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	<title>buchbesprechungen &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/buchbesprechungen/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "buchbesprechungen"</description>
	<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 04:36:47 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Unsere Theme-Kategorien]]></title>
<link>http://sperrzone.wordpress.com/2009/11/29/unsere-theme-kategorien/</link>
<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 12:33:52 +0000</pubDate>
<dc:creator>sperrzone</dc:creator>
<guid>http://sperrzone.wordpress.com/2009/11/29/unsere-theme-kategorien/</guid>
<description><![CDATA[In unserem Blog haben wir folgende Themen-Kategorien angelegt: Buchbesprechungen, hier könnt ihr euc]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>In unserem Blog haben wir folgende Themen-Kategorien angelegt:</p>
<ol>
<li>Buchbesprechungen, hier könnt ihr euch über eure Bücher austauschen.</li>
<li>Filmbesprechungen, hier könnt ihr über Filme schreiben, die euch gefallen haben, aber auch über Filme die ihr nicht gut fandet.</li>
<li>Medienwünsche, die Sperrzone ist auf eure Wünsche angewiesen, macht hier Vorschläge, was die Bücherei für die Sperrzone anschaffen soll.</li>
<li>Verbesserungen, wir wollen wissen was euch gefällt!<br />
Schreibt auf was wir verbessern können und was euch gut gefällt</li>
</ol>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[«Weihnachtsgeschichten für jeden Adventstag»]]></title>
<link>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/11/05/%c2%abweihnachtsgeschichten-fuer-jeden-adventstag%c2%bb_diogenes-rezension/</link>
<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 23:01:39 +0000</pubDate>
<dc:creator>Walter Eigenmann</dc:creator>
<guid>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/11/05/%c2%abweihnachtsgeschichten-fuer-jeden-adventstag%c2%bb_diogenes-rezension/</guid>
<description><![CDATA[. 24 Storys von Hans Christian Andersen bis Doris Dörrie Weihnachten dürfe, wie der Diogenes Verlag ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#ff0000;">24 Storys von Hans Christian Andersen bis Doris Dörrie</span></h2>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.diogenes.ch/leser/neuebuecher/hardcover/alle/9783257011463/buch" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-10028" title="Diogenes_Kinder-Adventsbuch" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/11/diogenes_kinder-adventsbuch.jpg" alt="Diogenes_Kinder-Adventsbuch" width="240" height="358" /></a>Weihnachten dürfe, wie der Diogenes Verlag sichtlich meint, für Kinder nicht nur das Fest der TV-Filme und der Playstations, der DVD-Games und der Internet-Animationen sein, und auch die Zeit vom 1. bis zum 24. Dezember könne zu mehr da sein als bloß fürs Warten auf die Bescherung. Also stellte er ein neues «Kinder-Adventsbuch» zusammen, das für jeden Adventstag eine Geschichte parat hat.<br />
Das Autorenfeld des schmuck gestalteten Bandes ist dabei so vielfältig wie die Inhalte der 24 Storys. Man begegnet mal wieder «Frau Holle» (Gebrüder Grimm) und E.T.A. Hoffmanns «Mausekönig», Erich Kästners «Felix» holt den Senf, und auch Cechovs «Wanjka» ist mit von der weihnächtlichen Partie. Diesen Advents-Klassikern zugesellt werden dann kurzprosaische Nachdenklichkeiten oder auch froh-erwartungsvolle Heiterkeiten bis hin zu leicht Satirischem von Doris Dörrie, Cornelia Funke, Tim Krohn oder Bernhard Lassahn. Mit gleich zwei köstlichen Geschichten vertreten (und jeweils ganz aus Kinder-Blickwinkel erzählend) ist außerdem der berühmte «Asterix»- und «Lucky-Luke»-Texter René Goscinny.</p>
<p style="text-align:justify;">Das neue «Kinder-Adventsbuch» fächert seine 24 Geschichten rund um Tannenbaum, Adventskalender, Winterschnee und Weihnachtsmann sehr kontrastreich auf, was mithin gut geeignet ist für eine tägliche &#8211; kürzere oder längere &#8211; «Vorlese-Stunde». Der «tiefere Sinn» einiger Storys dürfte sich wohl erst etwas älteren Kindern erschließen, die meisten Texte werden aber auch von jüngeren Schulkindern problemlos gelesen und genossen werden können. <em>(we) </em>■</p>
<p style="text-align:justify;"><em><a href="http://www.diogenes.ch/leser/neuebuecher/hardcover/alle/9783257011463/buch" target="_blank">Diogenes Verlag</a> (D.Kampa/Hrsg), Kinder-Adventsbuch, Weihnachtsgeschichten für jeden Adventstag (Div. Autoren), 176 Seiten, ISBN 978-3-257-01146-3</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Back to blog]]></title>
<link>http://mt1820today.wordpress.com/2009/10/29/back-to-blog/</link>
<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 04:30:31 +0000</pubDate>
<dc:creator>JNj.</dc:creator>
<guid>http://mt1820today.wordpress.com/2009/10/29/back-to-blog/</guid>
<description><![CDATA[Translation here. Foto: St. Hofschlaeger/pixelio Aufgrund größerer Arbeitsbelastung war es mir in de]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:left;">
<p style="text-align:right;">Translation <a title="&#34;Website-Translation&#34;" href="http://babelfish.yahoo.com/" target="_blank">here</a>.</p>
<p style="text-align:left;"><span style="color:#000080;"><span style="font-size:13pt;"> </span></span></p>
<div class="mceTemp" style="text-align:left;">
<dl class="wp-caption alignleft">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.pixelio.de/details.php?image_id=264783&#38;mode=search"><img class="size-medium wp-image-3411" title="PICT0073" src="http://mt1820today.wordpress.com/files/2009/10/pict00735.jpg?w=300" alt="&#34;Newsletter&#34;" width="264" height="240" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Foto: St. Hofschlaeger/pixelio</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000080;"><span style="font-size:13pt;"><br />
Aufgrund größerer Arbeitsbelastung war es mir in den vergangenen acht Wochen nicht möglich, viel Zeit  in diesen Blog zu  investieren.</span></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000080;"><span style="font-size:13pt;">Die Beantwortung vieler Leserfragen, die Fortführung schon begonnener Themen und auch einige angefragte Buchbesprechungen mussten daher leider warten.</span></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000080;"><span style="font-size:13pt;">Doch ab sofort bin ich  &#8220;back to blog&#8221; <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  und hoffe, Ihnen mit regelmäßigen Artikeln wieder einige Anregungen geben zu können.</span></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000080;"><span style="font-size:13pt;">In den vergangenen Monaten sind insbesondere Fragen zur Stiftshütte bzw. dem Zelt der Zusammenkunft, zu König Nebukadnezar bzw. seinem prophetischen Traum <a title="&#34;Daniel 2&#34;" href="http://www.bibel-online.net/buch/27.daniel/2.html" target="_blank">(vgl. Daniel 2)</a>, zum jüdischen Tempel bzw. dem Tempel, der im Buch des Propheten Hesekiel beschrieben wird, zum Reich Gottes, zu den Gleichnissen im Matthäusevangelium, zur Reinkarnation und ihrer (Nicht-)Vereinbarkeit mit dem christlichen Glauben, zu den Kamelen in der Bibel, zu &#8220;Glauben und Werke&#8221;, Bekehrung, Wiedergeburt, Taufe, Versiegelung und vielen anderen Themen eingegangen.</span></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000080;"><span style="font-size:13pt;">Wenn Sie Fragen zu diesen Themen oder zu Buchbesprechungen (z.B. &#8220;The Shak&#8221;/&#8221;Die Hütte&#8221;) eingesandt haben, wenn Sie auf die Fortführung begonnener Themen (Gebet, Suizid aus christlicher Sicht, Unterscheidung: Israel und die Versammlung/Gemeinde, Heilszeitalter in der Bibel u.a.) warten, dann sollten Sie in den nächsten Wochen immer mal wieder auf dieser Seite vorbei schauen &#8211; oder noch besser! &#8211; Mt. 18:20 Today per RSS-Feed abonnieren. Dazu brauche Sie nur auf folgenden Button klicken:<br />
</span></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000080;"><span style="font-size:13pt;"><a href="http://mt1820today.wordpress.com/feed/"><img class="size-full wp-image-3403 aligncenter" title="red_rss_globe5" src="http://mt1820today.wordpress.com/files/2009/10/red_rss_globe52.gif" alt="red_rss_globe5" width="125" height="125" /></a></span></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000080;"><span style="font-size:13pt;"> </span></span></p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000080;"><span style="font-size:13pt;">Selbstverständlich können  Sie Neues von dieser Seite auch über Twitter empfangen. Ein Klick  auf folgenden Button genügt:<br />
<span style="color:#000080;"><span style="font-size:13pt;"> </span></span><span style="color:#000080;"><span style="font-size:13pt;"> </span></span><br />
<span style="color:#000080;"><span style="font-size:13pt;"> </span></span><span style="color:#000080;"><span style="font-size:13pt;"><a href="http://twitter.com/JNJ"><img class="aligncenter" title="By: TwitterButtons.com" src="http://www.twitterbuttons.com/images/ex/nt6.png" alt="" width="129" height="52" /></a></span></span><br />
<span style="color:#000080;"><span style="font-size:13pt;"><br />
</span></span></span></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000080;"><span style="font-size:13pt;">Ich freue mich auf Ihre Anregungen, Anmerkungen, Kritiken, Verbesserungsvorschläge etc., sei es per Telefon, Mail oder via Kommentarfunktion!</span></span></p>
<p style="text-align:left;"><a href="http://www.stumbleupon.com/submit?url=http://mt1820today.wordpress.com/%26title%3DThe%2BArticle%2BTitle"> <img class="alignleft" src="http://cdn.stumble-upon.com/images/32x32_thumb.gif" border="0" alt="" /></a></p>
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</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Neues DUDEN-«Wörterbuch der Szenesprachen»]]></title>
<link>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/10/25/duden-woerterbuch-der-szenesprachen_rezension_glarean-magazin/</link>
<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 18:16:55 +0000</pubDate>
<dc:creator>Walter Eigenmann</dc:creator>
<guid>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/10/25/duden-woerterbuch-der-szenesprachen_rezension_glarean-magazin/</guid>
<description><![CDATA[. Sprache zwischen Mitteilung und Beziehung Walter Eigenmann . Der allgemeine Sprachgebrauch reflekt]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#ff0000;">Sprache zwischen Mitteilung und Beziehung</span></h2>
<p style="text-align:center;"><em>Walter Eigenmann</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://szenesprachenwiki.de/words/verzeichnis/" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-9867" title="Duden_Szenesprachen_Cover" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/duden_szenesprachen_cover.jpg" alt="Duden_Szenesprachen_Cover" width="230" height="346" /></a>Der allgemeine Sprachgebrauch reflektiert bekanntlich gesellschaftliche Veränderungen sehr nachhaltig, und am unmittelbarsten, für ein konventionelles Sprachverständnis möglicherweise am provokativsten dokumentiert sich dieser Wandel in den (zumal jugend-)sprachlichen Mainstreams des Internets. Typische <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Web_2.0" target="_blank">Web-2.0</a>-Ausprägungen wie «<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Twitter" target="_blank">Twitter</a>» oder «<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Facebook" target="_blank">Facebook</a>», als Social-Networks englisch-global und omnipräsent, schaffen hier nicht nur einen Zwang zur Verknappung des Ausdrucks, sondern auch zur Individualisierung, gleichzeitig Plakativierung von Sprache. Nicht mehr Reflexion bzw. Information im herkömmlichen Sinne stehen hier an erster Stelle, sondern Codierung, verbunden mit maximaler Subjektivität.<br />
Doch noch immer, unabhängig von Stil und Grammatik, stiftet Sprache vor allem Identität, eigentlich auch Abgrenzung &#8211; bei Gruppen, bei überregionalen Zusammenschlüssen, bei ganzen Bevölkerungsschichten. In dieser Situation einer gewissen Hermetik der verschiedenen «Social Lifes» und einer die Kommunikation der Generationen behindernden, teils radikalen Heterogenität des Wortschatzes kommen «Übersetzungshilfen» wie das jüngst erschienene «<a href="http://www.duden.de/deutsche_sprache/szenesprachen/" target="_blank">DUDEN-Wörterbuch der Szenesprachen</a>» gerade recht.</p>
<p style="text-align:justify;">Wer als über Vierzigjähriger und damit oft der «angesagten» Slangs völlig Unkundiger quasi den semantischen Anschluss sucht, kriegt damit nun ein Wörterbuch in die Hand, das ihn zwar auch nicht jünger, aber vielleicht aufgeschlossener macht&#8230; Basis dieses neuen Szene-Dictionaires aus dem Hause <a href="http://szenesprachenwiki.de/words/verzeichnis/" target="_blank">DUDEN</a> bildet ein auf der deutschen Plattform <a href="http://szenesprachenwiki.de/" target="_blank">Szenesprachenwiki.de</a> interaktiv erstelltes und suksessive angehäuftes Online-Wörterbuch. In Zusammenarbeit mit dem «<a href="http://trendbuero.de/index.php" target="_blank">Trendbüro</a>» hat man nun das Begriffsmaterial in ein handliches Taschenbuch gegossen und es dabei sechs gesellschaftlichen «Scenes» zugeordnet: «Social Life», «Techlife», «Nightlife», «Stylelife», «Serious Life» und «Medialife».</p>
<div id="attachment_9885" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.n24.de/news/newsitem_5137630.html" target="_blank"><img class="size-full wp-image-9885" title="Overchicked" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/overchicked.jpg" alt="Overchicked" width="300" height="201" /></a><p class="wp-caption-text">«OVERCHICKED: Wenn das it-Girl den Schmacko links liegen lässt und mit dem Hässlo ausgeht, ist Letzterer definitiv overchicked.»</p></div>
<p style="text-align:justify;">Die beiden herausgebenden Organisationen schlugen dabei einen neuen, durchaus einleuchtenden Weg der redaktionellen Aufbereitung ein: Die Benutzerinnen und Benutzer (prägnant-moderner: «User»&#8230;) hatten die Möglichkeit, mit ihren persönlichen Wortfavoriten bzw. Kommentaren direkten Einfluss auf die Entstehung des Wörterbuches zu nehmen. Bei diesem Vorgehen garantiert der Band natürlich ein Höchstmaß an Authenzität und Vielfalt, wenngleich nicht zwangsläufig auch Verbindlichkeit und Repräsentanz. Sicher aber ist damit eine ganz spezielle Facette von «Wörterbuch» entstanden, deren Unterhaltungs- den Informationswert fast noch übersteigt: Das Buch dokumentiert eine sprachbildnerische Vielfalt, eine kreative Wort-Phantasie, eine Lebendigkeit der Sprachemotionalität und eine Assimiliationsfähigkeit v.a. des Anglikanischen, die den Unvorbereiteten erst befremden mag, dann aber zunehmend fasziniert (siehe die Leseproben im Anhang). Die Lektüre gerät so zum unterweisenden Nachschlagewerk, aber auch zur sprachlich lustvollen Horizonterweiterung. Sehr nützlich! Sehr amüsant! «Out-Of-The-Box», sozusagen&#8230; ■</p>
<p style="text-align:justify;"><em>DUDEN &#38; Trendbüro, Das neue Wörterbuch der Szenesprachen, Dudenverlag Mannheim, 208 Seiten, ISBN 978-3411710928</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:center;"><strong>Leseproben</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/leseprobe11.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-9876" title="Leseprobe1" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/leseprobe11.jpg" alt="Leseprobe1" width="715" height="1103" /></a><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/leseprobe2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-9877" title="Leseprobe2" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/leseprobe2.jpg" alt="Leseprobe2" width="715" height="1063" /></a><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/leseprobe3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-9878" title="Leseprobe3" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/leseprobe3.jpg" alt="Leseprobe3" width="715" height="1089" /></a><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/leseprobe4.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-9879" title="Leseprobe4" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/leseprobe4.jpg" alt="Leseprobe4" width="715" height="1109" /></a><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/leseprobe5.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-9880" title="Leseprobe5" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/leseprobe5.jpg" alt="Leseprobe5" width="715" height="1048" /></a></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Klimawandel und Gerechtigkeit - Solidarität mit den Armen]]></title>
<link>http://politbuch.wordpress.com/2009/10/19/klimawandel-und-gerechtigkeit-der-wahrheit-auf-den-grund-gehen/</link>
<pubDate>Mon, 19 Oct 2009 22:54:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>Politbuch-Redaktion</dc:creator>
<guid>http://politbuch.wordpress.com/2009/10/19/klimawandel-und-gerechtigkeit-der-wahrheit-auf-den-grund-gehen/</guid>
<description><![CDATA[Andreas Lienkamp (2009): Klimawandel und Gerechtigkeit &#8211; Eine Ethik der Nachhaltigkeit in chri]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em>Andreas Lienkamp (2009): Klimawandel und Gerechtigkeit &#8211; Eine Ethik der Nachhaltigkeit in christlicher Perspektive. Paderborn: Ferdinand Schöningh. 58 €</em></p>
<p>Klimawandel ist keine schicksalhaft auftauchende Naturkatastrophe, gegen die es kein Entrinnen gibt. Es ist auch keine rein naturwissenschaftliche Herausforderung, die sich nur den Meteorologen und Klimatologen erschließt. Vielmehr ist der Klimawandel eine schleichende, anthropogene Katastrophe, die noch zu verhindern ist, wenn der Homo politicus sich als vernünftig erweist und Konsequenzen aus den bisher angerichteten Schäden zieht. Das Menetekel an der Wand ist unübersehbar. Dennoch scheinen Politiker der Industriestaaten derzeit unwillig, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Sie laden damit aus ethischer Sicht Schuld auf sich, wie Andreas Lienkamp in seiner ausgezeichneten Habilitationsschrift &#8220;Klimawandel und Gerechtigkeit&#8221; darstellt. Er ist nicht der Einzige, der so denkt. </p>
