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	<title>hot-spots-das-heiseste-aus-den-diensten &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/hot-spots-das-heiseste-aus-den-diensten/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "hot-spots-das-heiseste-aus-den-diensten"</description>
	<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 17:19:39 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Erkenntnisse aus diversen Diensten ]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2009/10/29/erkenntnisse-aus-diversen-diensten/</link>
<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 18:49:08 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Einige wichtige Regeln bewahrheiten sich immer wieder: Nicht fragen&#8230; du kriegst sowieso die An]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Einige wichtige Regeln bewahrheiten sich immer wieder:</p>
<p>Nicht fragen&#8230; du kriegst sowieso die Antwort, die dir a) nix bringt oder b) du nicht hören willst.</p>
<p>Nicht aufregen&#8230; Ärzte sollten nach einem Dienst entweder Schreitherapie machen oder in ein Boxstudio gehen.</p>
<p>Turf, turf, turf&#8230;</p>
<p>Nimm hin, was du nicht ändern kannst&#8230; Gibt es eigentlich noch eine Stadt in Deutschland, wo der kassenärztliche Notdienst eine Cystitis nicht zur weiteren Diagnostik in die Notaufnahme schickt? Und dann noch mit einem Überweisungsschein, der noch nie akzeptiert wurde.</p>
<p>Geh pinkeln bevor dir erst beim Beheben eines fremden Harnverhaltes einfällt, was du schon seit 4 Stunden mal eben tun wolltest&#8230;</p>
<p>Esse, wenn grad Zeit ist, du weißt nie, wann du das nächste mal was kriegst&#8230;</p>
<p>Hänge ein Bild von Dr. House an den Spiegel in der Notaufnahme. Das verleiht dir einen gewissen Touch von Exzentrizität, macht den verzweifelten klar, dass du das richtige Vorbild hast und denen, die dich aus &#8220;ich brauch Krankenschein&#8221;, &#8220;was machen wir nachher, Club XYZ oder lieber ins ABCDEF?&#8221; und &#8220;man, ich dachte das geht schneller als beim Hausarzt&#8221; nerven zeigt es, dass du weißt, dass sie lügen, die Notaufnahme ausnutzen wollen oder sonst irgendwas abziehen, was dich am arbeiten hindert. Und dir selber zaubert es ein Lächeln ins Gesicht, weil du so schön beobachten kannst, wie die Leute drauf reagieren. Schließlich soll Arbeit ja auch Spaß machen.</p>
<p>Schließe immer alle Schubladen mit Medis ab, es gibt sogar bekloppte Typen, die würden Abführmittel klauen, weil sie denken, das lässt sich gut verticken, weils ausm Apothekenschrank kommt. Und ne Warnung an alle, die es versuchen: Wenn wir euch erwischen, dauerts ne Weile bis die grünen / blauen Herren mit den Handschellen kommen und da seid ihr mit uns allein&#8230; Auch weiße Kittel haben dunkle Seiten&#8230; und das Recht Straftäter festzuhalten bis die Ordnungsstreitkräfte eintreffen&#8230;</p>
<p>&#160;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Fundstücke in der Notaufnahme]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2009/05/08/fundstucke-in-der-notaufnahme/</link>
<pubDate>Fri, 08 May 2009 18:53:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Ich weiß nicht, ob es so gut ist, Dinge die andere Kollegen gemacht haben, im Internet breitzutreten]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ich weiß nicht, ob es so gut ist, Dinge die andere Kollegen gemacht haben, im Internet breitzutreten. Andererseits sind das Dinge, die ich eigentlich nicht unkommentiert stehen lassen möchte&#8230; Es gibt ja so Kritikforen und -aktionen, wo man über Fehler reden soll. Ich mach ja auch welche, zum Glück ging bisher alles gut. Niemand ist unfehlbar.</p>
<p> </p>
<p>Aber man sollte drüber reden&#8230;</p>
<p>Seit einem Jahr gibt es Sitagliptin auf dem Markt, ein neues Medikament für den Typ2-Diabetes. Es wird nur in Kombination angewendet. Meist mit Metformin. Wegen der Patientencompliance und weils eh nur in Kombi zugelassen ist, haben die Hersteller gleich ein fertiges Kombi-Präparat rausgebracht. Mono heißt es Januvia oder Xelevia. In Kombi Janumet oder Velmetia. Hübsch, oder? Hört sich alles irgendwie an wie aus altgermanischen oder römischen  Göttersagen. Ist auch klar, dass niedergelassene Ärzte ihren Patienten etwas neues und wohl auch gutes (Langzeitstudien fehlen noch) geben möchten. Aber wenn man Velmetia oder Janumet gibt, muss man Metformin beenden, is ja schon inklusive im anderen. Tagesdosen von 4500 mg Metformin sind auf Dauer ungesund&#8230;</p>
<p>Es ist ebenso regelmäßig der Fall, dass Blutdruckpatienten medikamentös optimiert werden. Da spielt dann der Hausarzt mit und / oder der Kardiologe. Und keine Ahnung wer noch. Es ist für eine Niere extrem ungesund, wenn der Patient einen ACE-Hemmer oder einen AT-1-Blocker plus HCT als Kombi krieg und dann noch Aquaphor und Xipamid XY-Generikahersteller und noch Torasemid dazu. Das stand wirklich so auf einem Medikamentenzettel.</p>
<p>Auf einem anderen standen Torem 20 und Furesis 40 zusammen drauf. Was wollte uns der Kollege damit sagen? Und was wollte der Kollege sagen, der Enalapril und Ramipril zusammen verordnete? Oder aber der Kollege, der 5! orale Antidiabetika verordnete und den Patienten mit rezidivierenden  Hypos einwies? Wenn der Patient in ACCORD oder UKPDS gewesen wäre, hätte er aber gewaltig die Norm versaut.</p>
<p>Was ich sagen will: Auch wir im Krankenhaus bauen ab und an Blüten in Medikamentenpläne. Das Gute bei uns ist: es liest sich mindestens noch 1 weiterer den Quatsch durch, den wir fabrizieren. Leider hat ein Hausarzt nicht so eine eingebaute Sicherung. Was mich wundert, warum es keinem auffällt &#8211; weder dem Hausarzt, der den Medikamentenzettel ausdrucken lässt und teils selbst unterschreibt, noch dem Apotheker, wo die meisten Patienten, die regelmäßig Pillen holen, ihre Rabatt-Kundenkarten haben und die Computerprogramme (so werben die Apotheken) die Verträglichkeit der einzelnen Medis untereinander checken. Als &#8220;Fremder&#8221; fällt einem in der Notaufnahme natürlich sofort auf, wenn es Unstimmigkeiten gibt &#8211; man hat einen neutralen Blick, weil man den Patienten nicht kennt.  Dann muss ich immer an meine Pharmavorlesungen denken, wo es um Polypharmakotherapie im Alter ging&#8230; und ich dachte damals, das sei so einfach&#8230; bis ich irgendwann selbst Medikamentenlisten verfassen musste, die ausreichten, damit sich der Apotheker einen neuen Sportwagen kaufen konnte. Als einziges Fazit könnte man sagen, wir sollten alle kritischer mit Medikamentenplänen umgehen und die Indikationen, Kombis und so jedes Mal prüfen &#8211; im Krankenhaus bei Aufnahme und Entlassung&#8230; wenigstens&#8230; Ab dem 4. Medikament sinkt die Compliance eh auf 30%. Manchmal könnte man meinen, der Patient weiß instinktiv warum&#8230;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Morgens halb vier in Deutschland]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2009/04/29/morgens-halb-vier-in-deutschland/</link>
<pubDate>Wed, 29 Apr 2009 18:18:36 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Zeit, sich umzudrehen, die Decke hochzuziehen, aus der Ferne das frühlingshafte Vogelgezwitscher zu ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Zeit, sich umzudrehen, die Decke hochzuziehen, aus der Ferne das frühlingshafte Vogelgezwitscher zu registrieren und weiterzuschlafen. Doch was is schon normal in dieser Welt?</p>
<p>Irgendwo in Deutschland steht ein Krankenhaus, da kämpfen die Ärzte mit der A-karte in Gold gegen Müdigkeit, Augenklappern, dem Labor und der Natur des Menschen. Diese Natur besagt, dass man mit Harnwegsinfekten am besten zwischen 3.00 und 4.00 Uhr früh in eine Notaufnahme geht. Und täglich grüßt das Murmeltier. Wobei, haben Murmeltiere eigentlich Harnwegsinfekte? Die Natur des Menschen besagt außerdem, dass ein Harnwegsinfekt nichts für den kassenärztlichen Notdienst oder den Hausarzt ist. Erst recht nicht wenn es schon ein paar Tage geht. Und wenn man schon bei einem von beiden war und anbehandelt ist, dann geht man anschließend nochmal in die Notaufnahme, um die Therapie prüfen zu lassen. Schließlich haben wir freie Arztwahl. Auch zwischen 3.00 und 4.00 Uhr morgens. Wobei, gibts eigentlich auch sowas wie freie Patientenwahl?</p>
<p>Also die 5 Regeln zum Verhalten der menschlichen Natur bei Auftreten eines Harnwegsinfektes:</p>
<p>1. Ein Hausarzt oder kassenärztlicher Notdienst ist nicht der richtige Arzt.</p>
<p>2. Wenn man trotzdem da war und den HA oder KÄND aufgesucht hat, dann geht man anschließend in die Notaufnahme, um die Therapie prüfen zu lassen.</p>
<p>3. Harnwegsinfekte werden in Notaufnahmen am besten zwischen 3.00 und 4.00 Uhr morgens behandelt, weil der Arzt dort erst nach 21 Stunden arbeiten und 0 Stunden Schlaf so richtig warmgelaufen ist und die Wartezeit unter einer Stunde beträgt. Außerdem kriegt man gleich Labor.</p>
<p>4. Wenn man schon 10 Euro Notfallgebühr in der Notaufnahme gezahlt hat, dann kann man das Quartal auch immer wieder hingehen ohne neu bezahlen zu müssen. Am besten natürlich zwischen 3.00 und 4.00 Uhr morgens am Wochenende, damit man vorher noch zur Party gehen kann.</p>
<p>5. Am besten ist, man fängt gleich großartig an rumzumeckern und zu schreien, weil 30 min echt eine lange Wartezeit ist um die Uhrzeit und man ist ja schließlich extra jetzt gekommen, weil man beim Hausarzt 3 Stunden sitzen muss und das schon seit paar Tagen geht und regt sich noch auf, dass die Rettungswagen vorgezogen werden, dann haben die Schwestern irgendwann die Nase voll und schicken einen in einen extra ruhigen Raum, so dass man nicht zwischen den hustenden, keuchenden, luftnötigen, schmerzgeplagten, schwerstkranken Patienten liegen muss, die sich einfach mit dem Rettungswagen vordrängeln und echt aufgenommen werden wollen.</p>
<p>Die einzige Frage, die bleibt: Wieso geben diese doofen Ärzte in der internistischen Notaufnahme eigentlich keine Krankenscheine raus? Achja, und wieso guckt der Arzt eigentlich so grimmig? Is doch Wochenende und nach ner Party hat man doch immer gute Laune und Frühstück is ja auch bald.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das ewige Spiel... oder wie foltere ich den RD und die NA?]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2008/12/03/das-ewige-spiel-oder-wie-foltere-ich-den-rd-und-die-na/</link>
<pubDate>Wed, 03 Dec 2008 12:59:31 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
