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	<title>biopolitik &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/biopolitik/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "biopolitik"</description>
	<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 21:05:14 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Widerstand.com !  (Doku von Arte)]]></title>
<link>http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/10/11/widerstand-com/</link>
<pubDate>Sun, 11 Oct 2009 12:27:16 +0000</pubDate>
<dc:creator>sekobach</dc:creator>
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<description><![CDATA[Überall in der Welt werden heute Stimmen laut, die vor einer Einschränkung der persönlichen Freiheit]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><span style='text-align:center;display:block;'><object width='400' height='330' type='application/x-shockwave-flash' data='http://video.google.com/googleplayer.swf?docId=-3713297082595827891'><param name='allowScriptAccess' value='never' /><param name='movie' value='http://video.google.com/googleplayer.swf?docId=-3713297082595827891'/><param name='quality' value='best'/><param name='bgcolor' value='#ffffff' /><param name='scale' value='noScale' /><param name='wmode' value='window'/></object></span></p>
<p>Überall in der Welt werden heute Stimmen laut, die vor einer Einschränkung der persönlichen Freiheit des Menschen durch moderne Überwachungstechnologien warnen. Globalisierungsgegner, Anarchisten mit Hang zu zivilem Ungehorsam und fortschrittsfeindliche Ex-Hippies treten hier ebenso in Erscheinung wie begabte junge Hacker und Menschen, die an eine weltweite Verschwörung glauben. Sie alle vereint der Kampf gegen Verfolgungs- und Registrierungstools. Verantwortungsbewusste Bürgerinitiativen setzen sich zur Wehr!</p>
<p>In Paris steht der Verein &#8220;<a href="http://souriez.info/" target="_blank">Souriez vous êtes filmés</a>&#8221; (&#8220;Bitte lächeln, Sie werden gefilmt&#8221;) all denjenigen offen, die die technologische Entwicklung zum Überwachungsstaat aufhalten wollen. Der Verein fordert die Entfernung von Überwachungskameras. Im Film werden Aktivisten beim Abdecken von Kameras gezeigt.<br />
Ebenfalls in Paris zeugen die &#8220;<a href="http://www.bigbrotherawards.org/" target="_blank">Big Brother Awards</a>&#8221; von ähnlichem Widerstandsgeist: Alljährlich werden fünf Preise an Personen oder Unternehmen verliehen, die für besonders gravierende Eingriffe in die Freiheitsrechte verantwortlich sind. Jean Marc Manach, einer der Organisatoren der Zeremonie, spricht über die Entstehung der Bewegung und stellt seine Mitstreiter vor.<br />
Die Mitglieder der Berliner Gruppe &#8220;<a href="http://www.quintessenz.org/" target="_blank">Quintessenz</a>&#8221; bezeichnen sich selbst als &#8220;Hacktivisten&#8221;. Sie zeigen, wie man sich in ein Videoüberwachungssystem der Polizei einhacken und ein ganzes Kameranetz lahm legen kann. Mit einem Satellitenempfänger fangen sie Kamerabilder ab. Warum tun sie das? Um &#8220;Big Brother&#8221; keine Chance zu lassen.<br />
In Berlin befindet sich auch der &#8220;<a href="http://ccc.de" target="_blank">Chaos Computer Club</a>&#8220;, das bekannteste Netzwerk &#8220;harmloser&#8221; Hacker. Im Januar 2006 lüfteten sie das Herstellungsgeheimnis des ersten &#8220;RFID-Killers&#8221;, genannt RFID-ZAPPER. Jeder kann fortan ganz einfach ein kleines Gerät herstellen, das durch ein elektromagnetisches Feld Mikrochips zerstört. Nach Auffassung der Clubmitglieder werden RFID-Tags in unserem Leben bald allgegenwärtig sein. Es war daher höchste Zeit, ein Verfahren zur Ausschaltung dieser &#8220;Spione&#8221; zu entwickeln.<br />
In Los Angeles wurde Ian Clarke bereits als genialer Erfinder von &#8220;<a href="http://freenetproject.org/" target="_blank">Freenet</a>&#8221; zur Legende: Es handelt sich um eine 100 % verschlüsselte und vollständig anonyme Alternative zum Internet. Obwohl es noch recht wenig bekannt ist, soll dieses &#8220;Darknet&#8221; bereits zwei Millionen Nutzer angezogen haben. Der gebürtige Ire Ian Clarke, ein Fachmann für künstliche Intelligenz, tritt vor allem gegen die Kontrolle des Internets ein: &#8220;Eine Demokratie stützt sich auf ihre Wähler, um die Regierung zu legitimieren. Doch wenn die Regierungen kontrollieren können, welche Informationen die Wähler erreichen, dann wird die Demokratie verfälscht. Auf Freenet findet man z.B. Freesites von chinesischen Regimegegnern, geheime Handelsabkommen der Scientology-Kirche, Enthüllungen über das elektronische Wahlsystem Diebold in den Vereinigten Staaten usw.&#8221; Im Hintergrund überwachen Dutzende Riesenantennen wie gigantische Ohren pausenlos den E-Mail-Verkehr in der ganzen Welt.<br />
Der Film zeigt Beispiele für individuellen und kollektiven Widerstand, wobei jeweils eine besonders charakteristische Aktion oder Kampagne im Vordergrund steht.&#8221;Resistant.Com&#8221; versteht sich als filmisches Manifest und stellt sich bewusst auf die Seite der Opponenten. Auch in der Machart des Films kommt der Kampf gegen die allgegenwärtige Überwachungsmacht zum Ausdruck. Die Regieführung macht deutlich, dass die Aktivisten gewollt im &#8220;Untergrund&#8221; operieren. Kontrapunktisch dazu stehen die wie Laborversuche anmutenden nachgestellten Widerstandsaktionen. (<a href="http://www.arte.tv/de/Wir-werden-alle-uberwacht_21/1586188.html#" target="_blank">Quelle</a>)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Rette deine Freiheit]]></title>
<link>http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/09/14/rette-deine-freiheit/</link>
<pubDate>Mon, 14 Sep 2009 09:35:34 +0000</pubDate>
<dc:creator>sekobach</dc:creator>
<guid>http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/09/14/rette-deine-freiheit/</guid>
<description><![CDATA[Alexander Lehmann, der Produzent des &#8220;Du bist Terrorist&#8221; Spots, hat einen neuen interess]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Alexander Lehmann, der Produzent des <a href="http://www.youtube.com/watch?v=SGD2q2vewzQ&#38;feature=channel" target="_blank">&#8220;Du bist Terrorist&#8221; Spots</a>, hat einen neuen interessanten Clip veröffentlicht. Diesmal beschäftigt er sich satirisch mit der Beschneidung der Freiheitsrechte insbesondere durch die CDU. Er ist wieder sehr gelungen und wird hoffentlich ähnlich erfolgreich viral verbreitet wie sein Vorgänger. Der Titel lautet <a href="http://www.rettedeinefreiheit.de/" target="_blank">&#8220;Rette deine Freiheit&#8221;</a>:</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/OwrMroEiHj0&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/OwrMroEiHj0&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Freiheit statt Angst - Kunst statt Kommerz - Bildung statt Beschulung]]></title>
<link>http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/08/15/freiheit-statt-angst-kunst-statt-kommerz-bildung-statt-beschulung/</link>
<pubDate>Sat, 15 Aug 2009 18:33:51 +0000</pubDate>
<dc:creator>sekobach</dc:creator>
<guid>http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/08/15/freiheit-statt-angst-kunst-statt-kommerz-bildung-statt-beschulung/</guid>
<description><![CDATA[Update: Hier noch ein sehr gut gemachter Clip über die Piratenpartei:]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:center;"><img class="aligncenter" src="http://de.freedomnotfear2009.org/wp-content/upload_de/fnf09-logo_1.png" alt="" width="300" height="298" /></p>
<p style="text-align:left;">
<p style="text-align:left;">
<p style="text-align:left;">
<p style="text-align:center;"><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/W00c5djONLc&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/W00c5djONLc&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p style="text-align:center;"><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/JqF0AeG8KXo&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/JqF0AeG8KXo&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p><img class="aligncenter" src="http://www.schulaction.org/files/pictures/schuelerdatei-flyer.jpg" alt="" width="475" height="345" /></p>
