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	<title>bairisch &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/bairisch/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "bairisch"</description>
	<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 18:09:02 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Über flauschige Bibbili]]></title>
<link>http://schplock.wordpress.com/2009/08/03/bibbili/</link>
<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 19:45:33 +0000</pubDate>
<dc:creator>Kristin</dc:creator>
<guid>http://schplock.wordpress.com/2009/08/03/bibbili/</guid>
<description><![CDATA[Ich bin gerade dabei, die Dialektaufnahmen, die ich für meine Magisterarbeit gemacht habe, zu analys]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ich bin gerade dabei, die Dialektaufnahmen, die ich für meine Magisterarbeit gemacht habe, zu analysieren. Dabei suche ich zu jedem Wort die althochdeutsche Form – auch zu Wörtern, von denen ich gar nicht weiß, ob es sie im Althochdeutschen schon gab.</p>
<p>Momentan halte ich mich gerade ein bißchen beim Wort <em>Bibbili</em> auf, dem badischen Wort für ‘Küken’.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 252px"><a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f0/Chicks_hatching_USDA95c1973.jpg"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f0/Chicks_hatching_USDA95c1973.jpg" alt="Quelle: Wikipedia" width="242" height="160" /></a><p class="wp-caption-text">Quelle: Wikipedia</p></div>
<p>Weil die Bezeichnung so offensichtlich anders ist als die hochdeutsche Form, versuchen die DialektsprecherInnen oft eine etymologische Erklärung dafür zu finden. Dabei wird meistens der <em>Bibbiliskäs </em>angeführt (laut Duden <em>Bibeleskäs</em>(<em>e</em>)), ein quarkähnlicher <a href="http://www.ziegenhof-wuernsreuth.de/aktuell/mod/Kurioses.php?selindex=5&#38;sort=&#38;expand=yes" target="_blank">Rohmilchkäse</a> – er taugt zur Erklärung des Wortes allerdings nicht, da er nach den Tieren benannt ist: Mit ihm wurden die Küken früher gefüttert.</p>
<p><a href="http://www.scheer-nahor.de/index.htm" target="_blank">Friedel Scheer-Nahor</a> von der Uni Freiburg hat sich dem <em>Bibbili </em>2001 in einem Artikel für die Badische Zeitung gewidmet. Sie führt das Wort auf eine Lautmalerei zurück:</p>
<blockquote><p><em>Wer einmal gesehen und gehört hat, wie eine Kükenschar hinter der Glucke herläuft, wird sich denken können, dass sowohl </em>Bibbili <em>als auch </em>Zibbili <em>treffende lautmalerische Bildungen sind</em>.</p></blockquote>
<p>Auf ihrer Seite gibt es auch eine schöne <a href="http://www.scheer-nahor.de/kueken.htm" target="_blank">Karte zum Thema</a>, auf der man die Verbreitung des Wortes in Baden sehen kann:</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><a href="http://www.scheer-nahor.de/kueken.htm"><img src="http://www.scheer-nahor.de/kueken.gif" alt="Leserumfrage Badische Zeitung" width="400" height="380" /></a><p class="wp-caption-text">Leserumfrage Badische Zeitung (mit freundlicher Genehmigung von Friedel Scheer-Nahor)</p></div>
