<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><!-- generator="wordpress.com" -->
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	>

<channel>
	<title>die-zeit-die-ublichen-verdachtigen &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/die-zeit-die-ublichen-verdachtigen/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "die-zeit-die-ublichen-verdachtigen"</description>
	<pubDate>Mon, 28 Dec 2009 18:11:00 +0000</pubDate>

	<generator>http://en.wordpress.com/tags/</generator>
	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Die nächste Runde: Die Zeit vs. Israel]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/11/26/die-nachste-runde-die-zeit-vs-israel/</link>
<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 09:42:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/11/26/die-nachste-runde-die-zeit-vs-israel/</guid>
<description><![CDATA[Des deutschen Außenministers erster Besuch im Nahen Osten ist Anlass für die ZEIT, einmal mehr einen]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Des deutschen Außenministers <a href="http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/11/24/mission-accomplished/">erster Besuch im Nahen Osten</a> ist Anlass für die <em>ZEIT</em>, <a href="http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/10/10/unverbruchliche-solidaritat-mit-israel/">einmal mehr</a> einen ihrer Autoren standesgemäß auf der Titelseite über die deutsch-israelische „Freundschaft“ schwadronieren zu lassen. Dieses Mal fällt die Ehre Michael Thumann zu, seines Zeichens als <a href="http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/06/02/was-obama-in-kairo-hoffentlich-nicht-sagen-wird/">Freund islamischer Autokratien und moralischer Relativist</a> wohlbekannt.</p>
<p>Schon in der <a href="http://www.zeit.de/2009/49/01-Deutschland-Israel">Unterüberschrift</a> von Thumanns Kommentar wird dabei gute alte deutsche Hausmannskost feilgeboten:</p>
<blockquote><p>Israels Sicherheit ist Teil der deutschen Staatsräson. Aber Freundschaft muss auch Widerspruch ertragen können.</p></blockquote>
<p>Das liest sich nicht nur so, als sei das Hirn mit Sauerkraut verstopft und die Gedanken durch die Gulaschkanone geschossen worden, sondern ist auch genau so gemeint.</p>
<p>Ausgangspunkt stellt Thumanns – bereits überaus gewagte – These einer „bemerkenswerten Nähe“ zwischen Deutschland und Israel dar, „die Deutschland sonst nur mit Ländern wie Frankreich und wenigen anderen Länern teilt“. Die wichtigste Frage sei nun, so Thuman, was sich denn aus der „deutschen Staatsräson“, diesem unermüdlichen Einsatz für Israels Sicherheit, ganz konkret für Konsequenzen für Deutschland ergäben:</p>
<blockquote><p>Merkel gibt Israel Deutschlands Wort, eine Garantie in der gefährlichsten Region der Welt, dem Nahen Osten. Was heißt das für uns?</p></blockquote>
<p>Aufgrund der Tatsache, dass Israel nicht nur der Staat der vom &#8211; persistenten, weltweit und insbesondere in der „muslimischen Welt“ verbreiteten &#8211; Antisemitismus Verfolgten und Bedrohten, sondern auch die einzige Demokratie im Nahen Osten ist, ist schon die Frage selbst skandalös. Wer die nicht nur notwendige, sondern gebotene Solidarität mit dem Staat Israel an den Folgen für das eigene Handeln misst, diskreditiert sich zwar selbst, hat aber dennoch &#8211; oder vielmehr: genau deshalb &#8211; gute Chancen, auf der Titelseite der auflagenstärksten deutschen Wochenzeitung zu publizieren, für die Linke im Bundestag zu sitzen oder sich in leitender Position der Friedens- und Konfliktforschung zu widmen.</p>
<p>Lässt man sich wider besseren Wissens und die Vernunft nicht nur vergessend, sondern verratend, sich also – zumindest was Letzteres . betrifft, ganz als klassischer<em> ZEIT</em>-Leser ausgebend, auf Thumanns Gedankengänge ein, bekommt man das vorgesetzt, was zu Erwarten war.</p>
<p>Thumann diskutiert drei Probleme der israelischen Außenpolitik, die er in ihrer Bedeutung als „Tests“ für Deutschland diskutiert. Der erste &#8220;Test&#8221; sei der „Paukenschlag“ aus Jerusalem, „der jeden Frieden infrage stellt“: „neue Wohnungen in der jüdischen Siedlung Gilo – auf palästinensischem Gebiet.“ Vermutlich ist es lediglich einem redigierenden Praktikanten geschuldet, dass der Satz etwas überraschend nur mit einem Punkt und nicht wie zu erwarten wäre mit drei Ausrufungszeichen endet. Fest steht in jedem Fall, dass Thumanns Empörung ebenso geheuchelt wie faktenresistent ist: weder beschwert er sich über den <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2009/11/19/siedlungen-3/">Neubau von 5000 arabischen Wohnungen in Jerusalem</a>, noch interessiert ihn, dass sich Gilo keinesfalls auf „palästinensischem Gebiet“, <a href="http://www.jpost.com/servlet/Satellite?pagename=JPost/JPArticle/ShowFull&#38;cid=1258705154414">sondern in Jerusalem</a>, befindet, ganz gleich, <a href="http://www.honestreporting.com/articles/45884734/critiques/new/Gilo_in_Perspective.asp">wie oft anderes auch behauptet wird</a>.</p>
<p>Den zweiten &#8220;Test&#8221; macht Thumann in „Israels scharfe[r] Blockade von Gaza“ aus, die „nun schon über zwei Jahre“ andaure. Thumann verschweigt, dass Israel selbst im Gazakrieg trotz Beschusses der Hamas <a href="http://www.mfa.gov.il/MFA/Government/Communiques/2009/Humanitarian_aid_to_Gaza_following_6_month_calm.htm">Lieferungen in den Gaza-Streifen zuließ</a>. Thumann verschweigt auch, dass die „Blockade“ nicht israelischer Willkür, sondern vielmehr <a href="http://rungholt.wordpress.com/2009/01/04/ruckblick-fur-neuleser/">islamfaschistischer Mordlust</a> geschuldet war und ist. Doch was braucht die Realität jemanden zu scheren, der so elegant argumentieren kann wie Thumann:</p>
<blockquote><p>Der Verweis auf die dort [in Gaza, Mr, Moe] herrschende Hamas reicht lange nicht mehr hin. Erstens leben dort Menschen – und zweitens gibt es Steigerungen von Hamas.</p></blockquote>
<p>Auf Deutsch: Islamfaschistischer Terrorist ist nicht gleich islamfaschistischer Terrorist und Israel darf nicht versuchen, den Raketenbeschuss seiner Zivilbevölkerung zu unterbinden, weil sich auf der Gegenseite doch auch Menschen befänden. Würde diese Logik konsequent &#8211; und nicht nur einseitig gegen den jüdischen Staat gerichtet &#8211; angewandt, wäre nicht nur jeder Waffengang, sondern auch jede Form von wirtschaftlichen oder politischen Sanktionen rigoros abzulehnen. Diese Auffassung kann man gewiss vertreten &#8211; so man denn gewillt ist, sein eigenes Leben und das Leben anderer Menschen den Vertretern totalitärer Ideologien zu opfern. Zudem schreibt sich so etwas natürlich auch einfacher, wenn man wie Thumann nicht in Sderot, sondern im sicheren Istanbul &#8211; und bisweilen von deutschen Lesern finanziert und arabischen Diktatoren hofiert in Damaskus &#8211; lebt.</p>
<p>Angesichts der ungeheuerlichen und menschenverachtenden Politik Israels hat Thumann auch eine konkrete Handlungsaufforderung für die deutsche Regierung parat:</p>
<blockquote><p>Die Bundesregierung sollte auf das schnelle Ende der Blockade drängen.</p></blockquote>
<p>Warum Thumann dieses Drängen nur gegenüber Israel, nicht jedoch gegenüber <a href="http://elderofziyon.blogspot.com/2009/02/egypt-closes-border-with-gaza-no-one.html">Ägypten</a> fordert, bleibt sein Geheimnis &#8211; vermutlich hat es irgendetwas mit jener besonders engen Freundschaft Deutschlands mit Israel zu tun.</p>
<p>Überaus aufschlussreich ist überdies, was Thumann als dritten „Test“ ausmacht:</p>
<blockquote><p>Irans Präsident Ahmadinedschad verdammt Israel und baut, so sieht es aus, an der Atombombe.</p></blockquote>
<p>Nebst dem Euphemismus „verdammt“ &#8211; richtig wäre: &#8220;droht mit Vernichtung&#8221; &#8211; und der unnötigen Einschränkung der Gewissheit fällt auf, dass Thumann die nukleare Bewaffnung der Islamischen Republik Iran offenbar nicht als existenzielle Bedrohung Israels oder Gefahr für die freie Welt ansieht, sondern lediglich als „Test“ für die deutsche Regierung, quasi eine Fingerübung für zwischendurch. Dass Merkel sich vor dem US-Kongress &#8211; zumindest verbal &#8211; unzweifelhaft auf die Seite Israels gestellt hat, bereitet Thumann hierbei große Sorge:</p>
<blockquote><p>Wenn es zum Krieg zwischen Iran und Israel käme, so wäre dies die ultimative Prüfung von Merkels Versprechen. Würde Deutschland dann aufseiten Israels in einen Konflikt eingreifen? Es ist zweifelhaft, ob wir diesen Test bestehen würden. Nicht nur deshalb gehört es vor allem zur Staatsräson Deutschlands, diesen Konflikt, den großen Nahostkrieg abzuwenden.</p></blockquote>
<p>Ansonsten stets mit dem Holzhammer hantierend, zweifelt Thumann hier an, was zweifelsfrei feststeht:<em> Natürlich </em>würde Deutschland <em>nicht</em> aufseiten Israels in einen Konflikt eingreifen, dafür sorgen nicht zuletzt Journalisten vom Schlage Thumanns. Gesteht man Thumann jedoch für einen kurzen Moment zu, eine iranische Atombombe &#8211; und sei es einzig und allein aus Eigeninteresse &#8211; wirklich verhindern und den „großen Nahostkrieg“ abwenden zu wollen, lautet sein Vorschlag:</p>
<blockquote><p>Dazu muss man das kleine Einmaleins der Nahostrhetorik beherrschen. Ahmadineschad liebt markige Worte seiner Gegner. Dann kann er im Gegenzug um islamische Solidarität heischen, die arabische Straße aufhetzen, vor allem bei den US-Verbündeten Saudi-Arabien und Ägypten. Konfrontation ist sein Lebenselixier. Offene Drohungen mit dem Knüppel, wie Benjamin Netanjahu sie schätzt, sind kontraproduktiv. Gerade der mögliche Angriff aus dem Westen bestärkt die Iraner, atomwaffenfähiges Uran anzureichern.</p></blockquote>
<p>Thumann verschweigt geflissentlich, dass es sich bei Ahmadinedschads Worten keinesfalls nur um bloße „Rhetorik“ und leere Worte handelt. Nein: der iranische Präsident meint, was er sagt, und er sagt, was er meint. Das Streben der Islamischen Republik Iran nach Nuklearwaffen ist nicht den &#8220;offenen Drohungen&#8221; Israels oder gar einem &#8211; schön wäre es! &#8211; &#8220;möglichen Angriff aus dem Westen&#8221; geschuldet, sondern elementarer Bestandteil islamfaschistischer Ideologie. Dies ignorierend schlägt Thumann hingegen folgende Strategie für den Umgang mit dem Iran vor:</p>
<blockquote><p>Gefragt ist daher kluger, nicht krachender Gegendruck. Nur wenn die Angriffsdrohung wegfällt, besteht die Chance, Iran noch zu einem Atomkompromiss zu bewegen. Davon sollten die Deutschen Israel überzeugen.</p></blockquote>
<p>Vielleicht glaubt Thumann ja entgegen jeglicher Erfahrung und Vernunft wirklich, dass die Appeasement-Politik gegenüber der Islamischen Republik Iran weiter fortgeführt werden muss und das immer noch nicht genug Zugeständnisse gegenüber Teheran gemacht wurden. Vielleicht glaubt Thumann auch wirklich, dass einem Freund, dessen Leben von einem Dritten bedroht wird, am Besten durch Kritik des eigenen Handelns gedient sei.</p>
<p>Vielleicht handelt es sich bei Thumanns Worten aber auch einfach nur um einen Ausdruck jener Spielart des Antisemitismus, mit der man im Jahr 2009 in Deutschland Zeitungen in hunderttaussendfacher Auflage verkaufen kann.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA["Fünfzig Deutsche von gestern, für die Welt von morgen"]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/11/12/am-deutschen-wesen/</link>
<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 14:49:33 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/11/12/am-deutschen-wesen/</guid>
<description><![CDATA[Was sich wie ein Aufruf zu Mord und Totschlag liest, ist einer neue Kampagne der ZEIT entnommen, die]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Was sich wie ein Aufruf zu Mord und Totschlag liest, ist einer neue Kampagne der <em>ZEIT</em> entnommen, die in ihrer neusten Ausgabe <a href="http://www.zeit.de/themen/wissen/50-deutsche-vorbilder/index">&#8220;50 deutsche Vorbilder&#8221;</a> ehrt; &#8220;Vordenker und Visionäre&#8221;,  gar  &#8220;Menschen, von denen wir lernen können, die wir wiederhaben wollen&#8221; &#8211; eben &#8220;fünfzig Deutsche von gestern, für die Welt von morgen&#8221;.</p>
<p>Wie gut, dass Hitler Österreicher war.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wie die ZEIT Alfred Grosser ehrt]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/10/23/wie-die-zeit-alfred-grosser-ehrt/</link>
<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 22:10:14 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/10/23/wie-die-zeit-alfred-grosser-ehrt/</guid>
<description><![CDATA[Wenn ein renommierter „Israel-Kritiker“ vom Schlage eines Alfred Grossers ein Buch mit dem Titel „Vo]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Wenn ein renommierter „Israel-Kritiker“ vom Schlage eines <a href="http://taylorbob.wordpress.com/2009/10/13/es-grossert-wieder/">Alfred Grossers</a> ein Buch mit dem Titel <a href="http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article4620504/Fuer-Alfred-Grosser-gefaehrdet-Israel-den-Weltfrieden.html">„Von Auschwitz nach Jerusalem. Über Deutschland und Israel“</a> veröffentlicht, ist eine wohlwollende Besprechung jenes Traktats in der <em>ZEIT</em> ebenso gewiss wie der deutsche Imperativ nach Auschwitz: „Kritik unter Freunden, jetzt erst recht!“</p>
<p>Was Willi Jaspers, <a href="http://www.uni-potsdam.de/u/juedstud/jasper/">Professor für deutsch-jüdische Literaturgeschichte</a> an der Universität Potsdam, über Grossers neues Machwerk zu sagen hat, gleicht freilich eher einer ebenso ehrfürchtigen wie folgerichtig zur Hälfte erschwindelten Laudatio auf den Verfasser als einer Buchbesprechung. Nur zu Beginn bemüht sich Jaspers, einen wenigstens einigermaßen distanzierten Blick vorzutäuschen:</p>
<blockquote><p>Wer angesichts des plakativen Titels hofft oder befürchtet, dass Alfred Grosser mit seinem neuen Buch auf eine noch härtere Gangart der Kritik an Israel aus sei, wird enttäuscht.</p></blockquote>
<p>Der Versuch scheitert grandios, offenbaren die obigen Zeilen doch zweierlei: Erstens räumt Jasper unfreiwillig ein, dass es Grosser und Konsorten eben gerade <em>nicht</em> um Kritik an der konkreten Politik des Staates Israel geht, sondern um den Staat Israel an und für sich. Zweitens verträgt sich die durch die Nennung sowohl von Befürwortern als auch Kritikern Grossers  suggerierte Ausgewogenheit Jaspers nicht mit dem Verweis auf den „plakativen Titel“ und die „noch härtere Gangart der Kritik an Israel“. Für eine Verbindung von &#8220;Auschwitz und Jerusalem&#8221; im Zusammenhang mit einer &#8220;Kritik an Israel&#8221; gibt es nur einen treffenden Begriff: Antisemitismus.</p>
<p>Nachdem die Nebelbombe zwar geworfen, das Ziel aber verfehlt wurde, legt Jaspers  langatmig seine Bewunderung für Grosser dar, dem er zu Gute hält, seine Meinung „immer mit erfrischender Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht“ zu haben &#8211; ganz so, als sei dies per se bereits eine bewundernswerte Eigenschaft. Jedoch habe – oh, grausame Welt! &#8211; dieser triviale, für Jasper indes nahezu heroische Akt Grosser „im Fall seiner Kritik an der Politik Israels viele Freundschaften gekostet“. Ja, so werde Grosser „von islamischen und zionistischen Fundamentalisten [...] gleichermaßen angefeindet [...], weil er weder Araber noch Juden als historische „Ureinwohner“ Palästinas betrachtet“.</p>
<p>Bizarr mutet es an, wenn Jaspers sich der gewöhnlichsten aller Methoden bedient und versucht, die Legitimität der Grosserschen Position durch den Verweis auf weitere – natürlich: jüdische &#8211; Gesinnungsgenossen zu bekräftigen:</p>
<blockquote><p>So kann er [Grosser, Mr. Moe] Haaretz-Artikel zitieren, in denen bezweifelt wird, dass es militärische Lösungen für den Nahostkonflikt geben könnte.</p></blockquote>
<p>Wahrlich eine Sternstunde journalistischer Recherche, wird diese (richtige) Auffassung doch nicht nur in der Haaretz, sondern auch in nahezu allen anderen Zeitungen in Israel und andernorts vertreten. Freilich ist die Tatsache, dass Antisemitismus nicht (allein) durch Militärgewalt überwunden werden kann, vollkommen unabhängig davon, dass sich der im Rakten-Terror manifestierende Antisemitismus nicht nur grundsätzlich militärisch bekämpfen lässt, sondern gar zu einem solchen Vorgehen verpflichtet.  Fernab einer solchen Einsicht zieht Jasper es hingegen vor, klangvolle Verbündete Grossers wie <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_gute_israeli/">Avi Primor</a> oder <a href="http://debatte.welt.de/weblogs/148/alan+poseners+blattkritik/8063/barenboims+geschaeft">Daniel Barenboim</a> aufzuzählen. Bewundernd stellt Jaspers zudem fest, dass der Visionär Grosser schon 1986 erklärt habe,</p>
<blockquote><p>„dass der Antisemitismus heute weder in Deutschland noch in Frankreich „die schlimmste Form der ethnischen Diskriminierung“ sei.</p></blockquote>