<p style="text-align:center;"><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/Fkf3NNIYPJo&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/Fkf3NNIYPJo&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p style="text-align:center;"><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/3a6TLSIC8bA&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/3a6TLSIC8bA&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p style="text-align:center;"><img class="aligncenter" src="http://wiki.piratenpartei.de/images/f/f1/Idee3.jpg" alt="" width="229" height="321" /></p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#3366ff;"><strong>Update:</strong> </span>Hier noch ein sehr gut gemachter Clip über die Piratenpartei:</p>
<p style="text-align:justify;"><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/M9QstVc-1Dg&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/M9QstVc-1Dg&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p style="text-align:center;">
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Machtstruktur - Mapping: Globale Biopolitik (4)]]></title>
<link>http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/07/27/machtsstruktur-mapping-globale-biopolitik-4/</link>
<pubDate>Mon, 27 Jul 2009 00:19:26 +0000</pubDate>
<dc:creator>sekobach</dc:creator>
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<description><![CDATA[Hier nun der vierte und abschließende Teil der Serie über die Machtstrukturkarten der Universite Tan]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;"><a href="http://blogpoliteia.wordpress.com/files/2009/03/surveillance1.pdf"><img class="alignright size-medium wp-image-1343" title="überwachung" src="http://blogpoliteia.wordpress.com/files/2009/07/uberwachung.jpg?w=300" alt="überwachung" width="256" height="187" /></a>Hier nun der vierte und abschließende Teil der Serie über die Machtstrukturkarten der Universite Tangente btw. des Bureau d&#8217;Etudes. Klicke hier: <a href="http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/06/08/machtstruktur-mapping-globale-biopolitik-1/" target="_blank">1</a>, <a href="http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/06/10/machtstruktur-mapping-globale-biopolitik-2/" target="_blank">2</a>, <a href="http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/07/26/machtstruktur-mapping-globale-biopolitik-3/" target="_blank">3</a> für die vorangehende Teile. Zum Abschluss der Serie möchte ich eine Karte präsentieren, die sich mit den Identifikations-, Überwachungs- und Datenerfassungsystemen beschäftigt. Sie ist nicht so detailliert wie die voran gehenden Karten, bietet aber aufgrund zahlreicher Hintergrundinformationen einen Einstieg in die Thematik. Hier werden Unternehmen wie Siemens und die von ihnen entwickelten Erfassungssysteme vorgestellt und verknüpft mit den Staaten und Geheim- und &#8220;Sicherheits&#8221;diensten, die sie benutzen. Hier wird sicher kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben, aber für mich sind nahezu sämtlichen Informationen neu.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://blogpoliteia.wordpress.com/files/2009/03/wordlgovmap.pdf"><img class="size-medium wp-image-1344 alignleft" title="weltregierung3" src="http://blogpoliteia.wordpress.com/files/2009/07/weltregierung3.jpg?w=300" alt="weltregierung3" width="300" height="215" /></a>Die Serie abrunden sollen 2 Karten, die sich wieder, wie schon eine Karte zu Beginn, mit einer &#8220;Weltregierung&#8221; auseinander setzen. Besonders ans Herz legen möchte ich die erste der beiden Karten. Zum einen ist sie äußerst detailliert und zum anderen trennt sie verschiedene Ebenen: So wird zwischen verschiedenen Komplexen unterschieden, wie etwa dem Komplex der Geheimdienste und Geheimgesellschaften, dem Finanzkomplex oder auch dem staatlich kontrollierten Komplex. Besonders die Pyramide des Geheimdienstkomplexes empfinde ich als außergewöhnlich gelungen und sie umfasst neben solchen allgemein bekannteren Gesellschaften wie Skull &#38; Bones und den Bilderbergern, auch weniger bekannte Organisationen wie den Malteserorden oder die Pilgrims Society (siehe zu beiden den Bereich <a href="http://blogpoliteia.wordpress.com/organisationengruppe/" target="_blank">Organisationen</a>). Auch verschieden Kartelle werden aufgeführt und die Beteiligungen einflussreicher Familien dargestellt. So bietet die Karte genug Material für ein stundenlanges Studium. Dem ein oder anderen Infokrieger werden dabei bekannte Namen unterkommen, aber  es werden auch viele neue Erkenntnisse erlangt werden können.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://blogpoliteia.wordpress.com/files/2009/03/world-gov3.pdf"><img class="alignright size-medium wp-image-1346" title="weltregierung2" src="http://blogpoliteia.wordpress.com/files/2009/07/weltregierung21.jpg?w=300" alt="weltregierung2" width="288" height="207" /></a>Die letzte Karte visualisiert mehr die finanziellen Verflechtungen von Banken, Fonds und Unternehmen. Auch sie ist nicht vollständig, doch lohnt sich ein Blick allemal. Allgemein bleibt zu sagen, dass ich davor warne, mit Hilfe solcher Modelle, die zwangsläufig die Komplexität der Realität reduzieren, alles erklären zu wollen. Diese Gruppierungen haben nicht alles unter Kontrolle und gesellschaftliche Kräfteverhältnisse werden stets neu ausgelootet. Um diese jedoch besser einschätzen zu können, sind die von mir in dieser Serie vorgestellten Werke sehr hilfreich. Sie werfen Fragen nach der demokratischen Verfasstheit unser Gesellschaft auf und lassen den Beobachter Vorgänge unter der Oberfläche der (Partei)Politik genauer verstehen und machen es möglich Chancen und Risiken gesellschaftlicher  Interventionen besser einzuschätzen. Das solche möglichst kämpferischen Interventionen aber notwendig sind um Rechte zu erkämpfen und ein menschenwürdigeres Leben für viele zu erreichen, scheint eindeutig..</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Machtstruktur - Mapping: Globale Biopolitik (3)]]></title>
<link>http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/07/26/machtstruktur-mapping-globale-biopolitik-3/</link>
<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 20:20:49 +0000</pubDate>
<dc:creator>sekobach</dc:creator>
<guid>http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/07/26/machtstruktur-mapping-globale-biopolitik-3/</guid>
<description><![CDATA[Die jüngste Aufmerksamkeit durch die Verlinkung meines Beitrages über die Sauerlandgruppe auf der St]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;"><a href="http://blogpoliteia.wordpress.com/files/2009/03/biopolice_prisons.pdf"><img class="size-medium wp-image-1130 alignleft" title="prison_industrial_complex" src="http://blogpoliteia.wordpress.com/files/2009/06/prison_industrial_complex1.jpg?w=300" alt="prison_industrial_complex" width="300" height="210" /></a> Die jüngste Aufmerksamkeit durch die Verlinkung meines Beitrages über die Sauerlandgruppe auf der Startseite von Infokrieg.tv, möchte ich dazu nutzen meine 4-teilige Serie über die Globale Biopolitik zu vollenden. Dabei handelt es sich um die Vorstellung von Machtstrukturkarten, herausgegeben von der <a href="http://utangente.free.fr/index2.html" target="_blank">Universite Tangente</a> bzw. dem <a href="http://bureaudetudes.free.fr/act.html" target="_blank">Bureau d&#8217;Etudes</a>, die sich mit den globalen Akteuren beschäftigten, die hinter den Überwachungs- und Kontrollinstitutionen stehen. Nach dem <a href="http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/06/08/machtstruktur-mapping-globale-biopolitik-1/" target="_blank">im ersten Teil</a> eine  Karte <a href="http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/06/08/machtstruktur-mapping-globale-biopolitik-1/" target="_blank">über die Weltregierung</a> und eine Einführungskarte über die Biopolitik vorgestellt wurden, beschäftigte sich die Karten des <a href="http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/06/10/machtstruktur-mapping-globale-biopolitik-2/" target="_blank">zweite Teils</a> konkreter mit den internationalen Überwachungs- und Kontrollsystemen. Genauer mit den Systemen der Überwachung und mit den diesen zugrunde liegenden Einflussnetzwerken.