<p>Neben <em>Bibbili </em>gibt es also noch zahlreiche weitere Wörter für Küken im Badischen. Was auffällt ist, dass sie alle auf -<em>li </em>oder -<em>le</em> enden. Das ist die badische Endung, die dem hochdeutschen -<em>lein</em> entspricht, eine Verkleinerungsform (“Diminutiv”). Die Endung -<em>chen</em> gibt es übrigend im alemannischen Sprachgebiet nicht – selbst das <em>Mädchen </em>heißt <em>Maidli</em>. Ich nehme an, dass -<em>l</em>(<em>i</em>&#124;<em>e</em>) auch bei<em> Bibbili</em> die Verkleinerungsendung darstellt, also nur <em>bibbi </em>(bzw.<em> zibbi</em>) lautmalerisch ist. (Im Hochdeutschen haben wir ja auch<em> pieppiep </em>als Vogelgeräusch.)<a href="http://schplock.wordpress.com/2009/08/03/bibbili/#1"><sup>1</sup></a></p>
<p><em>Bibbili </em>ist aber bei Weitem nicht aufs Badische beschränkt. Auf einer Seite mit <a href="http://php.educanet2.ch/prima/sites/was/was_alte%20Schuljahre/2002_2003/huhn_I/Vom%20Ei%20zum%20Huhn.htm" target="_blank">Schulaufsätzen von Schweizer Kindern</a> finden sich z.B. eine Menge Treffer:</p>
<ul>
<li><em>Im nächsten Raum entwickelten sich die <strong>Bibili </strong>im Ei.</em></li>
<li><em>Sie haben sehr viel <strong>Bibili </strong>und Eier. Wir durften ein Freilandbibili und zwei gezüchtete <strong>Bibili </strong>mitnehmen.</em></li>
<li><em>Die <strong>Bibili</strong> sind gelb. Die <strong>Bibili</strong> sind gewachsen. Die <strong>Bibili </strong>haben schon Schwanzfedern. Die <strong>Bibili </strong>piepsen viel.</em></li>
</ul>
<p>Und auch sonst scheint es in der Schweiz ein respektables Wort zu sein:</p>
<ul>
<li><em>Banker helfen <strong>Bibeli </strong>auf die Beine</em> (<a href="http://www.blick.ch/news/tierwelt/banker-helfen-bibeli-auf-die-beine-119643" target="_blank">blick.ch</a>)</li>
<li><em>Brahma Hühner-<strong>Bibeli </strong>zu verkaufen</em> (<a href="http://www.tier-inserate.ch/Voegel_Gefluegel/Huehner_42610.aspx" target="_blank">tier-inserate.ch</a>)</li>
<li><em>Was macht ihr mit den <strong>Bibeli</strong>, wenn sie gross sind? Gehen sie zurück auf einen Bauernhof? </em>(<a href="http://www.fichten.ch/gaestebuch_s01.htm?page=9" target="_blank">fichten.ch</a>)</li>
</ul>
<p><a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/DWV/karte.html" target="_blank">Weiter nördlich und westlich</a> findet sich das Wort ebenfalls noch:</p>
<ul>
<li>Pfälzisch (<a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/WBB/pfwb/wbgui" target="_blank">Pfälzisches Wörterbuch</a>):
<ul>
<li><em>Bib, Bibi n.: 1. &#8216;Huhn&#8217;, Sprache des Kleinkindes, Bib (bīb), meist in der Wiederholung Bibib (bibīb) [...]<br />
</em></li>
<li><em>Bibilchens-käse m.: &#8216;weißer Käse&#8217;, eigentl. &#8216;Käse, mit dem man die Bibichen (Hühnchen) füttert&#8217; [...]</em></li>
</ul>
</li>
<li>Moselfränkisch &#38; Ripuarisch (<a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/WBB/pfwb/WBB/rhwb/wbgui" target="_blank">Rheinisches Wörterbuch</a>):
<ul>
<li><em>Bibb [...]: 1. Lockruf für Hühner [...], 2. Bibb, meist  -che (-ī-) Huhn, Kosen., bes. in der Kinderspr[ache ...]</em></li>
</ul>
</li>
<li>Elsässisch (<a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/WBB/pfwb/WBB/ewb/wbgui" target="_blank">Elsässisches Wörterbuch</a>):
<ul>
<li><em><em>Bibbelefleisch n. eig. Fl. von einem Hühnchen.</em></em></li>
</ul>
</li>
<li>Lothringisch (<a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/lwb/wbgui?lemid=CA00001" target="_blank">Lothringisches Wörterbuch</a>):
<ul>
<li><em>Bible</em> [...] pl. 1. Küchlein.  [...] – 2. Huhn in der Kindersprache [...]</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Für östlichere Gebiete habe ich leider keinen Onlinezugriff auf wissenschaftliche Wörterbücher. (Bairisch? Thüringisch? Sächsisch? Österreichisch?) Ein Österreichisch-Onlineprojekt führt aber<em> <a href="http://www.ostarrichi.org/buch-16191-17371-Pipale.html" target="_blank">Pippale</a></em> auf, auch sehr ähnlich.</p>