<p>Was Jasper als Kompliment für die scheinbare Weitsicht Grossers anzubringen versucht, zeigt lediglich, dass Grosser einen vollkommen falschen Begriff vom Antisemitismus hat, wenn er ihn als Unterkategorie „ethnischer Diskriminierung“ begreift. Aus dieser falschen Bestimmung folgt, dass Jasper sich auf Grosser berufend in Folge„verwahrloste Straßen deutscher und französischer Städte, in denen &#8216;nur Türken oder Nordafrikaner wohnen&#8217;“ mit dem „Ghettoelend der alten Judengasse“ gleichsetzt. Seine Professur an einer deutschen Universität hätte Jasper nicht verdient, wäre er  von derlei begrifflichem Firlefanz nicht begeistert:</p>
<blockquote><p>Seine [Grossers, Mr. Moe] Moral ist nicht ohne Logik, wenn er darauf aufmerksam macht, dass man nicht von der „Unvergleichlichkeit des Holocaust“ sprechen könne und im gleichen Atemzug den „Islamofaschismus“ als neuen Nationalsozialismus brandmarke.</p></blockquote>
<p>Gemäß dieser Logik könnte man freilich auch Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, da Murmeltiere ja schließlich keine Pflanzen seien.</p>
<p>Zum Abschluss der Laudatio verlässt Jaspers die Ebene der Lobhudelei und begibt sich vollends auf eine Ebene, die er ebenso gut zu beherrschen pflegt &#8211; die Ebene des Humors:</p>
<blockquote><p>Obwohl Grosser als Realpolitiker denkt und handelt, folgt sein Gerechtigkeitssinn einer humanistischen Grundidee.</p></blockquote>
<p>Es folgt das übliche Bekenntnis zum genuin deutschen Verständnis von „Freundschaft“: „je größer die Nähe, umso wichtiger [sei] gegenseitige Kritik“, was wiederum insbesondere für das „Verhältnis von Deutschen und Israelis“ zu gelten habe. Wäre mit einer ernstzunehmenden Antwort von den Grossers und Jaspers dieser Welt zu rechnen, man wäre geneigt zu fragen, warum die freundschaftliche Kritik zwischen den guten Freunden in Deutschland und Israel bis dato gleichermaßen asymmetrisch ausfällt wie der Krieg, den Israel ebenso gezwungen ist zu führen, wie es seine &#8220;Freunde&#8221; ertragen muss.</p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Quelle: Willi Jaspers: „Gerecht denken“, in: DIE ZEIT vom 22. Oktober 2009, S. 52.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ratespiel]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/10/16/ratespiel/</link>
<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 20:58:55 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/10/16/ratespiel/</guid>
<description><![CDATA[Woher stammen wohl die folgenden Zeilen? Nahost: Die Diagnose ist unumstritten: Zu echten Forschritt]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Woher stammen wohl die folgenden Zeilen?</p>
<blockquote><p><strong>Nahost:</strong> Die Diagnose ist unumstritten: Zu echten Forschritten wird es  im Friedensprozess nur kommen, wenn der israelische Siedlungsbau im  besetzten Westjordanland gestoppt wird. Obama hat das erkannt und auch  versprochen, entsprechenden Druck auf Israel auszuüben. Doch  vorangekommen ist er so gut wie gar nicht. Die israelische Regierung  unter Benjamin Netanjahu stellt sich stur.</p></blockquote>
<p>Handelt es sich hierbei um einen Auszug aus einem palästinensischen Schulbuch, in dem auch den Dümmsten unter den Kleinsten unmissverständlich deutlich gemacht werden soll, dass der Jud&#8217; schuld ist und entsprechend behandelt gehört? Nahe dran: der Text wurde in einer deutschen Qualitätszeitung abgedruckt, namentlich der <em>ZEIT</em> vom 16. Oktober.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Jede Zeitung hat die Leser, die sie verdient]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/10/16/jede-zeitung-hat-die-leser-die-sie-verdient/</link>
<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 15:39:19 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/10/16/jede-zeitung-hat-die-leser-die-sie-verdient/</guid>
<description><![CDATA[Aus einem Leserbrief an die ZEIT, bezogen auf einen Artikel über die Al-Qaida: Hier wird wieder mal ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Aus einem Leserbrief an die <em>ZEIT</em>, bezogen auf einen <a href="http://www.zeit.de/2009/41/01-al-Qaida">Artikel über die Al-Qaid</a>a:</p>
<blockquote><p>Hier wird wieder mal die Behauptung popularisiert, dass der islamistische Terrorismus die westliche Kultur hasse. Das Motiv sind jedoch, wie den Aussagen der Ideologen zu entnehmen ist, die Interventionen des Westens in den Ländern der Extremisten selbst. Es handelt sich also um eine &#8220;Reaktion&#8221;.</p>
<p>Solange dieser wichtige Aspekt nicht erkannt wird, werden die westlichen Maßnahmen nicht reüssieren.  Die Aggression des Terrorismus hat also, für ihn selbst, einen Grund. So war bin Ladens Motiv die Präsenz von US-Truppen und Stationen in Saudi-Arabien. Eine objektive Analyse muss diesen Punkt erwähnen und berücksichtigen.</p></blockquote>
<p><em>Quelle: DIE ZEIT vom 15. Oktober 2009, S. 48.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA["Unverbrüchliche Solidarität" mit Israel]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/10/10/unverbruchliche-solidaritat-mit-israel/</link>
<pubDate>Sat, 10 Oct 2009 08:40:18 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/10/10/unverbruchliche-solidaritat-mit-israel/</guid>
<description><![CDATA[Alles, was man über den deutschen Zustand im Jahr 2009 in Bezug auf Antisemitismus und auf Israel wi]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Alles, was man über den deutschen Zustand im Jahr 2009 in Bezug auf Antisemitismus und auf Israel wissen muss, ist in Andrea Böhms auf der Titelseite der <em>ZEIT</em> veröffentlichten Kommentar <a href="http://www.zeit.de/2009/42/01-Krieg">„Krieg der Werte“</a> enthalten. Den Goldstone-Bericht aufgreifend fragt sich Böhm, warum dieser von den Vereinigten Staaten eigentlich als „einseitig“ bezeichnet werde (was, nebenbei bemerkt, eine wenn auch euphemistische so doch im Kern natürlich zutreffende Bezeichnung ist). Im Gegensatz zu manch anderem Kommentator bemüht sich Böhm immerhin gar nicht erst vorzutäuschen, dass sie zwischen judenhassenden Terroristen einerseits und der IDF andererseits zu unterscheiden pflegte. Ganz im Gegenteil bekennt sich Böhm erfreulich offen zu jenem von US-Präsident Barack Obama ausgerufenen geschichtsfremden moralischen Relativismus , für den Obama gestern <a href="http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/10/09/anmerkungen-zum-friedensnobelpreis-fur-barack-obama/">den Friedensnobelpreis erhalten hat</a>. Böhm schreibt:</p>
<blockquote><p>Auf 575 Seiten schildern Goldstone und seine Ermittler detailliert israelische Militärschläge im Gaza-Streifen ebenso wie Raketenangriffe von Hamas auf israelische Städte und Siedlungen. Beide Kampfparteien werden dabei der Kriegsverbrechen beschuldigt. Goldstone wirft Hamas vor, sie habe mit ihrem Raketenbeschuss Terror auf die israelische Zivilbevölkerung ausgeübt. Israel beschuldigt er, mit seinen Attacken auf palästinensische Krankenhäuser, Moscheen und Fabriken während der Operation »Gegossenes Blei« sich nicht nur gegen terroristische Angriffe gewehrt, sondern eine ganze Bevölkerung »kollektiv bestraft« zu haben.<br />
Israel und Hamas werden in dem Bericht aufgefordert, umgehend selbst diese Verbrechen zu untersuchen und zu ahnden. Auf beiden Seiten dürfte dieser Appell leider ein frommer Wunsch bleiben, weshalb Goldstone empfohlen hat, den Bericht an den UN-Sicherheitsrat und von dort notfalls weiter an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu verweisen.</p></blockquote>
<p>Es ist die Mühe nicht wert, darauf hinzuweisen, dass aus den „Krankenhäusern, Moscheen und Fabriken“ Raketen abgefeuert wurden und/oder diese &#8220;zivilen&#8221; Einrichtungen als Waffenlager dienten. Denn dem Verständnis von Böhm zufolge, das sie mit der Mehrheit der deutschen Bevölkerung sowie großen Teilen der Welt eint, gibt es schlicht keinen grundlegenden Unterschied zwischen der Hamas und dem jüdischen Staat. Leider ginge der jüdische Staat in dieser heuchlerischen und israelfreundlichen Welt jedoch in der Regel straffrei aus, während allseits auf die Hamas geschimpft werde. Doch  zum Glück, so frohlockt Böhm, gebe es mit Obama jetzt endlich einen vermeintlich neutralen Schlichter, jemand, der sich endlich auch einmal traute, den Juden auf die Finger zu hauen:</p>
<blockquote><p>Man könnte die Causa Goldstone als weiteres Kapitel im elenden politischen Drama des Nahostkonflikts abhaken – wäre da nicht Barack Obama. Unter seiner Regierung, so hatte Obama versprochen, werde es in Sachen Nahost kein business as usual geben. Sollte heißen: unverbrüchliche Solidarität mit dem israelischen Staat, aber keine reflexhafte Abwehr mehr von internationaler Kritik an Israel. In seiner Kairoer Rede im Juni verurteilte Obama ausdrücklich die »alltäglichen Erniedrigungen« der Palästinenser unter der Okkupation. Bei seinem Auftritt vor der UN-Generalversammlung las er jüngst nicht nur antisemitischen Scharfmachern von Mahmud Ahmadineschad bis Muammar al-Gadhafi die Leviten, sondern auch Israel und dem eigenen Land: Es gebe keine echte Sicherheit ohne Respekt für die Menschenrechte und die legitimen Ansprüche der Palästinenser. Genau das steht auch im Goldstone-Report. Indem die US-Regierung diesen nun in den Giftschrank packt, verspielt sie jenes politische Kapital im Nahen Osten, das Obama mit seinen Reden geschaffen hat.</p></blockquote>
<p>Erneut ist Böhm erfrischend ehrlich, wenn sie offen bekennt, dass „antisemitische Scharfmacher“ und Israel ihrer Ansicht nach gleichermaßen behandelt werden müssten. Den krönenden Abschluss setzt Böhm, in dem sie versucht, ihren haarsträubenden Auswurf gegen Ahmadinedschad und Co zu richten:</p>
<blockquote><p>Solche strategisch motivierte Heuchelei Amerikas und der EU kommt den Ahmadineschads, al-Gadhafis, al-Baschirs, Mugabes und Mubaraks höchst gelegen. Die denunzieren immer lauter die Idee internationaler Ermittlungen und Strafgerichte als »neokoloniales Instrument« des Westens, als »Zwei-Klassen-Justiz«, die sich nur gegen afrikanische Kriegsherren und arabische Staatschefs wende, nicht aber gegen israelische Militärs, die Krankenhäuser beschössen, oder amerikanische Verteidigungsminister, in deren Papierkorb die Antifolterkonvention liege.</p></blockquote>
<p>Böhm verschweigt, dass es den antisemitischen Hetzern natürlich alles andere als gelegen käme, wenn sich zum jüdischen Staat bekannt würde, statt ihn dafür zu kritisieren und anzuklagen, das Leben seiner Bürger zu schützen. Was Ahmadinedschad und seinen Gesinnungsgenossen in Wirklichkeit gelegen kommt ist, dass ihnen ein internationales Podium geboten wird und dass sie auf der Titelseite westlicher Zeitungen mit Israel auf eine Stufe gestellt werden.</p>
<p>Um noch einmal unmissverständlich zusammenzufassen, wie Böhms genuin deutsches Verständnis des Verhältnisses zum jüdischen Staat aussieht: Andrea Böhm fordert auf der Titelseite der <em>ZEIT</em> nicht nur, dass Juden sich gegen ihre Ermordung nicht wehren dürfen, sondern sie vielmehr widerstandslos zu dulden haben. Sie fordert nicht nur, dass Juden sich gegen ihre Ermordung nicht wehren dürfen, sie widerstandslos zu dulden haben und im Falle der Zuwiderhandlung in Form von Selbstverteidigung bestraft werden müssen. Nein, sie fordert, dass Juden sich gegen ihre Ermordung nicht wehren dürfen, sie widerstandslos zu dulden haben, im Falle der Zuwiderhandlung in Form von Selbstverteidigung bestraft werden müssen, und dass dieses ganze antisemitische Prozedere dann trotzdem (oder gerade deswegen?) auch noch als „unverbrüchliche Solidarität“ mit Israel bezeichnet wird. Zynismus, deine Name ist Andrea Böhm &#8211; und „unverbrüchliche Solidarität“ mit Israel ist so verstanden nichts anderes als ein Euphemismus für einen Antisemitismus in nicht mehr ganz so neuem Gewand.</p>
<p>Wüsste man es nicht besser, man käme auf den Gedanken, dass Andrea Böhm sich jene Zeit zurück wünscht, von der man sich – posthum versteht sich – in Deutschland so gerne öffentlichkeitswirksam und ohne Konsequenzen für Denken und Handeln ziehend distanziert.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Unfreiwillige Erkenntnis]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/08/06/unfreiwillige-erkenntnis/</link>
<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 06:44:14 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/08/06/unfreiwillige-erkenntnis/</guid>
<description><![CDATA[In den Worten der Woche der ZEIT heißt es: &#8220;Wir behalten uns das Recht auf Widerstand vor, was]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>In den Worten der Woche der <em>ZEIT</em> heißt es:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir behalten uns das Recht auf Widerstand vor, was nach dem Völkerrecht legitim ist&#8221;. Mahmud Abbas, Palästinenser-Präsident, auf dem Parteitag der <strong>Hamas</strong></p></blockquote>
<p>Darf man die Verwechslung von Fatah und Hamas seitens der <em>ZEIT</em> als Anzeichen dafür deuten, dass sich selbst in der <em>ZEIT</em>-Redaktion die Erkenntnis durchzusetzen beginnt, dass Fatah und Hamas <a href="http://beer7.wordpress.com/2009/08/04/die-gemaessigte-fatah/">mehr eint als trennt</a>?</p>
<p><em>Quelle: DIE ZEIT vom 6. August 2009, S. 2.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ganz gewöhnliche Deutsche, Israel und das iranische Atomprogramm]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/08/06/ganz-gewohnliche-deutsche-israel-und-das-iranische-atomprogramm/</link>
<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 06:12:49 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/08/06/ganz-gewohnliche-deutsche-israel-und-das-iranische-atomprogramm/</guid>
<description><![CDATA[Es kam, wie es kommen musste. Vor zwei Wochen veröffentlichte die ZEIT einen Artikel ihres Herausgeb]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Es kam, wie es kommen musste. Vor zwei Wochen veröffentlichte die <em>ZEIT</em> einen Artikel ihres Herausgebers Josef Joffe, in dem dieser sich mit den <a href="http://www.zeit.de/2009/31/Israel-Iran">Risiken und Chancen eines israelischen Luftschlages auf das iranische Atomprogramm beschäftigt</a> (und &#8211; das sei nebenbei bemerkt &#8211; der militärischen Option erkennbar skeptisch gegenübersteht). Der Köder war geschickt gelegt und die hungrigen Wölfe gerieten in die Falle. Im Folgenden seien die (in der <em>ZEIT</em> veröffentlichten) Reaktionen ganz gewöhnlicher <em>ZEIT</em>-Leser auf Joffes Artikel dokumentiert. Unkommentiert, denn sie sprechen für sich:</p>
<blockquote><p>In dem interessanten, gut recherchierten Artikel von Herrn Joffe wird ausführlich das Für und Wider eines israelischen Angriffs auf Iran diskutiert. Man muss fast bewundern, wie es dabei gelingt, einen Aspekt auszuklammern, den ich auch in diesem Zusammenhang für wichtig halte: Das ist der Umstand, dass ein solcher Angriff ganz klar gegen das Völkerrecht verstößt. (Dr. G. Zeyer, Bochum)</p>
<p>Die Politik sucht verzweifelt nach Friedenslösungen im Nahen Osten, und die ZEIT analysiert akribisch israelische Kriegsoptionen. (Helmut Thommet, Leonberg)</p>
<p>Die <em>ZEIT</em> &#8211; das neue Fachblatt für Chancen und Risiken von Angriffskriegen? (Konrad Geruschkat, Köln)</p>
<p>Wie viele Länder wurden in der Vergangenheit von Iran überfallen und wie viele von Israel und den USA? (Frank Berginski, per E-Mail)</p></blockquote>
<p>Am Besten aber, was die allseits ums israelische Wohl besorgte Friedenstaube vom Ballermann zwitschert:</p>
<blockquote><p>Wie wäre es, wenn Israel den Vernichtungstiraden Ahmadinedschads den Wind aus den Segeln nähme und sich &#8211; vor allem zur eigenen Sicherheit &#8211; auf seine Grenzen von 1967 zurückzöge? Mission Possible. Und hochriskant! Aber es wäre ein Sieg der Vernunft über Hass und Vernichtung, der mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die andere Seite zur Mäßigung bewegen würde. (Dietlinde Dau, Palma de Mallorca)</p></blockquote>
<p><em>Quelle: DIE ZEIT vom 6. August 2009, S. 34.</em></p>
<p>Crossposted auf <em><a href="http://freeirannow.wordpress.com/2009/08/06/ganz-gewohnliche-deutsche-israel-und-das-iranische-atomprogramm/">FREE IRAN NOW!</a><br />
</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Worte der Woche (29)]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/07/23/worte-der-woche-29/</link>
<pubDate>Thu, 23 Jul 2009 15:11:52 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/07/23/worte-der-woche-29/</guid>
<description><![CDATA[Die Politik der israelischen Regierung in den besetzten Gebieten will ich hier nicht erörtern. Sie i]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><blockquote><p>Die Politik der israelischen Regierung in den besetzten Gebieten will ich hier nicht erörtern. Sie ist aber Grund für Kritik und fördert gewiss nicht die Verständigung zwischen den Religionen. Da sie aber vom Westen rückhaltlos unterstützt wird, muss sich der Westen diese Kritik ebenfalls anhören.</p></blockquote>
