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	<title>entscheidungsfreiheit &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/entscheidungsfreiheit/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "entscheidungsfreiheit"</description>
	<pubDate>Sat, 26 Dec 2009 01:28:56 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[tic tic tic 21 – 09:]]></title>
<link>http://jusatpublicum.wordpress.com/2009/06/16/tic-tic-tic-21-%e2%80%93-09/</link>
<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 14:03:55 +0000</pubDate>
<dc:creator>Liz</dc:creator>
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<description><![CDATA[Und bist Du nicht (frei)willig, so gibt&#8217;s kein Gehalt: Einstellungs-Test-Streifen, bei Einstel]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://www.focus.de/karriere/arbeitsrecht/einstellungstest-darf-ich-sie-um-eine-urinprobe-bitten_aid_408458.html" target="_blank"><em><span style="color:#008000;"><strong>Und bist Du nicht (frei)willig, so gibt&#8217;s kein Gehalt:</strong></span></em></a></p>
<p>Einstellungs-Test-Streifen,</p>
<p>bei Einstellung Teststreifen,</p>
<p>bei Einstellungstest streifen&#8230;..</p>
<p style="text-align:justify;">&#8230;&#8230;..mehr und mehr Unternehmen nicht nur das Thema <strong>&#8220;Zur Urinprobe, bitte!&#8221;</strong> &#8211; Freiwilligkeit endet da, wo der Job bei Weigerung nicht mehr erreichbar scheint.  Bei manchen Berufen ist sie nachvollziehbar erforderlich, wenn anderenfalls Menschen gefährdet sein können, wie bei Piloten etwa. Darüber hinaus unannehmbare Bedingung.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.focus.de/finanzen/news/foodwatch-die-dreiste-luege-mit-dem-gesunden-wasser_aid_408464.html" target="_blank"><em><strong><span style="color:#008000;">Dreiste Luftnummer? </span></strong></em></a> Keep Watching&#8230;&#8230;.meint wohl Foodwatch.</p>
<p style="text-align:justify;">Vermutlich sinnvoller, genug frisches Leitungswasser zu trinken und täglich mindestens 20-30 Minuten zu laufen oder wenigstens 1 Stunde flott spazierenzugehen. Absurd, aber gesund: Wer einmal täglich so richtig schön <em>aus der Puste kommt</em>, <em>tankt</em> fast immer auch<em> genug Sauerstoff </em>dabei. Oder ?</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;"><a href="http://www.sueddeutsche.de/panorama/690/472217/text/" target="_blank"><strong><span style="color:#008000;">Unangemessen</span></strong></a> &#8211; was lange währt, wird nicht immer besser. Der Gedanke  kommt in den Sinn, betrachtet man die nun weiter heruntergedrückte Schadenssumme absolut, noch diese verglichen mit Konzernbilanzen.</p>
<p style="text-align:justify;">
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA["Mündige Bürger brauchen alle Informationen, ]]></title>
<link>http://thegrandchessboard.wordpress.com/2009/04/26/mundige-burger-brauchen-alle-informationen/</link>
<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 18:31:18 +0000</pubDate>
<dc:creator>satyamandira</dc:creator>
<guid>http://thegrandchessboard.wordpress.com/2009/04/26/mundige-burger-brauchen-alle-informationen/</guid>
<description><![CDATA[um wirklich Entscheidungen treffen zu können.&#8221; (Daniel Schmitt, Wikileas) http://www.zeit.de/o]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><h3>um wirklich Entscheidungen treffen zu können.&#8221;</h3>
<p><em>(Daniel Schmitt, Wikileas)</em><br />
<a href="http://www.zeit.de/online/2009/18/wikileaks-sperrlisten">http://www.zeit.de/online/2009/18/wikileaks-sperrlisten</a></p>
<p>Eine Zukunftsvision:</p>
<blockquote><p>Basic Sunday: Das freie Internet ist Geschichte<br />
19.04.2009</p>
<p>“Du Papa, darf ich dich mal was fragen? Im Geschichtsunterricht haben wir heute das Thema Freiheit durchgenommen. Dabei ging es auch um das Jahr 2009, als der Staat anfing, die Freiheit aller Menschen auch im Internet zu schützen. Weißt du was darüber?” Ich lächelte und streckte meinen Arm aus. “Komm mal her”, sagte ich. “Das ist eine Sache, über die heute nicht mehr so häufig geredet wird. Und man soll auch nicht darüber reden. Komm mal runter in den Keller, da zeige ich dir was.”<!--more--> Ich nahm ihn in den Arm und wir stiegen die kalten Kellertreppen hinunter. Hier, zwischen all dem Gerümpel, alten Erinnerungen und Zeitzeugen einer vergangenen Ära, setzten wir uns auf unsere kaputte Couch. “Weißt du,” sagte ich “es gab eine Zeit, als wir das Internet nutzten, ohne das irgendjemand darauf geachtet hat, was wir aufgerufen haben.” “Boah, ehrlich? Ihr konntet alles auf der Welt anschauen?” “Ja, das Internet war etwas, womit wir uns austauschen, informieren und warnen konnten, wenn etwas nicht so lief, wie es sein sollte. Aber das ist nun schon zehn Jahre her.”</p>
<p>Das Internet war nicht böse und nicht gut</p>
<p>“Das Internet war schon immer ein Ort, wo man Gutes und Böses finden konnte. Genauso gab es Menschen, die nicht zwischen diesen beiden Worten unterschieden. Sie informierten sich einfach über aktuelle Themen und tauschten sich über Programme oder spezielle Plattformen aus. Niemand konnte sehen, über was und mit wem sie kommunizierten. Und genau das nutzten einige Menschen zu ihrem persönlichen Vorteil.” Ich stand auf und ging zu einer der alten Kisten, die ich gut verpackt zwischen anderem Gerümpel verstaut hatte. Dicker Staub hatte sich darüber gelegt. Ich schaute kurz zu meinem Sohn und zog sie dann hervor. Sie war vollgestopft mit alten Zeitungen. Ich brauchte eine Weile, aber dann hatte ich gefunden, was ich suchte. Wortlos gab ich den bereits etwas vergilbte Papier meinem Sohn. “Wow, das ist ja eine Ausgabe von 2009. So etwas hast du noch?” Ich nickte.</p>