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;"><a href="http://blogpoliteia.wordpress.com/files/2009/03/prison.pdf"><img class="size-medium wp-image-1131 alignright" title="prison_industrial_complex2" src="http://blogpoliteia.wordpress.com/files/2009/06/prison_industrial_complex2.jpg?w=300" alt="prison_industrial_complex2" width="300" height="221" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">Hier nun der dritte Teil  der Serie über die globale Biopolitik. Diesmal im Fokus: Der von den Machern der Karten so getaufte &#8220;gefängnis-industrielle Komplex&#8221;. Dabei gehört eine Karte speziell in die Serie der Biopolitik, während die andere Karte mehr eine Rohfassung der ersten darstellt. Den Gefängnissen in Frankreich wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt, aber auch dide Situation in anderen Ländern wird angeschnitten. Interessant sind diese Werke besonders deswegen, weil sie sich einem sonst stark vernachlässigten Thema widmen, da Insassen von Gefängnissen im Allgemeinen von der Gesellschaft abgeschieden sind (das ist wohl der Zweck von Gefängnissen), hier aber die gleichen Unternehmen überwachen, die das gleiche Geschäft auch in anderen gesellschaftlichen Institutionen wie Universitäten, Betrieben oder Schulen betreiben. Die Ausbeutung der Arbeitskraft wird in Gefängnissen ungleich härter forciert und erklärt auch den Titel der Karten (wer beispielsweise bei der Firma <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Wackenhut" target="_blank">Wackenhut</a> keine Gänsehaut bekommt, dem ist kaum zu helfen).</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Abschließend lässt sich sagen, dass das Gefängnis das Vorbild und Versuchsfeld  totalitärer Kontrolle darstellt. Empfohlen zur Lektüre sei an dieser Stelle Foucaults, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Überwachen_und_Strafen" target="_blank">Überwachen und Strafen</a>, hier besonders das darin enthaltene Kapitel zum Konstrukt des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberwachen_und_Strafen#Panoptikum" target="_blank">Panoptikums</a>, dem alles sehenden Auge&#8230;.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Machtstruktur - Mapping: Globale Biopolitik (2)]]></title>
<link>http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/06/10/machtstruktur-mapping-globale-biopolitik-2/</link>
<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 06:51:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>sekobach</dc:creator>
<guid>http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/06/10/machtstruktur-mapping-globale-biopolitik-2/</guid>
<description><![CDATA[Hier nun eine Karte über die Systeme der Biopolitik (zum ersten Teil über globale Biopolitik geht es]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align:justify;">Hier nun eine Karte über die Systeme der Biopolitik (zum ersten Teil über globale Biopolitik geht es <a href="../2009/06/08/machtstruktur-mapping-globale-biopolitik-1/" target="_blank">hier</a>.) Inhalt sind in erster Linie Identifikations- und Überwachungssysteme, sowie Datenbanken. Einige der darin aufgeführten Unternehmen, Behörden oder Datenbanken, die diese Infrastruktur geschaffen haben, sind wohl allseits bekannt, wie etwa <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Verisign" target="_blank">VeriSign</a>, der BND oder Europol, die meisten allerdings sind für mich neu. Die Karte ist zwar weder vollständig noch brandaktuell, allerdings vermittelt sie mindestens einen Einblick in die Strukturen und lädt zur weiteren Recherche ein. Der Fokus liegt ein wenig auf Frankreich, da die Macher aus Frankreich sind, aber auch andere Regionen kommen nicht zu kurz:</div>
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align:justify;">
<dl class="wp-caption aligncenter">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://blogpoliteia.files.wordpress.com/2009/03/biopolice_systems.pdf"><img class="size-medium wp-image-1057" title="biopolitik_systeme_klein" src="http://blogpoliteia.wordpress.com/files/2009/06/biopolitik_systeme_klein.jpg?w=300" alt="biopolitik_systeme_klein" width="300" height="210" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Für die PDF-Datei, bitte die Karte anklicken</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align:justify;">Das Bureau d&#8217;etudes bietet auch eine Karte in der die Einflussnetzwerke des globalen Governance vorstellt. Zwar wird hier auf Infrastrukturen zur Biopolitik nur am Rande eingegangen (beispielsweise über die &#8220;American Society of Human Genetics&#8221;), aber die Finanzunternehmen und ihre Anteile besonders an solchen Unternehmen, die Systeme zur Biopolitik betreiben werden aufgeführt mitsamt ihren Verflechtungen zu verschiedenen Staaten, Familien und Geheimgesellschaften etc. Daher sollte diese Karten zusammen gelesen werden:</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align:justify;">
<dl class="wp-caption aligncenter">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://blogpoliteia.wordpress.com/files/2009/03/biopolice_networks.pdf"><img class="size-medium wp-image-1061" title="biopolitik_netzwerke_klein" src="http://blogpoliteia.wordpress.com/files/2009/06/biopolitik_netzwerke_klein.jpg?w=300" alt="biopolitik_netzwerke_klein" width="300" height="195" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Für die PDF-Datei, bitte die Karte anklicken</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Zum dritten Teil der Serie geht es <a href="http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/07/26/machtstruktur-mapping-globale-biopolitik-3/" target="_blank">hier</a>.</p>
<p style="text-align:center;">
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Machtstruktur - Mapping: Globale Biopolitik (1)]]></title>
<link>http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/06/08/machtstruktur-mapping-globale-biopolitik-1/</link>
<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 20:29:01 +0000</pubDate>
<dc:creator>sekobach</dc:creator>
<guid>http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/06/08/machtstruktur-mapping-globale-biopolitik-1/</guid>
<description><![CDATA[Ein entscheidender Anlaß für mich, sich eingehender mit diskreten und elitären Clubs auseinanderzuse]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;"><img class="alignleft" src="http://utangente.free.fr/2004/wg2004pet.gif" alt="" width="151" height="108" />Ein entscheidender Anlaß für mich, sich eingehender mit diskreten und elitären Clubs auseinanderzusetzen,  war meine Entdeckung der atemberaubenden <a href="http://blogpoliteia.wordpress.com/downloads/" target="_blank">Karte über die Weltregierung</a> der <a href="http://utangente.free.fr/index2.html" target="_blank">Universite Tangente</a>. Diese, wie auch die anderen von dieser offensichtlich autonom-libertären Assoziation produzierten Karten, sind höchst aufschluss- und erkenntnisreich. Sie verknüpfen mehrere Ebenen handelnder Akteure wie etwa Staaten, Think Tanks, Konzerne und Geheimgesellschaften auf eine ästhetische ansprechende Weise und transportieren eine Vielzahl an wichtigen Informationen. Notwendige Kritik am Kapitalismus, dem Staat und der Ruling Elite wird so visuell erfahrbar ohne notwendigerweise zu sehr verkürzt zu werden. Gute Gründe also, warum einige der Karten in unserer Downloadrubrik zu finden sind, vor allem, da sie bislang noch nicht allzu bekannt sein dürften.</p>
<div id="attachment_1028" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://blogpoliteia.files.wordpress.com/2009/03/biopolice_intro.pdf"><img class="size-thumbnail wp-image-1028" title="refusebiopolice_klein" src="http://blogpoliteia.wordpress.com/files/2009/06/refusebiopolice_klein.jpg?w=150" alt="refusebiopolice_klein" width="150" height="108" /></a><p class="wp-caption-text">Klick auf die Karte für die PDF-Datei</p></div>