<p>Schreibt Peter Freudenthal, <em>ZEIT</em>-Leser aus Hamburg. Es bleibt zu fragen, ob Freudenthal mit bewusstseinserweiternden Drogen experimentiert oder sich auf eine &#8211; dieser Welt diametral entgegengesetzten &#8211; Parallelwelt bezieht, in der westliche Politiker jüdische Siedlungen nicht für das größte Problem im Nahen Osten halten.</p>
<p><em>Quelle: DIE ZEIT vom 23. Juli 2009, S. 9.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wie er's macht, er macht es richtig]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/06/18/wie-ers-macht-er-macht-es-richtig/</link>
<pubDate>Thu, 18 Jun 2009 15:32:10 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/06/18/wie-ers-macht-er-macht-es-richtig/</guid>
<description><![CDATA[Während der allseits gescholtene ehemalige US-Präsident George W. Bush im Jahr 2003 pro-demokratisch]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Während der allseits gescholtene ehemalige US-Präsident George W. Bush im Jahr 2003 pro-demokratische Demonstrationen im Iran unterstützte und das Mullah-Regime für die gegenüber den Demonstranten ausgeübte Gewalt <a href="http://nbfs.wordpress.com/2009/06/17/thank-you-again-mr-president/">kritisierte</a>, hat sich der derzeitige US-Präsident Barack Hussein Obama anlässlich der Unruhen im Iran bislang bekanntermaßen <a href="http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/06/16/shame-on-you-president-obama/">mehr als zurückhaltend geäußert</a>. Doch während Demonstranten im Iran Obama verzweifelt <a href="http://www.youtube.com/watch?v=3BcFx380pFA">auffordern</a>, ihnen im Kampf um die Freiheit endlich zur Seite zu stehen, findet es die <em>ZEIT</em> offenbar angemessen, auf der Titelseite einen Artikel mit der frechen Überschrift &#8220;Mit Obamas Hilfe&#8221; abzudrucken (noch dazu unter jenem fantastischen <a href="http://inapcache.boston.com/universal/site_graphics/blogs/bigpicture/iranelect_06_15/i01_19361479.jpg">Foto</a> einer die Faust in den Himmel streckenden iranischen Protestlerin). Jan Ross, Autor des Artikels und ein Vorzeigeexemplar der gefühlten 80 Millionen deutschen Obama-Groupies, schreibt:</p>
<blockquote><p>Entschieden wird der Machtkampf in Iran selbst. Aber die Demokraten der ganzen Welt stehen an der Seite der Demonstranten.</p></blockquote>
<p>In Gedanken womöglich, aber so formuliert ist die im letzten Satz getätigte Aussage eine derart dreiste Lüge, dass es eine Unverschämtheit ist, sie auf der Titelseite eines Blattes mit hunderttausenden von Lesern abzudrucken. Insbesondere Obama hat ein<a href="http://www.weeklystandard.com/Content/Public/Articles/000/000/016/639rqpuy.asp?pg=1"> großes Interesse</a> daran, dass im Iran <a href="http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2009/06/16/AR2009061601753.html?nav=hcmoduletmv">alles beim Alten bleibt</a>, gefährdete doch jede Veränderung im Iran seine heißgeliebte Appeasement-Politik gegenüber den Mullahs. Obama-Liebhaber Ross schreibt indes:</p>
<blockquote><p>Die Wiederherstellung des amerikanischen Ansehens und das Gesprächsangebot an die Muslime sind eine unschätzbare Hilfe für die Kräfte der Veränderung in den islamischen Ländern.</p></blockquote>
<p>Hier übernimmt Ross, welch&#8217; Wunder, unkritisch die <a href="http://zettelsraum.blogspot.com/2009/06/zettels-meckerecke-narzi-obama-gibt-es.html">narzisstische Auffassung der Obama-Regierung</a>, gemäß derer alles Gute auf Erden unmittelbar auf Obama zurückzuführen sei. So schreibt Ross weiter:</p>
<blockquote><p>Barack Obama hat in nicht einmal fünf Monaten mehr für den Widerstand in Iran getan als der Kreuzzügler George W. Bush in acht Jahren.</p></blockquote>
<p>Faszinierend ist, dass ausgerechnet Journalisten wie Ross, die alles an Bush verteufeln und alles an Obama loben, Bush vorzuwerfen pflegen, die Welt simplizistisch in &#8220;gut&#8221; und &#8220;böse&#8221; einzuteilen. Let&#8217;s face it: Landeten morgen Außerirdische auf der Erde &#8211; <em>ZEIT</em>-Journalisten und andere Obama-Jünger huldigten ihren Messias für die Kontaktaufnahme. Es sein denn, es stellte sich heraus, dass die Außerirdischen in kriegerischer Absicht kämen: dann hätte den Schlamassel selbstverständlich Bush zu verantworten.</p>
<p><em>Quelle: Jan Ross: &#8220;Mit Obamas Hilfe&#8221;, in: DIE ZEIT vom 18. Juni 2009, S. 1.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zwei Sichtweisen, ein Journalist und ein Dilemma]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/06/10/zwei-sichtweisen-ein-journalist-und-ein-dilemma/</link>
<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 19:31:41 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/06/10/zwei-sichtweisen-ein-journalist-und-ein-dilemma/</guid>
<description><![CDATA[Arnfrid Schenk schreibt in der ZEIT über ein von Israelis und Palästinensern gemeinsam erarbeitetes ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Arnfrid Schenk schreibt in der <em>ZEIT</em> über ein von Israelis und Palästinensern gemeinsam erarbeitetes Schulbuch, dass dazu diene, die Sichtweise der jeweils anderen Seite besser zu verstehen. Sowohl das Projekt selbst wie auch die Berichterstattung über selbiges dürften von geschätzten 85 und gefühlten 95 Prozent der <em>ZEIT</em>-Leser für lobenswert gehalten werden (ersteres sogar mit einiger Berechtigung). An dieser Stelle soll es indes nicht um das Projekt selbst gehen, sondern um Schenks Artikel sowie ein damit in Zusammenhang stehendes grundsätzliches Dilemma, vor dem all jene Journalisten stehen, die sich &#8220;Ausgewogenheit&#8221; und &#8220;Objektivität&#8221; auf ihre Fahnen schreiben, selbst aber ihre eigene Meinung, größtenteils unterschwellig, in ihre Artikel einfließen lassen.</p>
<p>Bereits im ersten Absatz wird deutlich, welche der beiden Sichtweisen &#8211; der israelischen und der palästinensischen &#8211; Schenk selbst zu favorisieren scheint. Einen palästinensischen Projektarbeiter namens Sami Adwan, Professor für Erziehungswissenschaften der Universität Bethlehem, stellt Schenk wie folgt vor:</p>
<blockquote><p>Geboren 1954 in einem Dorf nahe Hebron im Westjordanland, aufgewachsen unter israelischer Besatzung.</p></blockquote>
<p>Dass das Westjordanland von 1948 bis 1967 völkerrechtswidrig von Jordanien besetzt war und der palästinensische Projektmitarbeiter demnach die ersten 13 Jahre seines Lebens nicht unter israelischer, sondern unter jordanischer Besatzung aufwuchs, erwähnt Schenk wohlweislich nicht. Vermutlich, da es seiner im Folgenden entwickelten Argumentation zuwider liefe, die gemäß des üblichen Musters verläuft, von dem <em>ZEIT</em>-Leser offenbar nie genug kriegen können, denn sonst würde es sich ja nicht Woche um Woche in der <em>ZEIT</em> abgedruckt unterdrücktes Kind entwickelt Hass (wahlweise in minimaler Variation: gehänseltes Kind läuft Amok oder hässliches Kind wird Nazi).</p>
<p>In diesem Zusammenhang ist es aufschlussreich, dass Schenk einen offensichtlich wohlwollenden Artikel über das zwei Sichtweisen darstellende Projekt schreibt, selbst aber eine der beiden Sichtweisen stillschweigend zu Eigen macht. Denn wie sonst ist es zu erklären, dass Schenk, einzig die Biographie eines Vertreters der palästinensischen Sichtweise ausführlichst vorstellt und demnach auch allein den entsprechenden Vertreter dieser Sichtweise ausgiebig zu Wort kommen lässt? Auf der anderen Seite, um sich einer der Lieblingsfloskeln Journalisten des Kalibers Schenks sowie amtierender US-Präsidenten zu bedienen, ist es natürlich absolut in Ordnung, dass kein Israeli interviewt wird, der von palästinensischen Terroranschlägen und dem Raketenterror berichte &#8211; das will ja schließlich auch niemand in der <em>ZEIT </em>lesen.</p>
<p>Doch Schenk lässt nicht nur ausschließlich eine Seite ausgiebig zu Wort kommen, sondern übernimmt überdies die Schilderungen seines palästinensischen Interviewpartners weitestgehend unkritisch oder schmückt sie gar noch aus:</p>
<blockquote><p>Lange denkt er von den Israelis, was man in Palästina von Israel denkt: „Sie sind der Grund für meine ganze Misere, für all mein Leiden.“ Adwan denkt noch so, als er schon Erziehungswissenschaften in den USA studiert – er vermeidet Vorlesungen und Seminare, wenn er weiß, dass jüdische Studenten daran teilnehmen. Gesprochen hat er bis dahin mit keinem Israeli, er kennt sie nicht als Zivilisten, nur als Soldaten an den Checkpoints.</p></blockquote>
<p>Man sollte meinen, dass es sich hier um einen eindeutigen Fall von Antisemitismus handle, doch Schenk stellt die Ablehnung jüdischer Studenten lieber als quasi natürliche und daher prinzipiell nachvollziehbare Position dar (zur Erinnerung: Besatzung). Dieses Spielchen spielt Schenk im Verlauf des gesamten Artikels munter weiter:</p>
<blockquote><p>Er kommt Ende der achtziger Jahre aus den USA zurück, lehrt an der Hebron-Universität, wird Mitglied von Fatah und wenig später von den Israelis verhaftet, Fatah galt damals noch als terroristische Vereinigung. In der ersten Woche in Haft erfährt er nicht, weswegen er angeklagt ist. Das Feindbild bleibt stimmig.</p></blockquote>
<p>Hier verschweig Schenk den nicht nicht ganz unbedeutenden Umstand, dass die Fatah Ende der achtziger Jahre nicht nur als „terroristische Vereinigung“ galt, sondern eine war. Allerdings sei Schenk zugestanden, dass die Bezeichnung der Fatah als Terrororganisation natürlich voraussetzen würde, Palästinensern grundsätzlich zuzugestehen, aktiv und eigenständig handelnde Subjekte und nicht nur bloße Opfermasse zu sein. Schenk tut dies nachweislich nicht:</p>
<blockquote><p>So handelt das Buch die israelisch-palästinensische Geschichte des 20. Jahrhunderts ab. Dazu gehören etwa die Balfour-Deklaration von 1917, die den Juden einen eigenen Staat versprach, die Intifada genannte Zeit des Aufstands gegen die Besatzung, die Kriege von 1948, 1967. Die Fakten sind ein und dieselben, nur gibt es eben zwei Sichtweisen dazu. Das Jahr 1948 etwa bedeutet für die Israelis Unabhängigkeitskrieg und Staatsgründung, für die Palästinenser ist es das Jahr der Katastrophe, der <em>nakba</em>, der Vertreibung aus ihrer Heimat.</p></blockquote>
<p>Subjekte der Schenk&#8217;schen Geschichtsschreibung sind allein die Israelis: Sie führen Kriege, gründen Staaten und vertreiben Palästinenser. Die Palästinenser hingegen werden vertrieben, unterdrückt und daran gehindert, Staaten zu gründen. Und wenn es zur &#8220;Intifada genannte[n] Zeit des Aufstands gegen die Besatzer&#8221; kommt, dann ist bereits in der Umschreibung angelegt, wer dafür eigentlich die Verantwortung trägt. Neben dieser Übernahme des palästinensischen Narratives, offenbart sich das ganze Problem nicht nur Schenks Artikels überdies in einem einzigen Satz des bereits oben erwähnten Interviewpartners Adwan, der allerdings genauso gut aus Obamas Kairo-Rede stammen könnte:</p>
<blockquote><p>Der Holocaust taucht in den palästinensischen Büchern kaum auf, das Trauma der Vertreibung der Palästinenser wird auf israelischer Seite ignoriert.</p></blockquote>
<p>Von deutschen, europäischen und amerikanischen Geldern finanzierte palästinensische Lehrbücher, in denen der Holocaust verschwiegen und der Hass auf Juden und Israel geschürt wird, werden hier mit einem (vermeintlichen) gesellschaftlichen Phänomen innerhalb der israelischen Gesellschaft auf eine Stufe gestellt. Schenk akzeptiert diesen Vergleich stillschweigend und ignoriert somit vollends dass weder Holocaust und &#8220;Nakba“, noch der Umgang der Israelis mit letzterer und der Umgang der Palästinenser mit ersterem sinnvoll miteinander verglichen werden können. Denn so sieht sie aus, die Sichtweise der Schenks, der<em> ZEIT</em>-Leser und der Obamas dieser Welt, nicht nur aber vor allem im Hinblick auf den Nahostkonflikt: Alle sind an allem schuld und alles ist gleich schlimm. Und wenn Sie nicht noch am relativieren sind, vergleichen sie noch heute.</p>
<p><em>Quelle: Arnfrid Schenk: &#8220;Die Geschichte der anderen&#8221;, in: DIE ZEIT vom 10. Juni 2009, S. 65.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Was Obama in Kairo hoffentlich nicht sagen wird]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/06/02/was-obama-in-kairo-hoffentlich-nicht-sagen-wird/</link>
<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 14:14:20 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/06/02/was-obama-in-kairo-hoffentlich-nicht-sagen-wird/</guid>
<description><![CDATA[Vor nicht allzu langer Zeit hat SPIEGEL-Journalist Erich Follath seiner Phantasie freien Lauf gelass]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Vor nicht allzu langer Zeit hat <em>SPIEGEL</em>-Journalist Erich Follath seiner Phantasie freien Lauf gelassen und dem israelischen Außenminister Avigdor Lieberman in einer <a href="http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/05/07/erich-follath-deutsche-phantasie-und-israel/">fiktiven Red</a>e an Stelle Frank-Walter Steinmeiers einmal richtig die Meinung gegeigt, oder wie Follath selbst es formulierte: „Tacheles geredet“. Dem <em>SPIEGEL</em> eine Widerwärtigkeit zurückzuliegen konnte man bei der <em>ZEIT</em> offenbar nicht ertragen und hat folgerichtig eine eigene fiktive Rede veröffentlicht. Diese reicht zwar nicht an Follaths Erguss heran, &#8220;verdient&#8221; aber dennoch Beachtung, da auch sie r ein gesellschaftliches Phänomen steht.</p>
<p>Die von Michael Thumann, dem leitenden <em>ZEIT</em>-Redakteur für den Mittleren Osten, verfasste Rede mit dem vielsagenden Titel „Ich bedaure“ ist indes nicht an den israelischen Außenminister respektive Israel gerichtet, sondern an „die gesamte muslimische Welt“. Anlass für Thumanns „Entwurf einer Rede an die Muslime“ ist die bevorstehende Rede von US-Präsidenten Barack Obama am kommenden Donnerstag in Kairo. Den Auftakt der Rede, die Obama Thumanns Ansicht nach halten soll, bildet eine handfeste Lüge:</p>
<blockquote><p>Schauen Sie auf die großen gemeinsamen Leistungen der Weltkulturen. Die Länder im Nahen Osten, Ägypten mit seiner großartigen Hauptstadt Kairo sind die Bühnen dieser produktiven Vielfalt.</p></blockquote>
<p>Bekanntermaßen gibt es im Nahen Osten in der Tat haufenweise Demokratien, keinerlei Diskriminierung oder Verfolgung von Minderheiten, sowie Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen &#8211; „produktive Vielfalt“, im wahrsten Sinne des Wortes also. Aber Spaß bei Seite: Dass sich ein jeder Redner vor seinem Publikum in der Regel zunächst beliebt machen muss, ist ebenso trivial wie grundsätzlich akzeptabel. Das Problem an Thumanns Rede ist jedoch, dass der kritiklose Ton eben nicht allein in einem besonders freundlichen Einstieg vorherrscht, also lediglich einen rhetorischen Kniff darstellte, sondern sich durch die gesamte Rede zieht und folglich Sinn und Zweck selbiger ausmacht. Dies zeigt sich gleich in den anschließenden Sätzen:</p>
<blockquote><p>Doch unser Zusammenleben wird bedroht. Es gibt bewaffnete Kräfte, die den Frieden zerrütten, unsere Zivilisationen verwüsten wollen. Diese Drohung trifft Muslime, Christen und Juden gleichermaßen.</p></blockquote>
<p>Ross und Reiter zu nennen ist eines der obersten und nobelsten Ziele des Journalismus. Mögen Muslime, Christen und Juden auch gleichermaßen von &#8220;bewaffneten Kräften&#8221; bedroht sein, so muss doch konstatiert werden, dass die Bedrohung eben nicht gleichermaßen von Muslimen, Christen und Juden ausgeht. Weder Thumann, noch Obama oder die „muslimische Welt“ kommen an der Tatsache vorbei, dass die von Thumann nebulös als „bewaffnete Kräfte“ umschriebenen Subjekte des Kampfes gegen die Zivilisation nun einmal vornehmlich Muslime sind. Und während Thumann an dieser Stelle peinlichst genau jegliche Zuweisung von Verantwortung vermeidet, ist er einige Zeilen später mehr als eindeutig:</p>
<blockquote><p>Mein Land [die Vereinigten Staaten, Mr. Moe] hat in den vergangenen Jahren große Fehler gemacht und gegen eigene Grundsätze verstoßen. Ich bedaure das. Wir wollen Rechtsbrecher nicht mit Rechtsbrüchen verfolgen. Wir führen keinen „Krieg“, sondern verteidigen Freiheit, Frieden und das Recht.</p></blockquote>
<p>Dass die Verteidigung von „Freiheit, Frieden und Recht“ dieser Tage erfordert, einen Kampf zu führen, der nicht anders denn als „Krieg“ bezeichnet werden kann, sollte eigentlich jedem klar sein, der über die Gabe des Denkens verfügt. Ebenso klar sollte sein, dass nicht die USA oder der Westen diesen Krieg erklärt und auf weite Teile der Welt ausgeweitet haben, sondern radikalislamische Kräfte. Bei allem Gutmenschentum und Akzeptanz-Toleranz-Geschwafel, das so viele Menschen so sehr lieben: An dieser simplen Begebenheit  ist Anfang des 21. Jahrhunderts nicht vorbeizukommen, auch wenn die Thumanns und Obamas dieser Welt eben dies nahezu täglich versuchen.</p>