<p>Presse- und Meinungsfreiheit wurden abgeschafft</p>
<p>“Eine der wichtigsten Errungenschaften der Menschheit ist die Meinungs- und Pressefreiheit. Jeder Mensch hat das Recht, seine Meinung kund zu tun und sich mit Menschen darüber auszutauschen. Natürlich nur im Rahmen der Gesetze. Das war früher schon nicht anders. Allerdings wurde seit dem besagten Tag genau dieses Recht eingeschränkt. Zu Anfang ging es darum, unsere Kinder zu schützen, da einige Menschen Freude daran hatten, Kinder zu quälen und sich mit Anderen darüber auszutauschen. Im Internet gab es Seiten, die genau diese Inhalte zum Thema hatten und da unsere Polizei und die Politiker auf der ganzen Welt nicht immer einer Meinung waren, wurde eben eine deutsche Lösung für das Problem geschaffen. Man sperrte kurzerhand alle Seiten, die sich mit dem Quälen von Kindern befassten. Jeder, der sich künftig auf diesen Seiten aufhalten wollte, konnte das nicht mehr. Zumindest war das die Wunschvorstellung aller Politiker. Denn wenn man wusste, wie es ging, konnte man diese Seiten dennoch aufrufen.”</p>
<p>Die meisten Menschen erkannten die Gefahr erst, als es zu spät war</p>
<p>“Aber dann war dieser Schutz doch sinnlos”, erwiderte mein Sohn. Ich lächelte und streichelte ihm über seinen Kopf. “Sinnlos würde ich nicht sagen. Ein großer Teil der Bevölkerung scherte sich nicht um das Problem. Sie konnten ja weiterhin tun und lassen, was sie wollten. Dieser Schutz betraf ja nur die Leute, die diese Seiten aufrufen wollten. Und genau diese Leute setzten alles daran, diese Lücken auszunutzen und sich dennoch Zugang zu verschaffen. Und das gelang ihnen auch, wie viele vorher prophezeit hatten. Aber genau das war das Problem. Denn nun kam die Stunde derjenigen, die eine totale Kontrolle aller Rechner forderten, damit man den Schutz eben nicht mehr umgehen konnte. Und wieder scherte sich ein großer Teil der Bevölkerung nicht darum. Schließlich ging es ja um unsere Kinder, nicht wahr?”</p>
<p>Der Schutz-Chip wurde eingeführt</p>
<p>“Und dann wurde der Schutz-Chip auf jedem neuen Computer installiert” sagte mein Sohn. “Richtig. Wobei ihn einige eher Überwachungs-Chip nannten. Denn er ist nichts anderes. Was du heute im Internet siehst, ist nur ein kleines Abbild davon, was in der Welt passiert. Du siehst nur das, von dem der Staat möchte, dass du es siehst. Denn mit dem Schutz vor diesen kinderfeindlichen Seiten hörte es nicht auf. Irgendwann hieß es, dass auch sexuelle Inhalte geschützt werden müssten. Also wurden nach und nach auch diese Seiten blockiert. Dann hieß es, dass heruntergeladene Musik die Wirtschaft schädigen würde, also wurden diese Seiten blockiert. Die Leute, die sich im Internet darüber austauschten, verstießen gegen diesen Schutz, also wurden auch die Plattformen blockiert, wo sich die Leute austauschten. Und so weiter. Ist dir das Jahr 2012 ein Begriff? Habt ihr das in der Schule durchgenommen?” fragte ich meinen Sohn. Dieser schüttelte den Kopf.</p>
<p>Das Jahr 2012 hat alles verändert</p>
<p>“Im Jahre 2012 passierte etwas sehr Wichtiges. Auf einer Plattform mit dem Namen Wikileaks wurde ein Dokument veröffentlicht, in dem eine lange Liste von Politikern stand, die sich haben bestechen lassen, um bestimmte Schutzmechanismen einzuführen, um wirtschafliche Vorteile für deutsche Firmen zu erreichen. Auf jeden Fall sorgte die Liste für eine Menge Probleme. Aber nicht für die Politiker, die darin aufgeführt worden waren. Die beschlossen ein Gesetz, wonach es künftig Politikern nicht mehr verboten war, Geld anzunehmen. Doch nur wenige Tage später war Wikileaks gesperrt und das Kabinett beschloss, den Überwachungschip auf jedem Computer in Deutschland einzuführen.”</p>
<p>Ich kenne die Lösung</p>
<p>“So konnten die alten Computer nicht mehr ins Internet”, sagte mein Sohn. “Richtig. Wer ins Internet wollte, muss seither den Chip einsetzen. Egal ob man es möchte oder nicht.” Mein Sohn schaute auf den Boden. “Du Papa, ich muss dir was sagen.” “Was ist denn los?” Er blickte auf und schaute mich betreten an. “Ich weiß wie das geht.” “Wie was geht”, frage ich ihn. “Ich weiß, wie man den Chip umgeht. Nick und Stefan haben mir gezeigt, wie das geht. Die sind total cool und haben der ganzen Klasse erklärt, wie das funktioniert. Und seitdem schaue ich mir das ganze Internet an, unterhalte mich mit meinen Freunden und spiele tolle Spiele. Das macht total Spaß.” Dann schaute er wieder auf den Boden. “Tut mir leid. Ich weiß, dass ich das nicht darf.” Ich streichelte ihm über den Kopf. “Es ist nicht schlimm” sagte ich “aber du musst vorsichtig sein. Rede mit niemandem darüber, ok? Du darfst niemandem sagen, was du weißt. Das ist viel zu gefährlich. Versprichst du es mir?” Mein Sohn nickte. “Dann ist ja alles gut.” Er drückte mir einen Kuss auf die Wange und rannte aus dem Keller.</p>
