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	<title>contentindustrie &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/contentindustrie/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "contentindustrie"</description>
	<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 10:37:13 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Richtung und Garheit]]></title>
<link>http://tamagothi.wordpress.com/2009/10/20/richtung-und-garheit-25/</link>
<pubDate>Tue, 20 Oct 2009 18:38:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>Nachtwaechter</dc:creator>
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<description><![CDATA[Experts say an asteroid may destroy the Earth in 30 years. Tonight, get an early preview. Programman]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><blockquote><p> Experts say an asteroid may destroy the Earth in 30 years. Tonight, get an early preview.</p>
<p><em>Programmankündigung NBC-TV für eine Sendung am 29. März 1998</em> </p></blockquote>
<p><strong>Mitreden</strong> &#8212; Die dummen Menschen finden immer allerhand Rationalisierungen, um ihre selbstgemachte Dummheit zu rechtfertigen. Immer wieder höre ich von irgendwelchen Zeitgenossen die Frage, warum ich mich so sehr über den Auswurf der Contentindustrie aufregen kann, wo ich ihn doch eher indirekt mitbekomme, und gern wird diese Frage mit der &#8220;Feststellung&#8221; gewürzt, dass ich als Verweigerer der Massenmedien zu diesem Thema gar nicht mitreden könne. Ganz so. Als ob einer selbst geisteskrank sein müsste, um die Krankheit zu erkennen und zu benennen.</p>
<p><strong>Quellenvorteil</strong> &#8212; Unter allen Orten, von denen Pseudowissenschaft, Aberglaube und sonstiger verdummender, irrationaler <em>bullshit</em> in die Welt und schließlich in die Hirne der Menschen gehen, haben nur wenige ein <em>größeres Budget</em> als die großen Fernsehsender. Einer der Orte mit <em>noch</em> größerem Budget sind die <em>Traumafabriken</em> zu Hollywood.</p>
<p><strong>Tolle special effects</strong> &#8212; Es ist doch seltsam, dass alle diese außerirdischen Angreifer und sonstigen Katastrophen der <em>unterhaltsamen Apokalypse</em> aus der Content-Industrie dermaßen häufig und zielstrebig New York als besonderen Ort der Zerstörung finden. Wer heiter genug ist, möchte denken, dass die Massenmordanschläge vom 11. September 2001, die ja ebenfalls in erster Linie massenmediale Wirksamkeit entfalten sollten, von Jahrzehnten solcher für die &#8220;Unterhaltung&#8221; gemachten Produktionen vorbereitet, ja, vorgezeichnet und vorherbestimmt wurden.</p>
<p><strong>Stempel</strong> &#8212; &#8220;Es ist alles nur <em>show</em>&#8220;, sagte er, und meinte damit die Darbietung in den Medien, insbesondere auch die politische Darbietung. Aber als ich ihn mir anschaute, als ich seine immer wieder zu affektive Stimme hörte, seine Gesten sah, die etwas gröber und ausholender als nötig waren, in aller Ruhe auf seine Kleidung und seine ganze <em>Fassade</em> blickte, da dachte ich mir, dass er damit auch sein Lebensmotto ausgesprochen haben könnte.</p>
<p><strong>Stille</strong> &#8212; Hat sich eigentlich schon einmal jemand darüber gewundert, dass wir so viele aufwändige Produktionen der <em>science fiction</em> mit ihren typischen dramatischen Fehlern gesehen und <em>gehört</em> haben, so dass als Ergebnis dieser Massenstanze die meisten Menschen es inzwischen <em>falsch</em> fänden, wenn die Fortbewegung im Weltraum unter völliger Geräuschlosigkeit vonstatten ginge? Denn genau das wäre im realen Vakuum des Raumes der Fall. Aber es scheint unvorstellbar, dass jemand einmal eine solche Darstellung wagte.</p>
<p><strong>Stars</strong> &#8212; Eine ganze Generation von Menschen ist herangewachsen, die kein Leben außerhalb der ständig beleuchteten Städte kennengelernt hat. Diese Menschen haben nicht einmal nächtens nach oben geblickt und dabei den <em>richtigen</em> mit Sternen übersprenkelten Himmel gesehen, ihnen ist gerade der Anblick jener fünfzig bis hundert helleren Objekte vertraut, deren Licht noch durch den unentwegten Leuchtedunst dringen kann. Sie kennen den Anblick eines Nachthimmels im besten Falle aus dem Kino, wenn ein solcher Anblick wieder einmal aus romantischen Gründen in einen Film verbaut wird. So einfach lässt sich die Wirklichkeit durch ein Surrogat ersetzen, natürlich durch ein kostenpflichtiges.</p>
<p><strong>Ufologie</strong> &#8212; Der moderne volkstümliche Mythos von den &#8220;fliegenden Untertassen&#8221; wäre von seiner psychologischen Kraft her nicht lange lebensfähig gewesen, wenn er nicht auf die Massenmedien eingewirkt hätte, und wenn die Massenmedien ihrerseits diesen Mythos nicht immer wieder psychologisch gefüttert und kostenpflichtig bedient hätten. <em>Ein Nichts hat sich durch einen gesellschaftlichen Prozess in den wenigen Jahrzehnten seit Adamskis initialier Sichtung zu wirkmächtiger Existenz aufgebläht</em>, so sehr, dass heute wohl jeder Mensch zu sagen können glaubte, wie ein UFO aussieht und es als so etwas wie eine &#8220;fliegende Untertasse&#8221; beschriebe, obwohl er ein derartiges Objekt noch nie als <em>wirkliche</em> Erscheinung gesehen hat. (Was. Daran liegt, dass solche Objekte keine Existenz außerhalb der Psyche haben.) Und nicht nur das, ferner werden allerlei an sich menschliche Eigenschaften in diesen kollektiven psychischen Konstrukt projiziert, ja, sogar regelrechte Erwartungen individueller und globaler Erlösung. Wer immer schon einmal wissen wollte, wie eine Religion entsteht, muss sich nur anschauen, wie die fluchtvollen Träume der Einzelmenschen mit ihrem beschädigten Dasein von einem überpersonalen gesellschaftlichen Prozess integriert werden und damit den Prozess erhalten &#8212; und den Lebensschaden für viele.</p>
<p><strong>Verschwörung</strong> &#8212; Es gibt unglaublich viele Sites im Internet, die mir und anderen Lesern erzählen wollen, dass eine Verschwörung globalen Ausmaßes im Gange ist und dass nahezu alle Medien und viele Persönlichkeiten in den Händen der Verschwörer sind und dass wir alle fehlinformiert werden. Und weil diese Aussage. Für sich betrachtet. Ein wenig geisteskrank klänge, wird sie auch mit allerlei Belegen belegt, und zwar mit Belegen aus <em>ausgerechnet</em> jenen manipulierten Medien der Verschwörer, denen doch misstraut werden sollte.</p>
<p><strong>Ökonomie</strong> &#8212; Es ist eine Verschwendung beschränkter geistiger Kraft, sich mit jedem Detail des ganzen <em>bullshits</em> zu beschäftigen. Es reicht hin, die Kernaussagen zu erkennen, sich auf diese zu konzentrieren, diese in aller Klarheit zu widerlegen und sich nebenher nicht darum zu kümmern, dass von solcher Widerlegung unbeachtet immer mehr <em>künstliche Details</em> zur Verblendung des Publikums hervorgebracht werden. Bei denen, die vom <em>bullshit</em> leben, ist die Erzeugung von künstlichen Details ein geradezu automatischer Vorgang geworden, sie sind sehr geübt darin. Worin sie hingegen überhaupt nicht geübt sind, das ist, Einsicht in die eigenen Fehler zu bekommen und daraus zu lernen. Nur. Wer sich in solcher Ökonomie des Denkens übt und sich deshalb nicht mehr im Unsinn der künstlichen Detais verheddert, der gewinnt viel <em>frei-werdende</em> geistige Kraft &#8212; zum Denken, zum Lieben, zum Hassen und zum Leben jenseits des alles erstickenden <em>bullshits</em>.</p>
<p><strong>Das Hochhaus zu Babel</strong> &#8212; Nicht nur für Individuen in ihrer körperlichen Beschaffenheit, auch für ganze Gesellschaften mit allen ihren Strukturen gilt diese einfache Wahrheit über den Selbstmord durch Sprung aus großer Höhe: Es ist nicht der Fall der tötet, es ist der plötzliche Stopp, der Aufprall. Ich wünsche weiterhin einen guten Flug und eine rechtzeitige Ankunft!  <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_mrgreen.gif' alt=':mrgreen:' class='wp-smiley' /> </p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Suchmaschinenbetreiber sollen für Nachrichten zahlen]]></title>
<link>http://wwwut.wordpress.com/2009/10/11/suchmaschinenbetreiber-sollen-fur-nachrichten-zahlen/</link>
<pubDate>Sun, 11 Oct 2009 05:22:24 +0000</pubDate>
<dc:creator>124c41</dc:creator>
<guid>http://wwwut.wordpress.com/2009/10/11/suchmaschinenbetreiber-sollen-fur-nachrichten-zahlen/</guid>
<description><![CDATA[Hui, heute fließt der Bullshit aber mal wieder im Strömen: Im Rahmen des World Media Summit in Pekin]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Hui, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Suchmaschinenbetreiber-sollen-fuer-Nachrichten-zahlen-821108.html">heute fließt der Bullshit aber mal wieder im Strömen</a>:</p>
<blockquote><p>Im Rahmen des World Media Summit in Peking haben Rupert Murdoch (News Corporation) und Tom Curley (Associated Press) vor 300 Vertretern von 170 Medien aus 80 Ländern gefordert, Suchmaschinenbetreiber und andere Webseiten sollten künftig für Nachrichtenmaterial zahlen, das sie zurzeit noch ohne Gegenleistung erhielten. [...] Internetdienste wie Wikipedia, YouTube und Facebook seien zu bevorzugten Plattformen geworden, auf denen sich ein breites Publikum über aktuelle Nachrichten informiere, statt auf die Internetseiten der traditionellen Nachrichtenagenturen zu gehen.</p></blockquote>
<p>Ich finde ja, dass diesen armen, ausgebeuteten Menschen geholfen werden muss, und deshalb ist hier mein Offener Brief an die Herren Murdoch und Curley:</p>
<p>Werter Herr Murdoch, werter Herr Curley,</p>
<p>wenn es ihnen so sehr den Profit aus der Tasche saugt, dass Menschen lieber ein anderes Internetangebot als das Ihrige benutzen, um Ihre tollen Inhalte zu lesen, denn gibt es dagegen eine ganz einfache Abhilfe, die ich Ihnen auch gerne völlig kostenlos verrate. (Wenn Sie möchten, können Sie sich ja mit einer <a href="http://www.tamagothi.de/">kleinen Spende</a> revanchieren.) Google ist keineswegs nur pöse, es hält sich auch an die Wünsche von Websitebetreibern, wenn die Websitebetreiber ihre Wünsche nur äußern. Das können Sie sogar ganz persönlich erledigen, es ist nicht besonders schwierig. Sie brauchen dazu auf ihrem Windows-Rechner nur die tolle Anwendung Notepad zu starten. (Nein, mit PowerPoint geht es nicht!) Diese tolle Programm finden Sie übrigens im Windows-Startmenü unter Zubehör. Es ist übrigens auch ganz kostenlos, so dass Ihnen nicht ein einziger Cent zusätzlicher Kosten dafür entsteht, wenn Sie Google und andere an der Nutzung Ihrer wertvollen Inhalte hindern wollen. Das ist doch eine total gute Nachricht, nicht?!</p>
<p>Also starten Sie das tolle Programm Notepad (ich glaube, in einem deutschen Windows heißt es &#8220;Texteditor&#8221;) und tippen Sie in das daraufhin erscheinende Fenster einfach die folgenden beiden Zeilen:</p>
<p><code>User-agent: *</code><br /> <code>Disallow: /</code></p>
<p>Klicken Sie jetzt in das Menü &#8220;Datei&#8221; und wählen Sie den Menüpunkt &#8220;Speichern&#8221;. Im dann erscheinenden Dialog speichern Sie Ihren soeben erstellten Text unter dem Namen <code>robots.txt</code>, und dann bitten Sie Ihren Angestellten, der für Ihr Internet verantwortlich ist, dass er diese Datei in das Wurzelverzeichnis Ihres Webservers hochlädt. Wenn Sie das schon können, denn können Sie es auch gern selbst probieren, es ist gar nicht so schwierig.</p>
<p>Sie werden es nicht glauben, aber beinahe alle Bots halten sich daran. Ich habe das selbst schon einmal ausprobiert, es klappt wirklich. Dafür brauchen Sie keine tollwütigen Pressekonferenzen zu geben und keinen Bullshit in irgendwelche Mikrofone zu erzählen, dafür brauchen Sie nur zu handeln. Und mit dem Missbrauch Ihres wertvollen Content &#8212; Sorry: <em>mit Ihrer Ausbeutung</em> &#8212; ist Schluss. Schon in Kürze werden Ihre Kassen wieder überquellen, und Sie können sich wieder um die Weltherrschaft durch die Vermarktung von Content und durch die <del>Vergällung</del> Verbindung Ihres wertvollen Contents mit Werbeeinblendungen kümmern.</p>
<p>Immer in freundlicher Hilfsbereitschaft</p>
<p>Ihr Unterschichtler<br /> Elias Schwerdtfeger</p>
<p>PS: <em>*göbel!*</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Stell die richtigen Fragen!]]></title>
<link>http://tamagothi.wordpress.com/2009/09/09/stell-die-richtigen-fragen/</link>
<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 01:46:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>Nachtwaechter</dc:creator>
<guid>http://tamagothi.wordpress.com/2009/09/09/stell-die-richtigen-fragen/</guid>
<description><![CDATA[Die Frage bei den medial transportierten Nachrichten ist nicht, was in den industriell erstellten Me]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Die Frage bei den medial transportierten <em>Nachrichten</em> ist nicht, was in den industriell erstellten Meldungen gesagt wird, sondern was in ihnen verschwiegen wird, damit die Empfänger dieser nachgerichteten Nachrichten die falschen Fragen stellen.</p>
<p>Wer es schafft, Menschen dazu zu bringen, dass sie die <em>falschen Fragen</em> stellen, hat keine Probleme damit, diese falschen Fragen zu beantworten. Deshalb wird so viel Mühe darauf verwendet, dass sich der Menschen Sinn mit den falschen Fragen beschäftige. Die unter dem gegenwärtig ablaufenden, gesellschaftlichen Prozess geformte Welt ist voller Tafeln und Fingerzeige auf die falschen Fragen.</p>
<p>Die Frage beim <em>Fortschritt</em> ist nicht, wann er kommt und wie groß er ist, sondern in welche Richtung er die Menschen führt, führen wird, führen könnte, führen müsste.</p>
<p>Die Frage beim <em>Wachstum</em> ist nicht, welche Quantität es hat, sondern mit welchen Qualitäten es sich für welche Kreise der Menschen verbindet.</p>
<p>Die Frage beim <em>Krieg</em> ist nicht, welches Staaten ihre durch Konditionierung, Drill und Angst gefügig gemachten Menschen mordend aufeinander hetzen, sondern welche verachtenswerten Menschen und Institutionen von diesem Gemetzel profitieren.</p>
<p>Die Frage beim <em>Gesundheitswesen</em> ist nicht, in welcher Weise man dem Leben ein paar Jahre abtrotzen kann, sondern wie man den wenigen Jahren ein Leben abgewinnen kann.</p>
<p>Die Frage bei der wachsenden <em>Arbeitslosigkeit</em> ist nicht, wie man die Menschen denn nun &#8220;beschäftigen&#8221; kann, sondern wie mit der sehr erfreulichen gesellschaftlichen Tatsache zu leben gedacht wird, dass immer mehr mühsame und geistlose Tätigkeit durch Maschinen erledigt wird, dass der Leistungsgesellschaft endlich der Bedarf nach von Menschen erbrachter Leistung ausgeht.</p>
<p>Die Frage bei der <em>Informationstechnologie</em> und <em>vernetzten Rechnersystemen</em> ist nicht, ob man Zugang zu aktuellen Informationen erhält, sondern ob man Zugang zu persönlich bedeutsamen Informationen erhält und wer diesen Zugang aus welchen Gründen und unter Vorschieben welcher Lügen einzuschränken bedenkt.</p>
<p>Die Frage bei der <em>Bildung</em> ist nicht, ob sie einen Menschen besser verwertbar für den betrieblichen Produktionsprozess mache, sondern ob sie den Menschen lebenstauglicher, feiner, wissender, fähiger zur Einsicht, langsamer zum unreflektierten Zorn, kurz: weiser machen kann.</p>
<p>Die Frage angesichts der Forderung nach <em>&#8220;Mobilität&#8221;</em> ist nicht, wie sich ein Mensch sein modernes Nomadenleben als Getriebener seiner wirtschaftlichen Not organisiert, sondern ob ein Mensch als geborenes soziales Wesen bereit sein sollte, für ein solches Leben als atomisiertes und entsolidarisiertes Einzelwesen alle persönlichen Bindungen zu opfern.</p>
<p>Die Frage beim <em>&#8220;geistigen Eigentum&#8221;</em> ist nicht, wie man es durch eine zu Recht erklärte Technikverhinderung durchzusetzen trachtet, sondern wie man den Nutzen an der obsolet gewordenen Contentindustrie vorbei an die Schöpfer immaterieller Güter bringen will.</p>
