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	<title>bilaterale-vertrage &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/bilaterale-vertrage/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "bilaterale-vertrage"</description>
	<pubDate>Tue, 29 Dec 2009 07:51:59 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Die Schweiz sagt Ja zur Personenfreizügigkeit]]></title>
<link>http://kaffischopp.wordpress.com/2009/02/08/die-schweiz-sagt-ja-zur-personenfreizugigkeit/</link>
<pubDate>Sun, 08 Feb 2009 18:50:12 +0000</pubDate>
<dc:creator>Johannes Lacker</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wenn ich sonst in diesem Blog keine politischen Themen behandele (hier geht&#8217;s schliesslich um ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Wenn ich sonst in diesem Blog keine politischen Themen behandele (hier geht&#8217;s schliesslich um Schweizer Kaffee), hat mich die heutige Befragung der Stimmbürger (=Wähler) in der Schweiz sehr berührt. Von ihr hing ab, ob sich die Schweiz weiter der EU nähert oder einen separatistischen und sich isolierenden Weg einschlägt.</p>
<p>Die Stimmbürger wurden heute zur Ausdehnung der bestehenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Personenfreiz%C3%BCgigkeit" target="_blank">Personenfreizügigkeit</a> mit der EU auf Rumänien und Bulgarien befragt. 59,6% der Wähler haben sich für die Weiterführung und die Ausdehnung ausgesprochen. Wäre es zu einem &#8220;Nein&#8221; gekommen, wären seitens der EU verschiedene Abkommen der Vergangenheit gekündigt worden, da es nach Meinung der EU keine Sonderregelungen der Schweiz für bestimmte Mitgliedsländer der EU geben kann. Alle 27 Länder müssen durch die Schweiz gleich behandelt werden.</p>
<p>Hier nun das vorläufige Endergebnis:<br />
<a href="http://kaffischopp.files.wordpress.com/2009/02/ergebnisse.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-945" title="ergebnisse" src="http://kaffischopp.wordpress.com/files/2009/02/ergebnisse.jpg" alt="ergebnisse" width="468" height="370" /></a></p>
<p><span style="color:#ff0000;"><span style="color:#000000;">Was mich an diesem Ergebnis besonders freut, ist dass die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizerische_Volkspartei" target="_blank">Schweizerische Volkspartei</a> (<a href="http://www.udc.ch/" target="_blank">SVP</a>) mit ihrer <a href="http://kaffischopp.wordpress.com/files/2009/02/svp_raben.jpg" target="_blank">Schwarzen Raben Kampagne</a> keinen Erfolg hatte. Die SVP spielte auf bekannte Vorurteile gegenüber Fremden und der EU an. </span></span></p>
<p><span style="color:#ff0000;"><span style="color:#000000;">Im <a href="http://www.cvpluzern.ch/blog/" target="_blank">Blog</a> der CVP Luzern (Christliche Volkspartei, analog zur deutschen CDU) schreibt Martin Schwegler:</span></span></p>
<blockquote><p>Ist das Wahlvolk &#8220;SVP-müde&#8221;?</p>
<p>Man ist allenthalben überrascht über das klare Ja zur Weiterführung und Ausweitung der Personenfreizügigkeit. Für die SVP wäre laut Aussagen des Präsidenten ein Nein-Anteil von klar über 40% ein Erfolg gewesen. Denn immer, wenn eine politische Partei bei einer Sachfrage über den eigenen Wähleranteil hinaus Stimmen gewinnt, hat sie offenbar mit ihren Anliegen Leute anderer Parteien angesprochen. Jetzt sind es etwas mehr als 40 % &#8211; und die SVP mag sich nicht wirklich freuen. Bei der Abstimmung über die Bilateralen [<em>Verträge mit der EU</em>, KS] ist die Sache nämlich so: Früher war der Anteil der Abstimmenden, welche ihre EU-kritische Haltung mit Nein zu Europavorlagen formulierten meistens grösser. Konkret bedeutet dies, dass die SVP nunmehr auch europakritische Personen anderer Parteien zunehmend schlechter ansprechen kann.</p>