<p>Wie alt das Wort ist, konnte ich leider nicht herausfinden – <a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/lwb/WBB/dwb/wbgui" target="_blank">Grimms Wörterbuch</a> hat keinen Eintrag dafür, <a href="http://www.ub.uni-bielefeld.de/diglib/adelung/grammati/" target="_blank">Adelung</a> auch nicht. In den <a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/lwb/WBB/dwb/WBB/bmz/wbgui" target="_blank">mittelhochdeutschen </a><a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/lwb/WBB/dwb/WBB/bmz/WBB/lexer/wbgui" target="_blank">Wörterbüchern</a> findet sich erst recht nichts, genausowenig im <a href="http://www.koeblergerhard.de/ahdwbhin.html" target="_blank">althochdeutschen</a> (dort ist ein Küken ein <em>huoniklîn</em>, also ein kleines Huhn). Über mögliche Gründe kann ich nur spekulieren:</p>
<p>Es sieht so aus, als habe es zunächst einen Lockruf gegeben, mit dem man Hühner rief, und zwar <em>Bib(i) </em>– ganz ähnlich wie <em>Miez </em>für Katzen. Daraufhin wurde der Lockruf oder das nachgemachte Piepsen als Bezeichnung für das Tier verwendet, und zwar zuerst nur in der Kindersprache – also wie<em> Wauwau</em>. Irgendwann begann man, die jungen Hühner mit einer Verkleinerungsform davon zu bezeichnen. Diese Verkleinerung wurde wesentlich bereitwilliger in die Erwachsenensprache aufgenommen als <em>Bib</em>(<em>i</em>) selbst. So findet sich im Pfälzischen<em> Bib</em>(<em>i</em>) als kindersprachlich, aber man bildet Formen wie <em>Bibilchenskäse</em>, eine Zusammensetzung mit offensichtlich existentem <em>Bibilchen<em> ‘</em></em>Küken’. Für etwas kleines, flauschig-niedliches nahm man ein niedliches, kindliches Wort wahrscheinlich eher an als für ein ausgewachsenes Nutztier.</p>
<p>Ob es das Wort schon “immer” gab, oder ob es in verschiedenen Dialekten unabhängig voneinander entstanden ist, lässt sich wohl nicht feststellen. Es scheint zwar keine alten Quellen in meiner momentanen Reichweite zu geben, aber wenn das Wort kindersprachlichen Ursprungs ist, verwundert das auch nicht weiter. Wahrscheinlich hat es die alten Bezeichnungen für ‘Küken’ irgendwann verdrängt, die alten Bezeichnungen für ‘Huhn’ und ‘Hahn’ blieben aber erhalten.</p>
<p>So, jetzt aber Ende der Spekulation. Lokale Bezeichnungen für Küken sind in den Kommentaren hochwillkommen!</p>
<p><!--more--><span style="color:#888888;">Fußnote:<br />
<a name="1"><sup>1</sup></a>Das Wort <em>Glüggerli</em>/<em>Gliggerli</em> kommt übrigens vom <em>Glugg</em> (auch <em>Gluggeri </em>) ‘brütendes Huhn, Huhn mit Küken’ – andere Hühner heißen<em> Henn</em>, der Hahn ist der<em> Guller</em>.</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Geliebtes Deutsch]]></title>
<link>http://schplock.wordpress.com/2009/06/18/geliebtes-deutsch/</link>
<pubDate>Thu, 18 Jun 2009 09:37:19 +0000</pubDate>
<dc:creator>Kristin</dc:creator>
<guid>http://schplock.wordpress.com/2009/06/18/geliebtes-deutsch/</guid>
<description><![CDATA[Das Institut für Deutsche Sprache in Mannheim hat letztes Jahr eine Studie zu Spracheinstellungen zu]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Das Institut für Deutsche Sprache in Mannheim hat letztes Jahr eine <a href="http://www.ids-mannheim.de/aktuell/presse/pr090617.html" target="_blank">Studie zu Spracheinstellungen zum Deutschen</a> gemacht. Die Studie (bzw. Teile von ihr) gibt&#8217;s zum <a href=" www.forschung-erleben.de/spracheinstellungen" target="_blank">Mitmachen</a> auch noch online.</p>
