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	<title>diskuswerfen &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/diskuswerfen/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "diskuswerfen"</description>
	<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 16:54:59 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Werfer-Jugend trainiert für Olympia 2012]]></title>
<link>http://wirnehmensleicht.wordpress.com/2008/07/20/werfer-jugend-trainiert-fur-olympia-2012/</link>
<pubDate>Sun, 20 Jul 2008 16:23:43 +0000</pubDate>
<dc:creator>jobo72</dc:creator>
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<description><![CDATA[Die Deutschen Jugendmeisterschaften der Leichtathleten im Berliner Olympiastadion, 18.-20. Juli 2008]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em>Die Deutschen Jugendmeisterschaften der Leichtathleten im Berliner Olympiastadion, 18.-20. Juli 2008, mit tollen Ergebnissen, vor allem beim männlichen Nachwuchs im Kugelstoßen und Diskuswerfen.</em></p>
<p>Für mich war es eine Reise in die Vergangenheit. Vor 17 Jahren hatte ich das große Glück, selbst einmal an Deutschen Jugendmeisterschaften teilzunehmen. Austragungsort war das damals das Berliner Olympiastadion. Nun fuhren die jungen Athleten wieder nach Berlin. Die traditionsreiche Arena sah spannende Wettkämpfe und im männlichen Bereich einen bärenstarken Werfernachwuchs, insbesondere im Kugelstoßen und Diskuswerfen. In diesen Disziplinen hat sich seit meinen Jugendjahren wirklich was entwickelt.</p>
<p>Bei der B-Jugend (das sind die 16/17jährigen) überzeugte der Kulmbacher Kai Grüner mit beiden Geräten – und dazu noch im Hammerwerfen, eine sehr seltene Kombination von Wurfgewalt! Am Ende standen zweimal Gold (Diskus, Hammer) und einmal Silber (Kugel) zu Buche. Er wird sich irgendwann entscheiden müssen, in welcher Disziplin er internationale Klasse entwickeln möchte – ein echtes Luxusproblem. Ich würde ihm den Diskus als Wurfgerät Nr. 1 empfehlen, denn die 63 Meter, die er in diesem Jahr schon geworfen hat, sind bereits internationale Klasse.</p>
<p><a href="http://www.rp-online.de/public/article/geldern/592381/Geballte-Energie-im-Ring.html" target="_blank">Erfreulich aus niederrheinischer Sicht: Phillip van Dijck, Sohn meines damaligen Diskus-Kollegen Paul aus Nieukerk (dem ich – Asche auf mein Haupt – immer noch eine Kiste Bier schulde&#8230;), belegte einen hervorragenden vierten Rang.</a> Erfreulich aber auch, dass die Breite in der Spitze stimmte: 13 Athleten haben in dieser Saison schon über 50 Meter geworfen. Das ist eine fantastische Leistungsdichte!</p>
<p>Mit der Kugel siegte in der jüngeren Jugendklasse Marcel Bosler mit sehr guten 20,65 m.</p>
<p>In der A-Jugend (das sind die 18/19jährigen) kristallisiert sich noch deutlicher, wer wirklich das Zeug zum kommenden Olympioniken hat. Ein Name kann dabei ohne Zögern genannt werden: Gordon Wolf, der U20-Weltmeister im Diskuswurf. Souverän gewann er mit fast 60 Metern den Titel, eine Weite, die ihn sogar etwas enttäuschte. Ein solcher Ergeiz zeichnet Sieger aus! Wolf kann im nächsten Jahr, seinem zweiten in der Jugendklasse, sogar den Deutschen Rekord von Michael Möllenbeck (64,50 m) aus dem Jahre 1988 gefährden und vielleicht zurückkehren ins Olympiastadion – zur Weltmeisterschaft. In der aktuellen DLV-Bestenliste der Männer liegt er immerhin schon auf Platz sechs. Was Wolf mit dem Diskus, das ist David Storl mit der Kugel: U20-Weltmeister. Der Chemnitzer wuchtete das 6 kg schwere Gerät fast 20 Meter weit und untermauerte damit seine Ausnahmestellung. Eines hat er seinem Kollegen Wolf allerdings schon voraus: Vor den Meisterschaften hatte Storl bereits einen neuen Deutschen Jugendrekord aufgestellt (21,08 m).</p>
