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	<title>commonsdefinition &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "commonsdefinition"</description>
	<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 12:37:42 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Commons sind eine soziale Beziehung]]></title>
<link>http://commonsblog.wordpress.com/2008/03/31/commons-sind-eine-soziale-beziehung/</link>
<pubDate>Mon, 31 Mar 2008 10:05:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
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<description><![CDATA[Um die Definition des Begriffs commons (Allmende/ Gemeinschaftsgüter) wird gerungen. Häufig dominier]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;">Um die Definition des Begriffs <em>commons</em> (Allmende/ Gemeinschaftsgüter) wird gerungen. Häufig dominieren die auf&#8217;s Ökonomische verkürzten Definitionsversuche klassisch liberaler Denkweise. Von Commonstheoretikern werden diese als wenig hilfreich zurück gewiesen, da sie Gemeinschaftsgüter (in Abgrenzung zu öffentlichen, privaten oder Clubgütern) in erster Linie entlang der <strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96konomisches_Gut#G.C3.BCterarten_nach_Ausschlie.C3.9Fbarkeit_und_Rivalit.C3.A4t" target="_blank">Kriterien von Exklusivität und Rivalität</a> </strong>definieren. Das ist zwar notwendig aber nicht hinreichend.<!--more--></p>
<p style="text-align:justify;">Denn wer das tut, definiert nicht nur am Kern der Commonsdebatte vorbei, er gerät auch schnell ins Grübeln. Was wäre z.B. der Unterschied zwischen einem Clubgut (etwa ein Golfclub) und dem Gemeinschaftsgut Wasser? Beide sind rival, beide bedürfen der Zugangsbegrenzung (Exklusivität) zur Qualitätssicherung. Ist deshalb der Golfclub ein schützenswertes Gemeinschaftsgut?</p>
<p style="text-align:justify;">Güter jeglicher Art lassen sich immer auch entlang anderer Kriterien kategorisieren und diese Kriterien sind mit denen der Exklusivität und Rivalität zu verschränken: etwa das der <strong>Verortung</strong> (lokal, regional oder global). Es ist für die politische Entscheidung über angemessene Managementinstrumente mindestens ebenso zentral wie die Frage, ob sich eine Ressource durch ihren Gebrauch tendenziell vernutzt (Wasser, Land), oder vermehrt (Wissen und Informationen).</p>
<p style="text-align:justify;">Hilfreich ist auch die Frage nach der Art der <strong>Bereitstellung.</strong> Wurde ein Gut etwa ererbt (Biosphäre), kollektiv erzeugt und von Generation zu Generation weitergegeben (Sprache) oder auf Beschluß einer politischen Entität (des Staates oder einer Gemeinde) in die Welt gesetzt (Leuchtturm, Feuerwerk &#8211; als Paradebeispiele öffentlicher Güter). Aus meiner Sicht gehören nur die ersten beiden Gruppen zu den Gemeinschaftsgütern.</p>
<p style="text-align:justify;">Eine der besten Commonsdefinitionen liefert der Antrophologe <a href="http://anthropology.umn.edu/people/profile.php?UID=gudeman" target="_blank">Stephen Gudeman</a> <span style="color:#000000;">in ‘’The anthropology of economy&#8221;. Gudeman kritisiert u.a. Elinor Ostrom, auf die ich mich normalerweise beziehe. Das Zitat ist etwas lang,  hier der Versuch einer Übersetzung:</span></p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">&#8220;Ein <em>common</em> ist ein von der Gemeinschaft geteilter Wert oder Interessensgegenstand. (orig: <em>A commons is a shared interest or value.</em>) Es ist das gemeinsame Erbe. Das, was einer spezifischen Gemeinschaft überliefert wurde und bezieht sich auf alles, was zum materiellen und sozialen Erhalt derer, die eine Identität teilen, beiträgt. Land, Gebäude, Saatgutvorkommen, Handlungswissen, Transportnetzwerke, ein Bildungssystem oder Rituale. Ohne Gemeinschaftsgüter keine Gemeinschaft. </span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">Die meisten modernen Ökonomen interpretieren materielle Gemeinschaftsgüter als etwas objektiv und unabhängig von der sozialen Entität Vorhandenes. Als etwas, das angemessen verwaltet werden könne, sofern man nur die Zugangsrechte ausdrücklich festlegt (Ostrom 1990). … Sie lesen es als von den Subjekten getrenntes Objekt. </span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">Meine Nutzung des Commonsbegriffs ist anders als die vieler Ökonomen und Politikwissenschaftler. Für jene sind <em>commons</em> immer reales Eigentum, von Marktakteuren genutzt und im Marktgeschehen enthalten. Ein <em>commons</em> wird dann entweder definiert als open-access Ressource, frei verfügbar für alle, oder als &#8220;<em>commons-pool-resource</em>&#8220;, für die es Nutzungsregeln gibt (Ostrom 1990). Diese Theoretiker würden zeigen, dass es effizienter ist, die Kontrolle gewisser knapper Ressourcen durch soziale Regeln festzulegen, als sie dem Wettbewerb zu überlassen und dass auch dies den Zwecken des Marktes diene. Daher, so argumentieren sie, stimmen Marktakteure bisweilen aus Eigeninteresse der Bildung begrenzter wirtschaftlicher Gemeinschaften rund um ein Gemeinschaftsgut zu&#8230;.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">Meiner Ansicht nach sind Gemeinschaftsgüter materielle Güter und Wissen, welche Menschen gemeinsam haben. Sie sind nichts Physisches, sondern ein soziales Ereignis. Den Menschen  Gemeinschaftsgüter zu nehmen, zerstört die Gemeinschaft und die Zerstörung  einer ganzen Reihe von Sozialbeziehungen wiederum  zerstört die Gemeinschaftsgüter. Ähnlich impliziert die Verweigerung des Zugangs Dritter zu den Gemeinschaftsgütern die Knüpfung von Gemeinschaftsbeziehungen &#8211; das genau geschieht bei der Zuweisung individueller Eigentumsrechte. Die sogenannte &#8220;Tragik der Allmende&#8221; (Hardin 1968), die  sich auf die Zerstörung der Ressource durch unbegrenzte Nutzung der Einzelnen bezieht, ist also keine Tragik des physischen Gemeinschaftsgutes, sondern eine Tragik der menschlichen Gemeinschaft&#8230;&#8221;</span></p>
<pre>(Gudeman,<span style="background:#ffffff none repeat scroll 0;">Stephen: </span>The anthropology of economy: community, market, <tt>and culture. Malden, Mass. Blackwell, 2001</tt>)</pre>
<p>Kürzer geht&#8217;s zu auf der völlig neu gestalteten Seite von <a href="http://www.onthecommons.org/format.php?format=blog" target="_blank">www.onthecommons.org</a></p>
<p><em>&#8220;The commons is everything we inherit or create together and must pass on, undiminished, to future generations.&#8221;</em></p>
<p>Mehr zum Thema, insbesondere zur Differenzierung von Ressourcen, Eigentumsregimen und ressourcenerzeugtem Reichtum <a href="http://commonsblog.wordpress.com/2007/10/19/begriffliche-entwirrung/" target="_blank">hier</a> und <a href="http://commonsblog.wordpress.com/2007/11/27/wir-und-die-commons-grundsatzliche-bruchstucke/" target="_blank">hier:</a></p></blockquote>
</div>]]></content:encoded>
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