<p>Wenn Stefan Rahmstorf und Hans Joachim Schellnhuber vom &#8220;Potsdam Institut für Klimafolgenforschung&#8221; in ihrem Buch <em>&#8220;Der Klimawandel. Diagnose. Prognose. Therapie&#8221;</em> darauf hinweisen, dass vor allem &#8220;die Ärmsten, die zu dem Problem kaum etwa beigetragen haben, (&#8230;) den Klimawandel womöglich mit ihrem Leben bezahlen müssen&#8221; (2006: 78), dann verweist dies     auf die große &#8220;moralische Last&#8221; des Klimawandels und derer, die ihn verursachen.</p>
<p>Andreas Lienkamp hat ein Schlüsselthema des frühen 21. Jahrhunderts aufgegriffen und dabei den Nerv der Zeit getroffen: &#8220;Dass die anthropogene Beeinflussung des globalen Klimas eine Frage der<em> Gerechtigkeit</em> und eines der zentralen <em>ethischen</em> Probleme der Gegenwart darstellt, ist also nicht die Sondermeinung exzentrischer Moralisten oder überbesorgter Umweltschützer&#8221; (Lienkamp 2009: 19). Auch die &#8220;United Nations Conference on Environment and Develeopment&#8221; (UNCED)  &#8211; der berühmte Erdgipfel von Rio 1992 &#8211; hat diesen Zusammenhang zwischen Klimasystem und Gerechtigkeit und dem Wohl heutiger und künftiger Generationen bereits formuliert. Lienkamp nennt darüber hinaus als Kronzeugen Nicholas Stern, Al Gore und Papst Johannes Paul II.</p>
<p>Mit dem Hinweis auf den verstorbenen Papst wird auch der Bogen zur christlichen Sicht geschlagen. Für Lienkamp ist dies der Ansatzpunkt, eine &#8220;Ethik der Nachhaltigkeit aus christlicher Perspektive&#8221; zu entwickeln, die er schlüssig begründet. Die Studie bereitet zunächst die wesentlichen aktuellen Informationen zu Klima, Klimasystem und Klimawandel auf und analysiert sie. </p>
<p>Als Folgen des anthropogenen Klimawandels werden unter anderem die „Schrumpfung der arktischen Meereisbedeckung“ (105), der „Rückgang der außerpolaren Kryosphäre“ (111), der Anstieg des Meeresspiegels, die „Versauerung des ozeanischen Oberflächenwassers“ (118), die Zunahme extremer Wetterereignisse (Hitze, Dürre, Stürme, Starkniederschläge, Überschwemmungen) sowie die Verringerung der Biodiversität beschrieben. Anknüpfend an John Rawls und Nicholas Sterns stellt Lienkamp in diesem Zusammenhang extremes Marktversagen fest.</p>
<p>Gegen diese massive Ungerechtigkeit helfe nur eine Ethik der Nachhaltigkeit. Diese sei dringend geboten. Es gebe weltweit &#8211; vor allem bei den entwickelten Ländern &#8211;  eine „ethische Verpflichtung zum Handeln“ (365). Notwendig sei eine globale, integrierte Klimapolitik. Neben politischen Entscheidungen auf internationaler Ebene, technischen und finanzpolitischen Veränderungen gehörten dazu eine globale Armutsbekämpfung, internationale Joint Ventures und eine verstärkte Partizipation mit dem Ziel der „Inklusion der Nichtbeteiligten“. (432) In Lienkamps Konzeption ist Gerechtigkeit das zentrale Urteilskriterium. Er fordert daran anknüpfend schlüssig „Klimaschutz in Solidarität mit den (potenziellen) Opfern“ (361) und zum Schutz der Schöpfung sowie zur Verhinderung von Konflikten und Kriegen. </p>
<p>Der Autor räumt auch mit der Legende auf, es sei sinnvoller, den Hunger zu bekämpfen als den Klimawandel. Diese Alternative stelle sich nicht, da der Klimawandel das Gerechtigkeitsdilemma verschärfe. </p>
<p>Andreas Lienkamp hat ein wichtiges Buch zu den Top-Themen Klimawandel und Gerechtigkeit geschrieben, das den Nerv der Zeit trifft, Alternativen aus christlich-ethischer Perspektive darstellt und Politikern, die nicht handeln wollen, die gelbe Karte zeigt.  Gewidmet hat er es  seinen Kindern, die ihm &#8220;täglich vor Augen führen, was die allzu abstrakte Rede von den &#8216;nachrückenden Generationen&#8217; bedeutet&#8221;. </p>
<p>Vorgelegt wurde die Habilitationsschrift an der Fakultät Katholische Theologie der Universität Bamberg.</p>
<p>Armin König </p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Hans Sahl: «Die Gedichte»]]></title>
<link>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/10/13/hans-sahl_die-gedichte_luchterhand_rezension-glarean-magazin/</link>
<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 11:00:09 +0000</pubDate>
<dc:creator>Walter Eigenmann</dc:creator>
<guid>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/10/13/hans-sahl_die-gedichte_luchterhand_rezension-glarean-magazin/</guid>
<description><![CDATA[. «&#8230;was sonst jeder Beschreibung spottet» Walter Eigenmann . Ein Mann, den manche für weise hi]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#ff0000;">«&#8230;was sonst jeder Beschreibung spottet»</span></h2>
<p style="text-align:center;"><em>Walter Eigenmann</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.randomhouse.de/book/edition.jsp?edi=271504" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-9577" title="Hans-Sahl_Die-Gedichte_Luchterhand" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/hans-sahl_die-gedichte_luchterhand.jpg" alt="Hans-Sahl_Die-Gedichte_Luchterhand" width="240" height="382" /></a>Ein Mann, den manche für weise<br />
hielten, erklärte, nach Auschwitz<br />
wäre kein Gedicht mehr möglich.<br />
Der weise Mann scheint<br />
keine hohe Meinung<br />
von Gedichten gehabt zu haben -<br />
als wären es Seelentröster<br />
für empfindsame Buchhalter<br />
oder bemalte Butzenscheiben,<br />
durch die man die Welt sieht.<br />
Wir glauben, dass Gedichte<br />
überhaupt erst jetzt wieder möglich<br />
geworden sind, insofern nämlich als<br />
nur im Gedicht sich sagen lässt,<br />
was sonst<br />
jeder Beschreibung spottet.</p>
<p style="text-align:justify;">Hans Sahl, der Autor dieses Gedichtes «Memo», schrieb so in seinem zweiten zu Lebzeiten eigenhändig redigierten Lyrik-Band «Wir sind die Letzten» (1933-1975). Und die Zeilen fokussieren programmatisch, was mit Sahl einer der fruchtbarsten und zugleich am wenigsten bekannten Exil- und Nachkriegs-Lyriker deutscher Sprache zu sagen hatte. Sein lyrisches Schaffen legt nun der Luchterhand Verlag in einer Gesamtausgabe «Die Gedichte» vor &#8211; und dokumentiert damit erstmals vollständig eine Lyriker-Stimme von hoher Intensität und Authentizität.<br />
Es scheint, als wäre diesem Schriftsteller, Übersetzer, Theaterkritiker und Kulturkorrespondent einfach alles zu Lyrik geronnen, was an Biographischem zugestoßen ist &#8211; Poesie als lebenslängliche Konstante.<br />
Schon 1926 schreibt der 24-Jährige:</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">Ich wäre gern in einer Zeit geboren<br />
Mit Blumenmustern, bunt gestickten Decken<br />
Gedämpftem Saitenspiel von Schlossemporen<br />
Und Schäferspielen hinter Taxushecken.<br />
[...]<br />
Doch weil ich nun in diese Zeit verschlagen,<br />
will ich sie auch mit Anstand für mich brauchen<br />
und seine Meinung zu den Dingen sagen<br />
und zu ihr stehn und meine Pfeife rauchen.</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;">Dann Jahre später, 1943 in New York, als Geflüchteter:</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">Ja, ich bin allein, und ich weiß es<br />
Viele sind wie ich, aber es kümmert sie nicht<br />
und sie zeugen Kinder nach altem Brauch<br />
sitzen in eisgekühlten Palästen<br />
gehen umher und tragen bunte Krawatten<br />
wie das Gesetz es befahl<br />
Ich aber bin gefangen im Stein</p>
</blockquote>
<div id="attachment_9578" class="wp-caption alignright" style="width: 140px"><a href="http://www.randomhouse.de/webarticle/webarticle.jsp?aid=10407&#38;mid=1364" target="_blank"><img class="size-full wp-image-9578" title="Hans Sahl" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/hans-sahl.jpg" alt="Hans Sahl" width="130" height="188" /></a><p class="wp-caption-text">Hans Sahl (1902-1993)</p></div>
<p style="text-align:justify;">Schließlich 1973 der zurückgekehrte Mahnende:</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">Wir, die wir unsre Zeit vertrödelten<br />
aus begreiflichen Gründen<br />
sind zu Trödlern des Unbegreiflichen geworden<br />
Unser Schicksal steht unter Denkmalschutz<br />
Unser bester Kunde ist das<br />
schlechte Gewissen der Nachwelt<br />
Greift zu, bedient euch<br />
Wir sind die Letzten<br />
Fragt uns aus<br />
Wir sind zuständig</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;">Und endlich ganz zum Schluss, ungefähr ein Jahr vor seinem Tod:</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">Ich gehe langsam aus der Zeit heraus<br />
in eine Zukunft jenseits aller Sterne<br />
und was ich war und bin und immer bleiben werde<br />
geht mit mir ohne Ungeduld und Eile<br />
als wäre ich nie gewesen oder kaum.</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;">Nein, Formalismus, Hermetik, abstrakte Ästhetik oder besondere Artistik ist dem Schaffen dieses zeitlebens moralisch wie politisch hochbeteiligten Bekenntnis-Lyrikers nicht zuzuordnen. Wohl aber bilderreichste, fast sinnlich greifbare Metaphorik &#8211; und immer seine Omnipräsenz der Aufrichtigkeit und der Unbestechlichkeit:</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">Gib dich zufrieden mit dem<br />
was du noch hast<br />
deinen Mund, deine Gebeine<br />
freue dich darüber<br />
weine.<br />
Zähle nicht bis drei.<br />
Eins genügt.<br />
Vielleicht auch zwei<br />
Bei drei wird&#8217;s schon wer<br />
bei drei gibt&#8217;s dich nimmermehr.<br />
Da fressen dich die Raben.<br />
Amen.</p>
<p style="text-align:justify;">(aus «Dann», 1985)</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;">Schicksal, Liebe, Nacht, Gott, Ich, Zeit, Herz, Lust, Tod &#8211; solche Jahrtausende alt-mächtigen Wörter auch am Ende des katastrophalen 20. Jahrhunderts noch mitten in den Lauf der eigenen und aller Dinge zu stellen scheute sich Sahl nie; er wusste um ihre Wirkung aus dem Munde eines Dichters, der sie hautnaher als die meisten zu spüren bekommen hatte:</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">De Profundis</p>
<p style="text-align:justify;">Ich bin der Zeit und ihrem Reim entfremdet,<br />
Es hat die Zeit mir meinen Reim entwendet.</p>
<p style="text-align:justify;">Wo Welten stürzen, Völker sich vernichten,<br />
Kann sich das Wort zum Reim nicht mehr verdichten.</p>
<p style="text-align:justify;">Wer wagt es noch, das Grauen zu besingen,<br />
Dem Ungereimten Reime zu entringen,</p>
<p style="text-align:justify;">Wer, der noch Worte hat, im Wort zu wildern,<br />
Den Knochenfraß der Sprache zu bebildern</p>
<p style="text-align:justify;">Und leichten Sinn&#8217;s, wo alle Worte fehlen,<br />
Den Totentanz nach Silben abzuzählen?</p>
<p style="text-align:justify;">Ich bin dem Reim in dieser Zeit entfremdet,<br />
Es hat die Zeit mir meinen Reim entwendet.</p>
<p style="text-align:justify;">Schwer ist mein Mund, und meine Lippen finden<br />
Die Kraft nicht mehr, die Sätze zu verbinden.</p>
<p style="text-align:justify;">Hier liege ich, verworfen von Epochen,<br />
Es ist das letzte Wort noch nicht gesprochen,</p>
<p style="text-align:justify;">Es ist der letzte Reim noch nicht gefunden<br />
Auf diesen Jammer und auf diese Wunden.</p>
<p style="text-align:justify;">Der tiefste Schrei, den je ein Mensch vernommen,<br />
Er wird von uns, aus unserem Schweigen kommen.</p>
</blockquote>
<div id="attachment_9585" class="wp-caption alignright" style="width: 290px"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung" target="_blank"><img class="size-full wp-image-9585" title="Buecherverbrennung_Nazi-Deutschland_1933" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/buecherverbrennung_nazi-deutschland_19331.jpg" alt="Buecherverbrennung_Nazi-Deutschland_1933" width="280" height="227" /></a><p class="wp-caption-text">Frühjahr 1933: In allen Städten verbrennt Deutschland die Werke seiner besten Dichter und Denker</p></div>
<p style="text-align:justify;">Der 31-jährige Sahl muss, als Sohn eines jüdischen Industriellen in Dresden geboren, vor der Hitlerei fliehen &#8211; auf einem Fluchtweg, den so mancher Emigrant vor ihm schon gegangen war: Frankreich, Portugal, dann an die amerikanische Ostküste, nach New York. Hier entstehen &#8211; und werden gar gedruckt! &#8211; seine «Hellen Nächte», der Lyrik-Erstling. Er erscheint allerdings erst 1942, aufgrund des überzeugten Verlegers Barthold Fles &#8211; da ist Autor Sahl (bis anhin «nur» Kulturkorrespondent, Feuilletonist und Kurzprosaist) bereits ein 40-jähriger, doch nahezu unbekannter Literat. Ungeachtet der misslichen Situation der Publikationsmöglichkeit für Lyrik in Amerika schreibt und schreibt Sahl jedoch weiter, einfach für die Schublade, Gedicht an Gedicht, zum Beispiel:</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">Selbstportrait</p>
<p style="text-align:justify;">Was bleiben wird von mir? Nur Dunkelheiten,<br />
Und ein Gesicht, das manchmal schüchtern lachte<br />
Und sich Gedanken über dies und jenes machte<br />
Und in den Abend sah und zu gewissen Zeiten</p>
<p style="text-align:justify;">Sich über fremde Züge liebend neigte<br />
Und Worte sagte, die man ihm nicht glaubte,<br />
Und nichts verstand und manchmal sich erlaubte<br />
Ein Mensch zu sein und keine Reue zeigte.</p>
<p style="text-align:justify;">Was bleiben wird? Nur dies. Ein Unterfangen,<br />
Zu groß begonnen und dann abgebrochen,<br />
Ein Wort, verwundert in die Nacht gesprochen<br />
Und mit den andern in die Nacht gegangen.</p>
</blockquote>
<div id="attachment_9579" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/new-york_unionsquare.jpg"><img class="size-full wp-image-9579" title="New York_UnionSquare" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/new-york_unionsquare.jpg" alt="New York_UnionSquare" width="300" height="290" /></a><p class="wp-caption-text">New York in den 40er Jahren: Der Union Square</p></div>
<p style="text-align:justify;">Gleichzeitig ist der Dichter Sahl ein bedeutender Übersetzer, widmet sich vielbeachtet insbesondere den Amerikanern Maxwell Anderson, Arthur Miller, Thornton Wilder und Tennessee Williams. Schließlich geht er 1953 nach Deutschland zurück &#8211; wo der Sozialist Sahl im rechtskonservativen Adenauer-Klima, aber auch wegen Zerwürfnissen mit linksideologisch Bornierten zu einer literarischen Unperson wird, von der das kulturelle Europa keinerlei Notiz nimmt. Sahl ist abermals Emigrant, diesmal im eigenen Land. Wie hatte er damals in «Marseille III» geklagt?</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">Warum bin ich nicht längst schon ausgezogen<br />
Aus diesem Loch, wo mich die Würmer fressen<br />
Und tote Seelen umgehn im Gemäuer?<br />
Fern über dem Atlantik ziehn Gewitter,<br />
Es kam schon lange nichts mehr mit dem Clipper,<br />
Man gibt mich auf, bald bin dich ganz vergessen<br />
Und will nichts mehr und streck&#8217; mich nach der Decke<br />
In dem Hottel, in dem ich hier verrecke.</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;">Erneut flieht Sahl, diesmal nicht ums Leben bangend, sondern enttäuscht über die Ignoranz des Literaturbetriebes der frühen 50-er Jahre links wie rechts, geht 1953 zum zweiten Mal in die USA, wo Gedichte entstehen wie:</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">Schlaflos in New York</p>
<p style="text-align:justify;">Hörst du<br />
sehr fern in der Nacht<br />
die apokalyptischen Rosse<br />
den Schlaflosen wecken?<br />
Kamen sie,<br />
um ihn zu erschrecken<br />
mit dem Gedröhn<br />
ihrer Propeller?<br />
Siehe,<br />
es wird schon heller<br />
hinter dem Fenster,<br />
aber unter dem Bett<br />
schläft noch immer<br />
das Dunkel,<br />
schläft die Nacht<br />
mit offenen Augen.<br />
Und wartet<br />
auf dich.</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;">1989 kehrt schließlich der in jeder Beziehung ewige Exilant endgültig in sein Geburtsland zurück, wo er inzwischen erkannt und bekannt wurde. Doch der Ton des nun 87-jährigen Dichters ist bitter und mischt sich mit Angriffslust. «Zu spät», antwortet der Zurückgekehrte auf die Bemerkung, dass mittlerweile doch eine Wiederentdeckung des Vergessenen stattgefunden habe &#8211; und in seinen Zeilen «Exil» heißt es:</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">Es ist so gar nichts mehr dazu zu sagen.<br />
Der Staub verweht.<br />
Ich habe meinen Kragen hochgeschlagen.<br />
Es ist schon spät.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Winde kreischt. Sie haben ihn begraben.<br />
Es ist so gar nichts mehr dazu zu sagen.<br />
Zu spät.</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;">Das kulturoffizielle Deutschland ehrt zu schlechter Letzt den Heimgekehrten mit verschiedenen Auszeichnungen, u.a. 1982 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz und in seinem Todesjahr mit dem Lessing-Preis des Freistaates Sachsen. Doch angekommen in einem allgemeinen literarischen Bewusstsein oder gar im Deutschunterricht ist er als einer der wichtigsten Lyriker der Nachkriegszeit noch immer nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">In dieser Situation leistet das nun vorliegende, umfassende lyrische Sahl-Kompendium wertvollste Mitarbeit. Der Band weist Hans Sahl aus als einen hochsensiblen Stenographen eines ganzen Jahrhunderts, als einen, der gezwungen war, künstlerisch mitzuschreiben bei all dem vielen, auch vielen Ungeheurlichen, das in seine Zeit fiel.  Bleibt zu hoffen, dass diese Edition der beiden Herausgeber Nils Kern und Klaus Siblewski eine &#8211; endlich &#8211;  breite Sahl-Rehabilitation  einläutet. ■</p>
<p style="text-align:justify;"><em><a href="http://www.kuenstlerkolonie-berlin.de/bewohner/sahl.htm" target="_blank">Hans Sahl</a>, Die Gedichte, <a href="http://www.randomhouse.de/luchterhand/" target="_blank">Luchterhand Verlag</a>, 336 Seiten, ISBN 978-3-630-87288-9</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Christoph Drösser: «Hast du Töne?»]]></title>
<link>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/10/07/christoph-droesser-hast-du-toene-musikalitaet-rezension_rowohlt/</link>
