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	<title>hubert-knoblauch &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "hubert-knoblauch"</description>
	<pubDate>Sun, 27 Dec 2009 19:07:42 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Communities 1.O. / Communities 2.O.]]></title>
<link>http://markeninstitut.wordpress.com/2008/02/07/community-1o-community-2o/</link>
<pubDate>Thu, 07 Feb 2008 10:01:34 +0000</pubDate>
<dc:creator>Dr. Kai-Uwe Hellmann</dc:creator>
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<description><![CDATA[In einem Beitrag, der den Titel &#8220;Kommunikationsgemeinschaften&#8221; trägt und demnächst in ei]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img src="http://markeninstitut.wordpress.com/files/2008/02/himmel.thumbnail.jpg" alt="himmel.jpg" /></p>
<p>In einem Beitrag, der den Titel &#8220;Kommunikationsgemeinschaften&#8221; trägt und demnächst in einem <a href="http://www.vs-verlag.de/index.php;do=show/sid=2748487d291e7b4182ffdbc11091b313/site=w/book_id=11520">Sammelband</a> beim VS-Verlag erscheinen wird, befaßt sich  <a href="http://www2.tu-berlin.de/~soziologie/Crew/knoblauch/">Hubert Knoblauch</a> mit  der Frage, was eigentlich eine post-traditionale Gemeinschaft sei, von der immer öfters die Rede ist.</p>
<p><!--more-->Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist der klassische Gemeinschaftsbegriff von Ferdinand Tönnies. Dessen Begriffsverständnis bestimmt Knoblauch durch die &#8220;Vorstellung einer Unmittelbarkeit der kommunikativen Begegnung&#8221;, wie er es umschreibt:</p>
<blockquote><p>Insbesondere  die romantischen Aspekte des Tönnieschen Gemeinschaftsbegriffs sind eng verbunden mit der Vorstellung einer Unmittelbarkeit der kommunikativen Begegnung: Im Grunde ist das Dorf, vielleicht sogar die Horde das Musterbeispiel für diese Gemeinschaft von Menschen, die sich dauernd oder immer wieder begegnen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Diese besonderen Umstände qualifizieren traditionale Gemeinschaften als &#8220;Wissensgemenschaften&#8221;, wie Knoblauch es formuliert:</p>
<blockquote><p>Einfache Gesellschaften bauen nicht nur auf der unmittelbaren Kommunikation auf, sie sind auch Gemeinschaften geteilten und weitgehend unausgesprochenen, sedimentierten, habitualisierten und routinisierten Wissens, also <em>Wissensgemeinschaften</em>.&#8221;</p></blockquote>
<p>Im Zuge der Entwicklung der modernen Gesellschaft ist diese quasi-archaische Voraussetzung traditionaler Gemeinschaften aber verloren gegangen. Statt dessen ist heutzutage von ganz anderen Bedingungen der Möglichkeit der Gemeinschaftsbildung auszugehen:</p>
<blockquote><p>Mediatisierung, Entkontextualisierung und Anonymisierung bezeichnen drei Aspekte der (graduellen) Umstellung von unmittelbarer auf mittelbare Kommunikation, die sich auf ganze Gesellschaften wie auch auf die Gemeinschaften auswirkt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Folge dieser Umstellung, die das gemeinsam verfügbare Wissen zusehends schwinden läßt, ist, daß &#8220;diese Abnahme des gemeinsamen Wissens durch eine Zunahme der Kommunikation ausgeglichen&#8221; wird. Dadurch werden Wissensgemeinschaften zu Kommunikationsgemeinschaften:</p>
<blockquote><p>Gerade im Zusammenhang mit der mittelbaren Kommunikation erscheint der Begriff der Kommunikationsgemeinschaft sehr passend, weil hier Kommunikation sozusagen in reinster Form konstitutiv für Gemeinschaft ist: Die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft wird wesentlich durch vorgängige und parallele Kommunikation geleistet &#8211; und zwar weitgehend ausschließlich durch Kommunikation und nicht durch Tradition und wissen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Kommunikationsgemeinschaften werden quasi herbeigeredet, ihre Konstitution ist von permanenter Kommunikation abhängig. Without communication no community.</p>
<p>Diese Unterscheidung zwischen Wissensgemeinschaften, die auf unmittelbarer, direkter, persönlicher Kommunikation beruhen, zwischen Personen, die sich von früh an kennen und vertraut sind, und Kommunikationsgemeinschaften, die strategisch-intentional zum Leben erweckt werden, durch Massenmedien stark unterstützt, erinnert ein wenig an Tönnies&#8217; Unterscheidung zwischen Wesens- und Kürwille:</p>
<p>Während der Wesenswille auf die Gemeinschaft selber zielt, liegt dem Kürwillen eine bewußte Entscheidung zugrunde, eine bestimmte Gemeinschaft als Mittel für einen bestimmten Zweck zu gründen. Insofern könnte man beinahe schon zwischen &#8220;communities by nature&#8221; und &#8220;communities by intention&#8221; unterscheiden, wenn diese Unterscheidung nur trennscharf genug wäre &#8211; zumal alles, was Gemeinschaft betrifft, basal auf Kommunikation beruht, ob nun mittelbar oder nicht: Kommunikation bleibt das basale Medium der Gemeinschaftsbildung. Insofern ist es nur eine Frage, in welchem Maße sich Gemeinschaften dessen bewußt sind.</p>
<p>Diese Frage leitet zu einer letzten Überlegung über: Wenn der Grad der Reflexion entscheidend dafür ist, mit welcher <a href="http://markeninstitut.wordpress.com/2007/11/25/die-renaissance-der-gemeinschaften/">Generation</a> von Gemeinschaften man es zu tun hat, könnte man eine weitere Unterscheidung in Erwägung ziehen, die anderswo gute Dienste leistet: die Unterscheidung zwischen der Beobachtung erster und zweiter Ordnung.</p>
<p>Beobachtung erster Ordnung begreift die Welt und ihr Innenleben als schlichtweg gegeben, zu der es keine Alternative gibt, für niemanden. Alle nehmen das selbe wahr und wissen das selbe, es gibt keine Kontingenz, keine Möglichkeit, daß ein beliebiger Sachverhalt auch anders möglich wäre. Alles wird durch die Natur oder andere, für die Menschen unverfügbare Mächte vorgegeben.</p>
<p>Beobachtung zweiter Ordnung begreift die Welt und ihr Innenleben hingegen als verhandelbar, manipulierbar, veränderbar. Alles könnte auch ganz anders sein, Kontingenz lautet hier die Maxime.  Beinahe alles ist konstruiert und könnte deshalb auch anders sein, als es gerade ist. Die Ordnung der Welt ist bestimmten Entscheidungen zurechenbar, und diese Entscheidungen kann man hinterfragen, ggf. sogar ändern.</p>
<p>Überträgt man diese Unterscheidung darauf, was Knoblauch mit Wissens- bzw. Kommunikationsgemeinschaften meint, könnte man auch sagen:</p>
<p>Wissensgemeinschaften sind Communities 1. Ordnung, während es sich bei Kommunikationsgemeinschaften um Communities 2. Ordnung handelt. Demnach könnte auch unterschieden werden zwischen &#8220;Communities 1.O.&#8221; und &#8220;Communities 2.O.&#8221;, wobei wir es nur noch mit letzteren zu tun haben, also mit Kommunikationsgemeinschaften, wie Knoblauch sie beschrieben hat.</p>
</div>]]></content:encoded>
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