<p>Ein paar interessante Ergebnisse:</p>
<p>47% der Befragten (darunter auch Nicht-Muttersprachler) empfinden der deutschen Sprache gegenüber Liebe, 56% Stolz.</p>
<p>60% der Befragten gaben an, einen Dialekt zu sprechen. Da habe ich aber so meine Zweifel und frage mich, ob das nicht vielleicht eher regional gefärbte Umgangssprachen sind. Die Bezeichnung “Dialekt” wird ja im Allgemeinen recht breit aufgefasst. Besonders bei “<em>Am sympathischsten wird der norddeutsche Dialekt empfunden (24%), gefolgt von Bairisch (20%) und Alemannisch (13%)</em>” frage ich mich, was genau hier unter Norddeutsch verstanden wurde – Niederdeutsch, oder Hochdeutsch mit norddeutschem Einschlag wie das<em> S-tolpern </em>über den beliebten <em>s-pitzen S-tein</em>? Und ist das gute Abschneiden von Bairisch und Alemannisch nicht vor allem darauf zurückzuführen, dass die meisten Dialektsprecher der Studie aus Süddeutschland kamen?</p>
<p>“<em>großes Interesse an der Pflege der deutschen Sprache</em>” hatten 1997/98 13% der Befragten, heute sind es 35% – das Bastian-Sick-Phänomen, würde ich mal sagen. Eher froh macht mich allerdings folgendes Ergebnis:</p>
<blockquote><p>“<em>Die Mehrheit der Befragten betrachtet die Entwicklung der deutschen Sprache mit gemischten Gefühlen oder sogar mit Sorge. Auf die Frage, ob die Veränderung der deutschen Sprache positiv oder negativ zu bewerten sei, antwortet mehr als die Hälfte der Befragten (53%) unentschieden. 30% sind der Ansicht, die Entwicklung sei „eher besorgniserregend“ oder „sehr besorgniserregend“. 16% der in Deutschland lebenden Bevölkerung findet die Veränderungen „eher erfreulich“ bzw. „sehr erfreulich“. Einwanderer bewerten die Entwicklung der deutschen Sprache deutlich positiver als Muttersprachler.</em>”</p></blockquote>
<p>30% ewige Nörgler vs. 16% Optimisten kommt mir gar nicht so krass vor, gefühlt sind es viel mehr Schwarzmaler.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Fragen an das Internet beantwortet]]></title>
<link>http://schplock.wordpress.com/2009/03/23/fragen-an-das-internet-beantwortet/</link>
<pubDate>Mon, 23 Mar 2009 15:03:21 +0000</pubDate>
<dc:creator>Kristin</dc:creator>
<guid>http://schplock.wordpress.com/2009/03/23/fragen-an-das-internet-beantwortet/</guid>
<description><![CDATA[WordPress verfügt über eine elende Statistikfunktion, die man stundenlang sinnlos anstarren kann. Um]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>WordPress verfügt über eine elende Statistikfunktion, die man stundenlang sinnlos anstarren kann. Um die vergeudete Zeit etwas zu rechtfertigen, will ich ein paar &#8220;Fragen&#8221; beantworten, die über Suchanfragen zum Schplock geleitet wurden, wo dann zwar die Suchwörter, nicht aber die Antworten vorhanden waren.</p>
<pre>schmettern ethymologisch (12.3.2009)</pre>
<p>Wahrscheinlich ist es ein lautmalerisches Wort, das irgendwie mit mittelhochdeutschem <em>smîzen</em> ‘streichen, schmieren’ (das ist die Vorform von <em>schmeißen</em>) und niederdeutschem <em>schmaddern </em><em> </em>‘schmieren’ verwandt ist.</p>
