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	<title>erinnerungskultur &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/erinnerungskultur/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "erinnerungskultur"</description>
	<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 16:58:02 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Freiwilligentag am Jüdischen Friedhof Wien/Währing]]></title>
<link>http://volucris.wordpress.com/2009/10/27/freiwilligentag-am-judischen-friedhof-wienwahring/</link>
<pubDate>Tue, 27 Oct 2009 11:47:28 +0000</pubDate>
<dc:creator>volucris</dc:creator>
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<description><![CDATA[Die Wiener Gruenen und die Historikerin Tina Walzer engagieren sich seit vielen Jahren um das Kultur]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><div>
<p>Die Wiener Gruenen und die Historikerin Tina Walzer engagieren sich seit vielen Jahren um das Kulturjuwel an der Schrottenbachstraße vor dem Verfall zu retten. Rettungsversuche – wie etwa ein Baumschnitt seitens der Stadt Wien 2007 – helfen zwar kurzfristig, doch eine nachhaltige Lösung für den Erhalt und für die Pflege des Währinger Jüdischen Friedhofs sowie aller anderen Jüdischen Friedhöfe in Österreich lässt nach wie vor auf sich warten. Obwohl Österreich sich 2001 im &#8220;Washingtoner Abkommen&#8221; dazu verpflichtet hat.</p>
</div>
<p>Die Historikerin Tina Walzer erforscht den Friedhof seit vielen Jahren. Derzeit arbeitet sie an einem Forschungsprojekt des Zukunftsfonds. Doch die Forschung wird durch die Nicht-Pflege behindert. Überall wuchert Gestrüpp, das neue Schäden an Grabsteinen verursacht.</p>
<p>Der Jüdische Friedhof Währing, einer der letzten Friedhöfe des Biedermeier in Wien, dokumentiert die Blüte des jüdischen Bürgertums in der damaligen Hauptstadt der Doppelmonarchie. Viele der auf diesem Friedhof bestatteten Familien gehörten zu den führenden VertreterInnen der Kunst und Kultur Wiens und des wirtschaftlichen Aufschwungs der Industriellen Revolution.</p>
<p>In den Grundsätzen der jüdischen Religion sind die Unversehrtheit jeder Grabstelle und der immerwährende Bestand eines jüdischen Friedhofs oberstes Gebot. Erinnern wir uns an diese Geschichte Wiens und helfen wir, sie wieder ins Bewusstsein der Stadt zu rücken!</p>
<h2 style="text-align:center;">Freiwilligentag am 1. November 2009, 11.00 bis 15.00 Uhr!</h2>
<ul>
<li>Nehmen Sie bitte eine Gartenschere, Handschuhe und eventuell weitere Gartengeräte mit.</li>
<li>Teilnahmezeit flexibel zwischen 11.00 und 15.00 Uhr möglich!</li>
<li>Eingang Schrottenbachgasse, 1180 Wien (U6 Nußdorfer Straße)</li>
<li>Anmeldungen bitte unbedingt an <a href="mailto:juedischer.friedhof@gruene.at">juedischer.friedhof@gruene.at</a> oder telefonisch unter 4000-81581</li>
</ul>
<p>also ich werde da sein <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>vielleicht sehen wir uns ja ,</p>
<p>auf bald</p>
<p><em>v</em></p>
<p>hier noch einige Videos von Marco Schreuder (Grüne wien) und Tina Walzer:</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/EDveT_u6FtM&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/EDveT_u6FtM&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/kaCskHyYstM&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/kaCskHyYstM&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/n7CIbiBJXcE&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/n7CIbiBJXcE&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p><em> </em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[leipziglichtfest]]></title>
<link>http://grossvaterblog.wordpress.com/2009/10/11/leipziglichtfest/</link>
<pubDate>Sun, 11 Oct 2009 16:39:26 +0000</pubDate>
<dc:creator>grossvaterblog</dc:creator>
<guid>http://grossvaterblog.wordpress.com/2009/10/11/leipziglichtfest/</guid>
<description><![CDATA[20 Jahre nach &#8220;der&#8221; großen Montagsdemonstration in Leipzig, bei der 70.000 Menschen gege]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>20 Jahre nach &#8220;der&#8221; großen Montagsdemonstration in Leipzig, bei der 70.000 Menschen gegen die akuten Verhältnisse in der DDR protestieren gingen, waren am Freitagabend an die 100.000 auf der Originaldemostrecke in Leipzig unterwegs, um an die Demonstration eben 20 Jahre vorher zu erinnern &#8211; oder auch die &#8220;Wende&#8221; aka &#8220;Friedliche Revolution&#8221; oder die Wiedervereinigung oder die Großartigkeit der Stadt Leipzig zu feiern. Was auch immer.<br />
Ich war da und fand es teils skurril, teils okay. Befürchtungen, die wir hatten, das das ganze eine kitschige, eindimensionale Beweihräucherung des Ablaufs der Geschichte werden würde, haben sich nicht bestätigt &#8211; wobei ich von Reden und offiziellem Programm auch wenig mitbekommen hatte. Was ich gesehen habe war ein massiger Spaziergang über den Ring, vorbei an teils banalen, teils ganz spannenden Lichtinstallationen und -projektionen und Soundinstallationen. In der künstlerischen Offenheit nichts dagegen zu sagen. Etwas irritierend der technische Aufwand, der getrieben wurde und die ganze Veranstaltung doch arg eventisiert hat. Riesenleinwände über den Goerdelerring, straßenweite Beschallung, eine Riesenbühne auf der Brühlbrachfläche die in ihrem Setting musikfestivaleske Assoziationen weckt. Naja.<br />
Ich verweise auf <a href="http://lichtfest.lvz-online.de/lvzs.site,postext,startseite,artikel_id,12964.html">Unkritisches bei der LVZ</a> und <a href="http://www.kreuzer-leipzig.de/politik/998">Kritisches im Kreuzer</a>.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[von der Ausstellung zur Antira Debatte...]]></title>
<link>http://beyondbarsandink.wordpress.com/2009/10/03/von-der-ausstellung-zur-antira-debatte/</link>
<pubDate>Sat, 03 Oct 2009 12:36:15 +0000</pubDate>
<dc:creator>Steppenwolf</dc:creator>
<guid>http://beyondbarsandink.wordpress.com/2009/10/03/von-der-ausstellung-zur-antira-debatte/</guid>
<description><![CDATA[Wegen einer letzlich abgebrochenen Ausstellung in Berlin über &#8220;Die Dritte Welt im zweiten Welt]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Wegen einer letzlich abgebrochenen Ausstellung in Berlin über &#8220;Die Dritte Welt im zweiten Weltkrieg&#8221; vom Rheinischen JournalistInnenbüro und dem Verein Recherche International e.V. ist es nun zu einer neuen Debatte um Rassismus und Opferkonkurrenz gekommen. In dieser kommen einmal mehr unterschiedliche Standpunkte zur Sprache die viel zu selten wirklich gehört werden, deshalb hier das was ich dazu gefunden habe. Leider werden Debatten viel zu undurchsichtig in völlig unterschiedlichen Medien geführt, so dass es schwer ist den Überblick zu behalten. Solltet ihr mehr wissen, bitte über die Kommentarfunktion posten.</p>
<p><a href="http://jungle-world.com/artikel/2009/40/39499.html">Täter,Opfer und Geschichte</a></p>
<p><a href="http://jungle-world.com/artikel/2009/40/39500.html">Geschichte als Gegendarstellung</a></p>
<p><a href="http://jungle-world.com/artikel/2009/40/39501.html">Zensierte Kontinuität</a></p>
<p><a href="http://jungle-world.com/artikel/2009/40/39502.html">Was Zahlen nicht zählen</a></p>
<p><a href="http://blog.derbraunemob.info/wp-content/uploads/2009/08/ISD_Stellungnahme_WdK.pdf">Stellungnahme zur abgesagten Ausstellung &#8220;Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg&#8221; in der Werkstatt der Kulturen in Berlin</a></p>
<p><strong>verwandte Materialien:</strong></p>
<p><a href="http://www.assoziation-a.de/gesamt/Unsere_Opfer_zaehlen_nicht.htm">Buch: &#8220;Unsere Opfer zählen nicht&#8221;</a></p>
<p><a href="http://thevoiceforum.org/node/1374">Die Fessel, die uns gefangen hält</a></p>
<p><a href="http://www.nadir.org/nadir/archiv/Diverses/pdfs/diskus_zivilgesellschaft.pdf">Die freundliche Zivilgesellschaft</a></p>
<p><a href="http://www.nadir.org/nadir/archiv/Diverses/pdfs/lupus_geschichte.pdf">Geschichte Rassismus und das Boot</a></p>
<p><a href="http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=25&#38;print=ja">Vor der Fusion?</a></p>
<p>weitere verwandte Beiträge gibt es auch in der ersten Ausgabe des <a href="http://acorpsperdu.wikidot.com/">A Corps Perdu</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[rechtliche Absicherung]]></title>
<link>http://grossvaterblog.wordpress.com/2009/09/24/rechtliche-absicherung/</link>
<pubDate>Thu, 24 Sep 2009 20:20:11 +0000</pubDate>
<dc:creator>grossvaterblog</dc:creator>
<guid>http://grossvaterblog.wordpress.com/2009/09/24/rechtliche-absicherung/</guid>
<description><![CDATA[Ich war im Internet unterwegs auf der Suche nach Arbeiterrückfahrkarten. Eigentlich wollte ich gerne]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ich war im Internet unterwegs auf der Suche nach Arbeiterrückfahrkarten. Eigentlich wollte ich gerne Informationen, aber die Dinger wurden mir lediglich zum Verkauf angeboten. Hübsch mit Bild. Bei den Bildern hatten sie schön gehorsam alle Nazisymbole, well, the Hakenkreuz, rot übermalt.</p>
<p>Brauche ich das auch? Brauche ich einen Disclaimer, dass ich nationalsozialistische Symbole nur zu staatsbürgerlicher Aufklärung darstelle? Immerhin ist das Internet auch die Öffentlichkeit und Nazisymbole in der Öffentlichkeit sind ja wohl verboten. Allerdings will ich ja nichts verkaufen. Und habe überhaupt nur zeitgeschichtliche Dokumente zur Betrachtung anzubieten. Und bei <a href="http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/index.html">lemo</a> wird auch nichts retuschiert oder überklebt. Also.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Was bleibt von einem Jahr?]]></title>
<link>http://volucris.wordpress.com/2009/08/11/was-bleibt-von-einem-jahr-2/</link>
<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 23:05:48 +0000</pubDate>
<dc:creator>volucris</dc:creator>
<guid>http://volucris.wordpress.com/2009/08/11/was-bleibt-von-einem-jahr-2/</guid>
<description><![CDATA[Heute ist es genau ein Jahr her &#8211; schon ein Jahr. Es ist schon komisch wie schnell die Zeit zw]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:left;">Heute ist es genau ein Jahr her &#8211; schon ein Jahr. Es ist schon komisch wie schnell die Zeit zwischen den Fingern davon rinnt. Ist wirklich ein Jahr vergangen? 365 Tage?</p>
<p>365 Tage gefüllt mit Freundschaften,  Ärger, Lachen, Ehrgeiz, Glück und einer Trauer &#8211; die immer wieder kommt und dann wieder in den Hintergrund tritt, aber nie ganz verschwindet.</p>
<p> </p>
<p> </p>
<p style="text-align:center;">In dem Moment, in dem man auf einen schönen Tag zurückschaut und sich das dumpfe Gefühl von Schuld ausbreitet, weil man viel gelacht hat.</p>
<p style="text-align:center;"> </p>
<p style="text-align:center;">In dem Moment, wenn man mit der Familie zusammensitzt und fühlt, dass jemand fehlt.</p>
<p style="text-align:center;"> </p>
<p style="text-align:center;">In dem Moment, an dem ich ein Buch aus dem Regal ziehe, und ein Brief zwischen den Seiten hervorfällt, den ich als Lesezeichen verwendet habe und jedes noch so kleine Wort mit Erinnerungen erfüllt ist.</p>
<p style="text-align:center;"> </p>
<p style="text-align:center;">und jetzt wirklich schon ein Jahr?</p>
<p style="text-align:center;"> </p>
<p style="text-align:center;"> </p>
<p style="text-align:left;">Was bleibt von einem Jahr?</p>
<p style="text-align:left;"> </p>
<p style="text-align:left;">An welche Dinge erinnern wir uns?</p>
<p style="text-align:left;"> </p>
<p style="text-align:left;">Was verschwindet?</p>
<p style="text-align:left;"> </p>
<p style="text-align:left;">Was hat mich beschäftigt?</p>
<p style="text-align:left;"> </p>
<p style="text-align:left;">Was hat mich glücklich gemacht?</p>
<p style="text-align:left;"> </p>
<p style="text-align:left;">Was hat mich verletzt?</p>
<p style="text-align:left;"> </p>
<p style="text-align:left;">Über was habe ich mich geärgert und was hat mich wütend gemacht?</p>
<p style="text-align:left;"> </p>
<p style="text-align:left;">Worüber habe ich gelacht und was belächelt?</p>
<p style="text-align:left;"> </p>
<p style="text-align:left;">Wann habe ich geweint?</p>
<p style="text-align:left;"> </p>
<p style="text-align:left;">Wen glaube ich geliebt zu haben und wen gehasst?</p>
<p style="text-align:left;"> </p>
<p style="text-align:left;"> </p>
<p style="text-align:center;">Welche Bedeutung wird es in vielen Jahren für mich haben &#8211; was werde ich mitnehmen?</p>
<p style="text-align:center;"> </p>
<p style="text-align:center;">Wenn mich morgen jemand fragen würde, was in den vergangenen 365 Tage das prägendste Erlebnis fürmich war &#8211; was würde ich antworten?</p>
<p style="text-align:center;"> </p>
<p style="text-align:left;">Werde ich mich über die Politiker ärgern, die ihr Hauptaugenmerk darauf richten, die Menschen gegeneinander aufzuhetzen und zu zeigen, dass Respekt anderen gegenüber ein Wert von gestern ist? Werde ich mir Sorgen über die globale Erwärmung machen und um den mangelnden Klimaschutz, der die Welt &#8220;vernichten&#8221; wird? Was wäre mit der Wirtschftskrise, die die Börsen in nie geahnte Tiefen stürzt?  Welche Rolle werden Schmutzkampangen der österreichischen Medien spielen? Werde ich an Erfolg im Studium denken, der wieder eine Zeile in meinem Lebenslauf ausmachen wird?</p>
<p style="text-align:left;">Nein, ich denke nicht, dass es diese Dinge sein werden, die mich auch noch im Lauf der Zeit an dieses Jahr erinnern werden.</p>
<p style="text-align:left;"> </p>
<p style="text-align:left;">Es werden die Menschen sein, die für mich da waren,Orte, die mir etwas bedeutet haben,  die Gefühle, die in mir gewütet haben, Worte, die sich tief eingebrannt haben.</p>
