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	<title>cherusker &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/cherusker/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "cherusker"</description>
	<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 22:47:52 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Bokanbefaling - Tony Clunn &quot;QUEST FOR THE LOST ROMAN LEGIONS: Discovering the Varus Battlefield&quot;]]></title>
<link>http://altermedianorge.wordpress.com/2009/09/30/bokanbefaling-tony-clunn-quest-for-the-lost-roman-legions-discovering-the-varus-battlefield/</link>
<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 20:36:54 +0000</pubDate>
<dc:creator>altermedianorge</dc:creator>
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<description><![CDATA[Våren år 9 la Arminius seg sammen med allierte germanske stammer (cheruskere, marsere, chattere, bru]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="alignright size-full wp-image-5966" title="Quest" src="http://no.altermedia.info/images/Quest.jpg" alt="Quest" width="240" height="240" />Våren år 9 la Arminius  seg sammen med allierte germanske stammer (cheruskere, marsere, chattere, brukterere, chaukere, og sugambrere) seg i bakhold og overfalt en romersk hær bestående av 17., 18. og 19. legion foruten også tre kavaleriavdelinger og seks kohorter av støttetropper, totalt rundt 30 000 mann, hvorav 18 000 romerske borgere. Slaget har gått inn i historien som Slaget ved Teutoburgerskogen. Nyere arkeologiske funn har fastslått en langvarig debatt om det nøyaktige stedet for slaget som nå kan med rimelig sikkerhet fastslåes var i nærheten av Kalkriese, en høyde i Niedersachsen, omtrent 20 km nord for Osnabrück.</p>
<p>I tre dager bølget slaget fram og tilbake. Samtlige av den 30 000 store romerske hæren ble utslettet og da nederlaget var sikkert begikk Varus selvmord ved å kaste seg på sverdet.</p>
<p>Les mer om denne kampen som var av enorm betydning for Europas historie.</p>
<p>Boken kan kjøpes hos <a href="http://www.amazon.com/QUEST-LOST-ROMAN-LEGIONS-Discovering/dp/1932714707/ref=sr_1_3?ie=UTF8&#38;s=books&#38;qid=1254072767&#38;sr=1-3" target="_blank">Amazon.com</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Happy birthday: Deutschland vor 60 Jahren gegründet]]></title>
<link>http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/05/22/happy-birthday-deutschland-vor-60-jahren-gegrundet/</link>
<pubDate>Fri, 22 May 2009 11:18:01 +0000</pubDate>
<dc:creator>netzwerkrecherche</dc:creator>
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<description><![CDATA[„Der Haken am Deutschtum ist ja: man kann sich noch so arg bemühen, alle Lebensgewohnheiten anzunehm]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><span style="font-size:x-small;">
<p style="text-align:right;">„<em>Der Haken am Deutschtum ist ja: man kann sich noch so arg bemühen, alle Lebensgewohnheiten anzunehmen, aber wie kriegt man das deutsche Blut in die Adern?!</em>“ [1]<br />
Manni Manager, DKP-Haßmaskottchen</span><br />
<span style="font-size:small;"> <img class="aligncenter size-full wp-image-1626" title="merkel_einbuergerung_truemmerfrauen" src="http://netzwerkrecherche.wordpress.com/files/2009/05/merkel_einbuergerung_truemmerfrauen.jpg" alt="merkel_einbuergerung_truemmerfrauen" width="400" height="260" /></p>
<p style="text-align:justify;">Obwohl die bayerische CSU aus Sicht der mit ihr um Parlamentssitze wetteifernden kommunistischen DKP auf der „<em>Spitze der rassistischen Welle, die derzeit durch Medien und Politik geht gegen islamische Einwanderer</em>“ [1] reitet, hat Schwesternparteienschwester Angela Merkel (CDU) mit einem symbolischen Akt die ausländischen <strong>Trümmerfrauen und Aktivisten der ersten Stunde</strong> geehrt. Diese haben entsprechend dem veröffentlichten Meinungskonsens nach der von Nazis verbrochenen Zerstörung der Welt den Geltungsbereich des Grundgesetzes aufgebaut und das Wirtschaftswunder eingeführt. Doch Maria Böhmer (CDU), Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, vermutet trotz dieser bisherigen immensen Beglückung einen noch größeren Nibelungenhort in der Fremde: „<em>Die Potenziale der Migranten sind oft ein <strong>verborgener Schatz</strong>, den es zu heben gilt. Deutschland feiert Geburtstag und würdigt ihre Leistung zum Aufbau und Erfolg unseres Landes.</em>&#8221; [2]</p>