<p>Die Frage beim <em>Geldsystem</em> des Debitismus ist nicht, wie man es stabilisiert und erhält, sondern wie man es ohne gesellschaftliche Katastrophen überwinden kann.</p>
<p>Die Frage beim <em>Besitz</em> ist nicht, wie er geschützt und erhalten werde, sondern wie verhindert werden kann, dass er zu Geiz, Raffgier oder der Herausbildung eines modernen Feudalsystemes führt.</p>
<p>Die Frage bei der <em>Krise</em> ist nicht, wann sie endlich vorüber ist, sondern welche Chance sie bedeutet und warum diese Chance von niemandem ergriffen wird.</p>
<p>Die Frage beim <em>Fernsehen</em> ist es nicht, welcher Sender zu einem bestimmten Zeitpunkt das am wenigsten unerträgliche Programm anbietet, sondern wie und durch wen es gekommen ist, dass man kein anderes Leben mehr hat.</p>
<p>Die Frage bei <em>Kunst und Kultur</em> ist nicht, in welchem Museum und in welcher Ausstellung und auf welcher Veranstaltung man sie kostenpflichtig und stark ritualisiert dargeboten bekommen kann, sondern wo und warum sie im Alltag schmerzlich vermisst werden.</p>
<p>Die Frage beim Lesen der Texte eines Menschen, den man zunächst als <em>naiven Traumtänzer</em> empfindet, ist nicht, warum der so ein naheliegendes, illusionär und naiv wirkendes Zeug denkt, sondern warum das so wenige Menschen zu tun scheinen.</p>
<p>Die Frage im <em>Wahlkampf</em> ist nicht, wie die photoshopretuschierten Gesichter der Politdarsteller aussehen, sondern welche Antwort diese Politdarsteller auf die <em>richtigen Fragen</em> geben würden, derer ich hier nur eine unvollständige Auswahl gegeben habe. Und. Wie sie wohl diese Antwort in gesellschaftliche Gestaltung umsetzen würden.</p>
<p><em>Mich</em> als Bettler hat heute <em>allen Ernstes</em> ein ausgewachsener Mann mit einem Alter von deutlich mehr als dreißig Jahren danach gefragt, was er denn wählen soll. Ja, <em>mich</em> hat er das gefragt. Und. Ja, er hat <em>das</em> gefragt. Sehr <em>ehrlich</em> und allen Ernstes. Und. Ich war dermaßen <em>baff</em>, dass ich auf diese in einem Wahlkampf gar nicht so fern liegende Frage gar keine Antwort geben konnte.</p>
<p>Erst Stunden später habe ich bemerkt, dass ich auf diese Frage keine Antwort geben konnte, weil es nicht die richtige Frage war. Er hat nicht gefragt, ob er <em>überhaupt eine Wahl hat</em>, was ja vor einer solchen Entscheidung als Grundlage des ganzen Vorganges nicht unerheblich ist. Sonst hätte er vielleicht bemerkt, woran die ihm abgeforderte Entscheidung krankt, vielleicht hätte sogar selbst einen Umgang damit gefunden. Nein, er wollte diese Entscheidung, die er gewiss nicht als eine Freiheit, sondern als etwas von außen Aufgebürdetes empfindet, an jemanden delegieren, um sich davon zu befreien.</p>
<p>Aber wie sollte er auch die richtigen Fragen stellen?</p>
<p>Von den Wahlplakaten, aus den Zeitungen, aus den schwatzvollen Polittalkshows in der Glotze und aus der sonstigen Wahlwerbung der antretenden Parteien findet er nichts, was ihn im Fragen unterstützt. Nur &#8220;Wir haben die Kraft&#8221;, &#8220;Deutschland kann es besser&#8221; und &#8220;Deshalb SPD&#8221; &#8212; immer verbunden mit Antworten auf <em>fühlbar falsche Fragen</em>. Und aus sich selbst heraus einen Gedanken zu denken, das ist <em>selbst für mich nicht leicht</em>, trotz bester Voraussetzungen, also aus einem vollständig verstandenen und nicht verdrängten Maß persönlichen Zerbruches heraus.</p>
<p>Ich befürchte, die meisten delegieren ihre Möglichkeit zur Entscheidung an etwas anderes, an einen als extern empfundenen und extern durch Manipulation getriggerten Prozess. Und. Sie halten solche Deinung für ihre Meinung.</p>
<p><em>Mit leisem Gruß an M. &#8212; lass dich nicht irre machen vom schwarzen Wahn, den du geradefleuch entkommen bist und verwechsle Abziehbilder nicht mit dem Leben!</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Mein Internet-Manifest]]></title>
<link>http://tamagothi.wordpress.com/2009/09/08/mein-internet-manifest/</link>
<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 13:01:06 +0000</pubDate>
<dc:creator>Nachtwaechter</dc:creator>
<guid>http://tamagothi.wordpress.com/2009/09/08/mein-internet-manifest/</guid>
<description><![CDATA[Das Internet entsteht nicht durch das Gefasel irgendwelcher Menschen, die im Internet eine Gelddruck]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Das Internet entsteht nicht durch das <a href="http://www.heise.de/newsticker/Alpha-Blogger-entwerfen-Manifest-fuer-Internet-Journalismus--/meldung/144931">Gefasel irgendwelcher Menschen</a>, die im Internet eine Gelddruckmaschine sehen und mal eben in einem Manifest für &#8220;das Internet&#8221; sprechen wollen, damit sie sich auch werbewirksam in die Medien der Contentindustrie tragen.</p>
<p>Das Internet entsteht dadurch, dass es von Menschen genutzt und als Abrieb ihres Lebens gestaltet wird. Von Menschen, die einen (manchmal großen) Teil ihrer Zeit mit dieser Gestaltung verbringen. Und die dabei sogar den Wahnsinn hinnehmen, der durch <a href="http://wwwut.wordpress.com/2009/09/03/jako-erklart-sich/">systematischen Rechtsmissbrauch</a> einiger Netzteilnehmer und die für Privatmenschen äußerst riskante Rechtslage entsteht. Es ist nicht die gewünschte Einfalt der Manifestschreiber&#8230;</p>
<blockquote><p>Ganz im Sinne der letzten These &#8220;Nicht der besserwissende, sondern der kommunizierende und hinterfragende Journalist ist gefragt&#8221; soll das Manifest nicht in Stein gemeißelt sein, im Gegenteil bietet die Homepage die Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen. Knüwer schlägt vor, die Diskussion dort zu führen, um sie nicht zerfasern zu lassen. Derzeit lahmt der Server; das Manifest lässt sich aber auch bei den Unterzeichnern nachlesen [...]</p></blockquote>
<p>&#8230;sondern die Vielfalt derer, die sich so einem Dunst hingeben. Aus kaum vermarktbarer Lust daran.</p>
<p>Das Wort &#8220;Journalismus&#8221; ist fehl am Platz. Es ist zumindest <em>für mich</em> eine <em>Beleidigung</em>, mit einem Jo-Hur-Nalisten verglichen zu werden.</p>
<p>Alle Ächtung dem lichtscheuen Gesindel.</p>
<p><em>Und bitte auch mal <a href="http://www.dieweltistscheisse.de/2009/09/08/18-wirkliche-thesen-behauptungen/">hier klicken</a>, um einen passenderen Manifest-Text zu lesen&#8230; oder auch mal <a href="http://feynsinn.org/?p=1407">bei Feynsinn</a>&#8230;</em> <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zeit Online!]]></title>
<link>http://proll.wordpress.com/2009/08/15/zeit-online/</link>
<pubDate>Sat, 15 Aug 2009 04:17:14 +0000</pubDate>
<dc:creator>124c41</dc:creator>
<guid>http://proll.wordpress.com/2009/08/15/zeit-online/</guid>
<description><![CDATA[Ich begrüße es ja, dass ihr mich für würdig befindet, eine meiner unter Piratenlizenz veröffentlicht]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ich begrüße es ja, dass ihr mich für würdig befindet, eine meiner unter Piratenlizenz veröffentlichten Satiren <a href="http://www.zeit.de/online/2009/34/bg-wahlplakat-satire?1" title="Hier ist sie...">an erster Stelle in eure mit massiver Vodafail-Reklame vergällte Klickstrecke</a> einzubauen, und ich bin sogar so herrgottsblöd, dass ich diese Erwähnung durch staubseriöse Printmedien für den Anfang eines unvergänglichen, immerwährenden Ruhmes halte&#8230;</p>
<p><a href="http://proll.files.wordpress.com/2009/08/zeit-online.jpg"><img alt="Gegenstimmen aus dem Netz - Früher brauchte einen Edding, wer Wahlplakate satirisch verfremden wollte. Dank Photoshop und Internet ist es eine Kunstform geworden. Einige der schönsten Beispiele. Von Kai Biermann. Niemand ist sicher vor Spott, auch nicht die Grünen, die von sich glauben, sie seien die Guten. Eine Million neue Jobs verspricht die Partei Bündnis90/Die Grünen auf ihren Wahlplakaten. Und provoziert damit - wie hier zu sehen - Kritik an ihren Entscheidungen aus der Vergangenheit. Haben sie doch als Teil der rot-grünen Regierung die Hartz-IV-Reform mitverabschiedet. Ein Beleg dafür, dass Wähler doch nicht so vergesslich sind, wie gern behauptet wird. (c) Zeit Online 14.8.2009 - 13:47 Uhr" height="390" hspace="4" src="http://proll.files.wordpress.com/2009/08/zeit-online-small.jpg?w=415&#038;h=390" vspace="4" width="415" /></a></p>
<p>&#8230;aber zwei Dinge sind in eurem Qualitätsjournalismus (ja, der hat eine <em>bestimmte Qualität</em>) mal wieder so richtig gruselgrottig mies recherchiert worden und seien hier kurz richtig gestellt:</p>
<ol>
<li>Auf meinem Linux gibt es <em>kein Photoshop</em>. Und auch kein anderes Produkt von Adobe. Wenn es das gäbe, könnte ich mir das vom Betteln auch nicht leisten. Aber ich würde es auch nicht wollen. Das englische Wort &#8220;Adobe&#8221; meint zu Deutsch einen ungebrannten Lehmziegel, so etwas ist vielleicht für die Architektur in der Wüste geeignet, aber nicht für die BRD-typische, klamme und feuchtkalte Witterung.</li>
<li>Ich bin <em>kein Wähler</em>.</li>
</ol>
<p>Das nächste Mal bitte <em>etwas</em> gründlicher arbeiten und nicht nur in Umsonstmentalität und mit €-Zeichen in den Augen irgendeine Klickstrecke für den Reklame-Transport zusammenfummeln.</p>
<p>Ach ja: So ein kleiner Backlink wäre auch nett gewesen. Jedenfalls netter als die in diesem Kontext überreich dargebotenen Links auf die vorderste Front der vorauseilend gehorsamen Internetzensur in der BRD, die sich mit dem Namen &#8220;Vodafone&#8221; verbindet.</p>
<p>[<em>Dank an den <a href="http://www.derdwarsloeper.de/2009/08/14/netzgezwitscher-vom-2009-08-14/">Dwarslöper</a></em> -- <a href="http://www.flickr.com/groups/bundestagswahlsatire2009/" title="Hier!"><em>Mehr Satirisches zur Wahl gibts bei Flickr</em></a>]</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Lobotomie]]></title>
<link>http://tamagothi.wordpress.com/2009/08/09/lobotomie/</link>
<pubDate>Sun, 09 Aug 2009 02:22:45 +0000</pubDate>
<dc:creator>Nachtwaechter</dc:creator>
<guid>http://tamagothi.wordpress.com/2009/08/09/lobotomie/</guid>
<description><![CDATA[Die Psychochirurgie erreicht ihre Erfolge, indem sie die Phantasie zerschmettert, die Gefühle abstum]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><blockquote>
<p>Die Psychochirurgie erreicht ihre Erfolge, indem sie die Phantasie zerschmettert, die Gefühle abstumpft, das abstrakte Denken vernichtet und ein roboterähnliches, kontrollierbares Individuum erschafft.</p>
<p><em>Walter Freeman, Psychiater, über seine eigene Arbeit</em></p>
</blockquote>
<p>Wer wissen will, was die so genannten &#8220;Menschenrechte&#8221; und das Gefasel von der so genannten &#8220;menschlichen Würde&#8221; in irgendwelchen Sonntagsreden wert sind, der braucht sich nur anzuschauen, wie unverbindlich derartige Werte dort werden, wo sich Menschen nicht mehr verwirtschaften lassen und keinen Widerstand gegen das zu leisten vermögen, was ihnen zwangsweise widerfahren gemacht wird.</p>
<p>Das heute vielen jüngeren Menschen eher unbekannte Wort &#8220;Lobotomie&#8221; bezeichnet einen chirurgischen Eingriff in das Gehirn eines Menschen, bei dem die Nervenbahnen zwischen dem Thalamus und dem Stirnhirn zusammen mit Teilen der grauen Substanz <em>zerstört</em> werden. Bei diesem gleichermaßen recht schnell und einfach durchzuführenden und auf andererseits irreversibel tiefen Eingriff kommt es zu einer Veränderung der Persönlichkeit bei gleichzeitiger Vernichtung der Emotionalität und jeglichen Antriebes. Das Verfahren wird heute nicht mehr angewendet. (Denn es gibt heute andere, reversiblere Verfahren mit einem ähnlichen Effekt, aber dazu später etwas mehr.) Als jedoch in den 1940er Jahren der Psychiater und Leiter der Psychiatrischen Klinik zu Washington D.C., Walter Freeman, ein einfach anzuwendendes chirurgisches Verfahren für die Lobotomie entwickelte, da wurde dieses zu einer Standardtechnik der Psychiatrie, das bis zur Mitte der 1950er Jahre vor allem in den englischsprachigen Staaten, aber auch in vielen anderen Staaten sehr häufig an solchen Menschen durchgeführt wurde, die man für psychisch krank hielt. Es wird geschätzt, dass das Freeman-Verfahren weltweit an einer Million Menschen angewendet wurde &#8212; genaue Daten sind nicht ermittelbar, weil sie niemals erfasst wurden.</p>
<p>Dies ist im Zusammenhang damit zu sehen, dass es infolge der Wirtschaftskrise und des Zweiten Weltkrieges mit seinen psychischen Traumatisierungen zu einem plötzlichen Anstieg psychischer Erkrankungen kam, die damals nicht medizinisch behandelt werden konnten. Die übliche &#8220;Behandlung&#8221; bestand darin, dass die Patienten zwangsweise aus der menschlichen Gemeinschaft herausgenommen, weggesperrt, in engen Zimmern zusammengepfercht wurden und Elektroschocks erhielten.</p>
<p>Als der Yale-Absolvent Walter Freeman aus durchaus humanitären Gründen nach einer Therapie für diese medizinischen &#8220;Fälle&#8221; suchte, stieß er auf eine Arbeit des portugiesischen Arztes Egaz Moniz, der für seine darin dargelegte Idee und die Entwicklung eines ersten Verfahrens übrigens im Jahre 1949 den <em>Nobelpreis für Medizin</em> verliehen bekam, und der in ebendieser Arbeit die Auffassung vertrat, dass man viele psychische Krankheiten heilen könnte, indem man im Gehirn die Nervenstränge vom Stirnlappen zum Thalamus durchtrennt. Offenbar war die Zeit für diese Form der &#8220;Behandlung&#8221; psychischer Krankheiten so &#8220;reif&#8221;, dass es jahrzehntelang niemandem auffiel, dass es <em>keine Studien über die Wirksamkeit</em> und mögliche unerwünschte Wirkungen eines solchen Verfahrens gab.</p>
<p>Die besondere Leistung Freemans bestand darin, ein sehr einfach anzuwendendes Verfahren zur Durchführung dieses Eingriffes zu finden und dieses Verfahren zu propagieren und in mehreren tausend Fällen selbst anzuwenden. Das Propagieren Freemans war dermaßen beflissen, dass er Operationen nach dem Freeman-Verfahren in Hörsälen und sogar im Fernsehen vorführte, um seine &#8220;optimale Behandlungsform&#8221; zu demonstrieren und mit einem Wohnwagen, den er als &#8220;Lobomobil&#8221; bezeichnete, von Klinik zu Klinik fuhr, um dort zu &#8220;operieren&#8221; und sein Verfahren zu lehren. Das Verfahren war in seiner Durchführung dermaßen einfach, dass Freeman zwei Dutzend Menschen am Tag lobotomieren konnte. Dieses offensive Auftreten führte dazu, dass die damaligen Zeitungen voll mit den Berichten über die &#8220;Wunderheilungen&#8221; Freemans waren &#8212; offenbar deckte sich der &#8220;Erfolg&#8221; der Freeman-Methode mit den Vorstellungen und Wünschen jener Menschen, die ihre verquarzte Gedankenwelt mittels einer Rotationsmaschine auf tote Bäume stempeln konnten und können und so zur <em>Deinung der Massen</em> machen konnten und <em>können</em>.</p>
<p>Beim Freeman-Verfahren der Lobotomie wird keine spezielle neurochirurgische Qualifikation benötigt. Auch die erforderlichen Instrumente sind preisgünstig und stellen keine besonderen Anforderungen an ihre Fertigung; Freeman verwendete anfangs einen <em>Eispickel</em>, später ein speziell gefertigtes Instrument, das einem Eispickel nachempfunden war. Dieses Instrument, welches man in solcher Verwendung eher in einer mittelalterlichen Folterkammer als in einen Operationsaal vermuten würde, wurde unter meist lokaler Anästhesie am Auge vorbei geführt, um mit einem leichten Stoß den dünnen Knochen im oberen Bereich der Augenhöhle zu durchstoßen und so in das Innere des Schädels, in das Gehirn eingeführt werden zu können. Hierzu musste nur ein Augenlid angehoben werden, um die Spitze des &#8220;chirurgischen Instrumentes&#8221; am Auge vorbeiführen zu können. War auf diese Weise der Weg in das Gehirn gebahnt, so wurde nach dem Erreichen einer <em>vom Arzt subjektiv bewerteten</em>, &#8220;richtigen&#8221; Eindringtiefe durch strokelnde, rotierende Bewegungen der &#8220;kranke&#8221; Teil des Gehirnes <em>zerstört</em>. Dieser Eingriff war nicht nur so einfach, dass er auch von Menschen ohne chirurgische Ausbildung ausgeführt werden konnte und auch <em>ausgeführt wurde</em>, er galt überdem als besonders <em>schonend</em>, musste doch nicht eigens der Schädel von oben geöffnet werden. Es blieb nicht einmal eine Narbe zurück, nur ein Bluterguss am Auge legte für einige Wochen Zeugnis davon ab, dass ein Eingriff in das Gehirn vorgenommen wurde. Und. Natürlich <em>auch</em> die irreversibel vernichtete Persönlichkeit des so &#8220;operierten&#8221; Menschen.</p>
