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	<title>falter &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/falter/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "falter"</description>
	<pubDate>Tue, 22 Dec 2009 05:31:11 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Palindrome aus Graz und Umgebung I ]]></title>
<link>http://skispringenimkopf.wordpress.com/2009/12/15/palindrome-aus-graz-und-umgebung-i/</link>
<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 22:00:26 +0000</pubDate>
<dc:creator>skispringenimkopf</dc:creator>
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<description><![CDATA[1. Nach Tragödien shakespeareschen Ausmaßes, wo den Zeitungen eh nichts einfällt außer Großaufnahmen]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>1. Nach Tragödien shakespeareschen Ausmaßes, wo den Zeitungen eh nichts einfällt außer Großaufnahmen von Angehörigen und geschmacklosen Mutmaßungen über Hormonhaushalt, Gefühlswallungen in der Pubertät und böse Computerspiele, wäre es besser, einfach still zu sein und den Gesprächen am Friedhof zu lauschen:<br />
<em>E: BEILEID. A: JAJA, DIE LIEBE&#8230;<br />
</em><br />
<!--more--><br />
2. Herr Bürgermeister, welche Künstler und Innen, gerade im Bereich der modernen E-Musik, strahlen so weit über Graz hinaus, dass sie als Beleg dafür dienen könnten, dass Graz den Titel “City of Design” wirklich verdient?<br />
<em>NAGL: OLGA N.!</em> </p>
<p>3.  Man möchte schließlich auch die letzte Ruhestätte im Sinne der Nachhaltigkeit gestaltet wissen. Der britische Designer William Warren schlägt “shelves for life” vor, das sind Regale, die nach dem Ableben <a href="http://stylespion.de/ein-regal-fuers-leben/3836/">direkt zum Sarg</a> umgebaut werden können. Diese Idee ist dann doch vielen zu makaber. Noch umweltfreundlicher wäre es nur noch, sich einfach auf die Wiese zu legen und auf die Verwesung zu warten. Beides komische Aussichten:<br />
<em>EIN GRASLAGER? NIE! EIN REGALSARG? NIE!</em><br />
(Es gibt eh noch eine dritte Möglichkeit: Die Grazer Bestattungs-AG bietet jetzt <a href="http://www.google.at/search?hl=de&#38;client=firefox-a&#38;rls=org.mozilla%3Aen-US%3Aofficial&#38;hs=eh&#38;q=%C3%B6ko-sarg+graz&#38;btnG=Suche&#38;meta=&#38;aq=f&#38;oq=">Bio-Särge</a> (aus Holzabfällen, aus Fernitz) an. Sie sind biologisch abbaubar, und die Nachfrage ist enorm.)</p>
<p>4. Wie könnte man das “<a href="http://www.zarg.at/">Zentrum für ambulante Rehabilitation</a>” in Graz attraktiver bewerben als einfach nur mit: “wir helfen ihnen”,  und es auch für potentielle KundInnen von außerhalb interessanter machen?<br />
<em>GRAZ LIEGT GEIL. ZARG.<br />
</em></p>
<p><em>(Für den Falter)</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Nach den Banken: die Morgengymnastik und die Lotterien vergesellschaftet. ]]></title>
<link>http://skispringenimkopf.wordpress.com/2009/12/08/nach-den-banken-die-morgengymnastik-und-die-lotterien-vergesellschaftet/</link>
<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 12:51:20 +0000</pubDate>
<dc:creator>skispringenimkopf</dc:creator>
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<description><![CDATA[Depressiv mit dem oder der gut gelaunten Ex vor einem kleinen Bier sitzen, eine Kolumne schreiben od]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Depressiv mit dem oder der gut gelaunten Ex vor einem kleinen Bier sitzen, eine Kolumne schreiben oder in einem Call-Center arbeiten, letztlich geht es immer nur darum: den anderen bei der Stange halten, ein paar Sekunden wertvolle Zeit stehlen, wenn es sein muss, dabei auch zu Anzüglichkeiten greifen. Wird es routiniert, schleichen sich allerdings Fehler ein, wie bei der (blonden, großen) Frau die anruft, Namen und Adresse bestätigt und dann sagt: “wir würden nämlich gerne unserer Kundenstock aufstocken!” <span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/hLWLxLZD4x4&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/hLWLxLZD4x4&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span> <!--more-->Erstens ist das grade ganz ungünstig, zweitens  der Satz ein bisschen schief geraten und drittens hat sie mir noch nicht gesagt, was denn überhaupt. Auf Nachfrage sagt sie: warme Semmeln. Vor die Haustür. Völlig an der Zielgruppe vorbei, auflegen, Gedanken neu sortieren, aber anscheinend haben die Kaffee-auf-Lebenszeit Preisausschreiben doch eine undichte Stelle und es ruft sofort die nächste Kollegin an und will, dass ich einer <a href="www.wieichdenkapitalismusrette.wordpress.com">Tippgemeinschaft</a> beitrete. Gemeinschaft ist super, aber da gibt es auch andere Möglichkeiten, zum Beispiel wie Staddtrat Riedler jeden Freitag um halb acht (in der Früh!) Qui-Gong am Freiheitsplatz mit allen Grazern und innen, bzw. denen, die gerade Lust drauf haben und nix besseres zu tun. Das bleibt überschaubar. Wenn Gemeinschaften unüberschaubar werden, hat auch der Einzelne nicht mehr so recht was davon: man hat  für 20 € monatlich echt  hohe Gewinnchancen. Dann gibt es einen Sechser und für den einzelnen bleiben mal 36,30. Aber dafür ist man in der Gemeinschaft. </p>
<p>(für den <a href="www.falter.at">Falter</a>)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Eine kurze Geschichte des Eies (im Wandel der Zeit) ]]></title>
<link>http://skispringenimkopf.wordpress.com/2009/12/08/eine-kurze-geschichte-des-eies-im-wandel-der-zeit/</link>
<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 12:45:32 +0000</pubDate>
<dc:creator>skispringenimkopf</dc:creator>
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<description><![CDATA[Man sollte immer wieder daran erinnern, dass man Kernöl nie ganz heiß machen sollte, auch nicht, wen]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Man sollte immer wieder daran erinnern, dass man Kernöl nie ganz heiß machen sollte, auch nicht, wenn man Eier damit brät: Ganz kurz bevor es zu zischen anfängt vom Herd nehmen, die Eier rein, umrühren, et voila. So hätte man den gerade (Freitags)  wieder vergangenen Welt-Ei-Tag würdig begehen können, der eh wieder ohne gröbere Zwischenfälle über die Bühne gegangen ist. Das hat auch damit zu tun, dass die Eierpreise weniger Anlass zum Protest geben als die Milchpreise. Milch lässt sich auch nicht richtig werfen. Die FPÖ hat nach ihrer Kundgebung im Mai in Graz herausgefunden, dass fliegende Eier prinzipiell dem linken Spektrum zuzuordnen sind (fliegende Fahnen eher dem rechten). <!--more-->Das stimmt wieder mal gar nicht: Das erste fliegende Ei war ein Strahljäger, ein Segelflugzeug der Typenbezeichnung G23 das wegen seiner Form so genannt wurde und vom dem Grazer Segelfliegerverein <a href="http://www.akaflieg.tugraz.at/">Akaflieg Graz</a> entwickelt wurde. Die Historie des Vereins erinnert noch heute daran: So schrecklich die Zeit von 1938-45 war, für die Akaflieg hatte sie zumindest eine gute Seite: Erstmals verfügte der Verein nicht nur über einen Clubraum, sondern auch über Werkstatträume. Was dann weiter mit dem fliegenden Ei passiert ist, das prompt der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt überstellt wurde, verschweigt die Chronik, sowie alles, was bis 1953 passiert ist (Neukonstituierung des Vereins, ohne fliegendes Ei). </p>
<p>(für den <a href="www.falter.at">Falter</a>)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[About: Florian Klenk]]></title>
<link>http://laufhausrachel.wordpress.com/2009/11/26/about-florian-klenk/</link>
<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 22:22:32 +0000</pubDate>
<dc:creator>LaufhausRachel</dc:creator>
<guid>http://laufhausrachel.wordpress.com/2009/11/26/about-florian-klenk/</guid>
<description><![CDATA[About Florian Klenk Florian Klenk, geb. 1973, ist Journalist und Jurist. Er arbeitete acht Jahre für]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><h2>About</h2>
<div id="attachment_570" class="wp-caption aligncenter" style="width: 665px"><a href="http://laufhausrachel.wordpress.com/files/2009/11/klenk.jpg"><img class="size-full wp-image-570" title="Klenk" src="http://laufhausrachel.wordpress.com/files/2009/11/klenk.jpg" alt="" width="655" height="985" /></a><p class="wp-caption-text">Florian Klenk</p></div>
<p>Florian Klenk, geb. 1973, ist Journalist und Jurist. Er arbeitete acht Jahre für die Wiener Stadtzeitung <a href="http://www.falter.at/" target="_blank">Falter</a> und wechselte dann als Redakteur zur <a href="http://www.zeit.de/" target="_blank">ZEIT</a> nach Hamburg. Seit Mai 2007 ist er stellvertretender Chefredakteur und Politikchef des Falter. Für seine journalistische Arbeit wurde er u.a. mit dem Kurt-Vorhofer Preis, dem Claus Gatterer Preis und dem Concordia Preis für Menschenrechte ausgezeichnet. 2005 wurde er von einer Jury zum <a href="http://www.florianklenk.com/Journalist%20des%20Jahres.php" target="_blank">Journalisten des Jahres</a> in Österreich gewählt, 2007 und 2008 war Klenk &#8220;investigativer Journalist des Jahres&#8221;. Klenk unterrichtet &#8220;Recherche&#8221; an der Fachhochschule für Journalismus in Wien.</p>
<p><a title="Florian Klenk" href="http://www.florianklenk.com/" target="_blank">www.florianklenk.com</a><br />
Kontakt: <a href="mailto:klenk@falter.at">klenk@falter.at</a></p>
<div>
<h2>aktuelle Einträge</h2>
<div>
<ul>
<li><a href="http://www.florianklenk.com/2009/11/die_fpo_zahlt_beschnittene_pen.php">Hose runter: Die FPÖ zählt beschnittene Penisse</a></li>
<li><a href="http://www.florianklenk.com/2009/11/hungert_die_karntner_politiker.php">Hungert die Kärntner Politiker aus!</a></li>
<li><a href="http://www.florianklenk.com/2009/11/sie_nennen_mich_einen_spinner.php">&#8220;Sie nennen mich einen Spinner&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.florianklenk.com/2009/11/eine_auszeichnung.php">Eine Auszeichnung</a></li>
<li><a href="http://www.florianklenk.com/2009/11/bringt_dieses_gesetz_in_brusse.php">Bringt dieses Gesetz in Brüssel zu Fall!</a></li>
<li><a href="http://www.florianklenk.com/2009/11/den_audimaxismus_braucht_das_l.php">Den Audimaxismus braucht das Land</a></li>
<li><a href="http://www.florianklenk.com/2009/10/christoph_und_lollo_das_ist_gr.php">Christoph und Lollo: Das ist großartig</a></li>
<li><a href="http://www.florianklenk.com/2009/10/brief_aus_wien.php">Brief aus Wien</a></li>
<li><a href="http://www.florianklenk.com/2009/10/zwetschkenrepublik.php">Zwetschkenrepublik</a></li>
<li><a href="http://www.florianklenk.com/2009/10/die_letzten_minuten_des_floria.php">Die letzten Minuten des Florian P.</a></li>
</ul>
</div>
</div>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Analogkamera: Lomo Diana im Pocketformat]]></title>
<link>http://elisabethfaustmann.wordpress.com/2009/11/25/analogkamera-lomo-diana-im-pocketformat/</link>
<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 21:04:52 +0000</pubDate>
<dc:creator>elisabethfaustmann</dc:creator>
<guid>http://elisabethfaustmann.wordpress.com/2009/11/25/analogkamera-lomo-diana-im-pocketformat/</guid>
<description><![CDATA[&#8211; Please find the English Version below. &#8211; Für Falter-Freunde, die mal was ausprobieren ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="alignright size-full wp-image-39" title="Lomo Diana" src="http://elisabethfaustmann.wordpress.com/files/2009/11/lomo-diana.gif" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p>&#8211; Please find the English Version below. &#8211;</p>
<p>Für Falter-Freunde, die mal was ausprobieren möchten, hab ich einen Tipp:<img class="alignright" title="Lomo Pocket" src="http://l.yimg.com/g/images/spaceball.gif" alt="" width="1" height="1" /><img class="alignnone" title="jhgch" src="http://l.yimg.com/g/images/spaceball.gif" alt="" width="1" height="1" /></p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 267px"><img class=" " title="Lomography Diana" src="http://thelipstickdiaries.com/wp-content/uploads/2009/02/lomo_diana.jpg" alt="" width="257" height="275" /><p class="wp-caption-text">Bildquelle: http://www.thelipstickdiaries.com/2009/02/28-women-1-camera/</p></div>
<p>In der aktuellen Ausgabe Nr. 48/09 bewirbt die Wochenzeitung &#8220;<a href="http://www.falter.at/">Falter</a>&#8220;</p>
<p>ihre Weihnachtsabos mit verschiedenen Prämien. Unter anderem gibt es eine Reproduktion der Analogkamera Lomo Diana. Der Abopreis liegt bei € 99,- regulär, für Studenten bei € 91,-.</p>
