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	<title>haus-abendschein &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/haus-abendschein/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "haus-abendschein"</description>
	<pubDate>Mon, 04 Jan 2010 20:38:33 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Veränderungen in Haus Abendschein]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2008/06/15/veranderungen-in-haus-abendschein/</link>
<pubDate>Sun, 15 Jun 2008 18:23:01 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
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<description><![CDATA[Nichts bleibt wie es ist. Leider gibt es nicht nur Gutes und Erfreuliches zu berichten. Man könnte m]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Nichts bleibt wie es ist.</p>
<p><span>Leider gibt es nicht nur Gutes und Erfreuliches zu berichten. Man könnte meinen, dass das Sterben in einem Pflegeheim nichts Ungewöhnliches sei. Es stimmt natürlich, dass im Laufe von Jahren immer wieder Lücken im Speisesaal zu entdecken sind, wenn man als Besucher kommt. Manchmal erfährt man, dass der Vermisste leider bettlägerig geworden ist und seine Mahlzeiten im Zimmer einnimmt. Man nimmt es anteilnehmend zur Kenntnis, ist aber nicht direkt betroffen, freut sich, dass der Bewohner immerhin noch unter den Lebenden ist.</span></p>
<p><span>Dies kann ich leider von den wichtigsten Bezugspersonen meines Schützlings im Pflegeheim nicht sagen. In den letzten drei Wochen trafen ihn zwei schwere Schicksalsschläge hintereinander. Der wichtigste Mensch, der Außenkontakte für die Bewohner herstellte, indem er sich um einen Reigen von Veranstaltungen von Niveau im Haus Abendschein kümmerte, ist einer unheilbaren Krankheit nach kurzer Besserung nun doch noch erlegen. Er hinterlässt eine Lücke, die sich nur schwer schließen lässt. Dieser freundliche, umtriebige und unermüdliche Mann, der früher in seiner Stadt einen leitenden Posten in der Familienfürsorge hatte, nutzte seine alten Kontakte zu Vereinen, sozialen Einrichtungen und zur Stadt, um immer wieder Menschen ins Haus zu holen, die Vorträge hielten, Konzerte veranstalteten, Liedernachmittage begleiteten, einzelne Bewohner in ihren besonderen Anliegen oder Problemen unterstützten. Besonders beliebt waren auch die Dia-Vorträge, die Dr. F. über seine Reisen (mit seiner Frau) in alle Welt hielt. Für Menschen, die ans Haus gebunden sind, waren das „Fenster“ in eine Welt, die ihnen verschlossen ist. Nun kann man sagen, dass es doch Filme über andere Länder auch im Fernsehen gibt. Das stimmt schon. Die alten Menschen im Heim schätzten aber den Bezug zu der vortragenden Person, die sich durch die Bekanntschaft mit Dr. F. ergab und ziehen deshalb solche Vorträge sehr.</span></p>
<p><span>Kaum hatte mein Schützling die Trauerfeier für Dr. F. hinter sich, da traf die Nachricht ein, dass der zweite ehrenamtliche Betreuer, der sich in rührender Weise seit Jahren um den gehunfähigen und sprachlich gestörten J. kümmert, ins Krankenhaus kam und am Herzen operiert wurde. Nun ist auch er nicht mehr unter den Lebenden und J. fühlt sich (nach dem Tod seiner Mutter) zum zweiten Mal als „verwaist“. Er hat ja noch mich als Ehrenamtliche (und fürsorgliche Pflegekräfte im Heim) als Bezugsperson, aber der Kontakt zu einem männlichen Helfer war für ihn doch besonders wichtig und erfreulich und bedeutete einen großen Zuwachs an Lebensqualität. Eine Frau ist nicht der beste Kumpel für einen Besuch (per Rollstuhl) im Biergarten, im Eiscafé, im großen berühmten Dom oder in der Einkaufsmeile der Stadt. Schon allein meine fehlende Körperkraft für den Rollstuhl ist ein Hindernis. Es fehlt aber auch die typisch männliche Art, solche Ausflüge zu gestalten und zu genießen. Ich muss also passen und hoffe inständig, dass das Schicksal irgendwann wieder einmal ein männliches Wesen in das Haus Abendschein leitet, das Kraft und Mut genug hat, den Kampf mit den Tücken eines Rollstuhls aufzunehmen. </span></p>
<p><span>Viel Geduld wird nötig sein in der Zwischenzeit und mein Schützling muss sich auf seine eher „häuslichen“ Tugenden besinnen, seine Bücher wieder hervorholen, Musik hören und  vorläufig mit der kleinen Rundfahrt um die Anlage von Haus Abendschein vorliebnehmen. Die schaffe ich gerade noch mit ihm. Nun hoffe ich auf einen schönen trockenen Sommer, denn das ist die Voraussetzung für solche Ausflüge.<em> </em></span></p>
<p><span><em>Ich verweise in diesem Zusammenhang auch auf die Kategorie „Texte, Kurzgeschichten, Essays“ in der ich das Schicksal von J.M. in der Geschichte „Glück zwischen zwei Rädern“ beschrieben habe).</em></span></p>
<div><em><br />
</em></div>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ostern im Pflegeheim]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2008/03/14/ostern-im-pflegeheim/</link>
<pubDate>Fri, 14 Mar 2008 11:03:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
<guid>http://woertersalat.wordpress.com/2008/03/14/ostern-im-pflegeheim/</guid>