<p>Als er fort war, blieb ich noch einige Momente sitzen. Dann stand ich auf, ging zu einem Kistenstapel, schob ihn beiseite und schaltete meinen zweiten Computer ein, der sich dahinter verbarg. Ein Cursor blinkte auf und ab. “Was gibt es” erschien auf dem Bildschirm. Ich schaute hoch zur Kellertreppe und widmete mich dann wieder meinem Computer. Leise tippte ich meine Nachricht ein. “Ich habe die Namen…”</p>
<p>(Alper Iseri)</p></blockquote>
<p><a href="http://www.basicthinking.de/blog/2009/04/19/basic-sunday-das-freie-internet-ist-geschichte/"></a></p>
<p><a href="http://www.basicthinking.de/blog/2009/04/19/basic-sunday-das-freie-internet-ist-geschichte/">http://www.basicthinking.de/blog/2009/04/19/basic-sunday-das-freie-internet-ist-geschichte/</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Welcome to the Future]]></title>
<link>http://szenenzauber.wordpress.com/2009/03/11/welcome-to-the-future/</link>
<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 19:57:01 +0000</pubDate>
<dc:creator>sputator</dc:creator>
<guid>http://szenenzauber.wordpress.com/2009/03/11/welcome-to-the-future/</guid>
<description><![CDATA[Das MediaLab am MIT hat ein spannendes Umhängegerätchen vorgestellt: Eine Erweiterung des Internets ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Das MediaLab am MIT hat ein spannendes Umhängegerätchen vorgestellt: Eine Erweiterung des Internets zum Mitnehmen, nämlich eine Art allgegenwärtiges und in weiten Teilen automatisch arbeitendes kollektives Gedächtnis, welches auch Werturteile abgibt und damit beim Denken unterstützt.</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/nZ-VjUKAsao&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/nZ-VjUKAsao&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p>Pattie Maes stellt das Gerät als einen sechsten Sinn dar, eine meiner Meinung nach nicht passende Bezeichnung. Denn das Gadget unterstützt nicht beim ungefilterten Aufnehmen von Informationen, die dann von unserem eigenen Gehirn verarbeitet werden müssen, sondern liefert kollektive Erkenntnisse und Erinnerungen zu unserer Umwelt.</p>
<p>Als &#8220;Nebenfunktionen&#8221; gibts natürlich noch das Portable Web, nämlich Uhrzeit, Google Maps etc. und die Kommunikation/Synchronisation mit dem Handy.</p>
<p>Selbstverständlich ist das Ganze noch Zukunftsmusik, aber in einigen Jahren (oder Jahrzehnten, jenachdem) sicher praktikabel und erschwinglich. Und die informative Komponente (z.B. Abflug- und Gateänderungen auf dem Weg zum Flughafen erfahren) sowie die erleichterte Bedienung im Vergleich zum Smartphone find ich genial.</p>
<p>Bleibt noch die Frage, ob ich bereit bin, mir das Denken und Enscheidungen treffen abnehmen zu lassen. Will ich wirklich, dass eine Community entscheidet, welches Klopapier ich kaufe?</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Die zerbrechliche Fassade der Zivilisation]]></title>
<link>http://catocon.wordpress.com/2008/09/19/die-zerbrechliche-fassade-der-zivilisation/</link>
<pubDate>Fri, 19 Sep 2008 16:58:51 +0000</pubDate>
<dc:creator>catocon</dc:creator>
<guid>http://catocon.wordpress.com/2008/09/19/die-zerbrechliche-fassade-der-zivilisation/</guid>
<description><![CDATA[&#8230; und dahinter lauert die Barbarei. Dieses Zitat fand ich heute in einem auch sonst sehr lesen]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#8230; und dahinter lauert die Barbarei.</p>
<p>Dieses Zitat fand ich heute in einem auch sonst sehr <a href="http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/2983652/Baroness-Warnock-Dementia-sufferers-may-have-a-duty-to-die.html">lesenswerten Artikel</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;If you&#8217;re demented, you&#8217;re wasting people&#8217;s lives – your family&#8217;s lives – and you&#8217;re wasting the resources of the National Health Service.&#8221;</p></blockquote>
<p>An dieser Stelle hofft man natürlich noch, daß es sich um eine Person handelt, der es darum geht, ein persönliches Gefühl auszudrücken, das sie niemals in die Tat umsetzen würde, oder etwas dieser Art. Aber dieser Eindruck kann gar nicht erst entstehen. Denn weiter heißt es:</p>
<blockquote><p>&#8220;I&#8217;m absolutely, fully in agreement with the argument that if pain is insufferable, then someone should be given help to die, but I feel there&#8217;s a wider argument that if somebody absolutely, desperately <strong>wants to die because they&#8217;re a burden to </strong>their family, or<strong> the state</strong>, then I think they too should be allowed to die.</p>
<p>Actually I&#8217;ve just written an article called &#8216;<span style="text-decoration:underline;"><strong>A Duty to Die</strong></span>?&#8217; for a Norwegian periodical. I wrote it really suggesting that there&#8217;s nothing wrong with feeling you ought to do so for the sake of others as well as yourself.&#8221;</p></blockquote>
<p>Diejenigen, die sich für das Recht auf Leben einsetzen, haben es immer geahnt und immer befürchtet. Ebenso wie die Freiheit der Menschen in kleinen Schritten stirbt, so tut es auch das Lebensrecht. Jetzt sind wir also an einem Punkt angelangt, an dem eine der, wie der Telegraph sie nennt, führenden Moralphilosophinnen Großbritanniens, sich öffentlich dafür einsetzt, daß es nicht nur ein unumschränktes Recht auf Tötung ungeborener Kinder geben soll, nicht nur ein Recht, Menschen am Ende ihres Lebens zu töten, sondern in zweierlei Hinsicht noch weiter zu gehen, als bisher allgemein diskutiert worden ist:</p>