<p><a href="http://elisabethfaustmann.wordpress.com/files/2009/11/lomo-diana1.gif"><img class="alignright size-full wp-image-45" title="Lomo Diana" src="http://elisabethfaustmann.wordpress.com/files/2009/11/lomo-diana1.gif" alt="" width="1" height="1" /></a>Die Pocketformat-Kamera ist ein Folgemodell der größeren Diana F+ und kann mit einem externen Blitz erweitert werden. Man braucht einen 35mm-Film und kann zwischen Quadrat- und Halbbildformaten wechseln. Nähere Infos zur Lomo Diana und zu weiteren Lomo-Produkten findet ihr <a href="http://www.lomography.com/magazine/blog/2009/08/19/diana-mini-klein-aber-fein">hier</a>.</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p>For all &#8220;Falter&#8221;-friends or those who would like to try something out &#8211; I got a hint.</p>
<p>There&#8217;s a promotion for christmas-bonuses in the issue no. 48/2009 of the weekly magazine &#8220;Falter&#8221;. Amongst other you can choose a reproduction of the analogue camera Lomo Diana. The regular prize for the subscription is € 99,-, for students it&#8217;s € 91,-.</p>
<p>The pocket camera is the follow up model of the bigger Diana F+ and can be used together with an external flash light. You need a 35mm-film and can chosse between quadrat- and half-format. For further information &#8211; click <a href="http://www.lomography.com/magazine/blog/2009/08/19/diana-mini-klein-aber-fein">here</a>.</p>
<p>Bis zum nächsten Mal! See you soon!<br />
yours, Elisabeth<img class="alignright size-full wp-image-39" title="Lomo Diana" src="http://elisabethfaustmann.wordpress.com/files/2009/11/lomo-diana.gif" alt="" width="1" height="1" /></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kommunikation auf Augenhöhe beim Falter]]></title>
<link>http://digiom.wordpress.com/2009/11/25/kommunikation-auf-augenhohe-beim-falter/</link>
<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 15:58:48 +0000</pubDate>
<dc:creator>digiom</dc:creator>
<guid>http://digiom.wordpress.com/2009/11/25/kommunikation-auf-augenhohe-beim-falter/</guid>
<description><![CDATA[Ich habe ja kein Falterabo, im Gegensatz zu vermutlich der Häfte der regelmäßig das Museumsquartier ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ich habe ja kein Falterabo, im Gegensatz zu vermutlich der Häfte der regelmäßig das  Museumsquartier besuchenden Menschen Wiens, und ich freue mich, dass Menschen mir dennoch zutragen, was sich dort ereignet, bevor ich den Falter selbst erwerbe. Nur der Chronologie halber sei hier berichtet, was im Falter Nr. 48/09 vom 25.11.2009    in der Rubrik &#8216;Falter &#38; Meinung&#8217; zu lesen war. </p>
<p>FM4-Moderator Martin Blumenau, so schrieb man im Falter auf Seite 4, habe in seinem Journal am 18.11. in einem Blog-Eintrag die „Ehrenrettung eines Holzmedien-Opfers“ übernommen. Blumenau bezöge sich dabei auf eine Falter-Meldung , welche an dortiger Stelle (also im Heft 47/09) von der Verleihung des Wolfgang-Lorenz-Gedenkpreises berichtet hätte. </p>
<p>Der FM4-Moderator, so der Falter (48/09), habe durch die ironische Formulierung, dass Falter-Redakteurin und Jurymitglied Ingrid Brodnig  „mit letzter Kraft verhindert“ hätte (Falter-Meldung 47/09), dass Chefredakteur Armin Thurnher „abgepreist wurde“ (Falter-Meldung 47/09), die journalistische Kompetenz der Autorin diskreditiert gesehen.</p>
<p>Zweierlei Wettspielchen habe ich diese Woche gegen mich selbst gespielt. </p>
<p>Erste Wette: Würde der Falter, das alte Holzmeerschwein, reagieren? Ich  war mir nicht sicher &#8211; Tendenz zu nein, aber hier irrte ich mich. Auch Holzmeerschweinchen lassen keinen Stimulus vorüberziehn!</p>
<p>Zweite Wette: Wenn der Falter reagieren würde, worauf würde er sich beziehen &#8211; auf die Stimme des <a href="http://fm4.orf.at/stories/1632150/">FM4 Moderators Blumenau</a>, oder würde er auch Stimmen aus der Blogosphäre ( z.B. <a href="http://digiom.wordpress.com/2009/11/19/warum-armin-thurnher-den-wolo09-nicht-bekam-was-wirklich-geschah/">meine</a>) einbeziehen? Hier war ich mir sicher: Der Falter (als Blatt, nicht bezogen auf einzelne RedakteurInnen) kommuniziert nur auf Augenhöhe, bzw. auf dem Niveau, das er als solche missversteht: Man spricht nur mit JournalistInnen (bzw. <a href="http://www.helge.at/2009/10/abt-armin-versteht-die-welt-nicht-mehr/">wirbt ausgwählte Reaktionen ein</a>, die erst später den Eingang ins Web finden). </p>
<p>I win! <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />   Public sphere loses <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_sad.gif' alt=':(' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Wie beurteilte <a href="http://twitter.com/geraldbaeck/status/6043384702">Gerald Bäck dies heute so schön</a>:</p>
<blockquote><p>Seite 4 im Falter über die @brodnig @martinblumenau #wolo09 Diskussion ist leider wiedermal richtig schwach.</p></blockquote>
<p>Nuff said.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Spiritual Choice or Sacrifice]]></title>
<link>http://inhislovingservice.wordpress.com/2009/11/24/spiritual-choice-or-sacrifice/</link>
<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 15:26:55 +0000</pubDate>
<dc:creator>ServantBoy</dc:creator>
<guid>http://inhislovingservice.wordpress.com/2009/11/24/spiritual-choice-or-sacrifice/</guid>
<description><![CDATA[Mark 8:34-38 Then he called the crowd to him along with his disciples and said: “If anyone would com]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em><strong>Mark 8:34-38</strong><br />
Then he called the crowd to him along with his disciples and said: “If anyone would come after me, he must deny himself and take up his cross and follow me. For whoever wants to save his life will lose it, but whoever loses his life for me and for the gospel will save it. What good is it for a man to gain the whole world, yet forfeit his soul? Or what can a man give in exchange for his soul? If anyone is ashamed of me and my words in this adulterous and sinful generation, the Son of Man will be ashamed of him when he comes in his Father’s glory with the holy angels.”</em></p>
<p style="text-align:justify;">As the pressure from the Pharisees mounted on Jesus to make the world doubt him, he traveled from place to place sharing the gospel because he knew his time was short and there were many who need saving. He dint fight back with the Pharisees because he knew how futile it was to try and change the mind of the hard hearted who had no space for a messiah in their lives. Today&#8217;s passage is one that most of us have heard but don&#8217;t enjoy much because these are not words of encouragement to the world. Instead, they are words of caution and only a genuine follower of Christ would see the sweetness of what the Lord was saying.</p>
<p style="text-align:justify;">I am the sort of person most people might think of as nice whereas in reality I had some serious issues with sin. I still have areas of difficulty and not to turn back to my old ways is very hard. If there has been change, it was only because the Lord has enabled it in me. However, the big issue is that sometimes, we feel like God would understand if in our humanness we faltered a tiny bit. Unfortunately, that is Satan tripping us into our old selves and we need to always stand guard. To be able to witness real change, we need to hand over the reins of our life to God. When we do so, we will look foolish and &#8216;uncool&#8217; to the world and might face persecution for it but we will be giving God glory. Are you willing to be shameless to the world for God to transform you and gain victory over sin or do you want to gain the world and loose eternity with God?</p>
<p>In His Loving Service,<br />
Vineet</p>
<div id="attachment_141" class="wp-caption aligncenter" style="width: 665px"><a href="http://www.flickr.com/photos/vineetphotography/"><img class="size-full wp-image-141" title="Nut Cracker in the Woods" src="http://inhislovingservice.wordpress.com/files/2009/11/img_6507.jpg" alt="" width="655" height="467" /></a><p class="wp-caption-text">Nut Cracker in the Woods</p></div>
<p>&#160;</p>
<p>&#160;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kommentar: Schrott, Straßen, Speckgürtel: warum Klimapolitik scheitert]]></title>
<link>http://derbernold.com/2009/11/21/kommentar-schrott-strasen-speckgurtel-warum-klimapolitik-scheitert/</link>
<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 10:30:23 +0000</pubDate>
<dc:creator>Matthias Bernold</dc:creator>
<guid>http://derbernold.com/2009/11/21/kommentar-schrott-strasen-speckgurtel-warum-klimapolitik-scheitert/</guid>
<description><![CDATA[Als der damalige VP-Umweltminister Martin Bartenstein 1997 in Kioto seine Unterschrift unter das UN-]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><!-- Formular für die Trefferliste, wird für die Suche nach ähnlichen Dokumenten gebraucht -->  </p>
<div id="fullText"><em> </em> Als der damalige VP-Umweltminister Martin Bartenstein 1997 in Kioto seine Unterschrift unter das UN-Klimaprotokoll setzte, kommentierte er vollmundig: „Das war nur ein Anfang. Wir haben den Fuß in der Tür, die wir in den nächsten Jahren aufstoßen müssen.“ Zwölf Jahre später zeigt sich, dass die Tür in der Zwischenzeit nicht aufgestoßen wurde, sondern vernagelt.</p>
<p>Der Klimabericht der EU-Kommission von vergangener Woche ist ein weiterer Beleg dafür: Das Land verfehlt als einziges der alten EU-15 seine vertraglichen Ziele bei der Emissionsreduktion. Die Gründe dafür sind eine einlullend günstige Ausgangslage zu Beginn der 90er-Jahre sowie Feigheit und Fantasielosigkeit. Das zeigte sich etwa, wenn Wirtschaftsminister – unter ihnen auch Bartenstein, der dieses Ressort später übernahm – die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen im Dienste der Industrie hintertrieben. Das zeigte sich beim Ökostromgesetz, das man zugunsten der Energiekonzerne in lendenlahmer Fassung beschloss.</p>
<p>Vor allem zeigt es sich beim Autoverkehr, der für ein Drittel der CO2-Emissionen verantwortlich ist und dessen Anteil stetig wächst.</p>
<p>Statt auf den Verzicht fossiler Brennstoffe und auf ein geringeres Verkehrsaufkommen hinzuwirken, setzt die Politik kontraproduktive Anreize: Sie bietet Verschrottungsprämien, treibt die Zersiedelung voran, baut Umfahrungen, Tunnelröhren und legt Bahnlinien still. Sie will sogar den Gütertransport von der Schiene auf die Straße verlagern.</p>
<p>Keine leichte Ausgangslage für die österreichischen Verhandler in Kopenhagen. Wenigstens kann diesmal keiner behaupten, dass in Österreich alles zum Besten stünde.</p></div>
<div></div>
<div><em>&#8220;Falter&#8221; Nr. 47/09 vom 18.11.2009                          Seite: 6 Ressort: Falter &#38; Meinung<br />
</em></div>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[„Sie nennen mich einen Spinner“]]></title>
<link>http://derbernold.com/2009/11/21/%e2%80%9esie-nennen-mich-einen-spinner%e2%80%9c/</link>
<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 10:28:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>Matthias Bernold</dc:creator>
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<description><![CDATA[Ludwig Adamovich ist der angesehenste Jurist des Landes. Nun wurde er von Natascha Kampuschs Mutter ]]></description>
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Ludwig Adamovich ist der angesehenste Jurist des Landes. Nun wurde er von Natascha Kampuschs Mutter geklagt. Wie konnte es dazu kommen? Was treibt den Berater des Bundespräsidenten an?</em><strong> Porträt: Matthias G. Bernold und <a href="http://www.florianklenk.com/">Florian Klenk</a><br />
</strong><br />
Rote Tapetentüren, an den Wänden Brokat, ein Kristallluster, der, von der meterhohen Decke hängend, das Licht tausendfach bricht. Hier in der Hofburg, wo einst die Berater des Kaisers logierten, sitzt Ludwig Adamovich, 77, auf einem der weiß-golden lackierten Plüschsessel und sagt: „Die Leute nennen mich einen Spinner. Das kränkt mich.“</p>
<p>Der angesehenste Jurist des Landes hat sich seinen Lebensabend wohl etwas anders vorgestellt. Er war Präsident des Verfassungsgerichtshofs, er ist der ehrenamtliche Berater des Bundespräsidenten. Dann ließ er sich vom Innenminister dazu breitschlagen, als Präsident der Kampusch-Evaluierungskommission zu arbeiten. Und nun das: ein Ehrenbeleidigungsprozess.</p>
<p>Nicht nur Adamovich ist dieser Tage gekränkt. Auch Brigitte Sirny, eine Schneiderin aus der Donaustädter Rennbahnwegsiedlung fühlt sich beleidigt – durch ihn, den Ehrenmann. Das Leben in Priklopils Gefangenschaft könnte für ihre Tochter Natascha Kampusch „allemal besser gewesen als das, was sie davor erlebt hat“, spekulierte Adamovich im Krone-Interview.</p>