<p style="text-align:justify;">Leider wird die Homepage der UT seit 2004 nicht mehr aktualisiert und die angekündigte neue Seite funktioniert auch nicht. Umso glücklicher war ich, als ich kürzlich für mich neue Karten entdeckte, die nicht minder gehaltvoll sind allerdings unter dem Namen &#8220;<a href="http://bureaudetudes.free.fr/" target="_blank">Bureau d&#8217;etudes</a>&#8221; veröffentlicht wurden. So stieß ich unter anderem auf eine ganze Serie zum hochaktuellen Thema Biopolitik und Überwachung, die ich hier in mehren Abständen veröffentlichen will. Dieses Prozedere erscheint mir deswegen als besonders geeignet, da die Karten als Vortrag konzipiert wurden und die Informationsfülle einer Karte alleine schon gewaltig ist. Die Karten zur Biopoiltik selber sind auf Englisch und beginnen mit einer Einführungskarte. Mit dieser möchte ich beginnen, um einen Einstieg zu ermöglichen, was die Symbole und Verbindungslinien bedeuten und wie diese Karten gelesen werden müssen. Außerdem verfügt die erste Karte über einen Einführungstext, den ich  ins Deutsche übersetzt habe, um die Motivation der Macher zu verdeutlichen:</p>
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<blockquote>
<p style="text-align:justify;">&#8220;Gibt es Grenzen der Überwachung?</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Karten zeigen wie ein zunehmend verflochtenes Netzwerk von Systemen zur Datenerfassung durch geheime Absprachen bestimmter Personen, transnationaler Konzernen, Regierungen, zwischenstaatlicher Agenturen und &#8220;zivilgesellschaftlichen&#8221; Gruppen entwickelt und implementiert wurde. Die Globalisierung des us-amerikanischen Kapitalismus, einhergehend mit der Konsolidierung der Europäischen Union, hat in einem enormen Ausmaß Kontroll- und Herrschaftsmechanismen geschaffen ohne, dass damit eine entsprechende Ausweitung von demokratischen Rechten einherging. Gleichzeitig haben es neue Rechenkapazitäten ermöglicht die Ausübung von Macht zu individualisieren, indem die Merkmale persönlicher Biographien mit der Erfassung von Gesichtern, Fingerabdrücken und der molekularen Signatur der DNS verbunden werden. Was im 21. Jahrhundert entsteht, ist das Potential für eine weltweite Politik der Biographien, hier verdeutlicht am Beispiel der internationalen Verfügbarkeit von privaten High-Technology Internierungssystemen für die Immobilisierung des menschlichen Lebens und durch das langfristige Projekt der durch Selektion erzwungenen globalen Bevölkerungskontrolle &#8211; die Antwort der Vermögenden auf Unterentwicklung und Verelendung.<br />
Die Anordnung der Piktogramme die man in den Karten sieht, verweisen auf eine verzahnte Ordnung, die für die Mehrheit der Bürger lange unsichtbar blieb. Sie enthüllen außerdem Schichten einer Komplexität, die beweisen soll, das Globalisierung selber nicht vollständig steuerbar ist. Was passiert, wenn die zunehmende Sichtbarkeit dieser Kontrollprojekte zu vielfältigen Formen des sozialen Dissenz führen? Wie viele von uns können dafür ins Gefängnis geworfen werden, dass sie in die CCTV Kameras lachen, dass sie den Abbau der Menschenrechte in Europa analysieren, dass sie bei großen Protestveranstaltungen auf der Seite von Migranten stehen, wie bei solchen die in Frankreich im Jahre 1997 stattfanden? Wer kann garantieren, dass Fahndungen, ID Checks, Kriegsführung und das andauernde Gespenst des Terrorismus wünschenswert für die Zukunft der Menschheit sein werden?<br />
Jeder neue Star Wars Film wird gemacht, um die Menschen im Unklaren darüber zu lassen, was die Satelliten in der Umlaufbahn tatsächlich treiben. Aber die Grenzen der Überwachung existieren in uns selbst:  Freie Gedanken, offene Herzen und wachsame Augen. Jenseits der Biopolitik gibt es den Biopoet. Lass das Spektakel der Parteipolitik wie wir es kennen hinter dir : Schmeiß eine Party für die Menschen von beiden Seiten der Grenze!&#8221;</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;">Die eigentlichen Karten, die detailliert Systeme der Kontrolle, Überwachung und Erfassung der Menschen aufzeigen, folgen die nächsten Tage.</p>
<p style="text-align:justify;">Anmerkung: Der Begriff der Biopolitik wird in der Regel mit Foucault verbunden. Klicke <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bio-Macht" target="_blank">hier</a>, für eine Einführung zu dem Thema bei Wikipedia.</p>
<p style="text-align:justify;">UPDATE: Zu Teil 2 geht es <a href="http://blogpoliteia.wordpress.com/2009/06/10/machtstruktur-mapping-globale-biopolitik-2/" target="_blank">hier</a>.</p>
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<title><![CDATA[Medizin: Wahrsager im Labor]]></title>
<link>http://jonahgoldt.com/2009/05/30/medizin-wahrsager-im-labor/</link>
<pubDate>Sat, 30 May 2009 05:44:51 +0000</pubDate>
<dc:creator>jonahgoldt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Der Spiegel veröffentlichte kürzlich einen Beitrag über die wachsende Skepsis gegenüber den &#8220;E]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:left;"><img src="///Users/christiankoch/Library/Caches/TemporaryItems/moz-screenshot.jpg" alt="" /></p>
<p style="text-align:right;"><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,626442,00.html"><img class="alignleft" style="margin-left:3px;margin-right:3px;" src="http://jonahgoldt.files.wordpress.com/2009/05/01020153767600.jpg?w=294&#038;h=140" alt="" width="294" height="140" /></a>Der Spiegel veröffentlichte kürzlich einen <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,626442,00.html">Beitrag</a> über die wachsende Skepsis gegenüber den &#8220;Erfolgen&#8221; der Genforschung im Angesicht der zunehmenden Inkonsistenz statistischer Daten: Je genauer man Forschungsergebnisse betrachte, als um so unwahrscheinlicher erscheine der Zusammenhang zwischen genetischer Disposition und Krankheitsbild.</p>
<p style="text-align:right;">Über das Problem der Zugehörigkeit der Genetik zur Textwissenschaft, insbesondere über die Entwicklung der Genetik aus der Kryptographie, hat vor einigen Jahren die US-amerikanische Wissenschaftshistorikerin<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Lily_E._Kay"> Lily E. Kay</a> eine skeptische kulturwissenschaftliche <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/11822.html">Analyse</a> verfasst. Wesentliches Verdienst dieses Buches ist es, die Modellhaftigkeit des wissenschaftlichen Programms der Genforschung herauszuarbeiten und seinen explizit textuellen Charakter (GATACCA) zu betonen. Was am Anfang der Genwissenschaft im <a href="http://www.zeit.de/2003/13/ST-DNA?page=1">RNA-Krawattenclub</a> noch der Etablierung eines (wenngleich holistischen) epistemolgischen Apparats zur Erklärung grundlegender biologischer Prozesse diente, ist heute im Labor zur &#8220;harten&#8221; Ursachenforschung geworden, die keine Rücksicht mehr auf wissenschaftskritische Positionen zu nehmen braucht. Einmal durch die (Bio-)Politik zur Staatsideologie erhoben, hat sich die Genetik zur Leitwissenschaft entwickelt, deren Infragestellung lange Zeit sakrosant war und die zur Erklärung von humanwissenschaftlichen Phänomenen aller Art zu dienen hatte. Dies steht in merkwürdigem Widerspruch zur nachhaltigen Erfolglosigkeit genmedizinischer Forschung.</p>
<p style="text-align:right;">Dass mittlerweile manchen Genetikern selbst aufgeht, dass die fortschreitende Zergliederung der menschlichen Biomasse zur fortschreitenden Vergrößerung biologischer und medizinischer Probleme führt, ist doch immerhin <strong>ein</strong> Erfolg der mit Milliarden subventionierten Forschung.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Das Recht im Koma - Beispiel Italien]]></title>
<link>http://jonahgoldt.com/2009/02/11/das-recht-im-koma-beispiel-italien/</link>
<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 09:33:24 +0000</pubDate>
<dc:creator>jonahgoldt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Der jüngste Fall einer Komapatientin, die 17 Jahre lang nur dank der „Unterstützung“ durch medizinis]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Der jüngste Fall einer <a href="http://www.faz.net/s/Rub8E1390D3396F422B869A49268EE3F15C/Doc~EA433A6DC68DC48EF811380B09D01C6F2~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Komapatientin</a>, die 17 Jahre lang nur dank der „Unterstützung“ durch medizinisch-technisches Gerät „weitergelebt“ hat, hat an keiner mir bekannten Stelle die Frage nach Sinn oder Unsinn solcher Gerätschaften aufgeworfen. Da prinzipiell die Möglichkeit besteht, bei entsprechender Indikation das „Leben“ der Patienten zu verlängern, wird es auch durchgeführt. Für mich steckt hier, und nicht etwa in der moralischen Bewertung der Handlungen der Beteiligten (Gesetzgeber, Mediziner, Verwandte, Patienten und ihre Verfügungen) das Problem: Noch immer haben die Menschen ihre technischen Erfindungen auch <em>gebraucht</em>, wenn sie einmal <em>funktionierten</em>. Das ist keine Frage der Moral, sondern des Prozesses der Entwicklung der technischen Möglichkeiten des Menschen.<br />