<p>Neben dieser fundamentalen Fehlauffassung fällt Thumanns Rede vor allem durch widerwärtige Relativismus auf. So zählt Thumann „Rechtsbrüche im Nahen Osten“ auf:</p>
<blockquote><p>Wir wünschen uns die Achtung der Menschenrechte in den arabischen und muslimischen Staaten. Wir wünschen uns die Wahrung der Menschenrechte im israelischen Umgang mit den Palästinensern.</p></blockquote>
<p>Saudi-Arabien, Iran, Israel – irgendwie ist doch jedes Land im Nahen Osten gleich (schlimm). Alle verstoßen halt ein bisschen gegen die Menschenrechte, und das ist schade. Es folgt die nächste faustdicke Lüge:</p>
<blockquote><p>Rechtsstaat, unabhängige Richter, Meinungsfreiheit, Freizügigkeit sind keine Lehrstunden des Westens, keine Exportartikel. Sie sind Werte von Muslimen, Christen, Juden zugleich.</p></blockquote>
<p>Bei allem Respekt vor Thumann: Jemand der schreibt, dass Meinungsfreiheit und Freizügigkeit Werte von Muslimen seien, kann nicht recht bei Trost sein. Um Missverständnissen vorzubeugen: Selbstverständlich gibt es Muslime, die diese Werte teilen. Aber hier geht es eben <em>nicht</em> um einzelne Muslime, Christen oder Juden, sondern um die Religion als solche. Und bei allem Verständnis dafür, dass Obama in seiner Rede nun wahrlich nicht jeden Missstand im Nahen Osten oder der muslimischen Welt aufzählen kann,denn seine Zeit wird ja begrenzt sein: Es besteht doch noch ein bedeutsamer Unterschied zwischen respektvollen Austausch und unterwürfigem Anbiedern.</p>
<p>Doch eine Rede an die muslimische Welt wäre natürlich nicht vollendet ohne Forderungen gegenüber Israel zu stellen:</p>
<blockquote><p>Wir treten ein für das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat, in lebensfähiger Gestalt und in naher Zukunft. Von Israel erwarten wir einen sofortigen Stopp des Siedlungsbaus und den Abriss aller illegalen Siedlungen. Zugleich stehen wir ein für die Sicherheit Israels und sein Recht auf eine Existenz frei von Angst und Bedrohungen.</p></blockquote>
<p>Wie ein palästinensischer Staat „in naher Zukunft“ mit Israels „Recht auf eine Existenz frei von Angst und Bedrohungen“ in Einklang zu bringen sein soll, wissen wohl nur Thumann und Obama. Jedoch muss  wenigstens Thumanns Aufrichtigkeit gelobt werden, stellt er doch nicht die üblichen halbherzigen Forderungen an die Palästinenser, sondern macht von vornherein deutlich, dass er allein von Israel erwartet, Frieden herbeizuführen. Wie Thumann sich darüber hinaus eine sorgenfreie israelische Existenz vorstellt, sagt er anschließend selbst:</p>
<blockquote><p>Ich befürworte die arabischen Friedensbemühungen für eine Lösung der arabisch-israelischen Gegensätze.</p></blockquote>
<p>Welche Bemühungen? Etwa die <a href="http://jer-zentrum.org/ViewBlog.aspx?ArticleId=73">Initiative der arabischen Liga</a>, die den Rückzug Israels auf nicht zu verteidigende Grenzen sowie die Rückkehr der „Flüchtlinge“ vorsieht? Welche &#8220;Friedensbemühungen&#8221; Thumann auch immer meinen mag, eine Herzensangelegenheit scheint ihm „die baldige Regelung der Streitigkeiten zwischen Israel und Syrien“ zu sein. Denn:</p>
<blockquote><p>Wir wollen Staaten nicht ausgrenzen, sondern in eine umfassende Regelung im Nahen Osten einbinden.</p></blockquote>
<p>Auch hier ist Thumanns Offenheit anzuerkennen, sagt er doch frei heraus, dass er jedes noch so widerwärtige Regime akzeptiert und einbinden will. Apropos: Die islamische Republik Iran wird in Thumanns Rede auch erwähnt:</p>
<blockquote><p>Niemand soll an friedlicher Nutzung der Kernenergie gehindert werden, aber er hat die Pflicht, sich ohne Zögern den Regeln der internationalen Atomaufsichtsbehörde zu unterwerfen. Das gilt auch für Iran.</p></blockquote>
<p>Damit wäre dieses Thema also auch abgehandelt und das Problem so gut wie gelöst. Zumal die USA Thumann zufolge ja auch Israel entwaffnen sollten:</p>
<blockquote><p>Wir sehen nicht an der Tatsache vorbei, dass Israel und Pakistan über Atomwaffen verfügen. Doch folgt für mich daraus nicht, dsas jeder solche Waffen braucht. Die USA wollen mit allen Staaten der Region über einen umfassenden Sicherheitspakt ohne Kernwaffen reden.</p></blockquote>
<p>So viel noch einmal abschließend zur &#8220;Sicherheit Israels&#8221;.</p>
<p>So ekelerregend Thumanns Rede auch sein mag: Das Problem besteht nicht allein darin, dass  Thumann seine Forderung der Selbstaufgabe sowie der Kapitulation vor der Barbarei und den Feinden der Zivilisation  hunderttausenden Lesern präsentieren darf. Das Problem besteht vielmehr darin, dass diese Position längst mehrheitsfähig ist, und dass sie überdies vom Führer der freien Welt geteilt wird, mit allen verheerenden politischen Folgen. Sollte Obamas Rede in Kairo Ähnlichkeit mit Thumanns Buckelei haben, es wäre ebenso folgerichtig wie ein neuerlicher Tiefpunkt.</p>
<p><em>Quelle: Michael Thumann: „Ich bedaure“, in: DIE ZEIT vom 28. Mai 2009, S. 16.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wenn Israel Deutschlands Interessen gefährdet...]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/05/18/wenn-israel-deutschlands-interessen-gefahrdet/</link>
<pubDate>Mon, 18 May 2009 10:14:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/05/18/wenn-israel-deutschlands-interessen-gefahrdet/</guid>
<description><![CDATA[Christoph Bertram, einer der besten und ältesten Freunde der Zeitung für Schland, ist einer von 65 P]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Christoph Bertram, einer der besten und ältesten Freunde der <em>Zeitung für Schland</em>, ist einer von 65 Prozent der Deutschen, die Israel für die <a href="http://www.welt.de/print-welt/article270732/Laut_Umfrage_sehen_EU_Buerger_in_Israel_die_groesste_Gefahr_fuer_den_Weltfrieden.html">größte Bedrohung des Weltfriedens</a> halten. Daher liegt es auf der Hand, dass Deutschlands Vorzeige-Appeaser Bertram angesichts der dramatischen Situation im Nahen Osten – Israel bedrohe den Iran! &#8211; nicht weiter schweigen kann. Seine in einem Artikel für die <em>ZEIT</em> gestellte <a href="http://www.zeit.de/online/2009/21/israel-usa-iran?page=1">Forderung</a> ist dabei ebenso schlicht wie gefährlich:</p>
<blockquote><p>Wenn Premier Netanjahu am Montag auf Obama trifft, muss der US-Präsident einen israelischen Luftschlag gegen Iran klar verurteilen.</p></blockquote>
<p>Nahezu undenkbar, diesen Satz einmal schreiben zu müssen, aber da ist man ja glatt geneigt, sich darüber zu freuen, dass Barack Obama im Weißen Haus sitzt. Der hat in einem <a href="http://www.newsweek.com/id/197891/page/3">Interview mit <em>Newsweek</em></a> nämlich erstens verkündet, dass bezüglich des iranischen Atomprogramms nach wie vor alle Optionen auf dem Tisch lägen. Zweitens hat Obama einen Satz gesagt, den sich deutsche Kommentatoren ein für alle Mal und mit wasserfester Tinte hinter die Ohren schreiben sollten:</p>
<blockquote><p>I don&#8217;t think it&#8217;s my place to determine for the Israelis what their security needs are.</p></blockquote>
<p>Doch was für den US-Präsidenten gelten mag, gilt natürlich noch lange nicht für Christoph Bertram. Dessen einleitende Zeilen lassen wiederum die Frage aufkommen, Vertreter welchen Landes eigentlich welchem Land wiederholt mit der Vernichtung gedroht haben:</p>
<blockquote><p>Die Bemühungen Präsident Obamas um ein besseres Verhältnis zum Iran wie zum Islam werden überschattet von der Drohung Israels, bei einem Scheitern der amerikanischen Strategie, die iranischen Atomanlagen auf eigene Faust mit einem Luftangriff soweit wie möglich auszuschalten.</p></blockquote>
<p>Bevor die geschätzten Leser angesichts der israelischen Kriegslust in Panik geraten, gibt Bertram allerdings sogleich Entwarnung:</p>
<blockquote><p>Zwar wird diese Drohung bisher nur angedeutet.Im vergangenen Jahr unternahm die israelische Luftwaffe entsprechende Manöver, und die Regierung Olmert bat Washington erfolglos um grünes Licht für einen möglichen Militärschlag. Kürzlich hat der neue israelische Außenminister Avigdor Lieberman, der Anfang Mai die europäischen Hauptstädte bereiste, sich sogar angeblich von derartigen Plänen distanziert.</p></blockquote>
<p>Puh, da haben die Mullahs und ihre Brüder im Geister ja gerade noch einmal Glück gehabt! Allerdings fürchtet Bertram, dass Israel angesichts der existenziellen Bedrohung eines nuklearen Irans, die er freilich nicht als eben solche erachtet, zur Selbstverteidigung genötigt fühlen könnte, ein für Betram gleichsam unfassbarer und abstoßender Gedanke:</p>
<blockquote><p>Aber kaum einer in den Hauptstädten des Westens zweifelt daran, dass Israel zum Äußersten entschlossen bleibt, eine iranische Atombombe zu verhindern. Wenn es auf absehbare Zeit nicht gelinge, das iranische Atomprogramm durch Verhandlungen oder den Druck von Wirtschaftssanktionen aufzuhalten, werde Israel es militärisch versuchen.</p></blockquote>
<p>Wohlgemerkt: Bertram würde einen Präventivschlag Israels gegen das iranische Nuklearprogramm <em>selbst dan</em>n ablehnen, wenn <em>alle</em> <em>[!]</em> anderen Möglichkeiten die Mullahs nicht vom Bau der Bombe abbrächten. Das kann wahrlich nur als Appeasement in höchster Vollendung bezeichnet werden!</p>
<p>Zudem gibt Bertram zu bedenken, dass ein israelischer „Angriff“ auch das Verhältnis zur &#8220;muslimischen Welt&#8221; gefährden würde, um dessen Verbesserung US-Präsident Obama sich derzeit ja bekanntermaßen bemühte:</p>
<blockquote><p>Nicht nur in der islamischen Welt würden die USA mit dem Vorgehen Israels identifiziert, selbst wenn Washington noch so inständig jede Mitwirkung oder Billigung in Abrede stellte. Obamas entschlossener Versuch, das Verhältnis des Islams zum Westen zu entkrampfen, wäre auf Jahrzehnte vergiftet, er selbst als Heuchler bloßgestellt.</p></blockquote>
<p>Und auch Europa könnte sich, welch&#8217; unvorstellbarer Gedanke!, von Israel abwenden:</p>
<blockquote><p>Der Strudel der Volkswut würde die Regierungen von Kairo bis Riad erfassen, die für enge Beziehungen zu den USA stehen, und die Regime womöglich davonschwemmen. Und Israel würde seinen bisherigen Befürwortern in Amerika und Europa noch weiter entfremdet.</p></blockquote>
<p>Caroline Glick hat <a href="http://www.carolineglick.com/e/2009/05/the_europe_of_our_dreams.asp">überzeugend aufgezeigt</a>, dass eine weitere Entfremdung Europas und Israels angesichts des in Europa weit verbreiteten Antisemitismus und Hasses auf den jüdischen Staat nur schwerlich vorstellbar ist. Doch was stören jemanden wie Christoph Bertram solche Gegebenheiten, würde er sich selbst doch vermutlich noch als „Freund Israels“ bezeichnen, der nur „gute Ratschläge“ erteile, die natürlich immer nur „das Beste“ für Israel im Sinn hätten. Dass Bertram indes auch das letzte bisschen Restverstand verloren hat, offenbaren die folgenden Zeilen in erbarmungsloser Offenheit:</p>
<blockquote><p>Kein Wunder, wenn angesichts solcher Folgen mancher Hardliner in Teheran, von al-Qaida nicht zu sprechen, einen Militärschlag Israels durchaus herbeiwünschen könnte. Aber wer meint, westliche Regierungen würden nun umgekehrt alles daran setzen, Israel von solchen Plänen abzubringen, der irrt. Deren Reaktion schwankt vielmehr zwischen Resignation in das vermeintlich Unabwendbare, seine Instrumentalisierung, um Unterstützung für schärfere Sanktionen gegen den Iran zu organisieren, und der verwegenen Hoffnung, die israelische Drohung könne die amerikanische Verhandlungsposition gegenüber dem Iran stärken &#8211; als ob bisher Sanktionen oder das ständige Säbelrasseln von Obamas Vorgängern Teheran zum Einlenken veranlasst hätten.</p></blockquote>
<p>Zum auf der Zunge zergehen lassen: Bertram kritisiert die westlichen Regierungen <em>nicht</em> dafür, dass sie nicht alles in der Macht stehende täten, um das Atomprogramm des Iran aufzuhalten, sondern dafür, dass sie <em>Israel</em> nicht bereits von vornherein davon abhielten, in letzter Konsequenz militärisch gegen das Atomprogramm vorzugehen. Folgerichtig stellt auch nicht die atomare Bewaffnung des Irans das  „vermeintlich Unabwendbare“ für Bertram dar, sondern Israels scheinbar willkürlich motivierte Kriegslust (über die Gründe eines möglichen israelischen Luftschlages gegen die iranischen Atomanlagen schweigt Bertram sich wohlweislich aus). Dass alle bisherigen Schritte zur Beendigung des iranischen Atomprogramms keinen Erfolg verzeichnen konnten, bedeutet für Meisterdenker Bertram demnach nicht etwa, dass andere Mittel notwendig wären. Nein, das Schlimmste, das so jemand wie Bertram sich vorstellen kann, ist der abwegige Gedanke, dass die Welt Israel im Falle seiner Selbstverteidigung beistünde:</p>
<blockquote><p>Diese Halbherzigkeit wirkt für die Falken in Israel als Ermutigung. Avigdor Lieberman gab sich vor einem Jahr schon überzeugt, dass &#8220;Europa und die USA zu uns stehen werden, wenn wir allein gegen den Iran vorgehen&#8221;. Wer dieses Schreckensszenarium verhindern will, muss deshalb schon jetzt der Regierung in Jerusalem klipp und klar mitteilen, dass der Westen einen israelischen Luftschlag gegen den Iran verurteilt.</p></blockquote>
<p>Betrams „Schreckensszenarium&#8221; [!] ist also nicht die iranische Bombe, sondern die israelische Gegenwehr respektive die, wenngleich auch äußerst unwahrscheinliche, mögliche Unterstützung der westlichen Welt bei einer solchen. Doch Bertram wäre nicht Bertram, hätte er sich nicht das Beste für den Schluss aufgehoben:</p>
<blockquote><p>Mehr noch, er [der Westen, Mr. Moe] muss, um damit in Israel ernst genommen zu werden, glaubhaft machen, dass er Israels Sicherheit nur dann weiter stützen wird, wenn Jerusalem diesem Wunsch entspricht.</p></blockquote>
<p>In klaren Worten: Bertram fordert, dass der Westen &#8220;Israels Sicherheit&#8221; nur dann &#8220;unterstützt&#8221; – was auch immer das heißen mag -, wenn Israel einen atomar bewaffneten Iran <em>in jedem Fall </em>akzeptierte. Noch klarer formuliert: Bertram fordert den jüdischen Staat auf Seiten einer deutschen Qualitätszeitung dazu auf, Selbstmord zu begehen. Dass der deutsche Staat Israel dabei willentlich zur Hand gehen soll, versteht sich für Bertram von selbst:</p>
<blockquote><p>Den Mut dazu wird vor allem die Regierung in Washington aufbringen müssen, deren Politik in der gesamten Region vor dem Scheitern steht, macht Israel seine Drohung wahr. Aber auch die Regierung in Berlin darf es an Deutlichkeit nicht fehlen lassen. Die Existenz des jüdischen Staates ist zu Recht Teil deutscher Staatsräson. Das kann und darf jedoch nicht bedeuten, Israel durch Stillschweigen zu einer Gefährdung deutscher und westlicher Interessen geradezu zu ermutigen.</p></blockquote>
<p>Dass Israels Selbstverteidigung angesichts der existenziellen Bedrohung eines nuklear bewaffneten Irans „deutsche Interessen“ verletzten würde, dürfte nur diejenigen verwundern, die Deutschland immer noch für einen &#8220;Freund&#8221; Israels halten. Dass Bertram, den allein die Gnade der späten Geburt vor Schlimmeren bewahrt haben mag,  nicht um den heißen Brei herumredet und das benennt, was deutscher Zustand ist, muss man ihm in Zeiten öffentlich geheuchelter Freundschaft und Israelsolidarität daher fast schon wieder zu Gute halten.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Widerspruch trotz schlechteren Wissens]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/04/13/widerspruch-trotz-schlechteren-wissens/</link>
<pubDate>Mon, 13 Apr 2009 13:26:55 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/04/13/widerspruch-trotz-schlechteren-wissens/</guid>
<description><![CDATA[Bereits seit etwas längerem gibt es in der ZEIT die Möglichkeit, &#8220;&#8216;Widerspruch&#8217; ge]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Bereits seit etwas längerem gibt es in der <em>ZEIT</em> die Möglichkeit, &#8220;&#8216;Widerspruch&#8217; gegen einen Artikel aus dem politischen Ressort der <em>ZEIT</em>&#8221; einzulegen. Da in der letzten Woche ein <a href="http://www.zeit.de/2009/15/Oped-Gaza">lesenswerter Artikel von Leon de Winter</a> über die europäische Dämonisierung Israels sowie die Verhätschelung der Palästinenser abgedruckt wurde, der sich wohltuend von der ansonsten häufig vorzufindenden &#8220;israelkritischen&#8221; Berichterstattung unterscheidet, war mit einiger Sicherheit davon auszugehen, dass eben jener Artikel der <em>ZEIT</em>-Leserschaft Anlass zum &#8220;Widerspruch&#8221; geben würde. Erschreckend ist jedoch, in welcher Form dieser &#8220;Widerspruch&#8221; nun tatsächlich vorgebracht wurde.</p>