<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 18:00:26 +0000</pubDate>
<dc:creator>Walter Eigenmann</dc:creator>
<guid>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/10/07/christoph-droesser-hast-du-toene-musikalitaet-rezension_rowohlt/</guid>
<description><![CDATA[. «Jeder ist musikalisch!» Walter Eigenmann . Gleich im frühesten Vorwort seiner neuen Veröffentlich]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#ff0000;">«Jeder ist musikalisch!»</span></h2>
<p style="text-align:center;"><em>Walter Eigenmann</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.hast-du-toene.com/de/buch.php" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-9439" title="Droesser_Hast du Toene_Cover_Rowohlt" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/droesser_hast-du-toene_cover_rowohlt.jpg" alt="Droesser_Hast du Toene_Cover_Rowohlt" width="250" height="411" /></a>Gleich im frühesten Vorwort seiner neuen Veröffentlichung «Hast du Töne? &#8211; Warum wir alle musikalisch sind» steckt der Hamburger Wissenschaftsjournalist <a href="http://www.hast-du-toene.com/de/droesser_vita.php" target="_blank">Christoph Drösser</a> einen fulminanten Claim ab: «In diesem Buch schreibe ich selten über konkrete Musik, sondern vor allem über das, was man in den letzten Jahren über Musik herausgefunden hat. Die meisten Erkenntnisse, die ich zitiere, sind nach dem Jahr 2000 veröffentlicht worden, und das zeigt, dass hier ein Forschungsgebiet geradezu explodiert, und die Resultate insbesondere der Hirnforscher erschüttern so manche alte Überzeugungen. Vor allem die, dass die meisten Menschen unmusikalisch wären. Musikalität ist vielmehr eine Eigenschaft, die praktisch jeder von uns besitzt. Trotzdem hören wir zwar immer mehr Musik, aber wir musizieren immer weniger. Ich würde gern ein bisschen dazu beitragen, dass sich das ändert.» Provokativ und therapeutisch zugleich also geht der 51-jährige studierte Mathematiker und <a href="http://www.nostringsattached.de/" target="_blank">Amateur-Sänger Drössel</a> ans Werk &#8211; und ums vorwegzunehmen: mit Erfolg bei wohl so ziemlich jeder Art von Leserschaft.</p>
<div id="attachment_9436" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.rowohlt.de/autor/Christoph_Droesser.08102009.3772.html" target="_blank"><img class="size-full wp-image-9436" title="Christoph Drösser" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/christoph-drosser.jpg" alt="Christoph Drösser" width="150" height="189" /></a><p class="wp-caption-text">Christoph Drösser (*1958)</p></div>
<p style="text-align:justify;">Dass der Autor, als thematisch breit tätiger TV-Redakteur, -Journalist und Print-Kolumnist, vom populärwissenschaftlichen Feuilleton herkommt, merkt man seiner Monographie auf Schritt und Buchstabe an, und seine dezidiert journalistische, nonstop vergnügliche Aufbereitung kompliziertester Forschungsergebnisse &#8211; bereits bekannt u.a. aus seinen Büchern «Der Mathematikverführer» (2007) oder «Wenn die Röcke kürzer werden, wächst die Wirtschaft» (2008) &#8211; feiert auch in «Hast du Töne?» amüsante, aber eben gleichzeitig informative Urständ.<br />
Dabei hat er&#8217;s nicht leicht mit einem Forschungsgebiet, welches in der Tat während der vergangenen Jahre dank vielfältiger technischer Hochrüstung enormen Erkenntniszuwachs präsentieren konnte (siehe hierzu u.a. im «Glarean Magazin»: «<a href="http://glareanverlag.wordpress.com/2009/05/28/lutz-jaencke_macht-musik-schlau/" target="_blank">Macht Musik schlau?</a>»). In zehn Kapiteln muss Drössel denn eine beeindruckende Menge und Vielfalt an musikwissenschaftlichen Zahlen, Fakten und Einsichten resümmieren, für die drei mal hundert Buchseiten eigentlich allenfalls bloß die Ouvertüre liefern können.</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/droesser_hast-du-toene_buchzitate.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-9442" title="Droesser_Hast du Toene_Buchzitate" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/10/droesser_hast-du-toene_buchzitate.jpg" alt="Droesser_Hast du Toene_Buchzitate" width="311" height="741" /></a>Des Autors Tour d&#8217;horizont beginnt mit der Widerlegung alter Vorurteile wie dem bereits erwähnten, dass Musikalität eine Göttergabe sei, über die nur Ausnahmebegabungen verfügten, und in diesem Zusammenhang auch, dass Hans nimmermehr könne, was Hänschen nicht gelernt hat; dass also «in puncto Musik der größte Teil der Menschen zum Zuhören veruteilt» sei. (Bei dieser Gelegenheit kriegen übrigens solche TV-Quotenhämmer wie «Deutschland sucht den Superstar» von Drössel ihr kräftig Stück Fett weg, aber ebenso die Haydn-Mozart-Beethoven-Anbeter mit ihrem unreflektierten «Genie-Kult»).</p>
<p style="text-align:justify;">Mit Fragen wie «Gibt es einen evolutionären Nutzen der Musik?» leitet Autor Drösser dann über zu grundlegenden Untersuchungen über die (prä)-historischen Ursprünge und Entwicklungen der menschlichen Musik, über ihre neurophysiologischen Determinanten, über den Anteil der Sozialisation am überdurchschnittlichen Musiziervermögen, oder auch über spezifisch Musikpsychologisches wie der «Grammatik der Musik» und der individuellen musikalischen Präferenzen. Weitere faszinierende, teils «klassische», teils moderne Gebiete streift Drösser mit Forschungsgegenständen wie: «Neue Musik», «Universeller Chill», «Amusie», «Ton-Farben», «Musik&#38;Emotion», «Schulmusik», «Computermusik» oder «Musik&#38;Autismus», um natürlich nur einige zu nennen.<br />
Wer unter der musikinteressierten Leserschaft nach statistischem Zahlenmaterial, nach wissenschaftlichen Fall-Studien oder nach apparatemedizinischer Grafik sucht, wird in Drössers «Hast du Töne?» nur sehr unterschwellig fündig. Wer sich aber eine ebenso vergnügliche wie breitest dokumentierte, dabei sehr flüssig und gleichzeitig spannend zu lesende Auseinandersetzung mit ein paar der bahnbrechenden Entwicklungen innerhalb der modernen Musikforschung gönnen will, der kommt hier, ob nun Musik-Hörender oder Musik-Ausführender, mit einer höchst anregenden Lektüre auf seine Kosten. Mehr noch: Drösser, ganz Medien-Experte, begnügt sich nicht mit Wörtern, sondern bezieht, maximal am Gegenstand orientiert, auch das Ohr mit ein: Im Buch eingestreut finden sich immer wieder <a href="http://www.hast-du-toene.com/de/hoeren.php" target="_blank">Hörhinweise</a>, denen man auf einer zugeordneten textbezogenen Internet-Seite direkt nachgehen kann. Christoph Drösser evoziert damit ein ausgesprochen abgerundetes Lektüre-Vergnügen, das neben viel Abstraktem eine gehörige Portion «Sinnliches» zugesellt. Ganz abgesehen davon, dass der mit Eloquenz plaudernde Autor immer mal wieder autobiographische Subjektivitäten seines eigenen, offensichtlich amüsanten Musiklebens einstreut und damit doppelte wissenschaftliche Authenzität (quasi im Selbstversuch) herstellt.  Kurzum: Musikfreundinnen und -freunde aller Couleur und Bildung stellen diesen seinen Band ohne Zweifel mit Gewinn ins private Bücherregal. ■</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Christoph Drösser: Hast du Töne? &#8211; Warum wir alle musikalisch sind, 320 Seiten, <a href="http://www.rowohlt.de/" target="_blank">Rowohlt Verlag</a>, ISBN 978-3498013288</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.rowohlt.de/fm/131/Droesser_Toene.pdf" target="_blank"><strong>Inhalt</strong> und <strong>Leseproben</strong></a></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;"> </span></p>
<p style="text-align:justify;">
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Siggi Liersch: «Köttelbug, ich &amp; andere», Kurzprosa]]></title>
<link>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/09/30/siggi-liersch-kottelbug-ich-andere-kurzprosa_collagen/</link>
<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 22:01:23 +0000</pubDate>
<dc:creator>Walter Eigenmann</dc:creator>
<guid>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/09/30/siggi-liersch-kottelbug-ich-andere-kurzprosa_collagen/</guid>
<description><![CDATA[. Literarische Reanimation des Dadaismus Bernd Giehl . Eines muss man Siggi Liersch ja lassen: Mut h]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#ff0000;">Literarische Reanimation des Dadaismus</span></h2>
<p style="text-align:center;"><em>Bernd Giehl</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.bod.de/index.php?id=296&#38;objk_id=237357" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-9250" title="Siggi Liersch_Koettelbug_Book on demand" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/09/siggi-liersch_koettelbug_book-on-demand.jpg" alt="Siggi Liersch_Koettelbug_Book on demand" width="250" height="355" /></a>Eines muss man Siggi Liersch ja lassen: Mut hat er. Schon das Bild des Autors auf dem Cover wirkt eher abschreckend. (Womöglich ist es mit einem extremen Weitwinkelobjektiv aufgenommen worden, einem sogenannten „Fisheye», das den Abgebildeten dicker macht, als er wirklich ist&#8230;) Dass dieses Bild allerdings nicht zufällig ausgewählt, sondern Programm ist, merkt man bald, wenn man den einen oder anderen der «Kurzprosa» genannten Texte aufschlägt.<br />
In den ersten beiden Teilen, «Köttelbug» und «ich», ist keiner länger als eine Seite. Die meisten Texte haben einen Umfang von einer drittel bis einer halben Seite. Es handelt sich um ins Groteske gesteigerte Beobachtungen aus dem Alltag, oder dann um Traumsequenzen. Ein Kartenspieler sitzt in einem Raum, in dem die Vorhänge zugezogen sind und gewinnt eine halbe Frau, vom Bauchnabel abwärts, die zudem aussätzig ist. Er möchte ins Freie, wo Geckos an Holzmasten sitzen und von denen einer gerade seine halbe Frau verspeist. («Spiel»). In einem anderen Text («Avantgarde») verwirklicht ein bisher unbekannter Komponist namens Molotow  («nicht zu verwechseln mit einem gleichnamigen, politisch orientierten Namensvetter») den Traum der Futuristen aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts und bringt in Bayreuth bei den Wagner-Festspielen ein Orchester auf die Bühne, das statt mit Violinen, Oboen und Blechblasinstrumenten mit Maschinengewehren, Panzerfäusten und Splitterbomben bewaffnet ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Offensichtlich hat da einer den <a href="http://www.literaturwelt.com/epochen/avantgarde.html" target="_blank">Dadaismus</a>, jene von Hugo Ball, Tristan Tzara, Hans Arp und anderen 1916 in Zürich erfundene Kunstrichtung, noch einmal für sich neu gefunden. Eine schöne Definition von «Dada» habe ich im «Funkkolleg Moderne Literatur» von 1993 gefunden. Laut Tristan Tzara und Richard Huelsenbeck  kam «Dada [...] aus dem Leib eines Pferdes als Blumenkorb.» (Studienbrief 4, 12/6) Oder anders gesagt: Dada verbindet möglichst disparate Elemente zu einem Ganzen. Dinge werden montiert, die in der Realität sonst nichts miteinander zu tun haben. In  den Texten des studierten Germanisten Siggi Liersch feiert dieses Prinzip Wiederauferstehung. Auch die über das Buch verstreuten Collagen sind im Stil des Dadaismus gehalten.<br />
Ob man das alles ernst nehmen muss? Meiner Meinung nach sind es eher sinnfreie Texte, die mit der Realität nicht allzu viel zu tun haben. Aber über Dada und die Frage, ob es einen Sinn im Unsinn gibt,  lässt sich bekanntlich wunderbar streiten. Wobei man in einer Zeit, in der eine Partei Steuersenkungen fordert, obwohl sie weiß, dass der Staat so hoch verschuldet ist wie nie zuvor, schon einmal darüber nachdenken kann, ob das Groteske nicht langsam immer mehr zur Realität wird und man der Realität (allenfalls) noch mit Satire beikommen kann&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;"><em><a href="http://www.schulserver.hessen.de/moerfelden-walldorf/bertha-von-suttner/Presse/presse_archiv_144.htm" target="_blank">Siggi Liersch</a>, Köttelbug, ich &#38; andere, Kurzprosa und Collagen, 152 Seiten, <a href="http://www.bod.de/index.html" target="_blank">BoD Norderstedt</a>, ISBN 978-3-8391-2179-5</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;"><em>.</em></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;"><em>.</em></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;"><em>.</em></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;"><em>.</em></span></p>
<p style="text-align:justify;"><em><span style="color:#ffffff;">.</span><br />
</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Treibhaus]]></title>
<link>http://phorkyas.wordpress.com/2009/09/08/das-treibhaus/</link>
<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 19:55:19 +0000</pubDate>
<dc:creator>phorkyas</dc:creator>
<guid>http://phorkyas.wordpress.com/2009/09/08/das-treibhaus/</guid>
<description><![CDATA[Alles ist vergeblich. Keetenheuve hat schon verloren bevor er zu kämpfen begonnen hat: &#8220;Keeten]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Alles ist vergeblich.</p>
<p>Keetenheuve hat schon verloren bevor er zu kämpfen begonnen hat: </p>
<p>&#8220;Keetenheuve stürzte sich zunächst mit Eifer in die Arbeit der Ausschüsse, es trieb ihn, die verlorenen Jahre einzuholen, und <i>wie in Blüte wäre er gewesen wenn er mit den Nazis marschiert wäre denn das war der Aurfbruch der verfluchte Irrbruch seiner Generation und jetzt war all sein Eifer der Verdammnis preisgegeben der Lächerlichkeit eines grau werdenenden Jünglings er war geschlagen als er anfing</i>.&#8221;</p>
<p>Der Abgeordnete Keetenheuve ist ein Intellektueller mit einer Vorliebe für Baudelaire und E. E. Cummings. Er bewegt sich im Bonner Regierungsviertel, das mythologisch aufgeladen wird. Die assoziative Dichte mit der der Erzähler seine Umwelt poetisch verformend schildert in surreale Bilderwelten eintaucht, die die damalige Realität überhöhen und pointiert spiegeln, manchmal sogar die Grenze zwischen Geschehenem und der Vorstellungswelt des Protagonisten verwischen, dies wiegt alle Kleinigkeiten, die einem mißfallen könnten, mehrfach auf. Angesichts der Poetisierung, ist auch zu verstehen, warum sich Koeppen vehement gegen eine einfache Identifizierung seiner Romangestalten mit realen Figuren verwendet (vgl. auch seine dem Buch vorangestellte Erklärung, dass das politische Tagesgeschehen nur den Katalysator für die Imagination des Verfassers gebildet habe, die Wikipedia-Seite, die das Personenkabinett natürlich aufschlüsselt, und die Äußerungen Koeppens dazu in der Rezension von <a href="http://begleitschreiben.twoday.net/stories/1515025/">Gregor Keuschnig</a>). Dem Zitat auf dem Buchrücken folgend, nach dem Koeppen selbst &#8220;ein gewandter Lügner [sei], das fordert der Beruf&#8221;,  könnte man es sich tatsächlich so einfach machen, dass man die verdichtete, poetische Welt als unabhängige Konstruktion oder Lüge gelten lässt. Aber die Traumlandschaft: &#8220;Es war hier alles so unwirklich, wie die Blumen in einem Treibhaus.&#8221; Sie speist sich aus, sie wird errichtet auf dem Material, das die Wirklichkeit gibt.</p>
<p>Schon 1953 sieht er sich Bilderflut und ekelerregendem Konsumismus, die uns zurückträumen lassen in die einfache, kleinstädtische Bürgeridylle oder die Bedürfnislosigkeit:<br />
&#8220;<i>Keetenheuve Asket. Keetenheuve Jünger des Zen.</i>&#8220;<br />
Wobei das übermäßige Denken wiederum zum Weintrinken animiert.</p>
<p>Keetenheuve ist keine sympathische Person. Seinen geistigen und moralischen Untiefen mag man so zwar folgen doch ein wenig aus der Distanz. Sein Gegenpart ist der konservative Korodin. &#8211; Die im Buch erste Begegnung der beiden ist psychologisch äußerst fein herausgearbeitet. &#8211; Korodins Figur ist möglicherweise etwas problematisch, da er einerseits einer gewissen Doppelmoral zuzueignen scheint, so zieht er wirtschaftlichen Vorteil aus seinem Abgeordnetensein und schenkt dem Staat nichts (Rechnung des Taxis, in dem er mit Keetenheuve fuhr), auf der anderen Seite aber überzeugter Kirchgänger zu sein scheint und Keetenheuve zu seiner Seite bekehren möchte. Zwar müssen sich diese Dinge nicht ausschließen, aber so oft wie der Bekehrungsgedanke Korodins wiederholt wird, erscheint er doch auch idealistische Züge zu haben, die ihm dann, wenn es um das Geld geht, wieder völlig abhold sind. Als Typus finde ich ihn durchaus gelungen, nur erscheint es mir in diesem Moment beinahe schon als Klischee, dass der Konservative bigott zu sein hat.</p>
<p>Aber was soll es bei diesem Buch das Haar in der Suppe zu suchen?<br />
Besser selbst: Lesen!</p>
<p>Neben dem Zeitportrait gibt es soviele Anknüpfpunkte für eigene Reflektion: Über die Legitimation von politischer Macht, die gefährliche Ferne des Parlaments von einer (immer noch?) Masse, die immer noch nach einfachen Lösungen und einer starken Hand sucht und das Parlament als &#8220;Quasselbude&#8221; bezeichnet (heute dann als Politikverdrossenheit? &#8211; die ich den Medien, insbesondere den Zeitungen, anlaste, die bis zur Verdrossenheit auf der Politikverdrossenheit herumreiten, es nicht schaffen, spannend über Politik zu berichten, sich stattdessen über einen bei ihnen stattfindenden langweiligen, inhaltsleeren Wahlkampf beklagen, während sie selbst lieber über Umfrageergebnisse und aktuelle Hochrechnungen berichten anstatt über Inhalte.. sinnlose, inhalstleere Zwischenbemerkung stopp)</p>
<p>что? ¿Qué?</p>
<p>Dieses Treibhaus, Buchdings lesen, auch wenn ich mit dieser Besprechung so gnadenlos gescheitert bin!</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Isaac Lipnitzky: «Fragen der modernen Schachtheorie»]]></title>
<link>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/09/01/isaak-lipnitzky_fragen-der-modernen-schachtheorie_rezension-glarean/</link>
<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 09:00:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>Walter Eigenmann</dc:creator>
<guid>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/09/01/isaak-lipnitzky_fragen-der-modernen-schachtheorie_rezension-glarean/</guid>