<p style="text-align:justify;">Sie haben richtig gelesen: <strong>Deutschland feiert Geburtstag</strong>. Eine Ansicht, der sich auch ein Hauptschriftleiter der Süddeutschen Zeitung aus München nicht verschließen kann, wenn er Deutschlands „<em>60. Geburtstag</em>“ <a href="http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/04/26/geburtstagsgeschenk-fur-quazonesien/" target="_blank">beschwört</a> und feststellt: „<em>Deutschland feiert seine Gründung.</em>“ [3] Datierten die Nationalsozialisten das Volkwerden der Deutschen noch auf die Bewußtseinswerdung einer Schicksalsgemeinschaft vor 2000 Jahren oder sprachen angesichts der im 10. Jahrhundert stattgefundenen ersten Reichsgründung vom „<em>tausendjährigen Reich</em>“, so wird ein knappes Jahrhundert nach dem bösesten aller Deutschlande verkündet, Deutschland wäre erst 60 Jahre alt. Da blicke noch einer durch! Vielleicht aber haben Prantl (Jg. 1953) und Böhmer (Jg. 1950) auch nur ihre eigenen Geburtstage mit dem Geburtstag Deutschlands verwechselt, so etwas kann bei Narzißten hin und wieder vorkommen.</p>
<p style="text-align:justify;">Dementsprechend kann es bis vor 60 Jahren auch keine Deutschen gegeben haben: <a href="http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/03/13/war-hermann-der-cherusker-ein-neonazi/" target="_blank">Hermann der Cherusker</a> war Germane, Walther von der Vogelweyde Songwriter, Goethe Thüringer, Mozart Salzburger, Beethoven Holländer, Kopernikus Pole, Bismarck ein Arschloch und der Rest sowieso alles Nazis, bis &#8230; ja bis vor 60 Jahren plötzlich die Deutschen gegründet wurden. Natürlich ist bei dieser Betrachtungsweise alles, was Deutschland ausmacht, recht jung: Klinsmann und Ballermann, Schwarzwaldklinik und Lindenstraße, Wirtschaftswunder und Finanzkrise, <a href="http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/03/06/heidi-klum-mit-hans-und-franz-in-amerika/" target="_blank">Heidi Klum</a> und Alice Schwarzer, Geburtenrückgang und Einwanderung, Neonazis und Lichterketten, Claudia Roth und Angela Merkel, Commerzbankwolkenkratzer und Plattenbauwohnung, Bundestag und Dschungelcamp &#8230; Und, natürlich: <strong>Deutschland war schon immer Einwanderungsland!</strong> Happy birthday!</p>
<p style="text-align:justify;">Wie aber wird man ein waschechter „<em>Doitscher</em>“? [4] Entweder bekommt ein Bewohner dieses Deutschland seine Staatsbürgerschaftsurkunde unverdientermaßen gleich nach der Geburt umgehängt oder muß sich diese als „Zu-spät-Gekommener“ mühselig durch einen <strong>Wissenstest</strong> verdienen: <span style="color:#800000;">Wie viele der 16 Bundesländer bilden die Bundesrepublik? Mit welchem Buchstaben fängt das Wort „Grundgesetz“ an? Wie lautet der Spitzname von Joschka Fischer? Wo liegt das Dschungelcamp? Wer wohnt in der Sesamstraße? Wie heißt Angela Merkel mit Vornamen?</span> &#8230; Ist der Wissenstest bestanden, gibt es die Staatsbürgerschaftsurkunde, die im Gegensatz zur Fahrerlaubnis kostenlos ist und keinen Praxistest erfordert. Wer also wenigstens einen IQ von 65 hat und ein Flugticket zu lösen imstande ist, darf ein <strong>strammer Doitscher</strong> werden und bei Klins- und Ballermännern inbrünstig die dritte Strophe des  <a href="http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/04/14/andere-hymen-andere-sitten/" target="_blank">Deutschlandliedes</a> mitgrölen.</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Einbürgerungspraxis mit Wissenstest sieht die Staatsrechtlerin Astrid Wallrabenstein in der linken tageszeitung als einen „<em>Wettkampf, an dessen Ende den Besten die deutsche Staatsbürgerschaft wie eine Medaille umgehängt wird</em>“ und kritisiert: „<em>Die geborenen Deutschen fragt ja auch niemand, ob sie sich zum Grundgesetz bekennen.</em>“ [5] Sollte man das ändern? Daß sich ein Volk seinen Staat als Organisationsinstrument schafft, ist offensichtlich ein antiqierter Hut, wenn sich der Staat auch sein Volk schaffen kann. „<em>Ich würde mich freuen, wenn Sie Deutsche oder Deutscher werden</em>“, schrieb die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung in einer Broschüre für Einbürgerungswillige [5], was dem Bemühen eines Großkonzerns ähnelt, die hohe Selbstmordrate der Stammbelegschaft durch Werbe-Annoncen im Sozialamt zu bekämpfen.</p>