<description><![CDATA[Leider konnte ich sehr lange nicht mehr zu meinem Schützling im Haus Abendschein. Ich habe selbst ei]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="font-weight:bold;" class="Apple-style-span"></span>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;min-height:12px;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;"></span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;">Leider konnte ich sehr lange nicht mehr zu meinem Schützling im Haus Abendschein. Ich habe selbst einen Pflegefall in meiner Familie und bin dadurch ans Haus gebunden. Es reicht gerade für das Einkaufen der Lebensmittel, Arztbesuche und Besorgungen bei der Apotheke. Darüber werde ich später einmal schreiben.</span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;min-height:12px;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;"></span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;">Da ich sehr beschäftigt bin, ist mir fast entgangen, dass die Osterfeiertage nicht mehr weit sind. Ich lese in der Zeitung von Passionskonzerten in den Kirchen, erfahre von Aktionen der Gewerbetreibenden, die sich vielfach auf Ostern eingestellt haben und allerlei Kunstvolles, Kreatives und sehr viel Kitschiges anbieten. Eine Tombola wird angekündigt für einen guten Zweck, sogar die Nieten erhalten als Trostpreis eine Vergissmeinnicht-Topfpflanze. In meinem Garten blühen Forsythien und Osterglocken, ein paar frühe Tulpen haben sich auch schon gemeldet und der Rasen ist schon so hoch, dass er bald gemäht werden sollte. Das erinnert mich leider daran, dass nun auch wieder die Gartenpflege beginnt.</span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;min-height:12px;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;"></span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;">Bei all der Sorge um einen Pflegebedürftigen, bei der Sorge um Haus und Garten, vergisst man ja leicht, dass außer Osterhasen und Eiern auch noch etwas anderes war, das ursprünglich das Osterfest ausmachte. Mein Schützling aus dem Pflegeheim hat mich durch einen Anruf daran erinnert. Er berichtete mir, dass im Heim ein Vortrag stattfand über die christlichen Wurzeln von Ostern, dass im Gottesdienstraum ein Bild aufgehängt wurde mit dem Auferstandenen, dass an Palmsonntag Weidenkätzchenzweige geweiht und verteilt werden bei den bettlägerigen Heimbewohnern, dass man sich als Bettlägeriger schon jetzt eintragen kann in eine Liste des Pfarrers für die Osterkommunion im Zimmer. </span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;min-height:12px;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;"></span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;">Bei der Ergotherapie wurden schon Osternester aus Weidenzweigen und aus grünem, in Streifen geschnittenem Krepp-Papier gebastelt. Diese werden an Ostern mit gekochten Eiern und Schoko-Eiern gefüllt und von den mobilen Heimbewohnern in die Zimmer der liegenden Heimbewohner gebracht. </span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;">Ein Gesangverein hatte anlässlich eines Frühlingsfestes schöne, alte, wohlbekannte Frühlingslieder vorgetragen, ein Gitarrespieler hat sie begleitet.</span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;">Der unermüdliche und einfallsreiche Koch hatte am Sonntag gekochte Eier nach russischer Art in den Hefekranz gebacken. Wie ich ihn kenne, wird er wieder ein großes Blech mit Bisquit-Torte mit Obstbelag und zusätzlich noch Hefekranz-Nester backen für Ostersonntag.</span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;">Die Eingangshalle ist längst mit gelben Bändern und grünen Zweigen geschmückt, es gibt noch schnell einen kleinen, hauseigenen Bücher-Flohmarkt im Foyer, wo man für kleine Cent-Beträge Lesestoff für die Feiertage erwerben kann. So kommen die Bücher innerhalb des Hauses immer wieder in Umlauf.</span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;min-height:12px;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;"></span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;">Mein Schützling wurde von einem Ehrenamtlichen zu einem Einkaufsbummel in die Innenstadt begleitet, damit er sich einen neuen Pullover für das Frühjahr kaufen kann. Dies wurde von einem anderen Helfer organisiert, der für die Außenaktivitäten der Heimbewohner zuständig ist.</span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;min-height:12px;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;"></span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;">Und nicht zuletzt findet an Ostern an einem Tag ein katholischer und am anderen ein evangelischer Gottesdienst statt. In der Karwoche gibt es eine ökumenische Andacht mit Lesung der Leidensgeschichte Christi.