mit scharffem Leid /</address>
<address>Ein bald verschmeltzter Schnee und abgebrante Kertzen.</address>
<p class="vers">&#160;</p>
<address>Diß Leben fleucht davon wie ein Geschwätz und Schertzen.</address>
<address>Die vor uns abgelegt des schwachen Leibes Kleid</address>
<address>Vnd in das Todten-Buch der grossen Sterblikeit</address>
<address>Längst eingeschriben sind / sind uns aus Sinn und Hertzen.</address>
<p class="vers">&#160;</p>
<address>Gleich wie ein eitel Traum leicht aus der Acht hinfällt /</address>
<address>Vnd wie ein Strom verscheust / den keine Macht auffhält:</address>
<address>So muß auch unser Nahm / Lob / Ehr und Ruhm verschwinden /</address>
<p class="vers">&#160;</p>
<address>Was itzund Athem holt /muß mit der Lufft entflihn /</address>
<address>Was nach uns kommen wird / wird uns ins Grab nachzihn</address>
<address>Was sag ich? wir vergehn wie Rauch von starcken Winden.<!--more--></address>
<p style="margin:0;">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">Das Sonnet von Andreas Gryphius „Menschliches Elende“ ist als sechshebiger Jambus verfasst. Nach den ersten drei Hebungen scheint oft eine Zäsur auf – somit handelt es sich bei dem vorliegenden Gedicht um einen elegischen Alexandriner mit der, für Sonette typische Reimform: a-b-b-a in den Quartetten und c-c-d bzw. e-e-d in den Terzetten. Die Versenden (für den ersten Vers klingend-stumpf-stumpf-klingend) spiegeln diesen Reim wieder.</p>
<p class="MsoNormal">Auffällig ist vor allem Gryphius Verwendung der Zäsuren: In der ersten und vierten Strophe haben alle Verse Zäsuren bis auf der Letzte, während es in Strophe Zwei und Drei umgekehrt ist.</p>
<p class="MsoNormal">Inhaltlich herrscht ein Sujet vor: die Gegenüberstellung zwischen dem Menschen und seiner Vergänglichkeit. Stilistisch schlägt sich das in einer oft antithetischen Satzstruktur nieder: So beispielsweise in ersten Vers, wo es heißt „Was sind wir Menschen doch? ein Wohnhauß grimmer Schmerzen“ (Vers 1) oder „Ein Ball <i>falschen Glücks</i> … besetzt mit <i>scharfem Leid</i>“(Vers 2/3; Hervorhebung von mir). Die Zäsur wird hier zum stärksten Ausdruck dieser Spannung.</p>
<p class="MsoNormal">Gleich im zweiten Vers bringt Gryphius die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges ins Spiel mit den Worten „ein Irrlicht dieser Zeit“ und im nächsten Vers fortgesetzt: „Ein Schauplatz herber Angst“ (Vers 3), eine Anspielung auf die Schlachtfelder in ganz Europa seiner Zeit. Diese Erfahrung des Krieges, hat Gryphius sicherlich stark geprägt und wird in diesem Gedicht von ihm thematisiert. Der Krieg als etwas, das dem Menschen des Lebens beraubt, ihn in die Irre führt, foltert, schmerzt. Wer nicht von feindlichen Kugeln getroffen und getötet wird,<span>  </span>siecht dahin, von den Erfahrungen (der Angst) des Krieges gebrochen und stirbt zuletzt als „abgebrannte Kerze“(Vers 4).<span>  </span>Auch scheint es mir, als würde Gryphius mit den Worten „Irrlicht dieser Zeit“ (Vers 2) die Heerführer, Adeligen, Diplomaten und Politiker Europas attackieren: Der <i>Feind </i>sei in Wirklichkeit kein Feind, sondern nur die Hetze der Kriegsführer, die uns mit „Nahm / Lob /Ehr und Ruhm“(Vers 11) locken.</p>