<p style="text-align:left;"> </p>
<p style="text-align:left;"><em>auf bald,</em></p>
<p style="text-align:left;"><em>v.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Auf dem Weg zu einer europäischen Erinnerung?]]></title>
<link>http://volucris.wordpress.com/2009/06/17/auf-dem-weg-zu-einer-europaischen-erinnerung/</link>
<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 23:13:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>volucris</dc:creator>
<guid>http://volucris.wordpress.com/2009/06/17/auf-dem-weg-zu-einer-europaischen-erinnerung/</guid>
<description><![CDATA[Mitschrift und Stellungnahme zum Vortrag von Aleida Assmann im Rahmen der Wiener Vorlesungen am 30.3]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><h3 style="text-align:center;"><em>Mitschrift und Stellungnahme zum Vortrag von Aleida Assmann im Rahmen der Wiener Vorlesungen am 30.3. 2009</em></h3>
<p>Aleida Assmann wurde am 22. 03. 1947 geboren und studierte Anglistik und Ägyptologie in Heidelberg und Tübingen. Seit 1993 Professorin für Anglistische und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Seit den 1990er Jahren ist ihr Forschungsschwerpunkt die Kulturanthropologie, insbesondere die Themen kulturelles Gedächtnis, Erinnerung und Vergessen.</p>
<p><em>„Solange etwas ist, ist es nicht das, was es gewesen sein wird.“ </em>Mit diesen Worten von Martin Walser eröffnet Aleida Assmann ihren Vortrag zur Entwicklung einer europäischen Erinnerungskultur.</p>
<p>Vor 130 Jahren machte sich Ernest Renan Gedanken zu der Zukunft der Nationalstaaten – in seiner Rede 1882 an der Sorbonne nahm er die Idee der Europäischen Gemeinschaft vorweg:</p>
<p><em>„Die Nationen sind nichts Ewiges. Sie haben einmal angefangen, sie werden enden. Die europäische Konföderation wird sie wahrscheinlich ablösen.“</em></p>
<p>Auch Benedict Anderson beschreibt 1982 die Nationen als wandelbares historisches Konstrukt. Schon 100 Jahre zuvor bezeichnete Renan die Seele der Nation als eine Erinnerungs- und Vergessensgesellschaft mit symbolischen Vorstellungsgehalt – ein nationaler Mythos.</p>
<p>Leslie Fiedler unterscheidet zwischen Amerika und Europa –Amerika baut nicht auf ein gemeinsames Erbe, sondern auf einen gemeinsamen Traum. Utopie und nicht die Geschichte ist ausschlaggebend, während in Europa beides untrennbar miteinander verbunden ist. Dieser europäische Traum soll zeigen, dass aus Todfeinden kooperierende Nachbarn werden können – aber auch die umgekehrte Möglichkeit verleiht diesem Traum ungebrochene Aktualität.</p>
<p>Den Europäern fehlt es an Selbstbewusstsein, eine integrierende Symbolik zu finden („<em>die imaginäre Gemeinschaft zu imaginieren</em>“). Die Differenzen müssen anerkannt werden , um sie überwölben zu können. Der europäische Boden ist gesättigt mit archäologischen Spuren der gemeinsamen Geschichte. Europa geht von einer Erinnerung an gemeinsame Zerstörung aus, im Gegensatz zu Amerika.</p>
<p>Im folgenden setzt sich Aleida Assmann mit drei Fragen auseinander:</p>
<p style="text-align:center;">1)      Ist Europa auf dem Weg zu einer gemeinsamen Erinnerung?</p>
<p style="text-align:center;">2)      Welche Hindernisse liegen auf dem Weg?</p>
<p style="text-align:center;">3)      Wie kann man diese beseitigen?</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Ad 1) Holocaust als Bezugspunkt</span></strong></p>
<p>Auf dem Weg zu einer gemeinsamen europäischen Erinnerung, wird der Holocaust nach dem Fall der Mauer 1989 – auf der Suche nach neuer Identität in den 90ern &#8211; als Bezugspunkt gesetzt (Dan Diner). Es wird der Gedächtnisort Europas. Zehn Jahre später wird der 27. Jänner als gesamt deutscher Erinnerungstag festgesetzt. Die ITF (Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Remembrance and Research) folgt und plant die Erinnerung an den Holocaust über die Grenzen zu tragen.</p>
<p>2005 legt das europäische Parlament eine Schweigeminute für Auschwitz. Es wird eine Resolution verabschiedet, dass die Erinnerung gefördert werden muss. Allerdings gab es einige Kontroversen in der Formulierung: das polnische Parlament nahm Anstoß daran, dass Auschwitz als „polnisches Vernichtungslager“ bezeichnet wurde und wollte es in „deutsches Vernichtungslager“ umbenennen. Das deutsche Parlament wiederum wollte aber die Bezeichnung „Hitlers Nazi Todeslager“ – geeinigt wurde sich dann auf „nazi-deutsches Todeslager.</p>
<p>Der Selbstschutz vor diesem Ereignis zeigt sich in diesem Handlungsverlauf: Verweise auf Deutschland à Verweise auf Hitler!</p>
<p>Es wird versucht die eigene Nationalität vor Kontaminierung zu bewahren.</p>
<p>Kritik an der zunehmenden Universalisierung von Gedächtnis kommt von Dan Diner. Der Bezug würde sich verdünnen – Erinnerung beruht nicht nur auf Konkretheit, sondern auch auf nationalen Bezügen; nicht nur auf staatlichen Vorlagen sondern im persönlichen Engagement.</p>
<p>Der Einbezug ins örtliche Bewusstsein kann durch Bürgerinitiativen erfolgen, durch gemeinsame aufgaben vor Ort und das Zusammenführen von Opfern und Angehörigen. Die Suche nach der eigenen Familiengeschichte, eine gemeinsame Rekonstruktion,  kann die Erinnerung verbinden. Solche lokalen Angelegenheiten sind in den überregionalen Medien nur wenig vertreten.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Ad 2) Hindernis – das gespaltene Gedächtnis</span></strong></p>
<p>Die eruptive Wiederkehr von Erinnerung zeigt einen Unterschied zwischen West und Ost. Während im Westen der Holocaust die größte Rolle einnimmt, ist der Stalinismus im Osten im Gedächtnis tief verankert. Unter Intellektuellen führte diese Erkenntnis zu Irritationen: Ist ein Vergleich möglich / standhaft?</p>
<p>Beide sind in das europäische Gedächtnis aufzunehmen, die Opfer des Stalinismus erhielten aber keinen Platz darin. Es zeigt sich eine Asymmetrie in der Erinnerung der Opfer und dem Vergessen der Täter.</p>
<p>Auch im vergleich der beiden Institutionen Memorial (nicht stattlich gefördert) und ITF à diese Statusdiskrepanz zeigt sich in der Störung im materiellen Gedächtnis.</p>
<p>Janusz Reiter, ein polnischer Diplomat, Germanist und Publizist, leitet dieses gespaltene Gedächtnis aus dem gespaltenen Kontinent der EU ab. Es herrscht ein Spannungsfeld zwischen 2 Erinnerungen: Holocaust und GULag.</p>
<p>-         Charles Maier: „<em>das heiße Gedächtnis des Nationalsozialismus hat eine längere Halbwertszeit , als das kalte Gedächtnis des Kommunismus</em>“</p>
<p>-         Simone Weil: „<em>Die Shoa ist unser aller Erbe“</em></p>
<p>Problematik: Ein Kampf und Sieg gegen den Nationalsozialismus kann nicht etwas sein, dass Russland von seiner Schuld / Verbrechen freispricht.</p>
<p>Eine weitere Asymmetrie zeigt sich beim Holocaust: außereuropäisch verbreitet, aber in Russland? Es wird verdrängt durch den Sieg des vaterländischen Kriegs am 9.5. 1945 wird sich nur der roten Armee und deren Opfer erinnert.</p>
<p><strong><span style="text-decoration:underline;">Ad 3) Lösung – Dialogische Erinnerungskultur</span></strong></p>
<p>Wie können Grenzen überwunden werden und eine gemeinsame Erinnerungskultur in Europa entwickelt werden kann?</p>
<p>Die Erinnerungspolitik zweier Staaten könnten die Leiden des anderen ins Gedächtnis einschließen. Auf diese Weise kann die eigene Erinnerung gestützt werden, im Gegensatz zum monologischen Gedächtnis.</p>
<p>Die akzeptierten Rollen des Siegers, Widerstandkämpfers und Opfers kannte das Geschichtsbild, alle anderen wurden verdrängt – doch durch die Öffnung der Archive änderte es sich. Die Länder flohen sich in ihre Opferrollen wie Österreich und Polen – eine Krise der nationalen Gedächtniskonzentration.</p>
<p>Es wird  das eigene Leid in den Vordergrund gerückt, als das Leid, welches anderen zugefügt wurde. (Russland als bestes Beispiel)</p>
<p>Marc Bloch spricht von einem Dialog von Schwerhörigen, der ständig falsch verstanden wird.  „<em>Mit einem Wort, hören wir auf, für alle Ewigkeit von nationaler Geschichte zu nationaler Geschichte zu sprechen, ohne zu verstehen. Ein Dialog von Gehörlosen, von denen jeder auf die Frage des anderen völlig quer antwortet, ist zwar ein alter Kunstgriff der Komödie, der gut und gern die Lacher eines auf Vergnügen eingestellten Publikums hervorrufen kann, aber er ist keine sehr zu empfehlend intellektuelle Übung</em>.“</p>
<p>Der zweite Weltkrieg kann nur durch den Dialog Teil des europäischen Gedächtnis werden. Diese politisch-kulturelle Möglichkeit ist im Projekt Europa vorhanden.</p>
<p>Vieles wissen zwar die Historiker, aber es hält nicht ins nationale Gedächtnis Einzug. Am Beispiel von Deutschland kann man es mit der Zerstörung Dresdens und der Zerstörung Warschaus/ Leningrads durch die Deutschen (eine Mio Russen verhungerte) beobachten. Aber es ist nun einmal kein Schulstoff, es erhält als Thema keine symbolische Repräsentation im öffentlichen Raum</p>
<p>Die Vereinbarkeit und Koexistenz der Erinnerungen ist nötig, doch die Erinnerung an den Stalinismus, darf die Erinnerung an den Holocaust nicht relativieren, die Erinnerung an den Holocaust darf aber auch nicht die Leiden des zweiten Weltkriegs nicht trivialisieren. (Bernd Faulenbach)</p>
<p>Das Dialogische Erinnern soll die Erinnerungen der Nachbarn ins eigene Gedächtnis aufnehmen. Ein vereinigtes Europa braucht kein einheitliches Gedächtnis, aber ein kompatibles Erinnerungsbild/ Geschichtsbild  -  <em>„shared narratives and shareable narratives“</em></p>
<p>Heroische Mythen und Opferkonkurrenz muss mit dem Wissen über uns als Opfer und Täter verglichen werden. Was denken andere von uns? Erinnerungen müssen ausgetauscht werden und anderen zugänglich gemacht werden und auf diese Weise ein Geschichtstrauma in einen Traum zu verwandeln. Zum Schluss möchte ich mir noch einmal die Worte von Aleida Assmann leihen:</p>
<blockquote>
<p style="text-align:center;"><em>„Das gemeinsame Erinnern im Dialog kann die unvollendete Utopie Europa vereinen“ </em></p>
</blockquote>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[The Trivialisation of War Crimes Trials.]]></title>
<link>http://idiotery.wordpress.com/2009/05/22/the-trivialisation-of-war-crimes-trials/</link>
<pubDate>Fri, 22 May 2009 16:40:05 +0000</pubDate>
<dc:creator>idiotery</dc:creator>
<guid>http://idiotery.wordpress.com/2009/05/22/the-trivialisation-of-war-crimes-trials/</guid>
<description><![CDATA[Is it a scene from the next Tomb Raider-installment? No, it‘s news! Popstars, if you want them: Ange]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Is it a scene from the next Tomb Raider-installment? No, it‘s <a href="http://wrongingrights.blogspot.com/2009/05/thomas-lubanga-looks-at-angelina-jolie.html">news!</a> Popstars, if you want them: Angelina Jolie and Luis Moreno Ocampo looking seriously serious on the occasion of Ms Jolie‘s visit to the ICC. The photo comes via <a href="http://www.theage.com.au/lifestyle/people/jolie-attends-war-crimes-trial-20090520-bew4.html">Melbourne‘s The Age‘s Lifestyle section</a>, which is already somewhat worrying: War Crimes prosecution as a lifestyle-choice.<br />
<img src="http://idiotery.files.wordpress.com/2009/05/article400_jolie_hague-420x0.jpg?w=420&#038;h=299" alt="article400_jolie_hague-420x0.jpg" width="420" height="299" /><br />
Of course, commitment to justice is open to celebrities and campaigns such as the one to stop the situation in Darfur, fruitless as they might be despite raising awareness, rely on celebrities. But everything is wrong about this picture. You can almost hear Moreno Ocampo saying “Yes, yes, serious matter, these war crimes“ to which Angelina Jolie nods her head and puts on exactly the expression she has here. And they&#8217;re both thinking, “Image, it‘s all about image, how do we look? Is my expression concerned enough? Do I look cool next to this modern icon? Don‘t I look cool next to this modern icon?“ And just who is the icon here? Moreno Ocampo quite possibly sees himself as one &#8211; and would be delighted to find out that (if) Angelina Jolie agrees.</p>
<p>But the attraction of War Crimes Trials as a means to achieve justice remains, as of now, just a promise. Some reports have Jolie down as a <a href="http://www.welt.de/vermischtes/article3770228/Angelina-Jolie-vor-Gericht.html">witness</a> in the trial against Lubanga, and it would be indeed interesting to hear how she would qualify. Expert witness? Well, if moral outrage at abhorrent behaviour alone would be enough to qualify to serve justice, we‘d all be not only witnesses, but judges! It is way too early to make much of Moreno Ocampo‘s track record, but he certainly knows how to put himself in the spotlight. He‘s far out-Del Ponte-ing Carla Del Ponte, yet the merits of this approach seem questionable. As it is, there is hardly any public understanding of the limits and limitations of international criminal prosecutions &#8211; and the self-serving popularisation hardly contributes to furthering this understanding. This, then, is probably what‘s so seriously wrong with this picture: The image appears so familiar, so easy to understand that we can easily believe that not only do we understand the crimes under investigation under international criminal law, but also how to bring them to justice and thus bring justice to the places in which those crimes occurred. Of this we should be very sceptical.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Tag der Befreiung  ]]></title>
<link>http://augenzuppler.wordpress.com/2009/05/10/tag-der-befreiung/</link>
<pubDate>Sun, 10 May 2009 10:24:42 +0000</pubDate>
<dc:creator>philolog</dc:creator>