</span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;min-height:12px;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;"></span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;">Nachdem mir mein Schützling diese Details aus dem Heimleben berichtet hatte, war ich endlich auch auf die kommenden Ostertage eingestimmt. Ich freute mich für ihn, dass er sich so intensiv und in Ruhe auf die Festtage vorbereiten und freuen kann. Wer sonst kann das denn? Die Gesunden, die Älteren zu Hause, die sich um die Bewältigung ihres Alltages kümmern müssen, die Berufstätigen, die Schulkinder, alle sind sie im Stress, bemerken nur am Rande, dass der Frühling gekommen und Ostern nicht weit ist. </span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;min-height:12px;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;"></span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;">So sehr die Bewohner in Pflegeheimen immer wieder in Talkshows und in der Print-Presse bedauert werden, so sehr beneide ich einzelne darum, dass sie in den Dingen des Alltags und den besonderen Problemen wegen Krankheit oder Alter durch das Pflegepersonal versorgt und entlastet sind. Sie können sich anderen Dingen widmen, für die die Menschen „draußen“ wenig, oder gar keine Zeit haben.</span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;min-height:12px;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;"></span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;">Da ich am Abend vor dem Anruf meines Schützlings aus dem Haus Abendschein in einer Talkshow wieder einmal erhebliche Klagen über die Zustände in Heimen gehört hatte, fragte ich ihn gezielt nach einigen Aspekten des Heimalltags und der Pflege. Er fand keinen Anlass zur Klage, außer, dass die Schwestern manchmal nicht so schnell wie er es brauchte. kämen, um ihm beim Gang zur Toilette behilflich zu sein. Ansonsten war er des Lobes voll über den Einsatz, die Freundlichkeit und Fröhlichkeit des Personals. Da ich mich davon während meiner Besuche schon oft überzeugt hatte, konnte ich es ihm glauben. Wir waren uns beide darüber einig, dass es so gut läuft, seit ein besonders engagiertes Heimleiter-Ehepaar das Haus führt. Den wohltuenden Einfluss dieser beiden Menschen spürt man tatsächlich an allen Ecken und Enden. Ich erinnere mich, dass es ein oder zwei Jahre lang auch einmal anders war. Die Diakonie, der das Haus gehört, hat damals schnell reagiert und den damaligen Heimleiter entlassen. Seither ist ein frischer Wind eingekehrt und neben den Bewohnern des Hauses fühlt auch das Personal sich wohler.</span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;">Ganz sicher gibt es in jedem Pflegeheim einzelne Bewohner, die sich nicht so zu Hause fühlen. Das hat aber oft persönliche Gründe. Oft ist es so, dass die Angehörigen selten oder fast gar nicht mehr zu Besuch kommen, sich an den Festen und Aktionen im Hause nicht beteiligen, keinen Einblick in den Alltag ihres Angehörigen haben. So können sie auch nicht eingreifen, wenn vielleicht doch einmal etwas schiefgehen sollte. </span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;">Es gibt aber auch den Fall, dass ein Heimbewohner mir erzählt, dass seit Wochen kein Angehöriger mehr da war, dass der Sohn nie anruft, dass man sich ganz verlassen fühlt. Ich erkundige mich dann beim Zimmernachbarn oder beim Personal und erfahre, dass die Angehörigen regelmäßig kommen und dass der Sohn durchaus häufig anruft. Das gehört leider auch zum Alltag in einem Pflegeheim und dieses Vergessen ist ja oft auch der Grund der Einweisung in eine betreuende Einrichtung.</span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;min-height:12px;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;"></span></p>
<p style="text-indent:14.1px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 0 14.1px;"><span style="letter-spacing:0;">Nun bin ich also innerlich genügend vorbereitet auf das Osterfest und danke meinem „Außenposten“ im Haus Abendschein, dass er mir den Zauber des Osterfestes, das ja ein Fest der Auferstehung ist, nahegebracht hat.</span></p>
<div style="text-indent:14px;"><span style="font-family:Arial;font-size:11px;line-height:normal;" class="Apple-style-span"><br class="webkit-block-placeholder" /></span></div>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Mal wieder in Haus Abendschein]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2007/11/22/mal-wieder-in-haus-abendschein/</link>
<pubDate>Thu, 22 Nov 2007 16:50:50 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
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<description><![CDATA[Schon als ich die Eingangshalle betrat, fiel mir auf, dass etwas fehlte, aber ich kam nicht gleich d]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;margin:0;"><span style="font-weight:bold;"> </span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Helvetica;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Schon als ich die Eingangshalle betrat, fiel mir auf, dass etwas fehlte, aber ich kam nicht gleich darauf, was es war. Mein Schützling holte mich nicht wie sonst an der kameraüberwachten Schiebetür ab, obwohl er das doch immer tat, seit er endlich den elektrischen Rollstuhl bekommen hatte, den ihm die Krankenkasse und die Pflegeversicherung so lange verweigerten. Alleine hätte er es nie geschafft, diesen langen Weg durch Formulare, Begründungen und Telefonate zu gehen und sich diesen Zugewinn an Lebensqualität zu erkämpfen. Das ist der große Vorteil von ehrenamtlichen Helfern, die keine Repressalien fürchten, wenn sie sich für die Rechte eines Alten oder Behinderten einsetzen. Menschen von außen können mit offenen Augen Missstände erkennen und Lösungen suchen und das im Idealfalle sogar in Zusammenarbeit mit der Heimleitung oder mit ständigen Pflegekräften. Dieser Idealfall war in Sachen Rollstuhl gegeben und deshalb hat es dann auch geklappt zur Freude aller Beteiligten.