<p>Erstens: Die Tötungslizenz soll nun auch Menschen betreffen, die eigentlich gar nicht schwer krank sind, nicht einmal große Schmerzen haben, sondern schlicht dement sind, also geistesschwach. (Über die offensichtlichen Parallelen zu einer gewissen Zeit in Deutschland zu schreiben erscheint mir an dieser Stelle eigentlich geboten, doch ich vermute, daß die Befürwortung der Tötung unschuldiger &#8220;Geistesschwacher&#8221; zu offensichtlich an die Verbrechen der Braunen Bande angelehnt ist, als daß es irgendeinem historisch bewußten Menschen entgehen könnte).</p>
<p>Zweitens: Bisher wurde immer hinter der euphemistischen Tarnkappe des Mitleids argumentiert. Ich habe schon immer gesagt, und ebenso wie ich die Befürworter des Lebensrechts, daß dies tatsächlich nur eine solche Tarnkappe ist, und es eigentlich um Wirtschaftlichkeitserwägungen geht, und um die Reinigung der Menschheit von unproduktiven Elementen. Jetzt heißt es, demente Menschen sollten ihrem Leben ein Ende setzen, weil sie die Ressourcen der &#8220;National Health Services&#8221;, dem britischen Äquivalent zur Krankenversicherung, über Gebühr beanspruchten, und weil es belastend für die Familien sei.</p>
<p>Sicherlich ist es belastend für die Familien und sicherlich auch für die Staatskasse. Aber wie verkommen muß ein Land moralisch sein, wie verroht seine Sitten und wie verwahrlost das Gewissen seiner Bürger, das dagegen nicht einmal aufbegehrt, in dem es vermutlich sogar Mehrheiten für diese Vorschläge gäbe?</p>
<p>In dem verlinkten Artikel des Telegraph werden auch Positionen dargestellt, die sich von Frau Warnock distanzieren. Doch haben diese einen entscheidenden Fehler:</p>
<blockquote><p>Neil Hunt, the chief executive of the Alzheimer&#8217;s Society, said: &#8220;I am shocked and amazed that Baroness Warnock could disregard the value of the lives of people with dementia so callously.</p>
<p>&#8220;With the right care, a person can have good quality of life very late in to dementia. To suggest that people with dementia shouldn&#8217;t be entitled to that quality of life or that they should feel that they have some sort of duty to kill themselves is nothing short of barbaric.&#8221;</p></blockquote>
<p>Denn diese Antwort ist nicht weniger beunruhigend, ja, nicht weniger erschreckend, als die üblen Worte der Feinde des Lebensrechts. Denn wie wird die Opposition zur Tötung Demenzkranker begründet? Durch die Tatsache, daß Demenzkranke durch die richtige Versorgung noch eine recht gute Lebensqualität haben könnten. Das heißt: Nicht die Prämisse, daß Menschen nur dann ein Lebensrecht haben, wenn sie eine gute Lebensqualität haben, wird hinterfragt, sondern nur die empirische Behauptung aufgestellt, daß die Betroffenen doch noch ganz gut leben könnten. Da gibt es <em>noch</em> keinen Grund für eine Hinrichtung.</p>
<p>Wenn jemand aber wirklich am Ende sein sollte&#8230; Wenn er wirklich keine Lebensqualität mehr haben sollte&#8230; wer wird dann sein Leben vor den Geiern schützen, die über ihm kreisen?</p>
<p>Der Einwand, daß es ja nur um die freie Entscheidung der betroffenen Personen geht, und niemand dazu gezwungen werden soll, sich ermorden zu lassen, ist in keiner Form stichhaltig. Zunächst geht es erklärtermaßen darum, daß jemand die moralische Pflicht haben soll, in ein er solchen Situation zu sterben. (&#8220;Duty to Die&#8221;). Zweitens ist erklärtes Ziel der Initiative, den Staat zu entlasten. Was bedeutet das konkret? Es bedeutet: Menschen sollen &#8220;frei&#8221; ihrer Tötung zustimmen, um den Staat zu entlasten, während sie von der Versorgung durch die Staatliche Krankenversorgung abhängig sind, von Staatlichen Institutionen und Krankenhäusern versorgt werden usw. Was ist an dieser Entscheidung frei? Allein da scheitert die Fassade bereits. Es geht nicht um die &#8220;freie&#8221; Entscheidung der Patienten. Wie soll die ein Demenzkranker denn auch treffen können? Er ist ja dement&#8230;</p>
<p>Zum Glück sind wir hier nicht auf Spekulationen angewiesen. Sie sagt es nämlich selbst:</p>
<blockquote><p>&#8220;If you&#8217;ve an advance directive, appointing someone else to act on your behalf, if you become incapacitated, then I think there is a hope that your advocate may say that you would not wish to live in this condition so please try to help her die. I think that&#8217;s the way the future will go, putting it rather brutally, you&#8217;d be licensing people to put others down.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Absicht ist also, daß eine andere Person über Leben und Tod entscheiden soll.</p>
<p>Dritter Einwand gegen die Maske der freien Entscheidung: Menschen, die über Jahre eingeredet bekommen, daß es ihre Pflicht ist, sich töten zu lassen, wenn sie nicht mehr produktiv genug sind, oder ihre Lebensqualität nach der Meinung der Ärzte, der Angehörigen, der Krankenversicherung oder wem auch immer, nicht mehr ausreichend ist, treffen keine freien Entscheidungen im klassischen Sinn des Wortes. Sie treffen eher &#8220;gelenkte&#8221; Entscheidungen.</p>