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<description><![CDATA[Gestern war ja der Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus durch die Alliierten. Noch einmal ein Dank]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Gestern war ja der Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus durch die Alliierten. Noch einmal ein Dankeschön an die Befreier &#8211; es hat zwar ein paar Jährchen gedauert,bis sich alle einig waren,wo der Feind zu bekämpfen war,aber entscheidend ist,was hinten heraus kam &#8211; eine demokratisch auf den Weg gebrachte BRD mit Westanbindung und eine nationalsozialistische DDR in stalinistischer Ausprägung. Das Zaudern der Westalliierten und der Hitler-Stalin-Pakt haben Polen und der Tschechei herbe Verluste eingebracht  und die Shoah erst so richtig in Gang gebracht. Das sind auch Eintrübungen der reinen Freude.</p>
<p>Auch die Frage,wer sich eigentlich befreit fühlen konnte oder durfte,scheint bis heute nicht klar beantwortbar zu sein. Da ist die Befreiung der KZ-Überlebenden noch am klarsten zu benennen. Sinnig scheint eine prozesshafte Sichtweise der Abfolgen von historischen Erscheinungen und die Herausarbeitung von immer wiederkehrenden ideologischen Kontinuitäten, die  meist als politjournalistische Kampagnen bemerkbar sind.</p>
<p>Der nachhaltige Umgang mit Nazischergen und dem Antisemitismus war kläglich,die Saat aus Pogromstimmung und Autoritätsgläubigkeit konnte nicht gestoppt sondern nur eingegrenzt werden.  Hier gibt es noch einiges zu tun. Und die Herausbildung des Ost-West-Konfliktes hatte einen breiten Anteil daran, Antikommunismus war schliesslich auch für die NS-Gläubigen eine Haltung,die herüber gerettet werden konnte &#8211; dass Antikommunismus untrennbar mit dem Antisemitismus verknüpft war,wurde billigend von den Westalliierten und den Vätern des GG in Kauf genommen. Die SU hat die Teilung Deutschlands mit Stalinismus betrieben,der dem NS-Regime an Grausamkeit kaum unterlegen war &#8211; hier erfährt die SU-Befreiungsideologie ihren unwiederbringlichen Dämpfer.</p>
<p>Die Spanier hatten weniger Glück,sie mussten mit ihrem Faschoführer Franco bis in die 70er des letzten Jahrhunderts klarkommen,in Portugal ging es bis dahin auch sehr autoritär zu. Nicht zu vergessen ist auch die Obristenherrschaft im Griechenland der sechziger- und siebziger Jahre &#8211; die hat Zypern die türkische Besetzung und daran anschliessend die  Teilung eingebracht.  Heute ist die ex-SU politisch auf dem Rückzug, das demokratische Europa auf dem Vormarsch. Baltische und slawische Republiken sind zu echten Demokratien transformiert. Sorge bereiten heute allerdings noch der Balkan und die Anrainerstaaten Russlands,die dem Sog der sog. &#8221; gelenkten Demokratie&#8221; Moskaus stark ausgesetzt sind. Es bleibt also noch viel zu tun.</p>
<p>PS: Heute ist ja auch noch dieser unseelige Muttertag,der ist vom NS-Mutterkreuz als Restbestand übrig geblieben. Darum begehe ich den auch nicht. Ich liebe oder hasse meine Alten ganz unabhängig von den Mutterkreuzlern.</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/ORfYE5M44ms&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/ORfYE5M44ms&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p>Mehr vom Ludwig Hirsch gibt es<a title="LastFM" href="http://www.last.fm/music/Ludwig+Hirsch" target="_blank"> hier</a>,ich empfehle die Geschichte vom <a title="Lied vom Dorftrottel,der von der Dorfgemeinschaft umgebracht wird." href="http://www.last.fm/music/Ludwig+Hirsch/_/Der+Dorftrottel" target="_blank">Dorftrottel</a>.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA["Demenz"]]></title>
<link>http://grossvaterblog.wordpress.com/2009/04/02/demenz/</link>
<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 21:37:09 +0000</pubDate>
<dc:creator>grossvaterblog</dc:creator>
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<description><![CDATA[Mein Vater hat mich für ein paar Tage in Leipzig besucht. Wir waren in allen Kirchen, im zeitgeschic]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Mein Vater hat mich für ein paar Tage in Leipzig besucht. Wir waren in allen Kirchen, im zeitgeschichtlichen Forum, im Gewandhaus und in Dresden. Und wir waren in einem Buchladen, er hat sich das momentan heiß diskutierte &#8220;Demenz&#8221; von Tilman Jens gekauft und innerhalb zweier Abende komplett verschlungen. Als Arzt, der viel mit Demenzpatienten arbeitet, interessiert ihn natürlich der Umgang mit der Demenz innerhalb der Familie Jens. Und mit einem Grinsen erklärt er, dass er unter Tübinger Ärztekollegen ohne große Probleme herausfinden könnte, wer denn der Hausarzt ist, der, wie es im Buch beschrieben wird, Walter Jens Sterbehilfe geleistet hätte.</p>
<p>Was uns beiden auffällt sind die Parallen der Leben Walter Jens&#8217; und meines Großvaters. Die Tatsache, dass sie beide die letzten Lebensjahre oder -jahrzente nur mit Antidepressiva durchstanden. Und natürlich der Umgang mit der eigenen Vergangenheit. Jens wurde 2003 vom &#8220;Internationalen Germanistenlexikon&#8221; als NSDAP-Mitglied &#8220;enttarnt&#8221; und somit seiner Biographie ein ganz und gar unpassendes Teil hinzugefügt. Und anstatt sich dem zu stellen tat Jens es im Spiegel als &#8220;absurd und belanglos&#8221; ab. Ähnlich mein Großvater, der die Zeitungsartikel gegen ihn Anfang der 1980er als reine Schikane-Kampagne gegen seine Person und seine richterliche Ehre sah und die Wege seiner eigenen Biographie und deren Wirkung nicht reflektierte, nicht reflektieren konnte. Bei meinem Großvater lösten die Zeitungsartikel die Depression aus, die sein ganzes restliches Leben andauern sollte. Walter Jens &#8211; so die These von Jens Junior &#8211; flüchtete sich angesichts der Vorwürfe in die Demenz.</p>
<p>Ob ich diesen Zusammenhang so sehen würde weiß ich nicht. Ist halt eine These. Vielleicht ein bisschen steil.</p>
<p>Einige Tage nach der Abreise meines Vaters diskutiere ich die Causa Demenzbuch mit einer Freundin. Sie findet es anrüchig, aus der Krankheit und den biographischen Widersprüchen des eigenen Vaters publizistischen Profit für sich selbst zu schlagen.  Ich kann nachvollziehen, beziehungsweise kann mir vorstellen, daß die Geschichte seines Vaters für Tilman Jens etwas war, was er nicht unbearbeitet, unformuliert, unpubliziert lassen konnte. Ich finde es darüberhinaus wichtig, Themen wie Demenz und den Umgang mit dem Nationalsozialismus öffentlich zu diskutieren. Und eine solche Diskussion entsteht nicht von alleine, sondern zum Beispiel anhand der Darstellung eines prominenten Falles. Hätte Tilman Jens sein Buch eben verschenken sollen, um dem Profitvorwurf zu entgehen. Oder er hätte einen Blog schreiben können&#8230;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Heimat, kalt.]]></title>
<link>http://idiotery.wordpress.com/2009/03/12/heimat-kalt/</link>
<pubDate>Thu, 12 Mar 2009 22:58:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>idiotery</dc:creator>
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<description><![CDATA[So also wird’s gemacht: Man schreibt einen Mythos her, behauptet, ihn zu erschüttern und kleistert e]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>So also wird’s gemacht: Man schreibt einen Mythos her, behauptet, ihn zu erschüttern und kleistert einige hübsche Anekdoten, die mal das eine, mal das andere belegen können, zwischen zwei Buchdeckel. Bringt man’s bei einem halbwegs renommierten Verlag raus, hat man einen zumindest (zunächst) ernstgenommenen Beitrag zu einer zeit- und erinnerungsgeschichtlichen Debatte. Soweit die, hm, Praxis. Ich weiss nun nicht einmal, wie ernst der Beitrag, den Andreas Kossert mit seinem “mythoserschütternden” Buch “Kalte Heimat” zur Erinnerung an die und zur Geschichte der Vertriebenen nach 1945 leistet, in Fachkreisen genommen wird. Ich weiss noch nicht mal, wie ernst der “ausgewiesene Kenner des östlichen Mitteleuropa” insgesamt genommen wird. Aber ich erkenne ein ärgerliches Buch, wenn ich eines lese.</p>
<p> </p>
<p>Die Geschichte der Integration der Vertriebenen in die (west-)deutsche Gesellschaft nach 1945 wird gemeinhin als Erfolgsgeschichte verstanden: Eine Geschichte nicht ohne Probleme, aber eine Geschichte, in der diese Probleme gemeistert wurden. Laut Klappentext ist es nun an Kossert, diesen Narrativ zu erschüttern, als Mythos zu entlarven. Seine Methode stellt er hilfreicherweise selbst dar: In einem hübschen Satz (der interessanterweise auf der nächsten Seite im Grunde auch noch widerlegt wird) gegen Ende des ersten Drittels des Buches beklagt Kossert, dass man “auf die Frage nach unschönen Szenen zwischen Einheimischen und Vertriebenen” von Vertriebenen “zumeist abwiegelnde Antworten” erhalte (S. 135 &#8211; auf S. 136 bejubelt Kossert dann die Detailfülle der Erzählungen von Vertriebenen, während die Einheimischen auffallend häufig davon gesprochen haben sollen, dass “davon” heute niemand mehr etwas wissen wolle). Das ist Kosserts Perspektive: Es muss schlimm gewesen sein, erzähle also, warum und wie es mit den Einheimischen schlimm war. Kosserts Ausgangspunkt ist klar: Vertreibungen sind immer Unrecht, die Vertreibung der Deutschen aus dem ehemaligen deutschen Osten war eine von vielen. In der Tat wird der deutsche Völkermord an den Juden Europas zwar geflissentlich und schuldbewusst erwähnt, aber “Vertreibung, Deportation und Vernichtung” gehen in einer Schilderung von Vertreibungen geradezu unter. Doch geht es darum noch nicht einmal: Ob Kossert hier nun aufrechnet, Opfernarrative gleichsetzt, relativiert, was auch immer &#8211; es ist letztlich nicht entscheidend. Ein solcher Vorwurf kann dem Versuch, die deutsche Opferperspektive auch einnehmen zu wollen, immer gemacht werden, wie diesem Vorwurf auch immer die schlichte “Wahrheit” entgegengehalten werden kann, dass es deutsche Opfer aber nun mal gegeben hat. Wichtiger erscheint etwas anderes: Kossert hat das Material, die Geschichte der Integration der Vertriebenen als Geschichte der Modernisierung der deutschen Gesellschaft <em>durch</em> die Integration und die Vertriebenen zu schreiben (vgl. S. 121). Aber dann wäre sein schöner Klappentext dahin gewesen.</p>
<p> </p>
<p>Wie ein tabubrechender Enthüller verkündet Kossert, dass es die “Stunde Null” für die deutsche Gesellschaft “in Wahrheit” 1945 gar nicht gegeben habe (S. 49). Man ist versucht zu sagen: Sapperlot! Hat es nicht? Ja, dann&#8230; Es sind solche Kindereien, die dieses Buch zu einem Ärgernis machen. Dass die “Stunde Null” wenig mehr als eine, wenn auch prägnante, Metapher ist, sollte man einem Historiker nicht erklären müssen. Und seitenlang auszubreiten, dass die Vertriebenen nicht mit offenen Armen empfangen wurden, auch und gerade in den noch teilweise intakten ländlichen Gesellschaftsstrukturen in Westfalen oder Bayern, ist letztlich wenig erkenntnisfördernd. Mal wurden die Vertriebenen als rückständig, mal als zu fortschrittlich empfunden: Kossert interessiert nicht dieses widersprüchliche Phänomen, sondern die darin gleichbleibend zum Ausdruck kommende Ablehnung der Neuankömmlinge. Alles schreibt Kossert auf seinen letzten Satz hin: “In dieser Welt war kein Platz für sie [die Vertriebenen].” Dabei demonstriert er damit nur, wie wenig er das Phänomen der “Integration der Vertriebenen” verstanden hat. Der Zwang, sich einen neuen Platz suchen zu müssen, war Folge des <em>Verlustes</em> ihres angestammten Platzes in der Welt. Aber es gab diesen Platz, und sie haben ihn gefunden, mag er sie auch nicht willkommen geheissen haben, mögen sie ihn auch nicht gemocht haben.</p>
<p> </p>
<p>Das Ärgerlichste an diesem Buch ist, das es ständig behauptet, etwas zu sein, das es nicht ist. Nämlich eine Darstellung der Geschichte der Vertriebenen (in Westdeutschland) nach 1945. Vielmehr ist es eine Anklage der westdeutschen Gesellschaft, in der die Vertriebenen nicht willkommen waren. Kossert schreibt eine Geschichte, die ihm nicht gefällt, weil er gerne eine andere gehabt hätte. Letzteres ist ihm nicht vorzuwerfen, dass er aber ersteres als Verfehlung der westdeutschen Gesellschaft und jener, die an der Berechtigung zweifeln, die Vertreibung der Deutschen als eine ethnische Säuberung unter beklagenswert vielen zu begreifen, ist es schon. Darunter leidet auch Kosserts Genauigkeit (mit der es allem Eindruck nach eh nicht so weit her ist): Er behauptet, dass solche Kritiker der Erinnerung der Vertreibung der Deutschen als Unrecht bestreiten, diese sei Unrecht (S. 346). Das Zitat, das er zum Beleg anführt, sagt aber etwas anderes: Nämlich, dass diese Kategorie (Unrecht) im Zusammenhang mit der Vertreibung der Deutschen nicht die Passende sei. Dies aber ist genau der Punkt, den es gilt zu erinnern: Vor der Vertreibung der Deutschen aus dem ehemaligen Ostdeutschland liegt ein Bruch, &#8220;der Zivilisationsbruch”, der jedenfalls die Einordnung der folgenden Vertreibungen in eine so traditionelle Kategorie wie “Unrecht” fraglich macht. Das ändert am Opferstatus der Vertriebenen nichts, aber es stellt das Unterfangen, ihre Geschichte als Opfergeschichte zu schreiben, in Frage.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wie schwer ist es eigentlich, (eine) interessante Geschichte gut zu erzählen?]]></title>
<link>http://idiotery.wordpress.com/2009/02/23/wie-schwer-ist-es-eigentlich-eine-interessante-geschichte-gut-zu-erzahlen/</link>
<pubDate>Mon, 23 Feb 2009 19:53:34 +0000</pubDate>
<dc:creator>idiotery</dc:creator>