<p class="MsoNormal">In der zweiten Strophe wechselt der Schauplatz vom Schlachtfeld in die Wohnzimmer der Zurückgebliebenen. Den Übergang bildet das Scherzen. Dieses kann man entweder verstehen, als Persiflieren der Leichtigkeit, mit der die Führer der verschiedenen Nationen ihre Völker in den Krieg treiben, oder als das Scherzen der jungen Männer, bevor sie in den Krieg ziehen. Sie wissen nicht, was sie am Schlachtfeld erwarten wird, nehmen es auf die leichte Schulter, „ich bin bald zurück“ sagt da vielleicht einer…aber statt ihm kommt eine Todesmeldung nach Hause zurück. In diesem Krieg sterben so viele und die Zurückgebliebenen verhärten. Der Krieg, bzw. die Kriege hören nicht auf und mit der Zeit vergisst man die Toten. Hier (Vers 7) fallen das Enjambement<span>  </span>und die darauf folgende Versteilung besonders stark auf. Auf den Spannungsaufbau von Vers 7 und Anfang Vers 8, die von der Umkehrung der normalen Satzstruktur unterstrichen wird folgt unweigerlich die Ernüchterung und Banalisierung durch „aus Sinn und Hertzen“(Vers 8).</p>
<p class="MsoNormal">Wie man hier sieht, darf man nicht den Fehler begehen, zu glauben, Gryphius schreibe einzig und allein über den Krieg. Nein, Gryphius wählt das Motiv des Krieges um von der Situation des Menschen zu schreiben. In modernen Worten gesagt: Er setzt die Kontingenz der menschlichen Existenz mithilfe des Bildes vom Krieg um. Dies wird spätestens mit Beginn der Terzette klar: In der dritten Strophe identifiziert er den Tod als Naturgewalt<span>  </span>bzw.<span>  </span>–gesetz. Aber doch: Der Ton des Gedichts ändert sich mit Ende der Quartette: Nicht nur setzt Gryphius mit der zweiten Strophe eine „klingende“ Grenze zwischen den beiden Teilen des Sonnets, er setzt plötzlich auch Vokale gezielt ein: ei, au, eu, ah, o, eh, und u sind Vokale (bzw. Kombinationen mit h), die einem Leser das Gefühl geben, einen langsamen Text zu lesen. Gryphius verlangsamt also das Tempo des Gedichts und das ganz bewusst, wie man schnell erkennt:</p>
<p class="MsoNormal">Die finale Strophe beginnt mit den Worten „Was itzund Athem holt / muss mit der Luft entflihn“ . Der Gegensatz zwischen dem ersten Vers des Gedichts und diesen Vers (Vers 12) könnte nicht krasser sein. Während dort und in den folgenden Versen der Mensch jeder Hoffnung beraubt wird, spricht Gryphius plötzlich von etwas wie Erlösung – was anderes sollte „mit der Luft entflihn“ bedeuten? Er benutzt hier eine, dem Menschen ureigene Heils- bzw. Hoffnungsphantasie: die des (ent-)fliegens. Während zu Beginn der Tod als etwas Schmerzhaftes, Angstvolles, Dunkles und Unabwendbares dargestellt wird, wandelt sich dieses Bild vom Tod in etwas zwar Notwendiges aber Akzeptables und im Grunde Schönes. <i>Und ja…auch nach uns werden die Menschen sterben</i>, scheint Gryphius im vorletzten Vers zu sagen, <i>es geht ja nicht anders</i>.</p>
<p class="MsoNormal">Um diesen Gedankengang vorzubereiten, verlangsamt er in der dritten Strophe das Tempo.</p>
<p class="MsoNormal">Ein letztes Augenmerk muss aber noch auf den letzten Vers gelenkt werden: „wir vergehn wie Rauch von starcken Winden“. Dies kann man entweder im Interpretationsschema der Quartette lesen – wir sterben in Massen und schnell – oder aber dem gegenübergestellt: Gerade wenn man vom Bild des Krieges ausgeht, bindet sich Rauch sehr schön in ein: Rauch von brennenden Hütten und Häusern, Gewehrfeuer, Kanonen,…dieser Rauch ist es nun, der von starken Winden davon geweht wird. Ich würde es so lesen, dass im Leben nach dem Tod keinen Krieg mehr geben wird, aber es könnte auch sein, dass er von einem Ende des Krieges in der hiesigen physischen Welt spricht.</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