<p>Wer die Leidensgeschichte von Natascha Kampusch kennt, die einen Teil ihrer Kindheit in einem unterirdischen Verlies verbringen musste – 181 Zentimeter breit, 246 Zentimeter lang, gesichert durch eine Betontüre, die jeden Schrei schluckt –, der wird die Empörung von Sirny begreifen. Auch Natascha Kampusch selbst sprach Montag Abend in einem ORF-Interview von einer „anmaßenden, unverständlichen“ Äußerung.</p>
<p>Doch Adamovich will sich nicht entschuldigen für seine „Hypothese“, auch wenn man über Formulierungen natürlich reden könne. Es sei „relativ gesehen denkbar, dass der Unterschied nicht übertrieben groß war, zumal man auch weiß, dass ihre Mutter nicht gerade zärtlich mit ihr umgegangen ist“. Adamovich: „Meine Stoßrichtung ist, dass es vorher vielleicht nicht so besonders gut und nachher nicht so besonders schlecht war.“</p>
<p>„Relativ gesehen denkbar“? „Allemal besser“? „Nicht besonders schlecht“? Was ist in Adamovich gefahren?</p>
<p>Wer dem Präsidenten dieser Tage gegenübersitzt, hat keinen Wirrkopf vor sich. Sorgfältig wählt Adamovich seine Formulierungen, so wie er es sein ganzes Leben lang tat. Er, den Freunde liebevoll „Fips“ nennen, ist Doktor honoris causa multiplex, war Professor für Verfassungsrecht in Graz. Sein Vater, Ludwig senior, sperrte 1945 als Justizminister der Zwischenkriegszeit den Verfassungsgerichtshof persönlich auf, damit wieder Recht herrschen möge in diesem zerbombten Land. Der Sohn, heute ein bürgerlich liberaler Freigeist, wollte eigentlich Gehirnchirurg werden. Doch auf Wunsch des Vaters begann auch er mit der Juristerei. Er arbeitete sich im Verfassungsdienst des Bundeskanzleramts hoch, und Bruno Kreisky ernannte ihn 1984 zum Präsidenten des Höchstgerichts, das er 2002 verließ. Als zurückhaltender, humorvoller Jurist war Adamovich dort bekannt. Bei Sessionen zitierte er Richard Wagners „Meistersinger“. „Fanget an!“, ermunterte er einmal seinen Nachfolger Karl Korinek, der mit den Worten „Der Sänger wartet!“ ungeduldig seinen Vortrag angekündigt hatte.</p>
<p>Feine Klinge, leiser Humor, das sind die Waffen von Adamovich, der nicht einmal die Fassung verlor, als er sich von Jörg Haider wegen eines Erkenntnisses zu den Ortstafeln ob seines Namens nach seiner Aufenthaltsbewilligung fragen lassen musste. Und jetzt zückt er den Holzhammer, um auf die Mutter eines Opfers einzuschlagen?</p>
<p>Ereilt ihn bald das gleiche Schicksal wie diesen entrückten Grazer Richter Martin Wabl? Auch der unterstellte Mutter Kampusch eine Verwicklung in die Entführung und wurde dafür verurteilt.</p>
<p>Was also sind die Beweise, Herr Adamovich? „Brigitte Sirnys Biografie etwa“, sagt er, in der sie schildert, wie sie ihrer Natascha einen Klaps auf den Mund gegeben habe. Dann wären da noch Kinderfotos, die die kleine Natascha in Reitstiefeln zeigen – die Bilder landeten im April 1998 beim profil, das Kinderpornografie witterte. Heute spricht viel dafür, dass sich das Mädchen nur zum Spaß verkleidet hatte. Bei den Betrachtern des Bildes war wohl die Fantasie durchgegangen.</p>
<p>Adamovich aber meint, in den Ohrfeigen, im rüden Ton des Gemeindebaus und in den Fotos Indizien erkennen zu können. Was, wenn diese Fotos in die Hände von einem wie Priklopil gelangten? Was, fragt er, „wenn Priklopil, der unbestrittenerweise ein Bösewicht war, nicht diese Art Bösewicht war, die wir in ihm zu erkennen glauben. Dass es zum Beispiel ein Perverser war, aber einer, der mit ihr menschlich umgegangen ist?“</p>
<p>„Menschlich umgegangen“? Priklopil mit Kampusch? Wer die Einvernahmeprotokolle Kampuschs kennt (sie werden hier aus Respekt vor dem Opfer nicht zitiert) könnte Adamovich nun mit gutem Grund als ignoranten Wichtigtuer abmahnen, der in „paternalistischer Arroganz“ (ein mit dem Fall befasster Anwalt) über eine Arbeiterfamilie herzieht, deren Welt und Nöte der edle Bürger offenbar nicht kennt. Adamovich sagt dann: „Solche Vorwürfe schmerzen mich.“</p>
<p>Man könnte die Geschichte hier enden lassen. Aber Adamovich sagt noch etwas: „Es hat sich nichts bewegt in dieser Republik. Da hat sich eine gewisse Ungeduld eingestellt.“</p>
<p>Vielleicht ist das der Schlüsselsatz, um seine Motivation und seine Verirrung zu verstehen. Dass sich nichts bewegt in der Justiz. Dass man in diesem Land gegen Gummiwände läuft – und dabei vielleicht selbst Schaden nimmt.</p>
<p>Man muss noch einmal zurückblicken ins Jahr 2008, als alles begann. Im April saß ein anderer Würdenträger des Landes bei Melange und Marlboro im Café Eiles hinter dem Parlament und sinnierte: Herwig Haidinger, soeben als Chef des Bundeskriminalamts abgelöst, hatte gerade vor dem Nationalrat über die Sitten im Innenministerium ausgepackt. Im Fall Kampusch sei nicht nur gepfuscht worden, Handlanger der mittlerweile verstorbenen ÖVP-Innenministerin Liese Prokop hätten die Fehler auch noch vertuschen wollen. Das Kabinett der damaligen Innenministerin habe „die Sache ohne Eklat zu Ende bringen“ wollen.</p>
<p>Die schockierte Kampusch drohte mit Amtshaftungsklagen, und der damalige VP-Innenminister Günter Platter rief Adamovich zu Hilfe. Ihm zur Seite standen der Kriminalpsychologe Thomas Müller, eine Wiener Strafrechtsprofessorin, ein hochrangiger Kriminalist, ein Sektionschef und ein Präsident des OGH im Ruhestand.</p>
<p>Im Juni 2008 legte Adamovich seinen Bericht vor. Es war kein Staatsskandal, den er damals enthüllte, aber zwischen den Zeilen skizzierte er das Sittenbild eines von Unprofessionalität, Parteipolitik, Intrigen, und Chaos getriebenen Polizeiapparats, in dem eine Hand nicht weiß, was die andere tut. Es ist ein Staat, der einem wie Adamovich nicht ganz geheuer ist – und dessen Ermittlungen er offenbar nicht mehr traut.</p>
<p>Da ist zunächst diese Sache mit dem Hundeführer Inspektor Christian P. Der Polizist aus Strasshof hatte den Wiener Ermittlern bereits 1998 von einem Muttersöhnchen berichtet, das in Strasshof hinter einer elektronisch gesicherten Hecke lebe. Der Eigenbrötler habe einen „Hang zu Kindern“, sagte P. Er besitze jenen weißen Kastenwagen, in den Kampusch laut Zeugen gezerrt worden sei. Der Name des Manns: Wolfgang Priklopil, er könnte bewaffnet sein.</p>
<p>Die Kriminalisten in Wien legten den Hinweis zu den Akten. Priklopil hatten sie ja schon einige Tage zuvor besucht, seinen Kastenwagen (voller Bauschutt) fotografiert.</p>
<p>Ein Fehler? Die Polizisten hatten bei ihrem Besuch nicht einmal die Personenbeschreibung jener Schülerin zur Hand, die die Entführung beobachtet hatte. Sie arbeiteten ohne Software, die Hinweise digital verknüpfen würde. Obwohl sie 2170 weitere Verdächtige überprüfen mussten.</p>
<p>All das ist tragisch, aber noch kein Skandal. Die Polizisten hätten damals wohl auch keinen Hausdurchsuchungsbefehl bekommen – und selbst dann wäre es fraglich, ob sie Kampusch im Verlies entdeckt hätten. Doch acht Jahre später, als Kampusch über die Hecke sprang und die Ermittler schockiert erkannten, dass sie den Hinweis auf Priklopil verschlampt hatten, da wurden die Fehler von einst vertuscht.</p>
<p>Generalmajor Nikolaus Koch, der Leiter der Kampusch-Ermittlung, schickte zwei Polizisten zum Hundeführer. „Bitte sag nichts!“, baten sie ihn. Dann schrieben die Polizisten einen Aktenvermerk: Der Hundeführer, so behaupteten sie, habe damals gar keinen Hinweis auf die pädophilen Neigungen Priklopils gegeben. Koch stellte sich vor die Presse und sagte keck: „Herr Priklopil hatte damals ein Alibi.“</p>
<p>Es sind solche Unsitten, die Adamovich misstrauisch machten. Führungskräfte der Polizei und sogar der Minister, heißt es in dem Bericht, hätten sich aufgrund unklarer Verantwortlichkeiten „ins Dunkle zurückziehen können“. Spitzenleute seien oft nicht nach fachlichen Kriterien, sondern aufgrund von „persönlichen Verbindungen und Zugehörigkeiten“ zu ihrem Job gekommen.</p>
<p>Auch der auf die Spitze getriebene Opferschutz missfällt ihm. Die Richter hatten Protokolle Kampuschs einfach in den Tresor gesperrt, aus Angst, die Dokumente könnten von geldgierigen Polizisten an die Presse verkauft werden. Nicht einmal der BKA-Chef Haidinger durfte eine Kopie erhalten. Auch Videokassetten und Tagebücher seien Kampusch zu früh ausgehändigt worden. Die Opferschützer hätten „eine Art Schutzschirm bilden können, der die ohnehin schon schwierigen Ermittlungen erheblich erschwerte“. Gleichzeitig, moniert Adamovich, habe das Innenministerium eine medial unerfahrene Beamtin vor die Kameras gestellt, die intime Details aus dem ersten Verhör Kampuschs gegenüber dem ORF ausplauderte.</p>
<p>Es ist diese Melange aus mangelnder Professionalität, Chaos und Unfähigkeit, dieAdamovich heute wohl so misstrauisch macht und die vielleicht erklärt, wieso er die Öffentlichkeit mit gewagten Hypothesen aufschrecken will.</p>
<p>Wie aber sind Adamovichs Andeutungen zu verstehen? Bedeutet all das schon, dass Kampuschs Mutter irgendwie in den Fall involviert ist? Bedeutet es, dass Kampusch mögliche Mitwisser schützen will – etwa den Freund Priklopils, den Techniker Ernst H., der am Wochenende noch einmal vernommen wurde. Was spricht für die Thesen, dass Kampusch in Lebensgefahr schwebe, wie Adamovich einmal behauptete?</p>
<p>Adamovich bietet keinerlei Beweise, aber er zeigt Widersprüche bei den Ermittlungsergebnissen auf. „Ich spüre schlicht und ergreifend: dass irgendetwas hier nicht stimmt. Es passt einfach nicht zusammen. Ich will einfach, dass sich jemand mit Energie und Konsequenz dahintersetzt. Was dabei herauskommt, kann ich nicht sagen.“</p>
<p>Diesen Wunsch hat das Justizministerium Adamovich erfüllt. Man übertrug die Causa dem Grazer Oberstaatsanwalt Thomas Mühlbacher. Er soll die Mosaiksteinchen erneut zusammensetzen, um zu sehen, ob sich darin ein neues Bild zeigt.</p>
<p>Da ist einmal die Behauptung der Schülerin Ischtar A., die bei der Entführung zwei Männer gesehen haben will. Dann gibt es diese Aussage von Kampusch. Sie kenne keine Namen von Mittätern, sagte sie. Bedeutet das, dass es welche gab und sie nur deren Namen nicht kennt?</p>
<p>Priklopil, sagte sie weiters aus, sei mit dem Bus, in dem sie gefesselt lag, zunächst auf einen Feldweg gefahren. Er habe dort telefoniert und gesagt: „Sie kommen nicht.“ Wen hatte er damit gemeint? Polizeiliche Verfolger? Oder Komplizen?</p>
<p>Dann sind da noch die Aussagen jener Polizisten, die Ernst H. in der Nacht von Priklopils Selbstmord observierten. Auffällig nervös sei der Kumpel des Täters damals gewesen. Er habe in einer Lagerhalle Kisten in einen Bus geschleppt, und bei einer ersten Begegnung mit einer Polizistin fragte er: „Hat er sie umgebracht?“ Er musste von Kampusch also gewusst haben.</p>
<p>Doch in der ersten Einvernahme sagte H. aus, von Priklopils Taten nichts erfahren zu haben. Die beiden seien zwar sechs Stunden im Auto gesessen, aber Priklopil habe bloß eine Alkofahrt gestanden.</p>
<p>Das war gelogen, wie die Staatsanwaltschaft seit Freitag weiß. Priklopil, so H.s neue Verantwortung, habe damals seine Lebensbeichte abgelegt. Auch bezüglich anderer Details hat H. nun anders ausgesagt. „Wir müssen klären, warum“, sagt Staatsanwalt Mühlbacher. „Mein Mandant hatte Angst“, erklärt H.s Anwalt Manfred Ainedter. Noch etwas ärgert die Kriminalisten. Die Kisten, die H. in der Tatnacht hektisch wegschaffte, wurden nie beschlagnahmt. Sein Wagen wurde nie auf Spuren untersucht. „In der Hektik“, erzählt ein Polizist, „wurde damals massiv geschlampt.“</p>
<p>Das soll nicht mehr passieren. Mühlbacher ließ deshalb sogar Material beim deutschen „IT-Spezialisten“ Thomas Vogel beschlagnahmen. Der besachwalterte Verschwörungstheoretiker mit dem Musketierbart gilt in Deutschland als Spinner, seine „Arbeitsfelder“, so sagte er einmal, seien „Visualisation, Telefon, Telepathie“. In Österreich wurde der Mann, der vorgibt, ein Sexvideo mit Kampusch zu besitzen, dennoch als Kronzeuge angeführt. In einem wirren Youtube-Video behauptet er, dass auch Mutter Kampusch in den Fall involviert sei.</p>
<p>Dass Vogel ein Spinner ist, weiß auch Adamovich, und doch begrüßt er die Hausdurchsuchung: „Herr Vogel bewegt sich in demselben Milieu, in dem sich auch Priklopil bewegt hat. Es ist nicht undenkbar, dass er etwas weiß.“</p>
<p>Der Absonderliche und der Präsident. Sie beide stellen ähnliche Hypothesen im Fall Kampusch auf, freilich aus völlig anderen Motiven. Was für den einen Narretei, ist für Adamovich Teil einer mühseligen Suche nach Erkenntnis.</p>
<p>Viel Platz, um auf die Gefühle der Opfer und ihrer Angehörigen Rücksicht zu nehmen, bleibt da nicht. „Es ist ein Risiko, das jeder trägt, der in eine strafbare Handlung hineingezogen wird“, sagt Adamovich. Das seien, wenn man so will, Kollateralschäden der Wahrheitsfindung.</p>