<p>Kaum war ein solches, billig, einfach und am Fließband anzuwendendes Verfahren verfügbar, schon fanden sich auch viele &#8220;Krankheiten&#8221;, die damit &#8220;behandelt&#8221; werden konnten. Mit einer Lobotomie wurden immer wieder auch <em>ganz bestimmte</em> &#8220;Krankheiten&#8221; &#8220;geheilt&#8221;, wie etwa Kommunismus, Homosexualität, &#8220;asoziales Verhalten&#8221; oder auch einfach nur eine Unwilligkeit oder Unfähigkeit, den jeweiligen gesellschaftlichen Anforderungen Genüge zu tun. In der Tat lösten sich diese &#8220;Krankheiten&#8221; oft in Nichts auf, wenn aus einer lebhaften Persönlichkeit ein emotionsloser, sedierter und zu keiner eigenen Lebensäußerung mehr fähiger Funktionsmensch gemacht wurde. Und auf die gleiche Weise lösten sich auch alljene Krankheiten auf, die man heute noch als Krankheiten bezeichnen würde, etwa bestimmte Formen der Depression, Zwangsstörung und des posttraumatischen Belastungssyndroms. Sie verschwanden einfach zusammen mit der erkrankten Persönlichkeit, während die entkernte Hülle eines Menschen als noch verwertbares Formfleisch zurückblieb. Dass die so behandelten Menschen nicht gerade um Erlaubnis befragt wurden, sondern durch die <em>Verfügung anderer Menschen</em> der als Wissenschaft und Medizin getarnten <em>Barbarei</em> überantwortet wurden, versteht sich von selbst. Niemand, der noch bei Troste ist, lässt <em>das</em>. Mit <em>sich</em> machen.</p>
<p>Über ein Jahrzehnt lang konnte Walter Freeman seine Methode der Lobotomie anwenden und lehren, ohne dass es von medizinischer Seite, von staatlicher Seite oder von der Journaille und anderen Massenmedien zu einem Versuch kam, ihn daran zu hindern. Es gab keine Studien über die Erfolge und mögliche unerwünschte Auswirkungen des Verfahrens, nur subjektiv gefärbte Erfolgsberichte, die vor allem von Befürwortern und Praktizierenden der Lobotomie gesammelt wurden; es gab keine Spur von einer Wissenschaft, die diesen Namen verdient hätte. Es war einfach nur barbarische Willkür, ein am Fließband betriebener <em>Mord am Kern der Persönlichkeit</em> mit der Absicht, den <em>Körper</em> dabei möglichst in einem eher mechanischen Sinn lebendig, also weiterhin <em>funktionsfähig</em> und <em>verwertbar</em> zu halten.</p>
<p>Das eingangs gegebene Zitat Freemans ist übrigens frei von jeder Selbstkritik, er hat seine &#8220;medizinischen&#8221; &#8220;Erfolge&#8221; wirklich so gesehen, wie sie waren. Und. <em>Genau in dieser Form für gut befunden</em>.</p>
<p>Die massenhafte Lobotomie hörte erst in der Mitte der 1950er Jahre auf, als mit dem Neuroleptikum Chlorpromazin unter dem Markennamen Thorazine das erste wirksame Psychopharmakon in den USA verfügbar wurde &#8212; und seitdem werden hinter den Mauern, an denen die so genannten &#8220;Grundrechte&#8221; enden, in den psychiatrischen Kliniken, auch immer wieder schwer in den Stoffwechsel des Gehirnes eingreifende Medikamente verabreicht, um Menschen auf diese Weise sediert und gefügig zu halten. Es ist <em>bitter</em>, dass man diesen <em>Medikamentenmissbrauch durch Ärzte</em> als einen Fortschritt betrachten muss, wenn man nur ein paar Jahrzehnte zurückschaut.</p>
<p>Doch auch nach der Erfindung der Psychopharmaka wurde von US-amerikanischen Ärzten immer wieder die Lobotomie als eine günstige &#8220;Lösung&#8221; bestimmter Probleme vorgeschlagen.</p>
<p>Als es im Jahre 1967 in Detroit (Michigan) nicht nur das Henry-Ford-Museum, das Labor von Thomas Edison und die alte Werkstatt der Gebrüder Wright gab, sondern auch vorübergehende, aber schwere Rassenunruhen, da wurde im <em>Journal of the American Medical Association</em> ein Leserbrief der nicht nur am Kittel weißen Harvard-Autoren V. Mark, F. Ervin und W. Sweet abgedruckt. Diese sahen eine &#8220;fokale Gehirnstörung&#8221; als Ursache der Ausstände, und um weitere Unruhen zu verhindern, sollte es nach Meinung dieser Ärzte völlig ausreichen, diese &#8220;Ursache&#8221; <em>operativ zu entfernen</em>. Zwei dieser Autoren, Mark und Ervin, veröffentlichten im Jahre 1970 ihr Buch <em>Violence and the Brain</em>, in welchem sie die Lobotomie als <em>final solution</em> (!) für das Gewaltproblem vorschlugen, zum Beispiel zur Behandlung von Häftlingen, die sich nicht resozialisieren lassen. Auch, wenn dies nicht explizit erwähnt wurde, ist wohl nicht davon auszugehen, dass nach Meinung dieser ganz besonderen Menschenfreunde die so zu verkrüppelnden Menschen vorher um Erlaubnis gefragt werden sollten. Wo die Humanität das ärztliche Eingreifen erfordert, muss der von solchen Ideen besessene Arzt eben tätig und <em>tätlich</em> werden &#8212; das ist, um es mit den Worten des Psychiaters L. G. West zu dieser faschistoiden Idee zu sagen, eben ein &#8220;biosozialer Humanismus&#8221;. Später wurden solche &#8220;Argumentationen&#8221; &#8212; dem sich ändernden Zeitgeist entsprechend &#8212; noch um <em>wirtschaftliche Betrachtungen</em> angereichert; als etwa im Jahre 1979 der Psychiater H. Brown die Lobotomie zur &#8220;Rehabilitation&#8221; jugendlicher Straftäter empfahl, da wurde dieser Vorschlag unter besonderer Betrachtung der Tatsache diskutiert, dass eine solche &#8220;Wiedereingliederung in die Gesellschaft&#8221; doch mit einem Aufwand von 6.000 Dollar wesentlich <em>kostengünstiger</em> sei als eine lebenslange &#8220;Verwahrung&#8221;, die im Schnitt 100.000 Dollar kostet.</p>
<p>Wer angesichts dieses Rückblickes glaubt, dass die heutige Medizin frei von Barbarei sei, ist ein Traumtänzer &#8212; wie kommenden Generationen die jetzigen Zustände in der so genannten &#8220;Pflege&#8221;; in der (meist nicht stattfindenden) Palliativmedizin bei Sterbenden, die sich darauf beschränkt, die Menschen in ihrem angstvollen und ungelindert schmerzhaften Verrecken bis zum letzten Atemzug zu verwirtschaften; oder auch <em>immer noch in der Psychiatrie</em> erscheinen werden, das kann man heute schon sehen, wenn man einfach nur <em>hinschaut</em>.</p>
<p>Was es wohl bedeuten mag, dass nach einem Bericht des &#8220;Spiegel&#8221; (im Artikel &#8220;Abschied vom Kettenhemd&#8221; der Ausgabe 52/2002) die meisten Ärzte ihren Verwandten keine hochpotenten Neuroleptika verordnen würden, kann sich jeder selbst denken; vielleicht hilft solches Denken auch, anderen ärztlichen Verordnungen gegenüber angemessen kritisch zu sein und sich stets selbst zu informieren. Dass es zur Wirkungsweise von Neuroleptika kaum Grundlagenforschung gibt und dass zudem beinahe die gesamte Forschung ausschließlich durch die Hersteller der Medikamente finanziert wird, erinnert angesichts der breiten Anwendung dieser Medikamente <em>alarmierend</em> genug an den &#8220;wissenschaftlichen&#8221; Hintergrund bei der massenhaften Durchführung der Lobotomie.</p>
<p>Und wer <em>wirklich</em> glaubt, dass die so genannten &#8220;Menschenrechte&#8221; auch für jene Menschen eine Bedeutung und Wirksamkeit hätten, die unter der direkten oder &#8212; wegen existenzieller wirtschaftlicher Abhängigkeit &#8212; mittelbaren Verfügungsgewalt anderer Menschen stehen, sollte einmal nachschauen, ob er nicht zwischendurch <em>selbst das Opfer einer Lobotomie</em> geworden ist. Das zeitgemäße Verfahren der &#8220;Lobotomie durch Fernsehen und Massenmedien&#8221; scheint &#8212; wie ich immer wieder bei meinen Zeitgenossen feststellen muss &#8212; von verheerender Wirksamkeit zu sein.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Nicht essen, glotzen!]]></title>
<link>http://wwwut.wordpress.com/2009/08/06/nicht-essen-glotzen/</link>
<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 14:53:46 +0000</pubDate>
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<description><![CDATA[Es ist doch sehr &#8220;tröstlich&#8221;, dass so ein flackernder Volksempfänger zum &#8220;sozialüb]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://wwwut.files.wordpress.com/2009/08/hartz-glotze.jpg"><img alt="Hartz-IV-Empfänger haben Recht auf Fernseher - Ein Fernseher gehört zum sozialüblichen Standard von Hartz-IV-Empfängern, urteilte das Frankfurter Sozialgericht. Nun muss die zuständige Behörder die Kosten für das TV-Gerät tragen, die Betroffenen müssen sie sich nicht zusammensparen..." height="188" hspace="4" src="http://wwwut.files.wordpress.com/2009/08/hartz-glotze-small.jpg?w=450&#038;h=188" vspace="4" width="450" /></a></p>
<p>Es ist doch sehr &#8220;tröstlich&#8221;, dass so ein flackernder Volksempfänger zum &#8220;sozialüblichen Standard&#8221; eines Verarmten der <em>rot-grünen Gesetze zur Massenverelendung</em> in der BRD gehört, die unter dem bewusst irreführenden Namen &#8220;Hartz IV&#8221; durch die Medien transportiert werden.</p>
<p>Da kann sich dann so ein Stück menschliche Verfügungsmasse der Willkür irgendwelcher Bundeskörperagenten hinsetzen und sich entspannen, wenn abends in den nachgerichteten <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=4096" title="Die Nachdenkseiten über die Medienbarriere">Nachrichten, Magazinen und Talkshows</a> all jene vampiristischen Verbrecher zu Ehre, Kamera und Mikrofon kommen, die von diesem Wahnsinn profitieren. Und er kann, während er sich von dieser unverschämten und kalten Propaganda in den meudalistischen Einheitsmedien der BRD zombifizieren lässt, darüber vergessen, dass so etwas wie eine einigermaßen ausgewogene Ernährung nicht zu seinem &#8220;sozialüblichen Standard&#8221; gehört, denn dafür müssen 3,94 Euro am Tag ausreichen &#8212; aber auch das nur, wenn man es ganz nebenbei schafft, trotz des mit der Angstpeitsche einer Kürzung zwangsweise von der Bundesagentur für Armut und Elendsmaloche verhängten Arbeitsbettelns mit <em>täglich 0,49 Euro</em> für die Benutzung von öffentlichen Nahverkehrsmitteln auszukommen. Das reicht in einer typischen Stadt der BRD nicht einmal für eine Hin- und Rückfahrt pro Woche. Wer es nicht schafft, damit auszukommen, der muss eben noch ein bisschen am Essen sparen, indem er für jede zusätzliche Hin- und Rückfahrt im Verlaufe einer Woche einen Fastentag einlegt.</p>
<p>Da freut sich das gut unterhaltene und zuverlässig unten gehaltene Stück <em>Menschenmaterial</em> doch, dass wenigstens des Abends die Glotze flimmert und dass es wenigstens darauf ein &#8220;Recht&#8221; hat. Wenn. Es schon kein Recht zum Leben mehr hat. Das ist doch ein echter &#8220;Fortschritt&#8221;! Auf die Justiz in der BRD ist eben Verlass, die wird auch in Zukunft dafür sorgen, dass &#8220;Recht&#8221; und &#8220;Gerechtigkeit&#8221; völlig verschiedene Begriffe bleiben, den ganz großen Verbrechern und Meudalisten zur Freude, dem Rest der Menschen zur täglich wachsenden Last. Und wer unter diesen Bedingungen auf die unerträglich naive Idee kommt, einfach noch selbst etwas zu machen und auf diese Weise einer gewissen Lebensfreude inmitten aller Trübsal Ausdruck zu verleihen, der wird eben <a href="http://wwwut.wordpress.com/2009/07/31/vom-gewunschten-und-ungewunschten-feiern/" title="Zum Beispiel durch massiven Einsatz berittener Knüppelbullen, die so einen kreativen Akt des Widerstands schnell auflösen und von jedem Beteiligten die Personalien aufnehmen...">kriminalisiert</a> und sein Handeln <a href="http://wwwut.wordpress.com/2009/07/27/braunschweig-dient-nur-dem-verkehr/" title="Öffentliche Plätze dienen nur dem Verkehr, da darf man sonst nichts machen...">unter fadenscheiniger Argumentation verboten</a>. Das ist völlig unerwünscht, also &#8220;pack dich wieder vor die Glotze, du (für die Verwirtschaftung zurzeit) unbrauchbares Pack&#8221;!</p>
<p>Natürlich ist es erwünscht, das regelmäßiges Fernsehen die betroffenen Menschen dumm hält, entsozialisiert und entsolidarisiert. Ein Computer und ein Internetzugang gehören nicht zum &#8220;sozialüblichen Standard&#8221;, sonst könnte so ein Zerbrechling noch lernen, wie er der staatlichen Gewalt entgegen treten kann. Und das darf nicht passieren. Also immer schön glotzen, denn das ist ein &#8220;Recht&#8221;! Und niemals <a href="http://www.gegen-hartz.de/index.php" title="Hilfe und News zu Hartz IV">informieren</a>, <a href="http://www.elo-forum.org/index.php?pageid=home" title="Erwerbslosen-Forum Deutschland">andere Betroffene kennen lernen</a> und den Widerstand gegen üble Willkür und den <a href="http://www.500-euro-eckregelsatz.de/" title="Hierhin!">täglichen Hunger</a> organisieren, denn dafür &#8220;darf&#8221; man wieder an seinem Fresschen sparen. Schließlich soll für die Herrschenden alles so bleiben, wie es ist, und deshalb räumen ihre Speichellecker an den BRD-Gerichten den Menschen genau die &#8220;Rechte&#8221; ein, die sie ihnen einräumen &#8212; und verweigern ihnen jene anderen &#8220;Rechte&#8221;, die gefährlich für die Privilegien der herrschenden Klasse werden könnten.</p>
<p>Ach übrigens: Wahltag ist Zahltag &#8212; und die CDUSPDFDPGRÜNETC ist die asozialistische Einheitspartei der totalitären Mitte für Massenverelendung, Wirtschaftsfaschismus und Umverteilung von unten nach oben. Wer die wählt, der macht sich auch seinen eigenen Henker zum Freund und lässt sich lächelnd enthaupten.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kurz verlinkt (51)]]></title>
<link>http://wwwut.wordpress.com/2009/07/28/kurz-verlinkt-51/</link>
<pubDate>Tue, 28 Jul 2009 14:41:39 +0000</pubDate>
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<description><![CDATA[Ohne Thematisierung der Medienbarriere ist die Mehrheit das Freiwild jener mit viel Geld und publizi]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><blockquote>
<p><strong>Ohne Thematisierung der Medienbarriere ist die Mehrheit das Freiwild jener mit viel Geld und publizistischer Macht</strong></p>
<p>Wer darüber verfügt, kann die öffentliche Meinung in weitem Maße prägen und damit auch bei Wahlen die politische Macht erobern. Wir erleben das in Italien, in Frankreich, bei uns. Es macht jedoch keinen Sinn, wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren. Man muss die Manipulation zulasten der Mehrheit zum Thema machen. Man muss die Medienbarriere, mit der als politische Partei oder als Bürgerbewegung zu kämpfen hat, wer gegen die großen Interessen angeht, zur Sprache bringen. Wenn das nicht gelingt, dann wird die so genannte bürgerliche Koalition, besser würde man sagen: die rechtskonservative Koalition aus Schwarz und Gelb einen großen Wahlsieg erringen.</p>
</blockquote>
<p><a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=4096" title="Lesen!">Weiter auf den Nachdenkseiten</a>&#8230;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Experten rätseln über Konjunktur]]></title>
<link>http://proll.wordpress.com/2009/07/26/experten-ratseln-uber-konjunktur/</link>
<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 12:34:52 +0000</pubDate>
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<description><![CDATA[Frankfurt/Main (dissociated press) &#8212; Die Einschätzug(in) der Expert(inn)en über die weiteren M]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img alt="Experten rätseln über Konjunktur - Frankfurt/Main (AP). Die Einschätzung der Experten über die weitere konjunkturelle Entwicklung gehen auseinander: Während der Versicherungskonzern Allianz mit einer deutlichen Aufwärtsbewegung der Konjunktur im zweiten Halbjahr rechnet, warnten die Chefökonomen von Deka- und Commerzbank vor verfrühter Euphorie. DIW-Chef Klaus Zimmermann sieht derweil eine Chance auf Stabilisierung und langsame Erholung. Es mehrten sich weltweit die positiven Signale, sagte der Präsident des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung der Neuen Osnabrücker Zeitung. Manche Indikatoren zeigten eine wirtschaftliiche Erholung an." height="255" hspace="4" src="http://proll.files.wordpress.com/2009/07/experten.jpg?w=400&#038;h=255" vspace="4" width="400" /></p>