<p>Fazit: Eine neue Generation von ausgezeichneten Werfern wächst heran. Eingedenk der Tatsache, dass die „schweren Jungs“ unter den Leichtathleten ihr Leistungszenit erst mit Ende Zwanzig erreichen, liegt vor den Aktiven ein Jahrzehnt harte Trainingsarbeit. Ich bin sicher: Weitere Erfolge bei Meisterschaften, national wie international, werden folgen. Zu hoffen bleibt, dass diese ihnen nicht zu Kopf steigen und dass sie motiviert und gesund bleiben. Vor allem aber sauber.</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Der Rücken! Riedel macht Schluss]]></title>
<link>http://wirnehmensleicht.wordpress.com/2008/07/02/der-rucken-riedel-macht-schluss/</link>
<pubDate>Wed, 02 Jul 2008 13:41:08 +0000</pubDate>
<dc:creator>jobo72</dc:creator>
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<description><![CDATA[Der 16. Mai 1992 war für mich ein besonderer Tag. Als Mitglied der Bundesliga-Mannschaft des OSC Ber]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Der 16. Mai 1992 war für mich ein besonderer Tag. Als Mitglied der Bundesliga-Mannschaft des OSC Berlin durfte ich bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften im rheinischen Dormagen gegen Lars Riedel (USC Mainz) antreten. Zwar nahm mir der damalige Weltmeister von Tokio 1991 (es sollten vier weitere Titel sowie Olympia-Gold in Atlanta 1996 folgen) gut 20 Meter ab, aber dennoch war dieser Wettkampf ein Höhepunkt meiner Karriere. Ich hatte die Chance, einen der ganz Großen meiner Disziplin kennen zu lernen. Lars Riedel indes wird sich daran vermutlich nicht mehr erinnern.</p>
<p><a href="http://www.mdr.de/sport/andere_sportarten/5625313.html" target="_blank">Nun verkündete Riedel sein Karriere-Ende.</a> Gut einen Monat vor den Olympischen Spielen in Peking zollt er damit seinen Rückenbeschwerden Tribut, die in den letzten Jahren immer wieder einem geregelten Trainingsalltag im Wege standen. Was nicht verwundert – Lars Riedel ist 41 Jahre alt. Die meisten davon trieb er Leistungssport.</p>
<p>Die vielen verletzungsbedingten Auszeiten nutzte der Ausnahmeathlet um seine Autobiografie („<a href="http://www.amazon.de/Lars-Riedel-Meine-Welt-Scheibe/dp/3776625767" target="_blank">Meine Welt ist eine Scheibe</a>“) zu schreiben, die er heute in Berlin vorstellte. In diesem Buch rechnet Riedel u. a. mit dem Doping-Kontrollsystem und den Sportfunktionären ab.</p>
<p>Ich sage an dieser Stelle: Tschüss, Lars!</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Diskuswurf-Dossier IV]]></title>
<link>http://wirnehmensleicht.wordpress.com/2008/04/23/diskuswurf-dossier-iv/</link>
<pubDate>Wed, 23 Apr 2008 23:02:28 +0000</pubDate>
<dc:creator>jobo72</dc:creator>
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<description><![CDATA[Die griechische Kunst des Diskoswerfens. Text, Bild und Wirklichkeit Prof. Dr. Luca Giuliani, Leiter]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em>Die griechische Kunst des Diskoswerfens. Text, Bild und Wirklichkeit</em></p>
<p>Prof. Dr. Luca Giuliani, Leiter des Wissenschaftskollegs zu Berlin, konnte neben einigen hochinteressanten philologischen Bemerkungen zum Verhältnis von Text und Bild in den historischen Wissenschaften, für den Diskuswurf folgende Feststellungen machen:</p>
<p>1.    In der Antike wurde nicht aus einer Pendelbewegung, sondern aus einer 180-Grad-Drehung geworfen. Der berühmte Diskobol von Myron zeigt einen Werfer, der den Diskus mit Schwung zurückführt, um dann eine Drehbewegung einzuleiten. Anders lasse sich die extreme Verwringung des Körpers nicht deuten. Zudem spreche Philostrat von einer flächigen Begrenzung des Wurfbereichs, was bei einem Pendelwurf aber keinen Sinn ergebe.<br />
2.    Die Vorschrift, nach der von 1896 bis 1912 bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit aus einer Pendelbewegung geworfen werden musste, basiert auf einer Fehlinterpretation griechischer Statuen.<br />