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<description><![CDATA[Dass Museumsgestaltung eine eigene Kunst ist, dürfte inzwischen klar sein. Es mag sein, dass man in ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Dass Museumsgestaltung eine eigene Kunst ist, dürfte inzwischen klar sein. Es mag sein, dass man in den 1960ern noch dachte, ach, wenn das Thema nur spannend genug ist, dann geht alles von ganz allein. Aber die 1960er sind vorbei. Die 1980er übrigens auch. Geht man in das Haus am Checkpoint Charlie in Berlin, besteht zumindest vorübergehend die Gefahr, dass man das vergisst. Nach einem gut in Erinnerung gebliebenen Besuch in diesem Museum ca. 1985/7, war ich vor etwa zwei Jahren das letzte Mal da. Dafür hatte ich durch Zufall kürzlich das zweifelhafte Vergnügen, mich mit den vom Museum benutzten Texten ein wenig zu beschäftigen.</p>
<p> </p>
<p>Das Museum entsprang streng anti-kommunistischer Privatinitiative und öffnete schon kurz nach dem Mauerbau. Solange die Mauer stand, war es Museum, Mahnmal und Ausdruck von Kampfeswillen in einem. Selbst auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mauermuseum">Wikipedia </a>erfährt man, dass das Museum nicht den besten Ruf hat, aber es ist zweifellos ein wichtiger Anlaufpunkt, um ein Gefühl für die Existenz Berlins als langjährig geteilter Stadt zu bekommen. Und sei es nur der Örtlichkeit wegen &#8211; Checkpoint Charlie, vom Museum gerne als „bedeutendster Platz der freien Welt“ bezeichnet.</p>
<p> </p>
<p>Das Museum präsentiert ein Sammelsurium an Exponaten, Geschichten und Anekdoten, die nicht zuletzt davon zusammengehalten werden, dass der Gründer des Museums, dessen Namen man in (gefühlt) jedem fünften Erläuterungstext um die Ohren gehauen bekommt, sie für wichtig hielt. Aber genau daran liegt auch das Problem: Eine wirkliche Unterscheidung zwischen wichtigen Informationen, die helfen, die Erfahrung des Kalten Kriegs einzuordnen und womöglich sogar zum Verständnis der Geschichte beitragen können &#8211; und solchen, die bestenfalls Unterhaltungswert haben, findet nicht statt. Statt dessen schmeißt man alles in einen großen Topf („Menschenrechtsverletzungen“) und usurpiert zwischen Picassos Guernica und Gerhard Löwenthal alles, was sich nicht mehr wehren kann. Alles wird da dann gleich gemacht: Guernica zeigt angeblich nur das Gesicht des Grauens und „könnte“ genausogut „Dresden“ oder „Hiroshima“ heißen. Ob man diese Tatsache überwertet, wenn man betont, dass der Erläuterungstext zu Guernica keinen Hinweis darauf gibt, wer für die Zerstörung der spanischen Stadt verantwortlich war (ist)?</p>
<p> </p>
<p>Die Stärken des Museums liegen darin, einzelne Fluchtgeschichten vor dem Vergessen zu bewahren, auch insgesamt eine Atmosphäre zu bewahren, die vorzustellen heute vielleicht schwerfällt. Gerade darin liegt aber auch die Schwäche: Eine Kontextualisierung, in der Vergangenheit tatsächlich Vergangenheit ist, findet kaum statt, vielmehr wirkt das Museum 2007 nicht wirklich anders als 1987: Den, der sich davon beeindrucken lässt, wie „heiss“ der Kalte Krieg in Berlin sein konnte, wird das Museum, das sich zwar „Mauermuseum“ nennt, aber eigentlich eher „Fluchtmuseum“ ist, heute noch beeindrucken, atmet es doch den Geist dieser Zeit. Wer aber den Kalten Krieg selbst kontextualisiert sehen, die Entwicklung nicht nur als Siegergeschichte erleben will, findet im Haus am Checkpoint Charlie nur Anekdoten, in deren Mittelpunkt viel zu oft der Gründer des Hauses steht.</p>
<p> </p>
<p>Das ist in höchstem Maße bedauerlich, ja, wenn man die vom Museum verwendeten Texte losgelöst von den Exponaten, zu deren Erläuterung sie dienen sollen, betrachten muss, sogar extrem ärgerlich. Denn wie spannend ist diese Geschichte der geteilten Stadt, der Außenstelle der „freien Welt“ und der Versuche, sie von der anderen Seite zu erreichen, eigentlich? Und wie relevant ist sie heute überhaupt noch? Die erste Frage ist leicht zu beantworten: Sehr. Und einen leichten Eindruck davon bekommt man im Haus am Checkpoint Charlie schon vermittelt. Die zweite Frage ist für das Haus dagegen zu hoch. Um diese anzugehen, müßte sich die Ausstellung davon verabschieden, die wesentlichen Bestandteile der Geschichte als bekannt vorauszusetzen &#8211; was vor zwanzig Jahren vielleicht noch ging, ist heute Ausdruck der eigenen Geschichtlichkeit. Das Haus am Checkpoint Charlie hat in seiner derzeitigen Form den Gehalt eines Wachsfigurenkabinetts und so mag es passend sein, dass sich der Besuch von Madame Tussauds ohne weiteres mit einem Besuch im Mauerfigurenkabinett verbinden läßt. Nur wenige Minuten Fußweg verbinden die beiden Einrichtungen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Berlinale: Defamation]]></title>
<link>http://idiotery.wordpress.com/2009/02/17/berlinale-defamation/</link>
<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 23:18:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>idiotery</dc:creator>
<guid>http://idiotery.wordpress.com/2009/02/17/berlinale-defamation/</guid>
<description><![CDATA[Kurz nachdem Norman Finkelstein erklärt hat, wenn er Holocaust-Leugner sein soll, dann müsse er wohl]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Kurz nachdem Norman Finkelstein erklärt hat, wenn er Holocaust-Leugner sein soll, dann müsse er wohl verrrückt sein, sieht man ihn die Hand zum Hitler-Gruss erheben, was, so Finkelstein, im Grunde unbedeutend sei. Das ergäbe sich, so Finkelstein weiter, nicht zuletzt daraus, dass Yoav Shamir, der Macher von „Defamation“, dem Film, in dem diese etwas bizarre Episode zu sehen ist, aus einer Gesellschaft komme, in der sowieso jeder jeden Nazi nenne &#8211; Ben Gurion habe Jabotinsky Nazi genannt und Menachem Begin mit Hitler assoziiert, Begin wiederum habe Arafat mit Hitler assoziiert. Alles Belege für die These Finkelsteins, dass der gegenwärtige Antisemitismus sehr viel mit der Politik Israels zu tun habe, die den Holocaust missbrauche, um ihr eigenes Unrecht zu rechtfertigen. Finkelstein wirkt in dieser Sequenz, unabhängig davon, was man von seinen Worten halten mag, nicht wenig verrückt, was die von Finkelstein zuvor vorgetragene Argumentation, er könne nur ein Holocaust-Leugner sein, wenn er verrückt wäre, zumindest nicht in das beste Licht rückt. Aber im besten Licht erscheint in Yoav Shamirs Film sowieso kaum jemand.  Die Frage, was Antisemitismus heute bedeute, wird hier von einem Israeli angegangen, der nach eigenen Angaben noch nie Antisemitismus erlebt hat, aber ständig darüber liest. Die Frage, was bedeutet Antisemitismus heute, was ist Antisemitismus heute wird damit aus einer Perspektive beleuchtet, auf die einzulassen sich lohnen kann, auch wenn sie weitaus lohnender hätte sein können. Der Film beleuchtet diese Frage ausschließlich im Verhältnis zwischen Israel und den USA, lediglich das heutige Polen und die Ukraine sowie Moskau als notwendige Nebenschauplätze finden ebenfalls Erwähnung. Dass ist bedauerlich, jedenfalls von hier aus gesehen. Vielleicht wäre es spannend, ebenfalls zu beleuchten, wie institutionalisiert (und vielleicht deswegen wenig reflektiert) deutsche Reaktionen/Abwehrmaßnahmen auf/gegen Antisemitismus sind.   Im Ansatz bleibt Shamir aber eh auf der etwas plakativen Ebene, dass Antisemitismus das Gerücht über die Juden sei, findet man bei Shamir nicht reflektiert: Es geht nicht um Gerüchte, es geht um Fassbares. Eigentlich geht es auch gar nicht wirklich um Antisemitismus, sondern darum, was das Wissen um die Geschichte des Antisemitismus und seine Erfolge heute &#8211; vor allem: für Juden &#8211; bedeuten soll. Ist es das Perpetuum Mobile, das eine gut geölte Maschine wie die Anti-Defamation League am Laufen hält? Oder ist es einfach nur die Allzweckwaffe, mit der berechtigte Kritik an israelischer Politik diskreditiert wird? Das Problem am Film ist, dass Shamir die Antwort nicht geben kann, auch, weil sie ihn nicht wirklich interessiert. Statt dessen hat er einen Film gemacht, der vorgibt, etwas zu sein, dass er nicht ist: Eine Auseinandersetzung mit diesen Fragen. Das ist etwas, dass man dem Film und seinem Macher vorwerfen muss &#8211; nach Angaben des Innenministeriums der Bundesrepublik Deutschland wurden für das Jahr 2008 1089 antisemitische Straftaten, darunter 32 Gewalttaten mit 36 Verletzten registriert. Es ist unwahrscheinlich, dass alle diese Vorfälle ähnlichen Bagatellcharakter haben, wie jene Vorfälle, die Shamir in den Mittelpunkt seiner Auseinandersetzung mit der Anti-Defamation League in den USA stellt. Während es Shamir gelingt, die Arbeit der ADL als Lobby-Arbeit mit genau den Problemen und Lächerlichkeiten, die Lobby-Arbeit womöglich per se ausmacht, darzustellen, existiert diese &#8211; deutsche &#8211; Realität bei ihm nicht. Das mag als Anstoß für eine Diskussion in Israel unproblematisch sein: Seine stärksten Momente hat der Film in der Darstellung junger Israelis bei dem „March of the Living“, dem Besuch europäischer (polnischer) Konzentrationslager und der Vorbereitung darauf. Hier kann Shamir einen informierten Blick auf eine Realität werfen, der er mit seinen Mitteln gerecht werden kann. Insofern mag sein Film seinen Platz in einer Diskussion darüber, wie in Israel mit der Erinnerung an die Shoa umgegangen werden soll, haben. Darf man Shamir vorwerfen, dass er beansprucht mehr zu sein? Die Antwort ist ein simples: Ja.  Finanziert mit europäischen (österreichischen und skandinavischen) Geldern steht der Film in der Gefahr, der Behauptung, Antisemitismus sei heutzutage kein wirkliches Problem mehr, sondern allenfalls Mittel, Kritik an israelischer Politik zu diskreditieren. Das wäre, hätte Shamir seinen Blick vielleicht etwas weniger beschränkt, ohne weiteres zu vermeiden gewesen. Aber, wie Shamir im Pressewaschzettel selbst sagt, es ging eher darum eine „heilige Kuh“ aufzurütteln, oder, wie er, in Kenntnis einer deutschen Redewendung vielleicht besser gesagt hätte, aufs Glatteis zu führen. Auf dem Glatteis rutscht Shamir letztlich aus &#8211; bei der Berlinale zeigte sich dies übrigens und übrigens nicht zum ersten Mal in der Frage und Antwort-Session nach der Vorführung: Er wird gefragt, ob dieser Film auch in Israel laufen könne, weil sich offensichtlich bei diversen Leuten, auch „aufgeklärten“ Berlinale-Besuchern, die Vorstellung hält, in Israel gebe es keine offene und kritische Diskussion über den Holocaust, Antisemitismus oder die Besatzung. Spätestens, allerspätestens diese Frage hätte Shamir zu denken geben müssen.</p>
<p> </p>
<p>auch wenn zwischen seinem film und diesem &#8220;zeitgeschichtlichen&#8221; ereignis jahre liegen, möchte man shamir empfehlen, sich ein wenig mit der kultur, die althans repräsentiert(e) zu beschäftigen: http://www.youtube.com/watch?v=yGykTRjfeus</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[T&#228;terforschung und Geschichtsunterricht]]></title>
<link>http://shiftingschool.wordpress.com/2009/02/03/tterforschung-und-geschichtsunterricht/</link>
<pubDate>Tue, 03 Feb 2009 14:47:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lisa Rosa</dc:creator>
<guid>http://shiftingschool.wordpress.com/2009/02/03/tterforschung-und-geschichtsunterricht/</guid>
<description><![CDATA[Perpetrator Research in a Global Context/(Täterforschung im globalen Kontext) hieß die zweite intern]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong></strong><a href="http://idw-online.de/pages/de/event25691">Perpetrator Research in a Global Context</a>/(Täterforschung im globalen Kontext) hieß die zweite internationale Tagung zur Holocaustforschung vom 27. – 29. Januar 09 in Berlin. Gemeinsam ausgerichtet vom <a href="http://www.rhul.ac.uk/Research/Holocaust/">Holocaust Research Centre der University of London</a>, der Bundeszentrale für politische Bildung und dem <a href="http://www.kwi-nrw.de/home/index.html">Kulturwissenschaftlichen Institut Essen</a>, bot die Tagung für über 400 Teilnehmer die &#8220;Crème&#8221; der deutschen und angelsächsischen <a href="http://www.bpb.de/files/S3UVFE.pdf">Akteure in der Täterforschung</a>. Obwohl die Tagung sich gleichermaßen an Wissenschaftler, Journalisten und Pädagogen gerichtet hatte, waren leider nur wenige Lehrer der Einladung gefolgt. Dass der gesamte zweite Tag der Konferenz den Fragen padägogischer Vermittlung gewidmet war, hatte man jedoch schon dem Programm vorab in der Einladung entnehmen können.</p>
<p>In den 12 Vorträgen des ersten Konferenztages wurde eine Vielzahl von Aspekten der vergleichenden Täterforschung erörtert. Gemeinsam stand hinter jedem Ansatz und jedem empirischen Material jedoch die Frage: &#8220;Wie konnten aus &#8220;ganz normalen&#8221; Menschen Mörder und Massenmörder werden?&#8221; Insgesamt erhielt man aus der Zusammenschau der immer reichlich mit Empirie unterfütterten Erklärungsansätze einen guten Überblick über den Stand der Forschung. Dabei zeigte sich, dass die historische und sozialwissenschaftliche Forschung diese Frage schon erstaunlich differenziert und multikausal beantworten kann. Die Forschungsergebnisse standen damit dem Diktum des Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble, der in seiner Einführungsrede erklärt hatte, diese Taten seien desto unbegreiflicher, je mehr man sich mit ihnen beschäftige, diametral entgegen.</p>