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<description><![CDATA[In den letzten Wochen hat es sich wieder gehäuft&#8230; Deshalb 4 Dinge, die man um 4.00 Uhr morgens]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>In den letzten Wochen hat es sich wieder gehäuft&#8230;</p>
<p>Deshalb 4 Dinge, die man um 4.00 Uhr morgens nicht vom Rettungsdienst oder einer Notaufnahme erwarten kann:</p>
<p>1. Ergometrien um 4.00 Uhr morgens, weil der Termin in 3 Wochen (normale Wartezeit 3 MONATE) noch so lange hin ist</p>
<p>2. ausgeschlafene Ärzte</p>
<p>3. freie Betten in Einzelzimmern bzw. das Umschieben anderer schlafender, kranker oder gar sterbender Patienten aus den Einzelzimmern raus mitten in der Nacht für Privatversicherte&#8230; das hat auch bis 8.00 Uhr Zeit. Hat schonmal jemand über den Begriff Privatliquidation nachgedacht? </p>
<p>4. Verständnis, wenn Beschwerden seit 3, 4 oder 5 Wochen gehen, sich nicht verändert haben, vom Hausarzt anbehandelt wurden und trotzdem nachts der Rettungsdienst gerufen wird &#8220;weil das endlich mal abgeklärt werden muss&#8221;. An dieser Stelle ist das einzige sinnvolle therapeutische Mittel der GMV*.</p>
<p> </p>
<p>Und noch ein paar Hinweise:</p>
<p>Der Rettungsdienst ist kein Taxi, das die Kasse mal so einfach zahlt, weil an der Klinik keine Parkplätze sind oder ähnliches.</p>
<p>Der Rettungdienst und eine Notaufnahme ist kein Hausarztersatz. Krankenscheine gibts dort nicht und auch keine Rezepte.</p>
<p>In einer Notaufnahme müssen Patienten mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit etc. auch 3-4 h warten. Wenn sie Glück haben. Sonst dauerts länger, weil erstmal Patienten mit Herzinfarkt, Lungenembolie, Kammerflimmern, Adam-Stokes-Anfällen, Magenblutungen, Nierenkoliken, Harnverhalt, Pankreatitis etc. behandelt werden. So ist das und nicht wie im Fersehen. Echt.</p>
<p>Personen unter 18 Jahren werden im Notfalldienst gewöhnlich vom Kassenärztlichen Notdienst behandelt oder von den Ambulanzen der Kinderkliniken, aber nicht von jeder x-beliebigen Notaufnahme, die 1. nicht die Berechtigung dazu haben und 2. nicht das entsprechend ausgebildete Fachpersonal. Das Auto lässt man ja auch nicht vom Gas- Wasser-Sanitärinstallateur reparieren.</p>
<p>In einer Notaufnahme läuft man als Patient nicht hin und her und guckt neugierig in andere Kabinen rein. Bei demenzkranken Patienten kann ich das noch nachvollziehen, aber nicht bei einem geistig klaren Menschen. Wer will schon dabei angeguckt werden von fremden Leuten, wenn er mit einem Fieberthermometer im Anus auf der Trage liegt und sich krümmt und kotzt, weil der Appendix gleich platzt?</p>
<p>Sowohl im Rettungsdienst als auch in einer Notaufnahme ist den Anweisungen des Personals Folge zu leisten und zwar umgehend. Wenn ich sage, bitte zurück in die Kabine und keine anderen Leute belästigen und herumschnüffeln, dann meine ich das auch so und in diesem Falle habe ich Macht und kann auf der korrekten Temperaturmessung bei jedem bestehen, und ich meine bei jedem. Die axilläre Messung ist als weniger zuverlässig einzustufen als die rektale, und wir wollen bei jedem korrekt arbeiten, insbesondere bei denen, deren wahre Erkrankung maskiert ist durch offensichtliches Wohlbefinden, was das herumwandern und in andere Kabinen gucken ermöglicht&#8230; Nach 2 gelben Karten gibts das Thermometer (und diese Erfindung stammt nicht von mir sondern von gestandenen unerschrockene Notaufnahmeschwestern). <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  jedenfalls, wenn man es zu weit treibt&#8230; und ich bin an sich ein friedliches Assistenzärztchen, was durchaus für fast alles Verständnis hat oder zumindest heucheln kann. Falls wir irgendwann mal einen Sponsor finden, verschenke ich auch gerne an die Voyeure in der Notaufnahme den aktuellen Knigge.</p>
<p> </p>
<p>* GMV = gesunder Menschenverstand.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Selbstzahler für den KTW / RTW]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2008/11/10/selbstzahler-fur-den-ktw-rtw/</link>
<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 18:18:47 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
<guid>http://assistenzarzt.wordpress.com/2008/11/10/selbstzahler-fur-den-ktw-rtw/</guid>
<description><![CDATA[&#8220;Wer einen Krankenwagen ruft, danach die vom Arzt angeratene Fahrt ins Krankenhaus aber ablehn]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#8220;Wer einen Krankenwagen ruft, danach die vom Arzt angeratene Fahrt ins Krankenhaus aber ablehnt, muss den Einsatz selbst bezahlen. Die Gründe spielen keine Rolle, wie das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel jetzt klarstellte.&#8221; Az.: B 1 KR 44/06 R</p>
<p>In den Rettungswachen dürften doch jetzt die Sektkorken knallen, oder?</p>
<p><a href="http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/finanzen_steuern/default.aspx?sid=520129">http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/finanzen_steuern/default.aspx?sid=520129</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Sags durch den Einweisungsschein]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2008/09/05/sags-durch-den-einweisungsschein/</link>
<pubDate>Fri, 05 Sep 2008 19:30:36 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
<guid>http://assistenzarzt.wordpress.com/2008/09/05/sags-durch-den-einweisungsschein/</guid>
<description><![CDATA[Bei dem Beitrag &#8220;AZ-Verschlechterung die erste&#8221; von Medizynicus keimten in mir eine Reih]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Bei dem Beitrag &#8220;<a href="http://medizynicus.blogger.de/stories/1209883/" target="_blank">AZ-Verschlechterung die erste&#8221; von Medizynicus </a>keimten in mir eine Reihe Begebenheiten auf, die ich glaubte gut verdrängt zu haben, um nicht irgendwann im Kreis zu springen und lustige Verse aufzusagen. Der geschilderte Fall ist exemplarisch für das Verhalten mancher Kollegen im kassenärztlichen Notdienst oder auch für manche Mitarbeiter bestimmter Unternehmen, die im Rettungsdienst tätig sind. In jedem meiner Dienste habe ich wenigstens einen Fall solcher Bauart dabei (dann ist es schon gut), in der Regel aber mehrere.</p>
<p>Es gibt verschiedene Varianten dieses &#8220;Greisen-Turfings&#8221;, was mich zu der Bitte veranlasst, das mir das als alter Mensch später einmal nicht passiert.  </p>
<p><strong>Variante 1 &#8211; von zuhause:</strong></p>
<p>Hochbetagter Senior/Seniorin wohnt zuhause. In der Regel pflegebedürftig, gesteigert nachtaktiv mit Verwirrung oder schon mit deutlich sichtbarer Demenz. Aus irgendeinem dem Notaufnahmearzt in der Regel unerfindlichen Grund wird ein Kassenarzt oder Rettungsdienst gerufen. Ohne jemandem etwas unterstellen zu wollen, aber das tritt gehäuft zu Feiertagen oder in der Urlaubszeit auf. Ja, da steht dann ein Arzt oder RD und guckt erstmal. Angehörige schildern entweder diffuse Symptome, die weder auf A noch auf B deuten, oder es kommt der Satz &#8220;Sie ist einfach nicht wie sonst.&#8221; Schon auf einem EW-Schein gelesen&#8230; Manchmal hört man dann auch, dass die Angehörigen sagen &#8220;So will ich sie nicht hierbehalten&#8221; oder &#8220;Sie nehmen ihn jetzt mit, so geht das hier nicht mehr, man kann ja nachts nicht mehr schlafen&#8221;. Alles O-Töne des RD. Also wird ein alter Mensch in der Regel abends oder mitten in der Nacht in eine kühle, stickige, neonbeleuchtete, laute Notaufnahme gebracht, wo er erstmal rumliegt bis Rö und Labor fertig sind und ein Arzt sich seiner annimmt. Meist ist das Labor ok, das Rö auch und der alte Mensch wird vom Transport wieder nach Hause gefahren. Der Anruf der Angehörigen zur Information, dass es gleich an der Tür klingelt, ist häufig mit Unverständnis, Keifereien und schlechter Laune der Angehörigen verbunden. Bis auf wenige Ausnahmen. Traurig.</p>
<p><strong>Variante 1 b</strong> &#8211; das ist die Variante, wo mich regelmäßig Wut auf die Angehörigen überkommt. Ich hatte es mehrfach, dass ein Patient gebracht wurde ohne Medikamentenplan, Vorbefunde, alte Epikrisen oder wenigstens einem Pflegeüberleitungsbogen, der dazu auch noch dement war und keinerlei Angaben machen konnte. Nachdem man feststellte, dass dem armen Menschen nichts fehlte und &#8211; sofern erzählen möglich war &#8211; aus den wirren Worten des Patienten hervorging, dass es zuhause einfach nicht stimmt&#8230; will man die Angehörigen erreichen, um ihnen mitzuteilen, dass sie das Familienmitglied abholen können. Doch Pustekuchen. Nirgendswo steht eine Telefonnummer, der Patient selbst sagt eine Reihe Nummern an, die aber auch in Australien sein könnten. Oder aber er kann gar nix mehr sagen, da Demenz schon zu weit fortgeschritten. Also wartet man. Aber niemand von der Familie ruft an. Stunden später ist man immer noch wild entschlossen einen dementen, evtl. pflegebedürftigen, aber sonst gesunden Menschen nach Hause zu schicken. ALso müssen andere Wege her. Telefonbuch&#8230; naja, die Chancen sind begrenzt. Da wird der Dienstarzt zum Detektiv. Und die Notaufnahme ist voll. Yippieahjee. Ich habe es einmal soweit getrieben, dass ich mich an die Polizei gewandt habe. Diese fuhren suchten über das Einwohnerregister oder wie das heißt und fanden irgendwann einen Sohn. Da fuhren sie hin und stellten fest, dass die Nachbarn berichteten, dass Oma abgeholt wurde vom RD und zwei Stunden später wurde das Auto mit Gepäck beladen und man fuhr weg. Der Vergleich mit dem Aussetzen von Hunden in der Ferienzeit hinkt vielleicht etwas, aber weit entfernt wars nicht. Ansonsten habe ich bisher immer irgendwie eine Telefonnummer herausbekommen, auch mal mit Nachbarschaftshilfe. Selten schlug mir Begeisterung entgegen. Dabei sollte man doch froh sein, wenn alle Laborwerte und die Untersuchungsbefunde normal sind und es dem Angehörigen offensichtlich gut geht, oder?</p>
<p><strong>Variante 2 &#8211; aus dem Pflegeheim</strong></p>
<p>Ich will erneut niemandem was unterstellen, aber die Tatsache, dass gehäuft Pflegeheimpatienten mit AZ-Verschlechterung an Freitagen, Samstagen oder kurz vor Feiertagen eingewiesen werden, macht mich stutzig. Wenigstens kriegt man aus dem Pflegeheim einen Überleitungsbogen und hat die Medis und die Diagnosen. Wenigstens kann man den Patienten wieder zurückschicken, wenn man feststellt, da ist nix oder einen Harnwegsinfekt kann man auch ambulant behandeln. Doch auch hier fällt auf, dass die Info an die Pflegeheime häufig mit Wiederwillen der Mitarbeiter dort entgegengenommen wird oder man anfängt wie auf einem Basar zu handeln&#8230; &#8220;gehts nich auch erst nach xy Uhr?&#8221; &#8220;Können sie ihn nicht morgen erst schicken?&#8221; &#8220;Können sie ihn nicht dabehalten?&#8221;  oder aber dass einem aggressiv gesagt wird &#8220;den nehm ich nicht zurück, versuchen sie es morgen nochmal&#8221; &#8211; das sind ebenfalls O-Töne. In mir taucht dann immer das Bild eines Trickfilms mit einem wutschnaubenden dampfenden Stier auf, der mit den Hufen scharrt und den Kopf gefährlich senkt.</p>