<p>Das klare Ja ist eine ähnliche Überraschung wie damals die Abfuhr, welche die SVP mit ihrer Einbürgerungsinitative erfuhr. Während im Dezember 2007 [<em>bei den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesratswahlen_2007" target="_blank">Bundesratswahlen</a></em>, KS] noch eine breite Unverständnis über die Abwahl <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Blocher" target="_blank">Blochers</a> herrschte, hat sich nun die Stimmung gekehrt. Das Affentheater, das im Nachgang zu dieser Abwahl von der SVP aufgeführt wurde und insbesondere den Umgang mit Frau <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eveline_Widmer-Schlumpf" target="_blank">Widmer-Schlumpf</a> kostete dieser Partei sehr viel Sympathien. Generell stösst die Art und Weise dieses Politisierens offenbar auf verstärkte Ablehnung. Meiner Ansicht nach wächst der Anteil derjenigen, die aus Prinzip gegen das Stimmen, was die SVP sagt, egal um was es geht. In diesem Sinne kann eine gewisse “SVP-Müdigkeit” konstatiert werden.</p></blockquote>
<p>Ich danke Marci, Miriam, Tanja, Alfons, Roger, Hannes und Martin für ihr JA. Danke, dass Ihr auf die Angstmacherei und den platten Populismus der SVP nicht hereingefallen seit.</p>
<p>Johannes Lacker</p>
<p>P.S.: Eine Artikel zur Vorgeschichte dieser Abstimmung und den angekündigten Konsequenzen der EU bei einem Nein finden Sie bei <a href="http://www.blogwiese.ch/archives/1042" target="_blank">Blogwiese.ch</a>. <span style="color:#ff0000;"><span style="color:#000000;">Ein nettes Online-Spielchen, um es den Herren der SVP heimzuzahlen, ist der <a href="http://www.rabenpick.ch/" target="_blank">Rabenpick</a>.</span></span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Bericht des SECO zur Personenfreizügigkeit mit der EU]]></title>
<link>http://wanderarbeiter.wordpress.com/2008/04/25/bericht-des-seco-zur-personenfreizugigkeit-mit-der-eu/</link>
<pubDate>Fri, 25 Apr 2008 12:38:52 +0000</pubDate>
<dc:creator>wanderarbeiter</dc:creator>
<guid>http://wanderarbeiter.wordpress.com/2008/04/25/bericht-des-seco-zur-personenfreizugigkeit-mit-der-eu/</guid>
<description><![CDATA[Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco, des Bundesamtes für Mi]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Staatssekretariats für Wirtschaft Seco, des Bundesamtes für Migration<br />
(BFM) sowie des Bundesamtes für Statistik (BFS) analysiert laufend die Auswirkungen der Personenfreizügigkeit mit der EU15/Efta auf den Schweizer Arbeitsmarkt. Diese Beobachtungen werden einmal pro Jahr in einem Bericht veröffentlicht, wobei der dritte Bericht, welcher die Erfahrungen der Periode vom 1. Juni 2002 bis zum 31. Dezember 2006 zusammenfasst, nun vorliegt (siehe <a href="http://wanderarbeiter.files.wordpress.com/2008/04/seco_personenfreizugigkeit.pdf">pdf-Dokument</a>).</p>
<p>Die Einleitung zieht eine durchwegs positive Bilanz, so auch die Gesamteinschätzung zum Schluss des Berichts. Dazwischen tun sich aber Abgründe auf, welche die Frage aufwirft, wie man überhaupt zu einer positiven Bilanz kommen kann.</p>
<p>Zuerst wird mal gesagt, dass man nicht weiss wieviele Schweizer in den EU-Efta Raum auszogen. Obwohl sich jeder der dies tut bei seiner Einwohnerkontrolle abmelden muss (um auch eventuell Steuern nachzuzahlen), hat man diese Zahlen nie zusammengetragen. Gerade die Möglichkeit der Auswanderung war ein starkes Argument für das Personen-Freizügigkeitsabkommen, dass man nun aber verpasst dies während der provisorischen Einführung zu evaluieren ist inakzeptabel (siehe auch <a href="http://wanderarbeiter.wordpress.com/2008/04/04/die-umsetzung-der-bilateralen-vertragen-mit-der-eu/">&#8220;Die Umsetzung der bilateralen Vertraege mit der EU&#8221;</a>).</p>