<p class="MsoNormal">Menschliches Elende ist also ein Gedicht über das Leiden der Menschen im Krieg einerseits, und andererseits ein Gedicht über die Hoffnung der Menschen. Beides wird sehr einfühlsam und subtil ein Gedicht eingebaut, das einen mit seiner Fülle an Metaphern beinahe erschlagen will.</p>
<p class="MsoNormal">&#160;</p>
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</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Lyrik-Ratgeber]]></title>
<link>http://glareanverlag.wordpress.com/2007/09/14/vera-simon-auf-dem-weg-zum-guten-gedicht/</link>
<pubDate>Fri, 14 Sep 2007 00:20:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>Walter Eigenmann</dc:creator>
<guid>http://glareanverlag.wordpress.com/2007/09/14/vera-simon-auf-dem-weg-zum-guten-gedicht/</guid>
<description><![CDATA[. Das gute Gedicht Vera Simon . Jeder kann Gedichte schreiben. Die Frage ist nur, was ein Gedicht br]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p align="center"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#ff0000;">Das gute Gedicht</span></h2>
<p align="center"><em>Vera Simon</em></p>
<p align="center"><em><span style="color:#ffffff;">.</span></em></p>
<p align="center">
<p align="justify"><strong>Jeder kann </strong><a href="http://www.do.nw.schule.de/ikg/moodledata/18/MATLYR3A.DOC" target="_blank"><strong>Gedichte</strong></a><strong> schreiben. Die Frage ist nur, was ein Gedicht braucht, um ausgezeichnet zu werden. Oder anders: Was macht ein gutes Gedicht aus? Was ist bei Gedichten zu beachten? Sensibilität, Sprachgefühl, bestimmte Versformen oder Reimarten mögen hilfreich sein, ein Gedicht zu schreiben. Was aber führt zu einem Gedicht, das sogar auszeichnungswürdig ist?</strong></p>
<p align="justify">Gedichte sind Texte, die in Versen aufgebaut sind. Oder einfacher gesagt: Zeilenumbrüche sind typisch für Gedichte. Die Verse bilden Sinneinheiten, wobei nicht der Satzbau bestimmt, wo ein Vers beginnt oder endet. <a href="http://www.novumverlag.at/backlist/8/?product_id=23&#38;detail=1" target="_blank"></a>Von einem Gedicht erwartet man andere Inhalte als von Prosatexten. Das Gedicht zählt zur Lyrik. Lyrik überzeugt durch die Unmittelbarkeit des Ausdrucks.  <a href="http://www.novumverlag.at/backlist/8/?product_id=23&#38;detail=1" target="_blank"></a>Im Gedicht drückt sich das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lyrisches_Ich" target="_blank">Lyrische Ich</a> aus, das erlebende und empfindende Ich. Insofern zeigt das Gedicht eine besondere Sprache, die so genannte poetische Sprache, eine Sprache, die deutlich von der Alltagssprache abweicht. So gesehen ist das Gedicht ein Laboratorium der Sprache.</p>
<p align="justify">Im Gedicht empfindet der Dichter und drückt seine Empfindung aus. Wenn nur Wissen, Denken oder Glauben zum Ausdruck kommen, kann man also noch nicht von einem Gedicht sprechen. Im Empfinden ist der Mensch einzigartig und durch den Ausdruck des Einzigartigen bekommt ein Gedicht seine eigene Note. Beim Ausdruck ihres Empfindens aber machen viele Menschen Fehler. Auch Dichter: Viele verwenden abgegriffene Worte, die einen Sachverhalt nur ungenügend treffen, werden sentimental, schreiben geborgte Bilder oder schwülstige und unpassende Vergleiche nieder. Um das zu verhindern würde es manchmal schon helfen, wenn so genannte Dichter ihre spontanen Einfälle erst einmal verräumen und nach Tagen kritisch beurteilen würden. Meist misslingen Gedichte auch dann, wenn man sich nicht auf den eigenen Einfall verlässt, sondern mit fremden Einfällen arbeitet. Besser die Finger davon lassen, als andere Dichter zu paraphrasieren.</p>