<p><strong>Frankfurt/Main</strong> <em>(dissociated press)</em> &#8212; Die Einschätzug(in) der Expert(inn)en über die weiteren Möglichkeiten zur Menschauspressung und Gewinnabschöpfung gehen auseinander. Während der Wettanbieter Allianz vor der bevorstehenden Wahl(in) zum Deutschen Reichstag(in) mit einer deutlichen Aufwärtsbewegung(in) rechnet und dies auch in die Mikrofone verkündet, warnten die Chefastrologen von Deka- und Commerzbank vor verfrühter Euphorie. Der berühmte Mentalist(in) Klaus Zimmermänn(in) sieht derweil über sein ausgelegtes Tarot gebeugt durchaus eine Chache auf Stabilisierung und langsame Erholung(in). Es mehrten sich weltweit die positiven Signal(inn)e(n), sagte der Präsident des Deutschen Institutes für Wünschelrutengehen der Neuen Osnabrücker Zeitung. Manche Medien sprechen schon von einer wirtschaftlichen Erhohlung, und auch das Pendel über den Börsencharts deutet auf mögliche Möglichkeiten einer Fortsetzung des großen Grabsches.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Christlicher Tinnef]]></title>
<link>http://wwwut.wordpress.com/2009/07/24/christlicher-tinnef/</link>
<pubDate>Fri, 24 Jul 2009 17:09:08 +0000</pubDate>
<dc:creator>124c41</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wer hier regelmäßig mitliest, kennt gewiss diese kleine Sammlung von Werbung für allerlei Tinnef, di]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Wer hier regelmäßig mitliest, kennt gewiss diese kleine Sammlung von Werbung für allerlei Tinnef, die ich hier neben den ganzen eher galligen Texten anlege. So schräg dieses Thema in diesem Blog auch wirken mag, es passt dennoch &#8212; denn dieser ganze industriell erstellte Seelenschrott soll den Menschen einen Ersatz für ihr enteignetes Leben geben, gibt einen wichtigen, narkotischen Beitrag dazu, dass die totale und totalitäre Verwirtschaftung des gesamten Daseins weiter gehen kann.</p>
<p>Es gibt hier eine klare Tendenz im gesammelten Tinnef. Das meiste stammt aus dem Katalog &#8220;<a href="http://www.moderne-hausfrau.de/" title="Die haben auch eine Homepage...">Die moderne Hausfrau</a>&#8220;. Das liegt nicht daran, dass es vergleichbare Auswürfe der <em>waste industry</em> nicht auch an anderen Stellen gäbe, sondern eher daran, dass eine treue Leserin mir nicht nur ab und an beim Betteln einen Euro zusteckt, sondern auch diesen Katalog, damit ich diese Serie (die ihr sehr gefällt) auch weiterschreibe. Andere Kataloge und Werbungen bekomme ich jedoch eher zufällig in die Hand, und so kommt es dazu, dass ich vor allem aus diesem einen Katalog die großen und kleinen Brechreize herauspicke und mit ätzendem Sarkasmus kommentiere.</p>
<p>Nun, komme ich einmal zum Ende meiner Vorrede. Ich stritt mich gerade etwas heftiger mit einer christlichen Fundamentalistin, und bei diesem Streit ist mir auch der Katalog des <a href="http://www.vivat.de/" title="Die haben auch eine Homepage...">christlichen Versandhauses &#8220;Vivat&#8221;</a> in die Hand gekommen. Was ich darin an Tinnef fand, das überbietet in seiner Schamlosigkeit des seelischen Ausverkaufes alles, was ich aus der &#8220;modernen Hausfrau&#8221; kenne. Weil das aber noch nicht genug ist, gibt es dazu auch fröhliche Propaganda als besonders &#8220;christliche Literatur&#8221; wie zum Beispiel dieses wunderbare Buch, das die Welt wirklich nicht gebraucht hätte:</p>
<p><img alt="Vivat-Angebot: Angela Merkel, Die Protestantin - Jetzt erweitert: mit einem persönlichen Text der Kanzlerin zu Glaube, Kirche und Gesellschaft - Schatzsuche bei Angela Merkel, akribisch und detailgetreu - Angela Merkel ist nicht nur Bundeskanzlerin und eine der mächtigsten Frauen der Welt, sie ist auch Christin. Volker Resing, Journalist und Hauptstadtkorrespondent, zeichnet erstmals ihren persönlichen Lebens- und Glaubensweg umfassend nach: ihre Kindheit als Pfarrerstochter, die Jahre unter dem DDR-Regime und ihre beispiellose Karriere seit dem Fall der Mauer. Wie steht Angela Merkel zum C ihrer Partei? Worum müssen sich die Kirchen in der Gesellschaft kümmern? Dieses Portrait gibt authentische und überraschende Antworten. Mit einem Vorwort von Lothar de Maizière. 9,90 Euro" height="781" hspace="4" src="http://wwwut.files.wordpress.com/2009/07/vivat-angela-merkel-die-protestantin.jpg?w=450&#038;h=781" vspace="4" width="450" /></p>
<p>Wie Angela Merkel zum &#8220;C&#8221; in ihrer Partei steht, erfahren wir allerdings auch ohne dieses Buch durch simples Hinschauen, wenn sie Politik macht. Wenn sie zum Beispiel einen Lügner, Gewaltfreund und bis zum Verfassungsbruch kriminelles Astloch wie Wolfgang Schäuble zum Innenminister macht und noch in den paranoidesten Ideen frei gewähren lässt. Oder wenn sie dieser Statistikfälscherin, Lügnerin und p&#8217;litische Kinderfickerin Ursula von der Layen als Ministerin gestattet, ihre eigene Paranoia in Tagespolitik umzusetzen. Auch die weitere Ausbreitung der Armut und die weitere Umverteilung von Unten nach Oben ist dieser makellosen Protestantin und Pfaffentochter sehr recht. Und genau darin erweist sie sich als wahre Christin, die für die beiden wichtigsten, kontinuierlichsten Grundwerte der christlichen Religion in den letzten 1600 Jahren steht: Raub, Mord und Totschlag.</p>
<p>Die Qualifikationen, die sie für ihr grenzenlos ausgelebtes Christentum braucht, diese Hure der Besitzenden, die hat sie übrigens gelernt, als sie bei der FDJ für Agitation und Propaganda zuständig war &#8212; die Techniken des Hirnficks sind völlig unabhängig von der jeweiligen Ideologie. Wichtig ist ihr zum Beispiel immer, dass der eigene Ruf in der öffentlichen Wahrnehmung unbefleckt bleibt, während zwei Drittel der Menschen über immer größere Lasten in ihrem Leben stöhnen und das ganze Land an den Meistbietenden verhökert wird. Für dieses Ansinnen hat sie sich genau mit den richtigen, vor Geisteskränke schillernden Persönlichkeiten umgeben, da kann sie ihre gnädige &#8220;Puffmutter der Nation&#8221; nur um so deutlicher in die Kameras und in die Bildzeitung tragen. Auch in diesem Verhalten ist sie also völlig christlich, denn so verhalten sich die christlichen Kirchen schon seit Jahrhunderten.</p>
<p>Nee, das Buch brauche ich wirklich nicht. Da nehme ich aus dem schier unendlichen Angebot dieses Versandhauses für wirkungslose Quacksalberei, Propaganda, dumpfen Seelenkitsch und allerlei abergläubischen Amuletten lieber diese eine Kerze heraus&#8230;</p>
<p><img alt="Tischkerze Der Herr schenke euch seinen Segen - Hochwertig gestaltete Tischkerze mit einem Porträt und Segen des Papstes. Nur noch 2 Euro" height="1410" hspace="4" src="http://wwwut.files.wordpress.com/2009/07/vivat-papstkerze.jpg?w=436&#038;h=1410" vspace="4" width="436" /></p>
<p>&#8230;denn die ist schön billig und hat wenigstens eine Funktion. Die kann man nämlich jeden Tag anzünden und sich daran erfreuen, wie schnell dieser draufgestempelte größenwahnsinnige und herzkalte Pope beim Abbrennen der Kerze verschwindet. Dabei geht sogar mir ein kleines fröhlich Lichtlein im Herzlein auf. Wenn der echte Maledictus XVI doch auch so schnell verschwinden würde! <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_mrgreen.gif' alt=':mrgreen:' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Übrigens: Ob prostetantisch oder röm.-kath. ist diesem Versandhaus herzlich egal, so lange die Kunden nur dumm, autoritätshörig und leicht manipulierbar bleiben. Die Kaufkraft des Geldes, das da gelegt wird, kennt keine Konfession.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kurz verlinkt (49)]]></title>
<link>http://wwwut.wordpress.com/2009/07/24/kurz-verlinkt-49/</link>
<pubDate>Fri, 24 Jul 2009 02:31:51 +0000</pubDate>
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<description><![CDATA[Die Massenmedien im eigentlichen Sinn haben im wesentlichen die Funktion, die Leute von Wichtigerem ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><blockquote>
<p>Die Massenmedien im eigentlichen Sinn haben im wesentlichen die Funktion, die Leute von Wichtigerem fernzuhalten. Sollen die Leute sich mit etwas anderem beschäftigen, Hauptsache, sie stören uns nicht (wobei &#8220;wir&#8221; die Leute sind, die das Heft in der Hand halten). Wenn sie sich zum Beispiel für den Profisport interessieren, ist das ganz in Ordnung. Wenn jedermann Sport oder Sexskandale oder die Prominenten und ihre Probleme unglaublich wichtig findet, ist das okay. Es ist egal, wofür die Leute sich interessieren, solange es nichts Wichtiges ist. Die wichtigen Angelegenheiten bleiben den großen Tieren vorbehalten: &#8220;Wir&#8221; kümmern uns darum.</p>
</blockquote>
<p><a href="http://www.zmag.de/artikel/Warum-die-Mainstreammedien-Mainstream-sind" title="Unbedingt lesen!">Noam Chomsky &#8212; Warum die Mainstreammedien Mainstream sind</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Frankensteins Badesommer]]></title>
<link>http://wwwut.wordpress.com/2009/07/04/frankensteins-badesommer/</link>
<pubDate>Sat, 04 Jul 2009 16:43:10 +0000</pubDate>
<dc:creator>124c41</dc:creator>
<guid>http://wwwut.wordpress.com/2009/07/04/frankensteins-badesommer/</guid>
<description><![CDATA[Werte Macher der &#8220;Freizeitwoche&#8221;, ihr hättet es fast geschafft, dass ich diesen &#8220;A]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Werte Macher der &#8220;Freizeitwoche&#8221;, ihr hättet es fast geschafft, dass ich diesen &#8220;Artikel&#8221; mit seinen stümperhaften Bildbearbeitungen falsch zuordne, als ich ihn bei einer dieser <em>herzkalten</em> Frauen aufgeschlagen herumliegen sah; bei einer dieser Frauen, die sich am Leiden anderer Menschen ergötzen, die alles interessant finden, was aus dem sich über Jahrhunderte erstreckenden Inzucht-Experiment namens &#8220;europäischer Adel&#8221; hervorgeht und sich von euch in den Schlankheitswahn treiben lassen:</p>
<p><img alt="Ganz schön bunt - Das wird ein toller Badesommer" height="592" hspace="4" src="http://wwwut.files.wordpress.com/2009/07/badesommer1.jpg?w=450&#038;h=592" vspace="4" width="450" /></p>
<p><img align="left" alt="Fotos: Hersteller" height="244" hspace="4" src="http://wwwut.files.wordpress.com/2009/07/fotos-hersteller1.jpg?w=225&#038;h=244" vspace="4" width="225" />Allerdings hat ein Blick in die kleinen Buchstaben, die sich etwas schamvoll neben den bunten, großen Buchstaben versteckt haben, schnell klar gemacht, wie hier die Verhältnisse wirklich liegen.</p>
<p>Es handelt sich hier also nicht etwa um eure eigene redaktionelle Arbeit, sondern um einen &#8220;Artikel&#8221;, den ihr offenbar auf Wunsch und mutmaßlich auch auf Bezahlung eines Herstellers von Badebekleidung in eurem &#8220;redaktionellen&#8221; Teil unterbringt. (Ja, ich weiß, eine solche &#8220;Bezahlung&#8221; kann auch durchaus etwas indirekter sein.) Dies natürlich, ohne da so ein klares Wort wie &#8220;Anzeige&#8221; darüber zu setzen oder die Leserinnen auf eine andere Weise darüber in Kenntnis zu setzen, dass es sich hier um <em>reine Reklame</em> handelt. Der <em>nur anpreisende und werbende Charakter</em> des recht textarmen &#8220;Artikels&#8221; ist derart offensichtlich, dass er nicht zu übersehen ist. Das an sich ist schon übel genug, aber es ist leider zu gewöhnlich geworden &#8212; und übrigens einer der vielen Gründe dafür, dass ich den gesamten Auswurf der Journaille meinem Dasein nicht mehr hinzufüge.</p>
<p><strong>Eine kleine Abschweifung</strong></p>
<p>Dass da am Artikel keine Bestellkarte dranhängt, ändert nichts am Reklamecharakter &#8212; und ich würde eine recht hohe Wette darauf halten, dass jene Leserinnen, die für die Aussicht auf ein bisschen gewinnbares Kleingeld oder kitschduseligen Reisen an euren nicht sehr rätselhaften Preisrätseln teilnehmen und dabei ihre Anschrift, ihre <em>Telefonnummer</em> und ihre <em>Mailadresse</em> an euch verraten, schon sehr bald mindestens einen Katalog im Briefkasten finden werden, dessen Angebote ihnen zum Teil auf der Stelle vertraut vorkommen &#8212; und gleich hinterher einen freundlichen und sehr professionell geführten Anruf kriegen, der noch einmal ein bisschen &#8220;nachhakt&#8221;. Das Einverständnis eurer gewinnsüchtig gemachten Leserinnen zur werblichen Nutzung ihrer persönlichen Daten holen sich die Macher der &#8220;Freizeitwoche&#8221; ja auf relativ einfache Weise ein:</p>
<p><img alt="Rätsel-Coupon Nr. 25/09" height="290" hspace="4" src="http://wwwut.files.wordpress.com/2009/07/raetselcoupon-11.jpg?w=450&#038;h=290" vspace="4" width="450" /></p>
<p>Wie, das Kleingedruckte über den persönlichen Daten kann man kaum lesen? Stimmt, das kann man kaum lesen, auch im Druck ist es schon ein bisschen schwierig &#8212; deshalb der entscheidende Ausschnitt noch einmal etwas größer:</p>
<p><img alt="Ja, ich bin damit einverstanden, dass die Bauer Media Group mich bis auf Widerruf per Telefon oder E-Mail über interessante Angebote zu Medienprodukten informiert. Mit meiner vorstehenden Einverständniserklärung verpflichte ich die Bauer Media Group auf die Einhaltung der Grenzen dieser Zustimmung und auf den Datenschutz." height="92" hspace="4" src="http://wwwut.files.wordpress.com/2009/07/einverstaendniserklaerung1.jpg?w=450&#038;h=92" vspace="4" width="450" /></p>
<p>Immer noch nicht so einfach, sowohl von der Schriftgröße also auch vom Inhalt her.</p>
<p>Fangen wir einmal mit dem Inhalt an.</p>
<p>Dieser beginnt nämlich mit einem hübschen kleinen Quadrat, das erfolgreich den Eindruck erwecken kann, als müsse frau es ankreuzen, um ihre Zustimmung zu geben. Aber da ist vom Ankreuzen gar nicht die Rede, und der mit dem fröhlichen Wörtchen &#8220;Ja&#8221; beginnende Text da <em>gilt auch ohne irgendein Kreuzchen als Willenserklärung</em>. Ja, wirklich, wer mit diesem Text nicht einverstanden ist und am Gewinnspiel teilnehmen will, der muss da nicht irgendein Kreuzchen weglassen, sondern <em>den Text deutlich durchstreichen</em>.</p>
<p>Ich möchte wetten, dass hier weniger als ein Promille der eingehenden Rätsellösungen einen durchgestrichenen Text aufweisen, weil die meisten oberflächlichen Leserinnen angesichts dieser Präsentation glauben, dass es hinreicht, in diesem vorstehenden Quadrat kein Kreuz zu setzen.<em> </em>Und ich würde sagen, dass sich hier der Verdacht geradezu aufdrängt, dass dieses Quadrat da nur gesetzt wurde, um in solcher Weise missverstanden zu werden. Andere Erklärungen sind zumindest ein bisschen schwierig an den Haaren herbeizuziehen. Was meiner Meinung nach von einem solchem Verhalten gegenüber den Leserinnen zu halten ist, sage ich hier allerdings nicht, weil ich glaube, dass frau durchaus noch selbst denken kann &#8212; und wenn nicht, denn wird es höchste Zeit, das zu üben.  <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Das Zustellen eines Kataloges oder anderer werbender &#8220;Medien&#8221; durch die gewöhnliche Hauspost ist im Übrigenn keineswegs illegal, auch wenn man dazu niemals seine ausdrückliche Zustimmung gegeben hat. Wer mir das nicht glaubt, der gehe einfach zu seinem überquellenden Briefkasten, der jeden Tag aufs Neue mit Werbemüll zugestopft wird &#8212; und jeder dieser dummen Ausflüsse der Einwegkommunikation lässt eine klare und gerichtsfeste Identifikation des Absenders zu. Allein diese Tatsache zeigt die Legalität dieses Vorgehens.</p>