<p style="text-align:justify;">Auch die Deutsche Kommunistische Partei diskutiert nicht mehr über die Degradierung der menschlichen Persönlichkeit zum gleichgeschalteten Humankapital, sondern nur, wie der auswechselbare, internationale Prolet möglichst flexibel und gleichberechtigt eingesetzt werden kann, um im <strong>Hamsterrad der Zivilisation</strong> bestehen zu können. So stellt sie hinsichtlich der Einbürgerungstests für immigrierte Jobber fest: „<em>Wem gegenüber haben die Kolleginnen und Kollegen, die hier nach einem Auskommen suchen, denn eine ,<strong>Bringschuld</strong>’?</em>“ [1] Natürlich niemandem gegenüber, wenn die Welt nur aus gleichen, anonymen Jobbern und einer faulenzenden, faschistisch-rassistischen Ausbeuterclique besteht.</p>
<p style="text-align:justify;">Sicherlich werden am 23. Mai Millionen Menschen, die verschuldet und unverschuldet (also mit und ohne Wissenstest) Deutsche wurden, den 60. Geburtstag mit Alcopops und Schwarzrotgold-Basecaps abfeiern, und selbst der anthropologisch versierte Statistikstudent darf sich ausrechnen, ob die Abtreibungspraxis des deutschen Prekariats, verbunden mit der durch den Einbürgerungstest erfolgten intellektuellen Auslese, eine Höherzüchtung jener Deutschen herbeiführt, welche irgendwann sogar die PISA-Aufgaben werden meistern können. <strong>Fit für die Zukunft!</strong>.</p>
<p><!--more--></span>
<p style="text-align:left;">&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<br />
<span style="font-size:xx-small;">[1] AufDraht: „Titelkarikatur“, 07.12.2004<br />
[2] Die Welt: „Migranten &#8211; ein ,oft verborgener Schatz’“, 10.05.2009<br />
[3] Süddeutsche Zeitung: „Auferstanden aus Ruinen“, 21.04.2009<br />
[4] Freitag: „Doitscher Sozialismus“, 22.09.2000<br />
[5] tageszeitung: „Einbürgerung ist kein Wettkampf“, 18.06.2008</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Herzingerschlacht im Olivenhain]]></title>
<link>http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/04/27/herzingerschlacht-im-olivenhain/</link>
<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 07:26:09 +0000</pubDate>
<dc:creator>netzwerkrecherche</dc:creator>
<guid>http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/04/27/herzingerschlacht-im-olivenhain/</guid>
<description><![CDATA[„Als Vorbild taugt er nicht.“ [1] Richard Herzinger In einigen Nischen der aufgeklärten Dschungelcam]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><span style="font-size:x-small;">
<p style="text-align:right;">„<em>Als Vorbild taugt er nicht.</em>“ [1]<br />
Richard Herzinger </span><br />
<span style="font-size:small;"> <img class="aligncenter size-full wp-image-1363" title="cerusker_fussball_fanclub" src="http://netzwerkrecherche.wordpress.com/files/2009/04/cerusker_fussball_fanclub.jpg" alt="cerusker_fussball_fanclub" width="400" height="198" /></p>
<p style="text-align:justify;">In einigen Nischen der aufgeklärten Dschungelcamp- und Lindenstraßengesellschaft gibt es tatsächlich noch Diskussionen um die Deutung einer vor 2000 Jahren im Teutoburger Wald stattgefundenen Schlacht, ohne welche &#8211; wäre sie denn wegen schlechten Wetters oder einer Grippe-Pandemie ausgefallen &#8211; sich vielleicht schon Goethe an Costoletta alla milanese mit Chianti hätte laben können, anstatt sich mit Thüringer Bratwurst und Sauerkraut den Wanst füllen zu müssen. Er hätte dann vielleicht auch Wolfilius Goethilei geheißen und statt eines Dr. Faustus spitzfindige Plädoyers für den Egoismus verfaßt. Doch ob das Gemetzel nun „Varus-Schlacht“ oder „Hermanns-Schlacht“ heißt, das ist eine daraus resultierende Geschmackssache. Interessanter ist doch, wie geschichtliche Ereignisse interpretiert werden. Das ist der ausschlaggebende Faktor im Kampf um die <strong>Definitionsmacht medial induzierter Erinnerungen</strong> von Meinungskonsumenten.</p>
<p style="text-align:justify;">Hatten wir unlängst die Gretchenfrage gestellt, ob Hermann der Cherusker nun ein <a href="http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/03/13/war-hermann-der-cherusker-ein-neonazi/" target="_blank">Fascho</a> oder eine <a href="http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/03/17/war-hermann-der-cherusker-ein-antifant/" target="_blank">Zecke</a> war, sieht der Geschichtsdeuter Richard Herzinger in der Zeitschrift „<a href="http://news.google.de/news/url?sa=t&#38;ct2=de%2F0_0_s_0_0_t&#38;usg=AFQjCNGPqKvWbb6UXcWhUw0XqYOY-0NLJg&#38;cid=1299655296&#38;ei=TYTvSdDWEofQjAff_rQm&#38;rt=SEARCH&#38;vm=STANDARD&#38;url=http%3A%2F%2Fwww.welt.de%2Fkultur%2Farticle3542126%2FWir-stehen-den-Roemern-naeher-als-den-Germanen.html" target="_blank">Die Welt</a>“ den Fürsten als geldgeilen Zivilisationsfeind in der Marschrichtung Pol-Pots: „<em>Die ,Freiheit’, die Arminius erkämpfte, bedeutete vor allem, dass ein großer Teil Germaniens von der <strong>zivilisatorischen Entwicklung</strong> Europas abgeschnitten und auf dem Stand einer Naturalwirtschaft ohne geschriebenes Recht blieb. Arminius, der abtrünnige römische Offizier, der in Rom erzogen worden war, unterband in seinem Herrschaftsgebiet sogar die <strong>Einfuhr von Olivenöl und Wein</strong> aus Italien.“</em></p>