3.    Die halbe Drehung der Antike ist nicht vergleichbar mit der anderthalbfachen Drehung heute, bei der nur noch die Vorspannung (das Zurückführen des Diskus zu Beginn der Drehung) Ähnlichkeit zur antiken Technik aufweist. Durch die Größe des Wurfkreises sowie die griffige und doch ebene Oberfläche des Rings können heute weit größere Beschleunigungswerte (und Wurfweiten) erzielt werden.</p>
<p>Für alle, die Mühe haben, die Technik des Diskuswerfens zu erlernen, sei an die griechische Wurzel des Wortes „Technik“ erinnert: τεχνή [techné] bedeutet auch „Kunstfertigkeit“.</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Diskuswurf-Dossier III]]></title>
<link>http://wirnehmensleicht.wordpress.com/2008/04/21/diskuswurf-dossier-iii/</link>
<pubDate>Mon, 21 Apr 2008 06:31:05 +0000</pubDate>
<dc:creator>jobo72</dc:creator>
<guid>http://wirnehmensleicht.wordpress.com/2008/04/21/diskuswurf-dossier-iii/</guid>
<description><![CDATA[Homo iactans. Aus dem Leben eines Diskuswerfers Immer schon war meinem sozialen Umfeld mein Hobby – ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em>Homo iactans. Aus dem Leben eines Diskuswerfers</em></p>
<p>Immer schon war meinem sozialen Umfeld mein Hobby – das Diskuswerfen – suspekt gewesen. Und immer, wenn ich jemanden kennen lernte, wir uns über Freizeitbeschäftigungen austauschten und ich im Verlaufe des Gesprächs dann erwähnte, ich sei leidenschaftlicher Diskuswerfer, kam entweder nur ein fragender Blick oder gleich ein halb erstauntes, halb mitleidiges „Warum denn das?“.</p>
<p>Nun, warum eigentlich? Bei Licht betrachtet ist das Diskuswerfen nicht nur, wie HARRIS schreibt, „a curious and illogical activity“, sondern bietet gegenüber anderen Sportarten weitere Nachteile. Denn während meine Freunde, die Fußball, Basketball oder Handball spielten, von Gemeinschaft, Spaß und (weiblichen) Fans zu berichten wussten, blieb mir nur übrig, im Kraftraum einsam eisenstemmend die konditionellen Grundlagen für meinen Sport zu erarbeiten, denn beim Fußball und Basketball mag es Talente geben, die nicht viel trainieren müssen, die einfach qua natura gut sind, beim Diskuswerden ist alles harte, harte Arbeit.</p>
<p>Und während die Tennisspieler (Ja, ja: der Becker-Boom&#8230;) in klimatisierter Halle beim après-jeux Cocktail schlürfend die künftigen Absolventinnen der höheren Töchterschule umgarnten, stand ich im „grünen Käfig“, um bei Wind und Wetter die ewig gleiche Bewegung zig-tausende Mal zu wiederholen, mein Sportgerät anschließend aus dem Schlamm der regendurchtränkten Wiese zu fischen und mir wegen der infolgedessen völlig verdreckten Kleidung Vorwürfe meiner Mutter anzuhören. Ich solle mal lieber Tischtennis spielen oder schwimmen. Das sei gesünder und sauberer. Es drängte sich in diesen Momenten stets ein Pendant zur SILLYTOE’schen „lonelyness of the long distance runner“ auf: die „Tristesse des Diskuswerfers“.</p>
<p>Diese emotionale Inferiorität meines Sport zeigt sich auch in einem anderen Phänomen: Während die anderen Sportarten via „Play-Station“ längst den Sprung ins Kinderzimmer geschafft haben und als „SoccerChampion 3“ oder „NBA-Professional“ den Gang in die Halle oder auf den Platz obsolet machen, wartet man – wenn man denn wartet – auf „DiscusThrow 2008“ bislang vergeblich. Hier bleibt es bei der harten Realität, die kein virtueller Zugang zu ersetzen vermag.</p>
<p>Doch die Frage bleibt: Warum werfen? Es bieten sich drei verschiedene Erklärungen an.</p>
<p>Zunächst ist da die historische, denn das Werfen kann wohl getrost als einer der ältesten Bewegungsabläufe überhaupt angesehen werden. Doch hier muss differenziert werden: Während das Speerwerfen nach Meinung der Anthropologen seinen Ursprung in der Jagd und im Krieg hat, also eine Männer-Domäne gewesen ist, so wird das Diskuswerfen, folgt man CASTIGLIONEs Vegetationsritus-These einem anderen – einem ganz anderen! &#8211; Bereich menschlicher Zivilisation zugeordnet: der quasi-religiösen Sorge um die Fruchtbarkeit, ein kultureller Habitus, der eher mit dem Weiblichen in Verbindung gebracht wird. Diskuswerfen &#8211; ein Mädchensport? Auch das noch!</p>