<p>Ob die &#8220;Bauer Media Group&#8221; auch gleich als Dienstleistung für gewerbliche Kunden die Reklame verschickt, weiß ich nicht, und ich habe auch keine Lust, das zu recherchieren &#8212; aber dass ihre Tätigkeiten weit über das Herstellen von billigen Heftchen für billige Frauen hinausgehen, dürfte schon an Hand der Firmierung und der ausgebufften, kleinen Tricks klar sein.</p>
<p>Was diese sehr leicht versehentlich zu gebende &#8220;Einverständniserklärung&#8221; also wirklich bedeutet, das ist ein <em>Freibrief</em> für die &#8220;Bauer Media Group&#8221;, die Empfängerinnen der zugestellten Werbung durch professionell geführte Telefonanrufe und Werbe-Mails (die in so einem Fall übrigens, so lästig sie auch werden mögen, keine Spam sind) &#8220;nachzubearbeiten&#8221;, um die Wirksamkeit der Reklame noch ein bisschen zu erhöhen &#8212; und der Bezug dieser &#8220;Erklärung&#8221; auf &#8220;Medienprodukte&#8221; ist derart allgemein gehalten, dass sich beinahe alles darunter verstehen lässt &#8212; vom Reklame-Katalog bis zum ständigen gemailten Hinweis auf gewerbliche Websites. Wer glaubt, dass ein in solchem Freibriefe eingeräumtes Recht nicht von der &#8220;Bauer Media Group&#8221; genutzt wird, der muss sich grenzenlose Naivität vorwerfen lassen. Der zweite Satz dieses Textes ist übrigens keineswegs eine Einschränkung, die von der Absenderin des &#8220;Coupons&#8221; gegeben wird, sondern diese Einschränkung wird von den gegenwärtig gültigen Gesetzen in der BR Deutschland erzwungen &#8212; es handelt sich hier also um eine nichts sagende Nebelgranate, die ebenfalls vom wahren Charakter dieser Erklärung ablenken soll, und auch das offenbart einen Blick in den Charakter der Menschen, die auf diese Weise vorgehen, um andere Menschen ein bisschen zu überrumpeln.</p>
<p>Vielleicht ist jetzt etwas klarer, worin ein zusätzliches Geschäftsmodell einer &#8220;Zeitschrift&#8221; bestehen könnte, die wegen ihres günstigen Preises kaum kostendeckend sein kann.</p>
<p><strong>Ende der Abschweifung</strong></p>
<p>Dennoch, <em>das alles</em> ist hier gar nicht mein Thema. Obwohl versteckt dargebotene und auf diese Weise <em>die Kritik der Leserin überrumpelnde Werbung</em> einen Charakter aufweist, der schon recht nahe bei einer vorsätzlichen Irreführung der Leserin steht. Offenbar vertraut ihr, die Macher der &#8220;Freizeitwoche&#8221; und anderer leser(innen)verachtender Periodika, darauf, dass eure Leserinnen schon genügend vom Selbsthass zerfressen oder total verdummt sind, um so etwas einfach über sich ergehen zu lassen und dafür auch noch 80 Cent herzugeben. Und ihr würdet wohl alles dafür tun, dass das auch in Zukunft so bleibt, denn <em>diese Dummheit ist euer Geschäft</em>.</p>
<p>Nein, mein Thema ist die himmelschreiende Stümperhaftigkeit der Bearbeitung der in diesem &#8220;Artikel&#8221; gezeigten Werbefotos &#8212; wenn ich eine Zeitschrift herausgeben würde, denn würde ich mich sogar weigern, so einen Schrott ganzseitig und unübersehbar zu drucken, um wenigstens ein bisschen guten Ruf zu behalten.</p>
<p>Wir wissen natürlich alle &#8212; oder wir <em>sollten</em> doch wenigstens alle wissen, <em>vor allem</em> sollten es alle Frauen <em>wissen</em> &#8212; dass die Frauen auf diesen Werbefotos so etwas ähnliches wie Frankensteins Monster in virtueller Form sind; dass sie in Photoshop so aus zerschnippelten Einzelteilen verschiedener Frauen zusammengesetzt wurden, bis sich das Idealbild der schlanken, sportlichen, ewig jugendlichen <em>Frau der Werber</em> ergibt, an dem sich alle Frauen dieser Welt messen sollen, auf dass sie dabei <em>unglücklich</em> und voller <em>Selbstzweifel</em> werden. Denn <em>unglückliche Menschen sind nun einmal bessere Konsumenten</em>, mit glücklichen Menschen ist neben dem Alltagsbedarf und ihren <em>echten, intrinsisch entstandenen Wünschen</em> kein gutes Geschäft zu machen. Die psychischen Erkrankungen, die beim ständigen <em>Messen an einem surrealen Maß</em> gerade bei den jüngeren Frauen wie von allein entstehen, sie werden von den Werbern gern in Kauf genommen, solange sich das Geschäft nur lohnt. Es ist eben ein verantwortungsloses und asoziales <em>Mordsgeschäft</em>, das die Werber da betreiben!</p>
<p>Das ist aber nichts Neues.</p>
<p>Neu ist hingegen, was die Werber neuerdings für Stümper mit Photoshop pfuschen lassen. Hier nur die augenfälligsten Stümpereien, die mir fast auf der Stelle den Magen umdrehten. Wer regelmäßig die mit Bildern überflutete Journaille aufschlägt, der weiß wahrscheinlich schon nach ein paar Wochen gar nicht mehr, was die Proportionen eines gewöhnlichen menschlichen Körpers sind.</p>
<p>Also, anonyme Werber und Herausgeber der &#8220;Freizeitwoche&#8221;, schaut euch das noch einmal gründlich an!</p>
<p>Offenbar weiß euer toller &#8220;Grafiker&#8221; nicht, dass man verschiedene Hautfarben irgendwie ein bisschen korrigieren sollte, wenn man schon eine andere Mittelhand und andere Finger an das posierende Modell dransetzt, damit es besser auf die strandhafte Sitzfläche passt:</p>
<p><img alt="Frankensteins Hand in der Freizeitwoche, Beispiel 1" height="478" hspace="4" src="http://wwwut.files.wordpress.com/2009/07/frankensteins-hand-11.jpg?w=450&#038;h=478" vspace="4" width="450" /></p>
<p>Oder soll ich mir vorstellen, dass hier nur der Blindenhund eures &#8220;Grafikers&#8221; ein bisschen gejault hat. Die völlig unnatürliche Haltung der drangekleisterten Finger könnte man sich ja gerade noch gefallen lassen, auch das kleine Proportionsproblem gehört zu den täglichen Stümpereien, an die sich jeder Reklamebetrachter gewöhnt hat, ohne dass er sie deswegen schon erträglich findet &#8212; aber die weißen Fingerchen nach der deutlich sichtbaren Schnittkante sind eine <em>unentschuldbare Stümperei</em>.</p>
<p>Und da hat sich euer &#8220;Grafiker&#8221; dann wohl gesagt, wenn es einmal schon unentschuldbar ist, denn kommt es auf ein zweites Mal auch nicht mehr an:</p>
<p><img alt="Frankensteins Hand in der Freizeitwoche, Beispiel 2" height="657" hspace="4" src="http://wwwut.files.wordpress.com/2009/07/frankensteins-hand-21.jpg?w=450&#038;h=657" vspace="4" width="450" /></p>
<p>Immerhin hat der Blindenhund beim zweiten Mal wohl so laut und schmerzvoll gejault, dass der &#8220;Grafiker&#8221; wenigstens versucht hat, die Schnittkante mit dem Verwischen-Werkzeug von Photoshop ein bisschen zu verbergen &#8212; so dass man beim Anblick dieser einen drangeklebten Hand an Frankensteins Photoshop-Monster noch denken könnte, dass die zugehörige Frau sich immer mit Handschuhen in die Sonne oder ins Solarium packt.  <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_mrgreen.gif' alt=':mrgreen:' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Aber nicht nur Hände werden fröhlich drangeflickt bei dieser Leichenfledderei an lebenden Models, auch Köpfchen wechseln das Körperchen, wobei&#8230;</p>
<p><img alt="Dr. Frankenstein verpflanzt in der Freizeit-Woche auch mal einen Kopf" height="448" hspace="4" src="http://wwwut.files.wordpress.com/2009/07/frankensteins-kopf1.jpg?w=450&#038;h=448" vspace="4" width="450" /></p>
<p>&#8230;hier die Farbe des Restkörpers zwar ganz gut getroffen wurde, aber die Größe des Kopfes nicht so recht passen will. Im Ergebnis sieht der Hals fast so angeschwollen aus, wie meiner anschwillt, wenn ich so etwas sehe. Na ja, Hauptsache, ihr habt das Kleidungsstück auf eine Frau mit ordentlich Holz vor der Hütte montiert, einen angemessen großen Kopf benötigt eine solche Frau bei solchen Titten doch gar nicht mehr &#8212; jedenfalls nicht nach Meinung der Reklameheinis, die sich hier als virtuelle Schüler Frankensteins betätigen.</p>
<p>Bei solchen Schwerpunkten nimmt man andere Dinge denn schon etwas leichter, zum Beispiel mal wieder die Hand der gleichen Frau:</p>
<p><img alt="Dr. Frankenstein in der Freizeitwoche näht auch total verkrüppelte Hände an hübsche Körper..." height="372" hspace="4" src="http://wwwut.files.wordpress.com/2009/07/frankensteins-hand-31.jpg?w=450&#038;h=372" vspace="4" width="450" /></p>
<p>Immerhin hat man hier als unvoreingenommener Betrachter eine gute Hypothese für die abweichende Hautfarbe, denn dieses Model scheint wirklich immer Handschuhe zu tragen. Und das täte ich auch, wenn mir einmal eine Dampfwalze über die Hand gefahren wäre.  <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_mrgreen.gif' alt=':mrgreen:' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Sehr apart zu der deformierten Hand auch&#8230;</p>
<p><img alt="Frankensteins Photoshop-Monster in der Freizeitwoche: Bauchknick auf der rechten Seite" height="254" hspace="4" src="http://wwwut.files.wordpress.com/2009/07/bauchknick-rechts1.jpg?w=450&#038;h=254" vspace="4" width="450" /></p>
<p>&#8230;der tiefe, vom rechten Unterarm allerdings verdeckte Bauchknick <em>nur auf der rechten Seite</em> des ziemlich mitgenommenen Körpers. Was Wunder, dass sich bei solchen Anblicken Frauen mit einem ganz normalen und gesunden Körper immer wieder schlecht und unangemessen fühlen und ihrerseits gern zu den anderen unter Dr. Frankensteins modernen Schülern gehen, zu den plastischen Chirurgen.</p>
<p>Wer hingegen &#8212; sei es als Frau, sei es als Mann &#8212; seine geistige und körperliche Gesundheit behalten möchte, der macht einen ganz großen Bogen um alle Schüler Frankensteins, sowohl jene in der Klinik als auch jene in den von Zynismus beherrschten Büros der Werbefirmen.</p>
<p><em>Quelle der Scans: Freizeitwoche 25/2009 vom 10. Juni 2009. Ich hätte gern einen Link auf eurer Journalismus-Surrogat gesetzt, aber da ihr nirgends in diesem mir vorliegenden Heft eine Internet-Adresse angegeben habt, scheint ihr auch kein Interesse an eine Verlinkung zu haben, und das respektiere ich nur zu gern. Wer für diese nicht als Anzeige gekennzeichnete Anzeige bezahlt hat und verantwortlich ist, geht aus dem Text nicht völlig hervor.</em></p>
<p><em>Ein fröhlicher Gruß an Claudia!</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das unverstandene Netz]]></title>
<link>http://tamagothi.wordpress.com/2009/07/04/das-unverstandene-netz/</link>
<pubDate>Sat, 04 Jul 2009 02:35:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>Nachtwaechter</dc:creator>
<guid>http://tamagothi.wordpress.com/2009/07/04/das-unverstandene-netz/</guid>
<description><![CDATA[Incivile est eum salutare, qui reddit urinam aut alvum exonerat […] Erasmus von Rotterdam Bei den äl]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><blockquote>
<p>Incivile est eum salutare, qui reddit urinam aut alvum exonerat […]</p>
<p><em>Erasmus von Rotterdam</em></p>
</blockquote>
<p>Bei den älteren Medien, die ihre heutige Meinungsvormacht weniger den heute so oft als Reklame erwähnten qualitativen Vorzügen und mehr einem früheren Oligopol verdanken, das über die Produktionsanlagen zum massenhaften Bestempeln toter Bäume mit Meldungen und Werbung verfügte, scheint niemand das Internet so recht zu <em>verstehen</em>. Vor allem scheint dort niemand zu verstehen, dass das Internet nicht einfach nur ein weiterer Vertriebskanal ist, wie es bei bisherigen zentral organisierten Medien wie dem Rundfunk der Fall war; dass es deutlich mehr ist, als einfach nur eine weitere Möglichkeit, die vertraute Struktur der Kommunikation mit neuer, aber in ihrem Einbahnstraßencharakter vertrauter Technik fortzusetzen.</p>
<p>Die heutigen Erben der alten Oligogarchen haben sich offenbar noch gar nicht das wirkliche Internet angeschaut, in dem sich jeder Mensch mit relativ geringem Aufwand &#8212; und inzwischen auch mit nur noch geringen technischen Kenntnissen &#8212; eine Stimme für seine Lebenswirklichkeit verschaffen kann, deren Außenwirkung über die alzheimersche Unverbindlichkeit der Stammtische und den engen Kreis von persönlichen Freunden hinaus geht. Die Vorstellung, dass es auf einmal der einst so wichtigen und machtverleihenden Produktionsmittel gar nicht mehr bedarf, um sich öffentlich vernehmbar zu äußern, sie muss sehr fremd für die Vertreter der althergebrachten Medien sein, so fremd, dass sie dieser Vorstellung <em>niemals</em> Rechnung tragen, dass sie ihre Internetarbeit nicht so zu gestalten versuchen und noch weniger, sie so zu gestalten verstehen, wie es einen Netzwerk prinzipiell gleichberechtigter Computer angemessen wäre, welches das Potenzial hat, Menschen zusammen zu bringen, die sich sonst niemals begegnet wären.</p>
<p>Und diesem Unverständnis über die wirkliche Struktur und daraus ersprießende Bedeutung des Internet entsprechend ist dann auch die Internetarbeit jener Medien, deren letzter Rest von gutem Ruf zurzeit durch das Internet und die damit gegebenen Möglichkeiten des Vergleiches und des Austausches der &#8220;Mediengenießer&#8221; aufgezehrt wird. Wer nur einmal die wörtlich abgetippten, identischen Agenturmeldungen der überregionalen Tageszeitungen im Internet gelesen hat, wer festgestellt hat, dass sich die verschiedenen seriösen Blätter im Internet vor allem in der Penetranz der eingeblendeten Werbung und in den beworbenen Produkten unterscheiden und dass sie ansonsten versuchen, diese Werbung mit einer künstlich unverständlich gemachten Navigation möglichst oft einblenden zu können, der weiß, dass man auf derartige &#8220;Dienste&#8221; gut verzichten kann, wenn man nicht zum Diener geboren ist. Kein Wunder, dass sich in der von euch geschaffenen Situation jeder Denkende über Google News und andere Formen der Zusammenfassung des agenturzentral gleichgeschalteten Tagesausstoßes freut &#8212; und einige Menschen, ich zum Beispiel, gehen sogar so weit, dass sie andere Blogger den täglichen Auswurf eures Apparates für sich filtern lassen, und zwar vor allem solche Blogger, die sich für die persönlichen Schwerpunkte als gute und ausgewogene Vorfilterung bewährt haben.</p>
<p><em>Kleine persönliche Randbemerkung: Wenn es um Wissenschaft geht &#8212; und damit beschäftige ich mich ständig &#8212; hilft mir nicht einmal mehr der Filter der anderen Blogger, weil ihr etablierten Medien schlicht nicht über Wissenschaft berichtet. Ihr tarnt zwar manchmal eure Propaganda für ein entfesseltes Wirtschaften als eine Art Wissenschaft, indem ihr sie mit willkürlich ausgewählten Daten zu belegen sucht, aber richtige Wissenschaft existiert bei euch nicht. Ich bin regelmäßig auf englischsprachige Websites zurückgeworfen. Aber Horoskope kaufen und abdrucken, das könnt ihr!</em></p>
<p>Nun sieht man das alles dort, wo man das Internet gar nicht recht versteht, also bei den althergebrachten Medien, völlig anders. Der allerwerteste Herr Burda hat sogar im Namen der Gesamtheit der Journaille in der BR Deutschland in die Mikrofone <em>geflennt</em>, dass die Aufbereitung der verschiedenen und doch so gleichen Medieninhalte in einer für Menschen unmittelbar verständlichen Zusammenfassung wie Google News einer &#8220;Enteignung&#8221; gleich käme. Und der offenbar Not leidende Springer-Verlag &#8212; wenigstens das Innere des Schädels scheint dort bei vielen eine gewisse <em>Not durch sich ausbreitendes Vakuum</em> zu leiden &#8212; hat die seltsame Vorstellung in die <em>völlig von den Medien selbst gemachte &#8220;Debatte&#8221;</em> geworfen, dass man in Zukunft doch einfach eine staatliche Zwangssteuer auf den Neupreis von Computern erheben könnte, um diese Einkünfte an die klassischen Medien weiterzuleiten, die doch so viel verloren haben.</p>
<p>Doch diesen ganzen lichtscheuen Jammerlappen kann geholfen werden!</p>