<p>Ist das so? Adamovich wird sich nun vor Gericht gegen Kampuschs Mutter in einer ungewohnten Perspektive wiederfinden: als Beschuldigter. Es gelten in seinem Fall mildernde Umstände.</p>
</div>
<div><em>&#8220;Falter&#8221; Nr. 47/09 vom 18.11.2009                         Seite: 10 Ressort: Politik<br />
</em></div>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[„Unsere Freiheit endet im Stau“]]></title>
<link>http://derbernold.com/2009/11/21/%e2%80%9eunsere-freiheit-endet-im-stau%e2%80%9c/</link>
<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 10:25:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>Matthias Bernold</dc:creator>
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<description><![CDATA[Gegen Verkehr, Zersiedelung, Apathie: Wie Claus Leggewie die Klimakrise kleinkriegen will Matthias G]]></description>
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<div id="fullText"><em> </em><strong></strong> Gegen Verkehr, Zersiedelung, Apathie: Wie Claus Leggewie die Klimakrise kleinkriegen will</p>
<p>Matthias G. Bernold im Gespräch mit Claus Leggewie</p>
<p>Man könnte Claus Leggewie einen Hans Dampf in allen Gassen nennen. Der deutsche Kulturwissenschaftler forschte über Terror und Medien, verfasste Bücher über die Türkei und Europa, Bosnien nach dem Bürgerkrieg, die Globalisierung und den weltpolitischen Einfluss der USA. In seinem jüngsten Buch befasst sich Leggewie mit dem Klimawandel, und er entwirft die Utopie einer neuen Gesellschaft. <a href="http://besusbonton.wordpress.com/files/2009/11/faltercover2009_47.jpg"><img src="http://besusbonton.wordpress.com/files/2009/11/faltercover2009_47.jpg" alt="" title="faltercover2009_47" width="96" height="136" class="alignright size-full wp-image-1028" /></a></p>
<p><em>Falter: Warum ist Klimawandel ein Thema für einen Kulturwissenschaftler?<br />
</em><br />
Claus Leggewie: Klimawandel heißt Kulturwandel. Und die Art und Weise wie wir das Klima – etwas das wir nicht riechen, schmecken und fühlen können – erfahren, ist kulturell geprägt. Die Naturforscher haben lange naiv geglaubt, dass die Menschen ihr Verhalten ändern würden, wenn man nur über die abstrakte Bedrohung aufklärt. Das geschieht aber nicht. Deswegen sind Kulturwissenschaftler gefragt, weil sie die symbolische, emotionale und Verhaltensebene in den Blick nehmen.</p>
<p><em>In Ihrem Buch führen Sie aus, dass mit den Rohstoffen auch die Errungenschaften der westlichen Moderne – Marktwirtschaft, Zivilgesellschaft und Demokratie – zur Neige gehen. Am Horizont lauert die Megakrise. Wie kommen Sie zu diesem Schluss?<br />
</em><br />
Leggewie: Die Erschöpfung der Marktgesellschaft hat man an der Wirtschaftskrise gesehen. Wir haben es mit dem größten Marktversagen der Geschichte zu tun. Es ist eben nicht so, dass alles eingepreist wird und die unsichtbare Hand des Marktes zu den erwünschten Resultaten führt. Gerade beim Klimawandel besteht ein Regulierungsproblem, für das die uns zur Verfügung stehenden nationalstaatlichen Instrumente nicht reichen. Es fehlt eine neue Architektur globaler Kooperation.</p>
<p><em>Als Gegenmaßnahme schlagen Sie in Ihrem Buch eine große gesellschaftliche Transformation vor: Bitte skizzieren Sie diesen Wandel.<br />
</em><br />
Leggewie: Da sich das Gelegenheitsfenster zur Klimaschutzpolitik rasch schließt, ist breites Gegensteuern durch Gesetze und Marktanreize erforderlich, eine noch nie dagewesene Technologieentwicklung und erhebliche Lebensstiländerungen im Zeitraffertempo. Gleichzeitig müssen wir unseren Lebensalltag entschleunigen und uns von den Mustern industrieller Dynamik trennen, die am Wachstumsfetisch hängen. Ohne eine neue Kultur der politischen Partizipation der Bürger, die den Fernseher abstellen und aktiv werden, schaffen wir das nicht.</p>
<p><em>Wie muss sich unser Leben ändern?<br />
</em><br />
Leggewie: Wir müssen an den großen drei Klimasünden ansetzen. Erstens: Unsere Ernährungsweise darf nicht länger die Ressourcen der Welt plündern. Zweitens: Unsere individuelle Mobilität muss energieeffizienter und reduziert werden. Drittens: unsere verschwenderische Raumnutzung muss urbanen, verdichteten Lebensräumen mit intelligenten Verkehrskonzepten weichen.</p>
<p><em>Sie kritisieren die Reparaturmaßnahmen in der Wirtschaftskrise als Bruch des Generationenvertrages, weil überkommene Industrien auf Pump erhalten werden und kein nachhaltiger Umbau betrieben wird. Hätten Sie die Konjunktur nicht gestützt?<br />
</em><br />
Leggewie: Doch. Die Frage ist nur wie. Länder wie Südkorea oder China haben es vorgezeigt. Dort gibt es viel mehr Grün in den Stimulus-Packages als in den USA und Europa. Eine Abwrackprämie Umweltprämie zu nennen, zeigt ja, wie schlecht das Gewissen derjenigen sein muss, die so einen Blödsinn veranlassen. Fünf Milliarden Euro wurden ausgegeben, die nun nicht für eine energiepolitische Wende zur Verfügung stehen. Das Irre ist: die Politiker, mit denen man redet, wissen das, und die die Prämie in Anspruch nehmen auch. Weil wir wie die Junkies von der strukturellen und symbolischen Bedeutung des Automobils abhängig sind. Die Deutschen versichern selbstverständlich die Chromfelgen ihrer Autos, wären aber nicht bereit für eine Pflegeversicherung im Alter zu zahlen.</p>
<p><em>Aber es gibt eine kräftige Umweltbewegung. Menschen organisieren sich im Internet, grünes Gedankengut wird politischer Mainstream, und seit zwei Jahren ringen die Staaten um ein neues Klimaschutzabkommen, das in Kopenhagen unterzeichnet werden soll. Da tut sich doch was &#8230;<br />
</em><br />
Leggewie: Das ist ja die Botschaft unseres Buches. Das Problem sind die vielen Meinungsführer und Schwerst-Intellektuellen, die uns mit Kopfschütteln begegnen und die sagen: Das schaffen wir nie. Als Trittbrettfahrer des Wohlstands und des Friedens der vergangenen 30, 40 Jahre, starren die 68er voller Pessimismus auf die nachfolgenden Generationen und sagen: So, das war’s. Diese Sorte von Defätismus und Zynismus der Meinungsführer ist lähmend.</p>
<p><em>Die Aussichten sind ja tatsächlich nicht rosig. Die Arbeitslosigkeit steigt, die Pensionen gelten als unsicher, die Generation Praktikum taumelt von einem prekären Dienstverhältnis ins nächste, und dazu der Klimawandel mit seinen Horrorszenarien. Davon auszugehen, dass man den Lebensstandard der Eltern nicht mehr erreichen wird, ist doch nachvollziehbar.<br />
</em><br />
Leggewie: Natürlich, aber das macht auch Spaß.</p>
<p><em>Wie meinen Sie das?<br />
</em><br />
Leggewie: Das meiste, was wir als Freiheitsgewinn durch Wohlstand, Mobilität, Gourmetküche und so weiter erleben, ist Zwangsbeglückung oder oberflächliche Ablenkung. Die Freiheit, Auto zu fahren endet beispielsweise im Stau auf der Südosttangente. Mobilität ist oft Zwangsmobilität, weil man zur Arbeit oder in den Supermarkt fährt, die so weit weg sind.</p>
<p><em>Reden Sie uns den Verzicht schön?<br />
</em><br />
Leggewie: Wir müssen uns auf Änderungen des Lebensstils einstellen, die wir aber nicht als Verzicht, sondern als Entlastung von Scheinfreiheiten und Zugewinnmöglichkeiten durch eine vita activa begreifen müssen. Dazu gehört auch die Möglichkeit einer stärkeren politischen Partizipation, um überkommene Parteien- und Ressortpolitik, für die Österreich das beste Beispiel ist, aufzubrechen.</p>
<p><em>Sind die Hochschulproteste, wie wir sie gerade erleben, ein Beispiel für eine politische Partizipation in Ihrem Sinn?<br />
</em><br />
Leggewie: Im Kern ist es das, was wir uns als Form der außerparlamentarischen Opposition erhoffen. Ich wünschte mir allerdings Protestbewegungen zu erleben, die nicht bloß von einem pseudo-gewerkschaftlichen Gesichtspunkt und der Verteidigung von Besitzstandswahrung motiviert sind oder davon, die Piefkes von den Unis wegzukriegen. Das große Ganze einer Bildungsreform sollte sich der Frage widmen: wie richten wir uns die Welt von morgen ein?</p>
<p><em>Wo geht es nur um Wahrung von Besitzständen und wo um die Gestaltung einer besseren Welt?<br />
</em><br />
Leggewie: Ich denunziere materielle Interessenvertretung nicht. Ich wundere mich sogar, welchen Abbau des Wohlfahrtsstaates wir ohne nennenswerte Massenproteste zugelassen haben. Ich hätte nur die Vorstellung, dass zum Klein-Klein des Interessenkampfes Zukunftspathos tritt.</p>
<p><em>Wenn man Sie einen weltfremden Utopisten nennt, würde Sie das stören?<br />
</em><br />
Leggewie: Nein. Da bin ich stolz drauf. Blamiert haben sich doch gerade die „Realisten“.</p>
<p><em>Zwei Fragen hätte ich noch: Welches Auto fahren Sie? Und: Auf wieviel Quadratmeter Raum wohnen Sie?<br />
</em><br />
Leggewie: Solche Fragen finde ich überflüssig. Ich gebe nicht den Ökoengel und kann meine Thesen als Klimasünder genauso vertreten.</p>
<p><em>Mich interessiert, wie Sie es als Autor, der einen nachhaltigen Lebensstil einmahnt, persönlich mit dem Klimaschutz halten.<br />
</em><br />
Leggewie: Wenn Sie es unbedingt wissen wollen: Ich habe einen spritschluckenden Oldie vor der Tür und fahre fast nur mit der Bahn, und in meiner Riesenaltbauwohnung herrscht eine durchschnittliche Raumtemperatur von 18 bis19 Grad. Dadurch und durch vieles andere unterschreitet mein ökologischer Fußabdruck den Mittelklassedurchschnitt nachweislich bei weitem.</p>
<p><em>Zur Person:</p>
<p>Claus Leggewie (geboren am 27. März 1950 in Wanne-Eickel) ist Leiter des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen.  1995 und 2006 war Leggewie Visiting Fellow am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien</p>
<p></em>Leggewie, Welzer: Das Ende der Welt, wie wir sie kannten S. Fischer, 278 S., € 19,95</div>
<div></div>
<div><em>&#8220;Falter&#8221; Nr. 47/09 vom 18.11.2009                         Seite: 16 Ressort: Politik<br />
</em></div>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Warum Armin Thurnher den #wolo09 nicht bekam - was wirklich geschah]]></title>
<link>http://digiom.wordpress.com/2009/11/19/warum-armin-thurnher-den-wolo09-nicht-bekam-was-wirklich-geschah/</link>
<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 00:22:36 +0000</pubDate>
<dc:creator>digiom</dc:creator>
<guid>http://digiom.wordpress.com/2009/11/19/warum-armin-thurnher-den-wolo09-nicht-bekam-was-wirklich-geschah/</guid>
<description><![CDATA[VERKEHRTE WELT: Gestern abend wählte ich, die Bloggerin, die Telefonnummer von Journalistin Ingrid B]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>VERKEHRTE WELT</strong>: Gestern abend wählte ich, die Bloggerin, die Telefonnummer von Journalistin Ingrid Brodnig, um herauszufinden, wie es zu folgender Meldung im aktuellen <a href="http://www.falter.at/">Falter</a> gekommen war.<br />
<blockquote>&#8220;Ingrid Brodnig saß vergangene Woche in der Jury des <a href="http://www.monochrom.at/wolfgang-lorenz-gedenkpreis/">Wolfgang-Lorenz-Gedächtnispreises</a>. ORF-Programmdirektor Lorenz hatte seinerzeit das &#8216;Scheiß-Internet&#8217; verdammt. Mit letzter Kraft verhinderte Brodnig, dass Falter-Chefredakteur Armin Thunrher abgepreist wurde. Statt seiner bekamen die Wiener Grünen den Award.&#8221;</p></blockquote>
<p> <a href="http://www.flickr.com/photos/karola/4111489727/in/set-72157622822278452"><img src="http://digiom.wordpress.com/files/2009/11/ingridbrodnig_karolariegler.jpg" alt="Ingrid Brodnig by Karola Riegler" title="ingridbrodnig_karolariegler" width="177" height="240" class="alignright size-full wp-image-2066" /></a>Nicht so wichtig, dass der Preis Gedenk- und nicht Gedächtnispreis hieß &#8211; hier ist das Ergebnis des Telefonats: Brodnig hat selbstverständlich nie in der Falterredaktion behauptet, sie hätte die Abpreisung Thurnhers mit letzter Kraft verhindert &#8211; und sie hat auch nicht versucht, auf ihre KollegInnen Einfluss zu nehmen, als diese die Meldung verfassten (wobei man sich hätte wünschen können, dass ihre KollegInnen sie kontaktiert hätten). Nichts anderes hatte ich übrigens erwartet, da Ingrid auch im Vorfeld der Preisentscheidung für den Wolfgang-Lorenz-Gedenkpreis für internetfreie Minuten an keiner Stelle versuchte auf die Entscheidung Einfluss zu nehmen, soll heißen: weder pro noch contra Preis-für-Thurnher argumentierte. Tatsächlich war sie zu dem Zeitpunkt, an dem Manfred Bruckner, Johannes Grenzfurthner, Thomas Thurner und ich in der MQ Kantine über die Preisvergabe befanden, vor Ort im Audimax, um die <a href="http://unsereuni.at/">Hintergründe der Studierendenproteste</a> zu recherchieren. Hätte sie Einfluss nehmen wollen, hätte sie das über die laufende Emailkommunikation jederzeit tun können &#8211; integer wie sie ist, hat sie das natürlich nicht getan, sondern hat sich auf die Recherche der von ihr betreuten Nominierungen (Jako/Jack Wolfskin für den Blogger-Abmahnwahn, Wolfgang Schüssel fürs Lebenswerk) konzentriert. Als sie die Meldung gestern morgen las, so berichtete sie mir, interpretierte sie das ganze als einen internen Redaktionsschmäh. Auch wisse sie nicht, ob diese Meldung vorher von Armin Thurnher gegen gelesen worden war oder nicht &#8211; darf ich meine persönliche Vermutung äußern, dass es sich um ältere und/oder männliche KollegInnen handelte, die diese Meldung verfassten? Gestoßen war ich auf diese Meldung übrigens via <a href="http://fm4.orf.at/stories/1632150/">Martin Blumenaus Journal</a> (und kopiere daher auch den Dreher im Namen mit, wo auch immer der sich zuerst ereignete), und mit dieser seiner Ansicht sympathisiere ich sehr:<br />