<p>Eine andere Erklärung muss her – schnell! Sie kann gefunden werden in der existenzphilosophischen Sinnsuche. Nach Martin HEIDEGGER müssen die Menschen als „In-die-Welt-Geworfene“ ihr „Da-Sein“ mit Sinn erfüllen. Vielleicht ist also das Diskuswerfen eine Art rebellische Befreiung vom Geworfenen zum Werfenden, gleichsam vom passiven Schicksalserdulder zum aktiven Weltgestalter. Und die „Wiederholungen“ in Kraftraum und Käfig formen jene trotzig-existentialistische Sinnfindungsstrategie des CAMUS’schen Sisyphos, den wir uns ob seiner stolz-authentischen Seinsverachtung als „glücklichen Menschen“ vorzustellen haben. Doch ist man nach einem Krafttraining mit 500 Sit-ups wirklich glücklich? Oder wenn man mal wieder 95% der Würfe weit außerhalb des Sektors platziert hat?</p>
<p>Hier greift nun die dritte und letzte Erklärung. Der Karlsruher Medienphilosoph Peter SLOTERDIJK hat nämlich in seinem anthropologischen Konzept dem homo ludens Friedrich SCHILLERs und Johan HUIZINGAs, den es zum Fußball treibt, den homo iactans hinzugesellt, den „genau zielenden“ Werfer. Spätestens seit der Verengung des Sektors beim Diskuswerfen bewährt sich das Menschenbild des „gezielt werfenden Wesens“. Nun, das ist zwar als Selbstbild nicht ganz so elegant wie der KANTische homo rationabile (der „zur Vernunft fähige“ Mensch) oder das Konzept des „Geistwesens“, das Max SCHELER im homo supernaturalis beschreibt, und es ist auch nicht annähernd so aufregend wie das von der Biologie favorisierte Bild des homo permanente sexualis, doch mit dem „Werfermenschen“ kann ich mich anfreunden. Denn dieses Bild ist immer noch besser als der homo demens NIETZSCHEs oder BERGSONs homo loquax (der „geschwätzige“, durch „überflüssiges Reden“ auffallende Mensch), ein anthropologisches Konzept, das zwar vor rund 100 Jahren entstand, aber trotzdem ganz gut in das Handy-Zeitalter passt („Wo bis’n du g’rade?“).</p>
<p>Also, dies mag genügen als Erklärung meiner Leidenschaft. Doch den wahren Kern der Liebe zur 2-Kilo-Scheibe kann nur der erfassen, der einst an einem Sommertag bei leichtem Gegenwind seinem am strahlend blauen Firmament der Ewigkeit entgegen schwebenden Gerät hinterher schauen durfte, in den lauen Traum von Unendlichkeit, Ruhm und gold’ner Ehre gehüllt, einen Traum, aus dem man jäh erwacht, wenn der Ruf der Rufe erschallt: „Ungültig!“</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Diskuswurf-Dossier II]]></title>
<link>http://wirnehmensleicht.wordpress.com/2008/04/20/diskuswurf-dossier-ii/</link>
<pubDate>Sun, 20 Apr 2008 10:47:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>jobo72</dc:creator>
<guid>http://wirnehmensleicht.wordpress.com/2008/04/20/diskuswurf-dossier-ii/</guid>
<description><![CDATA[Zu Ursprung und Form des Diskuswerfens in der Antike Im August finden die Olympischen Spiele in Peki]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em>Zu Ursprung und Form des Diskuswerfens in der Antike</em></p>
<p>Im August finden die Olympischen Spiele in Peking statt. Höchstwahrscheinlich. Es ist in der Tat nicht viel, was die moderne Auflage der Olympischen Spiele mit dem antiken Olympia verbindet. Neben dem Ruhm der Sieger und der Begeisterung in seinem Heimatland sind es einige antike Disziplinen, die auch heute noch als olympische Wettbewerbe populär sind, das Laufen zum Beispiel, der Ringkampf oder auch leichtathletische Wurfdisziplinen wie Speer- und Diskuswerfen.</p>
<p>Doch kommt das Diskuswerfen tatsächlich aus Griechenland? Und wie entstand eigentlich diese Disziplin? Wie hat man in der Antike geworfen, wie sahen die Geräte aus und welche Weiten konnten die Menschen vor 2500 Jahren mit ihrer Technik erzielen?</p>