<p>Im Panel &#8220;The Path Leading from Research to Citizenship Education: Transfer of Knowledge and General Aspects&#8221; standen Fragen der Erziehung und Bildung zur Debatte, vorwiegend fokussiert auf die Einbeziehung der neuen Ergebnisse der Täterforschung. Wiederholt wurde – auch in den Workshops – deutlich, dass die Frage nach den Faktoren, die Menschen zu Tätern werden ließen, eine für Schüler (und für alle Menschen) zentrale Frage ist, die jedoch im Geschichtsunterricht aus verschiedenen Gründen bisher meist unbeantwortet bleibt – wenn ihr denn überhaupt Gelegenheit gegeben wird, sich zu artikulieren. Der Schulunterricht über den Holocaust bewegt sich immer noch meist in Überwältigungsstrategien unterschiedlichster Art – sei es emotionale, moralische oder kognitive Überwältigung. Dies wurde insbesondere in der Studie von <a href="http://www.education.wisc.edu/ci/faculty/details.asp?id=sschweber">Simone A. Schweber </a>(University of Wisconsin) sichtbar, die die unterschiedlichsten Unterrichtszenarien in den Vereinigten Staaten untersucht hatte. &#8220;The students are treated with Holocaust&#8221;, lautete Schwebers Befund, der ebenso für den Unterricht in Deutschland gilt: Nirgendwo wird der <a href="http://www.lpb-bw.de/beutelsbacher-konsens.html?&#38;type=123">Beutelsbacher Konsens </a>so systematisch und immer noch weitgehend unhinterfragt verletzt wie im Unterricht über das Thema Holocaust. Die Täter und die Frage, &#8220;wie sie es geworden sind&#8221;, als Untersuchungsgegenstand im Unterricht zu etablieren – und zwar ohne sich dabei einer Überwältigungsstrategie zu bedienen, wie es etwa in Rollenspielen geschieht! – ist ganz sicher ein notwendiger und wichtiger Schritt, um die Ergebnisse des Geschichtslernens zu verbessern.</p>
<p>Leider blieb es jedoch auch in den Workshops in der Regel dabei, neues Unterrichtsmaterial vorzustellen. Es stellte sich dabei erneut heraus, dass es weniger an Material fehlt (Quellenmaterial ist in großen Mengen u.a. im Netz zu finden, Material zur &#8220;zweiten Geschichte&#8221; des Holocaust gibt es praktisch jeden Tag im Kino, in der Zeitung, auf dem Schulhof &#8230;). Die eigentliche Frage besteht darin: &#8220;Wie damit unterrichten?&#8221; Wo überhaupt thematisiert wurde, wie mit diesem Material im Unterricht umgegangen werden müsste, zeigte sich, dass man hinsichtlich der sogenannten &#8220;didaktisch-methodischen Umsetzung&#8221; immer noch in der nicht bewährten Vermittlungsstrategie denkt, die den Schülern die Aufgaben und Fragen vorgibt, mit denen sie den historischen Gegenstand erschließen sollen, und in der außerdem Ziele und Ergebnisse des Lernens im Voraus festgelegt werden. Nur sehr vereinzelt wurde von Teilnehmern geäußert, dass Lernen die gegenwärtige Beziehung des Lernenden zum Gegenstand einschließen müsse und Geschichtsunterricht weder vermeintlich objektive Rekonstruktion von Vergangenheit, noch der Stofflieferant von worst cases zur Moralerziehung sein könne.</p>
<p>Bei der Präsentation der <a href="http://www.graphic-novel.info/?tag=die-suche">Graphic novel &#8220;Die Suche&#8221; </a>– ein extra für Unterrichtszwecke hergestelltes Comic-Artefakt mit dazugehörigen Schülerarbeitsbögen, herausgegeben vom <a href="http://www.annefrank.org/content.asp?pid=1&#38;lid=3">Anne-Frank-House Amsterdam</a> – stellte sich die Frage, wozu ein solches pädagogisches Konstrukt im Tim &#38; Struppi-Stil extra entwickelt werden müsse, wo es doch gerade zu diesem Thema schon ein echtes, einmalig schönes Kunstwerk gibt: den Pulitzer-preisgekrönten zweiteiligen Holocaust-Comic von <a href="http://www.graphic-novel.info/?tag=maus">Art Spiegelman &#8220;Maus&#8221;</a> . Er eignet sich meiner Erfahrung nach hervorragend für Jugendliche und Erwachsene, um dekonstruierend eine Fülle von Fragen an den Gegenstand und an das eigene Verhältnis zum Gegenstand zu generieren, im Gespräch zu kommunizieren und anschließend eigene Forschungsfragen zur Rekonstruktion in Geschichtsnarrativen zu bilden. Im Übrigen halte ich ihn für eines der Kunstwerke, die in einen Kanon der Allgemeinbildung gehörten, wenn ich mich entscheiden könnte, solche für sinnvoll zu halten. Auf die Gegenwartsperspektive eines Sohnes von Holocaust-Überlebenden (&#8220;Mein Vater kotzt Geschichte aus&#8221;) im ersten Band von &#8220;MAUS&#8221; folgt eine Rekonstruktion der Verfolgungsgeschichte der Eltern im zweiten Band (&#8220;Und hier begann mein Unglück&#8221;). Die Bundeszentrale hatte 2008 die Arbeit von Art Spiegelman aus ihrem Sortiment wieder zurückgezogen, nachdem sie sie zunächst für den Unterricht empfohlen hatte. In diesem Vorgehen zeigt sich ein Merkmal der gesellschaftlichen Konstruktion von Geschichtsdeutung. Im Fall Holocaust-(Erziehung) ist man noch immer eher bereit, pädagogisch reduzierte schlechte Kunst einzusetzen als verstörende und beunruhigende wirkliche Kunstwerke. Aber das Verstörende wäre ja überhaupt der Ausgangspunkt des Lernens. Offensichtlich hat man jedoch immer noch Angst vor unkontrollierbaren Lernergebnissen, die in der Begegnung mit echtem Material aus der Realität der Gegenwart entstehen können. Man bemüht sich verzweifelt, die Schüler zu motivieren, aber diejenigen Motive, die aus der Begegnung mit Realität von den Schülern selbst entwickelt werden, scheinen – zumindest im Fall Holocaust – die meisten Pädagogen zu sehr zu beunruhigen, als dass sie sie zulassen können. (Dies zeigte sich z.B. auch in der Diskussion mit dem Schöpfer des <a>Audioweg Gusen</a>, Christoph Mayer, in der Schlussrunde. Seine Beiträge verstörten den Moderator gleichermaßen wie sie einige Teilnehmer erfreuten.) Diesen Umstand zumindest teilweise sichtbar gemacht zu haben, ist eines der Verdienste dieser Tagung.</p>
<p>update: Inzwischen ist die <a href="http://www.bmi.bund.de/nn_122688/Internet/Content/Nachrichten/Reden/2009/01/BM__Konferenz.html">Rede Schäubles auf der BMI-Seite</a> veröffentlicht. Sie wurde um einiges bereinigt, nämlich um die Teile, in denen der Innenminister offenbar &#8220;ins Unreine&#8221; gesprochen hatte. Ich vermisse in der offiziellen Verschriftlichung, dass Herr Schäuble erstens davon sprach, wie schwierig er es findet, an einem solchen Termin als Deutscher zu einem solchen Thema zu sprechen. Und ich vermisse seinen Satz, in dem er bekannte, dass je mehr er über dieses Thema erfahre, desto unfassbarer es ihm würde.<br />
(Auf diese Aussage wurde ja sogar in der Diskussion zuweilen Bezug genommen.) Ich vermisse auch etwas in seinem Schlussteil, was einige der Zuhörer ziemlich irritierte: Er sprach davon, dass wir immer ein Korrektiv bräuchten, damit wir maßhalten können. Mit dem Maßhalten schien er sich auf die Anwendung von Gewalt zu beziehen. (Das öffnete einen großen Raum für verschiedene Fantasien.)<br />
Was man an einem solchen völlig normalen und alltäglichen Vorfall in Sachen Geschichtspolitik und Erinnerungskultur &#8211; nämlich die genaueste Überarbeitung des Gesagten &#8211; sehen kann: Geschichtsdeutungen werden ausgehandelt und anschließend offizialisiert. Sie gehören dann zu Konventionen, deren Aushandlungscharakter man sich klar machen muss. Ein wichtiges Thema für den Erwerb von Geschichtskompetenz! Es gehört in die Schule! &#8211; Wer jetzt gerade seinen Geschichtsunterricht dazu vorbereitet, findet in der aktuellen Realität dazu bilderbuchreifen Stoff in der <a href="http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57461">Papst-Ratzinger-Piusbruderschaft-Williamson-Holocaustleugner-Geschichte</a>. Hier bereitet die Aushandlung momentan Mühe und wird noch ein paar Tage anhalten.</p>
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</item>
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<title><![CDATA[History is what happens when you're somewhere else]]></title>
<link>http://idiotery.wordpress.com/2009/02/02/history-is-what-happens-when-youre-somewhere-else/</link>
<pubDate>Mon, 02 Feb 2009 15:47:57 +0000</pubDate>
<dc:creator>idiotery</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wenn man in der Mitte Europas lebt, dann ist Geschichte nicht zwangsläufig das, was passiert, währen]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Wenn man in der Mitte Europas lebt, dann ist Geschichte nicht zwangsläufig das, was passiert, während man selber woanders ist. Manchmal ist Geschichte auch genau das, was man gerade selbst erlebt. Die Gegenwart wird Geschichte durch reinen Zeitablauf, aber erst, wenn sie aufgeschrieben wird, entsteht aus ihr „Geschichte“. Mit der Historisierung der jüngeren Vergangenheit wird das Umfeld der eigenen Erinnerungen Geschichte, wird Vergangenes eingeordnet und gedeutet, das im eigenen Leben noch nachwirkt. Es ist besonders spannend, dieses aus der Außenansicht nachzuverfolgen, also zu sehen, was andere von der Zeit, die man selbst durchlebt hat, für wichtig halten. Nun ist Paul Hockenos‘ „Joschka Fischer and the Making of the Berlin Republic“ keine Schilderung des Lebens im Deutschland (West) der 1980er Jahre, sondern möchte eine „alternative“ Geschichte Nachkriegsdeutschlands sein (Westdeutschlands, auch wenn der Klappentext das eher voraussetzt, als deutlich macht). Aber die Konzentration auf Joschka Fischer und das Werden der „Berliner Republik“ machen dieses Buch nicht zu einer „normalen“ Fischer-Biographie für eine internationale Leserschaft, sondern tatsächlich schwerpunktmäßig zu einer Darstellung westdeutscher Geschichte der 1960er, 1970er und 1980er Jahre. Darin ist das Buch am Nachhaltigsten, in der Schilderung der Debatten und Hintergründe, die Joschka Fischer prägten und die er zum Teil mitgestaltete. Das selbstgesteckte Ziel, das facettenreiche Bild eines Deutschlands, das mit seiner Vergangenheit in stetiger Auseinandersetzung lebt (Hockenos formuliert es im Vorwort etwas anders), erreicht das Buch hier in vollem Umfang &#8211; als Leser, der sich den Ereignissen schon aus anderem Blickwinkel genähert hat, mag man einzelne Punkte vermissen, anderes anders bewerten &#8211; aber in erster Linie ist man beeindruckt, wie plastisch gerade die Diskussionen der 1960er und ihre schiefe Perspektive auf ein in sich zerrissenes Deutschland werden, wie daraus Entscheidungen und Entwicklungen werden, die eine Gegenwart, an die jedenfalls ich sehr konkrete und bewusste Erinnerungen habe, beeinflussten. Ob es dadurch verständlich wird, wie es war in den 1970ern Kind in Westdeutschland zu sein? Wie es war in den 1980ern Kind und Jugendlicher in Westdeutschland zu sein? Das Buch verfolgt ein ganz anderes Ziel, von daher sind dies eher Fragen, die sich anlässlich der Lektüre stellen: Wie macht man eigentlich verständlich, wie das war? Und war das so „anders“ als ein Aufwachsen in anderen (westlichen) Ländern?  Mein Überzeugung ist eindeutig: Es war anders. Es muss einfach anders gewesen sein. Hier war die Frontlinie im Kalten Krieg, hier war die Kontinuität zum in den 1970er endgültig als epocheprägenden Verbrechen des 20. Jahrhunderts, hier war die Rote Armee Fraktion, die in ihrer Bedeutung für linke Politik (und Alltagsleben) vergleichbare Organisationen in anderen Ländern um ein weites überragte. Diese Themen sind auch zentral in Hockenos‘ Schilderung des Werdens der „Berliner Republik“, die ja zunächst eine „Bonner Republik“ war bzw. werden musste. Als zusätzliches Thema kommt &#8211; für die Orientierung an einem Politiker der Grünen nahezu zwangsläufig &#8211; die Anti-Atomkraft-Bewegung hinzu, die in Deutschland noch heute einen anderen Stellenwert hat, als in anderen Ländern. Der erste Regen nach Tschernobyl fiel auf die erstmalig (jedenfalls nach „neuer“ Zeitrechnung) durchgeführte Großveranstaltung „Rhein in Flammen“ (in Bonn), doch damals wußte man noch nicht, das Tschernobyl überhaupt stattgefunden hatte. Tschernobyl ist ein Wendepunkt auch in Hockenos‘ Buch, zumal sich hier die Frage nach den Grenzen von Fischers „Realo“-Politik stellte: Eine Politik, die ihn zwar mit an die Macht in Hessen gebracht hatte, ihn aber gerade nun auch machtlos aussehen liess.  Hockenos‘ Umgang mit dem Idealismus der Grünen und ihrem frühen Radikalismus ist kritisch-distanziert. Man mag auch daran erkennen, wie „deutsch“ diese Entwicklung mindestens in ihren Nuancen war. Denn weder war 1968, das bei Hockenos zurecht unmittelbarer Wegbereiter für die Grünen war, ein deutsches Phänomen, noch war (ist) es die Anti-Atkomkraft-Bewegung. Aber Hockenos scheint seine Leser doch immer wieder behutsam daran erinnern zu wollen, dass es gute Gründe gibt, den Radikalismus, der die deutschen Grünen hervorgebracht hat und der sie zunächst auszeichnete, nicht so ernst zu nehmen. Nicht zuletzt weil es seine Überwindung durch jemanden wie Joschka Fischer ist, die die Politikfähigkeit der Grünen im realpolitischen Sinne ermöglichte: Ohne die Überwindung des Radikalismus durch den Ex-Radikalen Fischer gäbe es Hockenos‘ Buch nicht, hätte es Joschka Fischer als den mit Sicherheit faszinierendsten Außenminister der Bundesrepublik so nicht gegeben. Wenn man sich dennoch bisweilen eine etwas andere Akzentsetzung als Leser wünscht, dann am ehesten auf Grund differierender persönlicher (politischer) Präferenzen. Der Qualität des Buches tut dies keinen Abbruch.</p>
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<title><![CDATA[Täterforschung im globalen Kontext, letzter Tag]]></title>
<link>http://idiotery.wordpress.com/2009/01/29/taterforschung-im-globalen-kontext-letzter-tag/</link>
<pubDate>Thu, 29 Jan 2009 19:31:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>idiotery</dc:creator>