<p>Denn ich habe den Verlegern in der BR Deutschland einen <em>ganz einfachen Vorschlag</em> zu machen, wie sie künftig derartige &#8220;Enteignungen&#8221; durch Google und andere Dienste von unendlichem Nutzen für ihre Nutzer verhindern können: Die Verantwortlichen für die Website mögen sich bitte einfach einen gewöhnlichen Texteditor greifen. Zur Not geht auch Notepad, das Not-Pad von Windows. Welchen Texteditor sie immer auch nehmen, es handelt sich in jedem Fall um ein Programm, dass sich noch viel leichter bedient als jedes Redaktionssystem zum Anreichern der Meldungen aus den NITF-Feeds der Agenturen durch irgendwelche Klickstrecken und zum Aufspalten noch der kürzesten Meldung auf mindestens zwei Seiten. Damit sollte eigentlich jeder klarkommen, auch ein Mensch mit geringer informationstechnischer Literalität. Mit diesem Programm bitte eine Datei namens <code>robots.txt</code> anlegen, und in diese Datei einfach nur die folgenden Zeilen reinschreiben:</p>
<pre>
User-agent: *
Disallow: /
</pre>
<p>Dann sagt bitte eurem Techniker, dass er diese Datei in das Wurzelverzeichnis des Webservers hochladen soll, auf dem eurer ganzer &#8220;enteigneter&#8221; Content herumliegt. Ihr werdet es kaum glauben, aber diese eine Kleinigkeit mit einem gesamten Arbeitsaufwand von unter fünf Minuten reicht völlig aus, und weder Google noch irgendein anderer zivilisierter Crawler wird sich in Zukunft noch einmal bei euch bedienen. Die respektieren das nämlich alle, wenn ihr euer von den Agenturen abgekauftes &#8220;Eigentum&#8221; behalten wollt. Ich habe dies in einigen, für einen eher geschlossenen Nutzerkreis gedachten Projekten schon selbst ausprobiert, und die Wirkung ist wunderbar: Eine einfache Anweisung an die Crawler, und schon wird man nicht mehr gecrawlt. Ihr habt es völlig selbst in der Hand, ob ihr weiter &#8220;enteignet&#8221; werden wollt, oder ob ihr Google und den ganzen anderen Bots eine klare Grenze zieht. Da braucht ihr nicht mehr zu eure Taschentücher vollzuheulen und auch nicht nach irgendwelchen staatlich verordneten Zwangsabgaben auf Computer zu rufen, die dann ausgerechnet euch in die Tasche gesteckt werden sollen. Da braucht ihr nur eine einzige Datei auf eurem Webserver abzulegen, die zudem sehr einfach mit überall verfügbarer Software zu erstellen ist.</p>
<p>Gut, ihr werdet dann auch nicht mehr von Google gefunden, das ist vielleicht ein bisschen ungewohnt für euch. Aber das könnt ihr ganz sicher sehr leicht ausgleichen, indem ihr euch <em>endlich einmal</em> ein paar Gedanken darüber macht, wie ihr auf wirksame Weise die Leser an eure tollen Websites binden könnt, und zwar am besten so binden, dass ihr dabei auch ein Geschäft machen könnt. Das ist ja nicht so, dass ich oder irgendjemand anders euch euren Reibach nicht gönnen würde. So viel kann ich euch als jemand, der sich jetzt zweieinhalb Jahrzehnte lang mit dem Irrsinn der EDV herumgeschlagen hat, jedenfalls zu diesem Thema sagen: Mit einer nicht nachvollziehbaren Benutzerführung und künstlichen Schwierigkeiten beim Zugriff auf die von euch angebotenen Informationen werdet ihr es nicht schaffen, jemanden an euch zu binden. Auch aufdringliche Werbung gehört zu den Dingen, mit denen man Menschen eher vertreibt oder zu Gegenmaßnahmen greifen lässt. Und. Ihr werdet es übrigens auch nicht schaffen, wenn ihr eure Leser regelmäßig beschimpft. Aber schaut euch doch einfach mal selbst den Rest des Internet an, denn wird euch schon etwas einfallen.</p>
<p>Und wenn euch nichts einfällt, denn bestempelt einfach weiter tote Bäume, denn <em>das könnt ihr</em>. Und mit dem Fortschreiten einer Technik, die keine zentralisierten Produktionsmittel mehr benötigt, geht doch bitte einfach sterben! Ich brauche euren täglichen medialen <em>Mindfuck</em> mit neoliberaler Propaganda, die von euch abgeschriebenen und ohne die Spur ergänzender Recherche übernommenen Agenturmeldungen und die <em>dummdreiste Gutsherrenart eures Auftretens</em> jedenfalls nicht &#8212; und die Anzahl der Menschen, denen es in dieser Sache genau so geht wie mir, sie wird jeden Tag ein bisschen größer.</p>
<p>Und das liegt auch an euch und an dem lichtscheuen Gesindel, das für euch in die Kameras und Mikrofone flennt, schimpft und den staatlichen Grabsch in unser aller Taschen fordert, einfach nur deshalb, weil immer weniger Menschen dazu bereit sind, für euren mit Werbung, Schleichwerbung und Propaganda durchsetzten Strunz auch noch etwas zu bezahlen. Vor ein paar Jahrzehnten hätte ich euch nur gesagt: &#8220;Geht doch nach drüben, wenns euch hier nicht gefällt!&#8221; &#8212; vor allem den Leuten vom Springer-Verlag hätte ich <em>das</em> gern gesagt&#8230;  <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_mrgreen.gif' alt=':mrgreen:' class='wp-smiley' /> </p>
<p><em>Und, ihr Verleger, immer daran denken! Vor dem Aus-sterben kommt immer erst das An-sterben&#8230;</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Bitte lächeln]]></title>
<link>http://tamagothi.wordpress.com/2009/07/03/bitte-lacheln/</link>
<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 13:22:02 +0000</pubDate>
<dc:creator>Nachtwaechter</dc:creator>
<guid>http://tamagothi.wordpress.com/2009/07/03/bitte-lacheln/</guid>
<description><![CDATA[Die Forderung, in jeder noch so anstrengenden und schmerzhaften Situation mit aller Willenskraft ein]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Die Forderung, in jeder noch so anstrengenden und schmerzhaften Situation mit aller Willenskraft einen freundlichen und entspannt wirkenden Gesichtsausdruck zu zeigen, erging ursprünglich nur an die Prostituierten und die Artisten der Zirkusse und Varietés. Dort sollte und soll das <em>wie eine Maske aufgesetzte Lächeln</em> die Illusion einer Mühelosigkeit der täglich als harte und abstrakte Arbeit dargebotenen Leistung befördern, die sich in die gesamte Illusion solcher Etablissements einfügt. Doch zwei industrielle Bastardkinder jener heute im Flackerschein abstrakter Medien eher marginalisierten Etablissements, das <em>show business</em> zusammen mit der sich daran bindenden Contentindustrie und die <em>Werbewirtschaft</em>, trugen das unentwegte Lächeln immer mehr in den Alltag der Menschen und machten schließlich aus der aufgesetzten Maske der Jugend, Gesundheit, Kraft und Freude eine Forderung, die an alle Menschen ergeht. Jene, die für ein Passfoto, ein Foto in ihren Bewerbungsunterlagen &#8212; als ob es nicht reichte, dass der Bewerber <em>etwas kann</em>, nein, da muss er auch noch gut aussehen &#8212; oder als stets freundliche Verkäufer bei der Abarbeitung des Kundenaufkommens diese Maske aufsetzen, verbergen den objektiven Schmerz ihres Daseins hinter einem geforderten und geförderten Krampf ihrer Gesichtsmuskulatur.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[An Stelle eines Nachrufes]]></title>
<link>http://tamagothi.wordpress.com/2009/06/27/an-stelle-eines-nachrufes/</link>
<pubDate>Sat, 27 Jun 2009 14:55:53 +0000</pubDate>
<dc:creator>Nachtwaechter</dc:creator>
<guid>http://tamagothi.wordpress.com/2009/06/27/an-stelle-eines-nachrufes/</guid>
<description><![CDATA[Klei mi ann Mors! Ein breit niederdeutsch sprechender Obdachloser aus Seelze bei Hannover zu den ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><blockquote>
<p>Klei mi ann Mors!</p>
<p><em>Ein breit niederdeutsch sprechender Obdachloser aus Seelze bei Hannover zu den &#8220;Inhalten&#8221; der Nachrichtensendungen und Zeitungen. In feinerem Schriftdeutsch bedeutet dies ungefähr &#8220;Kratz mich am Hintern!&#8221;.</em></p>
</blockquote>
<p><strong>Betroffenheit</strong> &#8212; Wenn die Menschen um mich herum auch nur halb so betroffen davon wären, dass ihnen ganz persönlich ein so genanntes &#8220;Grundrecht&#8221; nach dem anderen entzogen wird und dass ihnen ihr Leben vergällt, geraubt und enteignet wird, während eine kleine Clique von Besitzenden und Mächtigen sich am geraubten Lohn ihres Schweißes mästet, wie sie über den Tod eines sich durch bloßes Hinschauen als recht künstlich erweisenden Produktes der Contentindustrie <em>betroffen fühlen gemacht werden</em>, denn wäre ich für die Zukunft dieser Gesellschaft sehr viel optimistischer. Die industriell erstellte Unterhaltung &#8212; auch in ihren scheinbar ernsteren Inhalten, auch in ihren Meldungen vom Tod eines so genannten stars, bei dem bestenfalls die Selbstverstümmelung und die Monstrosität der Fleischvermarktung astronomische Ausmaße angenommen haben &#8212; sie ist in ihrer <em>Abstopfung der Sinne und des Sinnes</em> nichts als Unten-Haltung. Für diesen Zweck spielt es keine besondere Rolle, ob man einen mit Drogen vollgepumpten und schwer kranken Musiker unter der <em>Marschmusik der Werbetrommeln</em> durch die gewaltigen Bühnen der Welt hetzt, oder ob man einen toten Körper ausweidet. Ja, Letzteres ist vielleicht sogar attraktiver fürs Geschäft. Die Leichenfledderei ist eröffnet; der &#8220;Markt&#8221; kann jetzt noch einmal überflutet werden mit bislang unveröffentlichten Studioaufnahmen, privaten Fotos, den <em>greatest hits</em> und anderen Schlägen.</p>
<p><strong>Modernität</strong> &#8212; In gewisser Weise war Michael Jackson ein sehr modernes Produkt der Contentindustrie, deshalb geriet er auch im Fortlaufen des Prozesses in relative Vergessenheit. Seine frühen Musikvideos waren beachtliche Werke, die mit hohem Aufwand eine künstliche, traumartige Welt an das kollektive Auge der Wachenden brachten, seine Bühnendarbietungen waren von der Perfektion des geldernsten <em>show business</em> geprägt. Niemand hat sich daran gestört, dass die Musik, die doch vorgeblich über diese Medien transportiert werden sollte, hinter der Darbietung zurücktrat. Selbst das <em>Vollplayback</em> stellte für keinen der Fans dieses <em>Sängers</em> ein Problem dar. Auch der Körper Michael Jacksons wurde völlig in den Dienst dieser vollumfassenden <em>show</em> gestellt und mit ärztlichen Mitteln von seinen natürlichen Beschaffenheiten wie der Hautfarbe oder der Form des Gesichtes &#8220;befreit&#8221;. Dass dabei alle afrikanischen Züge aus der <em>Marktware</em> des Körpers von Michael Jackson verschwanden, spiegelt &#8212; wie auch die typischen Rollen der Nachkommen ehemaliger zwangsversklavter Menschen aus Afrika in den Hollywood-Produktionen &#8212; den ebenfalls modernen Rassismus in den Vereinigten Staaten von Amerika wider. Und. Dass schließlich, nach Jahren der chirurgischen Umgestaltung des Körpers die Nase von Michael Jackson wegfaulte, ist ein trefflicher Spiegel dafür, wie <em>das alles</em> zum Himmel stinkt.</p>
<p><strong>Existenzfragen</strong> &#8212; Als jemand, der auch gern einmal eine entspannte Stunde in der Mülltonne des Internet wühlt, habe ich schon viel Absurdes gelesen. Zum Beispiel las ich, dass eine ganze Handvoll außerirdischer Zivilisationen regelmäßig die Erde besuchen, ohne dass sie irgendwelche physikalischen Spuren dieser Besuche zurücklassen; dass das Apollo-Programm der USA nicht stattfand, sondern in geheimen Studios auf der Area 51 gedreht wurde; oder auch, dass Adolf Hitler noch lebt und am Südpol darauf wartet, die Herrschaft über die Welt antreten zu können. Eine sehr naheliegende Spekulation habe ich hingegen nie gelesen, obwohl viel mehr dafür gesprochen hätte, und das ist die Spekulation, dass Michael Jackson gar nicht (mehr) existiert hat. Wie trefflich hätte sich auf der Grundlage dieser einen Spekulation alles erklären lassen! Das sich ständig verändernde Gesicht; die Wechsel in der Hautfarbe, die fühlbare Künstlichkeit aller Meldungen; die sonderbare Scheu und die Vorkehrungen bei öffentlichen Auftritten, die bis zum Tragen einer chirurgischen Gesichtsschutzes gingen; das Vollplayback zu den Darbietungen eines weniger zum Singen talentierten Balletttänzers, der unter dem blendgrellen Schutz der Scheinwerfer den Jacko macht &#8212; die hierzu erforderliche <em>Maske</em> hätte jeder modellieren können, der als Maskenbildner für <em>Horrorfilme</em> geübt ist. Die Vorstellung, dass alle diese Zeichen darauf hindeuteten, dass sich hinter ihnen keine existierende Person mehr befand, drängt sich geradezu auf. Und. Selbst, wenn man &#8212; wie ich &#8212; diesen paranoiden Schluss nicht ziehen mag, kann man sich durchaus die traurige Frage stellen, wie lange vor seinem Tod der <em>king of pop</em> schon zu leben aufgehört hat. Und. Diese Frage wird fast zwangsläufig von der Frage gefolgt, wann wohl das eigene Leben unter den Bedingungen der Verwirtschaftung aufgehört hat.</p>
<p><strong>Das Ende der Pop-Ikonen</strong> &#8212; So modern das Produkt Michael Jackson zu seiner Zeit auch gewesen sein mag, es spiegelt einen Zwischenstand im Prozess der Musikvermarktung durch die Contentindustrie wider. Der Prozess lief weiter, und er hat solche Produkte obsolet gemacht. Dort, wo man Profit daraus schlürft, &#8220;Musik&#8221; für den Massenmarkt zu erstellen, wurde längst begriffen, dass selbst eine vom Fraß des Marktes übrig gelassene Restpersönlichkeit eben noch eine Persönlichkeit ist und als solche Probleme bereiten kann, die eine Vermarktung behindern. Deshalb werden heute noch synthetischere Produkte auf den Markt gespien, Gestalten, für die man zielgruppengerecht eingängige Funktionsmusik komponieren lässt, mit der sie dann für ein paar Wochen oder einen Sommer lang mit aller Macht in die Rundfunkempfänger gepresst werden, auf dass es zu einem Geschäft komme. Das sich auf diesem Wege irgendwelche Menschen zu <em>fans</em> entwickeln, die eine abstrakte persönliche Beziehung zu diesen Gestalten aufbauen, ist dabei explizit unerwünscht. Gewünscht sind <em>austauschbare Nanoprominente</em> für den Augenblick, die ohne Schmerzen für das kleine Investment in ihrem künstlichen Ruhm wieder fallen gelassen werden können. Was den Menschen heute als Glimmerwelt des <em>show business</em> vor Augen gestellt wird, hat längst schon das volle Gepräge jedes anderen Wirtschaftens und erachtet seine Arbeiter (darin seid gewiss: Show ist harte Arbeit!) als Menschenmaterial, als austauschbare Batterie im industriellen Produktionsprozess. Dem entsprechend gering ist auch die Mühe, die zur Jetztzeit in der Vermarktung von Musik aufgewändet wird, sie spiegelt wider, dass es sich hierbei um ein Einwegprodukt handelt, das benutzt und anschließend weggeworfen wird. Wo die zu <em>Verbrauchern</em> degradierten Menschen sich dann aber billigerweise so verhalten, wie es dem billigen Produkte gegenüber angemessen ist, da ist das Klagen der Industrievertreter laut und jämmerlich und ihre Forderung nach einer staatlichen, schwer strafbewehrten Kriminalisierung natürlicher technischer Möglichkeiten unerträglich. Internet und Filesharing hin und her, ich habe keinen einzigen richtigen <em>fan</em> von Michael Jackson erlebt, der nicht eine vollständige Sammlung aller seiner Alben im Regal gehabt hätte &#8212; und wie schon gesagt, auch die jetzige totale Ausweidung des toten Jackos wird ein großes Geschäft werden, ganz genau so kalt und skrupellos wie die Ausweidung des lebenden Jackos&#8230;</p>
<p><em>Moin U., datt hätt je nit gedacht, datt ik di zitier, watt?!</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Schweinehochzeit Re Neunzig]]></title>
<link>http://tamagothi.wordpress.com/2009/06/14/schweinehochzeit-re-neunzig/</link>
<pubDate>Sun, 14 Jun 2009 01:17:06 +0000</pubDate>
<dc:creator>Nachtwaechter</dc:creator>