<blockquote>Wie steht Ingrid Brodnig, von Thurnher eh gern öffentlich als unkritische Coke-Zero-Trinkerin belächelt, denn jetzt da? Als ergebenes Tschapperl, als uneigenständige Leibeigene, als biederes Unterläufel. Mir ist völlig klar, worauf die bevorstehende Verteidigungs-Strategie hinauslaufen wird: es war doch ironisch gemeint. Abgesehen davon, das der Rest der nämlichen &#8220;Aus der Verlag&#8221;-Spalte auch komplett unironisch und faktenaufzählend ist, wäre auch das keine akzeptable Ausrede. Der Schaden für Brodnig ist so und so angerichtet.</p></blockquote>
<p> Hier ließen sich jetzt etliche Reflexionen zum Verhältnis von Journalismus und Blogging anschließen &#8211; etwa, dass Blogs unabhängig von der Verkaufsfrage oder dem zu Verfügung stehenden Seitenvolumen diskutieren können, was immer den AutorInnen relevant erscheint (auch so kleine Meldungen wie die im Falter!) , dass etwa auf Blogs die Studierendenproteste intensiv diskutiert wurden, während der Falter sich noch nicht zum Audimax-Cover entscheiden konnte, und dass zur gleichen Zeit die eigenen blinden Flecken, die sich etwa in dieser Meldung äußern, ebenso aus dem Blickfeld der hier Agierenden geraten, wie sich natürlich auch BloggerInnen wie ich nicht über anonyme Flamewars auf derstandard.at definieren. Was für mich in dieser Meldung aber im Zentrum steht, ist die herablassende Sicht auf die Arbeit Ingrid Brodnigs &#8211; wie Blumenau höre ich alle Gegenargumente, &#8220;alles nur ironisch&#8221;, &#8220;war doch nur eine kurze Meldung&#8221;, &#8220;war eh nur ein Schmäh&#8221;, etc. pp. Hey! Wer die Gelegenheit hatte, Ingrid Brodnigs Arbeit näher kennen zu lernen (und ich hatte das z.B. im Rahmen der <a href="http://gruenevorwahlen.at/">Grünen Vorwahlen</a>), der weiß, dass sie für den österreichischen Journalismus der nächsten 30 Jahre nicht nur relevant, sondern eine der großen Stützen sein wird: mit Blick auf die Genauigkeit der Recherche, mit Blick auf den Umgang mit InformantInnen, mit Blick auf die persönliche Integrität von der sie sich leiten lässt. <strong>Wer das nicht sieht, und wer solche Meldungen verfasst, ist vermutlich nur neidisch oder hat Angst vor ihrer Konkurrenz. Und gerade Frauen, erst recht junge Frauen, werden ja gerne in dieser Weise gedisst. Shame on them, whoever they were!</strong> Je nun. Der Hauptfürsprecher dafür, dass Thurnher den Preis nicht bekam, war ein ganz anderer, und wer es war, kann man gut der <a href="http://digiom.wordpress.com/2009/11/18/nominierung-in-der-kategorie-beleidigter-leitartikler-wolo09/">dokumentierten Mashup-Nominierungsrede</a> entnehmen. Er hat uns nicht weichgeklopft, sondern überzeugt &#8211; abgesehen davon <a href="http://twitter.com/martinblumenau/status/5830831789">geht&#8217;s mir wie Martin Blumenau</a>: Die Internetdebatte hängt mir vollends zum Halse heraus &#8211; auf eine Neuauflage durch eine Preisvergabe an Thurnher hatte ich sicher keine Lust. Davon abgesehen: Niemand im Web braucht Thurnhers Segen, um auch weiterhin das zu machen, was einen interessiert: genau beobachten, Details diskutieren für die sich kein Printmedium interessieren kann, Blogs den Anlass für Reliteralisierung sein lassen, und uns nicht ins Bockshorn jagen lassen von denen, die Blogging diskreditieren wollen, um Kritik und freie Meinungsäßerung klein zu halten. EDIT (datetime=2009-11-20T17:41:10): Das &#8220;kleine dicke Meerschwein&#8221; (Selbsttitulierung), das diese Meldung verfasste, hat sich &#8220;geoutet&#8221; (selbst gewählte Bezeichnung) &#8211; <a href="http://blocksatz.blogspot.com/2009/11/ein-kleines-dickes-meerschwein-outet.html">hier entlang</a>! (Pic by <a href="http://karolariegler.at">Karola Riegler</a>)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Das Gegenteil von Liebe: YouPorn als Tanztheater]]></title>
<link>http://ensemble08.wordpress.com/2009/11/18/das-gegenteil-von-liebe-youporn-als-tanztheater/</link>
<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 10:00:51 +0000</pubDate>
<dc:creator>ensemble08</dc:creator>
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<description><![CDATA[FALTER, 18.11.2009 Der Drachengasse-Nachwuchswettbewerb „Schöne Körper“ im Frühjahr hat ein viel ver]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em>FALTER, 18.11.2009</em></p>
<p>Der Drachengasse-Nachwuchswettbewerb „Schöne Körper“ im Frühjahr hat ein viel versprechendes Team, das Ensemble08, angelockt. Dessen Pornografieprojekt „Warum liegt hier Stroh rum!?“ wird jetzt in abendfüllender Version präsentiert. Der sperrige Titel entstammt dem Eingangsdialog eines ebenso trashigen wie kultigen Pornofilms auf YouPorn. Im Stück von Benjamin Plautz und der Berliner Choreografin Bärbel Strehlau, das mit Sprache und Tanz arbeitet, erwachen drei junge Leute in einem White Cube ohne Ausgang. Da sie einzig das Thema Porno zu verbinden scheint, müssen sie sich nun in den unterschiedlichsten Variationen damit beschäftigen. Geboten werden keine nackten Körper, dafür deftige Dialoge und eine zarte und verspielte Choreografie, die von den drei Schauspielern Susanna Kellermayr, Clemens Berndorff und Boris Popovic auf der kleinen Bar&#38;Co-Bühne beherzt umgesetzt wird. Pornografie wird sowohl als Gegenteil von Liebe wie auch als Anti-Vanitas-Kraft besprochen – und schlussendlich als große Lüge erkannt.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Mediaforschung: Warum werben Sie mit Frauen für Whopper, Herr Mesaric?]]></title>
<link>http://derbernold.com/2009/11/12/mediaforschung-warum-werben-sie-mit-schnitten-fur-whopper-herr-mesaric/</link>
<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 08:45:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>Matthias Bernold</dc:creator>
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<description><![CDATA[&nbsp; Alltagssituation in einer Westernstadt: Am Schuppen lehnt ein Cowboy und klemmt seine Daumen ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#160;</p>
<p>Alltagssituation in einer Westernstadt: Am Schuppen lehnt ein Cowboy und klemmt seine Daumen in den Hosenbund. Vor ihm posieren eine Blondine und eine Brünette, die zum Negligé Revolver und hochhackige Schuhe tragen. Ihr Blick: herausfordernd.</p>
<p>Diese angefeuchtete Variante einer Karl-May-Fantasie ist der jüngsten Plakat- und Printkampagne der Restaurantkette Burger King entschlüpft, die damit auf ihren neuen Western Whopper – ein 752 Kalorien starker Hamburger mit Speck und Barbecuesauce – aufmerksam macht. „Wir wollten eine Werbelinie mit mehr Emotion und mehr Menschen“, erklärt dazu Harald Mesaric, Chef der Werbeagentur z-works.</p>
<p>Die neue Kampagne ist mit November in Österreich und in der Schweiz angelaufen. Beim Fotoshooting in der Brigittenauer Millennium City traf Aktfotograf Manfred Baumann auf Modelle wie etwa Anna Hammel, die Miss Austria 2009. Mit den Maßen 90-63-92 entspricht Hammel, rehäugig, aus Gmunden, nicht dem Bild, das man sich gemeinhin von Fast-Food-Konsumentinnen macht. Widerspruch im Werbekonzept sieht Mesaric dennoch keinen. Erstens habe man Mädchen gewählt, „von denen Beobachter sagen: Das könnte auch ich sein.“ Zweitens werde niemand von einem einzigen Western Whopper dick und unansehnlich.</p>
<p>Auch seien nicht diätaffine Frauen Zielgruppe, sondern fleischeslustige Männer. Die reagieren, weiß der Werber, auf elementare Reize. Und verfügen offenbar über das nötige Abstraktionsvermögen, von Frauenleib auf Fleischlaberl zu schließen. „Wir konnten in den letzten neun Jahren tun, was wir wollten“, sagt Mesaric, „aber die Resonanz war minimal.“ Nun sei es anders. „Die Leute“, sagt er, „interessieren sich eben vor allem für Sodom und Gomorrha. Leider.“</p>
<p><em>Falter&#8221; Nr. 46/09 vom 11.11.2009                         Seite: 21 Ressort: Medien</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Denk doch nicht so viel nach: Hackel lieber!]]></title>
<link>http://derbernold.com/2009/11/11/denk-doch-nicht-so-viel-nach-hackel-lieber/</link>
<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 17:15:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>Matthias Bernold</dc:creator>
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<description><![CDATA[Machen statt Schlafen, Schimpfen, Träumen“ lautet die neue Kampagne der Wiener ÖVP. Endlich affichie]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Machen statt Schlafen, Schimpfen, Träumen“ lautet die neue Kampagne der Wiener ÖVP. Endlich affichiert jemand, was längst gesagt gehört: Mit Schlafen beginnt der Müßig- und der Untergang. Im Bett sterben die Leut. Zumindest sind sie unproduktiv. Zwischen Schlafen und wohlig Räkeln ist nur ein Augenblick. Wer liegt, hat vielleicht die Hände unter der Tuchent oder – schlimmer – brütet vor sich hin. Träumt von der Zukunft, von Pensionen, Berufschancen oder – noch lächerlicher – von sozialer Gerechtigkeit oder Klimaschutz. Wenn er aufsteht, ist sein Hirn so voll mit Dreck, dass er schimpfen, geifern, aufbegehren muss. Er besetzt Unis, blockiert sogar den Autoverkehr. Dem Ratschlag der ÖVP ist zu folgen: Bürger, lasst die Politiker machen! Selbst wenn euch deren Ideenlosigkeit langweilt: Schlaft bloß nicht ein.</p>
<p><em>Falter&#8221; Nr. 46/09 vom 11.11.2009                          Seite: 6 Ressort: Falter &#38; Meinung<br />
</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[ Dolm der Woche: Christoph Gruber Cartellverband-Chef]]></title>
<link>http://derbernold.com/2009/11/11/dolm-der-woche-christoph-gruber-cartellverband-chef/</link>
<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 17:12:12 +0000</pubDate>
<dc:creator>Matthias Bernold</dc:creator>
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<description><![CDATA[Christoph Gruber will nicht, dass sich Studenten in alles einmischen Sieht aus wie ein Dolm, redet w]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Christoph Gruber will nicht, dass sich Studenten in alles einmischen</p>
<p>Sieht aus wie ein Dolm, redet wie ein Dolm und ist: ein CVler! Wir wissen schon, auf Altherrenseilschaften hinhacken, bloß weil sie ulkige Kappen tragen, ist boshaft und gemein. Wer es aber so vehement einfordert wie Christoph Gruber vom Cartellverband, der verdient es nicht besser. Schlimm genug, dass er zur ORF-Sendung „Im Zentrum“ im Wichs erschien und aussah wie der Villacher Faschingsprinz, hatte er während zwei Stunden Diskussion nichts zu sagen, außer: dass Studenten zu gesellschaftlichen Fragen schweigen sollen. Guter Gedanke, Herr Gruber. Jeder kümmere sich um seinen eigenen Kram: Studenten um die Mitschrift, Omis um die Pension, Banker um die Marie. Und für Sie organisieren wir demnächst eine Diskussion, die Sie mehr interessiert. Etwas rund um Korpsgeist und Klüngel zum Beispiel.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Endstation Selzthal]]></title>
<link>http://derbernold.com/2009/11/07/endstation-selzthal/</link>
<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 18:25:20 +0000</pubDate>
<dc:creator>Matthias Bernold</dc:creator>
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<description><![CDATA[In Selzthal, der Gemeinde, die einmal Rußloch genannt wurde, zittern die Eisenbahner um ihre Zukunft]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>In Selzthal, der Gemeinde, die einmal Rußloch genannt wurde, zittern die Eisenbahner um ihre Zukunft&#8230;</p>