<p>Im Mittelhochdeutschen hieß es <em>smetern </em>und hatte die Bedeutung ‘klappern, schwatzen’. Das Wort hat ab dem 16. Jahrhundert die Bedeutung ‘mit Geräusch hinschleudern’, man musste also immer <em>etwas</em> schmettern. Später dann brauchte das Verb kein Objekt mehr, es bezeichnet seither eher die Tatsache, dass etwas einen ‘krachenden Schall’ verursacht. Wenn man ein Objekt verwenden will, benutzt man <em>hinschmettern</em>.</p>
<p>Danke übrigens für <a href="http://schplock.wordpress.com/2009/03/12/ethymo-und-etnologie/" target="_blank">die Inspiration</a> mit <em>e<strong>th</strong>ymologisch</em>!</p>
<pre>eichhörnchen etymologisch (22.3.2009)</pre>
<p>Volltreffer – eine Volksetymologie! Klassischer Fall für <a href="http://schplock.wordpress.com/2008/12/25/buchtipp-tauschende-worter/" target="_blank">Olschansky</a>: Schon im Althochdeutschen hat man das Wort als Zusammensetzung aus <em>Eiche</em> und <em>Horn </em>analysiert (<em>eihhorno</em>), dabei geht es eigentlich auf das germanische Wort *<em>aikurna</em>- zurück, was die indogermanische Wurzel *<em>aig</em>- beinhaltet, <em> </em><em> </em>‘sich heftig bewegen, schwingen’.</p>
<p>Obwohl also etymologisch von einem Horn nicht die Rede sein kann, wurde das Wort Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer generellen Bezeichnung für alle verwandten Nagetiere der Famile Sciuridae wie z.B. <em>Baumhörnchen</em>, <em>Erdhörnchen</em>, <em>Flughörnchen</em>.</p>
<div id="attachment_385" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Eichh%C3%B6rnchen_D%C3%BCsseldorf_Hofgarten_edit.jpg&#38;filetimestamp=20070602203117"><img class="size-full wp-image-385" title="2009-03-23-eichhornchen" src="http://schplock.wordpress.com/files/2009/03/2009-03-23-eichhornchen.png" alt="Quelle: Wikipedia" width="450" height="305" /></a><p class="wp-caption-text">Quelle: Wikipedia (Ray eye), CC-by-sa-2.0-de</p></div>
<pre>paumen hochdeutsch (19.3.2009)</pre>
<p>Wahrscheinlich geht es hier um eine alte dialektale Form des Wortes <em>Bäume</em>. Zu Beginn der althochdeutschen Zeit gab es die sogenannte “Zweite Lautverschiebung”, und ein Teil davon, die “Medienverschiebung”, veränderte die westgermanischen Laute b, d und g.</p>
<ul>
<li>[d] wurde zu [t], das sieht man z.B. an Wörtern wie <em><strong>T</strong>ag</em>, auf Englisch <em><strong>d</strong>ay</em>, weil das Englische keine Zweite Lautverschiebung hatte. Es gibt noch massenhaft weitere Beispiele (<em><strong>T</strong>ochter</em> – <em><strong>d</strong>aughter</em>, <em><strong>T</strong>or</em> – <em><strong>d</strong>oor</em>, <em><strong>T</strong>ier</em> – <em><strong>d</strong>eer</em>, &#8230;).</li>
<li>[b] und [g] blieben im Hochdeutschen weiterhin [b] und [g] – verglichen mit dem Englischen ist also kein Unterschied festzustellen:<strong> </strong><em><strong>B</strong>uch </em>– <em><strong>b</strong>ook</em>, <em><strong>B</strong>ier</em> – <em><strong>b</strong>eer</em>, <em><strong>g</strong>ut</em> – <em><strong>g</strong>ood</em>, <em><strong>g</strong>rau</em> – <em><strong>g</strong>rey</em>, &#8230;</li>
</ul>
<p>Im Altoberdeutschen aber, vor allem im Altbairischen, wurde teilweise [b] &#62; [p] und [g] &#62; [k]. (Es ist aber zumindest in der Schreibung nicht konsequent durchgeführt, oft stehen auch &#60;b&#62; und &#60;g&#62;.) Wir finden in altbairischen Texten also Wörter wie <em>perg</em> ‘Berg’, <em>kot </em>‘Gott’ und <em>paum</em>, ‘Baum’. Hier ist z.B. ein Ausschnitt aus dem <a href="http://www.hs-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronologie/08Jh/Wessobrunn/wes_text.html" target="_blank">Wessobrunner Gebet</a>, dessen Entstehung auf ca. 790 geschätzt wird:</p>