<description><![CDATA[. Ein Hauch von (Schach-)Geschichte Peter Martan . Ein Hauch von Geschichte weht uns an, wenn wir Is]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#ff0000;">Ein Hauch von (Schach-)Geschichte</span></h2>
<p style="text-align:center;"><em>Peter Martan</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.qualitychess.co.uk/products/2/22/questions_of_modern_chess_theory_by_isaac_lipnitsky/" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-8820" title="Lipnitzky_Schachtheorie_Cover" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/09/lipnitzky_schachtheorie_cover.jpg" alt="Lipnitzky_Schachtheorie_Cover" width="256" height="393" /></a>Ein Hauch von Geschichte weht uns an, wenn wir Isaak Lipnitzkys lange vergriffenes Buch «Fragen der modernen Schachtheorie» aufschlagen, das kürzlich in der Reihe «Schachklassiker» des Quality Chess Verlag (jetzt auch in deutscher Sprache) neu herausgebracht wurde. Der Untertitel «Ein Sowjet- Klassiker» passt genau: mehr als nur ein Standardwerk der Schachliteratur ist es ein Zeugnis der jüngsten Vergangenheit eines politischen Systems, das sich gerade erst zu überleben begonnen hat, und in dem der Schachsport eine auch politisch ganz wichtige Stellung einnahm. -</p>
<p style="text-align:justify;">Isaak Oskarowitsch Lipnitzky kehrt als hochdekorierter Offizier im Majorsrang aus dem 2. Weltkrieg heim und lässt erstmals die Schachwelt aufhorchen, als er 1949 ukrainischer Meister wird und 1950 bei den UdSSR-Meisterschaften nach Paul Keres den geteilten 2.-4. Platz belegt, hinter ihm Giganten wie Smyslow, Boleslawski, Geller, Flohr, Bondarewski, Petrosjan und Awerbach. Damit erfüllt er seine erste Großmeisternorm erst 26-jährig. Seinem Buch-Erstling «Ausgewählte Partien von Schachspielern der Ukraine» 1952 folgt 1956 das vorliegende Hauptwerk «Fragen der modernen Schachtheorie». Die gesamte Ausgabe wird augenblicklich von Schachenthusiasten aufgekauft, im gleichen Jahr wird Lipnitzky zum zweiten Mal ukrainischer Meister. Dann aber erkrankt er an Leukämie und stirbt 1959, gerade mal 36 Jahre alt. -</p>
<p style="text-align:justify;">In 16 Kapiteln geht Lipnitzky inhaltlich sehr klar gegliedert den grundlegenden Regeln der Eröffnungstheorie nach. Das Zentrum und die Flügel, Das Zentrum von den Flügeln erobern, sind zwei der ersten Überschriften. Die damals gerade erst von Nimzowitsch in Frage gestellten Dogmen werden von Lipnitzky nicht einfach geleugnet, sie werden relativiert.</p>
<p style="text-align:justify;">Dazu Lipnitzky, der Nimzowitsch an dieser Stelle selbst zitiert:<br />
«Wie lautet nun das entscheidende Argument im Einzelfall, wenn es um die Frage geht: &#8216;Besetzen oder nicht besetzen?&#8217; Um diese Frage korrekt zu beantworten, müssen wir begreifen, dass die Besetzung des Zentrums kein Ziel an sich ist, sondern in der Hinsicht wichtig ist, dass es uns ermöglicht, die Initiative zu übernehmen und Druck auf die gegnerische Stellung auszuüben. Es geschieht häufig, dass ein Spieler sein Zentrum aufbaut, nur um dann festzustellen, dass es nicht mehr als eine Last ist, da es dem Gegner als vorzügliches Ziel für den Gegenangriff dient.»<br />
Insbeonders der Kernfrage der Stellungsbewertung geht Lipnitzky im gleichnamigen Kapitel auch historisch gründlich nach. Um Stellungsmerkmale und zu berechnende Varianten miteinander in Einklang zu bringen, unterscheidet Lipnitzky zwischen dynamischen und statischen Stellungen und betrachtet die Aufgabe der Analyse darin, das eine bis zum anderen zu berechnen. «Das Ziel der Analyse besteht darin, an eine Stellung zu gelangen, deren Wesen nicht &#8216;dynamisch&#8217;, sondern &#8217;statisch&#8217; ist.»</p>
<p style="text-align:justify;">Besonderes Augenmerk legt der Autor auf die Beispiele für den nebulosen Begriff der Initiative, zu deren Erlangen und Erhalt ja bekanntlich fast jedes Mittel recht ist; ihr widmet er ein eigenes Kapitel, das logisch im folgenden Abschnitt «Moderne Gambits»  der Initiative so richtig Gestalt verleiht, anhand der damals erst von der Meistern ihrer Zeit in die Turnierpraxis eingeführten Eröffnungsvarianten, wie z.B. des Blumenfeld-Gambits, das Aljechin nach dem Erfinder, dem sowjetischen Meister Blumenfeld, laut Lipnitzky in die internationale Turnierpraxis einführt. Aljechin schreibt der Autor auch zu, dass das angenommene Damengambit, in dem früher hauptsächlich auf Rückgewinn des Gambitbauern gespielt wurde, von einem Pseudo- zu einem echten Gambit wurde (z.B. Aljechin-Bogoljubow, Wiesbaden 1929.)</p>
<p style="text-align:justify;">Das Evans-Gambit wird von Tschigorin in seinen beiden Kabelpartien gegen Steinitz rehabilitiert, Aljechin, Tarrasch, Boleslawski, Geller und Flohr machen sich um Opfervarianten von Caro-Kann besonders verdient und das Botwinnik- System im Damengambit wird ebenfalls in mehreren Partien zum Beispiel der damals modernen Gambitbehandlung, bei der das Opfer nicht wie in der romantischen Ära behandelt wird, in der ein Königsangriff um jeden Preis in der Regel das Ziel war, sondern ein langfristiges Positionsspiel zur Erlangung der Initiative angestrebt wird.<br />
Ein weiteres Zitat von David Bronstein drückt für mich dabei besonders gut aus, was auch Lipnitzky an den Meistern seiner Zeit und ihren Partien bemerkens- und bewundernswert findet: «Das Eröffnungsspiel der führenden sowjetischen Schachspieler, allen voran Botwinnik und Smyslow, wird dadurch charakterisiert, dass sie den Verlust der Partie nicht scheuen, sondern nach komplizierten, zweischneidigen Stellungen streben. In Anbetracht des heutigen technischen Niveaus ist es nicht möglich, einen starken Kontrahenten zu schlagen, wenn man ihm nicht gewisse Gegenchancen einräumt.» Ein Satz, den man vielleicht gerade heute wieder, wo die Computergläubigkeit in Analyse, im praktischen Spiel und in der Abrufbarkeit von Eröffnungstheorie den kreativen und angriffslustigen Spieler entmutigt, scharfe taktische Varianten am Brett zu riskieren, den Technokraten ins Stammbuch schreiben sollte.</p>
<p style="text-align:justify;">Schließlich geht der Autor der auch gerade heute kaum mehr beantwortbaren Frage nach, wo die Eröffnung aufhört und das Mittelspiel anfängt. Schon damals meinten manche, die Theorie sei so weit fortgeschritten, dass das Mittelspiel eigentlich zeitweise schon eine ausanalysierte Phase sei und man in manchen Eröffnungen direkt in die Analyse der resultierenden Endspiele käme. Lipnitzky widerspricht dem und sieht die eigentliche Eröffnung als auf die Figurenentwicklung beschränkte Phase, die Pläne, die davon ausgehen, als eigenständig, wenngleich die Übergänge natürlich fließend sind.</p>
<p style="text-align:justify;">In Analogie zu der alten arabischen Vorform des Schachs, demSchatrandsch, in das aus vorgegebenen Eröffnungsstellungen eingestiegen wurde, den von damals noch bekannten 31 Tabiyas, bringt der Autor Beispiele von Tabiyas des zu seiner Zeit modernen Spiels mit dafür bekannten Plänen.<br />
Aus denen ein ausgewähltes ist die Stellung nach</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>1. d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sc3 Lb4 4. e3 d5 5. Sf3 O-O 6. Ld3 c5 7. O-O Sc6 8. a3 Lxc3 9. bxc3 dxc4 10. Lxc4 Dc7</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/09/lipnitzky_tabiya-nach-dc7.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8827" title="Lipnitzky_Tabiya nach Dc7" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/09/lipnitzky_tabiya-nach-dc7.jpg" alt="Lipnitzky_Tabiya nach Dc7" width="412" height="412" /></a></p>
<p style="text-align:justify;">deshalb ein besonderes Beispiel, weil sie durch Zugumstellung die Ragosin-Verteidigung erreicht, die nach dem Verfasser des Vorwortes Jefim Lasarew eine Lieblingseröffnung von Lipnitzky war, mit der das Buch seinen Anfang nahm. Es war ursprünglich als Monographie der Ragosin-Verteidigung gedacht. (Ausdrücklich bitte ich nochmals zu entschuldigen, dass auf diese und andere «Übergangsstellungen» wie sie der Autor nennt, weil sie zwischen Eröffnung und Mittelspiel stehen, und die damit verbundenen Pläne nicht näher eingegangen werden kann, obwohl sie zusammen mit dem kommentierten Partienmaterial sowie den zwölf ausgewählten Lipnitzky-Partien im Anhang &#8211; 2 davon mit Schönheitspreisen belohnt &#8211; den eigentlichen Inhalt des Buches ausmachen.)</p>
<p style="text-align:justify;">Schließlich widmen sich die letzten Kapitel der Frage, was ein Neuerung ist. Hier habe ich, um wenigstens eine der vielen kommentierten Partien wiederzugeben, aus historischem Interesse die Partie J.R.Capablanca-F.Marshall New York 1918 ausgewählt. Obwohl vielleicht hinlänglich bekannt, zeigt sie doch, wie spannend die Epoche schachlich war.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Vorgeschichte der Partie schildert Lipnitzky so: «Nach dem Capablanca-Marschall Match (New York 1909), in dem Letzerer mit einem Score von +1-8=14 unterging, vermied Großmeister Marshall den Spanier gegen Capablanca zehn Jahre lang. Nachdem er aber einen scharfen Angriffsplan basierend auf einem Bauernopfer ausgearbeitet hatte, wandte er ihn gegen seinen formidablen Gegner gleich in der ersten Runde des Manhattan Chess Club Meisterturnieres an.» (Die Kommentare sind mit Ausnahme der Stellen, an denen er selbst Capablanca zitiert, von Lipnitzky, kleine Randbemerkungen von mir sind eigens gekennzeichnet.)</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.0–0 Le7 6.Te1 b5 7.Lb3 0–0 8.c3 d5!?</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Der weiße Damenflügel ist noch unentwickelt, und so versucht Schwarz Linien zu öffnen, um einen raschen Angriff gegen den weißen König einzleiten.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>9.exd5 Sxd5 10.Sxe5</strong></p>
<p style="text-align:justify;">In seinen Anmerkungen zu dieser Partie schrieb Capablanca: «Ich überlegte eine ganz Weile, bevor ich den Bauern nahm, da mir klar war, dass ich einem gewaltigen Angriff ausgesetzt sein würde, den mein Kontrahent sorgsam ausgearbeitet hatte. Doch gleichzeitig spürte ich die Kampfeslust in mir aufsteigen. Eine Herausforderung wurde mir entgegen geworfen von einem Spieler, der allen Grund hatte, mein Verständnis und mein Können zu fürchten (dies hatten unsere vorherigen Aufeinandertreffen gezeigt), und der nun eine Liste an Überraschungen vorbereitet hatte, um meine fehlende Vertrautheit mit Varianten auszunutzen, denen er viele Nächte harter, ausdauernder Arbeit gewidmet hatte. Ich überprüfte die Lage und entschied, dass mein Ruf mich sozusagen verpflichtete, den Bauern zu schlagen und die Herausforderung anzunehmen, denn mein Verständnis und meine Kenntnisse sagten mir, dass die weiße Stellung verteidigungsfähig sei.»<br />
Zwar nicht unbedingt bemerkenswert ob seiner Bescheidenheit, zeigt doch diese Darstellung klar und eindeutig, wie der Verstand eines großen Meisters arbeitet, wenn er mit einem unerwarteten Problem konfrontiert wird.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>10&#8230; Sxe5 11.Txe5 Sf6 12.Te1 Ld6 13.h3 Sg4! 14.Df3!</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Den Springer zu nehmen würde wegen 14&#8230; Dh4 verlieren. Auf f3 besetzt die Dame einen sehr starken Posten, wo sie gleichzeitig deckt und angreift.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>14&#8230; Dh4 15.d4!</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Unter Beschuss beeilt sich Weiß sich zu entwickeln und vermeidet alle Fallen. Nach 15.Te8 Lb7! 16.Txf8+ Txf8 17.Dxg4 Te8! 18.Kf1 De7 19.Le6 Ld5! hätte Schwarz klaren Vorteil.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>15&#8230;Sxf2</strong></p>
<p style="text-align:justify;">«Der Gräber ist selbst in die Grube gefallen- dieser Springer wird hier niemals wieder rauskommen. Doch Schwarz hatte nichts Besseres; das einzige, was ihm blieb, war ein Angriff um jeden Preis, zu siegen oder zu sterben.» (Capablanca)</p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/09/lipnitzky_capablanca-marshall_vor-te2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8828" title="Lipnitzky_Capablanca-Marshall_vor Te2" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/09/lipnitzky_capablanca-marshall_vor-te2.jpg" alt="Lipnitzky_Capablanca-Marshall_vor Te2" width="412" height="412" /></a></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>16.Te2!!</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Capablanca findet in dieser komplizierten und für ihn unvertrauten Stellung den einzigen Zug, &#8211; Anmerkung der Redaktion: mittlerweile hat sich in der Literatur auch 16. Ld2 als spielbar erwiesen &#8211; um den Angriff abzuwehren, und demonstriert damit seine außergewöhnliche Verteidigungskunst, für die er so berühmt war. Er kann beispielsweise nicht 16.Dxf2 spielen wegen Lh2+!  (aber nicht 16&#8230;Lg3? 17.Dxf7+ nebst Matt)  17.Kf1 Lg3 18.De2  (Anm.d.Redaktion: 18.Dd2 hat laut jüngerer Theorie auch diese Variante wieder spielbar gemacht) 18&#8230;Lxh3! 19.gxh3 Tae8 und Schwarz gewinnt.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>16&#8230;Lg4 17.hxg4 Lh2+ 18.Kf1 Lg3 19.Txf2 Dh1+ 20.Ke2 Lxf2 21.Ld2 Lh4 22.Dh3 Tae8+ 23.Kd3 Df1+ 24.Kc2</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Nachdem er seinen König in Sicherheit gebracht hatte, gewann Capablanca im 36. Zug. Der fürchterliche schwarze Angriff, ausgeklügelt in der häuslichen Stille, prallte an einer machtvollen Verteidigung ab, die am Brett gefunden wurde. -</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Partie wurde von mir auch deshalb gewählt, weil sie den schachhistorischen Hintergrund beleuchtet, unter dem die Glanzzeit von Capablanca unmittelbar vor der Hochblüte der sowjetischen Schachschule gesehen werden muss. Lipnitzky erwähnt natürlich nicht, dass Aljechin (mit der Rückendeckung der sowjetischen Schachmaschinerie) Capablanca, nachdem er ihm den Weltmeistertitel abgenommen hatte, bis zum Tod des großen Rivalen einem Revanchekampf auswich. Ich erwähne das auch unter dem Eindruck eines anderen Buches zu dem Thema, das  erst kürzlich erschienen ist: Fabio Stassis «Die letzte Partie», das sich mit der Verknüpfung der Schicksale der beiden wahrscheinlich größten Schachgenies ihrer Zeit romanhaft auseinandersetzt. Ähnliches widerfuhr ja auch um einiges später Bobby Fischer, der lange um die Möglichkeit eines Titelkampfes ringen musste und seinerseits danach offenbar psychisch nicht mehr in der Lage war, gegen die geschlossene sowjetische Schachphalanx seinen Titel zu verteidigen.</p>
<p style="text-align:justify;">Dessen ungeachtet dokumentiert Lipnitzky eine große Ära großer Schachspieler, zu denen er ganz sicher auch gehörte. Hat die Theorie diese und jene damals aktuelle Variante auch überholt, die Analysen und Bewertungen bleiben studierenswert und zeitlos ist die Kunst des Denkens, die schachliche Technik, Regeln im Einzelfall mehr oder weniger Gewicht beizumessen. Heute verbreiten sich Neuerungen übers Internet schneller als der Wind und der Computer fordert dazu heraus, sie ständig neu zu bewerten. Was bleibt, ist der Geist des Spieles oder wie Lipniztky sagt: «Wenn ein Spieler eine Variante widerlegt oder etwas Neues entdeckt, erfährt er echte kreative Befriedigung. Seine Fähigkeit, theoretische Einschätzungen kritisch anzugehen, ist der beste Beweis für seine kreative Reife.» Oder mit Tschigorin: &#8220;Schach ist, allgemein ausgedrückt, viel reichhaltiger, als man auf Grundlage der existierenden Theorie annehmen wollte, die es nur in bestimmte enge Formen zu pressen versucht.»</p>
<p style="text-align:justify;">Ich schließe mit einem Zitat Emanuel Laskers, das auch Lipnitzky ans Ende seines Buches stellt:</p>
<p style="text-align:justify;">«Jeder, der seine Fähigkeit zum unabhängigen Schachdenken pflegen will, muss im Schach alles vermeiden, was tot ist:</p>
<p style="text-align:justify;">- künstliche Theorien, die auf sehr wenigen Beispielen und jeder Menge Erfindung beruhen;<br />
- die Angewohnheit, mit schwächeren Gegnern zu spielen und Gefahren aus dem Weg zu gehen;<br />
- die Angewohnheit, die Varianten und Regeln von anderen unkritisch zu kopieren und gedankenlos zu wiederholen;<br />
- selbstzufriedene Eitelkeit, Unwilligkeit, die eigenen Fehler einzugestehen.» ♦</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Isaak Lipnitzky, Fragen der modernen Schachtheorie, </em><em>236 Seiten,</em><em> <a href="www.qualitychess.co.uk/ebooks/Catalogue2009-webformat.pdf" target="_blank">Quality Chess</a><br />
</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<h4 style="text-align:justify;">Inhalt</h4>
<p style="text-align:justify;">Vorwort Isaak Lipnitzky und sein Superbuch, von Jefirn Lasarew</p>
<p style="text-align:justify;">Geleitwort von Anatoli Karpow</p>
<p style="text-align:justify;">Vorwort vom britischen Herausgeber</p>
<p style="text-align:justify;">Einleitung</p>
<p style="text-align:justify;">Kapitel 1 Über die Eröffnung<br />
Kapitel 2 Das Zentrum<br />
Kapitel 3 Das Zentrum und die Flügel<br />
Kapitel 4 Das Zentrum von den Flügeln erobern<br />
Kapitel 5 Mobilisierung der Figuren<br />
Kapitel 6 Stellungsbewertung<br />
Kapitel 7 Der konkrete Ansatz<br />
Kapitel 8 Dynamische und statische Stellungen<br />
Kapitel 9 Positionelles Gespür<br />
Kapitel 10 Pläne in der Eröffnung<br />
Kapitel 11 Die Initiative<br />
Kapitel 12 Moderne Gambits<br />
Kapitel 13 Eröffnung und Mittelspiel<br />
Kapitel 14 Neubewertung von Mustern<br />
Kapirel l5 Wie lange ist eine Neuerung gültig?<br />
Kapitel 16 Wie wird eine Neuerung geboren?</p>
<p style="text-align:justify;">Partieverzeichnis</p>
<p>Anhang Ausgewählte Partien von Isaak Lipnitzky</p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<h4 style="text-align:center;">Probeseiten</h4>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/09/lipnitzky_schachtheorie_probeseite01.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-8830" title="Lipnitzky_Schachtheorie_Probeseite01" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/09/lipnitzky_schachtheorie_probeseite01.jpg" alt="Lipnitzky_Schachtheorie_Probeseite01" width="715" height="1099" /></a></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/09/lipnitzky_schachtheorie_probeseite02.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-8831" title="Lipnitzky_Schachtheorie_Probeseite02" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/09/lipnitzky_schachtheorie_probeseite02.jpg" alt="Lipnitzky_Schachtheorie_Probeseite02" width="715" height="1096" /></a></p>