<p>Was mich auch immer nachdenklich macht, ist die Frage, wie das abläuft, wenn ein RD oder Kassenarzt ins Pflegeheim gerufen wird. Häufig können die Bewohner keine Angaben machen. Man muss sich dann auf die des Personals verlassen, egal wie unpräzise die sind. Ich kann die schon irgendwie verstehen, dass dann eben sowas wie &#8220;Az-Verschlechterung&#8221; auf dem Einweisungsschein rauskommt. Aber es ist unheimlich nervig, wenn man dann anfängt nach der Stecknadel im Heuhaufen zu suchen. Häufig ruft man erstmal im Pflegeheim an und lässt sich erklären, was eigentlich war, wenn der Patient es einem nicht sagen kann. Wieso können solche ANgaben nicht auf dem Schein vermerkt werden? Wenn man dann sowas hört wie &#8220;hat ein paar mal gehustet&#8221; oder &#8220;ist nachts so unruhig&#8221; oder andere Dinge, dann fragt man sich, wieso dieser alte Mensch, der da so friedlich auf der Trage schlummert oder genau das Gegenteil völlig verängstigt nach seiner Tochter ruft, und ansonsten völlig normale Befunde hat, mitten in der Nacht durch die Stadt oder Land gekarrt wird und dem Stress einer Notaufnahme ausgesetzt wird, anstatt ihn friedlich schlummern zu lassen und am nächsten Tag den Hausarzt anzurufen, wenns denn sein muss. Im Übrigen sind Demenzkranke fast alle nachts unruhig, das ist eines der Merkmale der Erkrankung. Aber da ist ein Neurologe gefragt und das auch nicht im Notdienst.</p>
<p>Mir tun da immer die Patienten leid, die hin und hergefahren werden, und den Ablauf der Notaufnahme ertragen müssen und &#8211; sofern noch Wahrnehmung der Umgebung erfolgt &#8211; trotz ihrer Demenzerkrankung mitbekommen, dass sie zuhause lästig geworden sind. Wenn man darüber nachdenkt, kommen Geschichten raus, die gut verstehen lassen, warum viele Angst vor dem Alter und der Hilfebedüftigkeit haben. Familienpsychologie ist ein kompliziertes Feld&#8230; aber wie enttäuscht müssen alte Leute sein, die merken, dass ihre Kinder die Nase voll haben von ihnen, wo sie Hilfe brauchen. Ich will nicht sagen, dass jeder unbedingt ein glänzendes Vorbild war als Eltern oder eine Paradekindheit hatte und ich weiß auch, dass es häufig zu Spannungen in den Familien kommt. Aber wenn man sich verpflichtet, sich um jemanden zu kümmern und ihn zu sich nimmt und das Pflegegeld kassiert, dann hat man verdammt noch mal die Pflicht, sich auch zu kümmern und wenn man merkt, man schafft es nicht, dann muss man halt sagen, es geht nicht und die anderen Wege mit Pflegedienst und Pflegeheim einschlagen. Solche oben beschriebenen Aktionen sind in meinen Augen nicht unbedingt der Würde alter Menschen zuträglich.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Gewalttätige Patienten]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2008/08/11/gewalttatige-patienten/</link>
<pubDate>Mon, 11 Aug 2008 18:02:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
<guid>http://assistenzarzt.wordpress.com/2008/08/11/gewalttatige-patienten/</guid>
<description><![CDATA[Es hat bisher noch nie in meinem Medizinerdasein die Situation gegeben, wo ich wirklich das Gefühl h]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Es hat bisher noch nie in meinem Medizinerdasein die Situation gegeben, wo ich wirklich das Gefühl hatte, in den nächsten Sekunden eskaliert die Situation und du kriegst sie nicht unter Kontrolle.</p>
<p>Ich habe bereits öfter das zweifelhafte Vergnügen gehabt, mich mit pöbelnden alkoholisierten Patienten abmühen zu müssen. Aber mit der Zeit hat man den Bogen raus &#8211; man darf sie nicht drängen, nicht unter Druck setzen, aber muss klare Grenzen ziehen. Zum Beispiel ist es für mich ein Tabu, dass mich so jemand am Arm fasst. Da kann ich als weibliche Person auch mal einen gefährlichen Ton entwickeln und laut werden. Und wenn sie gehen wollen, und können&#8230;, dann rufen wir ihnen auch ein Taxi oder lassen sie abholen, manchmal verdünnisieren sie sich auch selbst. Demente Patienten sind die andere Kategorie, wo man sich manchmal in acht nehmen muss, weil sie es nicht toll finden, sich iv-Zugänge legen zu lassen. Da flog mir auch schon so manches mal ein Arm oder Bein entgegen oder das Tablett mit Nadel um die Ohren. Richtig erwischt hats mich mal bei einem geistig behinderten Patienten, da war ich ernsthaft verletzt. Tritte abgefangen habe ich auch schon zwei drei male, zum Glück mit den Armen und nicht dem Bauch oder so. Und zwei mal traf mich ein Arm bzw. ein Bein am Kopf, aber es blieb bei einer schmerzenden Stelle. Nadeln die um mich flogen habe ich nicht gezählt, geschätzt dürften es auch so 4 oder 5 sein bei diesen Situationen.<br />
Manchmal brauchte ich die Hilfe eines Zivis, einer Schwester, PJler oder eines Kollegen, um jemanden festzuhalten, der nicht mehr entscheidungsfähig war, z.B. um einen iv-Zugang zu legen oder jemandem im Delir zu fixieren.</p>
<p>Noch nie ist es mir aber passiert, dass ich wie in amerikanischen Ärzteserien den Sicherheitsdienst rufen musste. Bis neulich. Der Patient war alkoholisiert, bis dahin friedlich wenn auch mit lauter Stimme. Doch von einer Sekunde auf die andere änderte er sein Verhalten. Er wollte gehen, aber anstatt das einfach zu tun (ich hätte ihm auch gerne den Weg gezeigt), fing er an das Personal zu bedrohen, so als würde man ihn aufhalten. Dabei hat ihn keiner aufgehalten. Keiner hat sich ihm in den Weg Richtung Ausgang gestellt, also ihm optisch vermittelt, dass er eingekesselt sei. Der Weg war frei. Es nützte nichts, dass wir versucht haben, ganz ruhig zu bleiben, ihm zu vermitteln, alles ist ok, du hast die Macht über deinen Willen dorthin zu gehen, wo auch immer du hin willst. Wie gesagt, ich habe bisher auch spannungsgeladene Situationen entschärfen können. Aber da waren die Patienten nicht derartig körperlich überlegen und nicht des Wahnsinns fette Beute. Ein sekundenbruchteil langer Blick in sein Gesicht und seine Augen reichte mir, um das erste Mal in meiner Medizinerlaufbahn zu denken &#8220;Ok, das wird nichts, das eskaliert, bring dich in Sicherheit.&#8221; Was ich in der nächsten Sekunde auch tat und dabei verfluchte, dass man mit Piepern nicht telefonieren kann. Eine Tür in Sprungweite griff ich zum nächsten Telefon und rief den Sicherheitsdienst. Bloss nicht zu laut das Wort sagen, um die Situation nicht zum Explodieren zu bringen. Für einen Moment überlegte ich beim Sprechen, ob das zu hoch gegriffen sei, gleich die Jungs mit den breiten Schultern zu rufen. Was die nächsten Sekunden folgte, war die brenzligste Situation die ich bisher erlebt habe. Völlig unvermittelt riss sich dieser Irre einen Verband ab, dass das Blut quer durch den Raum spritzte und mehrere Leute einsaute. Intuitiv hatte ich mich bei seinen vorhergehenden Bewegungen hinter einem Raumteiler in Sicherheit gebracht. Dann holte er Sekundenbruchteile später blutüberströmt aus und griff die Leute körperlich an. Hätten die nicht blitzschnell reagiert, hätten wir uns über Hepatitis- und HIV-Prophylaxe Gedanken machen müssen, denn bei solchen weiß man ja nie und Blutproben hatten wir nicht von ihm. Irgendwer schrie &#8220;Geh&#8217;n Sie!&#8221; und &#8220;Raus!&#8221; und zum Glück ließ er von uns ab und trollte sich schwankend und blutend zum Ausgang. Wir blieben zurück im eingesauten &#8220;emergency room&#8221; und leider kam ich mir in diesem Moment auch so vor wie irgendwo in der Bronx oder den wilden Vierteln von Chicago. Der Sicherheitsdienst kam dann auch irgendwann&#8230;</p>
<p>Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn ich Kinder hätte, wäre das der Moment gewesen, wo ich ernsthaft überlegt hätte, ob ich diesen ganzen Schrott von Diensten und Notaufnahme weiter mitmache. Ich meine, du weißt doch nie, ob du beim nächsten Mal auch so viel Glück hast. Keine hundert Kilometer weiter ist eine Ärztin fast erstochen worden von einem Patienten und dass in einer Beamtenstadt wo die Verbrechensrate unter dem Landesdurchschnitt der Städte liegt. Weiß ich, ob der nicht auch irgendwo was in der Jackentasche hatte? Was wäre gewesen, wenn der Blödmann jemanden verletzt hätte und die Wunde des anderen mit seinem Blut kontaminiert hätte? Wir hätten nichtmal seinen Infektionsstatus gekannt. Was wäre gewesen, wenn er andere, hilflose Patienten angegriffen hätte? Womit hätte man sich da wehren sollen wo der im Vergleich zu uns 40 Kilo mehr und 25 cm größer war? Ihm AHD in die Augen schütten? Mit dem Pieper nach ihm werfen? Unsere Butterflys haben weiß gott nicht die Gefährlichkeit der &#8220;Straßen&#8221;-Butterflys. Noch nie habe ich mich plötzlich im Krankenhaus so in Gefahr gewähnt und ich muss sagen, ich freue mich, dass ich nicht gedacht habe, sondern nur auf meinen Instinkt gehört, der mir sagte &#8220;Danger&#8221;. Es sicherte mich einen kontaminationsfreien Dienst, eine Haut ohne Platzwunden und Prellmarken&#8230;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ist es die da nachts um halb drei?]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2008/08/02/ist-es-die-da-nachts-um-halb-drei/</link>
<pubDate>Sat, 02 Aug 2008 11:31:15 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Doc Blog brachte mich durch einen Beitrag auf das Reizthema &#8220;Patienten die sich nachts mit Bag]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://doctoreblog.blogspot.com/" target="_blank">Doc Blog</a> brachte mich durch einen Beitrag auf das Reizthema &#8220;Patienten die sich nachts mit Bagatellen vorstellen, um sich Wartezeit zu ersparen.&#8221; Was könnte ich  mich darüber aufregen&#8230; Ist es die da, nachts um halb drei, die dich zum Wahnsinn treibt&#8230; ja, die gehören mit dazu.</p>
<p>Zur Erklärung: Es gibt 3 Sorten Patienten in einem 24h-Dienst.</p>
<p><strong>Sorte 1</strong></p>