<p style="text-align:justify;">Das erinnert fast an die gegenüber den demokratisierenden Demokratien geäußerte <a href="http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/04/21/durban-ii-padophiles-pogrom-kleiner-hitleristen/" target="_blank">Undankbarkeit der Drittweltstaatler</a>, welche sich in ihrer Einfältigkeit unter anderem gegen das Leerfischen ihrer Meere sträuben, anstatt den Thunfisch, fertig abgepackt in Dosen, einfach im örtlichen Supermarkt zu kaufen. Da wollten die lieben Römer aus hehresten Motiven den blöden Germanen die <strong>leckeren Vorzüge der Zivilisation</strong> vorbeibringen, und die schlugen das Angebot einfach aus. Damit blieb den vertrottelten Vorfahren der Nazis wohl nichts anderes übrig, als sich weiterhin auf Bärenfellen an den Ufern des Rheines zu räkeln, das <a href="http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/04/14/andere-hymen-andere-sitten/" target="_blank">Deutschlandlied</a> in seinen verbotenen drei Strophen zu grölen, 1924 Jahre lang den römischen Gruß zu üben, Bier und Met zu saufen und den Feldsalat mit Walroßtran zu würzen. Keine gute Vorstellung bei feinen Gourmets, denen die Varus-Schlacht zum Kampf um das kalte Buffett mit gespickten Oliven entgleitet.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-798" title="cherusker" src="http://netzwerkrecherche.wordpress.com/files/2009/03/cherusker.jpg" alt="cherusker" width="143" height="200" />
<p style="text-align:justify;">Herzinger meint, „wir“ stünden den Römern näher als den Germanen und sieht Zivilisationskritik in unheilvoller Tradition: „<em>Arminius zum Symbol nationalen Eigensinns aufzuwerten hieße aber, eine <strong>unheilvolle Traditionslinie</strong> in der deutschen Geistesgeschichte wieder zu beleben: die des zivilisationskritischen Affekts, der nationale Selbstbestimmung mit der Abschottung von den Errungenschaften der westlichen Moderne verwechselte. Zugespitzt gesagt, taugt Arminius heute am ehesten als Identifikationsfigur für radikale Globalisierungsgegner von links und rechts.</em>“</p>
<p style="text-align:justify;">Und wer identifiziert sich mit dem untergegangenen römischen Imperium? Oder anders gefragt: Wie legitim wäre Globalisierungskritik, wenn Deutschland vor 60 Jahren die Gestalt einer Erdkugel angenommen hätte und die Welt am deutschen Wesen der dann unweigerlich auf der Siegerseite der Geschichte stehenden Weizäckers, Merkels und Steinmeiers genesen müßte?</p>
<p><!--more--></span>
<p style="text-align:left;">&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<br />
<span style="font-size:xx-small;">[1] Die Welt: „Wir stehen den Römern näher als den Germanen“, 12.04.2009</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[War Hermann der Cherusker ein Antifant?]]></title>
<link>http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/03/17/war-hermann-der-cherusker-ein-antifant/</link>
<pubDate>Mon, 16 Mar 2009 23:10:37 +0000</pubDate>
<dc:creator>netzwerkrecherche</dc:creator>
<guid>http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/03/17/war-hermann-der-cherusker-ein-antifant/</guid>
<description><![CDATA[„In der deutschnationalen Ikonographie hatten Fantasien über ,Hermann, den Cherusker’ seit der Mitte]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><span style="font-size:x-small;">
<p style="text-align:right;">„<em>In der deutschnationalen Ikonographie hatten Fantasien über ,Hermann, den Cherusker’ seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eine zentrale Rolle gespielt.</em>“ [1]<br />
Katholische Presseagentur Österreich </span></p>