<p style="text-align:justify;"><em><strong>Das Rezensions-Exemplar wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt von <a href="http://www.euroschach.de/" target="_blank">EUROSCHACH DRESDEN</a></strong></em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Peter Klusen: «Augenzwinkernd»]]></title>
<link>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/08/27/peter-klusen-augenzwinkernd-lyrische-kammersinfonie/</link>
<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 18:04:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>Walter Eigenmann</dc:creator>
<guid>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/08/27/peter-klusen-augenzwinkernd-lyrische-kammersinfonie/</guid>
<description><![CDATA[. Im Humor macht man sich dümmer als man ist und wird dadurch stärker als man scheint Karin Afshar .]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#ff0000;">Im Humor macht man sich dümmer als man ist und<br />
wird dadurch stärker als man scheint</span></h2>
<p style="text-align:center;"><strong><em>Karin Afshar</em></strong></p>
<p><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.treves.de/unterhaltung/seite1.htm#augenzwinkernd" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-8771" title="Peter_Klusen_augenzwinkernd_Cover" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/08/peter_klusen_augenzwinkernd_cover.jpg" alt="Peter_Klusen_augenzwinkernd_Cover" width="200" height="349" /></a>Ich kenne ihn nicht und ich kenne ihn doch – den Peter Klusen, geboren im Jahre 1951 in Mönchengladbach, denn ich habe Gedichte von ihm gelesen.<br />
Friedrich Nietzsche (1844-1900) meinte irgendwann einmal, man könne aus drei Anekdoten das Bild eines Menschen ersehen. Drei oder vielleicht vier Gedichte tun es sicher auch, um das Pendeln eines Dichters zwischen Tragik und Komik zu umreißen und ihn kennenzulernen. Folgen Sie mir bei diesem Versuch.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein erstes (nein, es ist das zweite) Gedicht («niederrheinische ver-bindungen»), im «Präludium» des orangefarbenen Paperbackbüchleins, beginnt so:</p>
<p style="padding-left:120px;"><em>mit dem<br />
niederrhein<br />
mein gott<br />
verbindet mich doch nichts</em></p>
<p style="text-align:justify;">Peter Klusen lebt am Niederrhein, in einer Kleinstadt ohne landschaftliche Attraktionen außer den Süchtelner Höhen, so steht es in der Vita hinten im Buch und auf seiner Webseite, ich hab nachgeschaut. Er – so liest man weiter über ihn – ist Germanist, Sozialwissenschaftler, Publizist, Lehrer, Schriftsteller, Cartoonist. Und mit dem Niederrhein verbindet ihn nichts?<br />
Habe ich ihn soeben ertappt? Die letzte Strophe löst auf:</p>
<p style="padding-left:120px;"><em>&#8230;</em></p>
<p style="padding-left:120px;"><em>nein<br />
mit dem niederrhein und seinen<br />
zugenebelten wiesen voller kuhfladen<br />
kapellen und fettecken<br />
verbindet mich nichts<br />
aber lieber gott<br />
lass mich dereinst nicht<br />
begraben werden wie der<br />
heine<br />
zum beispiel in paris</em></p>
<p style="text-align:justify;">Im Reich zwischen den Gegensätzen liegen die Quellen des Humors, der u.a. «die wunderliche Traurigkeit [...] des Menschenlebens und das Staunen darüber, daß dies jämmerliche Leben trotzdem so schön sein kann» (Hermann Hesse) zum Thema hat. Für diese Art der Traurigkeit (über den Zustand der Welt, den Zustand der Menschen, ihre Würdelosigkeit, ihr Talent zur Zerstörung) finden sich etliche Beispiele im Buch, auf drei Sätze verteilt – drei Sätze wie eine Sinfonie sie hat, deren zweiter in der vorliegenden Komposition liebevoll lamento ostinato genannt, bald mein Lieblingssatz wird.<br />
Humor ist nicht selten die unter Schmerzen errungene Freiheit und Souveränität, die einem tragischen Schicksal gegenüber stehen. Wir kennen das Wort «Galgenhumor» – und zum «Trotzdem» unten mehr. Traurigkeit klingt nun in den Zeilen Klusens an, aber sie übertönt nie das andere – und damit wir als Leser die Anklänge nicht gar so schwer, wohl aber zur Kenntnis nehmen, wird das Ganze ja auch «augenzwinkernd» gesagt.<br />
Humor erkennt man an der Konstruktion eines offenbar unangemessenen, nebensächlichen Standpunkts oder an einer unzulänglichen Verhaltensweise in einer Situation der Gefahr, des Scheiterns oder am Eingeständnis einer Niederlage.</p>
<p style="padding-left:120px;"><em>Der lauf der dinge</em></p>
<p style="padding-left:120px;"><em>und wenn ich<br />
eines tages<br />
nicht mehr singe<br />
ist das nichts<br />
als der lauf der dinge</em></p>
<p style="padding-left:120px;"><em>und wenn ich<br />
eines tages<br />
nicht mehr lache<br />
ist das eher<br />
eine nebensache</em></p>
<p style="text-align:justify;">Ich verrate Ihnen an dieser Stelle nur, dass das letzte Wort der letzten Zeile «gut» lautet. Wie er dahin kommt, lesen Sie am besten selbst nach.<br />
«Humor ist eine Flucht vor der Verzweiflung, ein knappes Entkommen in den Glauben.» (Christopher Fry). Damit wäre Peter Klusen wahrscheinlich nicht ganz einverstanden. Denken wir Glauben zusammen mit Himmel, dann hat es Klusen nicht mit demselben, oder doch? Im fine furioso findet sich dies:</p>
<p style="padding-left:120px;"><em>lieber himmel</em></p>
<p style="padding-left:120px;"><em>der himmel muss die hölle sein<br />
vollgestopft mit moralisten<br />
nächstenlieber mahner christen<br />
weit und breit kein hund<br />
kein schwein<br />
der himmel muss die hölle sein</em></p>
<div id="attachment_8766" class="wp-caption alignright" style="width: 150px"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Klusen" target="_blank"><img class="size-full wp-image-8766" title="Peter_Klusen" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/08/peter_klusen.jpg" alt="Peter_Klusen" width="140" height="155" /></a><p class="wp-caption-text">Peter Klusen (*1951)</p></div>
<p style="text-align:justify;">Er spielt mit uns. Wirft etwas aus, und lässt uns dann zappeln. Humor – auch Schadenfreude? –, Humor ist nicht gleich Humor. So sollen Briten einen anderen haben als Franzosen, und diese wiederum einen anderen als Deutsche. Im Allgemeinen versteht der Volksmund im Deutschen unter Humor, wenn man in einer bestimmten Situation «trotzdem lacht». Anders ausgedrückt: der, der sich selbst, die anderen und die Welt nur ernst sieht, wird es (das Leben) auf Dauer nicht aushalten. Die Formulierung mit dem «trotzdem lacht» soll übrigens auf Otto Julius Bierbaum (deutscher Schriftsteller, 1865-1910) zurückgehen. Der schrieb auch Gedichte, und zwar nicht wenige. Ein Hauch seiner Anakreontik klingt im ersten Satz der Klusen-Sinfonie, dem Allegro con amore, an, z.B. im Sommermorgen.<br />
Auslöser humorvollen Lachens können die Fehler sein, die einem – trotz anderer, die man sich schon geleistet hat – noch nicht unterlaufen sind. Man fühlt sich natürlich stark, wenn man sie von anderen liest und hört. Diese künstliche Verdopplung der (eigenen) Schwäche überwindet symbolisch das Bedrohliche der Situation. In diesem Tiefstapeln des Widerstands steckt der optimistische Hinweis, dass man sich der Situation nicht ohne Widerstand ausliefert.<br />
In einer solchen Lesart könnte man das Gedicht von der «nicht-gewalt» verstehen. Es prangert die Sprachlügen unserer Gesellschaft an und ist eigentlich überhaupt nicht lustig, auch wenn es lustig daher kommt.</p>
<p style="padding-left:120px;"><em>Nicht gewalt</em></p>
<p style="padding-left:120px;"><em>weil er am morgen den kleinen bruder<br />
geschlagen hatte<br />
schlug ihn der vater am abend<br />
um ihn zu lehren<br />
dass der stärkere den schwächeren<br />
nicht schlagen darf</em></p>
<p style="padding-left:120px;"><em>er sagte dazu<br />
erziehung<br />
nicht gewalt<br />
&#8230;</em></p>
<p style="text-align:justify;">Wortwitz, bisweilen Ironie, immer Freude an bunten und kräftigen Adjektiven und Themen, die alltäglich genug sind, dass jeder sie kennt und schmerzhaft genug, dass wir sie nur allzu gerne nicht ansprechen würden, begegnen uns im Buch. -</p>
<p style="text-align:justify;">Vorliegender kurzer Gang durch die drei Sätze der lyrischen kammersinfonie reicht nicht, jedem der Gedanken gerecht zu werden. Indes soll diese Besprechung weder eine Interpretation noch der Versuch einer Einordnung werden, denn das würde schon wieder ernst und die Freude am Lesen und Entdecken nehmen. Sie werden mir aber vielleicht darin Recht geben, dass wir ihn ein wenig kennengelernt haben: der Mann hat Humor! <em>(<a href="http://www.khorshid-verlag.de/?page_id=213" target="_blank">Karin Afshar</a>)</em></p>
<p><em><a href="http://www.peterklusen.de/" target="_blank">Peter Klusen</a>, augenzwinkernd – lyrische kammersinfonie in drei sätzen, <a href="http://www.treves.de/" target="_blank">Editions trèves</a> Trier, 80 Seiten, ISBN 978-3-88081-505-6</em></p>
<p style="text-align:center;"><strong>Probeseiten</strong><em><br />
</em></p>
<p style="text-align:center;"><em><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/08/peter_klusen_augenzwinkernd_probeseite01.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8779" title="Peter_Klusen_augenzwinkernd_Probeseite01" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/08/peter_klusen_augenzwinkernd_probeseite01.jpg" alt="Peter_Klusen_augenzwinkernd_Probeseite01" width="715" height="1163" /></a><br />
</em></p>
<p style="text-align:center;">
<p style="text-align:center;"><span style="color:#ffffff;"><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/08/peter_klusen_augenzwinkernd_probeseite02.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8780" title="Peter_Klusen_augenzwinkernd_Probeseite02" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/08/peter_klusen_augenzwinkernd_probeseite02.jpg" alt="Peter_Klusen_augenzwinkernd_Probeseite02" width="715" height="1162" /></a>.</span></p>
<p style="text-align:center;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:center;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:center;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:center;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:center;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:center;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:center;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:center;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Mauricio Botero: «Don Ottos Klassikkabinett»]]></title>
<link>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/08/15/mauricio-botero_don-ottos-klassikkabinett_rezension-glarean-magazin/</link>
<pubDate>Fri, 14 Aug 2009 22:15:33 +0000</pubDate>
<dc:creator>Walter Eigenmann</dc:creator>
<guid>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/08/15/mauricio-botero_don-ottos-klassikkabinett_rezension-glarean-magazin/</guid>
<description><![CDATA[. Musikalische Poesie für feinsinnige Gourmets Walter Eigenmann . Was geschieht, wenn ein feinsinnig]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#ff0000;">Musikalische Poesie für feinsinnige Gourmets</span></h2>
<p style="text-align:center;"><em>Walter Eigenmann</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.unionsverlag.ch/info/title.asp?title_id=2510" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-8445" title="Botero_Don Ottos Klassikkabinett_Cover" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/08/botero_don-ottos-klassikkabinett_cover1.jpg" alt="Botero_Don Ottos Klassikkabinett_Cover" width="200" height="332" /></a>Was geschieht, wenn ein feinsinniger Dichter wie der Kolumbianer Mauricio Botero der Musik als seiner großen Liebe ein Poesie-Bändchen widmet? Es geschieht «Don Ottos Klassikkabinett». Das sind 31 Geschichten und Geschichtchen, vielmehr: 31 Albumblätter, die je ein bedeutsames bzw. berühmtes Stück der Musikgeschichte zum Anfangs- und Endpunkt von menschlichen und zugleich philosophischen bis witzigen Begegnungen nehmen. Auf eine wirklich so unnachahmliche Art, dass man meint, beim Lesen die Aura selbst des fraglichen Werkes ins Ohr zu kriegen.</p>
<p style="text-align:justify;">Eigentlich ist «Don» Otto Roldán nur ein unscheinbarer CD-Verkäufer, der im «Chapinero», einem äußerst belebten Viertel im Nordosten von Kolumbiens Hauptstadt Bogotá, und zwar gleich gegenüber der gewaltigen «Nuestra Señora de Lourdes», gemeinsam mit seiner treuen Gehilfin Adela einen offenbar gutgehenden Musikladen betreibt. In diesem seinem Hort zur Musikalischen Einkehr, genannt «La Caja de Música» (Die Musikschachtel), empfängt Don Otto nun tagtäglich Fremde, Käufer, Leute, Menschen: «Schweigsame, harmonische, atonale oder misstönende Menschen kommen hier vorbei. Auf der Suche nach den großen Werken bevölkern sie die Partitur des Lebens.»<br />
Und da trifft er sie denn alle, die schrillen Choleriker oder stillen Melancholiker, die diskutierfreudigen Intellektuellen oder maulfaulen Bauern, die kulturbeflissene Lehrerin oder die versnobte Direktorenfrau, den ausgeflippten Teenager oder den korrekten Buchhalter &#8211; und was der Stereotypen mehr sind.<br />
Denn ums psychofiligrane Zeichnen von Figuren geht&#8217;s in diesem kunterbunten Botero-«Kabinett» der Personen und Stücke nicht so sehr als vielmehr darum, wie alle diese Gebildeten oder Doofen, Neugierigen oder Gelangweilten, Hoffnungsvollen oder Leidenden, Erfolgreichen oder Gestrandeten mit Musik agieren, auf Musik reagieren &#8211; und damit über sich und die Werke und das un-erhörte Dazwischen eine erstaunliche Menge preisgeben.<br />
Da steht dann plötzlich eine Horde Punks in Don Ottos Laden, «mit Haaren in Farben, wie die Natur sie nicht nachzuahmen versucht», und verlangt «nach einem kleinen Juwel von Messiaen, <em>Das Erwachen der Vögel</em>», welches Don Otto ungern hergibt, weil einziges Exemplar, aber dann die CD doch an die erstaunlich wissensdurstigen Punks verkauft, weil sie ihn um «ein Vorurteil ärmer» machten; Dann wären da die zwei miniberockten jungen Wasserstoff-Blondinen, die just zum «Allegro vivace» aus Beethovens dreizehnter Klaviersonate hereingestöckelt kommen «wie die Leichte Kavallerie von Franz von Suppé» und nach was «schönem Klassischem» verlangen, wonach Vivaldis «Vier Jahreszeiten» ins Gespräch kommen, aber auch Fragen nach dem Zölibat des Prete rosso und seiner WG mit zwei Schwestern; Oder dann war da Elena, die Schwarz trug, Latein konnte, «sich in irgendeinem nächtlich Bezirk verlaufen hatte, so dass sie heute keine Sonne mehr finden kann» &#8211; und nervös nach «irgendeinem» Requiem suchte, bei dem «durchschimmernd hellen Werk» von Fauré fündig wurde, um damit schließlich «zur Ruhe zu kommen», sodann die Handtasche zu öffnen, eine Pistole hervorzuziehen und sich in die Schläfe zu schießen; Oder beispielsweise jener «weder alte noch junge» Mann, der einen körperlichen Tick nach dem anderen zeitigt, je länger er in Ottos Laden der «Schöpfung» Haydns zuhört, und sich zu schlechter Letzt, nach einem tiefen Gespräch über Musik und Gott, als «ein einziges zuckendes Nervenbündel» aufmacht «in die durchscheinende Einsamkeit Bogotas, die voller Licht ist, auch wenn die Sonne sich manchmal gar nicht zeigt.»</p>
<div id="attachment_8450" class="wp-caption alignright" style="width: 240px"><a href="http://www.unionsverlag.com/info/person.asp?pers_id=1857" target="_blank"><img class="size-full wp-image-8450" title="Mauricio Botero" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/08/mauricio-botero1.jpg" alt="Mauricio Botero" width="230" height="204" /></a><p class="wp-caption-text">Mauricio Botero (*1948)</p></div>
<p style="text-align:justify;">Mauricio Botero ist, offensichtlich von einer hervorragend nachdichtenden Übersetzung aus dem Spanischen durch <a href="http://www.unionsverlag.ch/info/person.asp?pers_id=1836" target="_blank">Peter Kultzen</a> unterstützt, in diesem «Klassikkabinett» ein Virtuose des szenischen Kontrasts und der frappanten Skurillität ebenso wie der (musik-)ästhetischen Reflexion und des entlarvenden Dialogs, ein Meister der buchstäblich leisen Töne, doch auch des schockierenden Paukenschlages. Keines seiner Kapitel ohne Humor, ja Sprachwitz, aber auch keines ohne feingewogenen Hintersinn &#8211; sei&#8217;s nun der «besprochenen» Musikstücke, sei&#8217;s der «behandelten» Menschen. Der kleine CD-Laden des Don Otto gerät so zum Abbild eines wahren kulturgeschichtlichen Kosmos&#8217;, auch wenn es sich bei den vielen zitierten Tonwerken von Händel bis Bartok um ausnahmslos sehr berühmte Stücke handelt, denen diese «Neuentdeckung» durch Don Ottos Klassik- bzw. Horrorkabinett höchst gut tut (und welche die Lektüre auch für musikalische Laien sehr zum Gewinn macht!).<br />
Verführerisch ist es dabei, Boteros 31 Kleinode des ebenso informativen wie pointenreichen Reisens durch Musik- und Menschen- und Gedankenwelten in einem Aufguss zu verschlingen, so bescheiden, ja unscheinbar kommen diese Geschichtchen daher. Doch nichts dümmer als das; vielmehr sind sie wohldosiert zu genießen, um ihren je unverwechselbaren Gout zu spüren, nehme man unbedingt nur einen oder zwei Bissen aufs Mal zu sich, sonst verliert dies spezielle Gericht seine geschmacklichen Verknüpfungen. «Don Ottos Klassikkabinett» bedarf des langsamen Genusses eines jeden einzelnen Häppchens, damit sich das reiche Gesamt-Bouquet entfalten kann. Ein Gourmet-Mahl für «Kenner und Liebhaber» und für «stille Genießer» &#8211; ein intellektuelles Vergnügen. Jedenfalls war es höchste Zeit, dass ein europäischer Verlag sich dieses hierzulande völlig unbekannten Schriftstellers annahm (Boteros<em> </em>«Klassikkabinett» erschien im Orignal bereits 2001 in Kolumbien und wurde dort noch im gleichen Jahr mit dem <a href="http://www.mincultura.gov.co/?idcategoria=25920" target="_blank">Premio Nacional de Cuento</a> ausgezeichnet), zumal in dieser schmucken Form eines sorgfältig gestalteten Geschenkbändchens. Eine sehr verdienstvolle Entdeckung des Zürcher Unionsverlages.</p>