<p>- die wirklich krankenhausreifen Kranken. Sie kommen zu jeder Tages- und Nachtzeit. Aber das ist auch egal. Da weiß man, wofür man arbeitet. Es fällt einem nicht schwer, einem zyanotischen älteren Herren mit dicken Beinen und dicken Halsvenen, nachts einen iv-Zugang zu legen und Furesis zu spritzen. Da braucht man keine besondere Motivation für. Selbst hoch fiebernde Pflegepatienten mit der x-ten Pneumonie und besorgten Kindern dabei machen einen vielleicht depressiv, weil eh schon genug Waschpatienten da sind und man sowieso keine Betten mehr hat, aber auch da weiß man, dass das nächtliche Aufstehen bzw. wachbleiben einen Sinn macht und man einen Zielauftrag hat (finde raus, was es ist und gib ne anständige Antibiose, damit er bald wieder zur Family nach Hause kann). Ich springe auch, wenn der RD kommt und eine Allergische Reaktion auf unbekannt bringt und jemand mit hochrotem Körper und dicker Zunge auf der Trage liegt. Keine Frage, das gehört in eine Notaufnahme.</p>
<p><strong>Sorte 2</strong></p>
<p>- die leicht Kranken oder gar nicht Kranken mit nur Angst davor schwer krank zu sein. In jeder Notaufnahme tummeln sich Infarktausschlüsse aller Art &#8211; Menschen die jemanden in der Familie haben der gerade herzkrank geworden ist, junge Leute die Angst haben vor Herzinfarkten, gestresste Mütter die ihr Herz pochen hören usw. Auch da ist es berechtigt nachzusehen und das schlimmste auszuschließen, auch wenns zuweilen nervt. Die jüngste Infarktpatientin, die ich jemals erlebt habe, war knapp über 20 und wäre fast gestorben. Es gibt also nichts, was es nicht gibt. Aber merke: Die wirklich einen Infarkt haben, werden meist vom Hausarzt geschickt, kommen zu Fuß, mit eigenem PKW oder per ÖPNV, sitzen artig mit ihren Schmerzen im Wartezimmer bis sie dran sind (was auch mal ne ganze Weile&#8230; 3 h dauern kann), dann steht auf dem EW-Schein etwas wie &#8220;V.a. Pneumonie&#8221; oder &#8220;V.a. Schulter-Arm-Syndrom&#8221; und wenn man sie dann befragt und untersucht (und später das Labor und EKG sieht), dann kriegt man große Augen und es muss alles sehr schnell gehen.  Also wie gesagt: LE oder aMI ausschließen ist ok auch wenns nervt.</p>
<p><strong>Sorte 3</strong></p>
<p>- die mit einfachen Dingen, die der Hausarzt behandeln kann und / oder die nachts kommen, weil dann die Wartezeit kurz ist. Diese Leute machen mich wahnsinnig und aggressiv. Meistens gehören sie den Baujahren zwischen 1975 und 1990 an. Gerade die Leute unter 25 haben so gut wie keine Kenntnisse über Hausmittel, über ich sag mal &#8220;das was normal ist&#8221; oder über höfliches Verhalten. Beispiele:</p>
<p>1. Schnupfen seit 2 Tagen, die Nase ist zu, man kann nicht schlafen. Also geht man in die Krankenhaus-Notaufnahme so gegen Mitternacht. Folgende Antworten kamen: &#8220;Beim Hausarzt hätts so lange gedauert&#8221; &#8220;So kann mir gleich was aus der Apotheke holen heute nacht&#8221; (Häää? Und was war an den zwei Tagen vorher? Waren Apotheken da noch nicht erfunden?) &#8220;Ich brauch nen Krankenschein.&#8221; &#8221;Wie, sie dürfen keine Krankenscheine ausstellen? Wieso schreiben Sie das nicht vorne dran? Dann hätte ich mir die 10 Euro auch sparen können! Dann will ich mein Geld wieder haben. Ich krieg ja nichtmal ein Rezept von ihnen!&#8221;</p>
<p>2. 30 Grad, blauer Himmel, Supersonnensommerwetter. Tagsüber grillen am Strand oder Badesee. Abends nach dem Grillen feststellen, die Schultern schlagen Blasen und tun weh. Also geht man in die Notaufnahme, aber erst nach Mitternacht. Antworten: &#8220;Wieso dauert das denn solang hier bei Ihnen, ich warte schon ne halbe Stunde.&#8221; &#8211; &#8220;Wir hatten einen Schockraumpatienten, der ist doch an Ihnen vorbeigefahren, haben Sie doch gesehen.&#8221; &#8211; &#8220;Eh echt, muss man sich hier mit nem Rettungswagen herfahren lassen, damit man nich im Wartezimmer verhungert?&#8221;. &#8220;Ich dachte, wenn man Sonnencreme nimmt, dann reicht das den Tag lang.&#8221; &#8220;Können Sie mir nicht irgendwas spritzen, damit das weggeht?&#8221; &#8220;Ich brauch aber ein starkes Schmerzmittel, ich bin sehr empfindlich.&#8221; &#8220;Krieg ich kein Rezept oder sowas?&#8221; &#8220;War das jetzt alles, das sie mir sagen, viel trinken, Quark und kalte Umschläge drauftun und Paracetamol nehmen? Dafür hab ich jetzt 10 Euro gezahlt?&#8221; Ja, und für den Hinweis morgen zum Hausarzt zu gehen, falls es schlimmer wird und sich gefälligst an die Empfehlungen auf der Sonnencremepackung zu halten und nach Ablauf der Eigenschutz+LSF-ZEit ein T-Shirt anzuziehen.</p>
<p>3. Jung, grad um die zwanzig, bauchfrei sowohl T-Shirt als auch Jacke kommt mit Brennen beim Wasserlassen und dauerndem Harndrang. Seit dem Morgen. Jetzt ist es schon weit nach Mitternacht. Hausarzt? &#8211; ich hab keinen. Tagsüber zum Arzt &#8211; ging nicht weil Schule / Arbeit / Konzertkarten / äh, wie man kann auch tagsüber zum Arzt gehen? Was gibts da für 10 Euro? Nen U-Status, ein paar Ratschläge  &#8211; viel trinken, warm halten, mal was ordentliches anziehen, wo man nicht die halbe Welt südlich des Bauchnabels sieht, und eine Tbl. Cipro plus die Anweisung einige Stunden später zum Hausarzt zu gehen bzw. sich einen zu suchen und ein Rezept für selbiges Antibiotikum zu holen. Rezepte gibts nicht im Krankenhaus. Und beim nächsten mal gleich zum Hausarzt oder halt zum KÄND. Also das was Mutti auch gesagt hätte, wenn man sie mal gefragt hätte&#8230; wozu haben die alle Handy?</p>
<p>4. &#8220;Ich kann nicht schlucken. Seit gestern. Es tut weh. Und das Penicillin was ich seit heute nehme hat auch noch nicht geholfen. Ich will ein anderes Antibiotikum.&#8221; &#8211; &#8220;Haben Sie es mal mit Paracetamol oder Novalgin versucht?&#8221; &#8211; &#8220;Hä?&#8221; &#8211; &#8220;Na gegen die Schmerzen ein Schmerzmittel nehmen.&#8221; &#8211; &#8220;Auf&#8217;m Rezept stand nur Penicillin.&#8221; Wieso fragt der dann nicht noch mal nach? Das tut man doch, wenn man wegen Schmerzen zum Arzt geht. Ich bin mir sicher, dass der Hausarzt ein Schmerzmittel empfohlen hat. Das machen sie alle. Aber man muss es selbst kaufen. Millionen Deutsche konsumieren Schmerzmittel in rauen Mengen. Ich treffe auf den einen, der es nicht tut&#8230; Mitten in der Nacht wohlgemerkt. Es bleibt mir nichts anderes übrig als Apotheken-Umschau oder Gesundheitsbeilage der Regionalpostille zu spielen und  über die Wirkungsweise von Antibiotika und Schmerzmitteln aufklären &#8211; eins gegen Bakterien, eins gegen den Schmerz. Zwischendurch muss ich allerdings noch zwei zyanotische Patienten vom RD übernehmen, was den jungen Herrn fast irre macht. Damit er mir nicht anfängt rumzuschreien kriegt er ne Paracetamol eingeholfen und einen großen Zettel auf dem Paracetamol steht und mit dem er 4 Stunden später zur Apotheke gehen soll um sich ne Packung zu holen. Achso und den Hinweis, dass er das Penicillin auch weiternehmen muss. Man weiß ja nie, manche Dinge scheinen sich doch nicht von alleine zu erklären.</p>
<p>5. Der Pickel. Nach dem Duschen bemerkte man auf exponierter Stelle (jedenfalls wenn man so einen riesigen Ausschnitt hat) einen roten Punkt, der sich offensichtlich daran machte, ein echter Pickel werden zu wollen. Was tut man da? Falsch, keinen Abdeckstift oder sowas. Man geht in die Notaufnahme so gegen halb eins. &#8220;Nee, also bis morgen früh der Hausarzt aufmacht wollte ich nicht warten. Da muss ich dann auch immer so lange warten, nur um mir sagen zu lassen, das ist nichts. Hier gehts schneller.&#8221; Aufklärung, dass wir ein KRANKENHAUS sind und keine Ambulanz, dass die Notaufnahme da ist um die Patienten für die Stationen aufzunehmen und nicht nachts ein billiger und schneller Hausarztersatz zu sein. Das folgende Zucken der Schultern ließ meinen Blutdruck gefährlich steigen. Der Busen wird aufreizend nach vorne gestreckt, der BH lasziv entfernt. Unser RD-Praktikant kriegt rote Ohren und verschwindet schnell.  &#8220;Is denn kein zweiter Doktor da, der auch noch mal gucken kann zur Sicherheit?&#8221; Enttäuschung, dass ich weiblich bin oder was schwingt da jetzt im Dialog mit rüber? Mich beeindruckt Cup C mit PushUp nicht im Geringsten. Schon gar nicht, wenn es zwei Etagen drüber so hohl klingt. Ich kann auch noch unseren Chirurgen holen, aber der steht auf Jungs. <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />   Falscher Abend um mit weiblichen Reizen Doktoren beeindrucken zu wollen&#8230; Nach langer Suche finde ich dann auch den roten Punkt. Wie niedlich, so klein und will schon ein Pickel werden. Ausführliche Aufklärung, dass aus Pickeln und auch solchen, die gerade noch erst ein richtiger Pickel werden wollen, nur äußerst selten Blutvergiftungen werden, außer man drückt wild darauf herum. Sie soll beobachten und wenns schlimm wird zum Hausarzt und Hautarzt gehen. Sorry, liebe Kollegen, aber irgendwer wird als Mann mal auf den Busen gucken müssen, damit die liebe Seele ruh hat&#8230;</p>
<p>Was einen aber auf die Palme treibt sind Thromboseausschlüsse&#8230; Wieso geht das nicht, dass man erstmal zum Hausarzt geht, sich das Bein wickeln lässt und ein NIMH spritzen. Und am nächsten Tag, wenn der Hausarzt das D-Dimer hat, ggf. die Überweisung zum Angiologen oder Duplexkundigen Facharzt erfolgt? Und wieso wartet man mit schmerzenden Beinen aller Art immer bis abends 19.00 oder 20.00 Uhr? Weil man da vom KÄND automatisch den Transportschein kriegt egal wie jung man ist? In jedem Dienst könnte man eine Schwester alleine damit beschäftigen, nur D-Dimere abzunehmen und Beinumfänge zu messen. 90% sind unauffällig. Bei den 10% der auffälligen findet sich eine Thrombose nur in wenigen Fällen&#8230; i.d.R. sind es Zerrungen, Prellungen, Überlastungen, Angstzustände (ich bin geflogen, habe ich jetzt eine Thrombose, weil mein Sockengummi zu sehen ist in der Haut?), mal ne Bakerzyste die geplatzt ist.</p>
<p>Ja, und wenn man sich das alles so anguckt und erlebt und dann auf der anderen Seite sieht, wie sehr Gesundheitspostillen boomen und auch das Internet überfrachtet ist mit Ratgebern und Hausmitteltipps, dann fragt man sich, wieso manche Leute eigentlich nix, aber auch gar nix über so banale Dinge wie einen Sonnenbrand wissen. Dem Trend, aufgrund der geringen Wartezeiten mitten in der Nacht Ärzte im 24 (oder mehr) Stunden Dienst um ein paar Minuten Schlaf zu bringen, kann man aber begegnen&#8230; Triage eben, das wichtigste / die kränkesten zuerst&#8230;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Medizinlexikon - Das CorsaKauf-Syndrom]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2008/06/03/medizinlexikon-das-corsakauf-syndrom/</link>