<p>Die Ehre de Winters Text kritisieren zu dürfen wird keinem<em> ZEIT</em>-Leser zugestanden, nein, da muss schon eine &#8220;Redaktionsassistentin im Politischen Ressort der<em> ZEIT</em>&#8221; namens <em>Elisabeth Knoblauch</em> ran. Um es vorwegzunehmen: Was Knoblauch an &#8220;Kritik&#8221; gegen de Winter hervorbringt ist von solch unglaublich geringer Qualität, dass die Verfasserin trotz einer nichtsdestotrotz damit einhergehenden und sowohl unerklärbaren als auch unerträglichen Arroganz beinahe Mitleid verdient: Es ist immer traurig mitanzusehen, wenn Menschen verzweifelt etwas versuchen, was sie schlichtweg zu überfordern scheint. Gewiss ein hartes, wenngleich in Anbetracht an Knoblauchs Text vielleicht aber gar allzu mildes und wohlmeinendes Urteil.</p>
<p>Zunächst schreibt Knoblauch unter dem durchaus treffend gewählten Titel &#8220;Verstörend&#8221; besserwisserisch, dass es sich de Winter &#8220;viel zu leicht&#8221; mache, wenn er &#8220;Europas Verantwortung Israel und den Palästinensern gegenüber&#8221; allein auf den Zweiten Weltkrieg zurückführe. Denn wie die gebildete Frau Knoblauch natürlich weiß, oder jedenfalls nachzuschlagen im Stande war, hat Europa bereits mit der Balfour-Erklärung 1917 &#8220;die Weichen für den bis heute andauernden Nahostkonflikt gestellt&#8221;. Und auch für das, was nach der Gründung des Staates Israel 1948 geschah, trüge in erster Linie Europa die Verantwortung:</p>
<blockquote><p>Es ist der Unfähigkeit der Europäer zuzuschreiben, keine für jüdische Einwanderer ebenso wie für ansässige Palästinenser, Juden und Christen gemeinschaftliche Lösung in einem Staat gefunden zu haben. Dies führte dazu, dass sich nach zahlreichen Kämpfen und Aufständen die UN des Problems annahmen. Diese teilten den Staat 1947 auf dem Papier in zwei Hälften, führten den Plan jedoch nie vollständig durch. So gründete sich zwar 1948 der Staat Israel, über Palästina wird hingegen bis heute noch immer diskutiert.&#8221;</p></blockquote>
<p>In jeder Telefonsex-Anzeige in der <em>BILD</em>-Zeitung steckt mehr geistiger Gehalt als in diesen Sätzen, die zudem noch die Frechheit besitzen, in einer sog. &#8220;Qualitätszeitung&#8221; abgedruckt zu werden, gleichwohl letzteres heutzutage ja wiederum fast schon notwendige Voraussetzung für ersteres zu sein scheint. In aller Kürze zu Knoblauchs Gesabbel: Erstens ist das, was Knoblauch als &#8220;gemeinschaftliche Lösung in einem Staat&#8221; euphemisiert weder 1947 möglich gewesen, noch 2009 oder in absehbarer Zukunft durchführbar oder gar wünschenswert (davon, dass etwa ein Fünftel der israelischen Bevölkerung arabischer Herkunft sind, einmal abgesehen). Zweitens gab es 1947 keinen Staat auf dem Gebiet des heutigen Israels, so dass logischerweise auch kein Staat geteilt werden konnte. Drittens lag es in diesem Fall ausnahmsweise einmal nicht an den UN, dass etwas nicht geklappt hat. Zur Erinnerung und zum hinter die Ohren schreiben, da Knoblauch es anscheinend nicht weiß oder vergessen hat: die Palästinenser sowie die arabischen Staaten entschieden sich dazu, Krieg gegen den neu gegründeten Staat Israel zu führen, anstatt einen eigenen Staat zu gründen, der im Übrigen wesentlich größer gewesen wäre, als alles was jetzt noch im Bereich des Möglichen liegt. Viertens tragen daher vor allem die Palästinenser &#8211; und nicht etwa Israel oder die Europäer oder die UN &#8211; selbst den Löwenanteil daran, dass bis heute über den palästinensischen Staat diskutiert wird, Israel hingegen eine nunmehr über 60 Jahre alte Erfolgsgeschichte darstellt. Die zentrale Konstante palästinensisch-arabischer Politik besteht darin, dass bislang konsequent aber auch jede Chance auf einen eigen Staat entweder abgelehnt und/oder durch entsprechende destruktive Handlungen zunichte gemacht wurde.</p>
<p>Angesichts dieses vollends missratenen Einstiegs in ihren &#8220;Widerspruch&#8221; gegen de Winter ist der nachfolgende Satz aus Knoblauchs Feder derart dreist, dass er selbst denjenigen für einen Moment die Sprache verschlagen dürfte, die sich täglich mit solchem Unsinn auseinandersetzen:</p>
<blockquote><p>Wer die Geschichte für seine Argumentation nutzt, wie de Winter es tut, sollte genau sein mit den historischen Daten.</p></blockquote>
<p>In Anbetracht des geballten Unwissens Knoblauchs ist dieser Satz wahlweise ein Meisterstück der (Selbst-)Ironie oder eine echte Unverschämtheit. Wenigstens ist Knoblauch bei der richtigen Zeitung gelandet, veröffentlicht die <em>ZEIT</em> doch auch immer wieder die <a href="http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/category/die-ublichen-verdachtigen/die-zeit-die-ublichen-verdachtigen/">Traktate Ulrich Ladurners, Christoph Bertrams und anderer fernab jeglicher Vernunft agitierenden Geistesgrößen</a>. Und trotzdem darf mit gutem Recht gefragt werden, was man eigentlich können muss, um Redaktionsassistentin im Politischen Ressort der <em>ZEIT </em>zu werden. Vielleicht gilt diesbezüglich ja im Sinne Karl Kraus&#8217;: &#8220;Es genügt nicht, nur keine Gedanken zu haben. Man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.&#8221; Gemäß dieses Leitspruchs weiß Knoblauch ihr Geschmiere jedenfalls gekonnt zu vollenden:</p>
<blockquote><p>Wirklich verstörend aber wird der Text, wenn de Winter die in Gaza lebenden Menschen per se als &#8220;Feinde Israels&#8221; und &#8220;Judenhasser bezeichnet&#8221;. Unerträglich ist seine höhnische Schlussfolgerung, die Menschen in Gaza hätten nur darauf gewartet, endlich &#8220;Juden zu töten&#8221; &#8211; eine Möglichkeit, die Israel ihnen im Gazakrieg geboten habe. Hier überschreitet der Autor den schmalen Grad zwischen Polemik und Hass.</p></blockquote>
<p>Die Frage, was eine Redaktionsassistentin im Politischen Ressort der <em>ZEIT</em> können muss, wird hier negativ beantwortet: Zitieren kann es jedenfalls nicht sein, hat de Winter doch keine der ihm von Knoblauch unterstellten Behauptungen aufgestellt. Unerträglich ist daher einzig und allein Knoblauchs Unfähigkeit, de Winters Text auch nur korrekt wiederzugeben, eine Anforderung, der eigentlich selbst bessere Grundschüler gewachsen sein dürften. Während de Winter an keiner [!] Stelle seines Textes die Bewohner Gazas pauschal als &#8220;Feinde Israels&#8221; oder &#8220;Judenhasser&#8221; bezeichnet, lautet seine &#8220;höhnische Schlussfolgerung&#8221; im Wortlaut wie folgt:</p>
<blockquote><p>Die Palästinenser in Gaza haben eine religiös-faschistische Partei gewählt, deren erklärtes Ziel die Vernichtung der Juden ist. Voller Enthusiasmus versprach Hamas Krieg und Märtyrertum mit Slogans wie »Palästinenser lieben den Tod mehr als das Leben« oder »Kein Opfer ist zu groß, um Israel zu vernichten«.</p>
<p>Nun gab Israel den Bewohnern von Gaza das, was diese sich angeblich mehr als alles andere wünschen: eine Gelegenheit, heldenhaft Widerstand zu leisten und Juden zu töten. Doch statt ihre tiefe Befriedigung über diese Chance zu äußern, schrien die Palästinenser auf, sie würden mit unverhältnismäßiger Härte behandelt, und den Juden müsse das Schießen auf Frauen und Kinder verboten werden. Dieselben Leute, die Gewalt und Krieg forderten, zeigten den Medien, wie brutal sie von den Juden angefasst wurden.</p></blockquote>
<p>De Winter bezieht sich demnach eindeutig auf die nicht zu bestreitende Tatsache, dass ein Teil der Palästinenser (namentlich die Hamas) einerseits selbst zum erbarmungslosen Krieg gegen Israel aufruft und etwas das Töten jüdischer Kinder weltweit für legitim erklärt, andererseits aber jedwede Gegenwehr Israels verteufelt (ein Punkt in dem sich der palästinensische und der europäisch-deutsche Narrativ im Übrigen einig sind). Selbst wenn man de Winters Ausführungen kritisiert, hat dies weder etwas mit &#8220;Polemik&#8221;, geschweige denn gar mit &#8220;Hass&#8221; zu tun, spricht de Winter doch nur aus, was offenkundig der Wirklichkeit entspricht.</p>
<p>Noch einmal in der Zusammenfassung: In völliger Unkenntnis historischer Fakten respektive einer absoluten Verkehrung der Geschichte, sowie auf Aussagen basierend, die de Winter nie getroffen hat, kritisiert Knoblauch dessen  Text. Sie begnügt sich dabei nicht nur damit, ihr eigenes Unwissen bzw. ihre eigenen Ressentiments zur Schau zu stellen, sondern besitzt darüber hinaus die Dreistigkeit, de Winter Geschichtslosigkeit oder Hass zu unterstellen, ohne diese Thesen auch nur ansatzweise begründen oder gar belegen zu können. Gäbe es Menschen wie Knoblauch nicht, man müsste sie erfinden. Denn immerhin kann Knoblauchs &#8220;Widerspruch&#8221; als schlechtes Beispiel und Ratschlag für zukünftige &#8220;Journalisten&#8221; dienen: Wer nicht einmal in der Lage ist, Texte zu lesen, verstehen und wiederzugeben, sollte nicht bei einer Zeitung arbeiten oder gar vermeintlich zielsichere &#8220;Widersprüche&#8221; verfassen. Ansonsten kann es mitunter ganz schön peinlich werden.</p>
<p><em>Quelle: Elisabeth Knoblauch: &#8220;Verstörend&#8221;, in: DIE ZEIT vom 08. April 2009, S. 11.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[ZEIT-Geistesgröße Ulrich Ladurner deckt auf: Obama kein Pazifist!]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/04/05/zeit-geistesgrose-ulrich-ladurner-deckt-auf-obama-kein-pazifist/</link>
<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 16:31:04 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/04/05/zeit-geistesgrose-ulrich-ladurner-deckt-auf-obama-kein-pazifist/</guid>
<description><![CDATA[Wer wissen will, was auf dieser Welt alles falsch läuft, braucht nur die ZEIT aufschlagen und Ulrich]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Wer wissen will, was auf dieser Welt alles falsch läuft, braucht nur die <em>ZEIT</em> aufschlagen und Ulrich Ladurner lesen. Ladurners neustes Traktat entblößt <a href="http://www.zeit.de/2009/15/Obama-der-Krieger?page=1">„den Bush in Obama“</a>, ganz genauso wie bisweilen nach dem „Hitler in uns“ gesucht wird. Von einer gewissen Schadenfreude über die schlussendlich auch ins Bewusstsein der „Friedens-Freunde“ herabgesickerte Erkenntnis, dass auch Barack Obama kein Pazifist im schlimmsten Sinne des Wortes ist, einmal abgesehen: Was Ladurner abliefert ist nichts anderes als Appeasement in Reinkultur und als solches Ausdruck eines Zurückweichens vor der Barbarei, auf das Menschen wie Ladurner auch noch stolz zu sein pflegen.</p>
<p>Bereits der erste Satz aus Ladurners Feder ist eine Lüge, die an Dreistigkeit kaum zu überbieten ist:</p>
<blockquote><p>Barack Obama weitet den Krieg nach Pakistan aus.</p></blockquote>
<p>Als ob der Krieg nicht längst <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,615811,00.html">auf Pakistan ausgeweitet</a> worden sei, und als ob dies nicht am <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,616496,00.html">Terroristenpack</a> sowie der pakistanischen Regierung lege, die nur unzureichend gegen selbiges vorgeht oder gleich mit ihm <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,615587,00.html">kooperiert</a>. Nein, Ladurner gibt lieber denjenigen die Schuld, die sowieso immer Schuld sein müssen: den Amerikanern. Ladurners Verblendung diesbezüglich ist soweit fortgeschritten, dass er Obama sogar dafür kritisiert, es in einer Rede ausnahmsweise einmal versäumt zu haben, die „moderaten Taliban“ (Lesetipp bezüglich dieses Schwachsinns: <a href="http://rothkopf.foreignpolicy.com/posts/2009/03/08/the_moderate_taliban_a_field_guide">&#8220;The moderate Taliban,  a field guide</a>&#8220;) ausdrücklich zu umgarnen:</p>
<blockquote><p>Die Afpak-Strategie Obamas also lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: mehr Soldaten, mehr Schulen, mehr Bomben, mehr Straßen. Und ja, reden mit den »moderaten Taliban«. Allerdings nahm Obama dieses Wort nicht einmal in den Mund, als er (vor versammelter Presse) seinen Ansatz erläuterte. Im Gegenteil, da war viel Bush in Obama, viel »Wir werden euch besiegen«-Botschaften an die Taliban und an al-Qaida.</p></blockquote>
<p>Den Terroristen zuzurufen, dass sie verlieren werden, ist eine kriegerische Provokation sondergleichen, die Ladurner Obama natürlich nicht durchgehen lassen kann. Dass wäre ja fast so, als sagte man einer menschenverachtenden Ideologie den Kampf an, das geht doch nicht:</p>
<blockquote><p>Auch die Sprache Obamas lässt an Klarheit nichts zu wünschen übrig: »Al-Qaida ist ein Krebsgeschwür, das Pakistan bedroht« – das hätte Bush nicht anders formuliert.</p></blockquote>
<p>Und Klein Hänschen hätte das auch nicht anders formuliert, weil es nun einmal der Wahrheit entspricht. Es wäre interessant zu wissen, welche Bezeichnung Ladurner für die Al-Qaida vorziehen würde, verraten tut er es leider nicht. Nahezu putzig ist indes, wie Terroristen-Apologet Ladurner versucht, polemisch zu werden:</p>
<blockquote><p>Obama versuchte in seiner Rede zwar die Pakistaner zu überzeugen, dass sie in einem gemeinsamen Abwehrkampf mit den USA stünden. Doch machte er auch klar, dass er handeln werde, wenn es die Pakistaner nicht selbst täten. Aber was bedeutet das? Was genau müssen die Pakistaner tun, um zu verhindern, dass die USA aktiv werden? Alle Taliban erschießen? Reicht der Kopf von Osama bin Laden? Oder müssen die bergigen Stammesgebiete an der afghanischen Grenze so friedlich sein wie die Schweiz, bevor sie von Angriffen verschont werden?</p></blockquote>
<p>Ladurners Zynismus einmal außen vorgelassen stört ihn zudem, dass Obama es wagt, amerikanische – und nicht zuletzt: weltweite – Interessen zu vertreten, die er selbst als Appeaser aus Überzeugung nun einmal nicht teilt:</p>
<blockquote><p>Eines ist gewiss: Nur Washington entscheidet, was die richtigen Antworten sind, nicht die Pakistaner. Das Schicksal Pakistans, das kann man nach der Rede Obamas sagen, liegt in den Händen des US-Präsidenten.</p></blockquote>
<p>Und da Obama die Frechheit besitzt, zur Not auch mit Gewalt gegen Terroristen vorzugehen, gefährde er – und nicht etwa das Terroristenpack! &#8211; Ladurner zufolge die „Stabilität“ in Pakistan:</p>
<blockquote><p>Wie destabilisierend diese dunkle Drohung auf Pakistan wirkt, darauf verschwendet kaum jemand einen Gedanken. Wie kann ein Land stabil bleiben, das permanent von außen mit Krieg bedroht wird?</p></blockquote>
<p>Als ob Pakistan stabil sei. Als ob Pakistan nicht im <a href="http://www.welt.de/politik/article3413625/Im-Swat-Tal-beginnt-die-Talibanisierung-des-Alltags.html">Swat-Tal die Scharia eingeführt</a> hätte, so dass Frauen dort <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/international/Swat-Tal-Frauenrechte-Taliban;art123,2759289">kaum noch Rechte haben</a> und  <a href="http://circumfl3x.blogspot.com/2009/04/scharia-in-action.html">öffentlich ausgepeitscht</a> werden. Nein, Ladurners Meinung nach resultieren die Probleme Pakistans einzig und allein aus den amerikanischen Kriegsdrohungen. Und zum wiederholten Male stellt sich dem <em>ZEIT</em>-Leser die Frage: Ist Ladurner ein heimlicher Meister der Ironie oder ist der wirklich so verblendet?</p>
<p>Gegen Ende bekommt es Ladurner wenigstens einmal hin, eine halbwegs vernünftige Frage zu stellen:</p>
<blockquote><p>Warum profiliert sich der Irakkriegsgegner Obama so stark als Krieger? Warum will er einen Krieg (Irak) beenden und einen neuen beginnen (Pakistan)? Die Antwort lautet: Weil er glaubt, dass in Afghanistan der »richtige« Krieg ausgefochten werde, während der Irakkrieg der »falsche« sei.</p></blockquote>
<p>Ladurners Antwort hingegen spottet, wie nicht anders zu erwarten, jeder Beschreibung:</p>
<blockquote><p>In Sachen Irak kann man ihm schwerlich widersprechen. Egal, wie stabil, wie sicher und wie demokratisch der Irak nach dem Abzug der USA sein wird. Ein Krieg, der etwa einer halben Million Zivilisten das Leben gekostet, das Völkerrecht gebrochen, die UN nachhaltig beschädigt, das Vertrauen in die USA auf Jahre hinaus beeinträchtigt, die Menschenrechte mit Füßen getreten und das Land tribalisiert hat – ein solcher Krieg kann nicht mehr »gut« werden. Er ist verloren.</p></blockquote>
<p>Wer will Ladurner angesichts solcher „Argumente“ noch widersprechen? Spannend ist jedoch, dass Ladurner sich über die vermeintliche Deutungshoheit der Vereinigten Staaten echauffiert, selbst aber einen unerträglichen Duktus an den Tag legt, der vermuten lässt, dass König Ulrich vom Berg der Weisheit gestiegen ist, um der Menschheit die vollkommene Wahrheit zu verkünden. Im Übrigen zeigen Ladurners folgenden Ausführungen <a href="http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2008/12/26/marchenstunde-mit-ulrich-ladurner/">einmal mehr</a>, dass er sich einen feuchten Kehricht um Menschenrechte schert:</p>
<blockquote><p>Die Taliban sind eine nationalistische Bewegung. Ihr Ziel ist es – das einzige, das sie eint –, die fremden Truppen aus dem Land zu werfen. Al-Qaida hat eine internationalistische Agenda. Sie möchte das Kalifat wieder errichten. Mullah Omar ist ein halb alphabetisierter Mullah vom Land. Osama bin Laden ist der gebildete Sohn einer reichen saudischen Familie. Durch Obamas Schießschartenblick erscheinen sie aber gleichförmig: als Feinde, die man bekämpfen muss.</p></blockquote>