<blockquote><p><em>Dat gafregin ih mit firahim firiuuizzo meista,<br />
dat ero ni uuas noh ûfhimil,<br />
noh <strong>p</strong>aum nihheinîg noh <strong>p</strong>ereg ni uuas,<br />
ni suigli sterro nohheinîg noh sunna ni scein,<br />
noh mâno ni liuhta noh der mâręo sêo.<br />
Dô dâr niuuiht ni uuas enteo ni uuenteo<br />
enti dô uuas der eino almahtîco <strong>c</strong>ot, &#8230;</em></p></blockquote>
<p>(Text nach <a href="http://titus.fkidg1.uni-frankfurt.de/texte/etcs/germ/ahd/klahddkm/klahd.htm?klahd003.htm#Kl.ahd.Dkm._Wess." target="_blank">TITUS</a>)</p>
<p>“Das habe ich bei den Menschen als größtes Wunder erfahren: dass es die Erde nicht gab und nicht den Himmel, es gab nicht den <strong>B</strong>aum und auch nicht den <strong>B</strong>erg, es schien nicht ein einziger Stern, nicht die Sonne, es leuchtete weder der Mond noch die glänzende See. Als es da also nichts gab, was man als Anfang oder Ende hätte verstehen können, gab es schon lange den einen, allmächtigen <strong>G</strong>ott, &#8230;” (Übersetzung aus Nübling 2006:23)</p>
<p>Und im Grimmschen Wörterbuch gibt es einige Beispiele für <em><strong>p</strong>aumen</em>:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.woerterbuchnetz.de/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemid=GF10085" target="_blank"><em class="lemma">FRUCHTTRÄGERLEIN</em></a>, <em>n. fruchtknospe, bei</em> <em class="i">M</em><em class="t">EGENBERG</em> 93, 15: (<em>vor dem blitz</em>) verhüllet diu nâtûr diu fruhttragerlein, daჳ sint die frühtigen knödel (<em>knötchen</em>) auf den <strong>p</strong>aumen, mit <strong>p</strong>letern, sam dâ ain amme ir kint verhüllet mit windeln.</li>
<li><a name="GF12057L0"></a><em class="lemma"><a href="http://www.woerterbuchnetz.de/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemid=GF12057" target="_blank">FÜRBASZ</a> </em>, <em> adv. weiter, weiter fort. </em>[...] STEINHÖWEL</em> (1487) 64; doch nach langem seinen bedunken in gůt dauchte, seytmal er der finster nacht halben nitt für<strong>p</strong>asz mochte, auf einen <strong>p</strong>aumen ze steigen.</li>
<li><a href="http://www.woerterbuchnetz.de/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemid=GN01104" target="_blank"><em class="lemma">NACHSPÜREN</em></a>, <em> verb.</em><a name="GN01104L1"><em class="sectionmark">1)</em> </a> <em>intransitiv, spürend folgen, aufzuspüren</em> (<em>zu erforschen, zu ergründen</em>) <em>suchen</em><em> </em>[...] <span class="vline">die aichhörnlein loffen</span> / <span class="vline">auf den <strong>p</strong>aumen, der ich keim kund / </span><span class="vline">nach-spüren, weil ich het kein hund.</span> <em class="i">H</em><em class="t">. </em><em class="i">S</em><em class="t">ACHS</em> 4, 286, 8 <em>K.</em></li>
</ul>
<p>So. Auf die nächsten Suchanfragen ist das Schplock vorbereitet!<em><br />
</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ein Atlas spricht Bairisch ...]]></title>
<link>http://schplock.wordpress.com/2009/03/09/ein-atlas-spricht-bairisch/</link>
<pubDate>Mon, 09 Mar 2009 13:26:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>Kristin</dc:creator>
<guid>http://schplock.wordpress.com/2009/03/09/ein-atlas-spricht-bairisch/</guid>