<p style="text-align:justify;"><img class="alignright size-full wp-image-798" title="cherusker" src="http://netzwerkrecherche.wordpress.com/files/2009/03/cherusker.jpg" alt="cherusker" width="143" height="200" />Stellten wir vor wenigen Tagen noch die Frage, ob <a href="http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/03/13/war-hermann-der-cherusker-ein-neonazi/" target="_blank">Hermann der Cherusker ein Neonazi</a> gewesen sei, der aus fremdenfeindlichen Motiven heraus Südländer verprügelte, so hatte die allwissende römisch-katholische Kirche schon letzte Woche die Antwort vorweggenommen, ohne es uns allerdings mitzuteilen: „<em>Dieser Multi-Kulti-Cherusker hätte für die heutigen <strong>Möchtegern-Germanen der NPD</strong> nur ein Kopfschütteln übrig.</em>“ [1] Der so sprach, war ein Stellvertreter Gottes aus einer unteren Hierarchieebene, nämlich der Generalvikar der Diözese Osnabrück, Theo Paul. Dieser hatte anläßlich eines NPD-Umzugs, der zu Ehren des Cheruskerfürsten geschah, „<em>scharfe Kritik an der ,Deutschtümelei’ der NPD geäußert.</em>“ Er salbaderte auch „<em>vom ‚alten <strong>braunen Sumpf</strong>, aus dem Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus’ erwachsen. 2.000 Jahre nach der Varus-Schlacht berufe sich die Partei auf Hermann oder Arminius, der vermutlich auch das römische Bürgerrecht und damit die <strong>doppelte Staatsbürgerschaft</strong> gehabt habe.</em>“</p>
<p style="text-align:justify;">Hatte der christliche Fundi Karl der Große, dessen unrühmliche Rolle als Neonazi bislang unerforscht geblieben ist, im Jahr 782 noch das Blutgericht zu Verden abgehalten, um mehren Tausend aus braunen Sümpfen gekrochenen heidnischen Sachsen die Nazihohlbirnen abzuschlagen und diejenigen der Überlebenden politically correct umzuerziehen, so ist Generalvikar Theo Paul heute in Anbetracht kirchlicher Machtlosigkeit gnädiger: „<em>Und ich sage deutlich: Holocaust-Leugner und Rechtsradikale haben keinen Platz in unserer Gesellschaft und in unseren Kirchen.</em>“ [2] Wohin sollen sie aber sonst? Zum Teufel?</p>
<p><!--more-->
<p style="text-align:justify;"> Der Oberbürgermeister Osnabrücks, Boris <strong>Pistorius</strong>, seines Namens Nachfahre römischer Kulturbereicherer und Mitglied der Plebejerpartei SPD, wies vor zusammengetrommeltem Volkshauf auf eine gemeinsame Resolution des Osnabrücker Senates gegen die NPD hin. „<em>Darin hätten alle Mitglieder des Stadtrates deutlich gemacht, dass die Anhänger ,dieser so genannten Partei in unserer Stadt nichts zu suchen haben’. Die verschiedenen Religionen und Kulturen bereicherten das Leben in der Friedensstadt Osnabrück: ,Wir wollen aufeinander <strong>nicht mehr verzichten</strong>, weil wir uns kennen- und schätzen gelernt haben.’</em>“ [3] Also sprach Cäsar, und die Menge jubilierte.</p>
<p style="text-align:justify;">Während eine grüneberockte, schwerbewaffnete Prätorianergarde die 150 Hermanns-Verehrer wie den Troß der letzten Gefangenen nach Nabucco geleitete, an deren Chören Guiseppe Verdi allerdings weniger Interesse gehabt hätte, schon weil „<em>Va pensiero, sull&#8217;ali dorate</em>“ einfach besser klingt als „<em>Nationaler Sozialismus jetzt, jetzt, jetzt!</em>“, dankte die weltliche und geistliche Macht dem Volke. So sagte Präfectus Boris Pistorius salbungsvoll: „<em>Ich bin stolz auf die Menschen, die hier leben, dass sie gegen das <strong>braune Ungemach</strong> Flagge gezeigt haben.</em>“ Und Liktor Theo Paul „<em>rief die Bürger dazu auf, sich dem ,<strong>braunen Sumpf</strong>, aus dem Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus erwachsen’, durch rechtsstaatliches und soziales Handeln entgegen zu stellen.</em>“</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Botschaft hört man gern. Mehrere Hundert Autonome, womöglich Nachfahren entlaufener Sklaven, welche sich für die erlittene Unbill eigentlich an den 150 Hermanns-Verehrern blutig rächen wollten, lieferten sich „<em>kleinere Scharmützel mit den Einsatzkräften. Einige seien auch nach dem Ende der Demonstrationen noch randalierend durch die Stadt gezogen und hätten Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen.</em>“ Hermann des Cheruskers Guerilla-Taktik schlägt zudem auch heute noch die Streitmacht der Gegner: „<em>In der Nacht vor der Demonstration wurden in Osnabrück von Unbekannten insgesamt 30 Reifen an 11 abgestellten Wagen der Bundespolizei zerstochen. Der Schaden betrage etwa 3000 Euro.</em>“</p>