<p>All diese Einwände, und ihrer gibt es sicher noch mehr, sind schön und gut. Doch sie treffen nicht den Kern der Sache. Sie übersehen die wesentlichen Zusammenhänge. Es ist kein Zufall, daß dieselbe Person, die heute Lobbyarbeit für die &#8220;freiwillige&#8221; Hinrichtung dementer Menschen durchführt, früher für verbrauchende  (also tötende) Forschung an Embryonen eingetreten ist. Es ist kein Zufall, daß Peter Singer, der gründlichste Denker unter den Feinden des Lebensrechts, diesen Weg bis an sein logisches Ende gegangen ist, und all diese Dinge schon seit einem Vierteljahrhundert fordert &#8211; seinerzeit noch unter teilweise heftigen Protesten. Die Öffentlichkeit ist inzwischen abgestumpft, der Respekt vor dem menschlichen Leben so weit zurückgegangen, daß selbst viele Gegner der heute aktuellen Euthanasiedebatte nur noch mit der Lebensqualität argumentieren (&#8220;auch Demenzkranke haben ein gutes Leben&#8221;) statt mit dem Lebensrecht (&#8220;auch Demenzkranke sind Menschen, also haben sie ein Recht auf Leben&#8221;).</p>
<p>Der Kern des Themas ist genau dieser Gegensatz: Haben Menschen unabhängig von akzidentellen Fakoren ein Recht auf Leben? Oder sind sie nur dann würdig, wenn sie gewisse Kriterien erfüllen, also wenn sie ein &#8220;gutes&#8221; Leben haben? Wenn sie Selbstbewußtsein besitzen, oder Lebensqualität, oder was auch immer? Gibt es jemanden auf dieser Erde, der das Recht haben darf, über die absichtliche Tötung eines Menschen zu entscheiden, oder ist niemand dazu befugt?</p>
<p>Wie man diese Frage beantwortet determiniert alle anderen Antworten zum Lebensrecht. Wenn jeder Mensch ein unveräußerliches Recht auf Leben hat, dann darf niemand das Recht haben, einem anderen Menschen vorsätzlich das Leben zu nehmen. Nicht die Mutter eines ungeborenen Kindes, nicht der Henker, nicht der Richter, nicht der wohlmeinende Angehörige, der seinem Vater das Leiden ersparen will, nicht der übelmeinende Angehörige, der sich selbst die Mühe ersparen will, nicht der Arzt, der Kosten sparen soll, <em>niemand.</em></p>
<p>Wenn jeder Mensch ein unveräußerliches Recht auf Leben hat, dann ist vorsätzliche Tötung immer falsch. Anders als Unfälle, anders selbst als Fahrlässigkeiten, ja sogar anders als die gröbsten Fahrlässigkeiten, die man sich ausdenken kann, ist die vorsätzliche Tötung eines Menschen immer moralisch verwerflich. Und sie darf niemals ungeahndet bleiben, weil die Gesellschaft durch die juristische Aufweichung des Tötungsverbotes einen Dammbruch erzeugt, der nicht mehr zu reparieren ist, und der immer schlimmere Überflutungen erzeugen wird, bis kein Lebensrecht mehr übrig ist.</p>
<p>Auf der anderen Seite: Jemand, der ehrlich vertritt, daß Menschen ihr Lebensrecht nur auf der Basis gewisser akzidenteller Merkmale haben, daß dieses Lebensrecht jeder Kreatur zustehen soll, die diese Merkmale aufweist, und nur diesen Kreaturen, der kann dies logisch, philosophisch und ethisch schlüssig so vertreten. Das Gedankengebäude ist genauso vertretbar und schlüssig, wie das andere Gedankengebäude, das jedem Menschen Würde und Leben einräumt.</p>
<p><strong>Aber es führt zu zwei verschiedenen Gesellschaften</strong>. Wir sollten uns entscheiden, was wir wollen. Wollen wir ein Land, in dem jemand entscheidet, wer leben darf und wer nicht, in dem externe Kriterien wie Lebensqualität, Rasse, Selbstbewußtsein, Parteizugehörigkeit entscheiden, wer leben darf, und wer die &#8220;Pflicht zu sterben&#8221; hat? Oder wollen wir nach einer Gesellschaft streben, in der das Leben der Menschen unabhängig von ihrem Zustand einen unveräußerlichen Wert hat, in dem Menschen geschätzt und nicht verachtet werden, weil sie sich für das Leben entschieden haben? Wo wir gerade dabei sind: Mir lief kürzlich <a href="http://www.lifenews.com/nat4318.html">dieser Artikel</a> wie ein Schauer über den Rücken:</p>
<blockquote><p><span style="font-size:x-small;font-family:Arial,Helvetica,sans-serif;color:#000000;">&#8220;Like              many, I am troubled by the implications of Alaska governor and Republican              Vice Presidential candidate Sarah Palin&#8217;s decision to knowingly give              birth to a child disabled with Down syndrome,&#8221; Provenzo writes.</span></p>
<p><span style="font-size:x-small;font-family:Arial,Helvetica,sans-serif;color:#000000;">&#8220;Given              that Palin&#8217;s decision is being celebrated in some quarters, it is              crucial to reaffirm the morality of aborting a fetus diagnosed with              Down syndrome (or by extension, any unborn fetus)—a freedom that              anti-abortion advocates seek to deny,&#8221; he adds.</span></p></blockquote>
<p>Betrachtet man die Tatsache, daß in den USA 80-90% aller Kinder mit Down-Syndrom getötet werden, und in Europa ist es nicht viel besser, eher noch schlechter, dann muß man unabhängig von politischer Sympathie, ihr dazu gratulieren, daß sie die Courage hat, sich für das Leben eines behinderten Kindes zu entscheiden, statt für das, was in gewissen Zirkeln inzwischen nicht mehr als &#8220;tolerabel&#8221; sondern als &#8220;erwartete Norm&#8221; gesehen wird &#8211; die Tötung unschuldiger Kinder.</p>
<p>Die Differenz könnte nicht deutlicher sein.</p>
<p>Herr Provenzo sagt weiter:</p>