<p><em><a href="http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/2790604%3Bjsessionid=903E84A4A9E2FB2B1D6E04AC273945FD" target="_blank">Mauricio Botero</a>, Don Ottos Klassikkabinett, <a href="http://www.unionsverlag.com/info/default.asp" target="_blank">Unionsverlag</a>, 188 Seiten, ISBN 978-3293004092</em></p>
<p><span style="color:#ffffff;"><em>.</em></span></p>
<p><strong>Inhalt</strong></p>
<p>Vorbemerkung &#8211; Das Erwachen der Vögel &#8211; Vivaldi &#8211; Borodin &#8211; Bela Bartok &#8211; Das wohltemperierte Klavier &#8211; Beethoven &#8211; Händel &#8211; Johann Sebastian Bach &#8211; Prokofiew &#8211; Mozart &#8211; Opus 70 Nr. 1 (Geistertrio) &#8211; Brahms &#8211; Adagio und Lumen &#8211; Schola Cantorum Romana &#8211; Ave verum corpus &#8211; Pange lingua (Modus tertius) &#8211; Die Klaviersonate Nr.31 &#8211; Requiem &#8211; Ouvertüre 1812 &#8211; Espana &#8211; Tantum ergo &#8211; Schumann &#8211; Schubert &#8211; Polonaisen &#8211; Strauss &#8211; Rigoletto &#8211; Telemann &#8211; Adagio molto delicato &#8211; Die Schöpfung &#8211; Symphonie mit dem Paukenschlag &#8211; Die siebte Symphonie in A-Dur</p>
<p><em><span style="color:#ffffff;">.</span><br />
</em></p>
<p style="text-align:center;"><strong>Probeseiten</strong></p>
<p><em><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/08/botero_don-ottos-klassikkabinett_probeseite1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8447" title="Botero_Don Ottos Klassikkabinett_Probeseite1" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/08/botero_don-ottos-klassikkabinett_probeseite1.jpg" alt="Botero_Don Ottos Klassikkabinett_Probeseite1" width="715" height="574" /></a></em></p>
<p><em><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/08/botero_don-ottos-klassikkabinett_probeseite2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8448" title="Botero_Don Ottos Klassikkabinett_Probeseite2" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/08/botero_don-ottos-klassikkabinett_probeseite2.jpg" alt="Botero_Don Ottos Klassikkabinett_Probeseite2" width="715" height="584" /></a><br />
</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<div id="_mcePaste" style="left:-10000px;overflow:hidden;width:1px;position:absolute;top:784px;height:1px;">.</div>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Online-Magazin für Produktbewertungen]]></title>
<link>http://alienuspresse.wordpress.com/2009/08/13/online-magazin-fur-produktbewertungen/</link>
<pubDate>Thu, 13 Aug 2009 12:14:24 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alienus Mediaconsulting</dc:creator>
<guid>http://alienuspresse.wordpress.com/2009/08/13/online-magazin-fur-produktbewertungen/</guid>
<description><![CDATA[Neues Portal bietet Sammlung von Nutzerberichten. Nutzerberichte und Online-Bewertungen liegen im Tr]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>Neues Portal bietet Sammlung von Nutzerberichten.</strong></p>
<p><a href="http://www.rezension.org"><img class="alignleft" src="http://www.alienus.de/pressebilder/Rezension-org.jpg" alt="Rezension.org" width="300" height="222"></a>Nutzerberichte und Online-Bewertungen liegen im Trend. Wer sich vorab gezielt über ein Produkt informieren will, schaut heute in aller Regel erst einmal ins Internet. Unter dem programmatischen Titel Rezension.org bietet ein brandneues Portal dem interessierten Konsumenten jetzt eine umfangreiche Sammlung aktueller Kritiken zu Filmen, Büchern, Spielen und verwandten Produkten. Der Clou dabei sind clevere Bewertungssysteme und Rankings, mit deren Hilfe sich einzelne Titel gegeneinander abwägen lassen.</p>
<p><!--more-->Vor dem Kauf eines Produktes die kritische Meinung anderer einzuholen, gehört gerade in Zeiten knapper Kassen standardmäßig zum Anschaffungsprozess dazu. Das Internet macht es einem da leicht und bietet eine Reihe passender Anlaufstellen. Doch es müssen nicht erst hochpreisige Produkte sein, die zum Stöbern im Netz motivieren. DVDs, Bücher, CDs – gerade dort, wo die konkurrierenden Angebote besonders umfangreich sind, gilt: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Gut also, wenn man sich darüber informieren kann, was andere denken und empfehlen.</p>
<p>Speziell am genannten Produktsegment orientiert sich das brandneue Bewertungsportal Rezension.org, das binnen kurzer Zeit bereits eine beachtliche Anzahl qualifizierter Rezensionen in seinen Bestand aufnehmen konnte. Dabei ist das Projekt im Gegensatz zu anderen Webangeboten nicht auf Preisvergleiche oder forumsähnliche Kommentarsammlungen angelegt, sondern präsentiert sich vielmehr als gut strukturiertes Online-Magazin.</p>
<p>Verpackt in ein ansprechendes Design, lädt ein klarer und übersichtlicher Aufbau unmittelbar zum Stöbern ein. Die Produkttypen und Unterkategorien sind mit großem Wert auf Überschaubarkeit sortiert, und wer gezielt einen bestimmen Titel sucht, wird über eine einfache Suchfunktion schnell fündig.</p>
<p>Ebenso aufgeräumt präsentieren sich die einzelnen Rezensionen selber. Mit einem Minimum von 400 Worten beruht z.B. eine Film- oder <a href="http://www.rezension.org/rezensionen/buecher/" target="_blank">Buchbesprechung</a> auf der Kurzwiedergabe des Inhalts, einer persönlichen Stellungnahme, sowie einem standardisierten Bewertungssystem, das es dem Leser erlaubt, einzelne Produkte unmittelbar einzuschätzen und miteinander zu vergleichen. Eine eigene Bewertung des jeweiligen Titels (Buch, Film, <a href="http://www.rezension.org/rezensionen/spiele/" target="_blank">Spiel</a>, CD etc.) lässt sich darüber hinaus ebenfalls vornehmen. Spezifische Rankings listen auf dieser Grundlage die favorisierten Produkte von Lesern wie Rezensenten.</p>
<p><em>„Wilddiebe und Kritiker kennen keine Schonzeit“</em> – diese ebenso treffende wie ironische Feststellung des britischen Schriftstellers Noël Coward haben sich die Macher von Rezension.org zum Motto gewählt. Die rasch wachsende Anzahl von Rezensionen bestätigt die Richtigkeit dieser augenzwinkernden Weisheit. Und die Betreiber sind weiterhin offen für neue Autoren. Bewerben kann sich jeder, der Spaß am Schreiben von Kritiken hat und sich im Stil des Portals wiederfindet. Inhaltliche Vorgaben gibt es selbstverständlich keine. Nur eines gilt uneingeschränkt: Eigenwerbung ist ausgeschlossen.</p>
<p>***</p>
<p><strong>Kurzinfo und Betreiber:</strong></p>
<p>Rezension.org ist ein Webportal mit qualifizierten Besprechungen von <a href="http://www.rezension.org/rezensionen/filme/" target="_blank">Filmen</a>, Büchern, CDs, Spielen, Software und verwandten Produkten. Alle Beiträge bieten neben der individuellen Beschreibung und Einordnung des jeweiligen Titels auch dessen Bewertung nach vorgegebenen Kriterien. &#8211; Das Portal ist ein Projekt von Scheidle-Design mit Sitz in Tussenhausen. Betreiber ist Wolfgang Scheidle.</p>
<p>***</p>
<p><strong>Pressekontakt:</strong></p>
<p>Webprojektierungen<br />
Scheidle-Design<br />
Von-Stein-Weg 8<br />
86874 Tussenhausen</p>
<p>Ansprechpartner:<br />
Wolfgang Scheidle</p>
<p>Tel. 08268 / 90 49 95</p>
<p>presse@scheidle-design.de<br />
<a href="http://www.rezension.org" target="_blank">www.rezension.org</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Cees Nooteboom: «Nachts kommen die Füchse»]]></title>
<link>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/07/26/cees-nooteboom-nachts-kommen-die-fuechse/</link>
<pubDate>Sat, 25 Jul 2009 22:01:55 +0000</pubDate>
<dc:creator>Walter Eigenmann</dc:creator>
<guid>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/07/26/cees-nooteboom-nachts-kommen-die-fuechse/</guid>
<description><![CDATA[. Liebe &#8211; ohne große Worte Bernd Giehl . «Es sind die Toten, die uns lieben. Nicht die Lebende]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#ff0000;">Liebe &#8211; ohne große Worte</span></h2>
<p style="text-align:center;"><em><strong>Bernd Giehl</strong></em></p>
<p style="text-align:center;"><em><strong><span style="color:#ffffff;">.</span><br />
</strong></em></p>
<p style="text-align:right;"><em>«Es sind die Toten, die uns lieben.<br />
Nicht die Lebenden. Die vergessen uns.<br />
Aber die Toten erinnern sich an uns.<br />
Würden sie sonst Nacht für Nacht kommen<br />
und uns heimsuchen?»<br />
(Quelle und Autor unbekannt)</em></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.suhrkamp.de/buecher/nachts_kommen_die_fuechse-cees_nooteboom_42066.html" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-7785" title="Noteboom_Nachts wenn die Fuechse kommen" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/07/noteboom_nachts-wenn-die-fuechse-kommen.jpg" alt="Noteboom_Nachts wenn die Fuechse kommen" width="200" height="333" /></a>Man kennt das ja aus eigener Anschauung. Irgendwann kehrt man an einen Ort zurück, an dem man schon einmal war. Es muss nicht unbedingt ein Ort gewesen sein, an dem man sich gern aufhielt. Aber gleichwohl kommen die Erinnerungen: Hier hat man vor Jahren den kleinen Hund begraben, der einem so sehr ans Herz gewachsen war; Und hier ist man vor langer Zeit jener Frau begegnet, die so eine unheilvolle Rolle im eigenen Leben gespielt hat.<br />
Es sind unwillkürliche Erinnerungen, die Nooteboom in seinem «Nachts kommen die Füchse» beschwört. Und oft kommen sie eher beiläufig. Ein Foto taucht plötzlich auf, und ob man will oder nicht: man erinnert sich. Ob die Erinnerung angenehm ist oder nicht, was spielt das für eine Rolle? Wichtig ist nur die Erinnerung selbst.<br />
Einem Mann fällt ein Foto in die Hände. Er beschreibt die Menschen, die darauf zu sehen sind. Vor allem eine Frau hat es ihm angetan. «Paula» heißt sie. Sie ist vor Jahren bei einem Hotelbrand ums Leben gekommen.</p>
<div id="attachment_7786" class="wp-caption alignright" style="width: 150px"><a href="http://web.fu-berlin.de/chronik/b-picts/2005-2009/nooteboom.html" target="_blank"><img class="size-full wp-image-7786" title="Cees Nooteboom" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/07/cees-nooteboom.jpg" alt="Cees Nooteboom" width="140" height="235" /></a><p class="wp-caption-text">Cees Nooteboom</p></div>
<p style="text-align:justify;">Paula war nicht nur eine schöne Frau, sondern sie war auch eigenwillig. Der Kreis, in dem sie auftaucht, ist ein lockerer Verband von Glücksspielern, die alle dasselbe wollen: möglichst viel Geld zu gewinnen. Paula schläft mit allen. Auch mit dem Erzähler. Aber dann brennt sie mit einem anderen Mann durch. Jahre später erfährt der Mann, dass Paula bei einem Hotelbrand ums Leben gekommen ist. Jetzt sitzt er auf dem einzigen Stuhl, der ihm noch geblieben ist, in einem leeren Zimmer und erinnert sich an Paula. An ihre Schönheit und an ihre Risikobereitschaft. Er hat Paula geliebt, noch lange nachdem sie endgültig aus seinem Leben gegangen ist.<br />
Alle Erzählungen in dem Band «Nachts kommen die Füchse» handeln von den Toten und den Erinnerungen, die die Zurückbleibenden an sie haben. Und alle handeln von der Liebe. Es sind Geschichten, die nicht mit großen Worten daherkommen, und die deshalb um so mehr unter die Haut gehen. Es sind die Erinnerungen, die uns bleiben und die das Leben lebenswert machen. Ich glaube, Nooteboom hat recht. <em>(<a href="http://www.berndgiehl.de/" target="_blank">Bernd Giehl</a>)</em></p>
<p style="text-align:justify;"><em><a href="http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&#38;source=/ard/sendung/90108/index.html" target="_blank">Cees Nooteboom</a>, Nachts kommen die Füchse, Erzählungen, <a href="http://www.suhrkamp.de/" target="_blank">Suhrkamp Verlag</a> Frankfurt, 152 Seiten, ISBN 978-3518420669</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Jon Speelman: «Buch der Schachaufgaben»]]></title>
<link>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/06/17/jon-speelmans-buch-der-schachaufgaben/</link>
<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 22:01:55 +0000</pubDate>
<dc:creator>Walter Eigenmann</dc:creator>
<guid>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/06/17/jon-speelmans-buch-der-schachaufgaben/</guid>
<description><![CDATA[. Praktische Schule der Taktik Walter Eigenmann . Als der englische GM Jonathan Speelman vor einem J]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#ff0000;">Praktische Schule der Taktik</span></h2>
<p style="text-align:center;"><em>Walter Eigenmann</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.gambitbooks.com/completebooks.html" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-7013" title="Speelman_Schachaufgaben_Cover" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/06/speelman_schachaufgaben_cover.jpg" alt="Speelman_Schachaufgaben_Cover" width="200" height="293" /></a>Als der englische GM <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jonathan_Speelman" target="_blank">Jonathan Speelman</a> vor einem Jahr seinen «Gambit-Book»-Erstling «<a href="http://www.gambitbooks.com/books/speelpuzz.html" target="_blank">Jon Speelman&#8217;s Chess Puzzle Book</a>» präsentierte, waren Presse und Leser des Lobes voll über diese Aufgaben-Sammlung in Sachen Schach-Taktik. Denn nicht nur, dass der große Endspiel-Techniker und am Brett äußerst <a href="http://www.chessgames.com/perl/chessplayer?pid=27451" target="_blank">kreative Taktiker</a> Speelman gemeinsam mit John Nunn und Tony Miles jahrelang das berühmte britische Schach-«Triumvirat» bildete. Auch als Autor hatte sich der studierte Mathematiker und WM-Halbfinalist längst einen hervorragenden Namen geschaffen. Umso erfreulicher ist nun, dass er mit seinen Taktik-Puzzles auch die große deutschsprachige Leserschaft bedient.<br />
Gemäß seiner Grundbotschaft, dass Taktik «eine Kombination von Sehvermögen und Berechnung» bilde, betont Autor Speelman im eben erschienen «Buch der Schachaufgaben», dass die Verbesserung der taktischen Fähigkeiten «keineswegs dunkle Magie», sondern durch Übung erreichbar sei. Und wie andere Untersuchungen geht auch Speelmans Exerzitium von der großen Bedeutung der «Mustererkennung» aus: «Das Sehvermögen ergibt such aus der Mustererkennung, aus der man dann Kandidatenzüge ableiten kann. Diesem im Unterbewusstsein ablaufenden Prozess liegt zweifellos eine tiefgründige wissenschaftliche Theorie zugrunde, aber der praktische Effekt für Schachspieler besteht darin, dass man durch Übung eher Züge sieht, die funktionieren könnten, wobei die Betonung auf &#8216;könnten&#8217; liegt. &#8211; Im Berechnungsteil prüft man dann, ob diese Züge auch wirklich klappen.»<br />
Didaktisch setzt Speelman dieses sein zweiteiliges Unterrichtskonzept in bekannter Manier um, indem es vom Elementaren zum Komplizierten geht: «In meiner Jugend habe ich hunderte von kleinen Taktikaufgaben aus Büchern und Zeitschriften gelöst und bin immer der Meinung gewesen, dass der beste Weg zur Erzielung von Fortschritten darin besteht, blindlings gegen eine Mauer anzurennen, sondern eine Reihe niedrigerer Hindernisse zu überwinden und sich dadurch kleine, aber angenehme Erfolgserlebnisse zu verschaffen.»</p>
<div id="attachment_7015" class="wp-caption alignright" style="width: 190px"><a href="http://www.gambitbooks.com/books/speelpuzz.html" target="_blank"><img class="size-full wp-image-7015" title="Jon Speelman" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/06/jon-speelman.jpg" alt="Jon Speelman" width="180" height="270" /></a><p class="wp-caption-text">Jonathan Speelman</p></div>
<p style="text-align:justify;">Dementsprechend beginnt der 53-jährige Londoner Großmeister sein Buch mit den taktisch (ein-)gängigsten Manövern wie «Springergabel» oder «Fesselung», um sodann die höheren Weihen des Kombinierens mittels komplexerer Bereiche wie «Überlastung» oder «Bauernumwandlung» zu spenden. Jede Aufgabe, die eine Art Paradigma ihres Themas darstellt, geht dabei von einem Diagramm aus, dem ein kurzer Umschrieb des Puzzles folgt. Im «Lösungen»-Abteil werden dann die detaillierten Varianten besprochen. Das «Sehvermögen» nochmals eingehender trainiert wird dann im Abschnitt «Taktik in der Praxis», aber nun nicht mehr systematisch, sondern bunt gewürfelt &#8211; wie das im Partien-Turnieralltag ja auch der Fall ist. «Fingerübungen» nennt Speelman diese 48 Stellungen, welche die vorausgegangenen Kapitel resümieren.<br />
«Jon Speelmans Buch der Schachaufgaben» ist eine Taktik-Unterweisung, die für jeden aufstrebenden Caissa-Jünger mit Gewinn studiert werden dürfte. Denn die Kombinatorik-Puzzles sind so geschickt, will heißen so beispielhaft gewählt, dass sie als eigentliche Lerninhalte bei jedem Amateur in die Partien-Praxis durchschlagen sollten. Wobei bei solchen Büchern ja grundsätzlich nicht nur systematisch mit dem Brett vor dem Kopf gebüffelt, sondern alternativ durchaus auch «Just-for-Fun» genossen werden kann: Man liest ein paar Seiten im Zug, die nächsten in der Kaffeepause, weitere vor dem Einschlafen &#8211; wann und wo halt man Lust auf ein bisschen Schachtaktik hat. Hauptsache: Nicht schummeln&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Jonathan Speelman, Jon Speelmans Buch der Schachaufgaben, <a href="http://www.gambitbooks.com/index.html" target="_blank">Gambit Books Verlag</a>, 160 Seiten, ISBN 978-1-906454-02-9</em></p>
<h4>Inhalt</h4>
<pre>Einführung                             5
<strong>Teil 1: Die Elemente</strong>
Springergabeln                         7
Ungedeckte Figuren                    12
Linienöffnung und -schließung         17
Fesselungen                           22
Spieße                                27
Überlastete Figuren und Ablenkungen   31
Mattangriffe                          36
Die Grundreihe                        44
Patt                                  48
Bauernumwandlung                      52
