<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><!-- generator="wordpress.com" -->
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	>

<channel>
	<title>imamehe &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/imamehe/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "imamehe"</description>
	<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 01:20:20 +0000</pubDate>

	<generator>http://en.wordpress.com/tags/</generator>
	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Arrangierte Ehe als Form von Zwangsheirat]]></title>
<link>http://zottelhexe.wordpress.com/2009/10/11/arrangierte-ehe-als-form-von-zwangsheirat/</link>
<pubDate>Sun, 11 Oct 2009 19:05:12 +0000</pubDate>
<dc:creator>zottelhexe</dc:creator>
<guid>http://zottelhexe.wordpress.com/2009/10/11/arrangierte-ehe-als-form-von-zwangsheirat/</guid>
<description><![CDATA[الأسرة al-usra Familie Die Verharmlosung der arrangierten Ehe Analyse zweier Redetexte, die durch Pr]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="line-height:125%;margin:0 0 60pt;">
<p style="text-align:right;line-height:125%;margin:0 0 6pt;" align="right"><span style="font-size:27pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">الأسرة </span></p>
<p style="text-align:right;line-height:125%;margin:0;" align="right"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> al-usra </span></p>
<p style="text-align:right;line-height:125%;margin:0 0 90pt;" align="right"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Familie </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:14.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Die Verharmlosung der arrangierten Ehe </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 45pt;"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Analyse zweier Redetexte, die durch Professorin Straßburger in den Jahren 2002 beziehungsweise 2005 verfasst wurden. Von Roswitha Wilwerscheid und Karsten Hilchenbach </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Gaby Straßburger (* 1963) studierte in Bamberg, Ankara und Amman und legte im Jahr des Mauerfalls 1989 die Prüfung als Diplom-Sozialpädagogin ab. Sieben Jahre später erfolgte ihre Diplomprüfung als Orientalistin. 2002 promovierte sie am Osnabrücker Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (&#8220;summa cum laude&#8221;). Anschließend war Straßburger als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Essen, wo sie für die unter Federführung von Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning entstehenden Studie &#8220;Lebenssituation ausländischer Mädchen und junger Frauen sowie der jungen Aussiedlerinnen&#8221; tätig war. Gegen 27 Mitbewerberinnen habe Straßburger sich im Wettbewerb um den Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien durchgesetzt, der unter anderem bereits an die Schariafreundin und Islamverharmloserin Yasemin Karakaşoğlu-Aydın für ihre Dissertation über religiöse Orientierung und Erziehungsvorstellungen verliehen worden war. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Zwei Texte liegen der kritischen Betrachtung zugrunde. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Zum einen ist es die Rede »Heiraten – Ein Prüfstein für Integration?«, die Straßburger am 14.05.2002 im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses bei Entgegennahme eines Preises hielt, der ihr für die Dissertation »Heiratsverhalten und Partnerwahl im Einwanderungsland: Eheschließungen der zweiten Migrantengeneration« zuerkannt wurde. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis war ist Helmut und Marianne Hartmann gestiftet worden und wird gemeinsam getragen von der Universität und Stadt Augsburg sowie vom Forum Interkulturelles Leben und Lernen (FILL). </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 90pt;"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Zum anderen kommentieren wir die Argumentationsmuster aus »Arrangierte Ehen sind keine Zwangsehen!« (08.02.2005), Straßburgers  Beitrag zu einem Sachverständigengespräch, den der Landtag von Nordrhein-Westfalen zum Thema Zwangsheirat abhielt (15.02.2005). </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Heiraten [ist] nicht nur für die meisten türkischen Migrantinnen und Migranten ein sehr zentrales Thema, sondern [es wird] auch in der deutschen Öffentlichkeit ziemlich oft darüber gesprochen, wie die hier lebenden Türken und Türkinnen heiraten. Das heißt, eigentlich wird nicht einfach darüber gesprochen, sondern man regt sich darüber auf, weil sie in den Augen Vieler nicht so heiraten, wie „man“ es von jungen Leuten erwartet, die in Deutschland aufgewachsenen sind. Die Kritik richtet sich meist auf die folgenden drei Punkte: 1. dass es nur relativ wenig Ehen mit Deutschen gibt, 2. dass viele Ehepartner aus der Türkei geholt werden und 3. dass viele Ehen arrangiert sind. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Als mir bewusst wurde, wie oft und vor allem wie negativ darüber gesprochen wird, war mir klar, dass das Heiratsverhalten türkischer Migrantinnen und Migranten keineswegs ein privates Thema ist, das die Öffentlichkeit nicht interessiert. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Das Private ist politisch. Diesen Slogan müssten Sie als dem Umfeld der Achtundsechziger entsprossene Multikulturalistin doch eigentlich kennen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Vielmehr zeigt die Kritik an vermeintlich unangemessenen Eheschließungen, dass das Heiratsverhalten zum Prüfstein gelungener Integration gemacht wird. Und je genauer man darüber nachdenkt, um so stärker merkt man, dass hinter der Kritik ein ganz bestimmtes Verständnis von Integration steht. Es ist ein Integrationsverständnis, das auf der Erwartung basiert, dass sich Migranten möglichst schnell und vollkommen an das anpassen, was man als deutsche Kultur definiert und dass sie Verhaltenweisen, die man als fremde Kultur interpretiert, möglichst schnell ablegen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Das ist eine unverschämte Unterstellung. Uns geht es lediglich darum, die Freiheitsrechte und Grundrechte für jeden zugänglich zu machen, auch für die Importbräute oder die Töchter fundamentalistisch-islamisch geprägter Familien. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Integration heißt nicht, Verhaltensweisen, die man in der eigenen Herkunftsgruppe erlernt hat, abzulegen und sich einseitig daran zu orientieren, was unter Deutschen üblich sind. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Hier gilt das Grundgesetz, türkische Muslime stehen da nicht unter Naturschutz. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Integration heißt, eine Verbindung zu schaffen zwischen unterschiedlichen Verhaltensweisen, indem man sie ineinander integriert und sich jeweils so zu verhalten weiß, wie es in einer Situation am sinnvollsten und passendsten ist. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Gewalt ist niemals privat. Das Grundgesetz endet eben gerade nicht vor der Haustür. Wie der STERN (Die vergrabene Bombe) am 08.08.2008 berichtet, sind in Deutschland 44,5 Prozent der türkischen Migrantenkinder durch  in den Familien erlittene Misshandlungen und schwere Züchtigungen traumatisiert. (1). Auch Europas immigrierte Frauen sind einem hohen Gewaltrisiko ausgesetzt. Die Bundesregierung (2004) stellt dazu in einer 2004 veröffentlichten Studie fest: „Demnach hat jede dritte bis vierte türkische Migrantin und jede fünfte bis sechste osteuropäische Migrantin in ihrer aktuellen Paarbeziehung körperliche oder sexuelle Übergriffe erlebt. Aufgrund der zu vermutenden hohen Dunkelfelder handelt es sich hier um Mindestwerte. Wir werden weiter unten noch sehen, dass die von uns befragten Migrantinnen nicht nur häufiger körperliche und sexuelle Gewalt erlebt haben, sondern dass es sich dabei auch um schwerere und häufiger auftretende Formen von Gewalt gehandelt hat (2)“. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Soll der Neonazi seine fraglos „unterschiedliche“ Verhaltensweise situativ entscheiden, um dem Straßburgerschen Bild von Integration zu entsprechen? Selbstverständlich nicht, es gibt allgemein gültige, zu gewährleistende Grenzen, die das friedliche Zusammenleben ermöglichen und dabei die Menschenrechte gewährleisten. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Noch etwas zur situativen Anpassung. Ich habe es nicht gerne, jetzt angelächelt und kurz darauf, wenn ich außer Hörweite bin, hinterrücks verspottet zu werden. Der Aufruf zum situationsbedingten „besonderen“ Verhalten lädt zur Unaufrichtigkeit ein und wird letztlich ein Klima des Misstrauens, der Unzuverlässigkeit und der Doppelzüngigkeit funktional werden lassen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Frei nach Ulrich Wickert: Der Ehrliche ist der Dumme. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Die Zeugenaussage in einem Gerichtsverfahren muss wahrheitsgemäß sein. Der Zeuge hat sich dem Gesetz gegenüber loyal zu verhalten, nicht dem archaischen Stamm. So muss sich beispielsweise ein Dr. Wolfgang Schäuble darauf verlassen können, dass der KRM (Koordinierungsrat der Muslime) zu seiner Integrationsbereitschaft und zur Verfassung steht, auch wenn der Innenminister nicht im Zimmer ist. </p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Wir empfehlen Herrn Schäuble dringend, an der Aufrichtigkeit der deutschen Islamverbandsfunktionäre zu zweifeln. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> So gibt es beispielsweise einen sehr einleuchtenden Grund dafür, dass viele Männer ihre Ehefrau nicht in Deutschland, sondern in der Türkei finden. Dieser Grund besteht ganz schlicht und einfach darin, dass es hier in Deutschland unter türkischen Migranten nur halb so viele ledige Frauen wie Männer gibt. Auf 100 unverheiratete türkische Männer entfallen nur 48 unverheiratete türkische Frauen. Angesichts dieser unausgeglichenen Verteilung haben türkische Männer schon rein statistisch gesehen allen Grund, sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Türkei nach Ehefrauen umzusehen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Völlig straßburgerlogisch: Isch brauche Frau, isch gehe Türkei nach Frau gucke. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Wie allgemein bekannt, gehören zum Heiraten zwei. Somit ist auch danach zu fragen, inwieweit eigentlich Deutsche bereit sind, eine Türkin oder einen Türken zu heiraten. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Wenn manche Deutsche ebenso wie manche Türkinnen und Türken deutsch-türkischen Ehen eher skeptisch gegenüberstehen, so heißt das noch lange nicht, dass sie keine Freundschaften miteinander eingehen würden, dass sie sich nicht als Kollegen akzeptieren würden oder dass sie etwas dagegen hätten, wenn ihre Kinder miteinander zur Schule gehen. In diesen Lebensbereichen ist Integration weitgehend alltägliche Selbstverständlichkeit und wird allgemein bejaht. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Wo lebt die Frau? Viele, sehr viele türkeistämmige Eltern in der Bundesrepublik verbieten ihren Kindern, mit urdeutschen Kindern zu spielen, Mädchen werden von der Klassenfahrt abgemeldet. Nahezu jeder Türkeistämmige wird wütend und bricht den Kontakt ab oder bedroht mich, wenn ich ihm sage, dass die Scharia gegen die universellen Menschenrechte und gegen das Grundgesetz der Bundesrepublik verstößt. </p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Statt dessen wird Erbakans Milli-Görüş-Doktrin von der gerechten und der nichtigen Weltordnung (adil düzen, batil düzen) ebenso bereitwillig akzeptiert wie der Kulturrassismus geheiligter Meidung gegenüber den Nichtmuslimen und ihrer Lebensweise. Unter Sunniten stehen Sayyid Abu l-Aala al-Maududi, Sayyid Qutb oder Yusuf al-Qaradawi hoch im Kurs. Die drei wollen die Segregation und die Zwangsverschleierung der Frau, die drei wollen nicht die Integration. Die im Islam völlig akzeptierte Polygamie erlaubt den Männern bis zu vier Ehefrauen. Kein Wunder, wenn einem  die Heiratskandidatinnen in Deutschland ausgehen, zumal einige Frauen wieder in das Herkunftsland zurück arrangiert werden. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Schwerpunktmäßig minderjährige, etwa fünfzehnjährige oder sechzehnjährige Schülerinnen sind das, deren Wohnsitz in Kleinasien arrangiert wird und die nach den alljährlichen Sommerferien nicht mehr im Klassenzimmer erscheinen, seit zwanzig Jahren ist das in Deutschlands Lehrerzimmern bekannt. Mit einem kurzen Telefonanruf wird das Mädchen abgemeldet, so läuft das. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Bei der Gründung einer Familie und bei der Erziehung von Kindern geht es immer auch um die Frage, welches Familien- und Erziehungsverständnis Vorrang haben wird bzw. wie man unterschiedliche Vorstellungen miteinander in Einklang bringen kann. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Das ist doch nicht Ihr Ernst? </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Möglichst viel Scharia, möglichst wenig Säkularität, dann ist die Sache „in Einklang gebracht“.</span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Jedes Kind eines muslimischen Vaters ist Muslim und gehört dem patrilokal denkenden und handelnden Bio-Clan. Darum dürfen Muslimas keinen Atheisten, Juden oder sonstigen Nichtmuslim ehelichen. Bei der Scheidung, die auch mal als Verstoßung „arrangiert“ wird, hat der Mann das Sorgerecht, die Kinder gehören dem Patri-Clan. Bei interreligiösen Mischehen kommt es nicht selten ganz folgerichtig zur „Kindesmitnahme“ sprich Entführung der Kinder. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Wobei dieses Problem nicht nur allein das Ehepaar betrifft. Es betrifft auch das Verhältnis zwischen den eigenen Eltern und dem Ehepartner bzw. der Ehepartnerin. Es betrifft darüber hinaus die Beziehung zwischen Großeltern und Enkeln. Und es betrifft schließlich auch noch das Verhältnis der beiden Herkunftsfamilien zueinander. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> [Noch zur Entgegennahme des Preises in Augsburg] Im Unterschied zu Integration in anderen Lebensbereichen ist also Integration im familiären Bereich etwas, was einen nicht nur selbst etwas angeht, sondern etwas, woraus sich weitreichende Konsequenzen für die gesamte Familie ergeben. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: In unserer türkischen Großfamilie passen wir alle aufeinander auf …  </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: … damit auch ja niemand aus der Reihe tanzt. Entschließt sich eine muslimisch sozialisierte Migrantin dazu‚ &#8216;wie eine Deutsche zu leben&#8217;, bereitet sie ihrem Clan Schande und gefährdet sowohl den Status ihrer Sippe als auch Allahs Weltordnung. Das endet nicht selten im Ehrenmord oder Selbstmord. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Der Schwerpunkt [dieser meiner Abhandlung an den NRW-Landtag] liegt auf Hinweisen zur dringend erforderlichen Unterscheidung zwischen arrangierten Eheschließungen und Zwangsheirat. … Arrangierte Ehen sind keine Zwangsehen. Arrangierte Eheanbahnungen folgen bestimmten Regeln. Das Einhalten dieser Regeln gewährleistet, dass Selbstbestimmung und Familienorientierung ausbalanciert werden, und verhindert, dass Druck auf die potentiellen HeiratskandidatInnen ausgeübt wird. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Im orthodoxen Islam gibt es keine individuellen Freiheitsrechte. Du bist ein Nichts und nur dann zu respektieren, wenn du dich unterwirfst und deinem Stamm und der Umma (islamischen Weltgemeinschaft) dienst. Nur wenn die Tochter sich an diese tradierten Vorschriften hält, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Fremdbestimmung und Selbstbestimmung bei der Wahl des Ehepartners wenigstens die Waage halten gegeben. Das heißt, die jungen Mädchen haben bei einer so intimen, persönlichen und die Lebensqualität entscheidend beeinflussenden Entscheidung wie der Wahl ihres Sexual- und Lebenspartners lediglich ein Mitspracherecht, das nach Straßburgers Ausführungen zudem höchstens 50 % beträgt. Die ohnehin bestenfalls halbierte Freiheit kann die künftige Braut dementsprechend nur dann auskosten, wenn sie akzeptiert, dass der Clan sich das Recht anmaßt mitzubestimmen, mit welchem Partner die Heiratskandidatin Zärtlichkeiten austauscht, Kinder zeugt und Tag für Tag zusammenlebt. Fügt sie sich nicht, gilt sie als Rebellin (Naschiza), als Abtrünnige. Eine jede junge Frau weiß, dass sie sich diesen &#8216;Verhaltensvorschriften zur Anbahnung einer Ehe&#8217; unterwerfen muss, um nicht Opfer physischer Gewalt, psychischer Drohung und Erpressung zu werden. Manche Frauen werden von Blutsverwandten im Namen der Ehre ermordet oder sehen keinen anderen Ausweg mehr als sich selbst umzubringen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Das Ziel einer arrangierten Eheanbahnung besteht darin, Glück und Stabilität einer Ehe dadurch zu sichern, dass man gemeinsam in der Familie prüft, ob die Voraussetzungen für das Gelingen der Ehe günstig sind. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Die Anbahnung einer arrangierten Ehe basiert auf vier Vorstufen mit offenem Ausgang. Der Prozess kann an jeder Stelle abgebrochen werden bzw. wird nur dann fortgesetzt, wenn die potentiellen HeiratskandidatInnen Zustimmung signalisieren. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Verwandtenehen, beispielsweise Cousinenehen, sind eine immer noch häufig praktizierte, sehr typische Form des &#8216;Ehearrangements&#8217;. Längst ist wissenschaftlich erwiesen und allgemein bekannt, dass bei solchen Beziehungen ein hohes Risiko für genetisch bedingte Behinderungen der Kinder besteht (3). Während das Risiko bei nicht-verwandten Paaren bei 1-3% für schwere Fehlbildungen und 3-5% für alle Fehlbildungen beträgt, liegt es beispielsweise bei einem einfachen Paar Cousin / Cousine 1. Grades doppelt so hoch. Die Neigung, Ehen zwischen Blutsverwandten zu &#8217;stiften&#8217; ist verantwortungslos und gefährdet in höchstem Maße das „Glück und Stabilität“ der Familie. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Polizeilich und gerichtlich dokumentierte Fälle von familiärer Gewalt in orientalischen Einwandererfamilien („Familialismus“) belegen, dass zwei Sippen selbst dann ihre Töchter einander wechselseitig anverheiraten, wenn es in beiden Clans zu brutaler ehelicher Körperverletzung (durch den Ehemann an der Frau) gekommen ist. Wie Gaby Straßburger hier von ehelichem stabilem Glück reden kann ist wenig nachvollziehbar. Als Beispiel ist sind hier die beiden Familien des Mönchengladbacher Ehrenmords vom 09.03.2007 zu nennen, wo es in der Vergangenheit immer wieder zu Gewalttaten gekommen war und man trotzdem immer wieder untereinander geheiratet hatte – „Die beiden Familien, die Erols und Rukiyes Hochzeit in der Türkei arrangierten, als beide noch Teenager waren, galten als verfeindet – trotz der Heirat (4), (5).“ </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Die ergebnisoffene Ausgestaltung der Eheanbahnung beruht auf dem Einhalten von Kommunikationsregeln, die Entscheidungsspielräume eröffnen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Zwangsehen sind keine arrangierten Ehen, sondern Ehen bei denen familiäre Machtverhältnisse dazu genutzt werden, gegen die Regeln einer arrangierten Eheanbahnung eine Heirat zu erzwingen, die dem freien Willen widerspricht. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Bei einer derartig begrenzten Freiheit des persönlichen Gestaltens, wie sie in den Milieus der arrangierten Ehe für die weiblichen Familienmitglieder gegeben ist, müssen sich diese Migrantinnen auch noch von „traditionsreichen“ Kommunikationsvorschriften und „Machtverhältnissen“ gängeln lassen. Jederzeit kann der ohnehin vormoderne und fundamentalistisch orientierte familiäre Konformitätsdruck in äußerste Brutalität kippen, darauf hat das Individuum keinen Einfluss. Das ist die große Freiheit der Gaby Straßburger. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Bei präventiven Maßnahmen [gegen die Zwangsheirat] ist darauf zu achten, dass sie nicht dem diskriminierenden Mainstreamdiskurs folgen, der arrangierte Ehen mit Zwangsehen gleichsetzt. Vielmehr sind arrangierte Ehen, deren Anbahnung nach den o.g. Regeln erfolgt, ausdrücklich als gleichwertige Form der Partnerwahl anzuerkennen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Dem widersprechen wir entschieden. Der bei Gaby Straßburger so genannte Mainstreamdiskurs ist alles andere als diskriminierend, sondern will die Allgemeingültigkeit von Menschenrechten und Bürgerrechten gewährleisten. Die Europäische Menschenrechtskonvention (Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten EMRK, Rom 1950, in Kraft seit 1953) verankert das Recht auf die freie Wahl des Ehepartners. Seit 1984 (7. Zusatzprotokoll) fordert die EMRK gleiche Rechte und Pflichten für die Ehegatten. Artikel 16 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (New York 1948) weist darauf hin, dass „Eine Ehe nur bei freier und uneingeschränkter Willenseinigung der künftigen Ehegatten geschlossen werden“ darf. Das ist bei einem „Ausbalancieren“ von Selbstbestimmung und Familienorientierung, welches jede arrangierte Ehe kennzeichnet, verstößt unbedingt gegen das Menschenrecht auf freie Wahl des Ehepartners. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Der Schwerpunkt meiner Ausführungen liegt auf der Erläuterung, mittels welcher Regeln bei arrangierten Eheanbahnungen Selbstbestimmung und Familienorientierung so ausbalanciert werden, dass kein Druck auf die potentiellen HeiratskandidatInnen entsteht. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Wenn ich als Tochter das „Arrangement“ verweigere, wird jede Begegnung mit einem Angehörigen des anderen und des eigenen Clans zum Spießrutenlaufen. Man ist dazu verurteilt, einander überall, jederzeit und lebenslang immer wieder zu begegnen, bei Familienfeiern, im Supermarkt, beim Arzt, in der Moschee. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Stamm ist Kerker. Lebenslang, lebenslänglich. Egal ob Sohn oder Tochter, wer an der Lebenserfahrung, Urteilskraft und Gutartigkeit seiner Eltern oder Großeltern zweifelt, verstößt gleichermaßen gegen die Familienregeln und die Religion. Den Ausstieg aus diesem familiären Gefängnis zu schaffen ist nahezu unmöglich. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Die Wege in die Ehe sind variantenreich und dennoch nicht beliebig. Soziale und kulturelle Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Von ihnen hängt ab, welche Wege in einer Gesellschaft und ihren verschiedenen Milieus jeweils als wünschenswert und normal gelten. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: In Mauretanien gilt die Sklaverei als normal, in Teheran oder Riad das Töten des Gotteslästerers und bei den Muslimen Indonesiens und irakisch Kurdistans die Genitalverstümmelung der schafiitischen Rechtsschule. Die ledigen Frauen und übrigens auch die zu verheiratenden jungen Männer dürfen nicht autonom bestimmen, den schlussendlich „erfolgreich“ verheirateten Individuen hat eine klare Aussage zu keinem Zeitpunkt zugestanden. Die Deutungshoheit über die orakelgleich zu lesenden Zeichen haben die Mächtigen des Stammes, das wird immer wieder einmal die Brautmutter sein. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Kaffeesatzlesen ist eine alte türkische Spezialität. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Die Ausführungen basieren auf meiner Studie zu „Heiratsverhalten und Partnerwahl im Einwanderungskontext“, die sich mit Eheschließungen von Migrantinnen und Migranten türkischer Herkunft befasst. Sie erschien 2003 im ergon-Verlag, Würzburg. Im Mittelpunkt dieser quantitativ und qualitativ angelegten Studie, die Perspektiven der Familien und Migrationsforschung verknüpft, stehen Heiratsoptionen und Partnerwahlmodi. Im qualitativen Teil wird mittels eines biographisch-hermeneutischen Untersuchungsansatzes die innere Logik der Partnerwahlprozesse rekonstruiert, basierend auf Interviews mit 14 verheirateten Frauen und Männern zu ihrer Partnerwahl und Beziehungsgeschichte. Die Interviewten sind in Deutschland aufgewachsen und leben in einer Stadt mit 70.000 Einwohnern. Ihre Eltern stammen aus der Türkei. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Wie bitte, eine quantitative Studie mit 14 (vierzehn!) Befragten? Das soll wohl ein Scherz sein. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Bei der selbst organisierten Partnerwahl geht man im Regelfall davon aus, dass sich der Gedanke an eine mögliche Heirat während einer Paarbeziehung entwickelt. Die Heirat basiert auf einem intensiven Prozess der Annäherung beider Partner, die im Lauf einer vorehelichen Beziehung feststellen, so gut zueinander zu passen, dass sie heiraten können. Hingegen ist bei arrangierten Ehen der Gedanke an eine mögliche Heirat bereits Ausgangspunkt der Beziehungsaufnahme. Die arrangierte Begegnung der Partner basiert auf der Absicht, einander möglicherweise zu heiraten. Im weiteren Verlauf der Annäherung geht es bei der arrangierten Eheschließung folglich in erster Linie darum, herauszufinden, ob irgend etwas gegen eine Heirat spricht. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Der Clan braucht Nachwuchs, Ayaan Hirsi Ali spricht treffend von der gezwungen beziehungsweise arrangiert zu verehelichenden Frau als zoontjesfabriek, Söhnchenfabrik. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Andere, außereheliche Beziehungen sind dem angeblich freiwilligen jungfräulich lebenden Wesen verboten. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Der junge Mann hingegen darf, soll sogar Sex haben, dazu gibt es die islamische Kaste der ehrlosen Frauen, der Prostituierten oder Dhimmifrauen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Bei arrangierten Ehen basiert der Entschluss zu heiraten darauf, dass die Familie gemeinsam zu dem Ergebnis kommt, dass die Basis für eine glückliche und stabile Ehe vorhanden ist. Dazu gehört neben dem Einverständnis der HeiratskandidatInnen auch die insgesamt positive Bewertung ihres Charakters und ihrer sozialen, familiären und beruflichen Lebensumstände. Man versucht, das Gelingen der Ehe dadurch zu sichern, dass man vor der Heirat im Familienverband abwägt, ob die Rahmenbedingungen so positiv sind, dass sich nach Abklingen des vergänglichen Verliebtseins eine stabile Paarbeziehung entwickeln kann. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Nicht du entscheidest, ob die Verbindung erfolgversprechend ist, sondern dein Stamm. Mein Kind, wir denken für dich. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Während man also bei selbst organisierten Eheschließungen vor der Heirat ausprobiert, ob die Paarbeziehung funktioniert, geht es bei der arrangierten Partnerwahl darum herauszufinden, ob die Voraussetzungen dafür vorliegen, dass die Ehe funktionieren kann. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Die Tochter muss unbenutzt in die Ehe gehen, der muslimische Clan verbietet ihr den vorehelichen Sex und Frau Straßburger unterstützt ihn dabei „wissenschaftlich“. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Die vergleichende Analyse der Eheschließungen mehrerer InterviewpartnerInnen türkischer Herkunft zeigt, dass arrangierte und selbst organisierte Eheschließungen ineinander übergehen. Sie sind nicht trennscharf zu unterscheiden, sondern weisen zahlreiche Überschneidungen auf. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Das ist eine bewusste Irreführung, es gibt in der Tat fließende Übergänge, nämlich innerhalb der arrangierten Ehe und dabei zwischen einer Eheanbahnung mit viel Zwang und einer Eheanbahnung mit nur ein ganz klein wenig Zwang. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Die Anbahnung einer arrangierten Ehe beruht auf vier Vorstufen, deren Länge und Ausgestaltung variabel ist und an denen jeweils verschiedene Akteure schwerpunktmäßig beteiligt sind. Die Seite der Frau und die Seite des Mannes erfüllen meist komplementäre Rollen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Maschinenhaft. Zuchtprogramm. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Die arrangierte Partnerwahl beginnt auf der Seite des Mannes mit der Suche nach einer potentiellen Partnerin. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Single darf der Mann aus Allahs Sicht nämlich nicht bleiben, der Koran fordert unmissverständlich auf: „Verheiratet die Ledigen!“ (Koran 24:32). Und eine schwule Partnerschaft sieht weder der kurdisch-jesidische Ehrkodex noch die Pflichtenlehre der Scharia vor. Der Mann wird also von seiner Familie auf den Frauenfang geschickt. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Hierfür werden bestehende Netzwerkbeziehungen aktiviert, wobei man damit rechnen muss, dass viele Anfragen im Vorfeld negativ beschieden werden. Während Familienangehörige, Verwandte und Bekannte eines Mannes aktiv nach einer Partnerin suchen, …  </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: … der Kerl schafft das nicht alleine …  </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> … nimmt die Seite einer Frau eine reagierende Haltung ein. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Das hat Allah so vorgesehen. Mann agiert, Frau reagiert. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Sie antwortet lediglich auf mehr oder weniger direkte Anfragen, die an sie gestellt werden, um herauszufinden, ob ein weiteres Engagement Aussicht auf Erfolg hätte. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Deutschlands Städte in wenigen Jahrzehnten: Hunderttausende von keuschen türkischen Töchtern, die, von ihren Brüdern und Tanten bewacht werden und etwaigen heiratslüsternen Jünglingen „mehr oder weniger indirekt“ antworten. Wollen wir so leben? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> In dieser Phase besteht eine wichtige Aufgabe der Eltern einer jungen Frau darin, Anfragen, die als irrelevant erachtet werden, von Vornherein abzulehnen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Eltern schützen ihre Töchter vor Krankheiten, Tigern und Brautwerbern. Bewährt hat es sich dabei, die Tochter in einen Stoffkäfig zu sperren, im islamischen Recht heißt er Hidschab. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Selbst bei ausgewogenstem Verhältnis von Fremd- und Selbstbestimmung (Straßburger) bleibt eine Gruppe von Brautwerbern der Tochter unbekannt. Sollten heiratsfähige Kinder eigenständige Wege der Kontaktaufnahme gegangen sein, werden sie sich ihre Zuneigung oder Liebe wohl niemals explizit gestehen können. Falls der junge Mann in diesem – gemeinsamen – Sinne initiativ wird, können die Brauteltern seine Pläne zunichte machen, ohne dass die Tochter die ganze Wahrheit erfährt. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Falls sie sich nicht schon in anderen Zusammenhängen begegnet sind, erhalten sie nun einen ersten Eindruck voneinander und entscheiden auf dieser Basis, ob sie eine weitere Annäherung wünschen oder nicht. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Mamas vorwurfsvoller Blick und Tantchens Tritt unter dem Tisch mögen Töchterchen motivieren, mit dem Jüngling noch etwas intensiver zu plaudern. Mama hatte gestern schließlich bereits Herzschmerz, griff sich an die Brust und sagte: „O Tochter, ich bin so besorgt um dich, morgen kommt Besuch!“ </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: „Mütter drohen heiratsunwilligen Töchtern mit Selbstmord“, Anna Reimann 2007 (6). </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Hauptakteure sind zudem nicht die potentiellen HeiratskandidatInnen, sondern ihre Eltern. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Postmodernistin Straßburger wird nicht einmal rot! Selbstverständlich haben die jungen Ledigen nur eine Nebenrolle, der Heiratsvertrag der islamischen Ehe ist ein Handelsgeschäft zwischen zwei Familien. Das ist für uns als Profis aus Sozialarbeit oder Pädagogik inakzeptabel. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> … in der Zeit, die nun folgt, liegen die entscheidenden Aktivitäten auf der Seite der Frau. Während die Seite des Mannes ihre Brautwerbung fortsetzt und sich und den Heiratskandidaten im besten Licht präsentiert, versucht die Seite der Frau Zeit zu gewinnen und die Entscheidung durch geschicktes Taktieren hinaus zu zögern. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Den Preis nach oben treiben! </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Die Haushaltsmitglieder handeln dabei stellvertretend im Interesse der jungen Frau und erhöhen durch Abwägen der Gründe, die für oder gegen die Ehe sprechen, die Chance, dass die Heirat schließlich zu einer glücklichen und stabilen Ehe führt. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Stellvertretend für die junge Frau, das ist korrekt, handelt der Wali, der Heiratsvormund, sofern die Frau noch Jungfrau ist sprich noch niemals verehelicht worden war. Dann ist er Wali Mudschbir, Heiratsvormund mit der Berechtigung zum Zwang. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Bei solchen Begegnungen werden u.a. Vorstellungen von der Beziehungsgestaltung besprochen (z.B. künftige Berufstätigkeit der Frau, Gründung eines eigenen Haushaltes und einer Familie, gemeinsame oder getrennte Freizeitaktivitäten etc.). </p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Richtig, das ist zwischen den Sippen oder Stämmen zu klären: Soll die Braut das Haus verlassen dürfen, etwa, um in einem unsittlichen europäischen Großraumbüro arbeiten zu gehen? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Auch in der Verhandlungsphase kann ein Ehearrangement scheitern, wenn man sich nicht einig wird, welchen finanziellen Beitrag die Familien jeweils zu Aussteuer, Hochzeitsfeier oder Hausstandsgründung leisten. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Nun geht`s ans Verschachern der Braut. Frauen einschließlich Morgengabe und Hochzeitsfest sind sündhaft teuer. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Deutlich wird dies am Beispiel der Eheanbahnung von Kibriye, die im Frühjahr 1997, zum Zeitpunkt unseres Interviews, 20 Jahre alt und seit einem halben Jahr verheiratet war. Kibriyes Familie stammt aus einem südostanatolischen Dorf, von wo der Vater 1973 als Arbeitsmigrant nach Deutschland angeworben wurde. Drei Jahre später kamen dann auch Kibriyes Mutter und ihre älteren Brüder im Rahmen des Familiennachzugs nach Heimburg. Als Kibriye 14 Jahre alt war, erhielten ihre Eltern in der Türkei die ersten Anfragen bezüglich einer Eheschließung mit ihr &#8230; von den Eltern mit dem Argument zurückgewiesen, Kibriye wäre dafür zu jung. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Das islamische Heiratsalter beträgt neun Jahre. In Griechenland (Region Komotiní) gilt die barbarische Scharia als legitimes Familienrecht, da sind schwangere dreizehnjährige Bräute gesellschaftlich akzeptiert, wie Barbara Kirchner („An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige, ein altes Gesetz erlaubt dies, mit Zustimmung der Eltern verheiratet.“) über die in Düsseldorf wohnhafte elfjährige schwangere Ehefrau berichtet (7). Das ist Scharia, und Fachfrau Straßburger hat entweder nichts dagegen oder vom Islam keine Ahnung oder beides (8), (9). </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> 1995, als Kibriye gerade volljährig geworden war und in einem Supermarkt arbeitete, trafen sie und ihre Eltern in Heimburg zufällig Herrn und Frau Kuzu wieder, die sie jahrelang nicht gesehen hatten. Herr Kuzu und Kibriyes Vater hatten sich 1973 in Heimburg kennen gelernt. … Zum Zeitpunkt des Wiedersehens lebte Familie Kuzu im 50 Kilometer entfernten Mittelstadt. Ihr Sohn Kenan war 20 Jahre alt und hatte eine Ausbildung zum Industriemechaniker absolviert. … 14 Tage später hielt Familie Kuzu um Kibriyes Hand an und kam von da an jede Woche zu Besuch nach Heimburg. In dieser Zeit begannen Kibriye und Kenan, sich heimlich zu treffen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Kibriyes Brüder hatten das Mädchen bis dato vor unerwünschten Kontakten mit Angehörigen der Spezies Junge beziehungsweise Mann bewahrt und dürfen nun das Kleingedruckte im Ehevertrag ihrer Schwester definieren: </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Nach einigen Verhandlungen zwischen Kenans Familie und Kibriyes Brüdern, und nachdem Kibriye ihr Einverständnis gegeben hatte, wurde das Heiratsgesuch einige Monate später akzeptiert und eine Woche danach die Verlobung gefeiert. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Die Brüder verhandeln das künftige Eheleben ihrer Schwester. Die zu schweigen hat. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Solange alle Beteiligten den Code beherrschen und willens sind, subtile Signale wahrzunehmen, ist es nicht nötig, deutlicher zu werden, weil auch ohne ausdrückliche Verbalisierung verstanden werden kann, ob eine junge Frau einem Heiratsangebot positiv oder negativ gegenübersteht. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Echte fromme Türken verstehen sich blind. Und die junge Frau fühlt sich ganz besonders verstanden, alle wollen nur ihr Bestes. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Dabei wird allgemein erwartet, dass die Brauteltern die Entscheidung hinauszögern und somit der Gegenseite signalisieren, wie viel ihnen ihre Tochter bedeutet. … Weiter gehört es zu den Aufgaben der Familie der Braut, zu prüfen, ob der Heiratskandidat ein akzeptabler Ehepartner ist, der familiäre Verantwortung übernehmen kann und keine schlechten Angewohnheiten hat. Dafür ist es wichtig, dass die Distanz nicht vorschnell aufgegeben wird, da man den Interessen der Tochter zuwiderhandeln würde, wenn man zu früh Einverständnis mit der Heirat signalisiert. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Die dürfen keinen Sex vor der Ehe haben, das ist es. Und es heiraten zwei ewige Clans einander, in Form von zwei Individuen. Du bist nichts anderes als das Bio-Werkzeug des sich durch die Jahrhunderte fortpflanzenden Stammes. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Wer eine Frau oder einen Mann zur Heirat zwingt, handelt gegen die Regeln einer arrangierten Ehe. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: Klingt nach Tariq Ramadan oder Pierre Vogel. Man lese dazu »Freiheit jenseits der Gesetze?« von Necla Kelek (10). </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Junge Frauen und Männer in eine nicht gewollte Ehe zu drängen, wird meiner Erfahrung nach von der türkischen Bevölkerung ebenso als Menschenrechtsverletzung erachtet wie von der deutschen Bevölkerung. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> H.: Kein Imam widersetzt sich dem Prinzip des nötigenden Heiratsvormundes (Wali mudschbir), das dem Vater oder Großvater väterlicherseits zusteht. Es geht Straßburger darum, den deutschen Nichtmuslimen das Märchen vom freiheitlichen Islam zu erzählen und zugleich die Frauen einzuschüchtern, sie wären nicht tugendhaft oder gottesfürchtig genug, sobald sie unfreiwillig („Kein Zwang im Glauben“) handeln würden. Im Namen der Multikulturalität und einer angeblichen „Besonderheit“ der deutschen Muslime macht Straßburger den Weg für die Politikwerdung der Scharia frei. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 120pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> W.: No Sharia Here, One Law For All. Menschenrechte sind universell und unverhandelbar. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> (1) Hans-Ulrich Jörges: Die vergrabene Bombe  </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/zwischenruf/zwischenruf-die-vergrabene-bombe-634119.html">http://www.stern.de/politik/deutschland/zwischenruf/zwischenruf-die-vergrabene-bombe-634119.html </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> (2) BMFSFJ zum häuslichen Gewaltrisiko für Deutschlands Einwandererfrauen (pdf) </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.vaeter-aktuell.de/politik/BMFSFJ_Lebenssituation_Sicherheit_und_Gesundheit_von_Frauen_in_Deutschland_2004.pdf">http://www.vaeter-aktuell.de/politik/BMFSFJ_Lebenssituation_Sicherheit_und_Gesundheit_von_Frauen_in_Deutschland_2004.pdf </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> (3) Inzest: Wenn der Cousin mit der Cousine schläft </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.welt.de/vermischtes/article732888/Wenn_der_Cousin_mit_der_Cousine_schlaeft.html">http://www.welt.de/vermischtes/article732888/Wenn_der_Cousin_mit_der_Cousine_schlaeft.html </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> (4) Familialismus pur: Rukiye Peşter </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.ehrenmord.de/doku/sieben/2007_Rukiye_Pester.php">http://www.ehrenmord.de/doku/sieben/2007_Rukiye_Pester.php </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> (5) Familialistisch: Derya Peşter </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.ehrenmord.de/doku/sieben/2007_Derya_Pester.php">http://www.ehrenmord.de/doku/sieben/2007_Derya_Pester.php </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> (6) Mütter drohen heiratsunwilligen Töchtern mit Selbstmord </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,499121,00.html">http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,499121,00.html </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> (7) Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.express.de/nachrichten/region/duesseldorf/zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby_artikel_1212758529424.html">http://www.express.de/nachrichten/region/duesseldorf/zwoelfjaehrige-bekam-in-zwangsehe-ein-baby_artikel_1212758529424.html </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> (8) In Europa, wo die Scharia noch gilt </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Wednesday, September 14, 2005. Von Michael Kreutz </p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2005/106/europa-scharia/">http://www.transatlantic-forum.org/index.php/archives/2005/106/europa-scharia/ </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> (9) Scharia in Griechenland: eine betroffene Frau berichtet </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> Aiché, eine junge Frau aus der Muslimgemeinde der thrakischen Stadt Komotini berichtet anonym über ihre persönliche Erfahrung mit der Scharia.<br />