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<description><![CDATA[Der letzte Tag dieser wohlmeinenden Konferenz steht im Zeichen der Erziehung, Täterforschung als Gru]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoBodyText">Der letzte Tag dieser wohlmeinenden Konferenz steht im Zeichen der Erziehung, Täterforschung als Grundlage präventiver Erziehung, so ungefähr muss man sich das wohl vorstellen. Was es im Einzelnen damit auf sich hat, muss an dieser Stelle unergründet bleiben, da ich lediglich an der Abschlussdiskussion teilgenommen habe, die in ihrer Planlosigkeit nach dem ganzen planvoll-durchdachten Historiker- und Soziologenkram der letzten Tage zwar in klassischer Weise „erfrischend“ war, aber letztlich doch in erster Linie bloss zeigte, dass niemand so wirklich wusste, was für ein Fazit aus dieser Konferenz nun zu ziehen sein sollte (das stolze Schlusswort des Veranstalters – Bundeszentrale für politische Bildung – lautete dann, wenn auch nicht wortwörtlich: Am Ende stehen Fragen, keine Antworten. Und das ist gut so.) und dass es nicht immer Erkenntnisse abwirft, wenn man Künstler nach ihrer Kunst fragt.</p>
<p class="MsoBodyText">Aber der Reihe nach. Schon bei der Auswahl der Teilnehmer der Abschlussveranstaltung ist kaum ein Konzept zu entdecken. Zum Thema „Des Künstlers Blick – ein Beitrag zur Staatsbürgerkunde?“ (natürlich auf englisch im Original, denn man ist ja international: The Artist’s Perception -<span>  </span>a Contribution to Citizenship Education – man sieht, schlechte Übersetzungen gehen in beide Richtungen) sollten Romouald Karmakar, Christoph Mayer chm., Thomas Medicus und Sandra Nuy diskutieren – und in der Tat kam in Ansätzen auch irgendwann eine Diskussion zustande, nur ist es nicht leicht, zu rekonstruieren, worüber eigentlich. Man fing jedenfalls recht einfallslos mit zusammenhanglosen Fragen an die einzelnen Teilnehmer, abwechselnd gestellt von Thomas Krüger (bpb) und Claus Christian Malzahn (spiegel online), an. Da stellte sich hauptsächlich heraus, dass Thomas Medicus ein Buch geschrieben hat, das vor einigen Jahren gelobt wurde, aber heute nicht mehr besonders interessant wirkt, dass Sandra Nuy Walter Benjamin und George Tabori zitieren, sowie die Handlung von Dani Levys Hitler-Film aus dem Stehgreif schildern kann, dass Christoph Mayer chm. ein Künstler ist, der Kunst in erster Linie als Kunst begriffen sehen will und dass Romouald Karmakar also als nächstes einen Film über das Hamburger Reserve-Polizeibataillon 101 macht. Nichts davon ist erstmal besonders interessant, doch im Gespräch zwischen Claus Christian Malzahn und Christoph Mayer chm. deutet sich an, dass es hier doch Diskussionspotential geben könnte – wobei das die Frage noch nicht beantwortet, ob das gut oder schlecht ist: Die beispielsweise am Beispiel von Guido Knopps „Geschichtspornographie“ als fraglos bedenklich aufgefasste Strategie, Täter und Opfer gleichermaßen zu Wort kommen zu lassen, wird bei Mayer zentrales Anliegen. In seinem Kunstprojekt „Audioweg Gusen“ (http://audioweg.gusen.org/) sollen alle Stimmen, die Gegenwart und Vergangenheit dieses seltsamen Ortes Gusen (wo Wohnhäuser auf dem Gelände eines ehemaligen KZ stehen und auch bewohnt sind) ausmachen, gleichberechtigt nebeneinander stehen, denn sie seien gleichberechtigt, machten sie doch in ihrer Summe die Vielstimmigkeit des Ortes aus. Auf die Frage Malzahns, ob aber denn den Stimmen der Opfer nicht das größere Gewicht gebühre, antwortet Mayer mit einem zunächst entwaffnenden: Warum? Den Opfern würde zwar das größere Gewicht gegeben, in Spielbergs Shoa-Archiv gäbe es beispielsweise mehrere Zehntausend Opfer-Stimmen, aber keine einzige von Soldaten (Mayer spricht in der Tat von Soldaten, nicht von Tätern). Damit würde zwar den Opfer mehr Gewicht gegeben, aber sei das auch richtig?</p>
<p class="MsoBodyText">Mayer beharrt als Künstler auf der Interpretierbarkeit der Kunst, des Kunstwerkes, was als Künstlerposition natürlich zunächst unangreifbar ist, in der Diskussion über die Funktion von Kunst aber mangelnde Reflexion offenbart: Denn die Stimmen der Täter brauchen weniger Repräsentanten, weniger Repräsentation als die der Opfer. Selbst die Stimmen der Opfer, die wir noch hörbar machen können/konnten, stehen ja für eine Mehrzahl stimmlos gewordener Getöteter: Anders als die Welt der Täter, die fortbesteht, ist das jüdische Leben Ost-Europas eine untergegangen Welt, von der die Überlebenden nur noch in der Vergangenheitsform berichten können. Diese Welt existiert nicht mehr. Die Stimmen, die Mayer hörbar macht, sprechen also aus und von unterschiedlichen Welten – wäre dies nicht so, wäre auch Mayers Faszination vermutlich geringer, sein Antrieb dieses Projekt zu unternehmen, weniger entschlossen. Dennoch ist das Beharren der Künstler auf der Freiheit des künstlerischen Umgangs mit der Vergangenheit ein Anliegen, das Mayer beispielsweise mit Karmakar teilt, der sein 101-Projekt auch erstmal „machen“ will, bevor er beantworten will, warum. Das steht im Einklang mit der Kritik, die er an der Erinnerungskultur und –pädagogik äußert, in der er zu viel vorgefertigte Interpretationen entdeckt. Er hätte sich beispielsweise für das eigene Abitur im Unterricht mehr Originalmaterial und weniger vom Lehrer aufbereitetes gewünscht. Die Gedenkkultur in Deutschland ist nach Karmakar in schlechtem, weil standardisiertem Zustand, selbst jene, denen das Gedenken gewidmet sein soll, wendeten sich, wie jüngst im Bundestag geschehen, ab. Die Pointe ist fraglos gelungen, doch die Skepsis gegenüber der Analyse bleibt: Es ist doch sehr fraglich, ob das Originalmaterial tatsächlich so viel besser geeignet wäre, <span> </span>das Geschehene verständlich zu machen. Andererseits ist vielleicht genau das das falsche Ziel? So empörte sich Medicus über den „Zwang der Vorstellbarkeit“, der Vergegenwärtigung, der sich etwa dort zeige, wo man versuche, die Erfahrung Theresienstadt durch Nachbau erlebbar zu machen. So naheliegend der Gedanke, so fraglich, was daraus folgen soll: Wenn die Tagung eins gezeigt hat im Laufe ihrer drei Tage, dann, dass man trefflich darüber streiten kann, was wie erklärbar und damit auch vorstellbar ist, aber auch, dass vieles, was sich hinter „Unvorstellbarem“ verbirgt, nur allzu nah und vergegenwärtigbar ist. Das gilt in erster Linie für die Täter und ihre Taten, ihre Alltäglichkeit und ihr Fortwirken, und kaum jemals für die Opfer und ihre vernichtete Welt. Aber gerade deswegen ist der unter dem „Zwang der Vorstellbarkeit“ stehende Weg der Vergangenheit in die Zukunft vielleicht der bessere Weg.</p>
<p><!--EndFragment--></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Täterforschung im globalen Kontext, zweiter Tag]]></title>
<link>http://idiotery.wordpress.com/2009/01/29/taterforschung-im-globalen-kontext-zweiter-tag/</link>
<pubDate>Thu, 29 Jan 2009 11:28:29 +0000</pubDate>
<dc:creator>idiotery</dc:creator>
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<description><![CDATA[Täterforschung ist eine seltsame Beschäftigung, wie auch eine Anmerkung am Ende des ersten Panels de]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoBodyText">Täterforschung ist eine seltsame Beschäftigung, wie auch eine Anmerkung am Ende des ersten Panels des zweiten Tages der Konferenz denn dahin geht, dass doch zu fragen sei, ob es in einigen Jahren einen Forschungsbereich geben müsse, der darauf schaut, was diese Art von Forschung mit den Forschern mache. Anlass war das Bild einer Massenerschießung, das Harald Welzer zu Beginn seines Vortrages über „Referenzrahmen“ in der Täterforschung minutenlang an die Wand warf. Welzer rechtfertigt dies mit den Worten, man müsse die Bilder zeigen, da man sonst nicht verstehen könne, was die Täter sahen, aber die Frage ist natürlich, ob sich das überhaupt jemals „sehen“ lässt – die Faszination des Grauens spielt bei der Holocaust- oder Völkermord-Forschung vermutlich insgesamt durchaus eine Rolle. Nun muss nicht des einen „Doom“-Session des anderen Völkermordforschung sein, aber das Abstumpfen gegenüber, das Technisieren von Gewalttaten, deren Zerlegung in Einzelhandlungen, rationalisierbare gar, ist notwendiger Bestandteil solcher Arbeit. Das Bewusstsein von dem Leid, das hier hervorgerufen wurde, mag ursprüngliche Antriebsfeder sein, aber es muss sogar in den Hintergrund treten, will man die eigentliche Arbeit überhaupt leisten. Man beansprucht, die Bilder und ihre Wirkung erklären zu können, das heißt aber auch, erklären zu können, wie es zu den realen Situationen kam, die auf den Bildern nur wiedergegeben werden und unsere Reaktion darauf, sowohl auf die abgebildeten Tatsachen, wie auch die Abbildung als solche. Das ist viel – und es ist vermutlich gar kein Zufall, dass der zweite Tag der Tagung sehr im Zeichen der Frage stand, was uns die Bilder vom Grauen und von den Täter sagen oder auch nicht sagen, wie (und ob) sie eingesetzt werden (können).</p>
<p class="MsoBodyText">Solche Fragen zogen sich nicht nur durch Welzers Vortrag, der darauf insistiert, dass das einzige, was an Massenverbrechen wie dem Holocaust unerklärlich oder unvorstellbar sei, das Ergebnis sei. Jeder einzelne Schritt dorthin sei erklärbar, gerade auch in seiner schrittweisen Alltäglichkeit: Die „großen moralischen Bauchschmerzen“, die angesichts des Ergebnisses ja eher in sprachloser Verständnislosigkeit bestehen mögen, hätten sich bei den Beteiligten kaum eingestellt, da es die schrittweise Überwindung kleiner moralischer Bedenken gewesen sei, die den eigentlichen Zivilisationsbruch ermöglicht habe: Was 1941 geschehen konnte, war 1933 unvorstellbar, jedenfalls ist das die Prämisse, die zurückführt zu der von Overy bereits gestellten, aber vielleicht anders beantworteten Frage, ob denn jeder von uns potentiell zum Täter werden kann. Welzer geht davon aus, dass die Möglichkeit, zum Täter werden zu können, nicht zuletzt davon abhängt, ob die Kapazitäten vorhanden sind, zu erkennen, dass der eigene Referenzrahmen durch äußere Einwirkung/Entwicklung verschoben, ob Handlungen, die zuvor unvorstellbar erschienen, irgendwann als legitim anerkannt werden.</p>
<p class="MsoBodyText">Die Frage ist halt, wie solche Referenzrahmenverschiebungen vor sich gehen, wer da an was schiebt. Wie Michael Wildt die „Volksgemeinschaft als Selbstermächtigung“ beschreibt (seinen Vortrag hätte auch jeder andere auf der Grundlage von Wildts Buch halten können, wobei unangenehm auffiel, dass Wildt auf Englisch sprach: Angesichts von Simultandolmetschern war das nicht notwendig und sein Englisch, obwohl gut, ist einfach nicht so gut wie sein Deutsch), wirkt der Akt der Tat konstituierend für das Kollektiv und erst durch die Zustimmung durch protestloses Zuschauen zu <em>dieser</em> Tat <em>dieses </em>Kollektivs – was in letzter Konsequenz zu einem Tätervolk führt, dessen Beitrag zum Gesamtergebnis nur noch durch Abstufungen zu unterscheiden ist, aber die Möglichkeit, „unbeteiligt“ oder „unschuldig“ zu sein, fällt endgültig weg.<span>  </span>Ein ähnliche Frage – was noch Beteiligung oder schon (eigene) Tat ist – stellt Wendy Lower im Hinblick auf die „Kollaboration“ in Ost-Europa: Wie notwendig war die Anwesenheit der Deutschen/Nazis für den Holocaust etwa in der Ukraine oder in Litauen? Nicht nur, aber besonders dort wurde das soziale Phänomen Holocaust im Wege der Arbeitsteilung erledigt, und die einheimische Bevölkerung übte bei der Vernichtung „ihrer“ Juden vielfältigste Rollen aus, die vom Koch (der den Erschießungskommandos die Stärkung in der Pause zwischen Massenerschießungen zubereitete) bis zu den Totengräber und Sammlern, die zwischen den Erschossenen nach Wertgegenständen zur weiteren Verwendung suchten, reichte – und vieles dazwischen (dass die Brutalität der Einheimischen die der Deutschen bisweilen übertraf, ist gut dokumentiert).</p>
<p class="MsoBodyText">Solche Rollen sind zum Teil selbst gewählt, selbst zugeschrieben, sie dokumentieren auch in der Rückschau eine Distanzierung vom Geschehen, die in der Bezeichnung der Opfer als „unsere Juden“ durch einige der einheimischen Täter, in deutlicher Spannung zur andererseits kaum bestreitbaren Nähe steht. Aber Widersprüchlichkeit ist ja kein seltenes Phänomen, was die Zusammenhänge und Ereignisse des Holocaust betrifft. Wie Elizabeth Harvey zeigt, ist es gerade die Rolle der Frauen, die hier Sterotypen in Frage stellt. Wie sehr, sieht man ja auch an der Diskussion um „Der Vorleser“, der nicht zuletzt deswegen auf Ablehnung stößt, da er sich des Themas annimmt, dass eben nicht alle Täter hässlich und auf den ersten Blick abscheulich waren.</p>
<p class="MsoBodyText"> </p>
<p class="MsoBodyText">Die Bilder, die wir uns, die uns gemacht werden, von Tätern, werden heutzutage – jedenfalls in Deutschland – nicht unwesentlich von Guido Knopps Geschichtsmaschine bestimmt, von Wulf Kansteiner in einem durchaus unterhaltsamen, aber nicht bis in die letzte Konsequenz überzeugenden Vortrag als „Geschichtspornographie“ bezeichnet. Kansteiner hat die Repräsentation des Holocaust und der Täter des Holocaust im deutschen Fernsehen von den 1960ern bis in die 1980er auf der Grundlage (nur) des ZDF-Programms untersucht und sich dabei (wohl nicht unwichtig) alleine auf eigenständige Sendungen beschränkt (d.h. Magazin- oder Nachrichtenbeiträge fanden keine Berücksichtigung). Das schränkt die Verallgemeinerungsfähigkeit seiner Ergebnisse/Thesen natürlich bereits nicht unwesentlich ein, aber auch in diesem Rahmen scheint die These, dass es Bilderverbot im Hinblick auf die Täter gegeben habe, das der Distanzierung der – in der Gesellschaft ja fraglos vorhandenen – Täter (und damit der Gesellschaft) von den Taten gedient habe und habe dienen sollen, zumindest fragwürdig, wenn, wie Kansteiner auch einräumt, ja durchaus andere Gründe auch nicht unwesentlich gewesen sein können. Dass andererseits gerade der „Durchbrecher“ des konstatierten Bilderverbots, Guido Knopp, Täter und Opfer gleichermaßen als tragische Mitspieler eines tragischen Geschehens inszeniert, dürfte als These weniger Widerspruch hervorrufen, wobei sich Kansteiner von Welzer direkt sagen lassen musste, dass schon in dem ausgewählten Bildmaterial auch Kansteiner vielleicht nicht genau genug hingeschaut habe, da er als Beispiel für den als tragischen Teilhaber inszenierten Täter jemanden ausgesucht habe, der tatsächlich im positiven Sinne aktiv geworden sei. Die Frage, die Kansteiner zurückgab, ist allerdings, ob es darauf ankommt, denn der „normale“ Zuschauer erfährt solcherlei Differenzierung von Knopp schließlich auch nicht.</p>