</span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Mein Schützling J. war auch nicht in seinem Einzelzimmer (auch erkämpft!). Seine Zimmernachbarin sagte mir, dass er gerade die Essensliste für die kommende Woche in die Zimmer der Bettlägerigen bringt. Diese Aufgabe hat er übernommen, seit er sich selbstständig im Hause bewegen kann mit Hilfe des Elektrorollstuhles. Einen „Selbstfahrer-Rollstuhl“, der mit den Armen in Gang gesetzt wird, konnte er nicht bedienen, da er durch seine Spastik seine Arme nicht ausreichend einsetzen kann. Für die Knöpfe des Elektrofahrzeuges reichen seine motorischen Fähigkeiten. Da er nun so mobil ist, hat er sich zum Heimbeirat wählen lassen, obwohl auch das wegen seiner Sprachstörung ziemlich schwierig, aber nicht unmöglich ist. In einem Pflegeheim haben die Menschen glücklicherweise viel Zeit und können einen Mitmenschen seinen Satz langsam zu Ende bringen lassen.</span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Während ich J. im Hause suche, fällt mir auch ein, was heute im Eingangsbereich anders war. Der „General“ fehlte. So nannte ich einen älteren Bewohner des Hauses, der den ganzen Tag lang mit ganz präzisem sogen. Stechschritt die Flure abschritt, vor allem gerne seine anstrengenden Runden in der Halle zog. Ich nannte ihn General, weil er diese Schritte mit hochgezogenem Knie und weit nach vorne geschleudertem Fuß so exakt ausführte, dass es mich an alte Filme über den unsäglichen zweiten Weltkrieg erinnerte.</span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Der demenzkranke Mann wirkte sehr zufrieden, wenn man ihn bei seinen unentwegten Marschbewegungen nicht störte. Er hatte einen nicht zu beeinflussenden Bewegungsdrang, den er in diesem Heim ausleben konnte. Zu Hause wäre das nicht möglich gewesen und man hätte ihn vermutlich mit Tabletten sediert. So aber war er eigentlich recht zufrieden gewesen und das seit Jahren. Er hatte einen guten Appetit, war freundlich und umgänglich, wenn man ihn ansprach, aber nicht zu lange, denn er musste ja wieder marschieren. Im Laufe der Jahre nahm der anfangs stattliche Mann sehr ab, war bei meinem letzten Besuch in Haus Abendschein sehr abgemagert. Nun war er bettlägerig geworden hörte ich. Wie mag das für ihn sein, fragte ich mich. Ob er nun wohl in Gedanken weiterlaufen muss? Oder hat ein gnädiges Vergessen ihm diese Erkenntnis erspart, nicht mehr unterwegs sein zu können.</span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Als ich J. fand, freute er sich wie immer, erzählte mir ausführlich von einem Todesfall auf seinem Stock, von Neuzugängen, von der Textilfirma, die jeden Herbst mit ihrer neuen Kollektion von Winterpullovern ins Haus kommt, zur Freude der durchaus modebewussten </span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Senioren. Einen gelb-grau gemusterten. sehr schicken Pullover hatte J. gekauft zu einem stattlichen Preis. Sein amtlicher Betreuer, der sich um die Finanzen kümmert, wird nicht schlecht erschrecken, wenn er den Beleg sieht. Das ist leider nicht zu vermeiden, dass ein Mensch, der immer von der Mutter oder von Betreuern eingekleidet wurde, nie lernt, was ein Gegenstand im Durchschnitt kosten darf oder sollte oder wie es um seine Finanzen steht. Wir, der andere Ehrenamtliche und ich haben uns in den letzten Jahren bemüht, J. ein wenig in die Realität einzuführen, indem wir Kaufhausbesuche arrangierten und den Betreuer baten, seinen Klienten einmal konkret über seine finanziellen Möglichkeiten zu informieren. </span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Wieder einmal hatte ich die Freude, mit J. im hauseigenen Restaurant im italienischen Stil Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen. Nach dem Erwerb eines Bons, können Besucher an den Mahlzeiten teilnehmen und es lohnt sich immer, denn im Hause wirkt ein begnadeter Koch, der ein Herz aus Gold hat. Er backt die besten Kuchen und kocht was das Zeug hält. Immer wieder lässt er sich von den Alten und Kranken erzählen, was sie früher gerne gekocht oder gerne gegessen haben. Wenn es irgend möglich ist, kocht er reihum die Lieblingsgerichte, besonders an den Geburtstagen der Bewohner. Jeder darf sich dann sein Lieblingsgericht oder seinen Lieblingskuchen wünschen. Das Personal deckt einen Geburtstagstisch in einer etwas geschützten Ecke des Restaurants, so dass das Geburtstagskind mit seinen (hoffentlich erscheinenden) Verwandten und Freunden feiern kann. Wenn keine Verwandten mehr da sind, setzt sich das Personal dazu und feiert