<blockquote><p><span style="font-size:x-small;font-family:Arial,Helvetica,sans-serif;color:#000000;">&#8220;A              parent has a moral obligation to provide for his or her children until              these children are equipped to provide for themselves,&#8221; he contends.              &#8220;Because a person afflicted with Down syndrome is only capable              of being marginally productive (if at all) and requires constant care              and supervision, unless a parent enjoys the wealth to provide for              the lifetime of assistance that their child will require, theyare              essentially stranding the cost of their child&#8217;s life upon others.&#8221;</span></p></blockquote>
<p>Ich denke, die Zusammenhänge zwischen den beiden Artikeln sind offensichtlich. Es gibt nicht eine Debatte über Abtreibung, eine Debatte über Euthanasie, eine Debatte über Infantizid, eine Debatte über aktive und passive Sterbehilfe, eine über verbrauchende Forschung an embryonalen Stammzellen, und noch viele andere Debatten. Es geht in allen diesen Fällen nur um das Recht auf Leben. Wenn jeder Mensch eine unveräußerliche Würde hat, wie es unser Grundgesetz vorsieht, wie es alle brauchbaren Verfassungsdokumente vorsehen, dann muß das Recht des Menschen auf Leben vor allen anderen Erwägungen Vorrang haben.</p>
<p>In dieser Frage sollte es keine Liberalen und Konservativen, keine Linken und keine Rechten geben. Denn wir alle sind Menschen. Und in einem sollten wir uns einig sein, wo immer wir uns auch sonst heftig streiten mögen: Die vorsätzliche Tötung von Menschen, die Aufforderung zur vorsätzlichen Tötung von Menschen, die Beihilfe zur vorsätzlichen Tötung von Menschen, sollten allesamt nicht geduldet werden in einer gesellschaftlichen Ordnung, die sich als aufgeklärt versteht.</p>
<p>Immer wieder, über Jahrzehnte hinweg, sind diverse Kompromisse gesucht und gefunden worden, wie die diversen &#8220;Reformen&#8221; des §218 in Deutschland, wie die diversen Stichtagsregelungen zur Vernichtung von Embryonen. Dies mag alles politisch notwendig gewesen sein, um das Schlimmere zu verhindern. Wir sollten aber nicht vergessen, daß das kleinere Übel immer noch ein Übel ist, oft sogar ein ziemlich großes. Das bedeutet: Man kann unter bestimmten Umständen gezwungen sein Kompromisse zu machen, und ohne sie kann es in der Demokratie nicht gehen, aber über den Kompromissen das eigentliche Ziel zu vergessen, hat schreckliche Folgen.</p>
<p>Deutschland streifte das schnell angelegte Mäntelchen der Barbarei 1945 schnell wieder ab. Die Barbarei, um die es damals ging war nicht so sehr der zweite Weltkrieg (schreckliche Kriege hat es vorher immer wieder gegeben, so schrecklich sie auch waren). Die Barbarei, um die es ging, war die systematische Ausrottung einzelner Gruppen von Menschen, allen voran die versuchte Ausrottung der Juden aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur &#8220;Jüdischen Rasse&#8221; nach der arbiträren Definition von Nürnberg. Der Holocaust, nicht so sehr der Krieg zwischen Deutschland und den Alliierten, ist der Schrecken, den die 12 Jahre Nationalsozialismus hinterlassen haben.</p>
<p>Die Auslese bestimmter Menschengruppen, ihre Herabsetzung, die Herabsetzung ihres Wertes gegenüber dem Wert anderer Menschen, die Etablierung einer Schicht, die leben darf, und einer Schicht, die zum Nutzen des Staates, oder des Volkes, getötet werden muß, diese Kennzeichen heben die schrecklichsten Regime von denen ab, die bloß schrecklich waren. Sie machen den Unterschied zwischen einem schlechten Regime und sinnloser, mörderischer Barbarei, deren systematische Grausamkeit für die meisten Menschen unverständlich bleibt.</p>
<p>Das Grauen der barbarischen Auslöschung einzelner Gruppen steht heute glücklicherweise nicht auf der Tagesordnung. Das tat es auch nicht, als Kalifornien in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts anordnete, Angehörige &#8220;minderwertiger&#8221; Gruppen zwangsweise zu sterilisieren, oder als die Gründerin von Planned Parenthood, Margaret Sanger, ihre Sympathie für das Ziel des Ku-Klux-Klans ausdrückte, die Schwarzen vom Erdboden zu tilgen, oder als der amerikanische Supreme Court 1927 die Sterilisierungen für verfassungsmäßig erklärte, da sie für das Wohlergehen der Gemeinschaft nötig seien, und den Satz äußerte: &#8220;Three generations of imbeciles are enough&#8221;.</p>
<p>Das Grauen der barbarischen Auslöschung einzelner Gruppen steht heute glücklicherweise nicht auf der Tagesordnung. Aber im Jahr 1973 erklärte der amerikanische Supreme Court die Tötung ungeborener Kinder bis zum Moment der Geburt für rechtmäßig (und mehr als ein Drittel der Abgetriebenen waren schwarz&#8230;), britische Moralphilosophen erklären &#8220;demente&#8221; Menschen hätten die Pflicht zu sterben, statt das Recht zu leben, Peter Singer rechtfertigt die Tötung neugeborener Menschen, ob behindert oder nicht, Holland läßt die Tötung behinderter Kleinkinder inzwischen gesetzlich zu, Amnesty International unterstützt die Tötung ungeborener Kinder als &#8220;Menschenrecht&#8221;, und ernsthafte Präsidentschaftskandidaten in den USA sind gegen ein Verbot der Tötung geborener Kinder.</p>
<p>Das Grauen der barbarischen Auslöschung einzelner Gruppen steht heute glücklicherweise nicht auf der Tagesordnung.</p>