<p style="text-align:justify;">War Hermann der Cherusker also ein <strong>militanter Antifaschist</strong>, der im Kampf um autonome Selbstverwaltung gegen Mussolinis Vorfahren die Taktik des Kreuzberger Straßenkrieges anwandte? Der als doppelter Staatsbürger nicht nur den römischen Reisepaß, sondern auch den Personalausweis Germaniens besaß? Der als Kosmopolit nur höhnische Worte für die „<em>Möchtegern-Germanen der NPD</em>“ übrig hatte und „<em>Kein Sex mit Nazis</em>“ forderte? Der gentechnisch manipulierten Mais ablehnte, nur Fleisch von glücklichen Wildschweinen aß und in seiner unbeheizten Baumhöhle ein knallgrüner Vorreiter der Klimakanzlerein Merkel war?</p>
<p style="text-align:justify;">Wir wissen es nicht. Doch nehme sich jeder seinen Helden, wie er ihn haben will. </span></p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<br />
<span style="font-size:xx-small;">[1] Katholische Presseagentur Österreich: „Kirche warnt vor ,Möchtegern-Germanen’ der NPD“, 08.03.2009<br />
[2] Evangelischer Pressedienst: „Mehrere Tausend Menschen demonstrieren in Osnabrück gegen NPD“, 07.03.2009<br />
[3] Hessische Allgemeine: „Tausende demonstrieren in Osnabrück gegen NPD-Aufmarsch“, 08.03.2009</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[War Hermann der Cherusker ein Neonazi?]]></title>
<link>http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/03/13/war-hermann-der-cherusker-ein-neonazi/</link>
<pubDate>Fri, 13 Mar 2009 12:09:19 +0000</pubDate>
<dc:creator>netzwerkrecherche</dc:creator>
<guid>http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/03/13/war-hermann-der-cherusker-ein-neonazi/</guid>
<description><![CDATA[„Quintili Vare, legiones redde!” Kaiser Augustus Die DDR bemerkte in ihren letzten Jahren, wie brauc]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><span style="font-size:x-small;">
<p style="text-align:right;">„<em>Quintili Vare, legiones redde!</em>”<br />
Kaiser Augustus</span></p>
<p style="text-align:justify;"><img class="alignleft size-full wp-image-798" title="cherusker" src="http://netzwerkrecherche.wordpress.com/files/2009/03/cherusker.jpg" alt="cherusker" width="143" height="200" />Die DDR bemerkte in ihren letzten Jahren, wie brauchbar emotionalisierende <strong>Mythen und Helden</strong> für den kollektiven Zusammenhalt der Untertanen sind. Je mehr davon, umso besser: nicht nur Arbeiterräte, sondern auch Bauernkrieg und märkischer Kartoffelacker, nicht nur Thälmann, sondern auch Müntzer und sogar ein Preußenkönig. Symbolisch dafür steht das monumentale Reiterstandbild Friedrichs des Großen unter den Berliner Linden, welches die DDR-Behörden 1950 im Kampf gegen das ostelbische Junkertum demontieren ließen, um es dreißig Jahre später im Sinne einer „Verlängerung der DDR-Geschichte bis Preußen“ wieder aufzustellen, allerdings ohne die <strong>Rolle Friedrichs des Großen als Neonazi </strong>aufzuarbeiten.</p>
<p style="text-align:justify;">Nun fragt sich auch die tageszeitung in einem Gespräch mit dem Professor für Politikwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität, Herfried Munkler, ob die BRD eigentlich einen Nationalmythos besitze [1]. Der meint, diesen gäbe es nur bruchstückhaft. Doch „<em>weder die Abgrenzung von der NS-Zeit noch die friedliche Revolution 1989 können dies Vakuum füllen.</em>“ An der Installierung eines 1989er-Mythos gab es kein Interesse: „<em>Die Linke hat die demokratische Revolution nicht als ihr Projekt adoptiert, die politische Elite hat die Vereinigung nur gemanagt. Deshalb ist 1989 nicht zu einer neuen verbindlichen Erzählung geronnen.</em>“ Hinzu kommt wohl, daß eine mystifizierte Revolte gegen die Obrigkeit heute sicherlich andere Opfer treffen würde.</p>
<p style="text-align:justify;"><!--more-->Die tageszeitung meint allerdings, „<em>in der Bundesrepublik haben die Debatten über die NS-Zeit die mythische Lücke gefüllt. &#8230;  Sie enthielten also immer auch eine Gründungserzählung.</em>“ Prof. Herfried Munkler sieht diesen Mythos zwar als zukunftsrelevant, aber auch nicht unkritisch: „<em>Diese Erzählung wird es noch eine Weile geben. Das <strong>Interesse Hollywoods an der NS-Zeit</strong> ist dafür nur ein Indiz. Denn das Böse ist attraktiv. &#8230; Aber auch das setzt eben die dauernde Reinszenierung der Nazis voraus. Wir versichern uns des Himmels, indem wir immer wieder in die Hölle blicken. Das ist hoch ambivalent, weil die Hölle bekanntlich interessanter ist als der Himmel. Es ist nicht unproblematisch, seine Identität auf die Abgrenzung vom <strong>Faszinosum des Bösen</strong> zu stützen.</em>“</p>