<p align="justify"><a title="marianne-figl-bicycle.jpg" href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2007/09/marianne-figl-bicycle.jpg"></a><a href="http://www.novumverlag.at/backlist/8/?product_id=23&#38;detail=1" target="_blank"></a>Auch der <a href="http://www.lrz-muenchen.de/~komparatistik_donat/psmetrik/rhythmus.html" target="_blank">Rhythmus</a> ist wichtig und macht ein Gedicht aus. Er entspricht nicht dem normalen Prosafluss, was man auch dann merkt, wenn ein Gedicht ohne Zeilenfall wie ein Prosatext gesetzt ist. Dieser Rhythmus hat dem Inhalt des Gedichtes zu entsprechen. Der Einsatz von <a href="http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/poetik/metapher.htm" target="_blank">Metapher</a> und Vergleich ist ein weiteres Kennzeichen von dichterischer Sprache. Allerdings sollte man beim Vergleich das Wort «wie» vermeiden, denn es führt in die Region des Erzählerischen und löst die dichterische oder lyrische Atmosphäre auf.</p>
<p align="justify">Nicht erst den Begriff bilden, der ausgesagt werden soll und dann das Bild dazu suchen! Dies ist ein typischer Anfängerfehler, den Sie sicher vermeiden. Theoretische Erkenntnisse lassen sich selten in lyrische Bilder fassen, weshalb die meisten Umweltschutz- oder Antikriegsgedichte nichts werden. In einem Gedicht lässt sich nur selten das große Ganze zum Ausdruck bringen. Das Gedicht formuliert das kleinste Ganze. Nur im Bildhaften entsteht das Dichterische. Abstrakta können leicht und schnell ein ganzes Gedicht zerstören. Aber Vorsicht: Beim Bildhaften darf auch nicht der Sinn für das Angemessene verloren gehen!</p>
<p align="justify">Kein Vers ohne Rhythmus! Der Rhythmus stellt zwischen Versstruktur und Versinhalt eine Beziehung her. Werden bestimmte Versformen wie <a href="http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/lyrik/knittelvers.htm" target="_blank">Knittelvers</a>, <a href="http://www.literature.de/Inhalt/begriffe/Blankvers.htm" target="_blank">Blankvers</a>, <a href="http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/lyrik/alexandriner.htm" target="_blank">Alexandriner</a> (jambische Verse), fallende Viertakter, fallende Fünftakter, fallende Sechstakter (trochäische Verse) oder viertaktige Reihen, <a href="http://www.vox-latina-gottingensis.de/metrik/hexamet.htm" target="_blank">Hexameter</a> oder <a href="http://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/hilfsmittel/glossar.asp?verweis=Pentameter" target="_blank">Pentameter</a> (daktylische Verse) verwendet, so sollten diese Versformen auch durchgehalten werden und nicht irgendwo auf der Strecke wie ein lahmendes Pferd eingehen.</p>
<p align="justify">Denken wir an ein Gedicht, denken wir zuerst wohl an Reime. Werden Reime in einem Gedicht verwendet, sollten unreine Reime vermieden werden. Der Klang beim Vorlesen entscheidet darüber, ob ein unreiner Reim noch verwendet werden kann. Verwendet werden dürfen alle Reimfolgen wie Haufenreim, Kreuzreim, Paarreim, Schweifreim, umarmender Reim, verschränkter Reim und so weiter und so fort. Allerdings sollten diese Reimfolgen sorgfältig verwendet werden und nur dann gegen die Reimregeln verstoßen, wenn das die Aussage des Gedichtes unterstreicht.</p>