<p><!--EndFragment--></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der Vorleser – bald im Kino]]></title>
<link>http://idiotery.wordpress.com/2009/01/27/der-vorleser-%e2%80%93-bald-im-kino/</link>
<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 22:01:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>idiotery</dc:creator>
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<description><![CDATA[Das lustige Spiel (siehe weiter unten irgendwo) kann also weitergehen. Anläßlich des Films klettern ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><!--StartFragment--></p>
<p class="MsoNormal"><span>Das lustige Spiel (siehe weiter unten irgendwo) kann also weitergehen. Anläßlich des Films klettern Leute aus ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit und schreiben Sätze wie „</span><span>Nur, weil in dem Roman einmal das Wort „Verbrecher(in)“ vorkommt, aendert das noch lange nichts daran, dass die Gesamtheit der Erzaehlung ziemlich viel Verstaendnis fuer eben jene erzeugt.“ Was, wie wohl auch Richard Overy, Universitätsprofessor für Geschichte in Exeter, erkannt hat, den Kern der Sache nicht treffen dürfte. Overy erwähnte in seiner Keynote bei der Konferenz „Perpetrator Research in a Global Context“ die in der Tat recht kraftvolle Szene aus der aktuellen Verfilmung von Schlinks Roman, in der im Prozess die KZ-Aufseherin Hanna erklären muss, wie sie bei der Selektion an der Rampe vorging – und ob sie denn wisse, was ihre Handlungen dort für eine Bedeutung gehabt haben. Und – hilflos – antwortet sie, dass es doch hätte sein müssen, fragt den Richter, was er denn getan hätte. Dem Richter bleibt die Antwort erspart und es ist an Overy daran zu erinnern, dass die naheliegende Antwort, auf die wir uns heute zurückziehen („ich wäre gar nicht in die Situation gekommen“) kein tauglicher Ausgangspunkt für Täterforschung ist. Denn es ist eben doch sehr die Frage, ob bzw. bis wann die Dynamik der Situation potentiellen Täter/innen diesen Ausweg offenlässt. Es ist beeindruckend, diese Analyse Overys in Bezug zu dieser Szene in „Der Vorleser“ zu setzen – denn es vergehen nur einige kurze Sekunden, in denen der Richter etwas unsicher auf seinem Stuhl sitzt, das Publikum sich aufrichtet, die Anwort, die Reaktion erwartend&#8230; Und dann Zeuge wird, wie die Täterin den Richter aus der Verantwortung entlässt, in dem sie selbst fragt, ob sie denn vielleicht niemals zu Siemens hätte gehen sollen (von wo aus sie sich dann zur KZ-Aufseherin verbesserte).</span></p>
<p class="MsoNormal"><span> </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Der Film hat Qualitäten, die das Buch nicht oder anders hat, und er hat Nachteile, die das Buch nicht hat, insbesondere in der englischen Fassung (deutsche Akzente nämlich, die aus englisch immer noch kein deutsch machen). Aber die entscheidende Diskussion, darüber ob hier Verständnis für Täter/innen verbreitet wird, kann an Buch und Film gleichermaßen geführt werden und allem Eindruck nach besteht die realistische Chance, dass sie von links aus mit der gleichen Einfältigkeit geführt werden wird, wie in der ersten Runde. Sätze wie „ Nur, weil in dem Roman einmal das Wort „Verbrecher(in)“ vorkommt, aendert das noch lange nichts daran, dass die Gesamtheit der Erzaehlung ziemlich viel Verstaendnis fuer eben jene erzeugt.“ kann auch derjenige, der ihn verbrochen hat, nicht ernstmeinen – zu offensichtlich kann es nicht von der Anzahl der Verwendung des Wortes abhängen, zumal diese auch noch falsch angegeben ist. Aber das „Schwelgen im deutschen Opfermythos“, das Schlink von solcher Stelle völlig kontrafaktisch – auch noch mit der literaturwissenschaftlich abgesegneten Freiheit, das Buch vom Autor lösen zu dürfen, allerdings eben auch Buch vom eigentlichen Inhalt lösend – vorgeworfen wird, kann auch den Film treffen, dessen nicht-deutsche Herkunft es der übelmeinenden Fraktion zwar schwerer machen wird, den Film in das eigene Konstrukt deutscher Nachkriegsidentitätsstiftung einzubauen, aber vermutlich wird das nicht das entscheidende Hindernis sein. Vielleicht auch passiert’s und man findet den Film plötzlich passend, das Buch dagegen immer noch pornographisch und ein Verständnis für die Täter erzwingend. Das Bestreben, sich selbst aus der Verantwortung zu stehlen, und sei es, in dem man die eigene Position innerhalb der deutschen Geschichte aus dieser versucht herauszulösen, rechtfertigt ja bekanntlich so einiges.</span></p>
<p><!--EndFragment--></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Täterforschung im globalen Kontext, erster Tag]]></title>
<link>http://idiotery.wordpress.com/2009/01/27/taterforschung-im-globalen-kontext-erster-tag/</link>
<pubDate>Tue, 27 Jan 2009 20:41:19 +0000</pubDate>
<dc:creator>idiotery</dc:creator>
<guid>http://idiotery.wordpress.com/2009/01/27/taterforschung-im-globalen-kontext-erster-tag/</guid>
<description><![CDATA[Es ist natürlich die Steilvorlage für die Lobeshymne auf das erfolgreiche Projekt der deutschen Verg]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Es ist natürlich die Steilvorlage für die Lobeshymne auf das erfolgreiche Projekt der deutschen Vergangenheitsbearbeitung, am Jahrestag der Befreiung von Auschwitz in der alten Reichshauptstadt Berlin eine internationale Konferenz zum Thema „Täterforschung im globalen Kontext“ abzuhalten. Innenminister Wolfgang Schäuble ließ sich in seiner Eröffnungsadresse folglich auch nicht lange bitten und hielt es für ein gutes Zeichen, eine solche Konferenz an einem solchen Tage zu starten, zeige es doch, dass man bei der notwendigen Erweiterung der Forschung auf die Täter die Opfer nicht vergesse.  „Die Opfer mahnen uns, uns mit den Tätern zu befassen, doch darf dies die Opfer nicht in den Hintergrund drängen.“ So richtig dies ist, so problematisch mutet Schäubles Bogenschlag an, den er in seiner Rede vornahm, von den Opfern zum Widerstand gegen die Nazis und bis hin zum Widerstand gegen die DDR-Diktatur und deren Ende im November 1989, ein Jubiläum, das, wie Schäuble nicht vergaß, zu betonen, wir in diesem Jahr auch begehen werden.  Daß ausgerechnet Schäuble wiederholt von der „offenen Gesellschaft“ Poppers und der freiheitlich verfassten demokratischen Ordnung der deutschen Gesellschaft (da wünscht man sich die FDGO doch zurück) spricht, ist natürlich nicht ohne Ironie. Daß er betont, dass reiner Verfassungspatriotismus alleine nicht ausreiche, die Gesellschaft gegen die Gefahren extremer Ideologien zu immunisieren, ist dagegen folgerichtig: Auf einer Veranstaltung zur Täterforschung redet er einem Wohlfühlpatriotismus als Kuschelgesellschaft aus Familie, freiheitlichem Miteinander und erfolgreicher Vergangenheitsbearbeitung das Wort, in dem Deutschland sich aus den Werten des Kreisauer Kreises speist, Sozialarbeiter gegen Nazis einsetzt und die Gefahr in extremen Ideologien gleich welcher Couleur allein besteht. Das ist so wenig überraschend, wie es letztlich bedauerlich ist, dass  das umstrittene Paar FDGO/Verfassungspatriotismus zu Gunsten eines Wohlfühlpatriotismus überwunden werden kann und das deutsche Modell zum Erfolgsmodell der Bewahrung des Patriotismus als positiver Bezugsgröße selbst nach dem Zivilisationsbruch par excellence erhalten bleiben kann.  Die Keynote von Richard Overy tut bei diesem Eröffnungsabend der von der Bundeszentrale für politischen Bildung veranstalteten Konferenz wenig, diesem entgegenzuwirken. Wie überhaupt die vergleichende Geschichtswissenschaft auf dem Grad zwischen Gleichmachen durch Vergleichen und Unterscheiden durch Vergleichen ihre Position noch kaum gefunden hat, nutzt Overy die Möglichkeit, sowohl Goldhagens Erklärungsansatz von dem „deutschen“ Wesen des Holocaust abzulehnen, als auch die Befürchtung, „wir“ alle hätten die Fähigkeit, Nazi zu sein in uns. Overy führt in die Täterforschung mit der richtigen Beobachtung, dass der Begriff des „perpetrators“ schrittweise an die Stelle des Begriffs „war criminal“ getreten sei, da viele der Taten mit dieser Stigmatisierung nur unzureichend erfassbar gewesen seien, insbesondere aber der Rolle der von Christopher Browning sogenannten „ordinary men“ nicht gerecht wurden. Der Schritt , zum Täter zu werden, sei kein Sprung auf der Karriereleiter (gewesen), eine These, die man in der Tat nicht ohne weiteres mit dem Schritt, zum Kriegsverbrecher zu werden, vergleichen kann – steht doch fest, dass es mindestens in der Sicht der 1940er Jahre, aber auch wohl heute noch, auf Siegerseite keine Kriegsverbrecher gibt. Das Modell der „negotiation“, das Overy anführt um die Täter-Werdung zu erklären, das Modell eines Dialoges zwischen inneren und äußeren Faktoren, um die eigenen Entscheidungen zu rationalisieren und zu rechtfertigen, gibt eine hübsche Blaupause ab, aber sie benennt die Faktoren nicht, die diesen Prozess begünstigen. Insofern bleibt Overy hinter den Thesen Jonathan Glovers (in dessen „Humanity – A Moral History of the 20th Century“) jedenfalls in diesem Vortrag weit zurück. Und tut dies mit dem – wie er selbst einräumt – provokanten Hinweis, das ja auch die von den Alliierten durchgeführten Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg Formen der „perpetration“, der Täter-Werdung seien. Overy betont zwar, dass das natürlich alles nicht deswegen alles irgendwie gleich oder ähnlich sei und auch, dass die Alliierten sicherlich niemals dazu gekommen wären, die gleiche Anzahl von Zivilisten, die bei den Luftangriffen getötet wurden, in Folge von Häuserkämpfen und Besetzung der Städte zu töten, aber die Bereitschaft zum Vergleichen, die mit der Notwendigkeit der Betonung der Unterschiede einhergeht, führt dann allem Eindruck nach doch (zu) schnell in die Beliebigkeit.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Gegen das Vergessen: Erinnerungskultur]]></title>
<link>http://cethegus.wordpress.com/2009/01/13/gegen-das-vergessen-erinnerungskultur/</link>
<pubDate>Tue, 13 Jan 2009 06:14:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>cethegus</dc:creator>
<guid>http://cethegus.wordpress.com/2009/01/13/gegen-das-vergessen-erinnerungskultur/</guid>
<description><![CDATA[Gegen das Vergessen ist ein wichtiger Grundsatz der Geschichtspolitik insbesondere im Zusammenhang m]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><span style="font-family:Book Antiqua,Times New Roman,Times;">Gegen das Vergessen ist ein wichtiger Grundsatz der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtspolitik">Geschichtspolitik</a> insbesondere im Zusammenhang mit dem Holocaust und den Opfern der Zeit des Nationalsozialismus.</span></p>
<p>Strittig ist freilich, ob das auch für andere Bereiche &#8211; gegenwärtig ist besonders die Vertreibung von Deutschen nach 1945 in der Diskussion &#8211; gelten sollte.</p>
<p>Wichtig werden könnte der Grundsatz z.B. im Kontext<br />
* mit den Gründen, die zur Sozialen Marktwirtschaft geführt haben [1948]<br />
* mit den Gründen, die zur europäischen Einigung geführt haben (Schuman-Plan 1951/52) &#8211; (vgl. Referenden in Frankreich und den Niederlanden)<br />
* mit den Gründen, die zur deutschen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wiedervereinigung#Ursachen_f.C3.BCr_den_Zusammenbruch_der_DDR">Einigung</a> geführt haben (1989)<br />
* mit den Opfern des Schießbefehls der DDR (gegen Verlassen eines Landes)<br />
* mit den Opfern des Schengener Abkommens (gegen das Eindringen von Wirtschaftsflüchtlingen und anderen potentiell nicht Asylberechtigten in die EU)<br />
* mit der Katastrophe von Tschernobyl</p>
<p>Methoden dieser Geschichtspolitik sind</p>
<p>* Dokumentationen in Büchern, Zeitungen, Fernsehen, usw.<br />
* Archivierung und Zugänglichmachen von Originaldokumenten<br />
* Wissenschaftliche Aufarbeitung<br />
*  <a href="http://www.geschichtswettbewerb.de/">Geschichtswettbewerbe</a><br />
* Gedenkstätten<br />
* Gedenktage und Feierstunden<br />
* Denkmale</p>
<p>vgl. auch:<br />
* <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,355437,00.html">Holocaustdenkmal</a><br />
* <a href="http://bda-koepenick.de/verfolgte/"> Verfolgte des Naziregimes</a><br />
* <a href="http://www.wdr.de/tv/q21/1057.0.phtml">Filmarchiv</a><br />
* <a href="http://www.wissenschaft.de/wissen/hintergrund/250429.html"> Langzeitgedächtnis</a></p>
<p>Auf einer gelungenen Seite mit &#8220;Stadtteil-Geschichten&#8221;  zum Kassler Stadtteil Bettenhausen finden sich <a href="http://www.erinnerungen-im-netz.de/ca/a/a/">hier</a> auch viele recht persönliche Erinnerungen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Pers&#246;nlicher Sinn und historisch-politisches Lernen. Ein Schulbeispiel zum Thema Holocaust]]></title>
<link>http://shiftingschool.wordpress.com/2008/11/28/persnlicher-sinn-und-historisch-politisches-lernen-ein-schulbeispiel-zum-thema-holocaust/</link>
<pubDate>Fri, 28 Nov 2008 09:33:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lisa Rosa</dc:creator>