mit. Obwohl doch jede Minute durch die Vorschriften des Pflegeplanes abgezählt sind, wird dies möglich gemacht. Das ist der Unterschied zu manch anderen Häusern. Diese kleinen Gesten machen das Haus Abendschein zu einem Ort, an dem man leben kann, auch wenn man lieber „zu Hause“ wäre, wo immer das sein mag. Viele haben ja eigentlich keinen solchen Ort mehr, da sie oft die einzigen noch lebenden Mitglieder einer Familie sind. Das ist der Preis, den ein Mensch manchmal für das Glück oder die Gnade der Langlebigkeit bezahlen muss. Man ist sehr alleine in meinem Alter, sagte mein Schwiegervater, als er im Kreise unserer Familie 90 Jahre alt wurde. Er hatte immerhin drei Menschen ständig um sich, sogar sein einziges Enkelchen. Aber die Geschwister, die meisten Freunde und Schulkameraden waren nicht mehr am Leben. Die wenigen, die noch da waren, konnten das Bett nicht mehr verlassen und keine Besuche machen. Leider hatte der einzige Kegelfreund keine Lust mehr zu telefonieren. Deshalb ist Einsamkeit im Alter leider oft nicht zu vermeiden. Die Kinder, deren Besuch sich die Alten wünschen, sind berufstätig und die Altersgenossen können nicht mehr kommen. </span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">In einem Pflegeheim haben alte Menschen immerhin die Gesellschaft der Mitbewohner, wenn sie davon Gebrauch machen wollen. Das ist oft besser als in einer Familie zu leben, in der die Mitglieder ihren Geschäften nachgehen oder ihren Hobbies und einfach versuchen, ihr Leben zu leben. Für einen Besuch bei Opa oder Oma bleibt da oft kaum Zeit. In der eigenen Wohnung zu bleiben ist also keine Garantie für weniger Einsamkeit im Alter, obwohl viele Menschen dieser Meinung sind.</span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Nachdem wir eine Runde im kleinen Park und um das Gelände von Haus Abendschein gedreht hatten, fuhr ich wieder nach Hause in der Gewissheit, dass zumindest mein Schützling J. sich Gesellschaft suchen kann mit Hilfe seines tollen Rollstuhles. Ansonsten findet er immer Unterhaltung beim Lesen seiner vielen Bücher, die er Dank des Einzelzimmers reichlich um sich hat. Ich wünschte, dass es in allen Heimen für alle Bewohner Einzelzimmer gäbe, es sei denn, der eine oder andere teilt gerne ein Zimmer mit einem zunächst Fremden. Aus Fremden werden Freunde, sagte mir eine alte Dame, als ich sie fragte. Hoffentlich, dachte ich beim Weggehen und war mir da nicht so ganz sicher.</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Fernseher im Pflegeheim]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2007/09/14/fernseher-im-pflegeheim/</link>
<pubDate>Fri, 14 Sep 2007 14:09:56 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
<guid>http://woertersalat.wordpress.com/2007/09/14/fernseher-im-pflegeheim/</guid>
<description><![CDATA[Bei meinen Besuchen in Haus Abendschein fand ich es anfangs sehr störend, wenn ich durch die oft off]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Bei meinen Besuchen in Haus Abendschein fand ich es anfangs sehr störend, wenn ich durch die oft offenen oder nur angelehnten Türen der Pflegezimmer sah, dass   i m m e r    ein Fernsehprogramm lief. Da ich mit der Zeit feststellen konnte, dass sich hinter den Türen pflegebedürftige Bewohner befanden, die den Tag überwiegend in Rückenlage verbrachten, also das Bild auf dem Monitor gar nicht sehen konnten, war ich innerlich empört und irritiert und dachte, dass dies doch eine sehr befremdliche Art sei, einen alten Menschen zu unterhalten.</p>
<p>Dann sah ich in einem Zimmer eine demente Frau, die sehr gepflegt gekleidet und sehr hübsch frisiert war, in einem bequemen Sessel saß und den ganzen Tag lang nichts tat als einem großen Korb Teddybären und andere Schmusetiere zu entnehmen. Sie nahm jeweils ein Plüschtierchen heraus, küsste es und setzte es in einen leeren Korb auf der anderen Seite des Sessels. Auch bei ihr lief der Fernseher, der jedoch ohne Ton war.</p>
<p>Auf meine Frage erklärte mir das Pflegepersonal, dass im ersten Falle der Pflegebedürftige zwar nicht mehr interessiert ist am Fernsehbild, aber durchaus Wert darauf legt, dass etwas Musik oder Unterhaltung im Zimmer stattfindet. Es regt unbewusst seine in Teilbereichen noch vorhandenen Hirnaktivitäten an, macht ihn etwas wacher und gliedert seinen Tag. Das Personal kann ja nicht ständig um jeden Bettlägerigen herum sein und sich ihm durch Ansprache zuwenden. Dies findet natürlich auch im Rahmen der Möglichkeiten statt, aber nicht ausreichend, so dass der Fernseher eine Lücke füllen kann.</p>
<p>Im Falle der dementen Frau werden durch die Plüschtiere ihre motorische Unruhe und die vielen, den ganzen Tag anhaltenden Übersprungsbewegungen in sinnvolle Bahnen gelenkt. Das volle TV-Programm mit Bild und Ton würde die Bewohnerin jedoch geistig überfordern und ihre Unruhe verstärken. Die Personen auf dem Bildschirm geben ihr das Gefühl, mit anderen Menschen zusammen zu sein, wie das Personal feststellen konnte. Wenn der Monitor abgeschaltet wird, wird die vorher friedliche Frau ganz agressiv.</p>