<p style="text-align:justify;">Die taz fragt süffisant: „<em>Sind Mythen oder große nationale Erzählungen in <strong>postnationalen Einwanderungsgesellschaften</strong> nicht überflüssig?</em>“ Der Professor antwortet: „<em>Wenn die Wirtschaft wächst und Reform bedeutet, dass alle mehr bekommen &#8211; dann nicht. Aber für tief greifende Umbauten der Gesellschaft und Krisenbewältigungen sind sinngebend motivierende große Erzählungen nötig. Und die fehlen hierzulande. &#8230; Es gibt keine nationale Erzählung, die etwa dem entspricht, was die Revolution von 1789 für Frankreich ist &#8230; ein <strong>Pathosreservoir</strong>, das nicht peinlich ist. &#8230; Und ich glaube nicht, wie Jürgen Habermas, dass wir ohne diesen Ballast endlich frei sind, deliberative Politik zu machen und eine partizipative Demokratie zu etablieren. Ich fürchte vielmehr, dass uns gerade in Krisenzeit der Mythos der liberalen Republik fehlt.</em>“</p>
<p style="text-align:justify;">Auf die Frage, ob „<em>man nationale Mythen künstlich erschaffen kann</em>“, stellt der Wissenschaftler fest, die Bundesregierung könne „k<em>einen Nationalmythos verordnen, und kein Autor kann willkürlich einen erfinden. Das entwickelt sich im Zusammenspiel von Kreativität, Aufnahmebereitschaft des Publikums und günstiger Gelegenheit &#8230;. Mythen sind durchaus künstlich. Es sind Erfindungen, Erzählungen, Verdichtungen, die in bestimmten Situationen wirkmächtig werden.</em>“</p>
<p style="text-align:justify;">Die taz sieht temporäre, unverbindliche Mythen passender zu temporären, unverbindlichen Gesellschaften: „<em>Kann es nicht sein, dass die Zeit nationaler Gründungsmythen einfach vorbei ist. Und dass sie längst von <strong>unverbindlichen Wir-Inszenierungen</strong> ersetzt werden &#8211; zum Beispiel durch den <strong>Fun-Patriotismus</strong> bei der Fußball-WM 2006? Entspricht das Unverbindliche einer <strong>temporären Gemeinschaft, einer individualisierten Gesellschaft </strong>viel eher als feste Erzählungen?</em>“ Für den Prof. sind Fußballevents „<em>aber nichts, von dem man auf Dauer zehren kann&#8230;. Diese bunte Eventkultur kann durchaus an die Stelle schwerer, schicksalhafter Erzählungen treten. Aber eben nur wenn die Sonne scheint und die Fortschrittserwartung uns Flügel verleiht. Wenn es echte Probleme zu lösen gilt, funktioniert das nicht.</em>“</p>
<p style="text-align:justify;">Aber auch „<em>die Schlacht am Teutoburger Wald, in der vor 2.000 Jahren Hermann der Cherusker die römischen Legionen besiegte</em>“, hätte als Gründungsmythos keine Chance, schon weil der Professer die Gründung eines deutschen Bewußtseins ins 15. Jahrhundert datiert. Womöglich aus verspäteter Wiedergutmachung gegen die Nazis, um deren „<strong>Tausendjähriges Reich</strong>“ zum „Fünfhundertjährigen Reich“ zurechtzustutzen oder um Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach mit einem aufgeklärten Tritt in ihr finsteres Mittelalter zurückzubefördern.</p>
<p style="text-align:justify;">Am Anfang des 19. Jahrhunderts hätte Hermann im Kampf gegen Napoleon noch Chancen gehabt, mitzumischen. „<em>Aber sehen wir uns den Mythos genauer an: &#8230; Die Schriften des Tacitus sind erst im 15. Jahrhundert wiederentdeckt worden. Arminius hat als mythische Figur eine äußerst wechselvolle Geschichte hinter sich. Eine Weile bot es sich an, ihn als <strong>antiimperialen Kämpfer</strong> an die Seite Luthers zu stellen, vereint im Kampf gegen Rom. Karriere macht er während der antinapoleonischen Befreiungskriege im 19. Jahrhundert, als es einen Kaiser zu bekämpfen galt. Doch das Bismarckreich, das selbst Imperium werden wollte, konnte mit dem antiimperialen Hermann nicht viel anfangen. Genauso wenig wie die Nazis.</em>“</p>
<p style="text-align:justify;">In dem in Frankfurt/Oder während der Kleist-Festtage aufgeführten Theaterstück „Hermanns Schlacht“ standen hinter dem Cheruskerfüsten Gerhard Schröder allerdings die schneetarnbefleckten Krawattennazis, um nach Deutschland zu brüllen: „<em>Natürlich wäre es hoch aktuell, über Verführung durch die Angst vor dem Fremden und über gezielte Desinformation als politisches Instrument nachzudenken. Doch dies erschöpft sich in Reaktionen eines Chors, der mit Schneetarn-Hosen und schwarzen Krawatten hinter dem Tribun steht und ,Deutschland’ schreit.</em>“ [2] Dabei hatte doch gerade Bundeskanzler Gerhard Schröder, als er noch die Rolle des niedersächsischen Ministerpräsidenten spielte, denjenigen Historikern, die von einem „<em>heldenhaften Abwehrkampf gegenüber drohender römischer Überfremdung</em>&#8221; sprachen, ins Stammbuch geschrieben, im Kampf sei das „<em>ruhmreiche römische Heer von einer <strong>Horde ungebildeter Mitteleuropäer</strong></em>“ besiegt worden [3].</p>