<p align="justify">Auch bei der Anwendung von <a href="http://www.literaturwelt.com/analyse/lyrik/strophen.html" target="_blank">Strophenformen</a> sollte Sorgfalt herrschen. Manche Strophenform passt besser als eine andere zum Gedichtinhalt. Klassische deutsche Strophenformen sind z.b. die Nibelungenstrophe, die Hildebrandstrophe, die Chevy-Chase-Strophe, die Vagantenstrophe, die Schweifreimstrophe, die Fünfzeilerstrophe, die Lutherstrophe. Dazu kommen noch romanische Strophenformen wie das Sonett, der Sonettkranz, die Stanze, die Terzine, das Triolett und Nachbildungen antiker Strophenformen wie Distichon, erste asklepiadeische und zweite asklepiadeische Odenstrophe sowie alkäische und sapphische Odenstrophe. Wurde eine Strophenform ausgewählt, wäre es schön, wenn sie auch durchgehalten würde.</p>
<p align="justify">Viele heutige Dichter versuchen alle Regeln des Dichtens dadurch zu umgehen, dass sie frei dichten. Freies Dichten ist aber nicht so leicht, wie es scheint. Man muss auch beim freien Dichten sprachlich äußerst präzis sein. Darüber hinaus muss auch beim freien Dichten noch ein Rest an Versstruktur erhalten bleiben, damit ein Text nicht in Prosa übergeht.</p>
<p align="justify">Auch Sonderformen des Dichtens wie <a href="http://www.haiku-heute.de/Archiv/Werner_Reichhold_10-2005/werner_reichhold_10-2005.html" target="_blank">Haiku</a>, komische Gedichte, Limericks, Klapphornverse, Gedichtparodien, Lautgedichte oder <a href="http://www.visuelle-lyrik.de/visuell/visuellelyrik.htm" target="_blank">visuelle Gedichte</a> haben ihre Schönheit und sind auszeichnungswürdig. Aber auch hier gilt natürlich: Gedichte sollen einfach und genau sein und damit Aufgeblasenheit, Verschwommenheit, Schwulst und Manieriertheit ausschließen.</p>
<p align="justify">Der Weg zu einem guten Gedicht muss nicht, kann aber lang sein. Niemals sollte sich der Dichter entmutigen lassen. Gedichte schreiben ist immer eine Annäherung an das zu Beschreibende. Mal gelingt diese Annäherung mehr, mal weniger. Wir sind nie am Ende, wenn es um gute Gedichte geht. ♦</p>
<p align="justify">_________________<a title="vera-simon-glarean-magazin.jpg" href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2007/07/vera-simon-glarean-magazin.jpg"></a></p>
<p><a href="http://www.verasimon.de/" target="_blank"><em> </em></a><a title="vera-simon-glarean-magazin.jpg" href="http://www.verasimon.de/master.php?kat=1" target="_blank"><img class="alignright" style="border:0 none;margin:2px 12px;" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2008/03/vera-simon-glarean-magazin.jpg" border="0" alt="vera-simon-glarean-magazin.jpg" hspace="12" vspace="2" width="90" height="108" align="right" /></a><em><a href="http://www.verasimon.de/" target="_blank">Vera Simon</a><br />
Geb. 1973 in Grönland, seit 1977 in der BRD, Veröffentlichung verschiedener Lyrik- und Geschenkbuch-Bestseller</em></p>
<p><span style="color:#ffffff;"><em>.</em></span></p>
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<p><span style="color:#ffffff;"><em>.</em></span></p>
<p><em><span style="color:#ffffff;">.</span><br />
</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>

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