<p>Dass die leichtathletische Disziplin Diskuswerfen aus Griechenland stammt, war lange unumstritten. Die olympische Geschichte des Diskuswerfens, die Tatsache, dass Diskuswerfen eine Disziplin des antiken hellenischen Fünfkampfs (πένταJλον [pentathlon]) war und nicht zuletzt die Herkunft des Begriffs „Diskus“ vom griechischen dίσκος [diskos] &#8211; deutsch: der Teller, die Scheibe &#8211; legen eine Verortung der Ursprünge des Diskuswerfens in Griechenland nahe.</p>
<p>Einige Forschungsarbeiten widersprechen jedoch dieser These. So vermutet DECKER (1976), dass das Diskuswerfen aus dem vorderasiatischen Raum (Kilikien, Phönikien) bzw. aus Zypern stammt (Zum Ursprung des Diskuswerfens. In: Stadion, Nr. 2, S. 196-212, hier S. 203 u. 212). Der Umstand, dass der Bewegungsablauf des Diskuswerfens alles andere als natürlich ist (i. Ggs. zu dem beim Laufen und Springen; selbst der Speerwurf entspricht eher einer für Jäger und Krieger archaischer Völker üblichen Aktivität), sondern eher „a curious and illogical activity“ darstellt (HARRIS 1972: Sport in Greece and Rome. S. 38 ) hat zusammen mit mythischen Abbildungen auf einigen antiken Disken den Schluss nahegelegt, dass es sich beim Diskuswerfen um den Bestandteil eines ländlichen Vegetationsritus gehandelt haben könnte, wie er in Sparta im Rahmen des Hyakinthienfestes zur Austragung gelangte (CASTIGLIONE 1967: Die Diskobolia – ein Agrarritus? In: Acta Antiqua Academiae Scientiarum Hungaricae, Nr. 15, S. 409-415, hier S. 409 ff.). Andere verneinen einen möglichen kultischen Ursprung des Diskuswerfens (JÜTHNER 1965: Die athletischen Leibesübungen der Griechen, S. 255) und verweisen auf das Schleudern von Steinen bei der Jagd und im Krieg, das als Vorstufe dieses Wettkampfsports angesehen werden könne. Hierzu wird uns GIULIANI in seinem Vortrag auf den neusten Stand der Forschung bringen.</p>
<p>Was die Ausführung der Würfe angeht, so ist man auf literarische Quellen, Abbildungen und Monumente angewiesen, wobei die Darstellungen der bildenden Kunst viel Raum für Spekulationen lassen, weil sie ja nur Momentaufnahmen bieten und man vor allem hinsichtlich der Frage, ob aus dem Stand, aus der Drehung oder etwa mit einem Anlauf geworfen wurde, nicht viel weiter kommt. Dennoch hat die wohl bekannteste Darstellung eines Diskuswerfers, der Diskobol von MYRON (Mitte des 5. Jh. v. Chr.), JÜTHNER Anlass gegeben zu der Behauptung, der Abwurf sei nach mehrmaligen Pendelschwüngen mit dem Wurfarm aus einem kurzen Anlauf heraus erfolgt, ohne die heute übliche Drehung um die eigene Achse (S. 291). Literarische Analysen haben jedoch andere Forscher dazu veranlasst, von einer Drehbewegung vor dem Abwurf auszugehen. So vermutet HARRIS „a rotary movement of legs not unlike that of modern thrower turning in the circle“ (S. 38). Tatsächlich finden sich in den Epen Ilias und Odyssee von HOMER Beschreibungen des Diskuswerfens, in denen die Verben δινεύω und περιστρέφω verwendet werden, die beiden mit „herumdrehen“ übersetzt werden können (JÜTHNER übersieht dies keineswegs, nur übersetzt er „ausholen“ und „schleudern“). Dennoch gibt es auch Texte, die keine solche Drehbewegung beschreiben (als Beispiel sei der römische Erzähler STATIUS genannt, der ausführlich das Diskuswerfen beschreibt und dabei nichts von einer Drehbewegung erwähnt.), so dass die Kontroverse nicht letztgültig geklärt werden kann; JÜTHNERs Pendelschwung-Anlauf-These ist jedoch die Mehrheitsposition. Man darf gespannt sein, was GIULIANI dazu sagen wird.</p>