<p>Vergleich zu den Schweizern stieg die Erwerbsquote, zwischen dem zweiten Quartal 2003 und dem zweiten Quartal 2006, bei den EU-Angehörigen in der Schweiz um mehr als das Dreifache an. Obwohl die Erwerbsquote der EU-Bürger viel stärker Anstieg als diejenige der Schweizer, kommt das Seco zum Schluss, dass keine Schweizer Berufstätige verdrängt wurden. Aufgrund welcher Fakten sie zu diesem Schluss kommen bleibt uns das Seco schuldig. Es wird wiederholt darauf verwiesen, dass die Einwanderung von Spezialisten aus dem Ausland wichtig sei und der Schweiz nütze (siehe auch </a><a href="http://wanderarbeiter.wordpress.com/2008/04/15/die-krux-mit-den-spezialisten/">&#8220;Die Krux mit den Spezialisten&#8221;</a>). Der positive Wanderungssaldo, der ersten vier Jahre nach Inkrafttreten des Freizügigkeitsabkommens, war zu 36 Prozent aufgrund von Portugiesen. Interessant, dass gerade dieses Volk dem Seco-Typ des gut ausgebildeten Spezialisten so gut entspricht, hätten wahrscheinlich die meisten sonst eher auf Nordeuropäer getippt.</p>
<p>Weiter kommt der Bericht zum Schluss, dass der Nominallohn nur moderat anstieg (0.9% und 1.4%). Zum Reallohn wird nichts gesagt, da dieser zurückging. Sogleich wird gesagt, dass der Zusammenhang dieser enttäuschenden Zahl und dem Freizügigkeitsabkommen nicht ersichtlich sei, um gleich nachzuschieben, dass eine Lohneinbusse volkswirschaftlich auch gesund sein könne, wodurch das Freizügigkeitsabkommen eben doch etwas gutes habe (sic!). Siehe dazu auch <a href="http://wanderarbeiter.wordpress.com/2008/03/31/stimmte-der-stimmburger-bewusst-einem-tieferen-zukunftigen-einkommen-zu/"> &#8220;Stimmte der Stimmbuerger bewusst einem tieferen zukuenftigen Einkommen zu?&#8221;</a>.</p>
<p>Im Jahr 2005 wurden bei 31&#8242;000 Arbeitnehmern Stichproben-Kontrollen auf Einhaltung der flankierenden Massnahmen durchgeführt. Bei jeder siebten Stichprobe bestand Verdacht auf eine illegale Lohnunterschreitung. Dem Verdacht wurde schliesslich nicht weiter nachgegangen, denn, wie es weiter heisst, wurde mit den Unternehmen eine Einigung erzielt. Damit scheint sich diese Sache auch erledigt zu haben.</p>
<p>Was der SECO Bericht nicht sagt ist, dass es Bundesvorgaben über die Anzahl der Kontrollen, bei Branchen ohne Gesamtarbeitsvertrag, gibt. Diese Zahl wird in einzelnen Kantonen nicht eingehalten, da man lieber spart und die dafür notwendigen Beamtenstellen im Budget nicht berücksichtigt (20Minuten vom 11.10.07), was aber keine Sanktionen des Bundes gegenüber den fehlbaren Kantonen mit sich zieht.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Die Umsetzung der bilateralen Verträgen mit der EU]]></title>
<link>http://wanderarbeiter.wordpress.com/2008/04/04/die-umsetzung-der-bilateralen-vertragen-mit-der-eu/</link>
<pubDate>Fri, 04 Apr 2008 09:32:54 +0000</pubDate>
<dc:creator>wanderarbeiter</dc:creator>
<guid>http://wanderarbeiter.wordpress.com/2008/04/04/die-umsetzung-der-bilateralen-vertragen-mit-der-eu/</guid>
<description><![CDATA[Die ersten und zweiten bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der damaligen EU bestanden aus ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Die ersten und zweiten bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und der damaligen EU bestanden aus einem ganzen Bündel aus Massnahmen und Regeln. Einige waren umstritten (Personenfreizügigkeit), andere weniger. Zu den kaum kritisierten Verträgen gehörte ein Abkommen zum Flugverkehr. Nach dem Untergang der Swissair und deren Wiederaufstehung als Deutsche Gesellschaft blieb die Relevanz dieses Dossiers äusserst kurzfristig. Das Abkommen regelt den Zugang schweizerischer Fluggesellschaften zum liberalisierten europäischen Luftverkehrsmarkt. Dadurch, so wurde uns gesagt, verbessere sich die weltweite Wettbewerbsposition schweizerischer Fluggesellschaften. Auch sei damit keine Genehmigungen für Flugrouten mehr nötig. In Anbetracht der Thematik des aufgezwungenen Südanfluges auf den Flughafen Zürich-Kloten scheint dies aber nicht wirklich umgesetzt zu sein.</p>