<description><![CDATA[&#8230; und zwar der Sprachatlas von Bayern – wer sonst? Auf einer Karte kann man sich sowohl die Di]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#8230; und zwar der <a href="http://sprachatlas.bayerische-landesbibliothek-online.de/" target="_blank">Sprachatlas von Bayern</a> – wer sonst? Auf einer Karte kann man sich sowohl die Dialektwörter für bestimmte Dinge (‘Holzsplitter in der Haut’, ‘Beule am Kopf’, ‘Dachboden im bäuerlichen Wohnhaus’, ‘kleines Weihnachtsgebäck’, ‘Stechmücke’*) als auch Laute (beruhend auf der mittelhochdeutschen Entsprechung) und bestimmte grammatische Eigenarten anzeigen lassen und sie mit einem kleinen Lautsprechersymbol auch gleich abspielen. Sehr schön gemacht!</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://sprachatlas.bayerische-landesbibliothek-online.de/"><img class="aligncenter size-full wp-image-265" title="sprespra" src="http://schplock.wordpress.com/files/2009/03/sprespra.png" alt="sprespra" width="450" height="415" /></a></p>
<p><span style="color:#888888;">*Endlich der Beweis: Schnaken sind nicht harmlos!</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Imbissgyros und Ostfriesisch]]></title>
<link>http://saugt.wordpress.com/2009/02/20/imbissgyros-und-ostfriesisch/</link>
<pubDate>Fri, 20 Feb 2009 17:56:24 +0000</pubDate>
<dc:creator>ddamnmess</dc:creator>
<guid>http://saugt.wordpress.com/2009/02/20/imbissgyros-und-ostfriesisch/</guid>
<description><![CDATA[Ich will wieder einen Griechen in den Imbiss an der Pollerhofstraße! Zumindest, wenn ich Hunger auf ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ich will wieder einen Griechen in den Imbiss an der Pollerhofstraße! Zumindest, wenn ich Hunger auf Gyros habe&#8230; .</p>
<p>Von den Fritten will ich hier mal gar nicht reden, labberig, ohne Geschmack und nichtmal richtig gesalzen. Aber das Gyros selbst &#8211; ach&#8230; . Zuerst recht lecker, auch das Tzatziki, wenn man nach unten kommt, hat das Tzatziki herabgesifft und sich mit dem Teich aus flüssigem Fett verbunden, um die letzten Fleischstücke zu nassen, schmierigen Lappen zu wandeln. Das ist nun wirklich nicht mehr appetitlich und so kommt der Rest des Essens halt auf die Druck-Scan-Kombination, meine Allzweckablage für alles was mit Nahrungsaufnahme zu tun hat. Außer der Schokolade und dem Tee. Apropos, den mach ich mir nun. Fine Assam Premium, danke, Ostfriesland, danke, Appelmädchen! (dein Pony ist trotzdem doof :&#60;)</p>
<p>Apropos Ostfriesland: Heute wurden Kölsch und Bairisch auch auf die Liste der bedrohten Sprachen gesetzt. Bei Kölsch besteht aber, und das ist sogar auf offizieller Seite klar, kein Risiko das die Sprache wirklich aussterben könnte (wers nicht glaubt, sollte sich mal hier auf die Straße begeben und die Karnevalslieder anhören&#8230; . WENN er oder sie auch den verordneten Frohsinn übersteht.). Immerhin das, aber bei Ostfriesisch sieht die Sache anders aus: Nur noch 1000 Menschen sprechen die Sprache in der Urform, laut Zeitung zumindest. Toitoitoi, Ostfriesisch, wird Zeit für dein Comeback. Meinen Segen hast du, Dialekt ist schon was Interessantes und nicht zuletzt ein wichtiger Bestandteil der (Sprach-)Kultur.</p>
<p>np: Dissection &#8211; Black Dragon &#8212; Reinkaos ist schon ein ziemlich melodisches Album, anders als die alten Sachen, aber ich muss zugeben, ich könnte es dauernd hören. Ohrwurmpotential: 100%</p>
<p>In diesem Sinne wünsche ich dem gelangweilten Leser noch einen schäbigen Abend.</p>