<div id="attachment_970" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><img class="size-medium wp-image-970 " title="panorama" src="http://besusbonton.wordpress.com/files/2009/11/panorama1.jpg?w=228" alt="panorama" width="400" height="531" /><p class="wp-caption-text">Blick auf Selzthal. Die Bahn drückt den Ort förmlich gegen die Berge</p></div>
<p>Da, wo sich der Gleiskörper öffnet, um seine Schienenglieder in Richtung Bischofshofen und Richtung Rottenmann auszustrecken, ebenda kam Andreas Sandner auf die Welt. Der Mann, der mit seinen graumelierten Haaren und dem Schnurrbart der Fußballlegende Hans Krankl ähnelt, deutet auf ein Fenster im Oberstock seines Elternhauses. Hinter dieser Scheibe, wo in eineinhalb Meter Entfernung die Dampfloks vorbeirumpelten und sich der Ruß aus den Rauchfangen in dicken Flocken sammelte, rückte ihn vor 56 Jahren die Mutter ins Leben. &#8220;Die Eisenbahn hat Selzthal geboren&#8221;, sagt Sandner heute, &#8220;wenn die Eisenbahn stirbt, wird auch Selzthal zugrunde gehen&#8221;.</p>
<div id="attachment_973" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-medium wp-image-973" title="sandner" src="http://besusbonton.wordpress.com/files/2009/11/sandner1.jpg?w=200" alt="sandner" width="200" height="300" /><p class="wp-caption-text">Andreas Sandner vor seinem Geburtshaus</p></div>
<p>Wie ein Seismograf verzeichnet die steirische Gemeinde die kleinen und großen Erschütterungen der Österreichischen Bundesbahn. Wenn im Nationalrat &#8211; so wie in der vergangenen Woche &#8211; ÖBB-Bedienstete in Bausch und Bogen als Tachinierer verunglimpft werden. Wenn die ÖBB-Güterverkehrstochter Rail Cargo Austria (RCA) ankündigt, Güter künftig vermehrt mit Lkw zu transportieren. Wenn Generaldirektoren Millionen Euro in den Abort der Finanzmärkte spülen und Personalchefs kranken Dienstnehmern unter die Bettdecke lugen. Dann bedeutet das für die Bewohner Selzthals den Bruch einer jahrelang geübten Solidarität und &#8211; vor allem &#8211; die Bedrohung der eigenen Existenz.</p>
<p>Um die Denkweise der Selzthaler, deren Leben wie nirgendwo sonst an der Eisenbahn hängt, zu verstehen, lohnt sich ein Gespräch mit Sandner, dem Obmann des Sterbevereins. Seit mehr als 80 Jahren gibt es diese Einrichtung. Wenn einer heiratet, so die Tradition, tritt er zugleich dem Sterbeverein bei. Solidarisch teilen sich die Mitglieder im Todesfall die Begräbniskosten. Den Leichnam festlich kleiden, ihn abholen, einsargen, aufbahren und einen Trauermarsch blasen &#8211; all das machten die Eisenbahner jahrzehntelang selber, ohne dazu ein kommerzielles Bestattungsunternehmen zu benötigen.</p>
<p>&#8220;Aber es funktioniert nur&#8221;, erklärt Sandner, &#8220;solange hinten einer nachkommt, wenn vorne einer stirbt.&#8221;  Früher sei klar gewesen, dass, wenn der Vater Eisenbahner war, auch der Bub Eisenbahner würde. Aber jetzt sterben die Alten vorne, und die Jungen hinten gehen weg. Weg von der Eisenbahn, weg von Selzthal.</p>
<p>Lebten in den 60er- und 70er-Jahren knapp 3000 Menschen hier, so sind es heute gerade einmal 1749. Noch immer arbeiten 400 auf dem Bahnhof. Selzthal ist eine schrumpfende Stadt, ähnlich den Stahlindustrie- und Automobilstädten im Rust Belt von Nordamerika, wie Detroit, Pittsburgh oder Youngstown. Sollte die ÖBB, die aufgrund der Wirtschaftskrise massive Einbrüche beim Gütertransport verzeichnet, ihren Stückguttransport wie geplant auf die Straße verlagern, bedeutet das nicht nur 14.000 zusätzliche Lkw, sondern auch deutlich weniger Arbeit für das Verschubzentrum Selzthal. Jobs kostet auch die Schließung von Nebenstrecken, wie zuletzt die der bei Pendlern und Touristen beliebten Gesäusebahn nach Kleinreifling heuer im September.</p>
<div id="attachment_974" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-medium wp-image-974" title="cockpit" src="http://besusbonton.wordpress.com/files/2009/11/cockpit.jpg?w=200" alt="cockpit" width="200" height="300" /><p class="wp-caption-text">Blick aus einer Verschublok</p></div>
<p>Weniger Arbeit, das heißt weniger Bürger, weniger Kommunalabgaben und weniger Geld für die Gemeinde aus dem Finanzausgleich. Für den Sterbeverein von Andreas Sandner heißt das, dass man nicht mehr die vollen Kosten für die rund 25 Begräbnisse im Jahr übernehmen kann. Den Mitgliederschwund spüren auch der Musikverein, die Naturfreunde und der Eisenbahner-Fußballclub, der nur noch deshalb eine Kampfmannschaft zustande bringt, weil er sich mit dem Nachbarort und einstigen Lokalrivalen Rottenmann zusammenschloss.  Heute stehen im Ortskern Geschäftslokale leer. Die Post sperrte 2001 ihre Filiale, die Polizei ihr Wachzimmer.</p>
<p>Die Selzthaler müssen nicht nur immer häufiger zur Arbeit in die umliegenden Orte pendeln, sie kaufen auch anderswo ein. &#8220;Ich vergleiche Selzthal mit einer Goldgräberstadt, der das Gold ausgeht&#8221;, sagt Bürgermeister Alois Eckmann, Jahrgang 1959, der selbstverständlich vor Beginn seiner politischen Karriere ebenfalls Eisenbahner war.  Das Gold von Selzthal ist seine verkehrstechnisch günstige Lage im Zentrum Österreichs.</p>
<p><iframe width="425" height="350" frameborder="0" scrolling="no" marginheight="0" marginwidth="0" src="http://maps.google.at/maps?f=q&amp;#38;source=s_q&amp;#38;hl=de&amp;#38;geocode=&amp;#38;q=selzthal&amp;#38;ie=UTF8&amp;#38;hq=&amp;#38;hnear=Selzthal, Liezen, Steiermark&amp;#38;ll=47.554007,14.322772&amp;#38;spn=2.821612,8.470459&amp;#38;z=7&amp;#38;output=embed&amp;#38;w=282&amp;#38;h=116"></iframe><br /><small><a href="http://maps.google.at/maps?f=q&amp;#38;source=s_q&amp;#38;hl=de&amp;#38;geocode=&amp;#38;q=selzthal&amp;#38;ie=UTF8&amp;#38;hq=&amp;#38;hnear=Selzthal, Liezen, Steiermark&amp;#38;ll=47.554007,14.322772&amp;#38;spn=2.821612,8.470459&amp;#38;z=7&amp;#38;source=embed&amp;#38;w=282&amp;#38;h=116" style="color:#0000FF;text-align:left">View Larger Map</a></small></p>
<p>Der Ort entstand erst, als die k.k. priv. Kronprinz-Rudolf-Bahn Aktiengesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts mit den Bauarbeiten begann, um die bestehende West- an die Südbahnstrecke anzuschließen. Entlang der Gleise baute die Bahn Wohnbaracken für ihre Arbeiter, die aus allen Teilen des Staatsgebiets kamen. Die Einzigen, die schon früher den sumpfigen Talgrund besiedelt hatten, waren böhmische Torfstecher der Firma Pesendorfer. Das Wasser aus den Gebirgsbächen fand in den Dampfkesseln der Loks Verwendung und das Eis aus dem Speckmoser Teich im Kühlhaus, wo die Brauerei Gösser während des Sommers ihre Bierfässer lagerte, die man mit Pferdewagen zu den durstigen Torfstechern und Eisenbahnern brachte.</p>
<div id="attachment_979" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-979" title="draisine" src="http://besusbonton.wordpress.com/files/2009/11/draisine.jpg?w=300" alt="draisine" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Draisine</p></div>
<p>Wer von einem der umliegenden Berge auf Selzthal blickt, sieht, wie sich das Bahnhofsareal um die Häuser des Ortes legt wie eine schützende Hand. Eine Hand jedoch, die sehr fest zupackt. Eingekeilt zwischen dem Gleiskörper mit seinen 80 Haupt- und Nebengleisen und den steilen Hängen des Hausbergs Dürrenschöberl, ist nur wenig Raum für weitere Entfaltung oder die Hervorbringung alternativer Geschäftszweige. Der Bahnhof nimmt fast mehr Fläche ein als der Ort selbst.  Stählernes Ratatata im Zehnminutentakt &#8211; für die Selzthaler gehört es zum Alltag. Täglich kommen rund 60 Reise- und ebenso viele Güterzüge durch: Aus dem Nordwesten aus Salzburg und Bayern, aus dem Nordosten aus Wels und Linz, in südlicher Richtung geht es nach Bruck, Graz und Richtung Westen durch das Ennstal weiter nach Bischofshofen.</p>
<p>&#8220;Ich habe die Eisenbahn nie als laut wahrgenommen?, erzählt Traudl Horvath, die ihre Jugend in Selzthal verbrachte, dann für 15 Jahre nach Stuttgart zog, um schließlich mit ihrer Familie in die Gegend zurückzukehren: &#8220;Da stört mich der Lärm der Autobahn mehr. Dieses Rauschen, das nie abreißt.&#8221;  Ein Spaziergang mit Traudl Horvath wird zur Zeitreise in die Hochblüte des Ortes. Es sind die 60er-Jahre, und die Eisenbahner dürfen sich über Lohnerhöhungen und stete Verbesserungen ihrer sozialen Lage freuen.</p>
<div id="attachment_980" class="wp-caption alignleft" style="width: 205px"><img class="size-medium wp-image-980" title="vandalismus" src="http://besusbonton.wordpress.com/files/2009/11/vandalismus.jpg?w=195" alt="vandalismus" width="195" height="300" /><p class="wp-caption-text">Zerstörte Glastür am alten Bahnhofsgebäude</p></div>
<p>Vom schattigen Ortskern führt der Weg zur Kirche mit dem Café Kurka vis-à-vis, das 1968 Treffpunkt der kräftigen Selzthaler Flower-Power-Bewegung war. Vorbei an der Volksschule, die damals nicht nur 42, sondern 200 Kinder besuchten. Vorbei an der Sparda-Bank und an einer Adeg-Filiale im Gebäude des ehemaligen Kinos. Hin zum neueren Teil des Ortes, der &#8211; weil er mehr Sonne hat &#8211; &#8220;Rosenviertel&#8221; genannt wird.  15 Gehminuten vom alten Ortskern baute die Eisenbahn ihren Mitarbeitern Wohnblocks und legte Schrebergärten an.</p>
<p>&#8220;Zwischen den Gärten haben wir Verstecken gespielt&#8221;, erinnert sich die energische Endfünfzigerin, &#8220;und auf der Straße Völkerball&#8221;. Gehörten die Straßen am Tag den spielenden Kindern, so nahmen den Ort in den Abendstunden durchreisende Zugmannschaften in Beschlag, die auf der Suche nach Zerstreuung von Gasthaus zu Gasthaus zogen.</p>
<p>&#8220;Heute gibt es noch drei Wirtshäuser, damals waren es 14, alle voll besetzt?, erinnert sich Karl Binder, ein ehemaliger Signalmeister und Musikant, &#8220;dazu ein paar Bauern, die schwarz ausgeschenkt haben&#8221;. Noch heute zeugen die Boxernasen vieler alteingesessener Bahnpensionisten von den Momenten, in denen raue Späße in rohe Handgreiflichkeit übergingen.</p>
<div id="attachment_981" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-981" title="carl" src="http://besusbonton.wordpress.com/files/2009/11/carl.jpg?w=300" alt="carl" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Karl Binder</p></div>
<p>Wo 90 Prozent der Menschen einem Dienstherrn verpflichtet waren, der nicht nur für Wohnraum, sondern auch für Gesundheit und Alterssicherung sorgte, bildete sich eine Solidarität mit der ÖBB. Und mit der Partei, die traditionell die Interessen der Eisenbahner vertritt: der SPÖ. Selzthal ist blutrot.</p>
<p>Sozialdemokratischer als jede andere Gemeinde Österreichs: Ab 1925 hatten hier die republikanischen Schutzbündler einen Stützpunkt. In der Nazizeit wurde der Trafikant von der NSDAP zum Verwalter des Ortes eingesetzt, während in den Wäldern eine Gruppe Deserteure und Kommunisten ein Widerstandsnest errichtete.  Die Selzthaler erzählen heute mit Stolz vom &#8220;Kommunistenputsch&#8221;, als aus dem Wald angeblich auf das Gemeindeamt geschossen wurde. Aber insgesamt blieb es vergleichsweise ruhig in Selzthal. Qualifizierter Bahnarbeiter zu sein, bedeutete sowohl im Ersten wie im Zweiten Weltkrieg einen gewaltigen Vorteil. Denn während Bauern und ungelernte Hilfskräfte an die Front gingen, brauchte man die Eisenbahner, um den Nachschub sicherzustellen.</p>
<p>Im April 1945 entrichtete der Ort allerdings hohen Blutzoll, als bei einem Bombenangriff der Alliierten 70 Menschen starben.</p>
<p>&#8220;Eisenbahner ist man 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, ein ganzes Leben lang&#8221;, erklärt Sterbevereinsobmann Sandner. Er beschreibt Lebensgefühl und Berufsstolz, die Außenstehenden anachronistisch anmuten. Umso mehr, als Eisenbahner heute nur noch als Krankenstandserschleicher, als desorganisierte Verspätungsverursacher und als privilegierte Frühpensionisten in die Schlagzeilen geraten.</p>
<div id="attachment_982" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-982" title="didi und hanspeter" src="http://besusbonton.wordpress.com/files/2009/11/didi-und-hanspeter.jpg?w=300" alt="didi und hanspeter" width="300" height="222" /><p class="wp-caption-text">Hans-Peter Groß (l.) und Didi Wassertheurer</p></div>
<p>Gerade die Diskussion um das niedrige Pensionsalter empfinden viele hier als ärgerlich und ungerecht. &#8220;Wie ich nach der Lehre zur Bahn gegangen bin, haben meine Kollegen aus der Privatwirtschaft gesagt: Du bist ja deppert&#8221;, erzählt Sandner, &#8220;die haben als Lehrlinge mehr verdient als ich als Ausgelernter bei der Bahn nach fünf Jahren. Selbstverständlich bin ich auch deswegen zur Bahn gegangen, weil mir gesagt wurde, dass es ein sicherer Job ist und dass ich mit 35 Dienstjahren in Pension gehen kann.&#8221;</p>