<p>Und die Bewohner, die noch geistig gut beisammen sind und nur durch ihre Bewegungsbehinderung in die Pflege kamen, sind dankbare und interessierte Fernsehzuschauer von Unterhaltungssendungen und viele sehen mit großem Interesse auch noch Nachrichten- und Sportsendungen. </p>
<p>So hat jeder etwas, das ihn freut und die viel verteufelten Medien erfüllen einen sinnvollen Zweck. Es wäre natürlich am Besten, wenn sich die Bewohner untereinander unterhalten und zuwenden würden oder wenn das Personal für mehr Gespräche Zeit hätte. Auch Besuche von Angehörigen wären eine wünschenswerte Unterbrechung des Pflegealltages. Da dies leider aus den bekannten Gründen nicht möglich ist, ist das Fernsehprogramm ein willkommenes Medium, um etwas Weltgeschehen und Abwechslung in die Zimmer zu bringen.</p>
<p>Ich frage mich in diesem Zusammenhang allerdings, was die Leute früher gemacht haben, um die Langeweile der alten Familienmitglieder zu verscheuchen? Lesen ist ja oft nicht mehr möglich gewesen, da es ja früher nicht so gute Brillen gab oder die alten Leute damit aus finanziellen Gründen nicht so gut wie heute versorgt waren. Lesen ist auch heute noch, trotz guter Beleuchtung und guter Brille, für viele Pflegeheimbewohner ein anstrengende Tätigkeit, die sie nur noch für kurze Zeit am Tag ausüben können. Es bleibt meistens beim Durchblättern von Zeitschriften und beim Überfliegen der Zeitungsüberschriften.</p>
<p>Von meiner Großmutter, die bis zu ihrem 72. Lebensjahr immer mit uns in der Familie gelebt hat, weiß ich, dass sie fast nie Langeweile hatte. Sie las ihre Zeitschriften und die Tageszeitung trotz schlechter Augen sehr intensiv bis zu ihrem 90. Lebensjahr. Als sie in ihrer Lebensmitte war und noch bei ihrer Tochter im Hause lebte, erzählte sie ihren vier Enkelkindern Geschichten, betete öfter am Tag den Rosenkranz (was jeweils länger als eine halbe Stunde dauert) und strickte oder stopfte Strümpfe. Dazwischen sang sie und brachte uns Kindern so nebenbei unzählige Lieder und Verse bei, die wir heute, inzwischen selbst schon Großmütter, zum Teil noch beherrschen. Gerne erzählte sie auch aus ihrer Kindheit oder von den schlimmen Zeiten in den beiden Kriegen, die sie erlebt hatte. Auf diese Weise hatten weder wir Kinder noch die Großmutter Langeweile.<br />
Im hohen Alter allerdings, als sie in einer betreuten Wohnanlage noch weitgehend selbstständig lebte, war auch sie eine begeisterte Fernsehzuschauerin! Sie fand das Lesen im hohen Alter auch viel anstrengender als das Fernsehen und so geht es den meisten älteren Menschen, die ich kenne.<br />
Das heißt also, dass sich das Fernsehen mit seinem Programm auf die Wünsche dieser Gruppe einstellen sollte. Eine dankbare Zuschauergemeinde wäre ihnen sicher.  </p>
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</item>
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<title><![CDATA[Der Briefträger kommt]]></title>
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<pubDate>Thu, 06 Sep 2007 08:05:11 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
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<description><![CDATA[Welche Freude ein Brief machen kann, kann man erfahren, wenn man die Ankunft des Briefträgers in ein]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Welche Freude ein Brief machen kann, kann man erfahren, wenn man die Ankunft des Briefträgers in einem Pflegeheim miterlebt.</p>
<p>Erwartungsvoll sitzen sie schon lange vor seiner Ankunft im Foyer des Hauses und blicken gespannt zur Tür. Die geistig Beweglichen unterhalten sich darüber, von wem sie am Liebsten Post bekommen würden oder darüber, wann der letzte Brief von den Kindern kam. Ganz still sind die, die schon lange keine oder gar nie Post bekommen haben. Ja, das gibt es: Alte Menschen, die ins Heim abgeschoben werden und von da an vergessen. Da ein Brief in einem Pflegeheim bei den Bewohnern untereinander auch einen gewissen Statussymbolwert hat, ist es wichtig, sagen zu können: Ja, ein Mensch von draußen hat an mich gedacht, hat sich die Mühe gemacht, mir zu schreiben, einen Umschlag zu beschriften und zum Briefkasten zu gehen. Unzählige Male werden die Briefe gelesen, herumgezeigt, auf dem Nachttisch aufgebaut, damit ihn jeder sehen kann, der ins Zimmer kommt. Der Duft der großen weiten Welt hängt an jedem Umschlag, er gibt das Gefühl, noch Verbindung zu haben zur Welt draußen.</p>
<p>Vor einigen Jahren flatterte mir ein Faltblatt der &#8220;Aktion Lesezeichen&#8221; ins Haus. Ich ließ mich davon überzeugen, dass es für mich doch nur eine kleine Anstrengung bedeutet, ab und zu ein paar Zeilen zu schreiben, eine Briefmarke auf den Umschlag zu kleben und das Ganze zur Post zu bringen. Wie ungleich größer ist die Freude, die der Empfänger hat, wenn er den Brief dann bekommt. Mein bis heute anhaltender Kontakt zum &#8220;Haus Abendschein&#8221; hängt mit dieser Aktion zusammen, denn nur dadurch habe ich meinen Schützling dort kennengelernt, obwohl ursprünglich nur ein Briefkontakt hergestellt werden sollte.</p>