<pubDate>Tue, 03 Jun 2008 16:01:32 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Das CorsaKauf-Syndrom ist eine noch junge Krankheit, deren Erstbeschreibern es bisher noch nicht gel]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Das CorsaKauf-Syndrom ist eine noch junge Krankheit, deren Erstbeschreibern es bisher noch nicht gelang, es in einschlägigen Journals zu publizieren.</p>
<p>Gehäuft tritt das CorsaKauf-Syndrom in der Generation der über 70 Jährigen auf. Hier betrifft es vor allem Männer, vornehmlich welche, die Hut tragen und aufgrund einer zunehmenden Sehschwäche starke Brillengläser benötigen. Die betroffenen Patienten sind dann vor allem im morgendlichen Berufsverkehr unterwegs, jedoch ohne erkennbare Notwendigkeit um diese frühe Uhrzeit irgendwo hin zu müssen. In der Regel fahren sie mit Geschwindigkeiten, die 20 kmh unter der erlaubten Höchstgeschwindigkeit liegen. Auf sanfte Hinweise anderer Verkehrsteilnehmer erfolgt keine adäquate Reaktion.</p>
<p>Häufig tritt gerade an großen Kreuzungen, Abzweigen und Autobahnkreuzen aufgrund der Reizüberflutung eine Desorientiertheit ein. Paradoxe Handlungen sind gehäuft die Folge, z.B. in der Geradeausspur warten, weil man links abbiegen will, aber sich nicht eingeordnet hat.  Parallelen zum Korsakow-Syndrom lassen sich in der verzerrten Wahrnehmung der Realität ziehen. So wird die eigentliche Geschwindigkeit als &#8220;mindestens 10 über erlaubt&#8221; wahrgenommen, objektiv jedoch wie o.g. 20 kmh unter der erlaubten Höchstgeschwindigkeit. Ähnliches lässt sich beim Einparken beobachten, so dass häufig 2 Lücken benötigt werden, wobei der Trennstreifen als Markierung für &#8221;genau in die Mitte zwischen die zwei Reifen&#8221; genutzt wird. </p>
<p>Patienten haben zum Teil Erinnerungslücken und füllen sie durch weiter entfernt zurückliegende Erinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis oder wahrgenommenen Informationen ohne eigentlichen Zusammenhang zur Situation aus. Dies führt häufig zu Dysharmonien mit dem Partner und Meinungsverschiedenheiten. Bsp: &#8220;Nein, ich bin an der letzten Kreuzung rechts abgebogen, da war doch der Minimal mit dem HB-Männchen davor. Und jetzt halt endlich den Mund, ich fahre immer und das schon seit über 50 Jahren.&#8221;</p>
<p>Rettungsdienstkräfte berichten über ein weiteres Symptom. So ist zu verzeichnen, dass gehäuft auch Patienten mit CorsaKauf-Syndrom in Situationen eines herannahenden RTWs zu ungewöhnlichen Reaktionen wie plötzlichem Bremsen, langsamen Weiterfahren ohne die Spur zu räumen oder schlichtweg Ignoranz des Licht-und Tonspiels des Einsatzfahrzeugs neigen. Die Gründe hierfür sind Forschungsgegenstand einer weiteren Gruppe aus dem Kreis der Erstbeschreiber. Ergebnisse werden aber erst in den nächsten Jahren erwartet.</p>
<p>Ein indirektes Zeichen für ein CorsaKauf-Syndrom ist der Wackeldackel auf der Hutablage, alternativ ein gehäkeltes Kissen. Hierauf sollte sich der diagnostizierende Arzt aber nicht verlassen.</p>
<p>Therapeutische Optionen lassen auch die Erstbeschreiber vermissen. Sie raten lediglich zu einem vorsichtigen Umgang und Vermeiden eines direkten Kontaktes im Straßenverkehr.</p>
<p>Die Erstbeschreiber möchten durch eine geplante Kampagne zur Rehabilitation der Betroffenen beitragen. Es sollte nicht mehr länger einfach nur von &#8220;Opa mit Hut und Opel Corsa&#8221; gesprochen werden sondern die Krankheit CorsaKauf-Syndrom auch als solche anerkannt werden.</p>
<p> <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Etwas neu macht der Mai]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2008/05/10/etwas-neu-macht-der-mai/</link>
<pubDate>Sat, 10 May 2008 17:51:52 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
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<description><![CDATA[So, Assistenzarzt hats endlich geschafft und die Alkoholintox-Gedächtnis-Liste etwas aufgehübscht un]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>So, Assistenzarzt hats endlich geschafft und die Alkoholintox-Gedächtnis-Liste etwas aufgehübscht und überarbeitet. Herausgekommen ist die Glasses of Alcohol Coma Scale (ein kleines Wortspiel <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  für die RDler). Dem ganzen wurde eine komplette Seite in diesem Blog eingerichtet&#8230; siehe oben gleich neben den Chirurgenwitzen&#8230;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Die Alkoholintox-Gedächtnis-Liste]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2008/01/11/die-alkoholintox-gedachtnis-liste/</link>
<pubDate>Fri, 11 Jan 2008 18:50:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
<guid>http://assistenzarzt.wordpress.com/2008/01/11/die-alkoholintox-gedachtnis-liste/</guid>
<description><![CDATA[So, ich hatte dann mal wieder die Faxen dicke, nachdem Mr. C2 um 3.30 Uhr lallend ins Waschbecken de]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>So, ich hatte dann mal wieder die Faxen dicke, nachdem Mr. C2 um 3.30 Uhr lallend ins Waschbecken der Notaufnahme pinkelte. Es is mir auch nicht so ganz klar, warum die Ehefrau den KV-Dienst rief, wo sie das Phänomen &#8220;saufen bis man nicht mehr sprechen kann&#8221; bereits kannte und er ständig unter Stoff stehen muss, weils ohne nicht mehr geht. Doch eigentlich ist es mir klar: sowas neben sich im Bett liegen zu haben, nein, das muss man echt nicht haben. Ja, da lag Mr. C2 dann auf der Trage, Gitter hoch, Ente (ich meine die Pinkelente) im Arm, in ruhigen Atemzügen schlafend, als Assistenzarzt wenigstens 3 Worte mit ihm wechseln musste. Fazit: Ansprechbar, antwortet, hat vor lauter Sorgen gesoffen, aber die sind gute Schwimmer und ließen sich nicht im Schnaps ertränken (er versuchts trotzdem jeden Tag), wollte schlafen, kardiopulmonal stabil, stinkt. Also lassen wir Mr. C2 schlafend stinken mit der Drohung ihn auf die nächste Parkbank zu verfrachten falls er nochmal die Sanitärkeramik zweckentfremdet. Eine Stunde später wollte er lallend und schlaftrunken Distraneurin haben. Gibbet nich bei 2,9 Promille und schlafen, aber ich kann gerne die Ehefrau anrufen zum abholen und zuhause weiterschlafen / &#8211; saufen? Nö, die Olle will er jez nich sehn.</p>
<p>Zu Ehren aller Mr.C2 dieser Welt &#8211; sponsored by Anheuser Busch, Becks und all den anderen cervisierenden Herstellern sowie den meisternden Jägern, Feiglingen, Kornen, Klaren und anderen spirituellen Geisterproduzenten &#8211; schlage ich vor, eine Alkoholintox-Gedächtnis-Liste zu beginnen, weil ich weiß, dass in etlichen Rettungswachen bereits eine Top-Scorer-Liste geführt wird. Maßgebend sind hier aber nicht nur die schnöden Zahlen sondern auch &#8220;Begleitumstände&#8221;.</p>
<p><strong>Waschbeckenpinkeln plus 10 Zusatzpunkte,</strong></p>
<p><strong>aus der Blumenvase trinken 15 Zusatzpunkte,</strong></p>
<p><strong>alles vollkotzen macht 10 Punkte Abzug,</strong></p>
<p><strong>das Desinfektionsmittel aus dem Spender trinken wollen plus 5 Punkte,</strong></p>
<p><strong>rumheulen über den Weltschmerz minus 5 Punkte,</strong></p>
<p><strong>stinken nach Katzenpipi minus 10 Punkte,</strong></p>
<p><strong>stinken nach Katzenpipi und Kamelpups minus 20 Punkte,</strong></p>
<p><strong>das Personal um &#8220;nen kleinen Schnäppi&#8221; anbetteln plus 10 Punkte,</strong></p>
<p><strong>unter 20 Jahren sein plus 10 Punkte,</strong></p>
<p><strong>sich von Mutti abholen lassen müssen plus 20 Punkte,</strong></p>
<p><strong>sich anschließend über die nasse Hose zwischen den Beinen beschweren minus 5 Punkte,</strong></p>
<p><strong>auf dem Flur an bestimmten Dingen südlich des Bauchnabels manipulieren minus 10 Punkte,</strong></p>
<p><strong>ständig dem Pfleger auf den Hintern langen wollen plus 10 Punkte,</strong></p>
<p><strong>staunend erkennen dass es gar keine Schwester ist plus 20 Punkte&#8230;</strong></p>
<p>Somit hätten wir bei Mr. C2 des Tages 2,9 Promille plus 10 Zusatzpunkte. Durchschnitt würde ich sagen.</p>
<p>.</p>
<p>14.01.08 &#8211; Ergänzung der Liste:</p>
<p><strong>das Personal permanent versuchen anzufassen minus 5 Punkte,</strong></p>
<p><strong>das Personal konsequent duzen und mit Kumpel anreden plus 5 Punkte,</strong></p>
<p><strong>den Sicherheitsmann mit Boxeinlagen beglücken minus 10 Punkte,</strong></p>
<p><strong>überall leicht wankend umherlaufen und zu jedem sagen &#8220;Eh duhu, komma heher&#8221; plus 5 Punkte</strong></p>
<p><strong>sich über jede Anweisung des Personals hinwegsetzen minus 15 Punkte</strong></p>
<p><strong>in den Aufenthaltsraum des Personals gehen minus 20 Punkte</strong></p>
<p>auf Anregung von Hypnosekröte:</p>
<p><strong>sich im Untersuchungszimmer eine Kippe anstecken minus 5 Punkte</strong></p>
<p><strong>sich im Untersuchungszimmer einen Joint anstecken minus 15 Punkte</strong></p>
<p><strong></strong></p>
<p>Aufgrund zahlreicher weiterer Vorschläge von rettungsblogger.de und Hypnosekröte und eigener Erfahrungen erfolgt am 17.01.08 eine erneute Erweiterung der Liste:</p>
<p><strong>mit offenen Verletzungen durch die Notaufnahme toben und alles vollbluten minus 20 Punkte</strong></p>
<p><strong>an den Reanimationswagen pinkeln minus 20 Punkte</strong></p>
<p><strong>IN den Reanimationswagen pinkeln minus 50 Punkte (und eine Defi-Entladung gratis)</strong></p>
<p><strong>dem PJ einen Underberg anbieten plus 1 Punkt</strong></p>
<p><strong>der Schwester einen Underberg anbieten plus 5 Punkte</strong></p>
<p><strong>dem Arzt / Ärztin einen Underberg anbieten plus 10 Punkte</strong></p>
<p><strong>dem zufällig reinschauenden Chefarzt einen Underberg anbieten plus 30 Punkte</strong></p>
<p><strong>die Welt jeden Tag neu entdecken, negatives einfach vergessen und Sympathien neu erobern dank Korsakow-Syndrom plus 20 Punkte</strong></p>
<p><strong>für die Entgiftung die exakt notwendige Dosis des Distraneurins vorhersagen plus 15 Punkte</strong></p>
<p><strong>den Pfleger anbetteln &#8220;och Süßer gib mir doch nen Kuss oder magst du mich nicht&#8221; minus 10 Punkte</strong></p>
<p><strong>Gemeinschaftssinn entwickeln und zuhause nicht alleine saufen dank gleichgeartetem Lebenspartner plus 5 Punkte</strong></p>
<p><strong>sich vom Lebenspartner mit Nachschub versorgen lassen im Krankenhaus (spart Distraneurin, Halo und Haemiton) plus 15 Punkte</strong></p>
<p><strong>die leeren Piccolo-Flaschen im Treppenhaus stehen lassen minus 5 Punkte</strong></p>
<p><strong>Alkoholabusus in der Schwangerschaft minus 50 Punkte</strong></p>
<p><strong>stinken nach Aschenbecher und Köhlerhof minus 5 Punkte</strong></p>
<p><strong>stinken nach saurem Mageninhalt minus 30 Punkte</strong></p>