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<description><![CDATA[Ein Problem der Geschichtsbücher besteht darin, dass sie die Geschichte lehren. Denn diese. Ist die ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ein Problem der Geschichtsbücher besteht darin, dass sie die Geschichte lehren. Denn diese. Ist die <em>schriftlich</em> überlieferte Vergangenheit. (Sonst handelte es sich um Archäologie.) Doch während des größten Teiles der Vergangenheit unseres gegenwärtig wirksamen Kulturprozesses hinterließen nur die herrschende Klasse und ihre beflissenen <em>Speichellecker</em> aus dem Klerus und ihre sonstigen Schergen schriftliche Zeugnisse, während die Mehrzahl der Menschen nicht des Lesens und Schreibens kundig war. Was in der Sicht der Geschichtsbücher als die beschriebene Lebenswirklichkeit der Menschen aufscheint und von dort in das allzu unkritische Hirn des Lesenden und Beschulten gestempelt wird, ist lediglich die recht einseitige Sichtweise der Schreibenden und damit der Herrschenden. Wie hingegen die Herrschaft bei ihren Opfern, den oft willkürlich und gewaltsam Beherrschten, gefühlt wurde und das Leben prägte, ist im besten Falle in stark geschönter Form schriftlich aufgezeichnet und damit überliefert, um dem herrschaftlichen Narzissmus allzu derbe kognitive Dissonanzen bei seiner von &#8220;Gottes Gnaden&#8221; eingesetzten Selbstinszenierung zu ersparen. Tatsächlich ist es bis auf den heutigen Tag gar nicht so sehr anders geworden, denn was sich in Form der Presse und des Verlagswesens an schriftlicher Mitteilung mit der Rotationsmaschine, der Druckerpresse und industrieller Methodik massenhaft vermehren und in dieser Form vor das Auge der Massen stellen lässt, ist ebenfalls die Sichtweise einer von &#8220;Geldes Gnaden&#8221; eingesetzten, besitzenden und herrschenden Klasse und damit einer gesellschaftlichen Minderheit, deren Bild von der Wirklichkeit der Mehrzahl der Menschen arg verzerrt ist. In der jüngeren Zeit hat erst das Internet einen Raum geschaffen, der zu einer gewissen Demokratisierung der öffentlich zugänglichen Mitteilung führte &#8212; und damit sehr schnell Begehrlichkeiten nach einer Unterdrückung des Mitgeteilten bei den Besitzenden und Herrschenden erweckte. Eingang in spätere Geschichtsbücher werden diese Mitteilungen wohl nur in wenigen Ausnahmefällen finden, wenn überhaupt.</p>
<p>Aber was die Vergangenheit betrifft, ist die Situation nicht gänzlich verloren, gibt es doch Spuren der Lebenswirklichkeit breiterer Massen, die aber ebenfalls nur selten den Weg in Geschichtsbücher finden. Ganz genau so, wie die heutigen Versuche einer gesetzlichen Zensur des Internet die vor unser aller Augen erwachsene Bedeutung des Internet in die Zukunft widerspiegeln werden, sind vor allem willkürlich erscheinende, gesetzliche Verbote aus der Vergangenheit ein Spiegelbild der Lebenswirklichkeit der Mehrheit der Menschen in jener Zeit. Zum Beispiel wurde in der Stadt Bern im Jahre 1367 das Kartenspielen vollständig verboten; dieses nicht, ohne dass dabei in zeittypisch frömmelnder Form ein Stock Spielkarten als &#8220;Gebetbuch des Teufels&#8221; gebrandmarkt wurde. Und das legt ein deutliches Zeugnis davon ab, wie bedeutsam die allgemeine Entspannung im Kartenspiele für viele Menschen im 14. Jahrhundert war. Kein Zufall ist es, dass die Bilder des Kartenspieles ein Abbild des Hofstaates waren und bis heute geblieben sind. Das Spielen mit diesen sonst so unantastbaren Symbolen der Herrschaft und damit der als tägliche Unterdrückung fühlbaren <em>Gewalt</em> &#8212; sicherlich auch in den damaligen Wirtshäusern unter Verwendung einer oft sehr derben Sprache &#8212; verschaffte den in Wirklichkeit wohl eher mit Zwang geknuteten &#8220;Untertanen&#8221; ein gewisses Maß subjektiv wirksamer Erleichterung, die als psychische Aushöhlung der Herrschaft einer Minderheit über die Mehrzahl der Menschen nicht geduldet werden sollte und deshalb kriminalisiert und verteufelt wurde.</p>
<p>Ein solcher Hauch des anarchistisch Unanständigen, die Herrschaft Verspottenden und Ablehnenden in der Dynamik eines Kartenspieles lässt sich bis heute erleben, wenn man nur einer Runde Doppelkopf lauscht. Da meldet der eine seine &#8220;Schweinehochzeit&#8221; an, während ein anderer Spieler beim Ausspielen seines zweiten Karo Königs breit grinsend &#8220;genschert&#8221; und sich &#8212; obwohl die &#8220;Hochzeit&#8221; mit den beiden &#8220;Alten&#8221; (Kreuz Damen) schlicht den &#8220;ersten Fremden&#8221; genommen hat &#8212; einfach seinen Spielpartner für diese Partie aussucht. <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Im Zeitalter des <em>industrialisierten Mordens</em> hat die herrschaftliche Gewalt freilich ein anderes Gepräge bekommen, und die BR Deutschland ist ein weltweit bedeutsamer Exporteur von Kriegswaffen. Und. Die mit Geld vollgesogene und reichlichem Einfluss ausgestattete Industrie, die diese Mordgeräte herstellt, wird von den <em>Darstellern der staatlichen Macht</em> umhätschelt und begünstigt. Ist es da ein Wunder, wenn die realitätsnahe, spielerische Aufbereitung bewaffneter Kampfhandlungen am Computer als &#8220;Killerspiele&#8221; verteufelt wird und mit Verboten kriminalisiert werden soll, während das <em>Mordsgeschäft</em> weiterläuft und die Bundeswehrmacht schon an den Schulen um &#8220;Menschenmaterial&#8221; werben soll?</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[My (lost) Heimat]]></title>
<link>http://tamagothi.wordpress.com/2009/06/01/my-lost-heimat/</link>
<pubDate>Mon, 01 Jun 2009 02:12:49 +0000</pubDate>
<dc:creator>Nachtwaechter</dc:creator>
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<description><![CDATA[Die moderne Zeit mit ihren ganz besonderen Anforderungen an die &#8220;Flexibilität&#8221; und ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Die moderne Zeit mit ihren ganz besonderen Anforderungen an die &#8220;Flexibilität&#8221; und &#8220;Virtualität&#8221; der Menschen ist ja voll des Schwachsinns. Ein etwas älterer, in Zeiten des Web Zwo Null aber wieder <em>etwas</em> aus der Mode gekommener  Schwachsinn ist zum Beispiel das Voranstellen des englischen Possessivpronomens &#8220;my&#8221; vor einem beliebigen Dienst im Internet. Bevor es &#8220;MySpace&#8221; gab, erfreute etwa &#8220;My Yahoo&#8221; mit dieser sprachlichen Konstruktion. Dieses undeutsche Wort bedeutet in erster Linie, dass man kein wirkliches Eigentum mehr an den Dingen hat, die man unter diesem <em>My Banner</em> auf die Website anderer Leute gestellt hat &#8212; und so mancher dieser Internet-Anbieter ist inzwischen schon mit allen seinen angebotenen <em>My Diensten</em> verschwunden, offenbar, weil nicht genügend von <em>My Money</em> bekommen hat, um damit ein langfristig tragfähiges Geschäft zu haben.</p>
<p>Auf diesem Hintergrund ist der auf der Titelseite präsentierte, sprachliche Griff ins Klo, mit dem die hannöversche Umsonst-Zeitung &#8220;Hannover am Sonntag&#8221; ihre Leser zum Pfingstwochenende kopfschütteln machte&#8230;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1834" title="my heimat - Lokales Bürgerportal" src="http://tamagothi.wordpress.com/files/2009/06/myheimat.jpg" alt="my heimat - Lokales Bürgerportal" width="387" height="545" /></p>
<p>&#8230;durchaus eine gelungene Realsatire auf die Heimatlosigkeit der städtischen Nomaden. Wenn es. Wohl auch eigentlich eine (natürlich nicht als solche gekennzeichnete) Werbung für ein weiteres, mutmaßlich überflüssiges Internet-Angebot sein sollte, das mit der kostenlos gegebenen Tätigkeit der Menschen &#8212; Originaltext aus dem Artikel: &#8220;Jeder kann mitmachen&#8221; &#8212; Profit über massenhaft eingeblendete Reklame zu schlürfen versucht. Ganz so, als ob das gewöhnliche Bloggen an anderer Stelle nicht einfach und ausgereift genug wäre. Und denn findet sich in den <a title="Die hier!" href="http://www.myheimat.de/agb/">AGB</a> auch noch der tiefere Grund, warum unter den &#8220;Partnern&#8221; dieses tollen Projektes (unter anderem) die ganzen Publikationen des hannöverschen Madsack-Verlages zu finden sind, denn am normalen Bloggen stört die Zeitungsmacher doch ein bisschen das Urheberrecht [<em>Die Hervorhebung im Zitat ist von mir</em>]:</p>
<blockquote><p>Der Nutzer gewährt MYHEIMAT mit dem Einstellen von Inhalten, wie z.B. Beiträgen, Texten, Bildern und Videos ein räumlich und <strong>zeitlich unbeschränktes</strong>, jedoch nicht exklusives <strong>Nutzungsrecht</strong> an den jeweiligen Inhalten. MYHEIMAT ist unter Wahrung des Urheberpersönlichkeitsrechts und des Persönlichkeitsrechts des Nutzers berechtigt, die eingestellten Inhalte für eigene Zwecke zu nutzen, zu vervielfältigen, zu verbreiten, drahtgebunden oder drahtlos auf Abruf zur Verfügung zu stellen (Online-, Zugriffs-, und Übertragungsrecht), zu archivieren und in Datenbanken aufzunehmen, sowie in <strong>Printmedien aller Art</strong> (insbesondere <strong>Zeitungen und Zeitschriften</strong>) zu nutzen. Zur Bearbeitung der von Nutzern bereitgestellten Inhalte ist MYHEIMAT nur insoweit berechtigt, als dies zur grafischen Darstellung, aus redaktionellen Gründen und/oder zur Verbindung mit anderen Werken erforderlich ist.</p></blockquote>
<p>Kurz: Wenn man schon keine Heimat mehr hat, so dass man dieses &#8220;my heimat&#8221; im Internet braucht, denn kann man sich auch gleich sein komplettes Schreiben, Fotografieren, Filmen und was immer sich da noch auf anderer Leute Bereicherungsmaschine stellen lässt, mal eben zeitlich unbegrenzt denen übergeben, die es als billigen Content in diversen journalistischen Produkten verwursten wollen. Klar, dass so ein Konzept einer Journaille gefällt, die sich zum Partner eines solchen Bestrebens macht. Aber ob da so ein toller Content entsteht, wenn jeder einigermaßen vernunftbegabte Mensch einen Bogen um diese <em>Ausbeutung 2.0</em> macht, das wird sich wohl noch im Verlaufe der kommenden Wirtschaftskrisen zeigen &#8212; wenn nämlich aus den feuchten Vermarktungsträumen nichts geworden ist und ein Insolvenzverwalter sich um die Reste einer verachtenswerten Geschäftsidee eines lichtscheuen Gesindels kümmert.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[AFP: Keine Phisher]]></title>
<link>http://proll.wordpress.com/2009/05/28/afp-keine-phisher/</link>
<pubDate>Thu, 28 May 2009 15:52:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>124c41</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wahr ist, dass die Fließband-Nachrichten-Formulierer(innen) von AFP gerade Angst und Schrecken in de]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>Wahr ist</strong>, dass die Fließband-Nachrichten-Formulierer(innen) von AFP gerade Angst und Schrecken in der deutschen Bloggosphäre verbreiten, indem sie solche Meldungen <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/medien/1774304_Textdiebe-Gegen-die-Kopier-Mentalitaet.html">in die Journaille drucken lassen</a>: &#8220;[...] <em>Die Nachrichtenagentur AFP geht in Deutschland massiv gegen Tausende von Text-Dieben vor. Mehr als 10.000 Verstöße gegen das Urheberrecht hat AFP mit Hilfe einer Spezial-Software ermittelt &#8211; jetzt droht Sitebetreibern, Bloggern und sogar AFP-Kunden Ungemach</em>[...]&#8220;</p>
<p><strong>Unwahr ist hingegen</strong>, dass morgen schon ein ganzes Anwaltsbüro bei AFP mit einer Hand am Abmahungsdrucker und der anderen Hand an Google arbeiten wird, um den Suchbegriff &#8220;<em>Die Nachrichtenagentur AFP geht in Deutschland massiv gegen Tausende von Text-Dieben vor. Mehr als 10.000 Verstöße gegen das Urheberrecht hat AFP mit Hilfe einer Spezial-Software ermittelt &#8211; jetzt droht Sitebetreibern, Bloggern und sogar AFP-Kunden Ungemach</em>&#8221; in deutschen Blogs wiederzufinden.</p>
<p>[<a href="http://www.dieweltistscheisse.de/2009/05/28/verbreitet-afp-angst-und-schrecken/">mehr</a>]</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Auswärtiges Denken (47)]]></title>
<link>http://tamagothi.wordpress.com/2009/05/25/auswartiges-denken-47/</link>
<pubDate>Mon, 25 May 2009 00:52:20 +0000</pubDate>
<dc:creator>Nachtwaechter</dc:creator>
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<description><![CDATA[In einem größeren Neonazi-Forum wurde das schon mit dem Hinweis gefeiert, deshalb dürften in Deutsch]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><blockquote>
<p><img alt="ProSieben TEXT - TED-Frage - Neuer Bundespräsident wird gewählt - Wer ist der beste Kandidat? - H. Köhler 27,1% - G. Schwan 15,2% - P. Sodann 2,2% - F. Rennicke 55,5%" height="288" hspace="4" src="http://tamagothi.files.wordpress.com/2009/05/pro7-videotext.jpg?w=400&#038;h=288" vspace="4" width="400" /></p>
<p>In einem größeren Neonazi-Forum wurde das schon mit dem Hinweis gefeiert, deshalb dürften in Deutschland Staatsobehäupter „nicht mehr” vom Volk gewählt werden, weil sich der Souverän sonst so entscheiden könnte, aber vermutlich glauben sie das selber nicht. In Wahrheit zeigt die Abstimmung wohl eher, was für Leute eigentlich doof genug sind, Geld dafür auszugeben, an diesem Umfragequatsch teilzunehmen.</p>
</blockquote>
<p><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/npd-kandidaten-totschweigen/" title="Unbedingt den ganzen Text lesen!">Stefan Niggemeyer</a>. Großartig!</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Du bist der Bedrohte]]></title>
<link>http://wwwut.wordpress.com/2009/05/23/du-bist-der-bedrohte/</link>
<pubDate>Sat, 23 May 2009 01:52:55 +0000</pubDate>
<dc:creator>124c41</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wichtiger Nachtrag [Quelle]: Heute hat sich im Netz eine Diskussion um die Website www.DubistTerrori]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>Wichtiger Nachtrag</strong> [<a href="http://alexanderlehmann.blogspot.com/2009/05/drohende-klage.html">Quelle</a>]:</p>
<blockquote><p>Heute hat sich im Netz eine Diskussion um die Website www.DubistTerrorist.de entwickelt, die im wesentlichen auf Missverständnissen beruhte. Michael Trautmann, Geschäftsführer von kempertrautmann, und Alexander Lehmann, Initiator der Seite www.DubistTerrorist.de haben miteinander telefoniert und die Angelegenheit gütlich geklärt. Das Ergebnis: “Du bist Deutschland” wird nicht gegen Nutzung der Domain www.DubistTerrorist.de vorgehen. Adaptionen und Satiren der Kampagne hat es immer gegeben, und die Verwendung von &#8220;Du bist&#8230;&#8221; ist allgemein auch nicht geschützt.</p>
<p>Anders steht es um die Persönlichkeitsrechte der Kinder, die auf den Motiven der Kampagne &#8220;Du bist Deutschland&#8221; abgebildet sind. Sie gilt es im Rahmen der Fürsorgepflicht zu schützen; die Eltern der Kinder haben der Nutzung auch nur im Rahmen der Kampagne zugestimmt. Alexander Lehmann versprach daher, die Kinderbilder der Kampagne kurzfristig von seiner Website zu entfernen. um die Persönlichkeitrechte der Kinder zu wahren.</p>
<p>Inhalte von www.DubistTerrorist.de wurden im Telefonat nicht thematisiert, &#8221; Du bist Deutschland&#8221; bezieht hierzu keine Stellung.</p></blockquote>
<p>Der folgende, gereizte Eintrag bleibt hier aus Archivgründen unverändert erhalten:</p>
<p>Du bist Deutschland. Du hat die Beglückungsideen der Werber, der neoliberalen Volksverblöder und der p&#8217;litischen Kaste kritiklos und dankbar hinzunehmen. Denn dein Schweigen kann einen Volkssturm auslösen. Du bist der schweigende Schmetterling, der den Sturm auslöst. Du bist der Baum, der umgerissen und entwurzelt wird. Und du bist das Blatt, das zu Boden fällt und sich dort braun färbt. Du denkst, wie du sollst: positiv, also gar nicht. Denn du weißt, dass aus deinem Schweigen ein ganzer Chor wird, der die immer gleichen Lügen brüllt. Warum schwenkst du Fahnen? Weil du genau weißt, dass du in dieser Scheiße keine eigene Persönlichkeit mehr zu haben hast, dass aus deiner Namenlosigkeit eine ganze feige Armee wird, die bereit ist, ihre Stiefel im Schnee zu proben. Du bist Deutschland. Du bist die ganze Scheiße in Deutschland.</p>
<p>Und wenn du das alles anders siehst, nicht mitmachen willst und das auch noch <a href="http://www.dubistterrorist.de/">im Internet mitteilst</a>, wenn du ausgerechnet am <em>Geburtstag des Grundgesetzes der BRD</em> an so eine unverbindliche Prosa wie die so genannten &#8220;Grundrechte&#8221; glaubst, <a href="http://netzpolitik.org/2009/du-wirst-abgemahnt-de/">denn wirst du eben abgemahnt</a>.</p>
<blockquote><p>Lehmann wird aufgefordert, jegliche Bezüge zur “du bist deutschland” &#8211; Kampagne zu entfernen und die Adresse dubistterrorist.de nicht mehr zu verwenden. Er hat drei Tage Zeit, alles wie gewünscht zu entfernen. Als Begründung wird das Markenrecht an “Du bist Deutschland” genannt.</p></blockquote>