<p>Über die Disken der Antike weiß man durch umfangreiche Funde, dass sie aus verschiedenen Materialien hergestellt wurden (v.a. aus Eisen, Bronze und Stein), teilweise mit Verzierungen und manchmal gar mit Weiheinschriften versehen waren, dass sie einen Durchmesser von 17 bis 32 cm hatten und dass sie zwischen 4 und 5 kg wogen (JÜTHNER, S. 243 ff.). Die Wurfscheiben für Knaben waren kleiner und leichter, so wie heute im männlichen Jugendbereich auch leichtere Geräte Verwendung finden.</p>
<p>Über Leistungen ist wenig bekannt – jenseits der Dichtung, die einigen Helden solch großartige Leistungen zuschreibt, bei denen selbst ein Lars RIEDEL blass werden würde. So schwärmt HOMER über Odysseus, dass er nicht nur sehr klug gewesen sei, sondern auch ein hervorragender Diskuswerfer. Eine etwas seriösere Quelle berichtet über Phayllos, einen berühmten Athleten aus Kroton, dass dieser den Diskus 95 Fuß weit geworfen habe. Dabei sind delphische Fuß (entspricht 0,296 m) anzusetzen, was einer Wurfweite von 28,12 m entspricht. Gemessen an dem Gewicht des antiken Geräts, das 2- bis 2,5-mal so hoch war wie das eines heute verwendeten Diskus, eine sehr ordentliche Leistung, der heute analog eine Weite von etwa 56 bis 70 Meter entsprechen würde, im Mittel also immerhin etwa 63 Meter! In Peking wäre für Phayllos damit eine Endkampfplatzierung im Bereich des Möglichen. Doch einen Haken hat die Sache: In der vorchristlichen Antike wurde die Weite von der Abwurfstelle bis zu dem Punkt gemessen, wo der Diskus nach dem Ausrollen liegen blieb. Erst Jahrhunderte später, in byzantinischer Zeit, ermittelte man wie heute die Weite vom Abwurf bis zum Aufprall.</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Diskuswurf-Dossier I]]></title>
<link>http://wirnehmensleicht.wordpress.com/2008/04/19/diskuswurf-dossier-i/</link>
<pubDate>Sat, 19 Apr 2008 09:57:53 +0000</pubDate>
<dc:creator>jobo72</dc:creator>
<guid>http://wirnehmensleicht.wordpress.com/2008/04/19/diskuswurf-dossier-i/</guid>
<description><![CDATA[Hinweis auf eine Veranstaltung an der TU Berlin Vortrag Die griechische Kunst des Diskoswerfens. Tex]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em>Hinweis auf eine Veranstaltung an der TU Berlin</em></p>
<p>Vortrag</p>
<p>Die griechische Kunst des Diskoswerfens. Text, Bild und Wirklichkeit</p>
<p>Mit diesem Thema wird sich Prof. Dr. Luca Giuliani, Leiter des Wissenschaftskollegs zu Berlin, auf Einladung des TU-Präsidenten und der Gesellschaft von Freunden in einem Festvortrag an der TU Berlin beschäftigen.</p>
<p>Zeit:<br />
am Dienstag, dem 22. April 2008, 18.00 Uhr</p>
<p>Ort:<br />
Hauptgebäude der TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin<br />
Raum H 1058</p>
<p>Inhalt:<br />
Hyakinthos war der Name eines schönen jungen Mannes, der von Apollon und vom Windgott Zephyros umworben wurde. Der Windgott zog den Kürzeren und rächte sich auf grausame Weise: als sich Apollon und Hyakinthos zum Zeitvertreib im Diskoswurf übten, leitete der Windgott den von Apollon geworfenen Diskos so um, dass die Scheibe den zuschauenden Hyakinthos am Kopf traf und tötete. Aus dem Blut des jungen Mannes spross darauf die erste Hyazinthe empor. Diese Situation muss ein antikes Gemälde festgehalten haben, denn in einem Kapitel der Eikónes (Bilder) beschreibt Lucius Flavius Philostrat es um 200 nach Christus. Die Eikónes gehören zu den Glanzstücken griechischer Literatur der römischen Kaiserzeit. Viele Generationen von Interpreten haben seitdem versucht, aus den detaillierten Beschreibungen des Philostrat verlorene antike Gemälde zu rekonstruieren. In seinem Vortrag wird sich Professor Luca Giuliani mit den Möglichkeiten befassen, eine solche Rekonstruktion aus dem alten Text vorzunehmen, noch vorhandene antike Statuen dabei zu Rate ziehen und sich dabei auch mit der neueren Geschichte und Technik einer leichtathletischen Disziplin befassen.</p>
<p>(Josef Bordat)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>

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