<p><strong>im Krankenhaus im Doppelzimmer auf der / dem C2-abhängigen Lebensgefährten/in liegen und Tätigkeiten zur Arterhaltung nachgehen minus 20 Punkte</strong></p>
<p><strong>nichtmal aufhören wenn das Personal reinkommt minus 30 Punkte</strong></p>
<p><strong>den Arzt warnen, dass im Entzug stets epileptische Anfälle auftreten plus 10 Punkte</strong></p>
<p><strong>den Leitsatz &#8220;Bier ist kein Alkohol&#8221; zur Beantwortung der Frage &#8220;Sie haben also sehr viel Alkohol getrunken heute abend?&#8221; wählen plus 2 Punkte</strong></p>
<p><strong>ein T-Shirt mit der Aufschrift &#8220;Bier formte diesen Körper&#8221; tragen plus 20 Punkte</strong></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Spannung beim Spannungspneumothorax]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2008/01/11/spannung-beim-spannungspneumothorax/</link>
<pubDate>Fri, 11 Jan 2008 18:19:31 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Derzeit häufen sich bei uns die COPD-Patienten mit einem Spontanpneumothorax. Duplizität der Fälle? ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Derzeit häufen sich bei uns die <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/COPD">COPD</a>-Patienten mit einem <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spontanpneumothorax">Spontanpneumothorax</a>. Duplizität der Fälle?</p>
<p>Kurz erklärt: Die COPD &#8211; Endstrecke einiger Lungenerkrankungen &#8211; führt dazu, dass es mehr funktionsloses Lungengewebe gibt, es wird dünner und morsch. Wenn es zu akuten Luftnotanfällen &#8211; also wie <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Asthmaanfall">Asthmaanfall</a> &#8211; kommt, dann erhöht sich der Druck in der Lunge, weil die Luft nicht mehr so gut raus kann. Folge kann ein Mini-Riss in der Lunge sein (wie bei einer alten Plastetüte), durch den dann Luft in den Pleuraspalt strömt (also zwischen Pleura viszeralis und Pleura parietalis), wo sie nicht hingehört. Die Lunge kann sich nicht mehr ausdehnen, es kann vom Zwerchfell kein ausreichender Unterdruck zum Entfalten aufgebaut werden, Lunge verliert an Funktion, Luftnot wird schlimmer. Die gefährlichere Form eines Pneumothorax ist ein <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spannungspneumothorax">Spannungspneumothorax</a>. Der funktioniert so, dass dieses Loch eine Ventilwirkung hat &#8211; Luft geht in den Pleuraspalt, aber nicht wieder raus. Mit jedem Atemzug kommt mehr Luft rein, aber sie geht nicht wieder raus. Als wenn man einen Fußball aufpumpt. Folge: die Lunge fällt zusammen, wird zusammengedrückt, das Mediastinum kann sich verlagern und es kann zu einer Einflussstauung mit Herzversagen kommen.</p>
<p>Im letzten Dienst hatte ich das zweifelhafte Vergnügen zu erleben, wie ein Spontanpneu ein Spannungspneu wurde. Also das ging schon ziemlich zügig mit der Zyanose und so&#8230; Bei uns legen die Chirurgen die Thoraxsaugdrainagen (Marke Gartenschlauch). Der Chirurg hat aber nicht so wirklich kapiert, was da gerade auf Station ablief und warum ich so gedrängelt habe. Schwebte noch so in Tibiakopffrakturen oder sowas umher. Letztlich war ich dann soweit, mich emotional darauf vorzubereiten, selbst ist die Frau zu spielen oder die ITS zu holen bis er soweit ist. Adrenalin lässt einen ungeduldig werden. Der Patient wurde irgendwann blau, die Sättigung ging auf 80%. Ich hatte aber nicht sonderlich Ambitionen irgendwelche Aktionen auf Station zu machen. Das gibt nur Scherereien. Eigentlich wollte ich ihn so schnell wie möglich in den OP kriegen. Stichwort fachgerechte Versorgung. Mit etwas Nachdruck kapierte der Herr Chirurg dann auch, dass es irgendwie doch etwas drängte. Die OP-Schwestern, die mir den Patienten abnahmen holten auf meine Bitte dann auch sofort einen Anästhesisten, obwohl der nicht geplant war. Der Patient hatte schon seine Mediastinalverlagerung und ne 80er Sättigung. Das berechtigt zu der Annahme, dass es möglicherweise Komplikationen geben könnte und beides kann ein Chirurg dann auch nicht. Alles wurde gut, dem Patienten gehts auch wieder besser. Naja, ich bin nicht so der Mensch, der auf Adrenalinkicks steht.</p>
<p>Alles in allem hätte ich mich auch zu einem heroischen &#8220;ich steche da jetzt mal einfach eine Pleurapunktionsnadel rein und baue mir selbst ein Ventil&#8221; durchringen können. Wenn man das noch nie gemacht hat, dann ist das schon von hohem Anspruch. (Pleurapunktionen mit Wasserförderung sind was anderes). Aber Heldentaten haben oft den Nachteil, dass sie daneben gehen, wenn man sie plant. Die wahren Heldentaten sieht man erst hinterher als solche. Die Indikationsprüfung, die geplanten Heldentaten folgt, ist in der Regel zu ungunsten des potentiellen Helden. In diesem Falle: Herr Chirurg war informiert, auf dem Weg und die Zielsetzung war klar. Nur die Zwischenzeit galt es zu überbrücken und ungünstige Entwicklungen zu vermeiden. Zwischenzeit kann lang werden&#8230; das geht dann immer auf den Blutdruck des internistischen Assistenzarztes. </p>
<p>Im Nachhinein sank mein Adrenalinspiegel innerhalb einer Stunde auf normales Dienstniveau. Alles wurde gut. Ich musste an eine Vorlesung denken&#8230; die alten Dozenten haben ja eine Menge zu erzählen. Je älter, desto mehr Heldentaten. Häufig kommen darin Kugelschreiber und Schweizer Taschenmesser vor. Das sind die Utensilien, die jeder gute Arzt immer dabei haben sollte. Man kann damit Tracheotomieren, wenn man es denn je auch ohne diese Überlebenswaffen gemacht hat. Appendektomieren soll auch gehen, allerdings braucht man dazu als Ergänzung zum Basis-gute-Arzt-Set eine Taschenlampe, Nähnadel und Zwirnsfaden. Und man kann mit dem Basis-gute-Arzt-Set und mit einem Stück Gummihandschuh eine <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/MacGyver">MacGyver</a>-Selbstbau-Thoraxdrainage basteln. Ich hatte im Dienst zwar einen Kuli, Handschuh auch, aber es fehlte mir das Schweizer Taschenmesser. Ergo: Mir fehlt noch ein Stück am wirklich tollen Arzt / Ärztin. Zum nächsten Geburtstag wünsche ich mir dann wohl mal lieber ein Schweizer Taschenmesser.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Und sie fielen wie die Heuschrecken ein]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2008/01/07/und-sie-fielen-wie-die-heuschrecken-ein/</link>
<pubDate>Mon, 07 Jan 2008 18:48:14 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Es war einer dieser Tage, da wusste sie: es hat sich was geändert. Früher, vor wenigen Jahren, als s]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Es war einer dieser Tage, da wusste sie: es hat sich was geändert. Früher, vor wenigen Jahren, als sie anfing, ja, da hatten die Menschen noch Respekt vor dem Sklaven in weiß. Heute fallen sie ein wie die Heuschrecken, fressen dir die letzte Energie aus dem Körper und drohen in allen Variationen. Es werden immer mehr. Wenn sie zurückblickt, dann hatte sie zu Beginn ihrer Laufbahn die Hälfte der Patienten im Dienst. Heute kommen Schwärme. Jedes vorbeifahrende Auto, Bus, Bahn scheint neue Ströme in Gang zu setzen. Und es hört nicht auf. Früher, da gab es Stunden in der Nacht, wo niemand kam. Das letzte Mal, dass sie sowas erlebt hat, ist Monate her.</p>
<p>Und sie stellte noch etwas fest: Entweder sie sind richtig krank, also wirklich richtig krank oder sie kommen mit Banalitäten oder haben eine kleine Meise. Das Problem ist nur, wenn sie sich um die Banalitäten und kleinen Meisen kümmert, die sehr zu Theatralität und Lauthalserei neigen, dann hat sie keine Zeit für die wirklich wirklich kranken Menschen. Deswegen hat sie sich angewöhnt, konsequent nach dem ersten Blick in wirklich-wirklich-krank-Patient, da-könnte-was-im-Busch-sein-Patient, Krakeler-weil-keine-ahnung-warum-Patient und armer-Mensch-mit-kleiner-Meise-Patient einzuteilen. Das hilft. Meistens jedenfalls.</p>
<p>Die Rekordwartezeiten im Wartezimmer möchte sie lieber nicht nennen. Die Wartezeiten durch Röntgenabteilung, Labor oder mangelnde Arztkapazität auch nicht. Aber in England hätte sie letzte Woche Ärger bekommen, weil sie es in den dort vorgegebenen 6 Stunden nicht geschafft hätte. Sie träumt von einem oder besser zwei Allgemeinmedizinern. Die könnten sich um Krakeler-weil-keine-Ahnung-warum-Patienten oder armer-Mensch-mit-kleiner-Meise-Patienten kümmern und die wären glücklich. Der KV-Dienst ist viel zu weit weg.</p>
<p>Eine Kehlkopfentzündung gehört nicht in die Innere, schon gar nicht stationär, erst recht nicht auf ITS, sondern in die HNO. Sie wundert sich, wieso die Leute so garstig sind, wenn sie es ihnen erklärt, bevor diejenigen die 10 Euro bezahlen müssen. Wieso kann so jemand nicht verstehen, dass ein Internist keinen Kehlkopfspiegel hat?</p>
<p>Antibiotika werden verordnet, weil jemand krank ist, vereiterte Kieferknochen hat. Warum kommt jemand, der am Tag zuvor im höchstspezialisierten Zentrum in 100 km Umkreis war, am nächsten Tag in ihr Krankenhaus, weil ihm das 3. Antibiotikum, was er am Vortag erhalten hat, auch wieder nicht gefällt? Wieso kann so jemand nicht verstehen, dass ein Feld-Wald-Wiesen-Internist-Assistent keine Ahnung von eitrigen Zähnen und Kieferknochen hat? &#8220;Ich vertrag das nicht.&#8221; Wenn sie nachfragt, warum nicht, was  derjenige denn an Symptomen bemerkt habe, kriegt sie -auf dumme Fragen gibts dumme Antworten &#8211; &#8220;ja weil ich das nicht vertrage&#8221; zurück. Reden will man nicht mit ihr. Da sie es essentiell findet, in derartigen Fällen Informationen zwischen Arzt und potientiellem Patient auszutauschen, kann sie kein Arzt-Patienten-Verhältnis aufbauen und verweist konsequent an den richtigen &#8211; den Spezialisten. Solche Leute wollen eine Behandlung mit Goldbordüre und Handkuss, wieso gehen die dann zu jemandem, der von tuten und blasen keine Ahnung hat &#8211; also zu einem Feld-Wald-Wiesen-Internist-Assistent wie ihr? Wieso sind die nicht dankbar, wenn sie ihnen sagt, sowas gehört zu einem Spezialisten, nur da werden sie richtig behandelt? Schlechte Ärzte sind diejenigen, die ihre Grenzen nicht kennen.</p>
<p>Erklär mich mal jemand für Dumme, wieso grad an den Abenden zwischen Freitag und Sonntag überdurchschnittlich häufig junge Leute kommen. Studenten aller Fachrichtungen. Mit Hausarzt-Krankheiten wie Husten, Schnupfen, Halsweh. Abends um zehn. Nichtmal diejenigen wie sonst, klassischerweise Cindy mit gerade-noch-am-Schulabschluss-vorbeigerettet und mit 2 kleinen Kinderchens von 3 verschiedenen Männern, die wegen Brennen beim Wasserlassen mal eben so viel gekifft hat, dass es sie von den Beinen geholt hat.</p>