<p>Noch nicht. Aber angesichts knapper Kassen&#8230;</p>
</div>]]></content:encoded>
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<title><![CDATA[Kontsruktivismus - ein offenes Resümee]]></title>
<link>http://silberschweif.wordpress.com/2008/06/23/kontsruktivismus-ein-offenes-resumee/</link>
<pubDate>Mon, 23 Jun 2008 18:53:05 +0000</pubDate>
<dc:creator>Dominik</dc:creator>
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<description><![CDATA[Es lässt mich nicht wirklich los &#8211; und selbst nachdem ich Peter Bieris Buch &#8220;Das Handwer]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Es lässt mich nicht wirklich los &#8211; und selbst nachdem ich Peter Bieris Buch &#8220;<a href="http://www.fischerverlage.de/sixcms/detail.php?template=fv_wide_wrapper&#38;_content_template=buch_detail&#38;_navi_area=fv_home&#38;_navi_item=03.00.00.00&#38;id=140941">Das Handwerk der Freiheit. Über Die Entdeckung des eigenen Willens</a>&#8221; zu Ende gelesen habe, beschäftigen mich die Fragen des Konstruktivismus oder vielmehr dessen Vielschichtigkeit weiterhin. Vor allem, weil ich mit dem Wissen, das ich von <a href="http://medienpaedagogik.phil.uni-augsburg.de/denkarium/">Prof. Gabi Reinmann</a> mir im Master-Seminar &#8220;Konstruktivismus &#8211; ein interdisziplinäres Paradigma&#8221; (<a href="http://konstruktivismus.imb-uni-augsburg.de/?p=5#comments">Blog</a> und <a href="http://medienpaedagogik.phil.uni-augsburg.de/podcast/index.php">Podcast</a>) und der Buchlektüre aneignen konnte, sogar im Alltag auf eben solche konstruktivistischen Fragestellungen bzw. Probleme stoße.</p>
<p>Ich nutze hier also die Gelegenheit, das Buch und seine Bedeutung für mich zu skizzieren und gleichzeitig noch die ein oder andere externe Quelle hinzuzuziehen.</p>
<p>Was dem Leser sofort nach einigen Seiten und Kapiteln auffällt, ist das von Bieri oftmals angesprochene Problem der Sprache. Während beilspielsweise von Glasersfeld oder auch Roth die Sprache als &#8220;realitätsbildend&#8221;, im Sinne von &#8220;sich ein Bild von Welt machen&#8221;, verstehen, merkt Bieri an, dass wir die Sprache, die einzelnen Wörter, Begriffe und ihre Aussagen zumeist nur in oberflächlich betrachten, deren Bedeutungen quasi nur &#8220;ankratzen&#8221; und sie damit in ihrem eigentlichen Sinn missdeuten, sie somit ihrer Tiefe berauben. Ich finde, das ist ähnlich wie bei von Foerster, dessen Meinung es war, dass Sprache Objektivität vorgaukelt &#8211; um mit Bieris Worten zu sprechen:  Wir denken, wir wüssten, was mit bestimmten Begriffen gemeint sei, dabei haben wir die Ursprungs- bzw. die Wurzel der Bedeutung überhaupt nicht begriffen. Diese Wurzel ist durch Jahrzehnte oder Jahrhunderte mit anderen Assoziationen, wie bei Erdschichten, überlagert worden und hat auf der Alltagsebene eine andere, verschwommenere Bedeutung angenommen. Sprich, wir wissen also eben <em>nicht</em> (unbedingt) immer, was etwas bedeutet. Daher wohl auch die relativ lange Einleitung und Erklärung der Begriffe &#8220;Handlung&#8221;, &#8220;Aktion&#8221;, Wille&#8221;, &#8220;wollen&#8221;, &#8220;Urheber(schaft)&#8221; etc. Dabei musste ich auch oft daran denken, dass sich damit auch die (Psycho)linguistik und Hermeneutik beschäftigen.<br />
Dort heißt es, dass jeder Mensch einzelnen Wörtern und damit dem gesamten Text oder dem gesprochenen Wort eine andere Bedeutung beimessen kann. Das Beimessen von Bedeutung geschieht durch das bei jedem Menschen unterschiedlich komplexe Realitätsmodell. Es kann als „interne Repräsentation der &#8220;Wirklichkeit&#8221; <em>(Früh: Lesen, Verstehen, Urteilen. S.85, Karl Alber:1980) </em>angesehen werden, worin Informationen nach bestimmten Regeln und Schemata zugeordnet werden. Diese „kognitiven Strukturen“ beruhen wiederum auf gemachten Erfahrungen <em>(ibidem, S.80)</em>. Je nach Realitätsmodell und zugewiesener Bedeutung können Wörter also unterschiedliche Inhalte und auch Gefühlswerte annehmen <em>(Erdmann: Die Bedeutung des Wortes. S.107,  Wissenschaftliche Bchgesellschaft: 1966)</em>.<br />
Während in der Psycholinguistik nun zwischen &#8220;denotativen&#8221; und &#8220;konnotativen/affektiven&#8221; Ebenen unterschieden wird (Eco: Zeichen. S. 99ff, Suhrkamp: 1977), und nun zu weit vom Thema wegführt, kommt es mir eher auf den Begriff &#8220;Realitätsmodell&#8221; an, welches sehr gut auf das Subjekt als wirklichkeitserzeugende &#8211; und vor allem bestimmte (!) &#8211; Instanz hinweist.</p>