<strong>Teil 2: Taktik in der Praxis</strong>
Fingerübungen                         57
Bunter Strauß                         70
Schwierigere Beispiele                83
<strong>Lösungen</strong>                              94</pre>
<p style="text-align:justify;"><em><span style="color:#ffffff;">.</span></em></p>
<h4 style="text-align:center;">Probeseiten</h4>
<p style="text-align:justify;"><em><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/06/speelman_schachaufgaben_probeseite1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-7018" title="Speelman_Schachaufgaben_Probeseite1" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/06/speelman_schachaufgaben_probeseite1.jpg" alt="Speelman_Schachaufgaben_Probeseite1" width="715" height="1011" /></a></em></p>
<p><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/06/speelman_schachaufgaben_probeseite2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-7019" title="Speelman_Schachaufgaben_Probeseite2" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/06/speelman_schachaufgaben_probeseite2.jpg" alt="Speelman_Schachaufgaben_Probeseite2" width="715" height="1099" /></a></p>
<h4 style="text-align:center;">Themenverwandte Links</h4>
<p><a href="http://www.schulschach-bayern.de/index.php?/archives/190-Generalmobilisierung-fuer-alle-bayerischen-Schach-Lehrer-Kurs-an-der-Akademie-in-Dillingen.html" target="_blank">Schulschach</a> &#8211; <a href="http://ralphsnutzloseswissen.blog.de/2008/04/03/schach-matt-3942973/" target="_blank">Schach matt</a> &#8211; <a href="http://www.demobrett.de/658/metamorphose" target="_blank">Demobrett</a> &#8211; <a href="http://schachneurotiker.blogg.de/eintrag.php?id=30" target="_blank">Schachneurotiker</a> &#8211; <a href="http://www.chess-international.de/?p=496" target="_blank">Chess International</a> &#8211; <a href="http://www.jugendschach.com/2009/05/jugendschach-ausgabe-062009/" target="_blank">Jugendschach</a> &#8211; <a href="http://www.derwesten.de/blogs/schach/stories/5779/" target="_blank">Schwatt&#38;Weiß</a> &#8211; <a href="http://schachmeister.blog.de/" target="_blank">Schachmeister</a> &#8211; <a href="http://padschah.wordpress.com/" target="_blank">Padschah</a> &#8211; <a href="http://aquarium.teufel100.de/?p=355" target="_blank">Sven&#8217;s Blog</a> &#8211; <a href="http://blog.nostromo.ch/3b/2009/04/red-hot-pawn.html" target="_blank">Gunten</a> &#8211; <a href="http://www.bennisblog.de/?p=89" target="_blank">Bennisblog</a> &#8211; <a href="http://www.brettspiel-blog.de/archiv/2006/01/schachblog.html" target="_blank">Brettspiel</a> &#8211; <a href="http://www.killerzuege.de/?p=467" target="_blank">Killerzüge</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Polit-Krimi von Thomas Brändle: «Das Geheimnis von Montreux»]]></title>
<link>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/06/10/braendle_das-geheimnis-von-montreux/</link>
<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 17:00:45 +0000</pubDate>
<dc:creator>Walter Eigenmann</dc:creator>
<guid>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/06/10/braendle_das-geheimnis-von-montreux/</guid>
<description><![CDATA[. Tödliche Schweizer Politik Walter Eigenmann . Was wäre, wenn damals auf den Schweizer Bundesrat Ch]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#ff0000;">Tödliche Schweizer Politik</span></h2>
<p style="text-align:center;"><strong><em>Walter Eigenmann</em></strong></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.wolfbach-verlag.ch/index.php?id=67" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-6919" title="Braendle_Montreux_Cover" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/06/braendle_montreux_cover.jpg" alt="Braendle_Montreux_Cover" width="246" height="400" /></a>Was wäre, wenn damals auf den Schweizer Bundesrat Christoph Blocher, also auf einen der seit Menschengedenken einflussreichsten Politiker Helvetiens, ein tödlicher Mordanschlag verübt worden wäre? -<br />
Hoppla! Darf man sowas wirklich fragen? Ja, überhaupt nur denken? In der Schweiz? In der Innerschweiz??<br />
Doch genau dies tut der Zuger Schriftsteller Thomas Brändle. In seinem Kriminalroman «Das Geheimnis von Montreux».</p>
<p style="text-align:justify;">Die Geschichte des Brändle-Roman-Erstlings entspinnt sich um ein skandalöses Verbrechen: Im SwimmingPool seiner Villa wird der Schweiz prominentester Volksvertreter ermordet aufgefunden. Natürlich heißt im Roman das Opfer nicht Blocher (sondern Landolt) und nicht Christoph (sondern Christian) mit Vornamen. Doch im dritten Kapitel liest&#8217;s sich völlig unzweideutig (Zitat):<br />
«Landolt war damals noch der Inhaber eines global agierenden Konzerns in der Kunststoffbranche und bereits wichtiges Mitglied des Nationalrates, der grossen neben der kleinen Kammer, dem Ständerat. Landolt führte in der öffentlichen Wahrnehmung quasi im Alleingang einen politischen Feldzug gegen das gesellschaftliche, mediale und wirtschaftliche, auch das politische Establishment der Schweiz, das sich im Vorfeld geschlossen für den Beitritt ausgesprochen hatte. Und das Volk liebte ihn dafür, denn noch einige Monate vor der entscheidenden Abstimmung wurden die Gegner in den Medien flächendeckend als nationalistische Ewiggestrige der Lächerlichkeit preisgegeben. Die Gegnerschaft, das war schon damals ein grosser Teil der Schweizer Bevölkerung. Sie hatte aber kaum bedeutende Exponenten auf ihrer Seite, sondern machte nur die sprichwörtliche Faust im Sack. Landolt avancierte in dieser Situation zum Volkstribun. Der schwerreiche Grossindustrielle glänzte durch seine scharfzüngige Rhetorik, einen entwaffnenden Schalk und sein für einen Politiker ungewohnt bodenständiges Auftreten. Er liess kein Schwingfest, keine Parteiversammlung, keinen Auftritt in einer Gemeindeturnhalle, keine Möglichkeit aus, um sich unter das Volk zu mischen, mit deftigen Sprüchen auf die &#8216;Classe politique&#8217; zu schimpfen und mit einer einfachen, direkten Sprache zu zeigen: Ich bin einer von euch. Er war Mitglied der SVP, einer kleinen Partei, die bis anhin kaum 5% Wähleranteil auf sich vereinen konnte, der Partei der Landwirte und kleinen Gewerbeunternehmer, die erst während des Zweiten Weltkriegs, also fast hundert Jahre nach der Staatsgründung, eines der sieben Regierungsmitglieder stellen konnte. Die Parteigänger waren stolz auf ihren Multimillionär, der immer offener ihre Bewegung, wie sich die Partei selber bezeichnet, finanzierte, die ebenso immer offensichtlicher in vielen Themen auch Landolts ganz persönliche Meinung als ihre eigene übernahm. Landolt erweckte die verschlafene Partei zu einer politischen Kraft, die sich bei fast jeder Abstimmung gegen alle anderen Parteien des Landes stellte. Mit jeder gewonnenen Abstimmung legte sie ein bis zwei Prozente Wähleranteil zu&#8230;»</p>
<div id="attachment_6923" class="wp-caption alignright" style="width: 360px"><a href="http://www.morgarten.ch/historisches.html" target="_blank"><img class="size-full wp-image-6923  " title="Morgarten-Denkmal" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/06/morgarten-denkmal.jpg" alt="Morgarten-Denkmal" width="350" height="232" /></a><p class="wp-caption-text">Bankier-Leiche an helvetisch historischer Stätte: Rettet der Geist von Morgarten die Schweizer vor dem neoliberalen Sozial-Darwinismus?</p></div>
<p style="text-align:justify;">Das Landolt-Attentat wird in der Folge der Story zum Ausgangs- und Angelpunkt zugleich von nicht nur schweizerischen, sondern internationalen, ja global vernetzten Machenschaften, Illegalitäten und Korruptionen, von mysteriösen Polit-Szenarien mit schier monströser Tragweite, welche zuweilen, konsequent zuende gedacht, den Leser beängstigen müssten. Denn selbstverständlich bleibt der hohe Magistrat nicht das einzige Mordopfer in diesem Krimi: Wenig später findet man die Leiche einer weiteren Schweizer Symbolfigur, nämlich des Präsidenten der Nationalbank &#8211; ausgerechnet an für Eidgenossen heiliger Stätte: dem <a href="http://www.morgarten.ch/morgartengelaende.html#schlachtdenkmal" target="_blank">Morgarten-Denkmal</a> am Ägerisee. Dem armen Teufel hatte man flüssiges Gold in den Rachen geleert&#8230; Und es geht weiter, das Meucheln &#8211; das Geheimnis von Montreux aus uralter Zeit fordert plötzlich neuzeitlichen Tribut.<br />
Mitten in all diese mörderischen Troubles um viel «Geld und Macht», aber auch viel «Gut und Geist» hineingestellt findet sich die attraktive Journalistin Franziska Fischer, deren Recherchen sie tief in die helvetische Vergangenheit (bis zur «Helvetischen Republik» nach der französischen Invasion durch Napoleons Truppen im Jahre 1798) und weit in die Zukunft (bis zum Crash des Währungssystems im Jahre 2011 aufgrund skrupelloser Mafia-Banken-Attacken&#8230;) führen. Ihr zur Seite steht der «frei-sinnige» Nationalrat Marco Keller, ein direkter Nachfahre des berühmten freiheitlich-«liberal»-vaterländischen Polit-Dichters <a href="http://www.gottfriedkeller.ch/" target="_blank">Gottfried Keller</a>, der u.a. Mitte des vorletzten Jahrhunderts die Gründung der Zürcher Kantonalbank als Staatsbank anregte mit den Worten: «Wir brauchen diese Staatsbank, um den Wucher zu bekämpfen, den Privatbanken heilsame Konkurrenz entgegenzustellen und den mittleren und kleineren Gewerbestand vor der Ausbeutung durch die in erster Linie auf eigenen Nutzen bedachten Privatbanken zu schützen.»</p>
<div id="attachment_6924" class="wp-caption alignleft" style="width: 185px"><a href="http://www.zug.ch/behoerden/kantonsrat/kantonsratsvorlagen_geschaefte/krv_archiv/1511/1/at_download/file_pdf" target="_blank"><img class="size-full wp-image-6924 " title="Thomas Braendle" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/06/thomas-braendle.jpg" alt="Thomas Braendle" width="175" height="221" /></a><p class="wp-caption-text">Politiker, Bäcker, Schriftsteller: Thomas Brändle</p></div>
<p style="text-align:justify;">Der 1969 in Liestal geborene, seit langem im innerschweizerischen Zug als selbstständiger Konditorei-Inhaber lebende, im kantonalen Parlament als FDP-Mitglied politisierende und  bislang v.a. als humoristischer Belletristiker hervorgetretene Autor <a href="http://www.regiotop.ch/thomas_braendle.php" target="_blank">Thomas Brändle</a> hat mit «Das Geheimnis von Montreux» nicht nur über den «Sonderfall Schweiz» einen Roman geschrieben, sondern selber einen «Roman-Sonderfall» geschaffen. Denn Buenos Aires, Rom, Montreux, Washington, Moskau: das sind nicht Schauplätze, wie man sie von Innerschweizer Schriftstellern gewohnt ist; ebensowenig geläufig sind einem bei zentral-helvetischen Autoren Themata wie Polit-Morde, Finanz-Verschwörungen oder Regierungs-Korruption. Vollends «unmöglich» für einen Zuger Schriftsteller, notabene einen dezidiert «bürgerlichen» <a href="http://www.thomas-braendle.ch/ftp/nzz_150207.pdf" target="_blank">Regionalpolitiker</a> schließlich scheint derart Unerhörtes wie Kritik am «Finanzplatz Schweiz», an der zivilen Verfilzung von Parlament und Großindustrie, an grundsätzlich Kapitalistischem wie der «Freien Marktwirtschaft» oder an institutionalen Grundfesten wie der Börsenkotierung zu sein. Denn <a href="http://www.thomas-braendle.ch/ftp/ks_zug.pdf" target="_blank">Autor Brändle</a> lässt so ziemlich nichts aus, was Herrn und Frau Schweizer eigentlich (und eigentlich brennend) interessieren müsste an den (durchaus momentanen) Geschicken des Landes. Nur dass es hier als globale Verflechtung daherkommt, deren Schicksalshaftigkeit man so gerade eben und gottseidank noch die hehren Staatstugenden eines Gottfried Keller entgegenzuhalten vermag &#8211; denn sonst&#8230;</p>
<div id="attachment_6938" class="wp-caption alignright" style="width: 170px"><a href="http://gottfriedkeller.ch/aufsatz/salander_realien.htm" target="_blank"><img class="size-full wp-image-6938 " title="Gottfried Keller" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/06/gottfried-keller.jpg" alt="Gottfried Keller" width="160" height="215" /></a><p class="wp-caption-text">Geistiger Wegbereiter eines volkssouveränen Liberalismus&#39; und eines progressiven Schweizer Grundgesetzes: «Martin-Salander»-Dichter Gottfried Keller (1819-1890)</p></div>
<p style="text-align:justify;">Brändle breitet auf 240 Buchseiten eine ganze Menge historischer «<a href="http://www.pohlw.de/literatur/epochen/aufklaer.htm" target="_blank">Aufklärung</a>», aber auch politischer Aufklärung aus, zahllose (schweizer-)geschichtliche Exkurse garnieren den Krimi, bis hin zur Philosophie- und Sozialhistorik, und ein zumeist geistesgeschichtliches Prominenten-Zitat über jedem Kapitel untermauert quasi die jeweilige «Moral der G&#8217;schicht». Dies alles kommt dabei in einer erstaunlich rasanten Sprache daher, Brändle schreibt kurz, knackig, routiniert. Die teils üppigen Theorie-Einschübe werden geschickt durch schnelle Wechsel von Zeit und Ort gesplittet, was die literarischen Handlungsstränge zwar simultanisiert und dadurch verkompliziert, aber die Spannung durchaus raffiniert hält. Wer also über den viel- (und im eigenen Land gern-)zitierten politischen «Sonderfall Schweiz» mehr erfahren will, als er im üblichen eidgenössischen Blätterwald &#8211; gerade zu Zeiten und inmitten eines krisengeschüttelten Europa &#8211; je vorgesetzt erhält, der kann nun auch einfach einen Innerschweizer Krimi lesen&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;"><em><a href="http://www.thomas-braendle.ch/index.html" target="_blank">Thomas Brändle</a>, Das Geheimnis von Montreux, Ein Kriminalroman zum Sonderfall Schweiz, <a href="http://www.wolfbach-verlag.ch/" target="_blank">Wolfbach Verlag</a>, 240 Seiten, ISBN 978-3-9523334-1-9</em></p>
<p style="text-align:justify;"><em><span style="color:#ffffff;">.</span></em></p>
<h4><span style="color:#ff0000;">Interview mit Thomas Brändle</span></h4>
<p style="text-align:justify;"><strong>Glarean Magazin: Bis jetzt kannte man den Schriftsteller Thomas Brändle vornehmlich als erfolgreichen Humoristen, beispielsweise in «Noch ein Stück, bitte!» und «Einen Augenblick bitte!». Warum nun dieser unverhoffte Schwenk ins dramatische, ja buchstäblich todernste «Fach» des Polit-Thrillers?</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Thomas Brändle:</strong> Tatsächlich bevorzuge ich das Humoristisch-Hintergründige. Dass ich nun einen Politkrimi geschrieben habe (der im wahrsten Sinne des Wortes auch seine komischen «Seiten» hat), hat natürlich mit meinem politischen Mandat zu tun. Nach einigen Jahren Recherche habe ich ihn 2007 geschrieben und im September 2008 veröffentlicht. Am 15. September 2008 crashte die Bank Lehman Brothers &#8211; der Anfang der aktuellen Weltwirtschaftskrise. Ich bin selber verblüfft, wie schnell schon vieles eingetroffen ist, was ich im Buch vorweggenommen habe. Sogar die Schweizer Boulevardzeitung «Blick» schrieb darüber. So wie’s aussieht, könnte noch einiges mehr aus dem Politthriller Realität werden.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>GM: Ihren Protagonisten Marco Keller charakterisieren Sie im Buch u.a. so: «Er hält es in den vorgegebenen Leitplanken kaum aus und kann nicht verstehen, wie seine Partei, die FDP, zunehmend das eigene Staatsgebilde demontiert, sich immer auf Sachzwänge, die Globalisierung und eine vermeintlich ökonomische Logik berufend.» Spricht hier auch der real politisierende Autor, dem die eigene Fraktion bei einer Parlamentsrede gar mal das Mikrofon abstellen ließ?</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>TB:</strong> 2002 wurde ich ins Parlament des Kantons Zug gewählt. Ende 2004 erschien mein erster kritischer Leserbrief zu unserer Wirtschafts- und Finanzordnung. Damals begann meine Odyssee durch die Schweizer Geschichte und auch das Zweifeln an der Seriosität der Wirtschaftswissenschaften. Da ist viel Ideologie dabei. Inzwischen darf ich im Parlament auch wieder ausreden. Meine «Aktien» sind durch die Krise gestiegen&#8230; Und ja, die FDP ist leider von einer staatstragenden, visionären Volkspartei zur Klientelpartei mutiert. Das kritisiert mein Protagonist Marco Keller.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>GM: Über jedem Ihrer Buch-Kapitel prangt ein Aphorismus eines zumeist großen Dichters oder Denkers, und der wirtschaftsethische Standpunkt des Autors bleibt zu keinem Zeitpunkt verborgen. Der Krimi auch als moralischer Appell? Haben Schriftsteller eine soziale Aufgabe?</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>TB:</strong> Persönlich lese ich am liebsten Autoren, die mich aufregen, anregen und unterhalten – und natürlich zum Lachen bringen. Ich möchte mir mit Lesen nicht nur die Zeit vertreiben, sondern davon eben auch bereichert werden. Ich finde schon, dass Schriftsteller eine sehr wichtige Aufgabe hätten. Wie es Dürrenmatt gesagt hat, haben Schriftsteller die Position der Rebellion zu beziehen, in jeder Gesellschaft, die denkbar ist. Wir schnell werden bloße Behauptungen zu Wahrheiten, die sich in unseren «gesunden» Menschenverstand einschleichen und dort alles lahm legen! Dann wehren wir uns natürlich, wenn plötzlich einer fragt, ob denn die Erde auch wirklich flach ist. Wir dürfen (trotzdem) «nie damit aufhören, Fragen zu stellen» (Albert Einstein).</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>GM: Wie einflussreich sind wirtschaftliche «Geheimbünde» wie die von Ihnen geschilderte, in Montreux gegründete «Mont Pèlerin Society» oder «Denkfabriken» wie «Avenir Swiss» wirklich?</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>TB:</strong> Offenbar sind sie sehr einflussreich. Deren Interessen und Ansichten sind eben nicht geheim. Sie werden durch Bildungsinstitute, Medien und Politik gelehrt und verbreitet. Die von ihnen propagierte Wirtschaftsdoktrin hat, wenn auch selten in der reinen Lehre, innert 30 Jahren den Status eines global akzeptierten «Naturgesetzes» erreicht. Im Anhang meines Romans findet die interessierte Leserschaft «andere» wissenschaftliche Literatur. Es gibt wenig Geheimes, nur der Fokus ist oft etwas beschränkt&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>GM: Nach H. Ch. Binswangers Arbeit «Die Wachstumsspirale», welche Sie im Buch zitieren, zerstört unser neoliberales Kreditsystem wichtige ökologische, soziale, wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Strukturen. Wie sähe die kurze Skizzierung eines besseren politischen Gegenentwurfs aus?</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>TB:</strong> Binswanger plädiert unbedingt dafür, dass wir unser 500 Jahre altes Finanzsystem reformieren, wie es in der Schweiz nach 1848 schon einmal getan wurde. Und zwar recht erfolgreich. Nur die Notenbank darf Geld herstellen und die Kantonal- und Genossenschaftsbanken haben die gesellschaftliche Verantwortung, dass es für sozial nützliche Projekte zur Verfügung steht: für die Infrastruktur, die wertschöpfenden Menschen, die Familien und jene Unternehmungen, die sinnvolles Produzieren und damit Nutzen stiften. Geld darf sich nur durch reale Wertschöpfung vermehren, nicht durch sich selber. Einen konkreten Vorschlag habe ich aktuell bei der «Fachkommission Wirtschaftspolitik» der FDP Schweiz eingereicht. Wirtschaftswissenschaftler wie Hans Christoph Binswanger, Heinrich Bortis und andere haben mir dabei geholfen.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>GM: Gottfried Keller ist in Ihrem Krimi eine Art imaginärer Rufer aus der Vergangenheit. Was, glauben Sie, würde er seinen Schweizern zurufen angesichts der heutigen Misere in Staat und Gesellschaft?</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>TB:</strong> Der IT-Unternehmer Ivo Muri hat in seinem Buch «Kleptokratisches Manifest» ein fiktives Interview zwischen Gottfried Keller und einer heutigen Wirtschaftsstudentin veröffentlicht. Herrlich genial!<br />