Darum versagt auch der moralische Imperativ (etwa der katholischen und evangelischen Kirche) vor diesen Maschinen. Wie kann es eine moralische Rechtfertigung dafür geben, einem Menschen einen Schlauch in den Magen zu legen, der ihn unabhängig von seinem Willen mit Nahrungsmitteln füttert (ein Vorgang, der übrigens im Fall der durch die Bauchdecke eingebrachten Magensonde irreversibel ist)? Haben sich diese „Moralisten“ nicht schon dadurch, dass sie auf der einen Seite auf der Grundlage eines „non toccare“ für den „Schutz“ ungeborenen Lebens aussprechen, auf der anderen Seite jeden noch so gewaltsamen Eingriff in die Integrität menschlicher Körper für gerechtfertigt halten, nur um das ihnen Heiligste, das menschliche Leben zu „schützen“, selbst widersprochen?<br />
Es drängt sich der Verdacht auf, dass der „Konservatismus“, der hinter dieser Haltung steht, und den zahlreiche Kommentatoren hier am Werke sehen, in Wahrheit eine revolutionäre Haltung ist, die sich nahtlos anschließt an die biopolitischen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts. Sie sind eine Fortschreibung der Lebensideologien dieser Zeit, die die Aufgabe von Politik, Recht und Religion nur mehr darin sehen, das Leben selbst, das „nackte Leben“ zu „schützen“, also zu kontrollieren, und zu reglementieren. Was wird das für eine Gesellschaft sein, die Menschen ökonomische, religiöse oder politische Lebensinhalte abspricht und sie auf ihre nackte biologische Existenz reduziert? Vielleicht ist der italienische Staat, dessen Ministerpräsident sich sogar vorstellen konnte, dass diese Komapatientin der Gesellschaft noch Kinder gebiert, aber gleichzeitig den Flüchtlingen auf Lampedusa kein Existenzrecht zubilligen will, schon ein deutliches Richtungssignal.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Technik und Moral]]></title>
<link>http://jonahgoldt.com/2008/10/27/technik-und-moral/</link>
<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 10:57:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>jonahgoldt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Dietmar Daths &#8220;Maschinenwinter&#8220; Es ist lohnend, soviel will ich ein paar Gedanken zu Die]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dietmar_Dath">Dietmar Dath</a>s &#8220;<a href="http://www.suhrkamp.de/titel/titel.cfm?bestellnr=26008">Maschinenwinter</a>&#8220;</strong></p>
<p>Es ist lohnend, soviel will ich ein paar Gedanken zu Dietmar Daths „Maschinenwinter“ vorausschicken, sich mit den Theorien von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Marx">Karl Marx</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Engels">Friedrich Engels</a> auseinanderzusetzen. Schließlich ist ihr „Kapital“ eine schlüssige zeitgenössische Darstellung des bourgeoisen Wirtschaftssystems. Die Frage, die sich hierbei stellen müsste, wäre allerdings, ob die ökonomischen Verhältnisse, die im „Kapital“ beschrieben werden, noch die unseren sind oder ob eine Identifizierung unseres Kapitalismus mit dem, den Marx und Engels beschreiben, nicht problematisch ist. Vielmehr müsste man zeigen, wo diese Ideen etwas über heutige Verhältnisse noch auszusagen in der Lage sind. Das ist aber in erster Linie eine historische Frage. Dazu an anderer Stelle mehr. Dath jedenfalls stellt sich diese Frage nicht, für ihn ist der heutige globale Finanzkapitalismus eine Erfüllung Marxscher Voraussagen über die Entwicklung der Weltökonomie.</p>
<p>Zunächst einige aus moralischen Gründen gut zu heißende Aspekte des Textes von Dath:<br />
Ich stimme ihm zu, wenn er schreibt, dass das „Wozu“ der Technik über Wohl und Wehe der Menschheit entscheidet. Auch wäre es mir ebenfalls lieber, wenn diejenigen die Technik kontrollierten, deren Ziel das Wohl Aller ist. Das sind allerdings Gewissensprobleme, also Fragen nach der Moral, die mit einer theoretischen Auseinandersetzung nichts zu tun haben. Im besten Sinne ist Daths Text ein moralisches Plädoyer für einen „humanen“ Sozialismus, besser: für einen „echten“ Kommunismus. Kommunismus meint für ihn eine Gesellschaft, die die gerechte Teilung der Produktionsmittel ebenso realisiert hat wie die radikale Demokratie, also die Beteiligung Aller am Planen der Verwendung der Produktionsmittel. Dabei stellt er sich in die Tradition derer, die hoffen, dass die sozialistischen Gesellschaften des 20. Jahrhunderts wahlweise „zu früh“ (Mao, Ho Chi Minh) oder „degeneriert“ (Stalinismus) waren.</p>
<p>Mit dem „Wozu“ der Technik beginnend, müsste gefragt werden, wer über das „Wozu“ der Technik entscheidet. Dath ist tatsächlich der Ansicht, dass Technik ein Produkt wissenschaftlicher Anstrengungen sei, deren Absichten in erster Linie auf eine Verbesserung der Lebensumstände der Menschen und auf Befriedigung möglichst vieler menschlicher Bedürfnisse ziele. Plakativ gesagt meint Dath, dass die Technik nicht genuin „böse“ sei, sondern nur die Menschen, die sie missbräuchlich nutzen. Er geht sogar so weit, die Kernspaltung als eigentlich große Errungenschaft der Menschheit zu feiern, die lediglich durch Misswirtschaft, unmoralische (Hiroshima) und kriminelle (Proliferation) Nutzung in Verruf geraten sei.</p>
<p>Dath ignoriert hier gleich zwei Dinge, die aus meiner Sicht wesentlich für die Erkenntnis der Bedeutung der Technik sind. Erstens ist Technik immer Herrschaftstechnik. Sie dient nicht der Verbesserung der Lebensumstände der Menschen, sondern der Beherrschung von Subjekten. Dass er das nicht anerkennt liegt daran, dass er selbst rein materialistisch argumentiert (so würde <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hannah_Arendt">Hannah Arendt</a> das vermutlich klassifizieren, die überzeugend gezeigt hat, dass auch der Materialismus in der Praxis eine Herrschaftstechnik zur Politisierung, also Kontrolle der Massen ist). Die Industrialisierung, als Bezeichnung des Prozesses der ankommenden Herrschaft der Technik und Herrschaft durch Technik, ist per se imperialistisch. Eine Technisierung Europas ohne die Unterwerfung der Massen (in Europa und in den Kolonien) wäre unvorstellbar.</p>
<p>Zweitens: Die Ingenieure, die Dath als Gralshüter des „wertfreien“ Erfindergeistes preist, sind immer schon Vollstrecker derjenigen Interessen gewesen, die ihre Arbeit finanzieren. Bei allen Erfindungen der Moderne ging es zuerst um die Akkumulation von Macht, dann von Kapital als Mittel zur Macht, und wenn dann noch so etwas wie eine Verbesserung der Lebensumstände der Beherrschten heraussprang – um so besser (Opium)! Der Ingenieur ist nicht der Sachwalter der Vernunft, die er den Apparaten mit wissenschaftlichen Methoden einhaucht, sondern er ist der Vollstrecker der Machtinteressen, die Produktionszusammenhänge erzeugen, lenken und beherrschen.</p>
<p>Der Clou bei Dath (auch das ist aber nicht neu, auch schon <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/9879.html">Negri und Hardt</a> haben das so gesehen) ist die Vorstellung, dass erst heute, angesichts der real gewordenen „Entfesselung“ des globalen Kapitalismus der Punkt erreicht sei, an dem die Abschaffung des Kapitalismus durch den Sozialismus möglich geworden ist. Dabei unterstellt er den Beteiligten am globalen Kapitalismus erstens, dass sie allein an der Vermehrung von Profit interessiert seien. Dies ist aus meiner Perspektive nicht der Fall. Es geht viel mehr um Herrschaft, die unter anderem über die Akkumulation von Kapital sichergestellt wird. Das globale Finanzsystem ist eine gigantische Apparatur zur Konzentration von Herrschaft, nämlich bei denen, die über die Mittel verfügen, die ganze Welt zu beherrschen bzw. zu vernichten (physisch oder monetär, das spielt keine Rolle). Wer wie Dath nicht sieht, dass das Kapital lediglich Mittel zum Zweck ist, nämlich Herrschaftstechnik, hat kein kritisches Instrumentarium, um zu zeigen, worum es bei der Beherrschung der Menschen (der Masse) wirklich geht. Oder: er verschleiert es bewusst, weil seine Gesellschaftstheorie auf ein ähnliches Herrschaftsmodell hinausläuft wie es das ist, was er eigentlich kritisieren will:<br />