<p> Ja, sie erinnerte sich an einen der kürzlich geschafften Dienste. Da rief so ein Typ an und wollte unbedingt einen Arzt sprechen. Er wollte Auskunft über seine Schwester andernfalls zeigt er die Schwester und das Krankenhaus an. Drohungen über Drohungen. Sie blieb cool. Kommt uns jemand so komisch, therapieren wir mit Dienst nach Vorschrift. Cool bleiben, liebe Schwestää, das schaffen wir schon. Ääääärsmal ne Undäschrift vonne Patientin, wer denn da wat wissen darf. Und am Telefon sowieso erstmal gleich gar nicht mit irgendwelchen Auskünften- steht so im Gesetz und Schweigepflicht. Hohoho, da gings voll ab, die Patientin hatte ihren Bruder seit Jahren nicht gesehen, ja er galt quasi als verschollen. Und wundert sich jetzt woher er denn weiß, dass sie im Krankenhaus liegt. Dann rief der Typ nochmal an. Lieblings-Schwestä jetzt cool ging hin mit mobilem Telefon und oh Wunder, der wollt gar nicht persönlich mit seine Schwester reden. Wat secht man dor tau? Nix. Als er die Patientin im Hintergrund hörte, wurde er erst böse, dann folgte die Beichte. Das Hallo sucht seines gleichen. War er dann doch ein Nachbar, der im Saufgelage mit den missratenen Nachfahren der Patientin meinte, mal so &#8220;einen Scherz mit der Schwester und dem Arzt&#8221; machen zu müssen. Ja, solche Kinder und deren Nachbarn braucht, wer keine Feinde hat. Da muss die Liebe zu Muddern ja immens sein, wenn man sowas treibt und sich der Straftat des Betruges und der Nötigung strafbar macht und das ohne drüber nachzudenken, was mit Mudderns Pschyche is. Die brauchte erstmal ne Tavor und konnte sich nicht mehr beruhigen, war sie doch so aufgeregt, endlich was vom verschollenen Bruder zu hören wo es ihr nicht gut geht. Oder war da doch Nachdenken am Werk? Ein Schelm wer böses dabei denkt?</p>
<p>Und wie sie so über einiges nachdenkt und reflektiert, fragt sie sich &#8220;Ist das eigentlich das, für das ich ausgebildet wurde?&#8221; Dereinst an der Universität lehrte man sie von den Menschen und der Pathologie, der Pharmazie und Anatomie, der Physiologie und Seelenklempnerei, der Schrauber- und Näherei, der Pillendoktorei und in alle-Höhlen-Guckerei. Medizin schien wunderbar. Doch was hatte das alles mit dem seltsamen Dasein zu tun, was sie heute führt?</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der Held]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2007/12/15/der-held/</link>
<pubDate>Sat, 15 Dec 2007 17:47:12 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wenn er losfährt mit dem Blaulicht auf dem Dach, dann machen alle Platz. Er schneidet Menschen aus A]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Wenn er losfährt mit dem Blaulicht auf dem Dach, dann machen alle Platz. Er schneidet Menschen aus Autos, rettet Kätzchen von Bäumen, kriecht durch verqualmte Häuser. Zumindest ist er dafür ausgebildet. Ja, die Frauen sehen zu ihm auf, die Männer beneiden ihn. Er ist ein Held.  Er gehört zu den Vorbildern unserer Gesellschaft, jemand der andere rettet und im Einsatz für die Allgemeinheit ist. Kinder bewundern ihn und wollen so werden wie er. Er liegt auf der Trage und die Schulterstücken seiner Dienstuniform glänzen im fahlen Licht der Notaufnahme. Er wurde von einem Kollegen gebracht irgendwann nach Mitternacht. Jetzt fängt er auch noch an zu kotzen, der Held der Weihnachtsfeier der Berufsfeuerwehr mit 2,2 Promille im Blut, der beim Komasaufen so gnadenlos auf die Fresse fiel und zu voll ist, um noch sprechen zu können. Alkoholspiegelbestimmung sponsored by Berufsgenossenschaft.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Motorische Aphasie - Genese]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2007/11/19/motorische-aphasie-genese/</link>
<pubDate>Mon, 19 Nov 2007 19:45:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Konsiliarische Frage in die Runde: Weiß jemand was über Genesen einer motorischen Aphasie (am eheste]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Konsiliarische Frage in die Runde:<br />
Weiß jemand was über Genesen einer motorischen Aphasie (am ehesten der &#8221;Unterart&#8221; Broca-Aphasie) bei Patienten unter 30 Jahren außer Blutung, Apoplex und Trauma?</p>
<p>Kann sowas im Rahmen einer Sinusvenenthrombose auftreten?</p>
<p>Wie passt da eine retrograde Amnesie für ca 6-8h rein?</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wie man mit nichts einen Dienst macht]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2007/10/19/wie-man-mit-nichts-einen-dienst-macht/</link>
<pubDate>Fri, 19 Oct 2007 12:22:48 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Es ist immer so ein erhebendes tiefgehendes Gefühl, wenn man bei Dienstantritt die Zahl der freien B]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Es ist immer so ein erhebendes tiefgehendes Gefühl, wenn man bei Dienstantritt die Zahl der freien Betten im Computer sieht und feststellt, dass einem für die nächsten 16 h ganze 8 Betten zur Verfügung stehen und bei der Dienstübergabe der Patienten in der Notaufnahme schon 3 dabei sind, die definitiv stationär bleiben müssen. So eine Ausgangssituation ist meist der Auftakt zu einem nervigen, kräftezehrenden Dienst. Wenn man Pech hat, kommen innerhalb von 24 h (= 1 Aufnahmetag) 50 Patienten oder mehr (hatte ich auch schon&#8230;) in die Aufnahme, die von 2 Ärzten behandelt werden müssen. Selbige sind aber auch für die Bettenstationen zuständig. Wir sollten alle geklont werden. Wenn man Glück hat, dann kommen nur 20 oder 25. Das ist dann schon sehr wenig. Vor einigen Jahren war das noch die Durchschnittszahl. Heute liegen wir meistens bei 30 &#8211; 35 im Mittel und immer häufiger gibt es auch Tage mit 40, 45 oder auch mal 55 Patienten. Bei letzteren kriecht man anschließend auf dem Zahnfleisch. Ja, und wenn dann an so einem Tag keine Betten vorhanden sind&#8230; da möchte man einfach aufstehen, rausgehen und nicht wiederkommen. Man bettelt die anderen Abteilungen an, versucht andere Kliniken von der Notwendigkeit einer Übernahme zu überzeugen und beginnt irgendwann gegen 2.00 Uhr morgens den Rettungsdienst anzuflirten, anzumaulen oder mit Kaffee zu bestechen, damit auch mal extra-internistische Diagnosen gestellt werden und fachüberlappende Diagnosen gleich in eine andere Klinik gefahren werden. Ja, man kommt sich manchmal vor wie ein Versicherungsvertreter, der andere davon überzeugen muss, dass seine eigenen Probleme auch die ihren sind. Manche Kollegen nennen das gar &#8220;Verhandeln&#8221; oder noch schlimmer &#8220;Verkaufsverhandlungen führen&#8221;. Ich verweise an dieser Stelle auf den Beitrag in meinem Blog1.de-Blog über das sogenannte &#8220;Turfen&#8221;. Sarkasmus ist eine Form der Bewältigung einer psychischen Belastungssituation, wie z.B. chronische Überforderung von Ärzten durch extreme Arbeitsbelastung in den Diensten. Letztendlich steht hinter all dem Verhandeln, Verkaufen und Turfen der Wille, einen Patienten versorgen zu lassen und ihn nicht auf den Flur stellen zu müssen oder schlechten Gewissens nach Hause zu schicken, wo der Hausarzt mit dem Problem überfordert ist und sich oft nicht anders zu helfen weiß, als 2 oder 3 Tage später erneut eine Einweisung über die Notaufnahme zu versuchen. Ja, liebe Zweifler, soweit sind wir im deutschen Gesundheitssystem schon gekommen und es wird noch schlimmer werden. </p>
<p>Wenn von den 40 oder noch mehr vorstelligen Patienten 6, 8 oder 10 aus einem Altersheim kommen mit fragwürdigen Diagnosen auf Einweisungsscheinen, die ein durch das Personal im Pflegeheim unter Druck gesetzter oder gar anamnestisch nicht korrekt informierter Hausarzt oder KV-Notdienst geschrieben hat, dann kennt die Freude keine Grenzen mehr. Die Tatsache, dass es sich um pflegebedürftige Menschen handelt, ist nicht der Grund. Das Problem oder das Ärgerliche ist, dass häufig kleinste Probleme im Heim ausreichen, um einen Arzt zu holen. Dieser kennt als KV-Notdienst die Patienten nicht. Sowohl KV-Dienst als auch Hausarzt müssen sich in der Regel auf die Angaben des Personals verlassen. In Anbetracht der Statistiken über die Häufigkeit und Dauer der pflegerischen Kontakte des Personals in Pflegeheimen zu den Bewohnern, neige ich dazu, diese Angaben grundsätzlich anzuzweifeln. Ja, lustig wirds, wenn Familienangehörige, die täglich zu Besuch kommen, diesen Angaben sogar widersprechen. Da steht dann so ein armer Hausarzt und kriegt z.B. was von Bluterbrechen erzählt und weiß nicht, dass es Rote Beete zum Mittag gab, die dem alten Menschen im Schnellverfahren eingeholfen wurde, damit man ihn schnell wieder hinlegen kann. Prompt erfolgt die Einweisung &#8211; was soll er auch anderes tun? Das Dumme ist, Mitarbeiter der Pflegeheime haben das inzwischen gelernt. Auffällig ist, dass die Anzahl der eingewiesenen Patienten am Freitag, Samstag und Sonntag rapide zunimmt. Ändert sich zu dieser Zeit die Luft in den Pflegeheimen? Unebenheiten im Raum-Zeit-Kontinuum? Ich will nicht zu sehr auf Details eingehen, aber der Pflegebericht, der in letzter Zeit durch die Presse ging, entspricht durchaus der Realität. Wutanfälle kriege ich immer, wenn auf dem Einweisungsschein Exsikkose steht. Warum kam es denn dazu? Nein, es liegt nicht immer an der störrischen Natur von Heimbewohnern, die das Trinken verweigern. Da erzählen mir alte Leutchen, dass sie eine Flasche hingestellt bekommen, aber sie kriegen sie nicht auf wegen fehlender Kraft oder Rheumatikerhänden und wenn sie was sagen, kommt keiner. Durstig vor einer Flasche Wasser sitzen&#8230; oder Angehörige erzählen mir, dass ein Schnabelbecher Tee morgens auf dem Patiententischchen stand und als sie nachmittags nochmal kamen, stand er noch am selben Fleck, war aber kalt&#8230; Pech, wenn man auf Hilfe beim Essen und Trinken angewiesen ist. Und warum fällt sowas immer am Freitagabend oder Sonntagfrüh auf? Meine böswillige Natur nimmt an, dass dann die Besetzung der Wohnbereiche in den Pflegeheimen so niedrig ist, dass man halt nicht genug Leute zum morgendlichen Waschen hat. Es ist anscheinend nicht möglich, dass Infusionen bei Bedarf auch mal im Heim verabreicht werden. Der Notdienst kriegts nicht abgerechnet, die Pflegeheimmitarbeiter drängen massiv auf stationäre Einweisung und der Patient ist nicht in der Lage mit ner schönen Exsikkose und ihren Folgen seine Meinung dazu zu sagen. So wird aus einem Pflegeproblem ein medizinisches. Tja, die Kosten im Gesundheitswesen steigen. Ich frage mich, warum. Achso: Und genügend Betten für &#8220;wirklich&#8221; kranke Akutpatienten gibts halt auch nicht. Womit wir wieder beim Thema wären.</p>