In der Realität würde Keller sich heute wohl sehr wundern, dass wir im Gegensatz zu Bereichen wie Technik, Bildung und Wissenschaft geistig, politisch und moralisch so klägliche Fortschritte gemacht haben. Bestimmt würde er sich auch ärgern, dass ausgerechnet die Schweizer so geldhörig geworden sind. Die Schweiz hätte der Welt gerade heute aufgrund ihrer staatspolitischen Erfahrungen so viel zu geben.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>GM: Glauben Sie, dass Bücher die Welt verändern?</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>TB:</strong> Ja, manche haben das ja auch getan. Das geschriebene Wort hat schon seine Kraft – wenn es gelesen wird. Wenn die Menschen es endlich überdrüssig sind, nur als Konsumenten, Arbeitnehmer, Steuerzahler und einfältige Unterhaltungssuchende gesehen zu werden, möchten sie vielleicht auch wieder geistig etwas herausgefordert werden; lustbetont, humorvoll, spannungsgeladen. ■</p>
<p style="text-align:justify;"><em><span style="color:#ffffff;">.</span></em></p>
<h4 style="text-align:center;">Probeseiten</h4>
<h4 style="text-align:justify;"><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/06/braendle_montreux_probeseite-30.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6929" title="Braendle_Montreux_Probeseite 30" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/06/braendle_montreux_probeseite-30.jpg" alt="Braendle_Montreux_Probeseite 30" width="715" height="1242" /></a><span style="color:#ffffff;">.</span></h4>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/06/braendle_montreux_probeseite-117.jpg"><em><img class="aligncenter size-full wp-image-6930" title="Braendle_Montreux_Probeseite 117" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/06/braendle_montreux_probeseite-117.jpg" alt="Braendle_Montreux_Probeseite 117" width="715" height="1204" /></em></a></p>
<p><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p><a href="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/06/braendle_montreux_probeseite-218.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-6931" title="Braendle_Montreux_Probeseite 218" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/06/braendle_montreux_probeseite-218.jpg" alt="Braendle_Montreux_Probeseite 218" width="715" height="1223" /></a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Rezensionen bei Amazon]]></title>
<link>http://mauerfall.wordpress.com/2009/05/23/rezensionen-bei-amazon/</link>
<pubDate>Sat, 23 May 2009 14:44:13 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ronald</dc:creator>
<guid>http://mauerfall.wordpress.com/2009/05/23/rezensionen-bei-amazon/</guid>
<description><![CDATA[Mauerstücke - Erinnerungsgeschichten Mauerstücke &#8211; Erinnerungsgeschichten Hrgs. Bettina Buske ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><div id="attachment_61" class="wp-caption alignnone" style="width: 206px"><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3939937088/ron0c"><img src="http://mauerfall.wordpress.com/files/2009/02/cover-280-196.jpg" alt="Mauerstücke - Erinnerungsgeschichten" title="Mauerstücke Geschichten zur Erinnerung an die Berliner Mauer" width="196" height="280" class="size-full wp-image-61" /></a><p class="wp-caption-text">Mauerstücke - Erinnerungsgeschichten</p></div>
<p><a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3939937088/ron0c">Mauerstücke &#8211; Erinnerungsgeschichten</a><br />
Hrgs. Bettina Buske und Patricia Koelle<br />
ISBN 978-3-939937-08-1<br />
180 Seiten<br />
30 Farbfotos<br />
Vorwort Walter Momper (Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses)<br />
Geleitwort André Schmitz (Kulturstaatssekretär von Berlin)</p>
<p>Mittlerweile gibt es auch schon ein paar  <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3939937088/ron0c">Rezensionen von Amazon-Kunden</a>. Hier kann man sich einen ersten Eindruck über das Buch verschaffen. </p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Helmut Pflegers neue ZEIT-Schachspalten]]></title>
<link>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/05/18/helmut-pflegers-120-zeit-schachspalten/</link>
<pubDate>Sun, 17 May 2009 22:01:28 +0000</pubDate>
<dc:creator>Walter Eigenmann</dc:creator>
<guid>http://glareanverlag.wordpress.com/2009/05/18/helmut-pflegers-120-zeit-schachspalten/</guid>
<description><![CDATA[. Vergnüglicher Schach-Tratsch-Klatsch Walter Eigenmann . Der deutschsprachigen Schachwelt den Münch]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#ff0000;">Vergnüglicher Schach-Tratsch-Klatsch</span></h2>
<p style="text-align:center;"><strong><em>Walter Eigenmann</em></strong></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#ffffff;">.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.edition-olms.com/seiten/detail.php?ID=368" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-6500" title="Pfleger_Zeit-Schachspalten_Cover" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/05/pfleger_zeit-schachspalten_cover.jpg" alt="Pfleger_Zeit-Schachspalten_Cover" width="230" height="326" /></a>Der deutschsprachigen Schachwelt den Münchner Großmeister Helmut Pfleger vorstellen zu wollen hieße Bauern in die Grundstellung setzen: Seit Jahrzehnten ist der Name dieses bayrischen Internisten ein Synonym für hemdsärmelige Schachanalyse und schachpsychologisches Infotainment. Während er in den 80er&#38;90er Jahren als witzig plaudernder «Talkmaster» vieler TV-Schach-Sendungen (oft gemeinsam mit dem tschechischen Spitzen-GM Vlastimil Hort) einer weiten Schachamateur-Gemeinde die komplizierten Geheimnisse des Königlichen Spiels «übersetzte», verlegte er sich in den folgenden Jahren vermehrt auf das Schreiben von Schach-Kolumnen, deren amüsanter Ton, verbunden mit dem Flair fürs Vereinfachen schwieriger Zusammenhänge und mit gleichzeitig weitem thematischem Spektrum, sich schon bald eine riesige Anhängerschaft schufen. Inzwischen ist der typische «Pfleger-Stil» ein internationales Markenzeichen in der Welt der Schachkommentierung geworden &#8211; und eine Lektüre, deren Charme, wortreiche Eloquenz und muntere Leichtigkeit vergessen lässt, dass Schach doch recht eigentlich eine todernste Sache ist, die außerdem durchaus extremsportlich psychische und körperliche Kräfte zehren kann. (Letzteren Befund hat übrigens derselbe Arzt Dr. Pfleger in diversen Berichten dokumentiert&#8230;)<br />
«ZEIT-Schachspalten» nennt sich nun eine neueste (insgesamt bereits die fünfte bei der Edition Olms erschienene) Sammlung von Kolumnen aus der quirligen Feder des nimmermüden Schach-Enthusiasten Helmut Pfleger, dem wohl so mancher vom Schach (noch) unbeleckter Zeitungsleser seine erste Begegnung mit dem Spiel der Könige verdankt. Und erneut beeindrucken in diesen 120 ein-seitigen Glossen neben der Vielfalt des ganzen bunten Schach-«Drumherums» die vergnügliche Eleganz, mit der Pfleger den menschlich-allzumenschlichen Klatsch&#38;Tratsch übers Schach als jeweiligen Aufhänger für die schachtechnischen Analysen seiner zahllosen Großmeister-Partien nimmt.</p>
<div id="attachment_6499" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://www.uep-chess.com/cms_english/index.php?option=com_content&#38;task=view&#38;id=39&#38;Itemid=13" target="_blank"><img class="size-full wp-image-6499" title="Helmut Pfleger" src="http://glareanverlag.wordpress.com/files/2009/05/helmut-pfleger.jpg" alt="Helmut Pfleger" width="200" height="274" /></a><p class="wp-caption-text">Helmut Pfleger</p></div>
<p style="text-align:justify;">Das enorme schach-psychologische, -historische, -biographische und theoretische, ja gar -politische Wissen des Autors schlägt sich dabei in jeder seiner Glossen nieder, so dass man ob all den vielen Details zu Person und Leben und Umfeld des jeweiligen Protagonisten fast vergisst, dass da noch seitenweise knifflige, immer aber tatsächlich höchst «amüsante» Schach-Aufgaben zu lösen bzw. überraschende Gewinnzüge zu finden sind. Bezeichnend für das Spektrum des Pflegerschen Schach-Kosmos sind etwa Kapitel-Überschriften wie: «Wenn Blondinen kombinieren»; «Blechbüchsen-Schach»; «Als Einstein die Fäden zog»; «Mehr Stellungen als beim Sex»; «Lockruf der Smarties»; «Vishy mit Krone und Zepter» oder «Ernst Jüngers Bombenzug». Und so erfährt der Leser z.B., was Max Frisch beim Schach am meisten zusagte, nämlich dass man dabei nicht reden muss; dass Ludwig Thoma als schwacher Spieler um 10 Pfennige pro Partie spielte; dass Ephraim Kishon seinen Schachcomputer zu bescheißen pflegte; dass Bobby Fischer den vieljährigen WM Lasker als Kaffeehausspieler beschimpfte; dass Jean Paul einst befand, Schach zusammen mit Kaffee seien ein «gutes Treibmittel des Gehirns»; dass Kramnik seinen Weltmeister-Titel als «tonnenschwere Last» empfand &#8211; oder dass die Frau des Surrealisten Duchamp schon auf der Hochzeitsreise genug von ihrem Mann hatte, weil der sich mehr dem Schach als ihr zuwandte.<br />
Das eigentliche Salz des Pflegerschen Sammelsuriums &#8211; es wurde von Raymund Stolze lektoriert und zusammengestellt &#8211; sind aber natürlich seine 120 Kniffeleien, mit denen er seine Geschichten und Geschichtchen garniert. Vorwiegend kombinatorisch kommen die meisten Schachaufgaben daher: ein taktischer Überraschungscoup ist jeweils die Lösung. Und auch hier ist das thematische Feld ein weites: Vom Eröffnungsreinfall bis zum Endspiel-Filigran, von der Fesselung bis zur Sperrung, vom Abzugsschach bis zum Qualitätsopfer reicht die Spannweite, wobei jedesmal ein Diagramm der Ausgangspunkt der Detektivarbeit ist. Die Beiträge stammen aus den Jahren 2005 bis 2008.<br />
Alles in allem also ein neuer «Pfleger», wie ihn die große Fan-Gemeinde kennt: Witzig, frappant, informativ. Zurecht schreibt der deutsche Bundespräsident A.D. Weizsäcker in seinem «Geleitwort», dass Großmeister Pfleger ein ebenso hervorragender Schachspieler wie Pädagoge sei. Ungetrübtes Schach-Lesevergnügen.</p>
<p style="text-align:justify;"><em><a href="http://www.zeit.de/2006/48/Portraet-Helmut-Pfleger?page=1" target="_blank">Helmut Pfleger</a>, ZEIT-Schachspalten, 120 amüsante Aufgaben und überraschende Lösungen aus <a href="http://www.zeit.de/2009/21/Spiele-Schach-21" target="_blank">DIE ZEIT</a>, 136 Seiten, Edition <a href="http://www.edition-olms.com/" target="_blank">Olms</a>, ISBN 9783283010126</em></p>
<p style="text-align:justify;"><em><span style="color:#ffffff;">.</span></em></p>
<p style="text-align:justify;"><em><span style="color:#ffffff;">.</span></em></p>
<p style="text-align:justify;"><em><span style="color:#ffffff;">.</span></em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Demokratietheorien]]></title>
<link>http://politbuch.wordpress.com/2009/02/15/demokratietheorien/</link>
<pubDate>Sun, 15 Feb 2009 01:18:45 +0000</pubDate>
<dc:creator>Politbuch-Redaktion</dc:creator>
<guid>http://politbuch.wordpress.com/2009/02/15/demokratietheorien/</guid>
<description><![CDATA[Manfred G. Schmidt: Demokratietheorien (2008). Eine Einführung. 4. überarb. und erw. Auflage. Wiesba]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em>Manfred G. Schmidt: Demokratietheorien (2008). Eine Einführung. 4. überarb. und erw. Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. </em></p>
<p>Dieses Lehrbuch ist ein Klassiker.1995 hat Prof. Manfred G. Schmidt erstmals eine Einführung in klassische und moderne Theorien der Demokratie vorgelegt. Seither hat sich in der Politikwissenschaft viel bewegt. Seit der 2. Auflage sind mehr als 850 Zitierungen neu hinzugekommen. Es gibt aktuelle Kapitel wie die parteienstaatliche Demokratie, das Demokratieproblem der Europäischen Union,  das durch abgelehnte Referenden und die Verfassungsklagen in Karlsruhe an Aktualität gewonnen hat und die Zukunft der Demokratie. Schmidt schlägt in seinem Buch den ganz großen Bogen von der griechischen Polis bis zu den Demokratietheorien im 21 Jahrhundert. Selbst Fragen, die in der Vergangenheit nicht gestellt wurden, werden jetzt angeschnitten: ist die Demokratie wirklich die beste Staatsverfassung? Wird der Demokratievorteil manchmal überschätzt? Schmidt ist in dieser Frage radikal und sagt: &#8220;Nur wenige Demokratien verdienen das Prädikat &#8216;beste Staatsverfassung&#8217;. Ich bin bei aller Kritik anderer Meinung.   </p>
<p> </p>
<p>(c) Armin König 2009</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Literatur über das Dandytum ]]></title>
<link>http://gunnarsohn.wordpress.com/2009/01/30/literatur-uber-das-dandytum/</link>
<pubDate>Fri, 30 Jan 2009 09:29:42 +0000</pubDate>
<dc:creator>gunnarsohn</dc:creator>
<guid>http://gunnarsohn.wordpress.com/2009/01/30/literatur-uber-das-dandytum/</guid>
<description><![CDATA[Umfassende Monographien über das Dandytum in Europa sind noch nicht geschrieben. Aber in den vergang]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Umfassende Monographien über das Dandytum in Europa sind noch nicht geschrieben. Aber in den vergangenen Jahren wuchs die Zahl der Buchveröffentlichungen, den Dandy als literarische und gesellschaftliche Gestalt wieder an ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen. Eine Fundgrube der Dandyliteratur präsentiert der Berliner Publizist <a href="http://www.webcritics.de/page/critic_reviews.php5?id=97">Matthias Pierre Lubinsky auf Webcritics </a>. Kleine Kostprobe: »Éternelle supériorité du Dandy. Qu’est-ce que le dandy? (Ewige Überlegenheit des Dandys. Was ist der Dandy?)«, fragte Charles Baudelaire in den Fusées und traf damit den Nagel Dandytum auf den Kopf. Das Dandytum, das wie ein Stachel im Fleisch der Moderne sitzt.</p>
<p>Fernand Hörner geht in seiner gerade veröffentlichten Studie den Phänomen des dandysme nach: Zu diesen Phänomen gehört, dass das Dandytum permanent für tot erklärt wird und viele Untersuchungen mit dem Fazit enden, das Dandytum sei längst erledigt. Heute könne niemand mehr Dandy sein. Entweder weil der Ur-Dandy George Brummell unkopierbar sei oder weil die moderne Massengesellschaft mit ihrer Mode von der (Kaufhaus)-Stange keinerlei dandyistisches Sein mehr zulasse. Manche versteigen sich gar zu der mutigen Aussage, es bestehe auch gar kein Bedarf mehr an Dandyismus.</p>
<p>Hörner, Dozent für französische Literatur- und Kulturwissenschaft in Wuppertal, pflügt das Feld tiefer als üblich. Seine Analyse geht davon aus, »dass sich für die Behauptungen des Dandys ein gemeinsames Zusammenspiel verschiedener Taktiken der Behauptung formulieren lässt, ähnlich wie Foucault in der Archéologie du savoir Formationsregeln für einen Wissenschaftsdiskurs formuliert&#8230;..<br />
Die Untersuchung kann durchaus als bahnbrechend bezeichnet werden. Vorliegende Werke wie die von Hans-Joachim Schickedanz (»Ästhetische Rebellion und rebellische Ästheten«, 2000) oder Günter Erbes »Dandys – Virtuosen der Lebenskunst« (2002) werden vollkommen in den Schatten gestellt. Vom Tiefgang der Untersuchung ist die neue Studie am ehesten vergleichbar mit Hiltrud Gnügs fulminanter literaturwissenschaftlicher Arbeit »Kult der Kälte« von 1988. Aber diese beschränkt sich eben auf einen recht kleinen Ausschnitt. Fernand Hörners profundes Quellenwerk setzt im Moment den Maßstab in Sachen wissenschaftliches Dandytum. Es ist Ansporn, an vielen Punkten weiterzuforschen. Soweit die Rezension von Lubinsky. Das Entscheidende seiner literarischen Diskurse ist die Betonung der Tiefgründigkeit des Dandytums.  </p>
<p><img src="http://gunnarsohn.wordpress.com/files/2009/01/_64_bigimage_9783882218787_280hoch.gif" alt="_64_bigimage_9783882218787_280hoch" title="_64_bigimage_9783882218787_280hoch" width="172" height="280" class="alignleft size-full wp-image-665" /><br />
Barbey d&#8217; Aurevilly schrieb in seinem Essay über das Dandytum, der in der Sammlung von Lubinsky natürlich nicht fehlt, dass der Dandy immer die Konventionen achtet, aber mit ihnen spielt, dass er versucht, das Unerwartete zu tun, das von denen, die an Spielregeln gewöhnt sind, aus logischen Gründen nicht erwartet wird, und in einer heuchlerischen Gesellschaft, die ihrer Heuchelei müde ist, immer Überraschungen hervorruft, bei denen er selbst unbeteiligt ist. </p>
</div>]]></content:encoded>
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