Entlarvend ist hier vor allem Daths „Anthropologie“, die sich in dem einfachen Satz erschöpft, dass der Mensch das einzige lebendige Wesen sei, das mehr Materie erzeugen kann als es selbst zur Erhaltung seines Lebens benötigt. Dieser Materialismus ist zunächst auf Daths Hoffnung zurückzuführen, dass eine „gerecht“ organisierte Produktionskette schon genügend Produkte hervorbrächte, um alle zufrieden zu stellen. Er verfolgt außerdem eine biologistische Anthropologie, die von der Annahme ausgeht, dass der Mensch sich über seine materiellen Lebensäußerungen definiert. Darüber hinaus widerspricht er dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, nach dem die Summe aller Einzelenergien nicht größer sein kann als die gesamte zur Verfügung stehende Energie. (Das Leben ist, kurz gesagt, der Entropie verfallen, es ist eine Anomalie, ein Unruhezustand, der nach Beruhigung strebt). Mit der Behauptung, dass die Vergrößerung der „Mehrwerte“ auch positiv genutzt werden könnte, nämlich zur Ernährung aller, zur Befriedigung der Interessen aller Gruppen der Weltgesellschaft usw., schreckt Dath indirekt auch nicht davor zurück, als Beispiel die Millionen Toten des Stalinismus zu nennen, die ihm, so könnte man böswillig unterstellen, als „Opfer“ für das Wohl der Allgemeinheit des Sowjetsystems gelten. Als seien diese Toten nicht ebenso wie die Millionen Opfer des Nazismus Ergebnis einer Politik der Entropie, des sukzessiven, konsequenten und technischen „Verbrauchs“ von Menschenmaterial zur Erhaltung eines durch und durch „künstlichen“ Herrschaftssystems. Der Opfermythos des Stalinismus (und der bürokratische Massenmord des Nationalsozialismus) diente zu nichts anderem als zur Installation einer unbegründeten (und auch antikapitalistischen), totalen Herrschaft.</p>
<p>Mit seinem irr(ig)en Unternehmen, dem Sozialismus etwas Humanes abgewinnen zu wollen, vergibt Dath die Chance, heutigen politischen Entwicklungen auf den Grund zu gehen. Es ist erstaunlich, dass bei seiner Betrachtung der gegenwärtigen Verhältnisse nur der Kapitalismus als Gegner beschworen wird, nicht aber der Totalitarismus (dessen Effekt der heutige Kapitalismus ist, nicht dessen Urheber). Dann hätte Dath ja auch zugeben müssen, dass der Lenin-Trotzkische Prozess der „permanenten Revolution“ (den er ausdrücklich begrüßt und gegen die Anfeindungen aus dem poststrukturalistischen Lager verteidigt) dem totalitären Ausnahmezustand verdächtig ähnlich sieht. Er hätte auch zugeben müssen, dass den mörderischen Systemen des Nationalsozialismus und des Stalinismus das Geld und die Produktionsmittel herzlich wurscht waren, solange sie ihnen zu Diensten waren. Beispielsweise hat Himmler persönliche Bereicherung und Profitgier stets unbarmherzig verfolgt und seine SS folgendermaßen gelobt: „Dies (die Massenexekutionen hinter der Ostfront und die Massenvernichtung der Juden in Osteuropa) durchgehalten zu haben, und dabei &#8211; abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen – anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht. Dies ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte.“ (Posener Rede vom 4. Oktober 1943) Er hätte außerdem zugeben müssen, dass seine biologistische Ideologie des Mehrwerts geradewegs auf eine Gesellschaft zusteuert, in welcher der Mehrwert alles und das Leben des Einzelnen nichts ist.</p>
<p>Hoffnung auf das Gute im Menschen scheint Dath zu treiben, aber diese Naivität gepaart mit dem ahistorischen Irrglauben, die Marxsche Vision einer Ablösung des Kapitalismus durch den Sozialismus würde sich erfüllen, sobald der Kapitalismus nur elaboriert genug ist, scheint mir fast schon gefährlich zu sein.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Ausnahmezustand in Italien]]></title>
<link>http://jonahgoldt.com/2008/08/04/ausnahmezustand-in-italien/</link>
<pubDate>Mon, 04 Aug 2008 12:34:53 +0000</pubDate>
<dc:creator>jonahgoldt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Es ist nicht mehr erstaunlich, sondern nur noch skandalös zu nennen, wie kommentarlos die Regierunge]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Es ist nicht mehr erstaunlich, sondern nur noch skandalös zu nennen, wie kommentarlos die Regierungen Europas die Entwicklung der <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,569873,00.html">Lage in Italien</a> beobachten. Dass die Regierung Berlusconi im Angesicht der angeblich für die innere Sicherheit gefährlichen Flüchtlingswelle den Notstand (was nichts anderes ist, als der Ausnahmezustand) verhängt hat, stieß verschiedentlich sogar auf Verständnis. Heute folgte die Konsequenz des juristischen Schritts auf dem Fuße: Der italienische Staat lässt tausende Soldaten in Italiens Städten aufmarschieren, angeblich um Botschaften, Regierungsgebäude und andere „sensible“ Orte zu „schützen“. Nun ist es nicht so, dass dies in Italien einem Verfassungsbruch gleichkäme. Immerhin gibt es dort keine klare Trennung zwischen den Ordnungsbefugnissen der städtischen regionalen und der Militärpolizei (Carabinieri). Das Militär war über letztere schon immer Teil des Sicherheitsapparates.<br />
Ich denke aber, dass in Ländern wie Italien, in denen die Grenze zwischen Polizei und Militär (den Kräften des Friedens und des Krieges) so schwammig ist, die Grenze zum Ausnahmezustand nur zu leicht überwunden werden kann, also zur dekretierten Aushebelung der staatlichen Ordnung durch den Souverän. Das hat in diesem Fall zwei Implikationen: einmal haben sich die Italiener als der verfassungsgemäße Souverän Italiens eine Regierung gewählt, die offenbar den Willen ihres Souveräns  sehr eigenwillig auslegt. Andererseits stellt die Geschwindigkeit, mit der diese Entwicklung in Italien ihren Gang nimmt, eine echte Bedrohung für die Ordnung aller demokratisch verfassten europäischen Gesellschaften dar. Denn ob wie in Großbritannien <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Closed_Circuit_Television">Big Brother</a> für die Sicherheit der „Bürger“ sorgt oder wie in Deutschland der Staat seine „Bürger“ über die Implementierung biometrischer Verfahren in die Passausstellung zu Insassen macht: der Punkt, an dem eine Gesellschaft Gleicher an Rechten und Pflichten in einen Staat der totalen Überwachung verwandelt wird, ist dann, wenn aus der Militärgewalt die Polizei geworden ist, fast erreicht.<br />
Das sollte allen Partnern Italiens Anlass sein, nicht nur über den eigenen Umgang mit Mitteln der Despotie und totalen Kontrolle zu reflektieren, sondern vor allem die Regierung Berlusconi unmissverständlich dazu aufzufordern, diesen skandalösen Zustand sofort aufzuheben.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Ausnahmezustand in der Kunst]]></title>
<link>http://jonahgoldt.com/2008/07/21/ausnahmezustand-in-der-kunst/</link>
<pubDate>Mon, 21 Jul 2008 12:27:16 +0000</pubDate>
<dc:creator>jonahgoldt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Roger M. Bürgel, Künstlerischer Leiter der documenta 12, hatte drei Fragen, die er zwar stellte, der]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Roger M. Bürgel, Künstlerischer Leiter der <a title="Homepage documenta 12" href="http://www.documenta12.de">documenta 12</a>, hatte drei Fragen, die er zwar stellte, deren rhetorischen Charakter wenigstens er aber kaum zu kaschieren versucht hat. Die Frage, auf die ich mich konzentrieren will, ist die Frage nach dem Status des „nackten Lebens“. Die documenta griff damit eine Formel auf, die in die Debatten über soziologische, kulturelle und philosophische Fragen mit der weltweites Aufsehen erregenden Veröffentlichung des Buches <em>Homo Sacer. Il potere sovrano e la nuda vita</em> von Giorgio Agamben Einzug hielt (natürlich in Deutschland mit mehrjähriger Verspätung ) und seitdem die Debatte um die Kritik postkapitalistischer Gesellschaften bestimmt. Ob Bürgel sich ernsthaft mit dem Problem des „nackten Lebens“ auseinandersetzen wollte oder ob er einen Begriff „aufgeschnappt“ hat, einfach nur, weil er „virulent“ war, als er über eine „inhaltliche Füllung“ seines kuratorischen Konzeptes nachdachte, sei dahin gestellt. Tatsächlich scheint es so zu sein, dass im Kunstbetrieb Begriffe aus der ästhetischen, soziologischen, philosophischen oder Kulturtheorie eher „ventiliert“, „kondensiert“ oder „adaptiert“ werden, als dass sie tatsächlich für eine kulturelle Praxis nutzbar gemacht werden.</p>