<p>Nachdem ich in Anbetracht des erhebenden Gefühls von fast nichts an Betten zu Dienstbeginn schon tief luftholend an vergangene Dienste dachte, in denen ich kurz davor war, den Rettungsdienst anzumaulen, wenn sie schon wieder kamen, war ich dann heute morgen doch sehr zufrieden und angenehm überrascht von der Bilanz. 23 stellten sich vor, wir nahmen 13 oder so auf. Ok, wir mussten zwar andere Abteilungen 4x um Hilfe bitten wegen der fehlenden Betten, aber letztendlich schien es, als hätten die Leute gewusst, dass wir eh bald die Luftmatratzen auf die Flure hätten legen müssen. Einige waren dabei, die wollten partout nicht bleiben, obwohl es aus medizischer Sicht erforderlich gewesen wäre. Aber naja, mir ist es letztlich egal, es ist die Entscheidung der Leute und es ist deren Gesundheit als mündiger Bürger. Das entspannte die Lage natürlich jedes Mal etwas. Ich frage mich heute, womit ich dieses kleine Wunder verdient habe. Wer auch immer dafür verantwortlich ist: Vielen Dank. Das waren mindestens 17 Adrenalinschübe weniger als bei einigen früheren knochenharten Diensten.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Tag der Thrombosen und Hypoglykämien]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2007/09/05/tag-der-thrombosen-und-hypoglykamien/</link>
<pubDate>Wed, 05 Sep 2007 17:53:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
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<description><![CDATA[Jeder Dienst hat sein eigenes Leitthema. Neulich war es Herzinsuffizienz. Sowas mag ich ganz gern. M]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Jeder Dienst hat sein eigenes Leitthema. Neulich war es Herzinsuffizienz. Sowas mag ich ganz gern. Man kann was bewegen. Furesis i.v. ist zuweilen ein schönes Medikament.</p>
<p>Gestern war das Leitthema Thrombose. Zwischen D-Dimeren und Duplexsonos sah ich etliche Beine und fand tatsächlich auch mal das Gesuchte: Eine Thrombose. Im Endeffekt lag die Quote bei 2/8. Naja, immerhin. Das Nebenthema war entgleister Diabetes mellitus, diesmal in Form von &#8220;Wie man sich mit einem Blutzuckerspiegel von 1,2 mmol/l fühlt&#8221; und das gleich zweimal. Zur Info: Bei einem derartigen BZ spricht man von einer schweren Hypoglykämie, bei der Fremdhilfe erforderlich ist. Bei einem BZ in diesem Bereich können cerebrale Schäden nicht sicher ausgeschlossen werden. Bei längerdauerndem BZ von z.B. 1,2 mmol/l kann es zum Koma und letztlich auch zum Tod kommen. Krass finde ich immer, wie die Leute innerhalb von wenigen Minuten (so 2 bis 3 etwa) nach intravenöser Gabe von 6 oder 8 Ampullen 40%iger Glucose (also 60 bis 80 ml 40%iger Glucose, was einer Menge von 4 g Glucose pro Ampulle entspricht und demzufolge einer Menge von 24 bis 32 g) von Koma zu völlig adäquater Kommunikation wechseln. So ohne ist das aber nicht, die Leute fühlen sich hinterher wie durchgeprügelt und sind völlig k.o. In der Regel nehme ich sie dann stationär, weil davon auszugehen ist, dass die Insulinmengen bzw. die oralen Antidiabetika angepasst werden müssen sofern es keine Ursache wie &#8220;Hab nicht gegessen&#8221; oder &#8220;Hab das Essen vergessen&#8221; vorliegt. Bei oralen Antidiabetika würde ich sowieso immer aufnehmen, weil man von einer Überhangwirkung teils bis zu 48 h ausgehen muss und da können die Leute rezidivierend so tief rutschen &#8211; hab ich auch schon erlebt und das war für die arme Patientin kein Vergnügen.</p>
<p>Ansonsten musste ich heute bis 11.00 Uhr weiterrackern, war also 4 h lang nicht versichert und habe in einem inakzeptablen Zustand Patienten versorgen müssen. Aber es wurde ja so angewiesen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wieder ein Dienst]]></title>
<link>http://assistenzarzt.wordpress.com/2007/07/27/wieder-ein-dienst/</link>
<pubDate>Fri, 27 Jul 2007 18:49:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>assistenzarzt</dc:creator>
<guid>http://assistenzarzt.wordpress.com/2007/07/27/wieder-ein-dienst/</guid>
<description><![CDATA[Kurz die Highlights Highlight Kollegialität Wechsel mit Schlafen war um 2.30 Uhr gesagt worden. Um 2]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>Kurz die Highlights</strong></p>
<p><em><strong>Highlight Kollegialität</strong></em></p>
<p>Wechsel mit Schlafen war um 2.30 Uhr gesagt worden. Um 2.31 klingelt mein Telefon. Ich könnte runterkommen und mir die Patientin ansehen, Labor und so sei jetzt da. Schlaftrunken wankte ich in die Aufnahme. Sah auch noch unseren Starchirurgen durchs Haus geistern, der mich charmant anflirtete. Zwei Punkte, die das Unterfangen hoffnungslos machten: die Uhrzeit und meine Antipathie.</p>
<p>Ich sah auf den Aufnahmebogen. Aufgenommen um 2.00 Uhr. Das war noch in der Zeit meines Kollegen, Schweinepriester der&#8230; [Tief Lufthol] Ich kenne es so aus meiner Uni-Zeit und auch hier in diesem Krankenhaus, dass man die Patienten, die in der eigenen Zeit kommen ansieht und versorgt, bis man damit fertig ist oder wenn es dann doch länger dauert, den anderen später anruft &#8211; gefühlte Zeit, die das dauern dürfte bei mir ca 1 h nach dem Wechsel. Kommt ein Patient nach der Schlafwechselzeit, dann wird der andere angerufen und wenn man mit dem vorher gekommenen Patienten noch nicht fertig ist, dann arbeitet der schon geschlafen hat, den vorher gekommenen Patienten mit ab und man kann sich mal zwei Stündchen aufs Ohr hauen. So isses fair, kollegial und gerecht.</p>
<p>Aber nicht diese Nummer, die Dr. Arbeitsscheu da abgezogen hat. Um 2.31 Uhr fallen einem da schöne Schimpfwörter ein&#8230; &#8220;Die kleine Assistenzärztin und der alte / faule Sack&#8221; &#8211; ein neuer Trickfilm von Walter Moers über ein deutsches Krankenhaus&#8230; der Zynismus kann bösartig werden um 2.32 Uhr&#8230;</p>
<p><strong><em>Highlight Sodbrennen</em></strong></p>
<p>4.00 Uhr morgens, irgendwo in Deutschland. Ein junger Typ, Baujahr in den 80ern, kommt Freitag in aller früh in eine Notaufnahme. Er hat Sodbrennen. Der geneigte Leser wird denken &#8220;Ok, und sonst?&#8221; Nichts. Das wars. Er hat Sodbrennen. Lächelnd sitzt er vor mir. Im Gegensatz zu mir ist er munter. Die Anamnese ergibt, dass er eigentlich häufig Sodbrennen hat, meist sehr spät isst und dann auch ordentliche Portionen, dass es im Liegen verstärkt ist. Auf die Frage nach Alkohol kam die überschwengliche Aussage</p>
<p>&#8220;Also davon halte ich ja gar nichts, also nee, nein, ich überhaupt nicht, also nie, naja mal so ab und an, aber von Alkohol halte ich nichts.&#8221;</p>
<p><em>Ja, is ja gut, quatsch mich nicht zu, ich hab nur 2,5 Stunden geschlafen im Gegensatz zu dir. Du lügst sowieso.</em></p>
<p>Weitere Befragung ergibt, dass er keine Schmerzen hat, seine Freundin auch immer Sodbrennen hat. Sie nehmen immer Rennie zuhause. Kein Erbrechen, kein Teerstuhl. Geht ihm sonst gut.</p>
<p>Klinische Untersuchung unauffällig. <em>Grummel, grummel, warum kommt der um diese Uhrzeit mit sowas her? In 3 Stunden machen die Hausarztpraxen auf, was soll das hier? Warum ist man mit etwa 25 Jahren nicht in der Lage, zu erkennen, dass Sodbrennen keine lebensbedrohliche Erkrankung ist, dass es mit dem eigenen Lebenswandel zusammenhängt und dass man damit zum Hausarzt geht um das Abklären zu lassen und nicht nachts um 4.00 Uhr in eine Notaufnahme? Und erst recht nicht, wenn man es schon seit Wochen hat. Wieso ist der nicht längst mal zum Hausarzt gegangen damit? Um 4.00 Uhr morgens fragt man sich sowas, aber schüttelt nur noch mit dem Kopf, also innerlich. Was folgt ist eine zunehmend zynische Haltung [die sich hier in diesem Blog entlädt]. Ist das jetzt der Trend, dass die Leute die Verantwortung für Ihre Gesundheit nicht mehr selbst übernehmen (wollen)? Die Zeitungen sind voll von Gesundheitsseiten, Internet hat fast jeder. Man kann auch mal die Mutter fragen, die in der Regel traditionell die Rolle der Gesundheitswärterin der Familie übernimmt, was man da machen kann. Und dann diese Frechheit und Gemeckere, dass man warten muss &#8211; Hallo, gehts noch? Beim Hausarzt wartet man 3 Stunden, bei uns 30 min &#8211; letzteres übrigens, weil ich gerade jemanden auf die ITS gebracht hatte, der ernsthaft krank war und nicht warten konnte, bis ich einem jungen Burschen erklärt habe, dass sein Sodbrennen vom fetten Essen am späten Abend kommt. </em></p>
<p>Therapeutische Konsequenz:<br />
Eine Tablette Pantozol von einer Schwester verabreicht. Gute Ratschläge verteilt: Essen Sie nicht so spät und vor allem kleine Portionen am Abend, schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper, gehen Sie nachher in die Apotheke und kaufen sich Riopan oder sowas und Ranitic und stellen sich nachher um 7.00 Uhr bei Ihrem Hausarzt vor. Wenn es nächste Woche nicht weg ist, müssen Sie eine Magenspiegelung kriegen.&#8221;</p>
<p>Das mit der Magenspiegelung war nett anzusehen, wie er auf den Vorschlag reagierte.</p>
<p>&#8220;Krieg ich kein Rezept dafür?&#8221;<br />
&#8220;Nein, wir sind eine Notaufnahme und dürfen laut Gesetz und Vorschriften der Krankenkasse kein Rezept ausstellen. Die Zeiten sind seit einigen Monaten vorbei.&#8221;</p>
<p>&#8220;Krieg ich keinen Krankenschein?&#8221;</p>
<p><em>Aha. Da haben wir&#8217;s. Ja, jetzt konfrontieren wir ihn sachlich mit der Realität des deutschen Gesundheitssystems. </em> &#8221;Wir dürfen keine Krankenscheine ausstellen. Wir sind eine Notaufnahme. Wir behandeln akute lebensbedrohliche Krankheiten, die zur stationären Aufnahme führen. Wegen einem Krankenschein müssen Sie zu Ihrem Hausarzt gehen.&#8221;</p>
<p>&#8220;Und wofür hab ich 10 Euro Notfallgebühr bezahlt?&#8221;</p>
<p><em>*zensiert* </em> </p>
<p>&#8220;Sie haben sich in einer Notaufnahme vorgestellt. Die Gebühr bekommt Ihre Krankenkasse, nicht wir. Sie müssen übrigens nachher beim Hausarzt nochmal 10 Euro zahlen, das wird getrennt voneinander gerechnet.&#8221;</p>
<p>Er wird maulig und frech. Was für ein Früchtchen.</p>
<p>&#8220;Seien Sie froh, dass Ihre Krankenkasse die Kosten trägt oder möchten Sie wissen, was eine Ärztin, eine Schwester, eine Verwaltungsangestellte, die Nutzung der medizinischen Ausstattung, das Labor etc. um diese Uhrzeit kosten? Ungefähr das dreifache vom normalen Satz, da kommen Sie mit 10 Euro nicht weit.&#8221;</p>
<p>Ich hab ihm aber nicht gesagt, dass die Pantozol nur ein paar Cents gekostet hat. Wo ist Dr. House wenn man ihn braucht?</p>
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