<p>Einen Auszug aus dem Faltblatt von damals gebe ich hier wider für alle, die sich vielleicht davon anregen lassen wollen, ein solches Ehrenamt zu übernehmen. Ein Pflegeheim gibt es sicher in ihrer Nähe und einsame Menschen gibt es überal.</p>
<p>In der Broschüre der „Aktion Lebenszeichen“ ist ein Gedicht von Josef Guggenmoos abgedruckt, das die Freude des Empfängers einer Nachricht sehr anschaulich ausdrückt:</p>
<p> Es kommt von mir,<br />
 es geht zu dir.<br />
 Es ist kein Mensch,<br />
 es ist kein Tier.<br />
 Es ist nur dies:<br />
 Ein Stück Papier.</p>
<p> Ein Stück Papier,<br />
 jedoch es spricht.<br />
 Es bringt von mir<br />
 dir den Bericht:<br />
 Ich hab&#8217; dich lieb. &#8211; Vergiss mich nicht.</p>
<p>Ich zitiere zur weiteren Information noch einen Teil der Ausführungen in der Broschüre:</p>
<p> &#8220;Es gibt Menschen unter uns, die erhalten keine Briefe, weil sie durch ihr Alter oder ihre Krankheit aus dem Blickfeld und an den Rand der Gesellschaft gerutscht sind. Ob sie überhaupt noch einen Brief erwarten? Deshalb hat das Diakonische Werk der evangelischen Kirche der Pfalz zur &#8220;Aktion Lebenszeichen&#8221; aufgerufen. Gesucht werden Menschen, die Freude daran haben, anderen Menschen in regelmäßigen Abständen durch einen Brief ein &#8220;Lebenszeichen&#8221; zu schicken und ihnen auf diese Weise zu zeigen: &#8220;Ihr seid nicht vergessen!&#8221;</p>
<p>Die Namen und Anschriften der Brief-Empfänger werden durch das Diakonische Werk Pfalz vertraulich vermittelt. Dort treffen sich in größeren Abständen auch der Kreis der Briefe-Schreiber zum Erfahrungsaustausch.</p>
<p>Die Aktion Lebenszeichen ist ein ehrenamtlicher Dienst der Kirche, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Briefkontakte zu einsamen Menschen aufzubauen. Persönliche Begegnungen und Telefonkontakte sind zunächst nicht vorgesehen.&#8221; </p>
<p>Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht notwendig ist, handschriftliche Briefe zu verfassen. Ein gut lesbar ausgedruckter Brief aus dem Computer ist ebenso willkommen und manchmal wegen der möglichen Großschrift sogar sinnvoller. Dies nur zum Trost für moderne Briefschreiber.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Wer hat Angst v. Pflegeheim?]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2007/09/04/wer-hat-angst-v-pflegeheim/</link>
<pubDate>Tue, 04 Sep 2007 07:46:45 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
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<description><![CDATA[Seit ich Haus Abendschein kenne, habe ich keine Angst mehr vor dem Pflegeheim. Dieses Haus eines kir]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Seit ich Haus Abendschein kenne, habe ich keine Angst mehr vor dem Pflegeheim. Dieses Haus eines kirchlichen Anbieters ist architektonisch so ansprechend, ohne übertrieben modern zu sein, d.h. Es gibt große hohe Fenster, die aber nicht zu breit sind, so dass auch noch Stellwand in den Zimmern bleibt. </p>
<p>Die Einrichtung besteht aus einem langen Gebäudekomplex links von der gepflasterten Einfahrt mit Grünflächen dazwischen. Dieser Gebäudetrakt besteht aus Wohnungen des „Betreuten Wohnens“, die zum Teil Eigentum der Bewohner sind, z.T. gemietet. Rechts von der Einfahrt ist ein ähnlich gebauter langer Gebäudekomplex, in dem sich das Pflegeheim befindet. Die beiden Gebäudeteile treffen sich nach hinten zu einem gemeinsam genutzten Parkplatz für Gäste. Beim Betreuten Wohnen ist der Parkplatz jeweils vor der Wohnung bzw. dem kleinen Balkon.</p>
<p>Im Pflegeheim herrscht gleich in der großen Eingangshalle ein südländisches Flair durch eine Reihe weißer Pfeiler, zwischen denen sich Sitzgruppen aus Korbgeflecht befindet. Hinter den Sitzgruppen befinden sich große Fenster, die Einblick geben in ein Restaurant, das ebenfalls durch Pfeiler gegliedert ist und in dem die großblumigen Sitzkissen auf den Sesseln vor den Tischen auffallen. Auch hier Korbstühle und Sessel mit bequemen Rückenlehnen. Später konnte ich sehen, wie wichtig Sessel statt Stühlen im Speise-Restaurant sind: Ältere Leute brauchen die Armlehnen hauptsächlich beim Aufstehen, damit sie sich abstützen können. </p>
<p>Moderne, orangefarbene Organzastores geben dem Raum etwas Leichtes, Sonnendurchflutetes.</p>
<p>Der Raum ist auch für Gäste von außen offen, die sich beim Empfang einen Essensbon kaufen können. Das Essen ist sehr liebevoll täglich neu und vor Ort zubereitet von einem zwei Meter großen Koch, der früher Schiffskoch war. Er kocht vielseitig und trotzdem ernährungsbewusst und ist ein begnadeter Bäcker. Nie ist es ihm zu viel, einen ganz besonderen Kuchen zusätzlich zu backen auf Wunsch des jeweiligen Geburtstagskindes im Heim. Wenn ein Bewohner eine größere Anzahl Gäste hat, werden Tische vom Personal besonders schön geschmückt und ein etwas abgesonderter Bereich für diesen Anlass bereitgestellt. Das Heim bietet dann auch abends einen kleinen Imbiss extra für solche private Gäste an.</p>
<p>Im Haus befinden sich wie überall natürlich Therapieräume, Bastelraum, Kapelle und Büroräume für versch. Soziale Dienste. Jede Woche kommt einmal ein Friseur und ein Fußpfleger ins Haus.<br />