<p>http://www.darklyrics.com/lyrics/dissection/reinkaos.html#4</p>
<p>We invoke thee, Black Dragon of Chaos</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Typisch bairisch]]></title>
<link>http://april11.wordpress.com/2008/09/03/typisch-bayerisch/</link>
<pubDate>Wed, 03 Sep 2008 08:50:58 +0000</pubDate>
<dc:creator>april</dc:creator>
<guid>http://april11.wordpress.com/2008/09/03/typisch-bayerisch/</guid>
<description><![CDATA[Eine friedliche Gegend, unterwegs viele Zeichen der bayrisch-katholischen Frömmigkeit: Wallfahrtskir]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Eine friedliche Gegend, unterwegs viele Zeichen der bayrisch-katholischen Frömmigkeit: Wallfahrtskir]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Bairisch bilingual.]]></title>
<link>http://ivarmagazin.wordpress.com/2008/09/01/bairisch-bilingual/</link>
<pubDate>Mon, 01 Sep 2008 14:55:17 +0000</pubDate>
<dc:creator>ivar</dc:creator>
<guid>http://ivarmagazin.wordpress.com/2008/09/01/bairisch-bilingual/</guid>
<description><![CDATA[Wie finde ich das eigentlich, wenn bairisch sprechend aufgewachsene Menschen ihren Kindern als zweit]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Wie finde ich das eigentlich, wenn bairisch sprechend aufgewachsene Menschen ihren Kindern als zweite Muttersprache neben (dialektfreiem) Hochdeutsch lieber Englisch beibringen wollen?<br />
Wie in vielerlei Fragen:<br />
Verstehen: ja.<br />
Gut finden: nein.<br />
Und selber: ?</p>
<p>Ist das die Haltungsperspektive für den Lebensrest?</p>
<p>ET</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Sid-Tiroul isch Boarisch - Boarische Språch]]></title>
<link>http://mazingazeta.wordpress.com/2008/06/26/sid-tiroul-isch-boarisch-boarische-sprach/</link>
<pubDate>Thu, 26 Jun 2008 14:43:33 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mazinga Z</dc:creator>
<guid>http://mazingazeta.wordpress.com/2008/06/26/sid-tiroul-isch-boarisch-boarische-sprach/</guid>
<description><![CDATA[D&#8217; Boarische Språch is a Grubbm vô Dialekte im Südostn vôm Daitschn Språchraum. s&#8217; büide]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://mazingazeta.wordpress.com/files/2008/06/bairischer_sprachraum2.png"><img class="alignnone size-full wp-image-647" src="http://mazingazeta.wordpress.com/files/2008/06/bairischer_sprachraum2.png" alt="" width="450" height="287" /></a></p>
<p><!--more--></p>
<p class="MsoNormal">D&#8217; Boarische Språch is a Grubbm vô Dialekte im Südostn vôm Daitschn Språchraum. s&#8217; büidet zãmm mid &#8216;m Alemannischn und Ostfränkischn dé obadaitschn Mundårtn, wird deswéng à Ostobadaitsch gnãnnt. Mehr åis dé Höiftn vô dé boarisch rédendn Laid wohnan außahåib vô Bayan in Östareich, Südtiroi und dé zimbrischn Språchinsln in Owaitalien.</p>
<p class="MsoNormal"><strong>Südboarisch wird in Nord- Ost- und Südtiroi, Kärntn, in Teiln vô da Staiamårk (vur åim in da Weststeiamårk) und in dé daitschn Språchinsln in Kàrnien grédt. Fåst dé gãnze Steiamårk, dé Såizburga Åipmgaue und &#8217;s Tirola Untalãnd ghern zum Üwagãngsgebiet zwischn Mittl- und Südboarisch. À dés Zàrzarische und &#8217;s Gottschearische san südboarisch gwesn.</strong></p>
<p>http://bar.wikipedia.org/wiki/Boarisch</p>
<p>http://bar.wikipedia.org/wiki/Sidtiroul</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>

</channel>
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