<p style="text-align:justify;">Da haben wir es: Hermann der Cherusker war nicht nur ein dümmlicher Ausländerfeind, der gegen die Weltoffenheit der düsteren Germaneneinfalt hetzte und während des Massakers im Teutoburger Wald gegen Kulturbereicherer mit Baseballkeulen um sich schlug, sondern auch die grundgesetzlich verbriefte Menschenwürde Andersdenkender mißachtete, indem er laut Tacitus „<em>Feiglinge, Kriegsscheue und Schandkerle</em>“ im braunen Sumpf versenkte [3]. Neonazi Hermann war weiterhin einer, der sich nicht nur mit seinen dumpfen Saufkumpanen bewaffnet auf unangemeldeten rechtsextremistischen Zusammenrottungen traf, sondern auch noch ein von Kaiser und Führer und Bundeskanzler gleichermaßen geschaßter Antiimp. Ausländerhassend, gewalttätig, umstürzlerisch, verfassungsfeindlich. Che Rusker statt Che Guevara. </p>
<p style="text-align:justify;">Heute würde man ihn dem ultraextremistischen Black Block militanter Neonationalsozialisten zuordnen, mit Palituch, Schnauzbärtchen, <a href="http://netzwerkrecherche.wordpress.com/2009/02/25/war-sitting-bull-ein-neonazi/" target="_blank">Sitting-Bull</a>-Sticker und Sonnenbrille. Als Anführer von Nazibanden, die in Mügeln Inder prügeln und in Hagen Türken schlagen, säße er sicherlich bereits im Kittchen und dürfte darüber grübeln, wie <strong>sinnlos</strong> ausländerfeindliches Herumgeprolle in einer toleranten Zivilgesellschaft ist. Solch ein fremdenfeindlicher Schlägertyp wäre als Mythos einer „temporären, individualisierten, postnationalen Einwanderungsgesellschaft“ mit Recht völlig untauglich, bestenfalls als gruselige Neonazibestie für einen kurzweiligen Medienhype geeignet.</p>
<p style="text-align:justify;">Doch wer oder was dann? Die Wissenschaft hat festgestellt: „<em>Wir bräuchten erst dann keine Mythen mehr, wenn die große Menschheitserzählung &#8211; die Rückkehr ins Paradies &#8211; Wirklichkeit würde. Solange wir nicht ins Paradies zurückgekehrt sind, müssen wir uns Mythen erzählen. Sie erklären uns, warum wir nicht zurückgekehrt sind. Und warum es hier trotzdem ganz schön ist. Und was die Herausforderungen sind, denen wir uns stellen müssen.</em>“</span></p>
<p>&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;&#8230;..<br />
<span style="font-size:xx-small;">[1] Tageszeitung: „Mythen sind durchaus künstlich“, 11.03.2008<br />
[2] Mitteldeutsche Zeitung: „Die Cherusker schleppen sich durch die Berliner Republik“, 11.10.07<br />
[3] Der Spiegel: „Störenfriede im Nebelland“, 28.10.1996</span></p>
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<title><![CDATA[Nachts bei Hermann, dem Cherusker]]></title>
<link>http://altesitte.wordpress.com/2008/05/07/nachts-bei-hermann-dem-cherusker/</link>
<pubDate>Wed, 07 May 2008 18:25:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>langerheide</dc:creator>
<guid>http://altesitte.wordpress.com/2008/05/07/nachts-bei-hermann-dem-cherusker/</guid>
<description><![CDATA[&#8220;Ein Bild wie vor 2.000 Jahren: Im Teutoburger Wald schlagen Germanen ihr Lager auf, treiben H]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em><span class="contenttext">&#8220;Ein Bild wie vor 2.000 Jahren: Im Teutoburger Wald schlagen Germanen ihr Lager auf, treiben Handel und gehen verschiedenen Handwerken nach. &#8230;&#8221;</span></em><!--more--></p>
<p>So beginnt ein Text, mit welchem die Lippe Tourismus Marketing AG Werbung für die &#8220;<a title="Homepage von hermanntage.de in neuem Fenster" href="http://www.hermanntage.de" target="_blank">HermannTage 2008</a>&#8221; macht. (Bei uns funktioniert der Link übrigens, anders als in <a title="Artikel auf urlbase.de in neuem Fenster" href="http://www.urlbase.de/include.php?path=content/articles.php&#38;contentid=43792" target="_blank">diesem Portal</a>, wo man den kompletten Text der Pressemitteilung lesen kann.)</p>
<p>Wer also am 24. und/oder 25. Mai in der Nähe von Detmold ist, kann zum Hermannsdenkmal gehen (oder mit dem angebotenen &#8220;Shuttle&#8221; vom Bahnhof hinfahren) und sich das Spektakel ansehen.</p>
</div>]]></content:encoded>
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