<p>Der Begriff des Lagers ist bei Agamben eng verknüpft mit der Kategorie des Ausnahmezustands. Dabei hält er sich an die Erkenntnis Carl Schmitts von der Gründung der Macht des Souveräns auf eben dieses Recht zur Ausrufung des „état d’exception“. Das Lager, so analysiert Agamben, ist der prozessuale, also auf dauerhafte (Selbst-)Erneuerung zielende Ausnahmezustand, in dem sich die Industriegesellschaft als „Produktionsprozess“ (Foucault: In Verteidigung der Gesellschaft) widerspiegelt. Das meint, dass die „moderne“ (der Begriff der Moderne bleibt bei Agamben unterreflektiert, bzw. neigt zur Identifikation mit Schmitts protofaschistischen (An-)Deutungen einer Geschichte der Eschatologie der Massengesellschaft) ebenso wie die antike Gesellschaft über die Exklusion (die in ihrer Bewegung zugleich eine Inklusion darstellt, siehe Agamben, Homo Sacer) eines ihrer Teile ihre Legitimation gewinnt und ihren Fortbestand sichert. Damit ist der Ausnahmezustand als juridisches Prinzip zunächst nur kategorial erfasst. Für eine Analyse heutiger gesellschaftlicher Zustände und Entwicklungen ist diese Analyse natürlich noch nicht hinreichend. Erst mit dem Versuch einer Analyse des Archivbegriffs im Buch „Was von Auschwitz übrig bleibt – Das Archiv und der Zeuge“ wird das Lager zu einem kulturkritischen Instrument, mit dem Agambens Analyse die heutigen Massengesellschaften zu analysieren vermag.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Heute vor 75 Jahren...]]></title>
<link>http://jonahgoldt.com/2008/07/14/heute-vor-75-jahren/</link>
<pubDate>Mon, 14 Jul 2008 09:34:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>jonahgoldt</dc:creator>
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<description><![CDATA[&#8230;fand der totale Angriff des NS-Staates auf den Körper seiner &#8220;Bürger&#8221; statt, die ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#8230;fand der totale Angriff des NS-Staates auf den Körper seiner &#8220;Bürger&#8221; statt, die er von nun an in Gesunde und Kranke unterschied. Das &#8220;Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses&#8221; wurde am 14. Juli 1933 verabschiedet. Spätestens seit dieser Zeit (ähnliche Entwicklungen, wenngleich nicht so rigide, gab es zu jener Zeit in den meisten Ländern der Welt) ist die Definition von dem, was gesund und was krank ist, ein wesentliches Mittel zur Ausübung und Stabilisation von Herrschaft.<br />
Daten hierzu auf <a href="http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/2349/wie_hitler_die_volksgemeinschaft_formte.html">Spiegel Online</a>.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[DEN STERNEN ZUGEEIGNET]]></title>
<link>http://jonahgoldt.com/2008/07/13/den-sternen-zugeeignet/</link>
<pubDate>Sun, 13 Jul 2008 07:36:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>jonahgoldt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Das Columbia-Desaster und der Traum vom Verlassen des „Raumschiffs Erde&#8221; Seht ihr den Mond dor]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>Das Columbia-Desaster und der Traum vom Verlassen des „Raumschiffs Erde&#8221;</strong></p>
<p style="text-align:right;"><em>Seht ihr den Mond dort stehen?</em></p>
<p style="text-align:right;"><em>Er ist nur halb zu sehen,</em></p>
<p style="text-align:right;"><em>Und ist doch rund und schön!</em></p>
<p style="text-align:right;"><em>So sind wohl manche Sachen,</em></p>
<p style="text-align:right;"><em>Die wir getrost belachen,</em></p>
<p style="text-align:right;"><em>Weil unsre Augen sie nicht sehn.</em></p>
<p style="text-align:right;"><em>(Matthias Claudius: Abendlied)</em></p>
<p>Seit ich mich mit dem <a href="http://www.nasa.gov/columbia/home/index.html">Columbia</a>-Unglück vom 1. Februar 2003 auseinandersetze, entwickele ich Bilder (zunächst im wahrsten Sinne des Wortes „image&#8221;, ich imaginiere), die sich aus schwachen Erinnerungsfetzen aus jenen Tagen genau so zusammensetzen wie aus dem Material, das ich bisher aus dem Internet und aus Büchern zusammengetragen habe. Ich träume oft von diesem Unglück, und auch tagsüber, sogar bei meiner täglichen Arbeit kreisen fast all meine Gedanken um das, was ich zunächst wenig glücklich den Columbia-Komplex nannte.<br />
Mein Interesse an diesem Unglück hat sich allerdings nicht zufällig entwickelt. Vielmehr fiel seine Entstehung in die Zeit, in der ich mich intensiver mit den Themenkomplexen zu beschäftigen begann, die man heute unter dem Begriff der Biopolitik zusammenfasst, oder, wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michel_Foucault">Foucault</a> das Feld in seinen Vorlesungen absteckt: der Biomacht.<br />
Dabei hat mich interessiert, welche &#8211; nennen wir sie ruhig Foucault folgend &#8211; Dispositive, die in den totalitären, aber nicht nur den totalitären, Gesellschaften des 20. Jahrhunderts wirksam waren und die von Giorgio Agamben für mich treffend mit dem juristischen Konzept des Ausnahmezustands beschrieben worden sind, in heutigen Konzepten von dem, was der „Mensch&#8221;, was „Leben&#8221; und was „Zusammenleben&#8221; (die „Gesellschaft&#8221;) ist (wobei mir bewusst ist, das dies nicht unbedingt Fragen sind, die immer auch am Horizont derjenigen sich bewegen, die an diesen Dingen engagiert sind), noch immer wirksam sind und eine Fort- oder Weiterentwicklung erfahren.<br />
Wenn das, was Biopolitik bedeutet, nämlich die direkte Ausübung der Macht nicht mehr auf und über das Territorium, die Stände oder das Land, im „Plenum&#8221; oder bei „Hofe&#8221;, sondern direkt auf den nackten Leib der Menschen als Teil der „Bevölkerung&#8221; (womit Foucault auch den Prozess der Regeneration der Population meint) „Nation&#8221; oder des „Volks&#8221; (Kategorien, denen in der Perspektive der Biomacht selbst ein Übermaß an Vitalität zugeschrieben werden) wirksam etwa in dem Sinne ist, in dem es die poststrukturalistische Theorie beschrieben hat: Welche Handlungsmuster, welche Überzeugungen, Ideologien, zeigen hier Wirkung oder wirken im Zusammenhang jenes Machtdispositivs?<br />
Mir drängte sich das Teamfoto der Crew der Columbia auf, das die Mitglieder in ihren orangefarbenen Druckanzügen zeigt, den Helm unter den Arm: Die Anzüge fungierten, so schien mir, als Interface zwischen der Kontrollinstanz, die letztlich der biopolitisch organisierte Staat USA ist, und den Körpern seiner Repräsentanten im Weltall. So technoid und undurchdringlich für den ungeschulten Beobachter dieses Interface erscheint, so klar war mir sofort die enorme Bedeutung dieses Bildes für das Funktionieren des in, mit ihm und durch ihn determinierten Machtzusammenhangs. Letzterer basiert auf der Erzeugung des Wunsches bei einem jeden Bürger, zu einem Insassen einer Raumkapsel zu werden, also angeschlossen zu werden an den berühmten „militärisch-industriellen Komplex&#8221;, als dessen Teil man das Privileg des totalen Eingebundenseins in die Maschinerie des biopolitischen, liberalistischen Staates genießen kann. Ein nützlicher Teil der Gesellschaft sein, also „frei&#8221; zu sein, das heißt hier: An der Spitze einer Rakete zu sitzen und darauf zu warten, dass man zum Mond geschossen wird.<br />
Und auf der anderen Seite: ist diese Biopolitik mit ihrer phallischen Spitze denkbar ohne eine ihr eigene Eschatologie? Kann es sein, dass Macht, die direkt das Leben betrifft und damit den Tod verdrängt (und dadurch auch massenhaft ermöglicht, bzw. den Massenmord befördert) ohne ein in ferner Zukunft oder jenseits der Zeitachse gedachtes Finale auskommt?<br />