<p>Eine Zensur findet nicht statt, solange keine unerwünschte Äußerung stattfindet. Du wirst deutschland gemacht, du hast Deutschland zu sein. Du bist mundtot, Deutschland.</p>
<p>Und dir ist manchmal echt nur noch zum Kotzen zumute.</p>
<p><em>Übrigens</em>: Dass diese sich so staatstragend gebenden Schurken der professionellen Lügenagentur &#8212; was ist Reklame anderes als mit psychologischer Perfidie vorgebrachte Lüge? &#8212; KemperTrautmann (nur echt mit der Binnenmajuskel) auch die Aufgabe der Domain &#8220;DuBistTerrorist&#8221; fordern, weil das ihr Markenrecht an &#8220;Du bist Deutschland&#8221; verletzte, spiegelt sehr deutlich wieder, was für ein Bild diese Halunken von &#8220;Deutschland&#8221; haben, nämlich eines, das man mit &#8220;Terrorismus&#8221; verwechseln kann. Das ist doch das schönste Geschenk, das dem Grundgesetz zu seinem Geburtstag gemacht werden konnte. Allerdings: In einem Deutschland, in dem solche Typen mit ihrem Geld andere Menschen einschüchtern können, um ihre einseitigen Interessen durchzusetzen, in einem solchen Deutschland kann man den Staat schon einmal mit Terrorismus verwechseln.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Die Comedians]]></title>
<link>http://tamagothi.wordpress.com/2009/05/06/die-comedians/</link>
<pubDate>Wed, 06 May 2009 18:30:21 +0000</pubDate>
<dc:creator>Nachtwaechter</dc:creator>
<guid>http://tamagothi.wordpress.com/2009/05/06/die-comedians/</guid>
<description><![CDATA[Was ist der Unterschied zwischen einem Blog und einer Pizza? Die Pizza kann eine Familie ernähren. D]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em>Was ist der Unterschied zwischen einem Blog und einer Pizza?<br />
Die Pizza kann eine Familie ernähren.</em></p>
<p>Das heutige deutsche Wort &#8220;Witz&#8221; stammt vom althochdeutschen Worte &#8220;wizzan&#8221; ab, das einen ungefähren Bedeutungskreis von &#8220;Wissen&#8221; (die Nähe ist noch im heutigen deutschen Wort sichtbar) und &#8220;Beobachten&#8221; (vergleiche das englische Wort &#8220;witness&#8221;) abdeckte. Erst in relativ junger Zeit, in den letzten 200 Jahren, wandelte sich diese Bedeutung, verschob sich von einem Begriff für den wachen und bewussten Geist hin zur Sammelbezeichnung kurzen Ulks, zotiger Bespaßung und verachtungsvoller Geschichtchen von Blondinen, Juden, Schwulen und Mantafahrern. Die so genannten &#8220;Comedians&#8221;, die als <em>immergecke Frontfressen</em> einer mit industrieller Methodik und hohem Aufwand arbeitsteilig betriebenen Spaßproduktion längst menschliche Abziehbilder, aufgestempelte Warenzeichen einer am Fließband erstellten Unterhaltung und Untenhaltung des wachen Geistes geworden sind, sie bilden schon den tief gelegten Endpunkt der Enthirnung, die vor zwei Jahrhunderten im Bedeutungswandel eines Wortes ihre Schatten voraus warf &#8212; und ihnen hinab in die Devolution folgen die vielen Zeitgenossen, die sich jeden Tag von diesen medialen Produkten zurechtstanzen lassen und im kalten Alltag versuchen, auf gleiche Weise &#8220;witzig&#8221; zu sein.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Vom Interesse]]></title>
<link>http://tamagothi.wordpress.com/2009/04/21/vom-interesse/</link>
<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 16:03:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>124c41</dc:creator>
<guid>http://tamagothi.wordpress.com/2009/04/21/vom-interesse/</guid>
<description><![CDATA[Was den Dummkopf von einem denkenden, reflektieren und fühlenden Menschen unterscheidet, ist vor all]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Was den Dummkopf von einem denkenden, reflektieren und fühlenden Menschen unterscheidet, ist vor allem die Ausrichtung seines Interesses. Der Dummkopf ist fasziniert vom Grellen, Ungewöhnlichen, Aufwühlenden und kann diesem mühelos seine ganze Aufmerksamkeit zuwenden und sich allein deshalb schon für &#8220;informiert&#8221; halten &#8212; und eine ganze Contentindustrie steht bereit, um diesen happsenden Hunger der Augen und Ohren täglich neu mit recht künstlichen Produkten abzustopfen. Anders hingegen der Denkende, Reflektierende, Fühlende: Er ist fasziniert vom Gewöhnlichen, Alltäglichen, allzu Vertrauten und deshalb sensibel für die ebenfalls sehr gewöhnliche Stumpfheit der Wahrnehmung gegenüber diesen Erscheinungen, die leicht jede tiefere Einsicht in die Zusammenhänge verhindert, wenn ihr nachgegeben wird.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Blackout Europe]]></title>
<link>http://wwwut.wordpress.com/2009/04/21/blackout-europe/</link>
<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 13:56:37 +0000</pubDate>
<dc:creator>124c41</dc:creator>
<guid>http://wwwut.wordpress.com/2009/04/21/blackout-europe/</guid>
<description><![CDATA[Der folgende Text ist nicht mein eigenes Werk und nicht meine eigene Meinung, sondern eine Übersetzu]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em><img class="alignright size-full wp-image-842" title="Blackout Europe" src="http://wwwut.wordpress.com/files/2009/04/blackout-eu-150-1.jpg" alt="Blackout Europe" width="150" height="150" />Der folgende Text ist nicht mein eigenes Werk und nicht meine eigene Meinung, sondern eine Übersetzung des <a href="http://www.blackouteurope.eu/act/why-act.html">englischsprachigen Hinweistextes der Website &#8220;Blackout Europe&#8221;</a>. (Meiner Meinung nach ist das Internet nicht in erster Linie eine wirtschaftliche Chance, sondern eine kulturelle, da es durch die kostengünstige Verteilung von Werken aller Art der wirtschaftlichen Ausbeutung allen Kulturstrebens durch das Verlagswesen entgegentritt.)<br />
</em></p>
<p><em>Ich habe diese schnelle (und vielleicht etwas schlampige) Übersetzung angefertigt, weil ich mich darüber aufgeregt habe, dass sogar die paar Millionen Sprecher der norwegischen Sprache einen unter sich gefunden haben, der die Menschen in Norwegen in ihrer Muttersprache informieren wollte und den Text übersetzte, während sich unter den 100 Millionen Sprechern der Deutschen Sprache </em><em>keiner fand. Kein Wunder, dass es in der BRD den Bach runter geht, bei diesen &#8220;Bürgern&#8221;!</em></p>
<p><em>&#8220;Was reg ich mich auf&#8221;, sagte ich mir da, &#8220;eine kleine Übersetzung ist schnell gemacht&#8221;. Wer es besser kann, fühle sich frei darin, diese Übertragung zu kritisieren und zu korrigieren &#8212; ich habe wenig Wert auf Wörtlichkeit und viel Wert auf deutschen Sprachfluss gelegt. Im Kritisieren des Widerstandes sind die Menschen in der BRD immer ganz groß, im Handeln aber ganz klein. Ich habe diese Übersetzung nicht mehrfach gelesen und an meinem ersten Entwurf keinerlei Korrektur vorgenommen. Wer es besser kann, verstehe das als Einladung!</em></p>
<p><em>So, genug der Vorrede, hier der Text:</em></p>
<p><strong>Das Telekommunikationspaket ist eine Bedrohung für das Freie Internet.</strong></p>
<p><strong>Blackout Europe</strong></p>
<p>Es ist eilig. Die Abstimmung im EU-Parlament endet im März 2009! [<em>Meine Anmerkung: <a href="http://blog.fefe.de/?ts=b713fd69">Mai 2009</a></em>]</p>
<p><strong>Erlaubt es dem EU-Parlament nicht, das Internet einzusperren! Es wird kein Zurück geben. Handelt jetzt!</strong></p>
<p>Der Zugriff auf das Internet ist bedingungslos.</p>
<p>Jeder Mensch, der eine Website betreibt ist daran interessiert, die freie Benutzung des Internet zu verteidigen. Das gleiche gilt für jeden Menschen, der Google oder Skype benutzt; oder für jeden, der seiner Meinung freien Ausdruck verschafft; für jeden, der irgendeine Recherche betreibt, sei es wegen persönlicher gesundheitlicher Probleme oder für akademische Studien; für jeden, der online einkauft; für jeden, der sich online verabredet, für jeden, der Musik hört; für jeden, der über das Internet an Gemeinschaften Teil hat; für jeden, der Musik hört; für jeden, der Videos schaut&#8230;</p>
<p>Wir glauben an das freie Internet. Du auch?</p>
<p>Das Internet, wie wir es heute kennen, ist bedroht durch die vorgeschlagenen EU-Regelungen, die Ende April durchgewunken werden. Diese vorgeschlagenen neuen Regelungen erlauben es den Breitband-Providern, die Anzahl der Websites zu beschränken, die du betrachten kannst und zu entscheiden, welche Dienste du nutzen darfst oder nicht. Verkleidet wird dies als eine &#8220;Wahlmöglichkeit für Verbraucher&#8221;, als etwas, woraus man wählen kann. Den Leuten wird so etwas wie ein fernsehähnliches Paket [<em>als "das Internet", meine Anmerkung</em>] angeboten &#8212; mit einer sehr beschränkten Anzahl von Zugriffsmöglichkeiten.</p>
<p>Das bedeutet, dass das Internet eingepackt wird, dass deine Möglichkeiten, auf Inhalte zuzugreifen und selbst Inhalte in das Internet zu stellen, ernsthaft beschränkt werden können. Es bedeutet so gut wie sicher eine Ende des freien Teilens von Inhalten aller Art. Es wird dazu kommen, dass die Zugriffsmöglichkeiten auf das Internet in einer Weise beschränkt werden, die nichts mehr mit dem zu tun hat, wie wir das Internet derzeit nutzen. Der Grund hierfür liegt darin, dass das Internet derzeit noch den Austausch zwischen Menschen ermöglicht, ohne dass dieser Austausch von irgendeinem Mittler kontrolliert werden kann (etwa einem Staat oder einem Unternehmen). Gerade dieses Eigenschaft des Internet hat das bürgerliche Leben verbessert, aber die Industrie dazu gezwungen, Macht und Möglichkeiten zur Steuerung aufzugeben. Das ist der Grund warum Vertreter der Industrie jetzt Regierungen dazu nötigen, diese Änderungen zu erwirken.</p>
<p>Der vorgebliche Grund ist die Kontrolle über den Strom von Musik, Filmen und Unterhaltungsproduktionen entgegen einer behaupteten Piraterie des freien Herunterladens über P2P-Netzwerke. Dennoch: Die wirklichen Opfer dieses Planes werden alle Internet-Nutzer sein, und jeder, der demokratischen und unabhängigen Zugang zu Informationen, Kultur und Gütern wünscht.</p>
<p>Denk darüber nach, wie du das Internet nutzt! Was würde es für dich bedeuten, wenn dir der freie Zugang zum Internet genommen würde?</p>
<p>Derzeit ist das Internet ein Raum des Lebens und der Freiheit. Ein Raum, in dem eingekauft werden kann, in dem Theaterkarten reserviert werden, ein Raum für Feiertage, Lernen, Jobsuche, Kontoführung und Handel. Daneben ist es ein Raum für viele vergnüglichere Betätigungen, für Bekanntschaften, Chatten, Einladungen, Musik, Unterhaltung, Witze und selbst für ein &#8220;second life&#8221;. Es ist ein Hilfsmittel, mit dem wir uns Ausdruck verschaffen können, mit dem wir zusammenkommen, das uns hilft, Neues zu schaffen, zu teilen, neue Geschäftsideen zu fördern, neue Märkte zu erreichen &#8211; ein Raum des Gedeihens.</p>
<p>Es ist das Wirtschaftssystem. Dummerweise.</p>
<p>Millionen Europäer müssen sich mittlerweile direkt oder indirekt für ihren Lebensunterhalt auf das Internet verlassen. Es einfach wegnehmen, aufspalten, &#8216;drosseln&#8217;, &#8216;begrenzen&#8217; und Bedingungen für die Verwendung des Internet zu schaffen, wird einen direkten Einfluss auf das Einkommen von Menschen haben. Im gegenwärtigen Finanzklima kann das keine gute Sache sein.</p>
<p>Wenn dein Geschäft vom Internet abhängig ist, denn musst du jetzt handeln! Denk nur mal nach: Was ist deine Internetadresse? Wenn Leute nicht gerade diese Adresse in ihrem &#8220;Paket&#8221; regulärer Websites haben, denn werden sie keine Möglichkeit haben, dich zu finden. Das bedeutet, dass sie nicht kaufen, nicht buchen, sich nicht registrieren können; sie können dich nicht einmal online betrachten. In deinem Wirtschaften wirst du nicht mehr die Möglichkeit haben, Nischen-Lieferanten für Güter zu finden und Preise zu vergleichen. Wenn du Geld über Werbung auf deiner Website bekommst, wird diese Einkunft abnehmen. Sicher, Amazon und ein paar andere ausgewählte Anbieter werden verfügbar bleiben, werden in diesem Paket die Auserwählten sein. Aber deine Werbung auf Google oder irgendeiner anderen Website wird zunehmend wertlos. Skype kann blockiert werden. In Deutschland ist es bereits blockiert. Kleine Unternehmen können buchstäblich verschwinden, vor allem spezialisierte Nischenunternehmen oder kunstgewerbliche Betriebe.</p>
<p>Dies geschieht, weil große Medienkonzerne gegen das Internet kämpfen und nun zurückschlagen! Sie haben die Auffassung, dass sie die Zeit zurückstellen können, hin zu einer Ära der Massenunterhaltung und der großen Werbeeinkünfte, wenn sie den Zugriff auf das Internet einschränken. Die Welt wird wieder zu einem Ort lokaler Gemeinschaften werden, nicht länger ein global verbundener Markt, auf dem nicht nur reiche, multinationale Konzerne ihre Chance haben.</p>
<p>Wenn wir jetzt nicht irgendetwas tun, können wir die Möglichkeit zur freien und offenen Benutzung des Internet verlieren. Unsere Freiheit (in der Wahl der Informationen, des Marktes, der Kultur, des Genusses) wird beschnitten.</p>
<p>Die Vorschläge der EU beinhalten ein gewaltiges Risiko für unsere Zukunft. Sie sind im Begriff, Recht zu werden &#8212; und es wird nahezu unmöglich sein, diesen Prozess umzukehren. Menschen (selbst die Mitglieder des europäischen Parlamentes, die darüber abstimmen) scheinen die Folgen nicht im vollem Umfang zu verstehen &#8212; was daran liegen mag, dass es eine komplexere, schwer verständliche Materie ist &#8212; und die juristischen Änderungen werden eingehüllt in etwas, das &#8220;Telekommunikationspaket&#8221; genannt wird, damit die Menschen eingelullt werden und denken, dass es lediglich um die [<em>Meine Anmerkung: Telekommunikations-</em>] Industrie geht.</p>
<p>Nichtsdestrotrotz, wohlverborgen von der öffentlichen Aufmerksamkeit geht es in Wirklichkeit darum, wie das Internet zukünftig betrieben wird! Der Text, der deine Rechte ausdrückt, auf Inhalte, Dienste und Anwendungen zugreifen und solche verteilen zu können, wird durchgestrichen. Und der Text der aufgenommen wird, besagt, dass Breitbandanbieter dich über alle Limitierungen oder Einschränkungen deines Breitbandanschlusses informieren müssen. Andere Versionen verwenden das Wort von den &#8220;Vertragsbedingungen&#8221; &#8212; und es wird ernsthaft angenommen, dass dir die Nutzungsbedingungen für deinen Internetzugang erklärt werden. Es wird so formuliert, um gut zu klingen, es verkleidet sich als &#8220;Transparenz&#8221;, aber es meint natürlich, dass dein Breitbandprovider das juristisch abgesicherte Recht hat, deinen Zugriff einzuschränken oder an Bedingungen zu knüpfen. Warum sonst sollten er dir irgend etwas erzählen müssen? Wenn die Zusatzanträge zum Telekommunikationspaket bei der Abstimmung aufgenommen und zu gültigem Recht gemacht werden, denn werden diese Änderungen nicht mehr umkehrbar sein.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Auswärtiges Denken (45)]]></title>
<link>http://tamagothi.wordpress.com/2009/04/18/auswartiges-denken-45/</link>
<pubDate>Sat, 18 Apr 2009 20:58:21 +0000</pubDate>
<dc:creator>Nachtwaechter</dc:creator>
<guid>http://tamagothi.wordpress.com/2009/04/18/auswartiges-denken-45/</guid>
<description><![CDATA[Wahlkämpfe, die zu personality shows denaturiert sind, sollen die mageren Brosamen für die Menschen ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><blockquote>
<p>Wahlkämpfe, die zu personality shows denaturiert sind, sollen die mageren Brosamen für die Menschen ihrer Länder verdecken &#8212; auch hier unterstützt von einer Informationsindustrie, die sich immer mehr als Propagandamaschinerie herausstellt.</p>
</blockquote>
<p><a href="http://www.deutschland-debatte.de/2009/04/18/hintergruende-der-weltfinanzkrise/" title="Hier gibt es mehr!">Deutschland-Debatte</a></p>
</div>]]></content:encoded>
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