<p>Am Stammtisch im Gasthof Eder lassen die Anwesenden kein gutes Haar an der Politik in Wien und an Managern, die &#8211; wie es Didi Wassertheurer ausdrückt &#8211; &#8220;mit Auszeichnung studiert haben, aber von Zügen so wenig verstehen, dass ihnen sogar eine Modelleisenbahn entgleisen würde&#8221;.  In Selzthal, der stärksten SPÖ-Gemeinde des Bundesgebietes, wo die Sozialdemokraten trotz Verlusten an die FPÖ immer noch mehr als 70 Prozent der Stimmen halten, ist man enttäuscht.</p>
<p>Hans-Peter Groß, früher Wagenmeister und heute Obmann des Sportvereins, ärgert sich über Lkw-Frächter im ÖBB-Aufsichtsrat, die &#8220;nur an einer Schwächung der Eisenbahn Interesse haben&#8221;. Egon Sinzinger, der Altbürgermeister, sieht in der Verkehrspolitik der vergangenen zehn Jahre sogar eine &#8220;gezielte Demontage&#8221; der Bahn.</p>
<p>Vielleicht sollte man an dieser Stelle eine kleine Rückschau auf die Unternehmensentwicklung der ÖBB halten. Der Staatsbetrieb, der zuletzt auf der Schiene 200 Millionen Fahrgäste und 19.000 Tonnen Güter transportierte, wird für die hohen (und starren) Kosten seiner rund 40.000 Mitarbeiter, für seine hohe Subventionierung durch den Bund (je nach Darstellung wird die Bahn mit zwei bis sieben Milliarden Euro gestützt) sowie für seine unausgegorene Strategie bei Großprojekten von Rechnungshof, Opposition und Medien kritisiert: Je nach politischer Wetterlage werden millionenschwere Investitionen wie der Bau des Wiener Zentralbahnhofs, des Koralm- oder des Semmeringbasistunnels einmal vorangetrieben, dann wieder blockiert.  Fünf Jahrzehnte schon reichen die Versuche zurück, die Organisation des stählernen Riesen zu verbessern.</p>
<p>Wenn der Altbürgermeiser von Selzthal von Demontage spricht, dann meint er das Bundesbahnstrukturgesetz der schwarz-blauen Wenderegierung: Die ÖBB wurde damit in Teilunternehmen gespaltet, um auf diese Weise eine transparentere Verwendung von Betriebsmitteln sicherzustellen. Ab 2005 arbeiteten die ÖBBler nicht mehr alle für einen Arbeitgeber, sondern für zehn verschiedene, die bald unterschiedliche und mitunter widerstreitende Unternehmensziele zu verfolgen begannen.</p>
<p>&#8220;Wir waren auf einmal nicht mehr Kollegen&#8221;, erzählt Groß, &#8220;sondern wir mussten jeden Arbeitsvorgang gegenverrechnen&#8221;. Die Reform treibt skurrile Blüten. Eine neuerrichtete Werkstatt, die im Jahr 2000 noch von der ÖBB als am besten geführte Servicestelle des Landes gefeiert wird, stellt nach der Strukturreform ihren Betrieb ein. &#8220;Wir durften keine Reparaturen mehr selbst durchführen&#8221;, sagt Groß, &#8220;weil dafür war eine Abteilung in Linz zuständig, und die sind dafür eigens jedes Mal angereist.&#8221;</p>
<div id="attachment_984" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-984" title="zug" src="http://besusbonton.wordpress.com/files/2009/11/zug.jpg?w=300" alt="zug" width="300" height="200" /><p class="wp-caption-text">Alle zehn Minuten fährt ein Zug durch Selzthal</p></div>
<p>Auch wenn die schwarz-blaue Regierung unter Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Verkehrsminister Hubert Gorbach inzwischen Geschichte ist.  Obwohl SPÖ-Verkehrsministerin Doris Bures gerade dabei ist, das auch von Rechnungshof und ausländischen Experten kritisierte Strukturreformpaket teilweise rückgängig zu machen, ist den Selzthalern eines klar: Ihr Soziotop, wo Vereins- und Gartenarbeit das Leben der vielen Jungpensionisten bestimmten, wo man gemeinsam anpackte, um 10.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden in den Bau einer neuen Eisstockhalle und die Errichtung eines neuen Proberaums für den Musikverein zu stecken, und wo soziale Wärme herrschte, selbst wenn sich zur Winterzeit die Schneewächten auf den Schienensträngen häuften, ist ein Auslaufmodell.</p>
<p>Die Welt draußen ist eine andere geworden. Eine, in der sich auch Infrastruktur in erster Linie einmal rechnen muss, bevor sie der Gesellschaft nützlich sein darf. Eine Welt, in der zwar viel von Klimaschutz und Schiene statt Verkehrslawine gesprochen wird, in der aber die Verkehrspolitik entgegen ihren Worten handelt. Eine Welt der Transferkonten, in der jeder dem anderen das Schnitzel auf dem Teller neidet. Wo &#8211; wie Traudl Horvath es ausdrückt &#8211; &#8220;in einer Woche die Eisenbahner an den Pranger gestellt werden, in der nächsten die Lehrer, dann die Studenten, dann die Pensionisten und schließlich die Ausländer.&#8221;  Die Hoffnung, die ÖBB würde sich auf ewig um ihre Stadt kümmern, gibt es nicht mehr. Lieber lässt die zuständige Infrastrukturgesellschaft Nutzflächen brachliegen, Werkstätten stillstehen und Gebäude verfallen, als sie der Gemeinde unter dem Marktpreis abzutreten.</p>
<div id="attachment_986" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-medium wp-image-986" title="helm" src="http://besusbonton.wordpress.com/files/2009/11/helm.jpg?w=200" alt="helm" width="200" height="300" /><p class="wp-caption-text">Ungewisse Zukunft</p></div>
<p>Die Bewohner suchen nach einer neuen Vision, abseits des Albtraums einer sterbenden ÖBB-Exklave. Der Bürgermeister will Wohnbauprojekte, der Sportvereinsobmann mehr Sportveranstaltungen. Doch viele hängen noch an der Vorstellung, dass der Zug der Zeit auch einmal in die Gegenrichtung abdampfen könnte. Was, wenn der Erdölpreis explosiv stiege? Was, wenn die SPÖ wieder mehr auf ihre Eisenbahner schaute? Was, wenn die ÖBB nach Schweizer Vorbild reformiert würde, sodass die Züge pünktlicher und öfter fahren?</p>
<p>Glaubt man Andreas Sandner, der als Obmann des Sterbevereins viel mit dem Ende zu tun hat, dann hat Selzthal bald die Endstation erreicht. Aber noch fahren die Züge. Und vom höher gelegenen Friedhof im Rosenviertel blickt man über das Tal und zu den Gleisen. Unten fährt gerade eine einzelne Taurus-Lok in Richtung Wels. Bei den Bahnschranken, ungefähr auf Höhe des Friedhofs, betätigt der Lokführer das Signalhorn. Als pfeife er seinen Kollegen einen letzten Salut.</p>
<p>&#8220;Falter&#8221; Nr. 44/09 vom 28.10.2009 Seite: 20 Ressort: Politik</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Profil basht Falter]]></title>
<link>http://rotersalon.wordpress.com/2009/11/03/profil-basht-falter/</link>
<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 08:54:12 +0000</pubDate>
<dc:creator>diegranma</dc:creator>
<guid>http://rotersalon.wordpress.com/2009/11/03/profil-basht-falter/</guid>
<description><![CDATA[Im aktuellen Profil lässt es sich Michael Nikbakhsh nicht nehmen über ein &#8220;Gespräch&#8221; im ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Im aktuellen Profil lässt es sich Michael Nikbakhsh nicht nehmen über ein &#8220;Gespräch&#8221; im ]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zur Meerschweinchendebatte]]></title>
<link>http://blogofblogs09.wordpress.com/2009/10/15/zur-meerschweinchendebatte/</link>
<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 22:37:39 +0000</pubDate>
<dc:creator>Nicole</dc:creator>
<guid>http://blogofblogs09.wordpress.com/2009/10/15/zur-meerschweinchendebatte/</guid>
<description><![CDATA[Es scheint unmöglich, einen Blog über Blogs zu betreiben, ohne auf die aktuelle Debatte einzugehen. ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Es scheint unmöglich, einen Blog über Blogs zu betreiben, ohne auf die aktuelle Debatte einzugehen. Gleichzeitig habe ich aber auch nicht das Gefühl, etwas beitragen zu können, was nicht an unzähligen anderen Orten (z.B. <a title="digiom" href="http://digiom.wordpress.com/2009/09/30/thurnher-will-im-falter-auf-die-webdebatte-eingehen-rofl/#comment-1734">hier</a> und <a title="zib21" href="http://www.zib21.com/netzzeit/der-konig-der-diebe-ist-auch-nur-ein-armes-schwein/">hier</a>) eh schon diskutiert wurde.</p>
<p>Ganz im Sinne Jeff Jarvis&#8217; halte ich mich also an die Doktrin (s)eines neuen Medienmodells: &#8220;<a title="Lecture on new journalsim" href="http://vimeo.com/2056341">Do what you do best and link to the rest</a>.&#8221;</p>
<p>What can I do best? In diesem Zusammenhang erst einmal selber lesen, aggregieren, mir eine Meinung bilden.</p>
<p>Link to the rest?<br />
Aber gerne: <a href="http://www.falter.at/web/print/detail.php?id=1015">http://www.falter.at/web/print/detail.php?id=1015</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Alles, was es zu sagen gibt zu Armin Thurnhers Diskussionbereitschaft]]></title>
<link>http://digiom.wordpress.com/2009/10/07/alles-was-es-zu-sagen-gibt-zu-armin-thurners-diskussionbereitschaft/</link>
<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 19:37:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>digiom</dc:creator>
<guid>http://digiom.wordpress.com/2009/10/07/alles-was-es-zu-sagen-gibt-zu-armin-thurners-diskussionbereitschaft/</guid>
<description><![CDATA[Es gibt diese nicht. Schade für den Falter. P.S. Gnihihi. Diese Kolumne Thurnhers soll jetzt also Di]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Es gibt diese nicht. Schade für den Falter.</p>
<p>P.S. Gnihihi. Diese <a href="http://groebchen.files.wordpress.com/2009/10/20091007_falter_meerschweinchen.jpg">Kolumne Thurnhers</a> soll jetzt also Diskussionbereitschaft signalisieren? Ich sag&#8217;s mal so: Thurnher benimmt sich possessiv und ressentimentgeladen. Und auch parasitär &#8211; etwa zitiert er einen <a href="http://digiom.wordpress.com/2009/09/30/thurnher-will-im-falter-auf-die-webdebatte-eingehen-rofl/#comment-1734">Antwortkommentar von mir auf mein eigenes Blogpost</a>, natürlich ohne Namensangabe. &#8220;An meine Meerschweinchen&#8221; &#8211; aha, alles klar, das ist ein Experiment und du willst beweisen, dass du uns vorführen kannst und wir weiter Zeter und Mordio schreien, wenn du weiter das Internet als Medium nicht ernst nimmst? Was war das noch mal mit dem Ethos der Journalisten? Sehr befremdlich zu beobachten, wie jemand sich beim Menschenexperiment auch noch so gefällt und dabei völlig überschätzt, wieviel man noch auf Papas Meinung gibt.</p>
<p>P.P. S. Damit ist Thurnher nun endgültig (ok, das konnnten wir absehen) nominiert für den <a href="http://www.monochrom.at/wolfgang-lorenz-gedenkpreis/">Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten 2009</a> (ich bin in der Jury). &#8220;<a href="http://twitter.com/arminbw/status/4689860583">Im Übrigen bin ich der Meinung, die Printmedien müssen zerschlagen werden</a>.&#8221;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Schmetterlingsgedicht Wilhelm Busch Schmetterling]]></title>
<link>http://schmetterlingschmetterling.wordpress.com/2009/10/06/schmetterlingsgedicht-wilhelm-busch-schmetterling/</link>
<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 06:56:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ronald</dc:creator>
<guid>http://schmetterlingschmetterling.wordpress.com/2009/10/06/schmetterlingsgedicht-wilhelm-busch-schmetterling/</guid>
<description><![CDATA[Schmetterling Nierenfleck-Zipfelfalter Thecla betulae Schmetterlinge &#8211; Nierenfleck-Zipfelfalte]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><div id="attachment_193" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img src="http://schmetterlingschmetterling.wordpress.com/files/2009/10/thecla-betulae-2009_09210125r.jpg" alt="Schmetterling Nierenfleck-Zipfelfalter Thecla betulae" title="Schmetterling Nierenfleck-Zipfelfalter Thecla betulae" width="500" height="375" class="size-full wp-image-193" /><p class="wp-caption-text">Schmetterling Nierenfleck-Zipfelfalter Thecla betulae</p></div>
<p><strong>Schmetterlinge &#8211; Nierenfleck-Zipfelfalter &#8211; Birken-Zipfelfalter &#8211; Thecla betulae &#8211; Schmetteringsgedicht &#8211; Wilhelm Busch</strong></p>
<p><strong>Der Schmetterling</strong><br />
Wilhelm Busch (1832 &#8211; 1908)</p>
<p>Sie war ein Blümlein, hübsch und fein,<br />
hell aufgeblüht im Sonnenschein.<br />
Er war ein junger Schmetterling,<br />
der selig an der Blume hing.</p>
<p>Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm<br />
und nascht uns säuselt da herum;<br />
oft kroch ein Käfer kribbelkrab<br />
am hübschen Blümlein auf und ab.</p>
<p>Ach Gott, wie das dem Schmetterling<br />
so schmerzlich durch die Seele ging.<br />
Doch was am meisten ihn entsetzt,<br />
das Allerschlimmste kam zuletzt:<br />
Ein alter Esel fraß die ganze<br />
von ihm so heiß geliebte Pflanze.</p>
<p>***</p>
<p>Buchtipp:<br />
<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3458342311/ron0c">Wilhelm Busch<br />
Gedichte<br />
Insel Verlag</a></p>
<p>***</p>
<p>Und noch ein Buchtipp für alle, die gerne lustige Gedichte lesen<br />