<p>Das zweite große Thema des Buches ist nach meinem Empfinden die Zeit als Realitätskonstruktionsfaktor. Zeit wird nicht von allen gleichwahrgenommen. Gegenwart ist nicht gleich erlebte und vor allem eine mit mir im Einklang seiende, und damit &#8220;echte&#8221;, gefühlte Gegenwart (auf mein Problem des Augenblickgenießens bin ich <a href="http://silberschweif.wordpress.com/2008/03/28/die-unmoglichkeit-des-augenblickgeniesens/">hier</a> bereits eingegangen). Wir müssen voll und ganz hinter unseren Handlungen stehen, wir müssen sie verstehen, die Umstände (= mehr oder wenige unsere Bestimmtheit/Bedingtheit, aber nicht im negativen Sinne!) kennen und akzeptieren, dann können wir die Zeit auch als &#8220;unsere&#8221; Zeit wahrnehmen und <em>durch</em>leben. Das finde ich besonders spannend. Das lässt sich doch wunderbar auf ein Beispiel runterbrechen, indem man sich ein Kind bei einem &#8220;langweiligen&#8221; Museumsbesuch oder SPaziergängen mit Verwandten vorstellt. Ich denke, solche Situationen kennen wir alle, bei denen wir uns nichts sehnlicher gewünscht hätten, als dass diese Zeit vorbeiginge. Wir kamen uns so vor, als ob man uns die Zeit gestohlen hätte. Tausend andere Dinge hätten wir in dieser Zeitspanne tun können! Wichtig ist für mich als in Zukunft, Entscheidungen oder Handlungen bewusst zu treffen und diese &#8211; auch wenn ich nicht immer die totale Kontrolle darüber habe &#8211; anzunehmen, sofern sie mir nicht schaden. Dann müsste ich meinem Ziel, jeden Augenblick zu genießen, doch eigentlich näger kommen, oder?!</p>
<p>Ein dritter Punkt der mir auffiel war das &#8220;Ebenen-Phänomen&#8221;. Das heißt, dass man oft &#8211; wohl auch bedingt durch das &#8220;Sprachproblem&#8221; &#8211; bei Gesprächen (auch in geschriebener Form) aneinander vorbeiredet, da sich der eine auf der Alltags-, der andere auf einer wissenschaftlich-reflexiv-diagnostischen Ebene befindet. Denn würde ich Bieris Buch lediglich aus Alltagssicht betrachten, hielte ich manche Beispiele, die er aufführt, für lächerlich, übertrieben und nicht nicht wert, darüber nachzudenken. Er selbst &#8220;gesteht&#8221; ja am Ende des dritten Teiles ein, dass viele Fragestellungen, die er aufgeworden hat, &#8220;künstlicher&#8221; Natur seien. Also Probleme, die (auf der Alltagsebene) nicht existieren, aber bei einem kritischen Blick und einer archäologisch anmutenden Weise der Problemlösung erheblich zum tieferen (auch in diesem Wort kommen die verschiedenen Meta-Ebenen hindurch) Verständnis beitragen. Nur dadurch lassen sich scheinbare Paradoxoi (hoffentlich habe ich einen korrekten griechischen Plural gebildet &#8230;), wie der Begriff des &#8220;freien Willens&#8221; einer ist, lösen (ein freier Wille wäre kein Wille, da ein Wille bestimmt ist!). Dazu gab es auch ein interessantes Interview mit Gerhard Roth in der Augsburger Allgemeinen vom 10. Mai 2008. Darin sagt er: &#8220;Der Mensch fühlt sich frei, wenn er tun kann, was er will, unabhängig davon, wie es zu diesem Willen kommt. Die Bedingtheit unseres Willens erleben wir nicht.&#8221; Aber ich denke, dass Bieri genau daran rütteln will und uns auffordert, uns Gedanken über unsere Willensbildung und deren Abhänhigkeit von uns, unserem Umfeld etc. zu machen. Ich denke, auch darin liegt letzten Endes die Freiheit: zu <strong>wissen</strong>, wie der Wille zustande kommt und ob ich mich dann damit <strong>identifzieren</strong> und ihn als meinen Willen <strong>annhemen</strong> kann!</p>
<p>Weiter wird in dem Interview eine Studie angesprochen, laut der man von 100 Fällen, in 60-70 davon bereits zehn Sekunden im Voraus sagen kann, welche Handlungsentscheidung derjenige treffen wird. Ich frage mich, ob das überhaupt &#8211; um im Geiste Bieris zu bleiben &#8211; für meinen &#8220;freien Willen&#8221; von Relevanz ist. Man kann ja einerseits schlecht sagen, dass man sich dadurch entmündugt fühlt, weil das Gehirn auf einmal etwas &#8220;allein&#8221; ohne mein Zutun entscheiden würde &#8211; dem ist ja nicht so. Das Gehirn ist ja ein Teil von mir und es gibt eben keine Instanz in oder über mir &#8211; oder wie Bieri es sagt, ein Homunculus -, die mit Entscheidungen abnimmt. Dies ist nicht einmal bei Getriebenen, Gezwungenen, Zwanghaften usw. so. Vielleicht kommt dieser Reflex daher, dass wir einen Abstand zu uns selbst aufbauen können und die Situation so abstrahieren, dass sie uns dann im Nachhinein wieder &#8220;fremd&#8221; vorkommt. Das wäre für mich eine plausible Erklärung. Andererseits ist es ja auch nicht so, dass man &#8211; selbst wenn man oben Genanntes messen kann &#8211; die Handlungsentscheidung schlecht findet oder eben nicht als die eigene wahrnimmt. Und genau das macht ja auch meinen Willen aus: dass ich Handlungen als Urheber wahrnehme, dass der ausgeführte Wille meiner ist!<br />
Dasselbe ist es, wenn der Interviewer fragt, ob Routinen einen &#8220;ferngesteuert&#8221; durch die Welt laufen lassen. Routinen haben aber doch nichts mit dem Einfluss eines fremden Willens auf mich zu tun. Ich nutze Routinen, um Alltagsvorgänge ohne großen kognitiven Aufwand zu meistern. Das hat an sich eigentlich nichts mit dem Willen und dessen Bedingtheit zu tun, außer, dass die Bedingtheit in diesem Fall immer wiederkehrende Muster der Alltagswelt sind, die ich erkenne und absolviere. Davon bleibt jedoch die &#8220;Freiheit&#8221; meiner Entscheidungen vollkommen unbetroffen. Dies ist zumindest meine Meinung. Über erhellende Kommentare freue ich mich sehr!</p>
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<title><![CDATA[Was ist der freie Wille?]]></title>
<link>http://ungenannter.wordpress.com/2008/05/29/was-ist-der-freie-wille/</link>
<pubDate>Thu, 29 May 2008 20:18:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>ungenannter</dc:creator>
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<description><![CDATA[Auf jeden Fall keine statische und abstrakte Größe. Das zeigt sich schon allein dadurch, dass sich ]]></description>
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