<p>Ein weitere unumstrittenes Dossier war das Forschungsabkommen mit der EU. Es sollte bessere Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Forschungsbereich schaffen. Es können schweizer Forscher leichter an EU finanzierter Forschung teilhaben und auch deren führende Rolle übernehmen. Mehrere Jahre nach in Kraft treten dieser Regel unterzeichnete Bundesrat Pascal Couchepin erneut ein Dossier, welches eben dies regelt. Leider ging dies unter in der Medienberichterstattung. In einem kleinen Bericht zu dieser Angelegenheit fragte sich die NZZ, &#8220;was man mit den bilateralen Verträgen seinerseits eigentlich unterzeichnet habe?&#8221;.</p>
<p>Es bleibt das ungute Gefühl, dass man Verträge unterzeichnet, welche innert kurzer Zeit vom politischen Wandel ausser Kraft gesetzt werden und oft neu verhandelt werden (diesmal ohne das Volk) und deswegen bedeutungslos sind. Ein solches Beispiel liefert die Zollfrei-Strasse für Deutschland in Basel: In einer Zeit wirtschaftlicher Annäherung zwischen Deutschland und der Schweiz, in der Handelshemmnisse und Zölle abgebaut werden, drängt Deutschland auf den Bau einer Zollfrei-Strasse, damit Deutsche, welche die Schweiz durchqueren wollen, nicht mit Zollformalitäten belästigt werden. Um den Bau durchzuboxen, macht sie Verträge aus dem Jahre 1977 geltend, worauf die Schweiz einsteigt und die schönste, und wertvollste Naherholungsanlage Basels preis gibt: 110 über hundert Jahre alte Bäume werden gefällt um quer über Rhein und Naturgebiet eine 4,1 Kilometer lange Strasse zu legen, welche dem Deutschen einen Zeitgewinn von fünf bis sieben Minuten bringen. War das Ziel der bilateralen Verträgen nicht sowieso der Abbau von jeglichen Zöllen und Handelshemmnissen? Mit der Unterzeichnung des Schengener Abkommens würde der grenzüberschreitenden Reiseverkehr durch den Abbau systematischer Personenkontrollen an der Grenze erleichtert, hiess es. Wieso braucht es dann noch eine Zollfrei-Strasse? Sollte, gemäss Definition, nicht jede Strasse innerhalb des EU/EFTA-Raumes zukünftig eine Zollfrei-Strasse sein?</p>
<p>Ausserdem hat Schengen zum Ziel die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Polizei und Justiz zu stärken. Es ermöglicht der Schweiz den Zugang zum Europäischen Fahndungssystem. Eigenartig ist in diesem Zusammenhang dass deutsche Verkehrssünder in der Schweiz meist noch ungebüsst davon kommen.</p>
<p>Ende Mai 2007 wurde ein algerischer Asylbewerber, welcher in Erstfeld zwei Leute mit einem Messer tötete und seither auf der Flucht ist, in Deutschland bei einem Diebstahl gefasst und nach kurzer Haft wieder frei gelassen, da den Deutschen Behörden nicht bekannt war, dass dieser gesucht wird. In der Abstimmungspropaganda zum Schengener Abkommen hiess es: &#8220;Wichtig für die Schweiz ist der Anschluss an das Schengen Informationssystem (SIS), die europaweite elektronische Fahndungsdatei. Diese hat sich als effizientes Mittel im Kampf gegen grenzüberschreitendes Verbrechen (wie beispielsweise Schleppertum, Menschen-, Drogen- und Waffenhandel) bewährt. Der rasche computergestützte Informationsaustausch erhöht die Wirksamkeit von Kontrollen und entsprechend auch die Fahndungserfolge bei internationalen Ausschreibungen.&#8221;</p>