Ich glaube nicht. Wie Boris Groys unter Zuhilfenahme Foucaults schön <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/20287.html">gezeigt</a> hat, konnte beispielsweise das Massensterben während des Stalinismus &#8211; als direkter Effekt der totalen Verfügungsgewalt des Machtapparats über das nackte Leben seiner Untertanen &#8211; nur als sinnvoll aus der Perspektive einer höheren Zielen verpflichteten Ideologie erscheinen. Diese Ideologie, so zeigt sich etwa an den Texten der frühen russischen Utopisten, ist die einer klassischen Erlösungsvorstellung, wie sie auch im Kommunismus wirksam, aber zunächst viel stärker religiösen Motiven entlehnt war. Gleichwohl bediente sie sich einer strengen Wissenschaftsmetaphorik, die sich in die modernistischen Zukunftsvorstellungen jener Zeit bestens einfügte, ja diese &#8211; zumindest in Russland &#8211; sogar entscheidend beeinflusste.<br />
Einer der faszinierendsten Denker solcher Erlösungsvorstellun-gen war der Erfinder, Ingenieur und Philosoph <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konstantin_Eduardowitsch_Ziolkowski">Konstantin Ciolkovskij</a>, der jedem, der sich mit Raumfahrt beschäftigt, bekannt sein dürfte. Schon zu Anfang des 20. Jahrhunderts schrieb er die Raketengleichung nieder, die &#8211; unabhängig von ihm auch von anderen Wissenschaftlern entdeckt &#8211; die Grundlage für die Möglichkeit ist, Flugobjekte aus dem Einflussbereich der Erdanziehung herauszubringen. Interessanterweise war Ciolkovskij aber neben seiner Tätigkeit als Erfinder ein sehr aktiver philosophischer Autor, der wiederum stark vom berühmten Denker der eschatologischen Theorie der „Auferweckung der Väter&#8221;, Nikolaij Fjodorovic Fedorov, beeinflusst war. Ebenso wie Fedorov verstand Ciolkovskij die Sterblichkeit des Menschen als Skandal, dessen Behebung alle Anstrengungen der lebendigen Menschen gewidmet sein müssten. Dieser Gedanke und das zu Ende denken seiner Konsequenz, nämlich dass der Mensch nicht nur unsterblich werden müsse, sondern auch moralisch dazu verpflichtet sei, seine Vorfahren (was in der orthodox geprägten Logik jener Denker natürlich nur die männlichen Ahnen meint) aufzuerwecken, ist die ideologische Folie, auf der sich Ciolkovskijs Forschungen entwickelten. Eigentlich diente seine wissenschaftliche Forschung ausschließlich den in seinen, heute manchem vielleicht esoterisch anmutenden Texten formulierten Zielen.<br />
Ohne diese auf den ersten Blick uns Bewohnern des 21. Jahrhunderts höchst suspekt vorkommenden Anfänge der Raumfahrt näher beleuchten zu wollen, meine ich aber feststellen zu können, dass diese Vorstellung von der Wissenschaft als Propädeutik zu einer Technologie der Auferweckung der Toten, wie sie ja schon im Alten Testament (s.o.) beschrieben ist (zurückgebunden an das „Fiat Lux&#8221; der Genesis), seine kapitalistische Entsprechung in den Denkmustern hat, die den amerikanischen Staat nach Mitteln und Wegen suchen ließ und lässt, das „Raumschiff Erde&#8221; (Fuller) zu verlassen: Die Erde wird entweder zu klein für den Fortschrittsdrang des Menschen, oder aber der Mensch muss seinen Heimatplaneten verlassen können, um sich vor einer kosmischen Katastrophe zu schützen, etwa dem Aufprall eines Meteoren, vor allem aber, um den Gesetzen der Thermodynamik ein Schnippchen zu schlagen, indem er rechtzeitig einen anderen „Klasse M&#8221; (so die Bezeichnung für Planeten mit einer Leben ermöglichenden Biosphäre in der Science Fiction-Serie „Star Trek&#8221;) Planeten besiedelt, bevor die Erde in die sich in Todeszuckungen aufblähende Sonne stürzt (Entropie).<br />
So wären die Anstrengungen der NASA und der russischen Raumfahrtbehörde als eine große Allegorie auf die Unfähigkeit des Menschen zu lesen, seine Endlichkeit und darüber hinaus die Endlichkeit all seiner Vorfahren und Nachkommen, ja all dessen, was uns erfahrbar ist, oder schlichter: die Hauptsätze der Thermodynamik zu akzeptieren.<br />
Natürlich scheitert der Mensch stets an dieser Unfähigkeit, so wussten es schon die antiken Tragiker. Und so verwundert es nicht, dass eine der größten Tragödien des Zeitalters der Raumfahrt (ein heute merkwürdig atavistisch klingender Begriff, da wir das Computerzeitalter eingeläutet haben), die Geschichte einer grandiosen Verkettung von Unfähigkeiten, der Hybris eines müden aber allmächtigen Verwaltungsapparates, wissenschaftlich untermauerter Unvernunft und eines grenzenlos naiven Vertrauens in die Unfehlbarkeit des „wohl komplexesten Apparats, den die Menschheit je gebaut hat&#8221; (Kommandant Richard Husband, der übrigens ein praktizierender Evangelikaler war und den Flug mit der Columbia immer wieder in die Nähe spiritueller Grenzerfahrungen rückte) ist.<br />
Es scheint mir, als hätten sich die Bilder dieser Katastrophe, die im Jahr 2003 wohl fast jeder Mensch, der an das Fernsehnetz angeschlossen war, auf Videoaufzeichnungen gesehen hat, merkwürdig vermengt mit Bildmaterial aus Science-Fiction-Filmen. In diesen sind ja die (angesichts des im All herrschenden Vakuums vollkommen absurden) Feuerbälle, in die sich von gewaltigen Strahlenwaffen getroffene Raumschiffe stets verwandeln, ja wesentliche, die Handlung vorantreibende Elemente. Gleichzeitig erscheint mir das, was ich in meinem Gehirn als die Vorstellung von der Art und Weise, wie die Astronauten der letzten Columbia-Mission STS-107 ums Leben gekommen sind, auf ganz buchstäbliche Weise als das Gegenteil der biblischen Vorstellung von der Auferweckung des Volkes Israel: In letzterer werden die Gebeine vom Windhauch angeweht, das „Fleisch&#8221; lagert sich an ihnen wieder an und stehen auf, in ersterer scheint mir ein Windhauch die Integrität der Columbia und mit ihr die Existenz ihrer Insassen ausgeblasen zu haben. Vielleicht steht das, was man in Ezechiel 37 lesen kann und in der Ostergeschichte vervollkommnet wird, am Anfang einer Geschichte, die mit dem Pulverisieren der Columbia und ihrer Crew bei Mach 18, etwa 70 Kilometer über der texanischen Sierra, endet.<br />
Natürlich ketten sich an Katastrophen dieser Tragweite schnell Verschwörungstheorien. Und ich will nicht leugnen, dass mich manche dieser Theorien massiv interessieren. Aber mich interessieren auch sie nur in sofern, als sie Teil dieses gigantischen Symbols des Untergangs des Modernismus sind. Wenn etwa Autoren die These vertreten, eine vom Erfinder des Wechselstroms, Nicola Tesla, in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelte geheime Strahlenwaffewaffe, die von einer Art geheimbündlerischer Organisation realisiert worden sei, sei Ursache für den Absturz gewesen.<br />
So abwegig diese Theorie erscheint, knüpft sie sich doch an das Motiv der Selbstverstrickung des Modernismus in seine tief in ihn eingeschriebenen Widersprüche. Und diese Widersprüche werden vielleicht nirgendwo so deutlich wie in dem Abschlussbericht der Kommission, die die sechs Monate dauernden Untersuchungen zur Ursache des Absturzes der Columbia geleitet hat. In dem die Untersuchungsergebnisse zusammenfassenden Text ist schließlich nicht mehr die bemannte Raumfahrt das „große Unternehmen&#8221;, sondern das Puzzle-spiel mit mehreren zigtausend Einzelteilen, das „künftige Untersuchungen von Unfällen positiv beeinflussen soll.&#8221; Klarer kann die Ambivalenz, die im Glauben des Menschen an den Fortschritt steckt, dem es lohnt unzählige Opfer zu bringen, nicht zum Ausdruck gebracht werden. Die Toten, die es anlässlich solcher offenbar einkalkulierter Unfälle in Zukunft zu beklagen gilt, stehen auch schon bereit, ihre Namen und Biographien sind auf den Teamlisten der NASA bereits nachzulesen. Und vielleicht keimt auch in diesen tapferen Männern und Frauen die Hoffnung, eines Tages könnte ein Mondkrater, ein Gletscher auf dem Mars oder ein Komet ihren Namen tragen.</p>
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<title><![CDATA[Du bist Deutschland und Biopolitik]]></title>
<link>http://brib.wordpress.com/2007/12/18/du-bist-deutschland-und-biopolitik/</link>
<pubDate>Tue, 18 Dec 2007 09:28:05 +0000</pubDate>
<dc:creator>brib</dc:creator>
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<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>bigmouth hat einen kurzen aber passenden Artikel über die neue &#8220;Du bist Deutschland&#8221; Kampagne und Biopolitik geschrieben:</p>
<p><a href="http://bigmouth.blogsport.de/2007/12/17/du-bist-deutschland-und-bigm0uth-sind-wieder-da/">Du bist Deutschland und bigm0uth sind wieder da</a></p>
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