<p>Mit anderen Worten: Lasst die Taliban in Afghanistan doch Frauen auspeitschen und Homosexuelle hinrichten wie es ihnen beliebt, so lange sie es nur innerhalb ihrer Grenzen tun und das Redaktionsgebäude der <em>ZEIT</em> nicht ins Visier nehmen. In Anbetracht solcher Worte kann zu keinem anderen Schluss gelangt werden, als dass Ladurners Verweis auf die „Menschenrechte“ heuchlerisch ist, und er selbst die personifizierte Doppelmoral darstellt.</p>
<p>Gegen Ende beweist Ladurner abschließend auch noch, dass ihn wie so viele seiner Kollegen klassischer Antiamerikanismus antreibt. Denn auf die von ihm selbst gestellte Frage, warum Obama eine „gewaltige Kriegsmaschinerie“ in Gang gesetzt habe und in Afghanistan Krieg führe, antwortet er:</p>
<blockquote><p>Obama ist der Herr einer Kriegsmaschinerie, die jährlich 500 Milliarden Dollar verschlingt. Das ist mehr, als Europa und Asien zusammen für Rüstung ausgeben. So viel Masse drängt zur Tat. Kann sein, dass Obama den Krieg eskalieren lassen will, um ihn zu beenden, doch gerät er dadurch so tief in »Afpak« hinein, dass er nicht mehr ohne Schaden rausfinden wird. Obama hat sich auf den von Bush begonnenen long war eingelassen – auf einen Krieg ohne Ende. Begonnen hat er in Afghanistan. Jetzt geht er in Pakistan weiter. Obama hat das schlimmste aller Erbstücke Bushs nicht von sich gewiesen, er hat es angenommen.</p></blockquote>
<p>Bleibt zu fragen: Was hat Ladurner genommen und wo bekommt man es?</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Die Wahl in Israel als Exempel für den europäisch-deutschen Blick auf Israel und den Nahostkonflikt]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/02/22/die-wahl-in-israel-als-exempel-fur-den-europaisch-deutschen-blick-auf-israel-und-den-nahostkonflikt/</link>
<pubDate>Sun, 22 Feb 2009 22:50:47 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/02/22/die-wahl-in-israel-als-exempel-fur-den-europaisch-deutschen-blick-auf-israel-und-den-nahostkonflikt/</guid>
<description><![CDATA[In der vorletzten Ausgabe der ZEIT titulierten Gisela Dachs und Michael Thumann die Wahlen in Israel]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>In der vorletzten Ausgabe der <em>ZEIT</em> titulierten Gisela Dachs und Michael Thumann die Wahlen in Israel als „Veto der Angst“. Die von Dachs und Thumann vorgebrachte Argumentation kann als exemplarisch für den genuin europäisch-deutschen Blick auf Israel im Allgemeinen und den Nahostkonflikt im Speziellen angesehen werden, und dient daher als Leitfaden für die folgenden Ausführungen. Zur Verdeutlichung dieser Sichtweise ist der Artikel von Dachs und Thumann nicht zuletzt deswegen geeignet, weil es sich bei den Autoren weder um sich offen zu erkennen gebende Israelhasser wie Norman Paech, Udo Steinbach oder Mahmud Ahmadinedschad handelt, noch um die sogenannten „Israelkritiker“, die sich als „besorgte Freunde“ Israels deklarieren und meinen, just aus diesem Grund „berechtigte Kritik“ äußern zu müssen.</p>
<h3>David gegen Goliaht oder: Immer auf die Kleinen!</h3>
<p></p>
<p>Zunächst beschreiben Dachs und Thumann Israel als „technologisch überlegendes Land“, das über eine „robuste Wirtschaft“ verfüge. Zudem sei Israel „die stärkste Militärmacht im Mittleren Osten, die jederzeit an mehreren Fronten Krieg führen kann“. Gleichwohl diese Zuschreibungen nicht gänzlich falsch sein mögen, verweisen sie auf eine problematische Sichtweise, die sich in dem in den folgenden Worten vermeintlich enthaltenden Widerspruch offenbart:</p>
<blockquote><p>Das ist Israel, klein aber stark und doch umgetrieben von der Sorge um sich selbst.</p></blockquote>
<p>Auch wenn Dachs und Thumann im Folgenden zumindest in Ansätzen Verständnis für die unzweifelhaft real existierenden Bedrohungen zeigen, denen Israel ausgesetzt ist, entsteht beim Leser der Eindruck, dass Israels „Sorge um sich selbst“ angesichts seiner &#8211; scheinbaren oder realen &#8211; Überlegenheit und Stärke übertrieben sei. Diese Sichtweise impliziert indes in zweifacher Hinsicht eine gefährlichen Verzerrung der Wirklichkeit.</p>
<p>Erstens &#8211; im Hinblick auf den Nahostkonflikt - manifestiert sich das Resultat dieser Auffassung in der vielfach herangezogenen Analogie von David und Goliath respektive dem Bild israelischer Panzer, die gegen Steine werfende arabische Jugendliche kämpfen. In Folge dieser eher auf emotionale Affekte denn auf eine rationale Analyse zielenden Illustration werden einfachste Ursache-Wirkungsbeziehungen außer Acht gelassen. Die von Palästinensern verübte Gewalt wird auf der einen Seite verharmlost, und auf der anderen Seite als Antwort auf eine nahezu aussichtslose Situation dargestellt. Beide Aspekte gehen in der Regel mit einer Dämonisierung der von Israel angewendeten Gewalt einher, im Zuge derer Israels Handlungen wahlweise als „unverhältnismäßig“ oder als aggressiver Natur, im Sinne eines Angriffs beschrieben werden. Alle vier Zuschreibungen bedingen sich gegenseitig und treten daher in der Regel in Kombination miteinander oder gar als Gesamtpaket auf.</p>
<p>Zweitens &#8211; in Bezug auf die Bedrohung durch einen nuklear bewaffneten Iran &#8211; werden die Sorgen der Israelis respektive die Sorge um Israel als, wenngleich nicht gänzlich unberechtigt, so doch als übertrieben dargestellt. Einerseits wird dabei übersehen oder geflissentlich ignoriert, welche Auswirkungen auch nur eine einzige auf Tel Aviv abgeworfene iranische Bombe hätte, von der Weitergabe an Terrororganisationen wie die Hamas oder die Hisbollah einmal abgesehen. Anderseits wird nicht beachtet, welche geopolitischen Folgen auch eine nicht eingesetzte, lediglich vorhandene iranische Bombe hätte: Aufgrund der so gewonnen Abschreckungskraft könnte Iran seinen Einfluss im gesamten Nahen Osten systematisch ausbauen und weiterhin als größter Unterstützer des weltweiten Terrorismus fungieren. Nicht nur im Nahen Osten würde der islamische Terrorismus und der Islamismus so neuen Aufwind bekommen. Auch eine Verbesserung der Lebenssituation der iranischen Bevölkerung innerhalb – oder vorzugsweise: nach Überwindung &#8211; des Mullah-Regimes wäre so auf absehbare Zeit unerreichbar.</p>
<p>Mag Israel auch über wirtschaftliche und militärische Macht verfügen: Die Bedrohungen mit denen das Land konfrontiert ist sind sowohl existent als auch existenziell. Jeder Verweis auf eine angesichts Israels Stärke vermeintlich übertriebene „Sorge um sich selbst“ verschleiert diese Tatsachen und trägt so, gewollt oder ungewollt, zu einer Verharmlosung der Gefahren und folglich einer tendenziellen Verschlimmerung der Bedrohungen bei.</p>
<h3>Zwei vermeintliche Wege für die Zukunft</h3>
<p></p>
<p>Ein weiteres Merkmal in der von Dachs und Thumann vertretenden &#8211; und für die europäisch-deutsche Sichtweise des Nahostkonfliks exemplarische &#8211; Argumentation zeigt sich in der Spekulation über das wahrscheinliche Verhalten potentieller israelischen Regierungen und der sich daraus angeblich ergebenden Folgen. Die Autoren stellen dabei zwei aus den jüngsten Wahlen möglicherweise hervorgehende israelische Regierungen vor, die sich angeblich diametral gegenüberstünden. Wie realistisch und zutreffend die Einschätzungen von Dachs und Thumman in einzelnen Punkten sind, sei an dieser Stelle dahingestellt, da dies für die weiteren Ausführungen nicht von Belang ist.</p>
<p>Die erste Alternative bestünde Dachs und Thumann zufolge in einer rechtsgerichteten Koalition unter Führung von Benjamin Netanjahu, die sich wie folgt verhalten würde:</p>
<blockquote><p>Die Vermittler kommen und gehen, ohne dass Jerusalem ihre Aufforderungen Taten folgen lässt. Die Israelis nicken in Gesprächen höflich und hinhaltend und tun dann das, was sie allein für richtig halten. Gaza bleibt umstellt. Wenn Raketen fliegen, folgt umgehend der massive Gegenschlag aus der Luft, notfalls auch eine kurze Panzerattacke. Die dort herrschende Hamas wird eingedämmt, nicht aber zerstört. Zu groß ist die Furcht im israelischen Sicherheitsestablishment, dass dann noch radikalere Gruppen die Macht übernehmen könnten.<br />
Im Westjordanland behält Israel die Kontrolle durch massive Militärpräsenz, den Hochsicherheitszaun und die Siedlungen, die strategisch in das Palästinensergebiet hinengebaut wurden. Eine anhaltende Besetzung des Westjordanlands wäre jedoch zu kostspielig. Deshalb wird eine moderate Regierung der Palästinenser mit Geld und Gefälligkeiten unterstützt, der amtierende Präsident Mahmud Abbas liefert das Vorbild. Wahrscheinlich ist der Rückzug auf Grenzen, die Israel gut verteidigen kann. Die Sicherheitsmauer weist die Richtung, hier siedeln die Israelis, dort verstreut die Palästinenser, beaufsichtigt von Armeestützpunkten.</p></blockquote>
<p>Diverse Verzerrungen und Suggestionen bei Seite gelassen, sind Dachs und Thumann augenscheinlich der Meinung, dass eine „Koalition zwischen der Likud-Partei unter Benjamin Netanjahu und der ultranationalistischen Israel Beitanu unter Avigdor Liebermann“ sich nicht um den Friedensprozess bemühen würde und diesen – zumindest in Ansätzen – gar systematisch unterlaufen würde. Hinsichtlich dieser Einschätzung besteht in deutschen Medien weitestgehend Konsens und sie sei an dieser Stelle nicht auf ihre Richtigkeit geprüft.</p>
<p>Interessanter ist ohnehin die zweite, weil von Dachs und Thumann offensichtlich bevorzugte, Alternative, die sie als eine Politik „der ausgestreckten offenen Hand“ bezeichnen, und die „nur bei maßgeblicher Regierungsbeteiligung der Kadima-Partei und von Zipi Liwni“denkbar sei. Eine solche israelische Regierung würde sich gemäß Dachs und Thumann im Gegensatz zur oben dargestellten Netanjahu-Regierung folgendermaßen verhalten:</p>
<blockquote><p>Die westlichen Vermittler, allen voran Geroge Mitchell, sind gern gesehene Gäste in Jerusalem. Die Regierung hält sie nicht hin, sondern versucht, mit ihnen ernsthaft auf einen haltbaren Modus Vivendi zwischen Israelis und Palästinensern hinzuarbeiten. Die Regierung friert den Siedlungsbau tatsächlich ein, wie George Mitchell schon 2001 in einem viel beachteten Bericht gefordert hatte. Die palästinensische Autonomiebehörde im Westjordanland wird durch israelische und internationale Hilfe gestärkt. Checkpoints werden abgebaut, um das Leben erträglich zu machen und einen wirtschaftlichen Aufschwung zu ermöglichen. Israel stellt sich darauf ein, den Palästinensern künftig ein lebensfähiges Gebiet zuzugestehen. Es beginnen ernsthafte Verhandlungen mit klaren Zielen und Zeitrahmen.<br />
Die Regierung in Jerusalem verweigert nicht mehr jede Kontaktaufnahme mit Hamas. Die Verhandlungen über die Freilassungen des entführten Soldaten Gilad Shalit sind der Auftakt. Über regionale Vermittler &#8211; Ägypten oder die Türkei &#8211; kommt ein stabiler Waffenstillstand zustande. Beide Seiten verzichten auf Gewalt. Sollten sich Hamas und die Fatah von Mahmud Abbas irgendwann auf eine gemeinsame Regierung oder zumindest auf eine Kooperation einigen, untergräbt Israel diese nicht, sondern sieht sie als Chance. Nur eine gestärkte palästinensische Regierung könnte Vereinbarungen auch durchsetzten, wenn sie es denn will.</p></blockquote>
<p>Auch wenn jeder sich dieser Sätze wie in Stein gemeißelt liest, steht diese Argumentation auf äußerst wackligen Füßen. Anders als bei der erste Alternative muss auf diverse Behauptungen daher inhaltlich eingegangen werden. Denn während die unter einer Netanjahu-Regierung laut Dachs und Thumann einsetzenden Entwicklungen, völlig unabhängig von ihrer Plausibilität, zumindest im Bereich des Möglichen liegen, kann dies für die einer Livni-Regierung zugeschriebenen Veränderungen nicht geltend gemacht werden. So trivial es auch sein mag, desto notwendig muss es ausgesprochen werden: In jedem Konflikt auf der Welt kann eine einzelne Seite – wie Dachs und Thumann es einer Netanjahu-Regierung unterstellen - eine Lösung oder in diesem Falle einen Friedensprozess mit Leichtigkeit blockieren. Zu einer wirklichen Verbesserung der Lage gehören hingegen immer zwei Seiten, es sei denn eine Seite ist <em>alleine</em> und <em>ausschließlich</em> für das Problem verantwortlich.</p>
<h3>Israelische Allmacht?</h3>
<p></p>
<p>Und dies ist der springende Punkt: Denn wenngleich dies an keiner Stelle expliziert wird, gehen die Autoren mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit davon aus, dass es vor allem Israel sei, dass „erträgliche Lebensbedingungen für alle“ garantieren könne respektive zu garantieren habe. Zwar bemerken Dachs und Thuman zu Recht, dass es im Nahostkonflikt derzeit nicht um „allumfassenden Lösungen“ ginge, allerdings scheinen sie von dem Axiom auszugehen, dass positive Veränderungen nahezu ausschließlich vom Verhalten Israels abhängig seien. Mögliche notwendige Zugeständnisse oder Verhaltensänderungen auf palästinensischer Seite werden entweder gar nicht erwähnt respektive gefordert, oder &#8211; wie im Falle von Dachs und Thumann &#8211; als anscheinend unweigerlich auf Israels &#8220;gute Taten&#8221; folgende Konsequenz dargestellt. In einem Satz kann die Auffassung der beiden <em>ZEIT</em>-Autoren, und mit ihr der Kern der europäisch-deutschen Position bezüglich des Nahostkonflikts, demnach auf folgende simple Formel gebracht werden: Die Lösung des Konflikts hängt in erster Linie von Israel ab, und daher muss sich vor allem Israel um die Lösung des Konflikts bemühen.</p>
<p>Diese Auffassung steht nicht nur zu einem krassen Widerspruch zur Geschichte des Nahostonflikts, sondern weist auch auf eine exorbitante Überschätzung sowohl Israels Einflusses auf die Palästinenser als auch eine damit einhergehende Unterschätzung der Bedeutsamkeit des Handelns der Palästinenser und anderer Staaten hin. Kein Wort verlieren Dachs und Thumann über die weitverbreitete Ablehnung des Existenzrechts Israels seitens der Palästinenser oder davon, dass dass auch die „moderaten“ Palästinenser auf das Rückkehrrecht der „Flüchtlinge“ bestehen, das Israel gleichwohl niemals gewähren kann, ohne seine Existenz als jüdischer Staat gänzlich aufzugeben. Kein Wort auch darüber, dass die „Kooperation“ zwischen der Hamas und der Fatah weder von Israel abhängig noch auf absehbare Zeit wahrscheinlich ist. Und kein Wort davon, dass die Hamas völlig überzogene und nahezu unzumutbare Forderungen für die Freilassungen Gilad Shalits stellt, die Dachs und Thumann ja als „Auftakt“ für alle weiteren Schritte ansehen.</p>
<p>Angesichts dieser äußerst einseitigen Wahrnehmung des Nahostkonflikts liest sich der folgende Satz von Dachs und Thumann wie blanker Hohn:</p>
<blockquote><p>Im Vergleich zu den frühen neunziger Jahren, als viele Israelis mit Zuversicht die Verhandlungen mit dem damaligen PLO-Chef Arafat sahen, ist das Land misstrauisch geworden.</p></blockquote>
<p>Das Wort „Misstrauen“ impliziert, dass das eigentliche Problem bei demjenigen liegt, der (womöglich zu Unrecht) „misstrauisch“ ist, und nicht etwa bei demjenigen, dem (womöglich zu Unrecht) „misstraut“ wird. Kein vernünftiger Mensch würde auf die Idee kommen, einen Menschen, der sich nach drei Faustschlägen gegen einen Angreifer zu Wehr setzt und sich anschließend zur erneuten Verteidigung bereitmacht als „misstrauisch“ bezeichnen. Eine treffendere Formulierung böten Worte wie „klug“ oder „aus der Erfahrung lernend“.</p>
<h3>Schluss</h3>
<p></p>
<p>Letztlich handelt es sich bei der hier skizzierten Auffassung folglich um eine doppelte Überschätzung Israels: Erstens wird die militärische Stärke Israels überbewertet und real existierende Bedrohungen entweder verharmlost oder Israel in eine ob seiner Überlegenheit moralisch verwerfliche Position gebracht. Zweitens wird der Einfluss der israelischen Politik auf die Palästinenser und den Nahostkonflikt dramatisch überschätzt und die Verantwortung für die Problem so weitestgehend Israel zugeschoben. Dass der Schlüssel zur Lösung aller Probleme in den Händen der israelischen Regierung liegt ist eine der Grundannahmen der europäisch-deutschen Sichtweise des Nahostkonflikts. In vielen Fällen wie auch bei Dachs und Thumann mag dies nicht einmal bös&#8217; gemeint sein. Doch bekanntermaßen ist das Gegenteil von gut nicht umsonst: gut gemeint.</p>
<p><em>Quelle: Gisela Dachs und Michael Thumann: &#8220;Veto der Angst&#8221;, in: DIE ZEIT vom 12. Februar 2009, S. 5.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[460 weitere Pfund angereichertes Uran und ein "Neuanfang mit Teheran"]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/02/20/460-weitere-pfund-angereichertes-uran-und-ein-neuanfang-mit-teheran/</link>
<pubDate>Fri, 20 Feb 2009 10:31:32 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/02/20/460-weitere-pfund-angereichertes-uran-und-ein-neuanfang-mit-teheran/</guid>