<p>Eine Erklärung gab der Bundesrat im Mai selben Jahres ab: Es gab, entgegen den Abmachungen, nie eine Anbindung an das elektronische Europäische Fahndungssystem. Die Mitbenützung der Eidgenossen am SIS scheiterte an technischen Problemen. Diese Erkenntnis fehlte noch im Abstimmungskampf und reifte erst Jahre nach Unterzeichnung der Verträge. Gemäss bundesrätlichen Angaben ist an eine Anbindung auch in den nächsten Jahren nicht zu denken. Die Schweiz kann sich jedoch an einem alternativen elektronischen Mini-Fahndungssystem (?) beteiligen. Dies hat Kosten im tiefen dreistelligen Millionenbereich zur Folge mit unklaren Auswirkungen über den Nutzen.</p>
<p>Im zürcherischen Wetzikon wurde Ende September 2007 ein Taxifahrer von einem 53-jährigen Mann erstochen. Der Täter war wenige Tage zuvor aus dem Fürsorgerischen Freiheitsenzug entlassen worden, obwohl er wegen Gefährdung der Bevölkerung zur Verhaftung ausgeschrieben war. Der Richter, welcher die Freilassung anordnete hatte keinen Zugriff auf das Informationssystem der Polizei und wusste folglich nicht, dass der zu Beurteilende polizeilich gesucht wird. Er machte auch keine derartigen Kontrollen und sagt aus, dass es &#8220;nicht zum Standardprozedere gehöre, bei der Polizei nachzufragen, ob jemand zur Verhaftung ausgeschrieben sei&#8221;.<br />
Die psychiatrische Klinik, wo der spätere Täter einsass wusste ebenfalls nicht, dass ihr Insasse zur Verhaftung ausgeschrieben war, ansonsten hätte dies auch der Zivilrichter erfahren. Der verantwortliche Staatsanwalt teilte mit, dass ein solcher Informationsfluss zwischen Polizei und Psychiatrie nicht vorgesehen sei.<br />
Dieser Fall zeigt, dass es kein funktionierendes Fahndungs- und Informationssystem innerhalb der Schweiz, und wohl auch innerhalb anderer EU-Staaten, gibt. Eine Anbindung an ein Gesamt-Europäisches System kann aber bloss erfolgreich sein, wenn auch die lokalen Komponenten ihre Dienste tadellos erbringen. Der Wunsch nach einem effizienten Gesamteuropäischen Fahndungssystem war ein Wunschdenken, welches an der Realität elendlich scheitert. Ein Blick auf das eigene, schweizerische System, hätte diese Einsicht bereits vor der Abstimmung über das Schengener Abkommen schonungslos geliefert.</p>
<p>Ähnlich kompliziert wie mit dem Schengener- wird mit dem Personenverkehrsabkommen verfahren. Dieses wird nach zwölf Jahren verwirklicht und anfänglich auf 7 Jahre Gültigkeit abgeschlossen. Ohne gegenteilige Entscheidung der Parteien wird es dann auf unbestimmte Zeit verlängert, bleibt jedoch kündbar. Für die Schweiz eine einmalige Chance, etwas unverbindlich zu testen. Nur, um zu testen muss auch evaluiert werden, was bislang vernachlässigt wurde. Nie wurde auch nur im geringsten Masse etwas zu den Auswirkungen seriös untersucht. Wie sollen wir uns eine Meinung zu den Auswirkungen machen und entscheiden, ob wir so weiterfahren wollen, wenn wir im Blindflug über die Angelegenheit hinweg rasen?</p>
<p>Zwar gab es Dokumentationen zu den Folgen. Diese waren aber nie seriös sondern meist von Personalvermittlern erstellt, welche ihr verkehrtes, eigenes Interesse haben. Leider wurden diese Berichterstattungen von den Medien unkritisch und uneditiert übernommen. In den Zeitungen liest man Sätze wie: &#8220;durch über 170 tausend Deutschen Arbeitnehmer in der Schweiz wurde kein Schweizer verdrängt&#8221;. Das klingt gut, nur woher stammt diese Erkenntnis? Wie kann man zu diesem Schluss kommen? Wie werden Zahlen erfasst zu Fällen, wo Personen eine Stelle nicht besetzen können, weil sie verdrängt werden und danach eine weniger attraktive Stelle antreten?</p>
</div>]]></content:encoded>
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