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<description><![CDATA[Zunehmender Rechtsextremismus &#8211; Anwachsen von Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Zunehmender Rechtsextremismus &#8211; Anwachsen von Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft &#8211; fast keine Woche vergeht, in der wir nicht auf verschiedenen Ebenen der Politik, <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=sw&#38;dig=2008%2F11%2F28%2Fa0119&#38;cHash=bab7581b02">wissenschaftlicher Studien</a> oder im Zusammenhang mit der <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=sw&#38;dig=2008%2F11%2F28%2Fa0120&#38;cHash=ef8dd2df3c">Diskussion um Schule und Bildung</a> und den mageren Ergebnissen des Geschichtsunterrichts mit diesen Befunden konfrontiert werden. Ist Holocaust Education als neues Unterrichtsfach oder Unterricht über Auschwitz in allen Fächern nötig? Oder muss die Gestalt des Geschichts- und Politikunterrichts auf den Prüfstand? Wie kann der Geschichtslehrer mit diesem Problem umgehen? Hat er einen besonderen Beitrag für die Bekämpfung von Rechtsextremismus und Antisemitismus für die Gesellschaft zu leisten? Gibt es neue Ansätze zur Vermittlung der &#8220;Lehren aus dem Holocaust&#8221;, die ihn dabei unterstützen können?</p>
<p>Weil mich das Thema Holocaust umtreibt, seit ich denken kann, und die Vermittlung des Themas und die Frage der &#8220;Erziehung nach Auschwitz&#8221; beschäftigen, seit ich Geschichtslehrerin bin, habe ich mich im letzten Jahr daran gemacht, den Problemzusammenhang &#8220;Schulunterricht zu den Themen Nationalsozialismus und Holocaust &#8211; Lernen und Wissen der Schüler &#8211; Einstellungen und Verhalten der Schüler&#8221; gründlicher unter die Lupe zu nehmen. Ich habe Lerntheorie, allgemeine und Fachdidaktik sowie die Projektdidaktik geprüft, neue Unterrichtskonzepte untersucht, schließlich selbst ein Unterrichtsmodell entworfen und es anschließend mit Schülern in einem Pilotprojekt und danach mit Studenten, Referendaren und Lehrern ausprobiert. Das Projekt hieß:</p>
<p><em>&#8220;&#8216;Richtiges&#8217; Erinnern? Wie können wir angemessen mit der Gegenwart unserer Vergangenheit umgehen? Ein (Selbst-)Erkundungsprojekt am Beispiel des Holocaust-Mahnmals in Berlin.&#8221;</em></p>
<p>Was dabei herausgekommen ist, ist nun ausführlich in meinem Aufsatz zu lesen:</p>
<p><em>&#8220;Was hat das mit mir zu tun&#8221;? Persönlicher Sinn und historisch-politisches Lernen</em></p>
<p><a href="http://lisarosa.twoday.net/files/Download/">Download</a> (pdf, 516 KB)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA["Über 20 Jahre Mauer,wir werden langsam sauer"]]></title>
<link>http://2ndphilolog.wordpress.com/2008/08/13/uber-20-jahre-mauerwir-werden-langsam-sauer/</link>
<pubDate>Wed, 13 Aug 2008 19:59:57 +0000</pubDate>
<dc:creator>philolog</dc:creator>
<guid>http://2ndphilolog.wordpress.com/2008/08/13/uber-20-jahre-mauerwir-werden-langsam-sauer/</guid>
<description><![CDATA[So,oder so ähnlich ging in den goldenen Achtzigern ein kecker Spruch, der kurzfristig in Sichtweite ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>So,oder so ähnlich ging in den goldenen Achtzigern ein kecker Spruch, der kurzfristig  in Sichtweite der S-Bahn im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg zu lesen war. Heute wurde dem 47. Jahrestag der Errichtung des &#8220;antiimperialistischen Schutzwalls&#8221; &#8211; an dem 136 Rebublikflüchtige ihr Leben lassen mussten &#8211;   in der Hauptstadt gedacht. Ich stell dann mal &#8216;ne Kerze ins Fenster. Ach nee, es müssen zwei sein,die andere ist für die Toten des jüngsten Georgienkriegs von <a title="von dem Krawallblogger aus Neukölln aka  Telegehirn" href="http://telegehirn.wordpress.com/2008/08/13/panzerkreuzer-putin/" target="_blank">Panzerkreuzer Putin</a>.<br />
Weisheit des Tages: Krieg ist Frieden,Frieden ist Krieg.</p>
<p><strong>references:</strong><br />
<a title="von Zettel" href="http://zettelsraum.blogspot.com/2008/08/kurioses-kurz-kommentiert-in-der-ddr.html" target="_blank">&#8220;In der DDR ließ sich gut leben&#8221;</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Prager Frühling]]></title>
<link>http://2ndphilolog.wordpress.com/2008/08/01/prager-fruhling/</link>
<pubDate>Fri, 01 Aug 2008 14:30:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>philolog</dc:creator>
<guid>http://2ndphilolog.wordpress.com/2008/08/01/prager-fruhling/</guid>
<description><![CDATA[Nein,es ist eben nicht die Rede von der neu herausgebrachten sozialistischen Zeitschrift. Heute wird]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Nein,es ist eben nicht die Rede von der neu herausgebrachten <a title="prager frühling - Magazin für Freiheit und Sozialismus erschien zum ersten Mal am 16.Mai 08" href="http://www.prager-fruehling-magazin.de/" target="_blank">sozialistischen Zeitschrift</a>.</p>
<p>Heute wird auf die persönlichen Erinnerungen von Heinz Eggert &#8211; Pastor,Journalist und Moderator &#8211;  hingewiesen. Sein Abgesang auf den realen Sozialismus in 1968: Der Prager Frühling oder:</p>
<p>Mein politisches Erwachen: <a title="via Transatlantik Forum" href="http://blog.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2008/2316/prager-fruehling-1/" target="_blank">Teil I</a> + <a title="via Transatlantik Forum" href="http://blog.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2008/2317/prager-fruehling-2/" target="_blank">Teil II</a> + <a title="Nachklang (1) vom 01.08.2008" href="http://blog.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2008/2318/prager-fruehling-3/" target="_blank">Teil III</a> +  <a title="Nachklang 2, by Heinz Eggert" href="http://blog.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2008/2319/prager-fruehling-4/" target="_blank">Teil IV</a> +  <a title="Wieder ein Gedenktermin abgehakt?" href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2008/2357/abgehakt/" target="_blank">Gedenken in  Liberec 2008</a></p>
<p><strong>Neuerscheinung</strong>: Klaus Kukuk (Jahrgang 1933<span class="sans"><span>): Prag 1968 &#8211; Unbekannte Dokumente. Mit einer Einleitung von Horst Schneider (14,90€,TB,<a title="Eulenspiegel Verlagsgruppe" href="http://www2.txt.de/cgi-bin/WebObjects/TXTSVEulenspiegel.woa/21/wo/qE7zZ032CPMQ8Abvsl/4.0.13.1.5.9.0.1.23?35,7" target="_blank">Das Neue Berlin</a> August 2008). <a title="amazon.de" href="http://www.amazon.de/Prag-1968-Unbekannte-Dokumente-Einleitung/dp/3360010949/ref=sr_1_7?ie=UTF8&#38;s=books&#38;qid=1217621845&#38;sr=8-7" target="_blank">amazon</a></span></span></p>
<p><strong>references:</strong><br />
<a title="Prager Zeitung vom 29.08.2008" href="http://www.pragerzeitung.cz/?c_id=12769" target="_blank">Bedrohung aus dem Osten</a><a href="http://www.pragerzeitung.cz/?c_id=12769"> </a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[gender in bibliotheken: 2. maskulinistische erinnerungskultur - die kalendertipps im BuB]]></title>
<link>http://danilola.wordpress.com/2008/07/13/gender-in-bibliotheken-2-maskulinistische-erinnerungskultur-die-kalendertipps-im-bub/</link>
<pubDate>Sun, 13 Jul 2008 20:41:04 +0000</pubDate>
<dc:creator>danilola</dc:creator>
<guid>http://danilola.wordpress.com/2008/07/13/gender-in-bibliotheken-2-maskulinistische-erinnerungskultur-die-kalendertipps-im-bub/</guid>
<description><![CDATA[ursprünglich wollte ich eine themenreihe starten, die sich ausschließlich mit sprache und gender in ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>ursprünglich wollte ich eine themenreihe starten, die sich ausschließlich mit sprache und gender in bibliotheken beschäftigt. nun, nach der neusten ausgabe der &#8220;<a title="homepage bub" href="http://www.b-u-b.de/Aktuell/intro.shtml" target="_blank">bub</a>&#8221; und nach einigen erlebnissen in der letzten zeit, weite ich meine reihe thematisch aus und benenne meine reihe in <a title="Gender in Bibliotheken" href="http://danilola.wordpress.com/category/gender-in-bibliotheken/" target="_blank">gender in bibliotheken</a> um. hier nun der zweite teil: maskulinistische erinnerungskulturen in den kalendertipps des BuB.</p>
<p><a href="http://danilola.wordpress.com/files/2008/07/foto-der-bub-seite-547-kalendertipps.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-260" src="http://danilola.wordpress.com/files/2008/07/foto-der-bub-seite-547-kalendertipps.jpg?w=64" alt="" width="64" height="96" /></a></p>
<p>in der aktuellen ausgabe 60(2008)7-8 der bibliothekarischen zeitschrift <a title="homepage bub" href="http://www.b-u-b.de/Aktuell/intro.shtml" target="_blank">bub</a> findet sich auf der seite 547 eine spalte mit wichtigen daten (kalendertipps). hier scheint es sich um termine zu handeln, die für bibliothekar_innen wichtig sind. doch irgendetwas war für mich faul an dieser liste. nach einigem überlegen war mir auch klar, was es war. mich störte die art der erinnerungskultur. insgesamt wurden 60 termine für die sechs monate januar 2009 bis juni 2009 aufgeführt. von diesen 60 ausgewählten terminen erinnern:</p>
<ul>
<li>sechs an ereignisse wie 150 jahre big ben (31.05.), der 10. geburtstag der aufnahme ungarns, polens und der tschechischen republik in die nato (12.03.)</li>
<li>sieben an geburtstage bzw. todestage von frauen: <a title="Bettina von Arnim" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bettina_von_Arnim" target="_blank">bettina von arnim</a> (20.01.), <a title="zsa zsa gabor" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zsa_Zsa_Gabor" target="_blank">zsa zsa gabor</a> (18.03.), <a title="uschi glas" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uschi_Glas" target="_blank">uschi glas</a> (02.03.),  <a title="christa wolf" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christa_Wolf" target="_blank">christa wolf</a> (18.03.), <a title="doris day" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Doris_Day" target="_blank">doris day</a> (03.04.), <a title="Simone Rethel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Simone_Rethel" target="_blank">simone rethel</a> (15.06.), <a title="meryl streep" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Meryl_Streep" target="_blank">meryl streep</a> (22.06.)</li>
<li>47 an geburts- und todestage von männern (beispielhaft seien hier erwähnt): <a title="louise braille" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Louis_Braille" target="_blank">louis braille</a> (04.01.), <a title="helmut karasek" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hellmuth_Karasek" target="_blank">helmuth karasek</a> (04.01.), <a title="charles robert darwin" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Robert_Darwin" target="_blank">charles robert darwin</a> (12.02.), <a title="adam riese" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adam_Riese" target="_blank">adam riese</a> (30.03.), <a title="gerhard schröder" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Schr%C3%B6der" target="_blank">gerhard schröder</a> (07.04.), <a title="joe cocker" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joe_Cocker" target="_blank">joe cocker</a> (20.05.), <a title="ken follet" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ken_Follet" target="_blank">ken follet</a> (05.06.)</li>
</ul>
<p>also beträgt das verhältnis der zu würdigenden termine 6 : 7 : 47.</p>
<p>dieses ergebnis kann sicherlich viele ursachen haben. doch spricht es absolut nicht für eine der wichtigsten bibliothekarischen fachzeitschriften, wenn ein solches geschlechtermissverhältnis unreflektiert abgebildet wird. durch diese darstellung maskulinistischer erinnerungskultur werden frauen und damit auch erbrachte leistungen von frauen in kultur, kunst und politik sowie wissenschaft unsichtbar gemacht. bevor jetzt das argument kommt, aber welche frauen sollen wir in diese kalendertipps aufnehmen? an dieser stelle noch zwei recherchetipps:</p>
<p><a href="http://danilola.wordpress.com/files/2008/07/1944-e28093-wikipedia_screenshot.png"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-259" src="http://danilola.wordpress.com/files/2008/07/1944-e28093-wikipedia_screenshot.png?w=128" alt="" width="163" height="82" /></a></p>
<p>dabei bietet allein die wikipedia einen unerschöpflichen datenstrom an frauen, die einer erinnerung würdig sind. gesucht werden muss in der freien enzyklopädie nur durch die eingabe der url: <a title="http://de.wikipedia.org/wiki/1944" href="http://de.wikipedia.org/wiki/1944" target="_blank">http://de.wikipedia.org/wiki/1939</a> und dann kann ich mir schon monate aussuchen, in denen menschen geboren wurden oder gestorben sind.</p>
<p><a href="http://www.fembio.org/"><img class="alignnone" src="http://www.fembio.org/design/fembio-logo3.gif" alt="" width="155" height="64" /></a>noch einfacher ist die suche nach runden geburts- und todestagen in der frei zugänglichen datenbank <a title="datenbank fembio" href="http://www.fembio.org/biographie.php/frau/frauendatenbank" target="_blank">fembio</a>. diese <a title="datenbank fembio" href="http://www.fembio.org/biographie.php/frau/frauendatenbank" target="_blank">datenbank</a> bietet zur zeit angaben zu 6.811 berühmten frauen an. eine suche nach geburtsjahr und todesjahr ist ebenfalls möglich. im geburtsjahr von helmut karasek werden 34 frauen und im geburtsjahr von gerhard schröder 35 frauen nachgewiesen.</p>
<p>ich denke nachsitzen und hausaufgaben machen ist das einzige, was ich hier noch raten kann. und beim nächsten mal beser machen. ich biete auch gern meine hilfe an.</p>
<p>eine ebene, die ich mir noch nicht genau angesehen habe, ist die repräsentation von Weißen menschen in diesen kalendertipps. aber vermutlich dominieren nicht nur die herren der schöpfung die erinnerungen, sondern auch zum großen teil Weiße westliche menschen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>

</channel>
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