<description><![CDATA[Christoph Bertram ist nicht nur Deutschlands Vorzeige-Appeaser, sondern hat auch ein bemerkenswert s]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Christoph Bertram ist nicht nur Deutschlands <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/joerg_rensmann/">Vorzeige-Appeaser</a>, sondern hat auch ein bemerkenswert schlechtes Timing. In seinem gestern auf den Seiten der <em>ZEIT</em> erschienenen Artikel <a href="http://www.zeit.de/online/2009/09/iran-westen-obama">&#8220;Iran &#38; der Westen: Neuanfang mit Teheran&#8221;</a> schreibt Bertram:</p>
<blockquote><p>Sind dies die Schwalben, die den Sommer ankündigen: die Bereitschaft des Iran, sein Atomprogramm unter solche internationale Kontrolle zu stellen, welche die Bombenoption soweit wie möglich ausschließt; die Bereitschaft der USA, das Regime in Teheran nicht mehr infrage zustellen?</p></blockquote>
<p>Schade nur, dass die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) ebenfalls gestern in einem Bericht verkündet hat, dass Iran über <a href="http://www.nytimes.com/2009/02/20/world/middleeast/20nuke.html?_r=1&#38;emc=tnt&#38;tntemail1=y">460 Pfund mehr angereichertes Uran</a> verfügt, als gegenüber der IAEO angegeben. Iran besitzt somit nachweislich mehr als eine Tonne niedrig angereicherten Uran, was bei weiterer Anreicherung <a href="http://us.ft.com/ftgateway/superpage.ft?news_id=fto021920091627459047">genug für eine Atombombe</a> ist.</p>
<p>Angesichts dieser Tatsache wäre es nicht nur für Christoph Bertram &#38; Barack Obama höchste Zeit, endlich aufzuwachen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Eine-Millionen-Euro-Frage]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/01/22/eine-millionen-euro-frage/</link>
<pubDate>Thu, 22 Jan 2009 08:52:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/01/22/eine-millionen-euro-frage/</guid>
<description><![CDATA[Gestellt von ZEIT-Leser Dr. Hermann Beck angesichts der &#8220;barbarischen Bombardements&#8221; in ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Gestellt von <em>ZEIT</em>-Leser Dr. Hermann Beck angesichts der &#8220;barbarischen Bombardements&#8221; in Gaza:</p>
<blockquote><p>Ist es denn wirklich eine ganz falsche Wahrnehmung des Nahostkonfliktes, wenn in diesen Tagen unter dem Eindruck der Missachtung der UN-Resolution zum Waffenstillstand und der weltweiten Proteste die Israelis als die Täter und die Palästinenser als die Opfer gesehen werden?</p></blockquote>
<p>Und hier die Antwortmöglichkeiten:</p>
<ol type="a">
<li>Ja</li>
<li>Wieso &#8220;in diesen Tagen&#8221;? Israel ist doch immer Täter und die Palästinenser sind doch immer Opfer!</li>
<li>&#8220;Kindermörder &#8211; Israel!&#8221;</li>
<li>Alles <a href="http://www.lizaswelt.net/2009/01/hart-aber-fair.html">&#8220;israelische Propagandisten hier&#8221;</a>! Und komm&#8217; mir ja nicht mit der <a href="http://kotzboy.com/?p=2187">&#8220;Antisemitismuskeule&#8221;</a>!</li>
</ol>
<p><em>Quelle: DIE ZEIT vom 22. Januar 2009, S. 50.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Was F.A.Z.-Leser können, können ZEIT-Leser schon lange]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/01/15/was-faz-leser-konnen-konnen-zeit-leser-schon-lange/</link>
<pubDate>Thu, 15 Jan 2009 11:42:01 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/01/15/was-faz-leser-konnen-konnen-zeit-leser-schon-lange/</guid>
<description><![CDATA[Auch in der ZEIT sind erste Reaktionen auf den Krieg in Gaza zu verzeichnen, und sie stehen dem Geke]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Auch in der <em>ZEIT</em> sind erste Reaktionen auf den Krieg in Gaza zu verzeichnen, und sie stehen dem <a href="http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/01/11/gegossenes-blei-und-die-berichterstattung-deutscher-medien-am-beispiel-der-faz-erste-reaktionen-von-faz-lesern-und-ein-paar-lesemepfehlungen-teil-3/">Gekeife der <em>F.A.Z.</em>-Leser</a> wahrlich in nichts nach. So schreibt etwa <em>Henning v. Winterfeld</em>:</p>
<blockquote><p>Nachdem Hunderte von Menschen gestorben sind und von Europa geförderte, öffentliche Gebäude in Schutt und Asche liegen, wächst die Enttäuschung über eine unglaublich einfallslose und sture Politik in Nahost. Die in Medien wie selbstverständlich klingende Kriegsberichterstattung über die gezielte Tötung eines Hamas-Führers nebst zehnköpfiger Familie ist erschreckend.</p></blockquote>
<p>Es erinnert an die Frage nach dem Huhn und dem Ei: Hat Herr v. Winterfeld sich aufgrund einer bereits vorhandenen Einstellung unzureichend über den Krieg in Gaza informiert, oder sind bei Herr v. Winterfeld aufgrund der unzureichenden Berichterstattung über den Krieg in Gaza entsprechende Einstellungen entstanden? Klarheit über diese Frage verschafft ein per E-Mail eingesandter Kommentar von <em>Gudrun Mogler</em>:</p>
<blockquote><p>Israel, hochgerüstet mit modernen Waffen, hat von jeher auf Stärke und Unterdrückung gesetzt und alle Verhandlungen in diesem Sinne geführt mit dem Ergebnis, das die palästinensische Bevölkerung wie in einem Gefängnis eingesperrt ist und ihrer Rechte braubt wurde. Hätte Israel auf Verhandlungen und Gespräche gesetzt und vor allem die Grenzen von vor 1967 respektiert, sähe es in Nahost und beim internationalen Terrorismus anders aus.</p></blockquote>
<p>Hier braucht die Frage nach Ursache und Wirkung nicht gestellt zu werden: ein solch hanebüchener und auf falschen &#8220;Tatsachen&#8221; aufbauenden Kommentar hat selbst die im Umgang mit allerlei ekelhaftem Unsinn erprobte <em>Zeitung für Schland </em>nur selten gesehen. Viel interessanter ist daher die Frage, warum die sich als Qualitätszeitung verstehende <em>ZEIT</em> entblödet, einen solch schlampig formulierten und völlige Ahnungslosigkeit offenbarenden Leserbrief überhaupt abzudrucken.  Gab es etwa keine besseren? Schwer vorstellbar.</p>
<p>Den krönenden Abschluss liefert der Brief von <em>Hubert Rieping,</em> der natürlich ganz genau weiß, um was es in Gaza eigentlich geht:</p>
<blockquote><p>Natürlich geht es um mehr Macht &#8211; immer und überall.</p></blockquote>
<p>Natürlich, worum auch sonst.</p>
<p><em>Quelle: DIE ZEIT vom 15. Januar 2009, S. 46.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wissenschaft für Kinder (Gast: Christoph Bertram)]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/01/14/wissenschaft-fur-kinder-gast-christoph-bertram/</link>
<pubDate>Wed, 14 Jan 2009 01:07:32 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/01/14/wissenschaft-fur-kinder-gast-christoph-bertram/</guid>
<description><![CDATA[Bei aller &#8211; im Wesentlichen gerechtfertigten &#8211; Fokussierung auf den Krieg in Gaza in den]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Bei aller &#8211; im Wesentlichen gerechtfertigten &#8211; Fokussierung auf den Krieg in Gaza in den letzten Tagen darf <a href="http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2008/11/21/christoph-bertram-umarmt-den-beelzebub/">Christoph Bertrams</a> Lobpreisung neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse in der <em>ZEIT</em> nicht ungehört verhallen. Die zentrale Erkenntnis, die die Welt Bertram zufolge der Wissenschaft verdanke, sei, dass die &#8220;Terrorgruppe al-Qaida weniger bedrohlich ist als gemeinhin angenommen&#8221;. En Detail:</p>
<blockquote><p>Wer längst meint, in den letzten Jahren sei die Gefahr des Terrorismus gedankenlos zur sicherheitspolitischen Hauptherausforderung für die Staaten der Welt hochstilisiert worden, der findet Unterstützung in der Herbst-Ausgabe der Harvarder Vierteljahresschrift International Security. Unter dem Titel Assessing the Danger&#8217;s of Illicit Networks (Gefahrenbewertung verbotener Netzwerke) analysieren zwei junge Wissenschaftlicher, Mette Eilstrup-Sangiovanni (Cambridge) und Calvert Jones (Yale), warum al-Qaida weniger bedrohlich sein könnte, als viele glauben.</p>
<p>Beide gestehen unumwunden, sie seien keine Terrorismus-Experten.</p></blockquote>
<p>Keine Ahnung zu haben, wovon man eigentlich spricht ist kein Problem, sondern zumeist Bedingung für die Teilnahme an öffentlichen Diskursen. Wirklich drollig ist hingegen, was Bertram aus den Analysen der Wissenschaftler für hanebüchende Folgen zieht.</p>
<p>Die Ergebnisse der Wissenschaftler in wenigen Worten: Die lockeren Netzwerke terroristischer Gruppen sind den starren Formen staatlicher Gewaltanwendung <em>nicht</em> überlegen, sondern bringen strukturelle Nachteile mit sich:</p>
<blockquote><p>Bezeichnenderweise habe al-Qaida seine erfolgreichsten Aktionen zu einem Zeitpunkt ausgeführt, als die Organisation nicht etwa lose, sondern weitgehend hierarchisch gegliedert war; der 11. September 2001 war nicht das Werk eines Netzwerks: &#8220;Viele ihrer traditionellen Stärken dürften auf einer hierarchischen Befehlsstruktur sowie zentraler Koordination beruht haben&#8221;. Inzwischen habe al-Qaida sich in eine lose Vereinigung verwandelt, die zwar radikalen Islamisten Inspiration und Rechtfertigung bieten könne, dafür aber kaum noch strategische oder taktische Unterstützung. [...]</p>
<p>Mit der Vertreibung aus Afghanistan habe al-Qaida seine Identität eingebüßt und sei gezwungen worden, seine ursprüngliche Struktur durch die eines losen Netzwerks zu ersetzen. Damit sei die Bedrohung durch diese Gruppe erheblich geschrumpft.</p></blockquote>
<p>Hieraus zieht Bertram folgendes Fazit:</p>
<blockquote><p>Dass die terroristische Bedrohung nicht verschwunden ist, weiß jeder, der morgens die Zeitung aufschlägt. Auch die Autoren selbst stellen das nicht in Abrede. Aber sie beleuchten überzeugend, dass es sich eben nicht um eine existenzielle, den großen Bedrohungen früherer Zeiten gleichzustellende Gefährdung moderner Staaten handelt, zu der die Bush-Regierung sie aufbauschte.</p></blockquote>
<p>Eine ernstgemeinte Frage: Ist der so doof, oder tut der nur so? Auf der einen Seite erkennt er an, dass die Vertreibung der al-Qaida aus Afghanistan &#8211; im übrigen durch die viel gescholtene Bush-Regierung &#8211; selbige deutlich geschwächt habe. Mit anderen Worten: dass der Kampf gegen den Terrorismus Erfolg aufweise. Auf der anderen Seite zieht er aber just aufgrund jener Schwächung der al-Qaida basierend den Schluss, dass es sich beim Terrorismus nur um eine verhältnismäßig geringe Gefahr handle. Mit anderen Worten: Das  Problem wurde gelöst, also hat es das Problem auch nie gegeben!</p>
<p>Völlig unabhängig davon, ob man den Ausführungen der Wissenschaftler oder Bertrams Einschätzungen über al-Qaida folgt oder nicht, ist Bertrams Logik daher nur mit einem Wort zu bezeichnen: krude. Bertram selbst beendet seinen Artikel indes mit den folgenden Worten:</p>
<blockquote><p>Gesunder Menschenverstand hat dies ohnehin stets nahegelegt. Wie schön, wenn er hier Bestätigung durch die Wissenschaft erfährt.</p></blockquote>
<p><em>Quelle: Christoph Bertram: &#8220;Löchrige Netze&#8221;, in: DIE ZEIT vom 8. Januar 2009, S. 48.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ein guter Rat fürs neue Jahr]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/01/02/ein-guter-rat-furs-neue-jahr/</link>
<pubDate>Fri, 02 Jan 2009 00:46:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2009/01/02/ein-guter-rat-furs-neue-jahr/</guid>
<description><![CDATA[Aus einem nicht ersichtlichen Grund werden in der ZEIT in den letzten Monaten mit schöner Regelmäßig]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Aus einem nicht ersichtlichen Grund werden in der <em>ZEIT</em> in den letzten Monaten mit schöner Regelmäßigkeit die immergleichen Abgesänge auf die Vormachtstellung der USA von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Parag_Khanna">Parag Khanna</a>, Direktor der <a href="http://www.newamerica.net/"><em>New America Foundation</em></a>, abgedruckt. Anlässlich des Jahreswechsels hält es die <em>ZEIT</em> für angebracht, Khanna auf einer ganzen Seite seine Meinung zu jedem politischen Problem der Welt hinauszuposaunen. Wahrlich erheiternd ist vor dem Hintergrund der <a href="http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/12/31/AR2008123102772.html?hpid=opinionsbox1">jüngsten Geschehnisse in Gaza</a>, was Khanna über den Nahostkonflikt schreibt:</p>
<blockquote><p>Wenn der jetzt dramatisch losgebrochene Konflikt zwischen Israel und der Hamas über die Palästinensergebiete hinaus die Menschen und Mächte der Region erfasst, kann die ganze Nahostpolitik des kommenden Jahres davon bestimmt werden. Wenn aber das Schlimmste verhindert werden kann, hätte Europa die Chance, die Koexistenz Israels mit einem neuen Palästinenserstaat wirklich zu seiner Sache zu machen. Die Regierung Bush hatte den Bürgerkrieg zwischen Hamas und der Fatah-Organisation befeuert, der den Gaza-Streifen und was Westjordanland zu verfeindeten Gebieten gemacht hat.</p></blockquote>
<p>Zunächst ist äußerst unklar, was Khanna zufolge &#8220;das Schlimmste&#8221; sei, das es zu verhindern gelte. Darüber  hinaus stellt sich die Frage, mit welchem &#8220;neuen&#8221; Palästinenserstaat Israel koexistieren soll. Khannas folgende Ausführungen legen nahe, dass er nicht nur auf eine Vereinigung der Hamas und der Fatah hofft, sondern in selbiger gar die Lösung des Nahostkonflikts zu sehen scheint:</p>
<blockquote><p>Europa könnte den Bau einer Verbindung zwischen beiden Territorien finanzieren. Dies wäre der entscheidende erste Schritt zu einem lebensfähigen palästinensischen Staat.</p></blockquote>
<p>Warum sollte der &#8220;entscheidende erste Schritt&#8221; zu einem palästinensischen Staat zur Abwechslung eigentlich nicht  endlich einmal von denjenigen ausgehen, die angeblich so sehr nach einem eigenen Staat strebten? Sollte das <a href="http://www.zionism-israel.com/maps/Hamas_rocket_range_map.htm">Verhalten der Hamas in den letzten Wochen und Monaten</a> nicht auch &#8220;führende Köpfe US-amerikanischer Thinktanks&#8221; (<em>ZEIT</em> über Khanna) davon überzeugt haben, dass ein viel zu großer Teil der Palästinenser den Judenmord einem eigenen Staat weiterhin vorzieht? Zu Herrn Khanna jedenfalls ist diese Erkenntnis noch nicht durchgedrungen und so phantasiert er munter weiter:</p>
<blockquote><p>Europa kann in Unternehmen investieren, die Arbeitsplätze schaffen; es kann zivilgesellschaftliche Organisationen unterstützen; und es ist eher als Amerika bereit, auch Druck auf Israel auszuüben.</p></blockquote>
<p>Angesichts dieser auf offensichtlicher Unkenntnis basierenden Blauäugigkeit sei der <em>ZEIT</em> und Khanna an dieser Stelle mit den unnachahmlichen Worten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Nuhr">Dieter Nuhrs</a> ein ratsamer Vorsatz fürs neue Jahr übermittelt: Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.</p>
<p><em>Quelle: Parag Khanna: &#8220;Ein Himmel ohne Sonne&#8221;, in: DIE ZEIT vom 31. Dezember 2008.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Märchenstunde mit Ulrich Ladurner]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2008/12/26/marchenstunde-mit-ulrich-ladurner/</link>
<pubDate>Fri, 26 Dec 2008 10:37:01 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2008/12/26/marchenstunde-mit-ulrich-ladurner/</guid>
<description><![CDATA[Der designierte US-Präsident Barack Obama hat bislang nicht auf den Brief des iranischen Präsidenten]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Der designierte US-Präsident Barack Obama hat bislang nicht auf den <a href="http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2008/11/06/AR2008110603030.html">Brief des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad</a> geantwortet. Naturgemäß sind sind Sympathisanten der islamischen Republik Iran wie <em>ZEIT</em>-Autor Ulrich Ladurner über diese grobe Ungerechtigkeit äußerst verstimmt. Ladurner, bekannt für <a href="http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2008/12/09/mumbai-und-kaschmir/">messerscharfe politische Analysen</a>, hat aus diesem Grund in der <em>ZEIT</em> freundlicherweise eine mögliche Antwort Obamas formuliert, was zweifelsohne als Versuch gedeutet werden kann, in die oberste Liga der Apologeten des iranischen Regimes aufzusteigen. Um in der Oberklasse der Appeaser mitzuspielen ist zwar eigentlich ein Buch fällig, jedoch braucht Ladurners Brief sich dem Grad seiner Widerwärtigkeit nach vor <a href="http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2008/10/15/wer-iran-sagt-muss-auch-israel-sagen/">Volker Perthes</a> und <a href="http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2008/04/18/warten-auf-die-bombe/">Christoph</a> <a href="http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2008/07/04/die-welt-des-christoph-betrams-oder-umarmt-iran/">Bertrams</a> <a href="http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2008/11/21/christoph-bertram-umarmt-den-beelzebub/">Auswürfen</a> nun wirklich nicht zu verstecken. Insbesondere hinsichtlich seiner nahezu pathologischen Unterwürfigkeit gegenüber dem<a href="http://de.stopthebomb.net/de/start/deutschland/text-audio-und-video/informationen-zum-iranischen-regime/"> menschenverachtenden iranischen Regime</a> weiß Ladurner die Konkurrenz gar um Meilen hinter sich zu lassen.</p>