Sogar eine Bibliothek befindet sich im Erdgeschoss. Sie ist reichlich bestückt mit Büchern, die aus Spenden zusammengetragen wurden.</p>
<p>Es gibt einen Heimbeirat, mehrere ehrenamtliche Helfer. Ein pensionierter Psychologe organisiert Veranstaltungen im Haus, besucht die Bewohner reihum, vermittelt zwischen den Bewohnern und der Verwaltung, dem Personal und auch oft zwischen den Angehörigen der alten Menschen.</p>
<p>Die Zimmer der Bewohner sind mit Qualitätsmöbeln eine bekannten deutschen Möbelfirma eingerichtet. Alle Ecken abgerundet (Spezialität dieser Firma), schönes Kirschbaumfurnier. Die Pflegebetten sehen wie normale Betten aus und erfüllen doch ihren Zweck und können zur Erleichterung der Pflege elektrisch gehoben und gesenkt werden. In jedem Zimmer natürlich Fernseher und Telefonanschluss. Die Nasszelle ist sehr geräumig und rollstuhlgerecht eingerichtet.</p>
<p>Im ganzen Haus verteilt sind Sitzinseln mit Fernseher, Sesseln, Couchtischen und Bücherborden mit reichlich Literatur zu finden. </p>
<p>Je nach Jahreszeit schmückt das Personal das Restaurant und die Halle mit Pflanzen, Girlanden, allerlei hübschen Dingen aus der Natur. Es finden Konzerte oder andere musikalische Darbietungen statt, zweimal im Monat wird ein Film gezeigt, Vorträge und Reiseberichte werden geboten. </p>
<p>Das Heimleiterehepaar hat viele Ideen und setzt sie auch im Laufe eines Jahres zur Freude aller um. So finden jahreszeitliche Feste, Sommerfeste und auch Fastnachtsveranstaltungen statt. Von Zeit zu Zeit wird ein Bus organisiert, der interessierte Bewohner zu einem Ausflugsziel bringt. Die Außenbeziehungen werden ansonsten überwiegend von Ehrenamtlichen möglich gemacht.</p>
<p>Die Bewohner sind pflegerisch gut versorgt und machen einen zufriedenen Eindruck. Mehr kann man als Außenstehender ja nicht feststellen. Ich habe durch meinen Schützling, den ich regelmäßig besuche und der Mitglied des Heimbeirates ist, einen etwas genaueren Einblick und konnte nichts Relevantes erfahren, das zu bemängeln wäre. Kleine Vorkommnisse gibt es überall und der Umgang mit verwirrten alten Menschen ist ja nicht einfach. Besonders schwierig ist es für ein Heim, wenn sich viele demente Bewohner darin befinden, was hier der Fall ist, da hier die Pforte rund um die Uhr kameraüberwacht und das Eingangsbüro immer besetzt ist. Trotzdem ist es schon vorgekommen, dass ein dementer Patient zusammen mit einer Gruppe von Besuchern hinaus schlüpfen konnte. Das ist offensichtlich nicht hundertprozentig zu vermeiden.</p>
<p>Es ist jedenfalls beruhigend, festzustellen, dass es gut geführte und ansprechend ausgestattete Heime gibt. Da es zur Zeit ja viele Negativberichte in allen Medien zu diesem Thema gibt, wollte ich dies deshalb aus meiner eigenen Anschauung berichten.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Besuch im Pflegeheim]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2007/09/02/18/</link>
<pubDate>Sun, 02 Sep 2007 10:42:58 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
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<description><![CDATA[Gestern war ich mal wieder im Pflegeheim &#8220;Haus Abendschein&#8221;, in dem ich seit vielen Jahr]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Gestern war ich mal wieder im Pflegeheim &#8220;Haus Abendschein&#8221;, in dem ich seit vielen Jahren als Ehrenamtliche einen Mann besuche, der nur knapp jünger ist als ich, der sich aber meistens verhält, so als ob er mein Sohn wäre, denn nur diese Art von Verhalten hat er durch sein Schicksal gelernt. Er ist durch Sauerstoffmangel bei der Geburt als körperlich schwer behinderter und spastisch Gelähmter geboren, kurz vor Kriegsende. Seine Mutter sorgte zeitlebens für ihn und so kam er, als sie mit 80 einen Schlaganfall erlitt, mit ihr zusammen in ein Zwei-Bett-Zimmer in ein Pflegeheim. Für beide war es das Beste, so meinten die Behörden, die die Einweisung veranlassten.<br />
In dieser Zeit lernte ich ihn kennen. Er sollte noch vor dem zu erwartenden Tod der Mutter an eine neue Bezugsperson gewöhnt werden, was auch gelang.<br />
So lange die Mutter lebte, saß dieser erwachsene Mann gottergeben in seinem Rollstuhl und war völlig phlegmatisch, was seine eigene Person betraf. Er sorgte für die bettlägerige Mutter, indem er ihr die Zeitung und aus der Bibel vorlas, mit ihr den Rosenkranz betete (sie war zeitweise geistig voll ansprechbar), mit ihr von der Vergangenheit sprach.<br />
Als sie dann starb, war er in seinen eigenen Augen ein bedauernswertes Waisen-Kind. In meinen Augen war er ein 58-jähriges Waisenkind. Das fand ich nicht gut und ich nahm mir vor, es nach und nach zu ändern.<br />
Im Menü &#8220;Schreiben&#8221; werde ich die Geschichte seines Lebens als Kurzgeschichte ins Netz gestellt. Vom aktuellen Leben meines Schützlings und meinen Erlebnissen im Pflegeheim werde ich von Zeit zu Zeit berichten.</p>
</div>]]></content:encoded>
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