<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3939937061/ron0c"><img src="http://schmetterlingschmetterling.wordpress.com/files/2009/10/3939937061-180-111.jpg" alt="Hundert haarige Limericks" /><br />
Hundert haarige Limericks</a></p>
<p>***</p>
<p>Das Foto zeigt einen Nierenfleck-Zipfelfalter (<em>Thecal betulae</em>), gelegentlich auch Birken-Zipfelfalter genannt. Diese Bläuling-Art ist zwar duchaus weit verbreitet, man kann sie aber nur selten beobachten (<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3800158981/ron0c">Settele u.a. (2009): Schmetterlinge. Die Tagfalter Deutschlands. 2. Auflage, Ulmer Verlag</a>).</p>
<p>***</p>
<p>Das Foto entstand am 21. September 2009 in Dudweiler auf der brachliegenden Fläche Im Rosenfeld.</p>
<p>***</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Thurnher will im Falter auf die Webdebatte eingehen #ROFL]]></title>
<link>http://digiom.wordpress.com/2009/09/30/thurnher-will-im-falter-auf-die-webdebatte-eingehen-rofl/</link>
<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 18:51:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>digiom</dc:creator>
<guid>http://digiom.wordpress.com/2009/09/30/thurnher-will-im-falter-auf-die-webdebatte-eingehen-rofl/</guid>
<description><![CDATA[Manchmal stellt man fest, dass es auch so etwas wie ein kollektives Déja-vu gibt: Als Wolfgang Loren]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Manchmal stellt man fest, dass es auch so etwas wie ein kollektives Déja-vu gibt: Als Wolfgang Lorenz vor etwa einem Jahr über das <a href="http://digiom.wordpress.com/2008/11/11/vom-wert-der-mikronischerevolte/">&#8220;Scheiß-Internet&#8221; wetterte</a>, signalisierte der ORF, dass man für Diskussionen offen sei &#8211; jedenfalls nach einer Weile und nachdem einige der <a href="http://digiom.wordpress.com/2008/11/18/mach-mit-arbeite-gratis-fur-den-orf/">gescholtenen jungen Menschen eigeninitiativ den Gegenbeweis</a>, nämlich, dass das Internet nicht Scheiße sei,  antreten wollten.</p>
<p>Was Lorenz von der Warte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus tat &#8211; nämlich alles, um als Buhmann im Web zu gelten -, das leistete Armin Thurnher seinerseits von der Warte der Printmedien aus. Sein Leitartikel, &#8220;Warum ich mich weigere, dass Internet ernst zu nehmen?&#8221;, regte die Lorenz-erprobte OnlineleserInnenschaft etwas weniger auf und war in der Reaktion adäquater: &#8220;<a href="http://heinz.typepad.com/lostandfound/2008/12/warum-ich-mich-weigere-armin-thurnher-ernst-zu-nehmen-wenn-er-%C3%BCber-das-internet-schreibt.html">Warum ich mich weigere, Armin Thurnher ernst zu nehmen, wenn er über das Internet schreibt,</a>&#8221; entgegnete etwa Heinz Wittenbrink &#8211; ob von Thurner gelesen oder nicht, tut eigentlich nichts zur Sache.</p>
<p>Gestern fand in der Hallen der ÖAW der von der <a href="http://www.ispa.at">ISPA</a> ausgerichtete Internet-Summit stand &#8211; die Keynote von Volker Grassmuck über <a href="http://www.ispa.at/know-how/themen/internetsummit-2009/session-i-rettet-den-content/#c1648">&#8216;Urheberrechte &#8211; Rechte, Grenzen und Chancen im Internet</a>&#8216; war erwartungsgemäß brilliant (im Sinne von: zog den Befürwortern von Netzsperren und Kultur-Flatrate-Gegnern Behauptung um Behauptung unter den Füßen weg &#8211; jedenfalls, wenn diese in der Lage wären, rationalen Argumenten zu folgen). </p>
<p>In der Nachmittagssession konnte ich nicht da sein, was ich sehr bereue, denn ich ahnte schon, dass das herauskommen würde, was die <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1628349">Futurezone heute berichtete</a>:</p>
<blockquote><p>Während die Moderatorin Andrea Hammer von der ISPA einen &#8220;realen Druck aus der virtuellen Welt&#8221; verspürt, wenn sie in ihrem Facebook-Account längere Zeit keine Statusmeldungen veröffentlicht, hat Armin Thurnher vom Falter Verlag in seiner Redaktion ganz andere Beobachtungen angestellt. [...] Seine Mitarbeiter würden sich hysterisch und motorisch gestört verhalten, wenn sie Soziale Netzwerke nutzen. Er orte zudem eine Absenz im Dialog, das Fehlen einer direkten Kommunikation und eine Steigerung des Narzissmus, so Thurnher. Aufgrund dieses asozialen Effekts, der schlechten Beispiele in seiner Redaktion, würde er selbst auch niemals ein eigenes Weblog betreiben wollen. &#8220;Web-Medien sind parasitär,&#8221; fuhr Thurnher fort. &#8220;Sie verlassen sich auf alte Medien und recherchieren nicht selbst.&#8221; Journalisten, die Facebook und Twitter nutzten, würden sich ohnehin selbst genug bestrafen.</p></blockquote>
<p>Gerne wäre ich vor Ort gewesen, um bei Thurner persönlich nachzuhaken, aber vor allem auch um darauf hin zu weisen, dass seine Einschätzungen (die man kaum als Argument missdeuten kann) vor allem von  einer inadäquaten Idealisierung von Kommunikationsformen geleitete Vorurteile sind. </p>
<p>Was er als motorische Störungen wahrnimmt, ist vermutliche die kognitive Bindung zwischen Auge, Hand und Bildschirm, die bei der Computernutzung zu beobachten ist. Diese bindet die Aufmerksamkeit, das ist richtig &#8211; ging Thurner etwa am Bildschirm seiner Mitarbeiter vorbei, und war gekränkt, dass diese dem Schirm und nicht ihm Aufmerksamkeit zollten? Wie kann er überhaupt feststellen, dass diese gerade soziale Netzwerke benutzen &#8211; schaut er ihnen von hinten über die Schulter auf den Monitor? Von wegen Sozialverhalten: Ich kenne niemanden, der ein solches Verhalten schätzt &#8211; freilich macht es die an Arbeitsplätzen waltende Hierarchie oft schwierig zum Chef zu sagen, er solle einem bitte nicht dauernd auf den Bildschirm starren.</p>
<p>Und von wegen Narzissmus: Vor ein paar Tagen unterhielt ich mich mit einer Psychologin über Narzissmus, und interessant fand ich ihre Bemerkung, dass Narzissten, die nicht die Aufmerksamkeit bekommen können, die sie sich wünschen, häufig in Hysterie umschlagen. </p>
<p>Mir fehlt die psychologische Fachkenntnis, um dies zu prüfen (und ich halte es für reaktionär und paternalistisch zu sagen: &#8220;Mach du erst mal deine Recherche sauber zu Ende, bevor du auch nur zu irgendwas in diesem Zusammenhang den Mund aufmachst&#8221; &#8211; da Internetskeptiker ja häufig die mangelnde Recherche im Web beanstanden); je nun: Die Projektion von Hysterie auf die eigenen Mitarbeiter, und sowieso von (vermutlich übersteigertem) Narzissmus auf jedeN WeblogbetreiberIn möchte ich vor dem Hintergrund dieses Gesprächs als Wunsch nach mehr Aufmerksamkeit deuten. Ich projiziere hier natürlich auch nur vor mich hin &#8211; immerhin aber nicht auf meine MitarbeiterInnen (die ich sowieso nicht habe), denn auch ein solches öffentliches Vorgehen erscheint mir nicht gerade als ein Zeugnis von ausgeprägtem Sozialsinn und Dialoganliegen. </p>
<p>Besonders ärgerlich finde ich es aber dann, wenn die eigenen, so bescholtenen MitarbeiterInnen herangezogen werden, um dem Pöbel da draußen mitzuteilen, dass man sich eh mit ihm beschäftigen werde. So war eben auf dem Twitteraccount von Ingrid Brodnig (die wir narzisstischen Webhysteriker ja erfolgreich auf die dunkle Seite der Macht hinübergezogen haben &#8211; schön, dass dir Twitter jetzt doch taugt, liebe Ingrid:)</p>
<blockquote><p>Thurnher wird im nächsten Falter auf die Webdebatte eingehen. Wir wollen eine richtige Diskussion führen. Verschiedene Meinungen gewünscht! [<a href="http://twitter.com/brodnig/status/4501737328">Link</a>]</p></blockquote>
<p>Bei solchen Mitteilungen bin ich natürgemäß skeptisch, denn selten ist das mehr als ein öffentlichkeitsgerechtes Lippenbekenntnis; man erinnere sich an die ORF-Geschichte im letzten Jahr. Weiter twitterte Brodnig (in Aktualisierung ihrer Rolle als Falter-Mitarbeiterin):</p>
<blockquote><p>@oma_kazi das ist nicht so schwarzweiß. thurnher hat sicherlich eine andere meinung als die netzcommunity, aber eines muss man schon sagen.. [<a href="http://twitter.com/brodnig/status/4502466206">Link</a>]</p>
<p>@oma_kazi er ist kein feind des internets. im gegenteil: er liest viel online &#38; es ist kein zufall, dass der falter über webthemen schreibt [<a href="http://twitter.com/brodnig/status/4502536687">Link</a>]
</p></blockquote>
<p>Lieber Armin Thurnher, ich hoffe sie zahlen ihren RedakteurInnen für solche vorauseilenden, freiwilligen PR-Einsätze wenigstens etwas. Sie sollten das jedenfalls. Wenn aber einer sagt, er sei kein Feind des Internets, heißt dass in der Regel, dass er kein Freund davon ist (was manche sogar schon als Gegnerschaft interpretieren). </p>
<p>Ich bin sehr gespannt, wie eine offene Diskussion in einem Print-Magazin aussehen wird &#8211; wird es 50 Seiten Leserbriefe geben? Falls Sie hier vorbeikommen (vermutlich nicht): Das Kommentarfeld am Fuße dieses Beitrags (und hunderttausende weitere in der Blogosphäre) steht Ihnen offen. </p>
<p>Erinnern wir uns an die Fortsetzung der Lorenz-Debatte im letzten Jahr. Da ließ dieser doch im <a href="http://digiom.wordpress.com/2008/11/12/notiz-zur-offentlichkeit-im-internet/">Standard-Interview wissen</a>:</p>
<blockquote><p>Wolfgang Lorenz gegenüber etat.at: &#8220;Ich finde das Internet per se überhaupt nicht Scheiße! Aber ich finde es absurd, dass die Jungen jenseits von Mut und Zivilcourage quasi in den elektronischen Underground abtauchen. Das ist Verlust an gesellschaftspolitischer Relevanz.&#8221; </p></blockquote>
<p>Nicht per se Scheiße, kein Feind des Internets: Ich kann jetzt nur hoffen, dass sich nicht wie im letzten Jahr eine freiwillige Truppe von Einsatzhelfern findet, die in vorauseilendem Gehorsam beweisen wollen, dass das Internet doch nicht so voller Narzissten ist. Bitte, Herr Thurnher, nennen Sie mich eine Narzisstin, weil ich diesen kleinen Blog betreibe. Wenn diese Beschimpfung der Preis ist, den man für niederschwellige Meinungsbildung und -äußerung, technologiegestütztes einfaches Auffinden von Neigungs- und Interessengleichen und generell für die Erweiterung der gesellschaftlichen Kommunikationmöglichkeiten zahlen muss, dann bitte: Wir fangen schon mal an, die T-Shirts zu drucken!</p>
<p>Das werden die Besitzstandswahrer aber wieder nicht verstehen. Für diejenigen, die in der Position sind, über solche Dinge zu entscheiden gilt: Bitte, bitte, bitte &#8211; nie wieder Armin Thurnher zu Internet-Panels einladen. Ladet dann doch lieber einen meiner Großonkel ein &#8211; die Vorurteile und Missverständnisse sind vermutlich die gleichen, nur glaubt dann niemand, sie wären kompetent, über das Web zu urteilen.</p>
<p>&#8212;<br />
P.S.: Ich kenne Ingrid Brodnig persönlich und schätze sich sehr &#8211; ich beziehe mich hier nur auf Äußerungen, die ich als ihrer Rolle als Mitarbeiterin des Falters zuzuordnen wahrnehme. Man könnte von hier aus noch ein ganz anders, spannendes Thema aufmachen: Welches Recht haben Arbeitgeber, zumal in der Medienbranche, auf die Persona ihrer MitarbeiterInnen Einfluss zu nehmen? Wir denken an den Fall der <a href="http://voices.washingtonpost.com/ombudsman-blog/2009/09/post_editor_ends_tweets_as_new.html">Washington Post.</a> Ebenso: Wie geht man als MitarbeiterIn mit den impliziten, häufig gar nicht explizierten Erwartungen um, die ein Unternehmen da stellen mag?</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Falter 3]]></title>
<link>http://tinasphotodiary.wordpress.com/2009/09/30/falter-3/</link>
<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 13:55:24 +0000</pubDate>
<dc:creator>tinchen1807</dc:creator>
<guid>http://tinasphotodiary.wordpress.com/2009/09/30/falter-3/</guid>
<description><![CDATA[Riesefalter auf Handtuch]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="alignnone size-medium wp-image-368" title="Spanien 2009 1140" src="http://tinasphotodiary.wordpress.com/files/2009/09/spanien-2009-1140.jpg?w=300" alt="Spanien 2009 1140" width="300" height="200" /></p>
<p>Riesefalter auf Handtuch</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Falter 2]]></title>
<link>http://tinasphotodiary.wordpress.com/2009/09/30/falter-2/</link>
<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 13:51:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>tinchen1807</dc:creator>
<guid>http://tinasphotodiary.wordpress.com/2009/09/30/falter-2/</guid>
<description><![CDATA[]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="alignnone size-medium wp-image-364" title="Spanien 2009 1125" src="http://tinasphotodiary.wordpress.com/files/2009/09/spanien-2009-1125.jpg?w=300" alt="Spanien 2009 1125" width="300" height="200" /></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>

</channel>
</rss>