<p>Ladurner fordert in seinem fiktiven Brief an Ahmadineschad direkte Gespräche mit Iran, gefolgt von einer kleinen Geschichtsstunde, die sich jedoch schnell als Märchenstunde entpuppt:</p>
<blockquote>
<p style="margin-bottom:0;">Sehr geehrter Herr Präsident,</p>
<p>ich danke Ihnen für Ihren Brief, in dem Sie mir zur Wahl gratulieren. Ich habe Ihre Zeilen sehr aufmerksam gelesen und bin nach langem Überlegen zu dem Schluss gekommen, dass es unseren beiden Ländern nur nutzen kann, wenn wir miteinander sprechen.</p>
<p>Die USA und die Islamische Republik Iran sind seit 30 Jahren verfeindet. Lassen Sie uns daher nicht das betonen, was uns trennt, sondern das, was uns verbindet. Das amerikanische Volk erinnert sich sehr gut daran, dass Iraner nach den Attentaten vom 11. September 2001 in Teheran öffentlich ihr Mitgefühl mit den Opfern dieses Verbrechens geäußert haben. Der Schock über die Grausamkeit der Terrororganisation al-Qaida sitzt bei unseren beiden Völkern tief.</p></blockquote>
<blockquote><p>Ich möchte Sie auch daran erinnern, dass die sunnitische al-Qaida zwar Tausende Amerikaner getötet hat, doch unter den Schiiten im Irak haben diese Terroristen ein noch viel größeres Blutbad angerichtet. Al-Qaida ist unser gemeinsamer Feind.</p>
<p>Die Vereinigten Staaten von Amerika haben den Kampf gegen den Terror aufgenommen. Nicht alles, was wir dabei unternommen haben, war richtig und nützlich. Ja, wir haben sogar schwere Fehler begangen, die unser Ansehen in der Welt und unsere Glaubwürdigkeit beschädigt haben. Trotzdem, der Kampf gegen den Terror muss geführt werden, und wir werden das mit aller Entschlossenheit weiter tun.</p></blockquote>
<p>Den Kampf gegen Terror &#8220;mit aller Entschlossenheit&#8221; führen und gleichzeitig mit dem <a href="http://www.hagalil.com/archiv/2008/10/teheran.htm">größten finanziellen Unterstützers des Terrors</a> gemütlich bei einer Tasse Tee parlieren &#8211; ein Widerspruch? Nicht sofern man, wie es sich in einem reumütigen Brief gehört, eigene Fehler unterstreicht und unter keinen Umständen Anklage erhebt. Ladurner weiß die ohnehin nur schwer zu ertragende Unterwürfigkeit gegenüber dem menschenverachtenden iranischen Regime indes noch zu toppen:</p>
<blockquote><p>Ihr Land hat eine große und lange Geschichte, es ist einflussreich und mächtig, doch glauben Sie nicht, dass es die Probleme seiner Nachbarschaft allein lösen kann. Überschätzen Sie Ihre Kraft nicht. Glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich rede. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben in den letzten Jahren schmerzhaft die Grenzen ihrer Macht erfahren müssen. Wir brauchen Verbündete. Daraus aber sollten Sie nicht schließen, dass wir schwach oder gar unentschlossen sind.</p></blockquote>
<p>Das liest sich beinah so, als wolle der größte Außenseiter der Schule &#8211; verpickelt und hässlich- in einem Akt der Verzweiflung das beliebteste Mädchen der Schule nach einem Date zum Abschlussball bitten. Die Frage, warum das schöne Mädchen auf die Offerte eines solchen Losers eingehen sollte, stellt sich Ladurner dabei sogar selbst:</p>
<blockquote><p>Sie werden sich vielleicht fragen: Wozu brauchen wir die Freundschaft der USA? Sind wir nicht 30 Jahre lang gut ohne sie ausgekommen? Bestimmt, Ihr Land kann doch auch ohne unsere Hilfe weiterbestehen, doch wird es nicht das Potenzial ausschöpfen können, dass in ihm steckt. Und Sie, Herr Präsident, wollen mit Sicherheit, dass die Menschen in Ihrem Land alle ihre Möglichkeiten nutzen können.</p></blockquote>
<p>Gewiss kann es als selbstverständlich angesehen werden, dass Ahmadineschad daran interessiert ist, dass die Menschen im Iran &#8220;alle ihre Möglichkeiten&#8221; nutzen können: sofern man die Hälfte der Bevölkerung, <a href="http://www.jamali.info/kaveh/?page=150508_K1">Frauen</a>, abzieht. Und die <a href="http://debatte.welt.de/kolumnen/73/iran+aktuell/103216/bahai+leben+im+iran+ohne+menschenrechte?req=RSS">Bahai</a>. Und <a href="http://www.independent.co.uk/news/world/middle-east/brutal-land-where-homosexuality-is-punishable-by-death-792057.html">Homosexuelle</a>. Aber ansonsten sind die Mullahs natürlich am Wohlergehen aller Menschen im Iran interessiert. Darüber hinaus sei Iran ein starkes Land, dass sich durch seine Politik gegenüber eines bestimmten Landes jedoch unnötigerweise selbst schaden würde:</p>
<blockquote><p>Iran ist ein Riese in der Region, ein Riese, der sich mitunter selbst am Boden fesselt. Zu diesen Fesseln gehört Ihre Politik gegenüber Israel. Ich begreife Ihre Verbundenheit mit den Palästinensern, und ich versichere Ihnen, dass wir an einer Lösung der Palästinafrage hart arbeiten werden. Wir glauben nämlich &#8211; genau wie Sie -, dass dies einer der zentralen Konflikte unserer Zeit ist. Doch wir werden nur eine Lösung finden können, wenn sich Israel sicher fühlen kann. Wer Israel offen droht, wer Israel mit Waffen bekämpft, der untergräbt auch die Sache der Palästinenser. Ich wünsche mir, dass Sie in diesem Lichte Ihre Unterstützung der libanesischen Hisbollah überdenken.</p></blockquote>
<p>Ach ja richtig: das leidliche Thema Israel. Hier fallen gleich mehrere Punkte auf:</p>
<ol>
<li>Ladurner scheint allen Ernstes zu glauben, dass Irans Politik gegenüber Israel von einer &#8220;Lösung der Palästinafrage&#8221; abhinge. Demnach sei ergo nicht der fanatischer Hass auf Israel, sondern der Nahostkonflikt der Grund für Irans Streben nach Nuklearwaffen.</li>
<li>Ladurner erwähnt zudem mit keiner Silbe, dass Ahmadineschad Israel  in einer <a href="http://www.haaretz.com/hasen/spages/1024097.html">antisemitischen Hetzrede</a> vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen im September diesen Jahres nicht nur für das Palästinenserproblem, sondern für nahezu <em>jeden </em>Konflikt auf der Welt verantwortlich gemacht hat (vgl. zu der Rede auch <a href="http://www.matthiaskuentzel.de/contents/adolf-ahmadinejad-vor-den-un">Matthias Küntzel</a>). Folgerichtig erwähnt Ladurner auch die <a href="http://www.jer-zentrum.org/ViewArticle.aspx?ArticleId=154">wiederholt geäußerten Vernichtungsdrohungen Irans gegenüber Israels</a> nicht.</li>
<li>Folglich scheint Ladurner den Atomkonflikt als <em>iranisches</em> und nicht als <em>israelisches</em> Problem anzusehen. Das genuine Problem der iranische Bombe sei daher auch nicht die Bedrohung Israels Existenz, sondern dass sie eine Lösung des Nahostkonflikts zu Gunsten der Palästinenser verhindere.</li>
<li>Infolgedessen verwundert es auch nicht, dass Ladurner von Iran lediglich fordert, dass Israel sich sicher <em>fühlen</em> können müsse und nicht <em>offen</em> bedroht oder <em>mit Waffen</em> bekämpft werden dürfe. Ladurner fordert daher auch nicht von Iran, <em>aufzuhören</em> die Terrororganisation Hisbollah zu unterstützen, sondern die Unterstützung lediglich zu <em>überdenken</em>.</li>
<li>Auch ohne Ladurner unterstellen zu müssen, dass diese doppeldeutigen Formulierungen bewusst gewählt sind: seine Sprache offenbart, dass er direkte Gespräche mit Iran über die Existenz des jüdischen Staats stellt.</li>
</ol>
<p>Aber vielleicht gibt es ja auch eine denkbar einfache Lösung für das Problem: <span style="text-decoration:line-through;">das zionistische Regime</span> Israel einfach von <span style="text-decoration:line-through;">der Landkarte</span> den Seiten der Geschichte <span style="text-decoration:line-through;">tilgen</span> streichen. Na dann: Auf gute Zusammenarbeit! Und damit die auch wirklich glückt, noch einmal tief hinunter auf die Knie und den Mullahs die Füße geküsst:</p>
<blockquote><p>Ich habe eine klare Vorstellung von Ihrem Land und Ihrem Volk. Ich sehe kraftvolle, offene Menschen. Ich sehe Menschen, die sich nicht fürchten müssen, weder vor der eigenen Regierung noch vor einer ausländischen Macht. Ich sehe ein Land, das in Frieden mit seinen Nachbarn lebt und keine Atombombe braucht, um sich sicher zu fühlen.</p>
<p>Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten.</p></blockquote>
<p>Kein Iraner müsse sich &#8220;vor der eigenen Regierung&#8221; fürchten, ein wahrlich würdiger Abschluss für Ladurners Märchen: Und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Human_rights_in_the_Islamic_Republic_of_Iran#Current_situation">wenn sie nicht gestorben sind</a>, dann lachen sie noch heute.</p>
<p><em>Quelle: DIE ZEIT vom 23. Dezember 2008, S. 12.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Medialer Wahn und ein 90. Geburtstag]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2008/12/23/medialer-wahn-und-ein-90-geburtstag/</link>
<pubDate>Tue, 23 Dec 2008 10:06:28 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2008/12/23/medialer-wahn-und-ein-90-geburtstag/</guid>
<description><![CDATA[Würde man alle Deutschen durchnummerieren, Helmut Schmidt erhielte unter Garantie die Eins, denn Hit]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Würde man alle Deutschen durchnummerieren, Helmut Schmidt erhielte unter Garantie die Eins, denn Hitler ist ja bekanntermaßen Tod und außerdem Österreicher. Da sich nunmehr der Geburtstag jenes Vorzeigedeutschen zum 90. Male jährt, versteht es sich daher von selbst, dass Schmidts Hausblatt selbigem die Ehre erweist. Nun müssen diejenigen, die nach wie vor &#8211; und ergo resistent gegen klug machende Erfahrung &#8211; zu den Lesern der <em>ZEIT</em> zählen, die an Vergötterung grenzende Verehrung Schmidts in dessen Hofblatt bereits seit Längerem ertragen. Dass der <em>ZEIT</em>-Leser folgerichtig nicht nur mit einem &#8220;Helmut-Schmidt-Sonderheft&#8221;, sondern gleich mit derer zwei beglückt wird, vermag daher nicht zu überraschen. Als besonders ausgefeiltes Extra wird zudem an der Stelle, an der sonst die &#8220;Zigarette mit Helmut Schmidt&#8221; schlechte Luft verbreitet (die hervorgehobenen Zitate der letzten Wochen lauteten sinngemäß: &#8220;Ich habe mein Schachspiel in der Kriegsgefangenenschaft selbst geschnitzt&#8221; und &#8220;Wir bekommen gelegentlich auch Briefe mit Kot zugesandt&#8221;) eine &#8220;Zigarette mit Rosemarie Niemaier&#8221;, Schmidts Sekretärin, abgedruckt. Das Ganze liest sich sogar noch langweiliger als es klingt, mit der Ausnahme jedoch, dass Niemaier den in der <em>ZEIT</em> verbreiteten Schmidt-Wahn unfreiwilligerweise auf den Punkt bringt:</p>
<blockquote><p>Ich habe ihn früher nicht für ein Wesen aus Fleisch und Blut gehalten. Das tue ich jetzt.</p></blockquote>
<p>Zu Giovanni di Lorenzo und Konsorten ist diese Erkenntnis bislang offensichtlich noch nicht herabgesickert. Doch auch wenn Niemaier Schmidt zwar durchaus als Menschen betrachtet, lässt auch sie sich es natürlich nicht nehmen, auf Schmidts Genialität zu verweisen:</p>
<blockquote><p>Obwohl er wirklich wenige Schwächen zeigt. Kennen Sie zum Beispiel die Hauptstadt von North Dakota?</p></blockquote>
<p>Giovanni di Lorenzo kennt selbige &#8220;natürlich nicht&#8221;, was nur jene zu überraschen mag, die der Meinung sind, dass die <em>ZEIT </em>sich ihrem intellektuellen Anspruch nach auch nur einen Hauch von der viel und gerne gescholtenen Zeitung mit den vier großen Buchstaben unterscheide: beides sind Zeitungen die man lesen kann, es im Zweifelsfall aber doch besser sein lässt. Doch zurück zu Helmut Schmidt, der die Antwort auf die Frage aller Fragen &#8211; Sie ahnten es bereits &#8211; selbstverständlich kennt. Niemaier:</p>
<blockquote><p>Bismarck heißt sie. Ich habe ihn das einmal gefragt. Unglaublich, aber wahr: Helmut Schmidt wusste das!</p></blockquote>
<p>Unglaublich, aber wahr: Es existiert ein Mensch von solch vollkommener Weisheit und ihm wird bislang lediglich ein mediales Denkmal gesetzt! Mit welcher Berechtigung wird der Welt der Helmut-Schmidt-Feiertag vorenthalten? Und warum heißt die <em>ZEIT</em> noch <em>ZEIT</em> und nicht SCHMIDT? Die Tatsache dass die <em>ZEIT</em> mit sowohl überaus erfolgreichem als auch penetrantem Nachdruck daran arbeitet, Schmidt zum nationalen Mythos aufzubauen, vermag da kaum Trost zu spenden.</p>
<p>Helmut Schmidt selbst kann die mediale Ejakulation natürlich nicht angelastet werden. Zumal aufrichtiges Beileid verdient, wer sich von Gerhard Schröder und Günter Grass in der eigenen Zeitung gratulieren lassen muss. In diesem Sinne wünscht die <em>Zeitung für Schland</em> Helmut Schmidt daher herzlichst alles erdenklich Gute zum 90. Geburtstag. Möge Schmidt noch viele glückliche und &#8211; hoffentlich &#8211; geruhsame und schweigsame Jahre verbringen. Neben der Selbstverständlichkeit eines solchen Wunsches existiert zugegebenermaßen auch ein egoistisches Motiv: denn wenn Helmut Schmidt einst sterben wird (und das wird er, aller Vergötterung zum trotz), werden deutsche Medien für einige Zeit noch unerträglicher sein, als sie es ohnehin schon sind.</p>
<p><em>Quelle: &#8220;Auf eine Zigarette mit Rosemarie Niemaier&#8221;, in: ZEIT MAGAZIN vom 11. Dezember 2008, S. 54.</em></p>
<p><em>Anmerkung: Die wesentlichen Teile dieser Festschrift wurden vor mehr als einer Woche geschrieben.</em></p>
<p><strong>Nachtrag:</strong> Für eine Abrechnung mit Schmidts heutigen politischen Ansichten siehe den Beitrag von <a href="http://community.vanityfair.de/blogs/jost-kaiser/2008/04/schmidt-schnauze/">Jost Kaiser, der treffend schreibt</a>:</p>
<blockquote><p>Unfassbar, dass die Überlegungen einen Mannes, der selten das Niveau eines Wirthaus-Grantlers überschreitet, in Deutschland als Offenbarungen gelten.</p></blockquote>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Mumbai und Kaschmir]]></title>
<link>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2008/12/09/mumbai-und-kaschmir/</link>
<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 12:38:32 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mr. Moe</dc:creator>
<guid>http://zeitungfuerdeutschland.wordpress.com/2008/12/09/mumbai-und-kaschmir/</guid>
<description><![CDATA[Ulrich Ladurners &#8220;Mumbai-Analyse&#8221; in der ZEIT kann als Paradebeispiel für die in den let]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ulrich Ladurners <a href="http://www.zeit.de/2008/50/Mumbai-Analyse">&#8220;Mumbai-Analyse&#8221;</a> in der <em>ZEIT</em> kann als Paradebeispiel für die in den letzten Tagen häufig zu beobachtende Blindheit westlicher Kommentatoren gegenüber islamistischen Gräueltaten dienen. Liegt den Anschlägen von Mumbai etwa eine menschenverachtende Ideologie, ein <a href="http://www.spectator.co.uk/melaniephillips/3052171/the-war-against-civilisation.thtml">&#8220;war against civilisation&#8221;</a> (Melanie Phillips; deutsche Übersetzung via <a href="http://heplev.wordpress.com/2008/12/08/der-krieg-gegen-die-zivilisation/"><em>heplev</em></a>) zugrunde? Waren die Anschläge nicht offenkundig <a href="http://www.lizaswelt.net/2008/12/vernichtende-logik.html">antisemitischer Natur</a>? Aber nicht doch!</p>
<blockquote><p>Es wird derzeit viel über die Drahtzieher dieser Anschläge spekuliert, und die indische Regierung scheint davon überzeugt zu sein, dass sie in Pakistan sitzen. Neu-Delhi gestikuliert zornig in Richtung Islamabad. Jenseits aller Indizien über die Hintermänner ist es freilich so, dass islamistisch begründete Anschläge quasi zwangsläufig einen pakistanischen &#8220;Hintergrund&#8221; haben, allerdings nicht in einem polizeilichen Sinne. Jeder muslimische Attentäter bezieht sich auf die eine oder andere Weise auf Kaschmir, die seit 1947 zwischen Pakistan und Indien umstrittene Region. Wann immer es aber um diese Region geht, ist auch Pakistan mit im Spiel. Denn dieser Staat begreift sich als Schutzherr der Muslime auf dem gesamten Subkontinent. Indien und Pakistan haben drei Kriege geführt, und immer ging es auch um Kaschmir.</p></blockquote>
<p>Es geht also um einen regionalen Konflikt. Doch wie kann eine solche Annahme erklären, dass von über 20 Millionen Menschen in Mumbai gezielt Juden ausgewählt und überdies vor ihrer Ermordung noch <a href="http://www.rediff.com/news/2008/nov/30mumterror-doctors-shocked-at-hostagess-torture.htm">grausam gefoltert wurden</a>? Ganz einfach:</p>
<blockquote><p>Kaschmir ist für den Subkontinent das, was der Palästinakonflikt für den Nahen Osten ist. Er ist das Symbol für die Ausgrenzung und Unterdrückung der Muslime.</p></blockquote>
<p>Mit anderen Worten: ein Teil der Opfer der Anschläge von Mumbai waren halt Juden und die sind ja &#8211; qua Gleichsetzung mit Israel &#8211; bekanntermaßen Sinnbild für &#8220;die Ausgrenzung und Unterdrückung der Muslime&#8221;. Na, klingelt&#8217;s?</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>

</channel>
</rss>