Interview: Adéa Guillot </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.arte.tv/de/Videos-auf-ARTE-TV/2151166,CmC=2513134.html">http://www.arte.tv/de/Videos-auf-ARTE-TV/2151166,CmC=2513134.html </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"> (10) Necla Kelek: Freiheit jenseits der Gesetze? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E1ECC2B524AF14B14B8C848C15006A7E7~ATpl~Ecommon~Scontent.html">http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E1ECC2B524AF14B14B8C848C15006A7E7~ATpl~Ecommon~Scontent.html </a> </span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Boos Nünning: Muslimische Migrantinnen sind nicht unterdrückt]]></title>
<link>http://schariagegner.wordpress.com/2009/10/08/muslimische-migrantinnen-sind-nicht-unterdruckt/</link>
<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 01:25:05 +0000</pubDate>
<dc:creator>schariagegner</dc:creator>
<guid>http://schariagegner.wordpress.com/2009/10/08/muslimische-migrantinnen-sind-nicht-unterdruckt/</guid>
<description><![CDATA[النكاح an-nikah sharia-compliant marriage Ehe als Tochtertausch Subtiler Zwang in der arrangierten E]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'>
<p style="line-height:125%;margin:0 0 60pt;">
<p style="text-align:right;line-height:125%;margin:0 0 6pt;" align="right"><span style="font-size:27pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;">النكاح </span></p>
<p style="text-align:right;line-height:125%;margin:0;" align="right"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> an-nikah </span></p>
<p style="text-align:right;line-height:125%;margin:0;" align="right"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> sharia-compliant marriage </span></p>
<p style="text-align:right;line-height:125%;margin:0 0 90pt;" align="right"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Ehe als Tochtertausch </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 3pt;"><span style="font-size:14.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;">Subtiler Zwang in der arrangierten Ehe </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 45pt;"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;">Der Clan weiß, was die Tochter wünscht </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;">Im Jahre 2009 kommt den kommunalen, wohlfahrtsverbandlichen und kirchlichen Funktionären der Als-ob-Integration die Verteidigung der arrangierten Ehe gerade recht. Dass jede arrangierte Ehe das jahrhundertealte Prinzip des Tochtertausches zwischen zwei patriarchalisch organisierten Clans fortführt ist dabei nicht mehr so wichtig. Wie zufällig geht eine Essener Migrationspädagogin völlig konform mit zwei Elementen der Scharia, der islamischen Ehe (imam nikah) und dem nötigenden Heiratsvormund (wali mudschbir), wenn sie heute dafür wirbt, dass Deutschland gefälligst die arrangierte Ehe als gleichberechtigte Lebensform zu akzeptieren hat. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 135pt;"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;">Aus der Aula einer nordrhein-westfälischen Hochschule dokumentieren und kommentieren Roswitha Wilwerscheid (W.) und Karsten Hilchenbach (H.) einen im Januar 2009 gehaltenen Fachvortrag von Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning: »Arrangierte Ehe und Virginität. Familialismus als alternative Lebensform«.  </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich möchte Sie willkommen heißen zu zu meinem Seminar, mit dem ich unter dem Motto »Arrangierte Ehe und Virginität. Familialismus als alternative Lebensform« zu mehr Verständnis für den türkischen Familialismus ermutigen möchte. Zuwanderung macht das Neue und Fremde öffentlich sichtbar. Minarette und Kopftücher rufen Widerstand hervor. Ist das Kopftuch ein Zeichen der Unterdrückung? </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Aber ja, jede Art von islamischer Frauenverschleierung ist ein Mittel der Unterdrückung und damit in Europa und Deutschland ein Politikum ersten Ranges. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Der Hidschab ist ein Zeichen gegenmoderner Sexualmagie, repressiver Sexualpolitik im Namen der so genannten „Religionsfreiheit“. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Boos-Nünning sagt Kopftuch und stoppt ab, schalkhaft lächelnd. Neckisch durch ihre Nickelbrille blitzend sagt sie keine Silbe zum Kopftuch der extremistischen Milli Görüş oder der frauenfeindlichen Fatwas der ECFR-Scheichs. Keine Silbe. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Schon gar keine negative. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Der Westen betrachtet die anderen Teile der Welt polarisierend und zerlegt die eine Menschheit und gerade auch seine Einwanderer in aufgeklärtes Individuum und archaisch denkendes Objekt der Großfamilie, kurz gesagt: in modern versus traditionell. Diese Zuschreibungen betreffen auch das Geschlechterverhältnis und besonders das Frauenbild, der Westen hält die Einwanderin für unterdrückt. Vergleichende Untersuchungen belegen, dass das Selbstkonzept, aber auch das Frauenbild von vierundzwanzig Einwanderinnen, die aus weniger industrialisierten Gesellschaften und so genannten traditionellen Verhältnissen stammen, wesentlich geringer durch Abhängigkeiten vom Mann gekennzeichnet ist als das westlicher Frauen (Herwartz-Emden, 1995). Darüber hinaus lässt sich weder ihr Selbstbild noch ihr Frauenbild durch westliche Polarisierungen charakterisieren. Ebenso lässt sich für männliche Migranten nachweisen, dass sie nicht schlicht autoritärer oder patriarchalischer gesinnt sind als westliche Männer (Herwartz-Emden, 1996). Hier werden westliche Stereotype sichtbar und muss unsere erste Frage ansetzen: Sind traditionelle Frauenrollen ein Hemmnis für geschlechtergerechte Demokratie? </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Ja, aber ja! Seit wann verherrlicht die Linke die gute alte Zeit? </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Bald endlich wieder „schöner wohnen“, in Zelten und Höhlen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Über Muslime nur Gutes. Der dekadenten Europäerin die kulturelle Moderne, der stolzen Türkin das innere Mittelalter. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Gewalt oder sexueller Missbrauch, angeblich seien sie bei Migranten in höherem Maße vorhanden als bei den Ureinwohnern. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Staatsministerin Maria Böhmer sieht das in: Jahresbericht der Bundesregierung wesentlich anders: türkische Migrantenkinder mit Misshandlungen und schweren Züchtigungen in den Familien: 44,5 Prozent, zitiert nach Hans-Ulrich Jörges, Die vergrabene Bombe (1). Punkt »5.1. Häusliche Gewalt« stellt fest: „Migrantinnen sind vielfach in besonderer Weise von häuslicher Gewalt betroffen und besonders massiven Formen von innerfamiliärer Gewalt ausgesetzt. Diese Situation steht im Widerspruch zur deutschen Rechtsordnung (2).“ </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Die Mehrheitsgesellschaft fokussiert Zwangsheirat und Ehrenmorde mit gruseliger Lust in Büchern und Presse, aber sind diese bedauerlichen Missstände denn wirklich so tonangebend, vergessen wir dabei denn nicht, nach der Norm zu fragen? Das geplante Gesetz gegen Zwangsheirat betreffend habe ich das bei einer Anhörung so schon den nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten gesagt, ich fragte sie: „Habt ihr denn keine anderen Sorgen?!“, was mir viel Kritik eingebracht hat. Notwendig ist es, die Norm, die Normalität zu betrachten, nicht die Extreme. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Im Umkreis von wenigen Kilometern um den Ort des heutigen Vortrags sind innerhalb von fünf Jahren vier Frauen Opfer eines Ehrenmordes geworden. Mehrere Zwangsverheiratungen teilweise sechzehn- und fünfzehnjähriger Mädchen in der unmittelbaren Nachbarschaft sind ebenso nachweisbar wie einige versuchte Entführungen junger, erstmalig alleine wohnender türkeistämmiger Frauen durch ihre Brüder. Auch gibt es durch falsch verstandene Erziehung verursachte schwere Misshandlungen in Einwandererfamilien. Sozusagen im Schatten des Schulgebäudes, in dem Boos-Nünning gerade spricht, wirbt eine radikalislamische Gruppe für den Tschador oder gar für den Gesichtsschleier und verhüllt die eroberten Frauen tatsächlich bereits entsprechend. Soziologin Boos-Nünning wirbt dafür, all diese Verbrechen nicht wahrzunehmen. Damit arbeitet die „Migrationsforscherin“ beispielsweise frontal gegen das Projekt »Gewalt ist nie privat«, eine Kampagne des Sozialdienstes katholischer Frauen (3). </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Du hörst doch, wir sollen keine Extreme betrachten, nimm dir ein Beispiel an der optimistischen Migrationspädagogin und denke nicht so negativ. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Danke, Karsten, danke Herr Ichhabenichtsgesehen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Und vergiss damit für einen Augenblick die elfjährige, in einer islamischen Imam-Ehe arrangiert verheiratete schwangere griechische Türkin, die dem Düsseldorfer Jugendamt bekannt wurde. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Nie! </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Viele Welten leben. So der Buchtitel von Yasemin Karakasoglu und mir. Es gibt religiöse Normen, mehr oder weniger verknüpft vielleicht mit sexuellen Normen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Allerdings, die Gottheit bekümmert sich um dein Genital. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Die männerbündischen Stellvertreter Allahs kümmern sich besonders um das sexuelle Wohlergehen der schutzbedürftigen und wankelmütigen Frauen. Wie alle monotheistischen Religionen ist der Klerus, den es auch im Islam in Form von Imam, Scheich, Ayatollah, Mufti und Kadi gibt, sehr daran interessiert, was unter der ehelichen oder außerehelichen Bettdecke vor sich geht. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Die Mehrheitsgesellschaft neigt zu einer Haltung des Paternalismus und Eurozentrismus, des Mitleides und der Überheblichkeit. Das älteste dieser populärwissenschaftlichen Werke stammt von Andrea Baumgartner-Karabak und Gisela Landesberger (Reinbeck 1978), dessen Titel bereits auf die destruktive Richtung der Diskussion der nächsten Jahre verweist: „Die verkauften Bräute: Türkische Frauen zwischen Kreuzberg und Anatolien.“ Dieses Klischee: türkische Mädchen und junge Frauen seien traditionalistischer als Deutsche. Es wird angenommen, dass die weiblichen Einwanderer unter der Verschiedenheit der Kulturen leiden würden. Das ist falsch, die leiden nicht. Das seitens der nichtmuslimischen Mehrheitsgesellschaft vermutete Leiden an konfligierenden Erwartungen wird vor allem oder ausschließlich den Mädchen türkischer Herkunft zugeschrieben und nicht selten auf den Islam zurückgeführt. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Da erklingt es, das Wort Islam. Doch nun? Boos-Nünning schweigt. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Nur Islam, kein weiteres Wort zum Islam. Und schon gar kein kritisches. Wer jetzt noch etwas Ablehnendes über den Islam sagt, hat mit einer geballten Ladung an Vorwürfen zu rechnen, jedenfalls braucht er einigen Mut. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Auch gibt es bei Befragungen immer das Problem: Was genau wird gefragt, und wie groß ist die Gruppe der Befragten. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Im Ansatz nett, doch vermute ich, dass Italienerinnen dieselbe Frage (etwa: sind meine Eltern autoritär) wesentlich anders auffassen als es Türkinnen tun. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Im Titel Viele Welten leben (bei Waxmann, Erstauflage April 2005) spiegelt sich die Souveränität wieder, mit der Migrantinnen in beiden Kulturen klarkommen, Dr. Berrin Özlem Otyakmaz beschreibt das passend als ein „Auf allen Stühlen sitzen“. Die Untersuchung Viele Welten leben befragt Frauen im Alter zwischen 15 und 21 Jahren. Rechtlich stellt sich zunächst folgende Frage zu den Männern und Frauen, die in den Westen einwandern, sind sie eingebürgert, haben sie einen deutschen Pass oder nicht? Für uns muss es besonders um die Kinder der Einwanderer gehen, die Töchter. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Da gibt es aus westlicher Sicht dieses Vorurteil, die Einwanderinnen seien traditionell, real ist, dass sie den Deutschen viel ähnlicher sind als oftmals vermutet. Es gibt „Muster“. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Aha, Muster? Keine Vorurteile, bitte. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Es gibt „anti-traditionelle“ Muster, moderne Lebensweisen, das sind 73 %. Beispielsweise sagen 50 % der Befragten: das Vorschulkind leidet, wenn die Mutter nicht dauernd da ist. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird jedoch persönlich bejaht. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Meint Boos-Nünning jetzt die erwünschte politische Forderung nach der genannten Vereinbarkeit, den verinnerlichten Wunsch oder die persönlich (jetzt oder morgen) gelebte Realität? Das wird überhaupt nicht klar. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Wird ein solcher Wunsch einer sehr jungen Frau denn in den folgenden Jahren auch verwirklicht werden können oder wird die junge Frau im Namen von Religion beziehungsweise Ehre am Geldverdienen gehindert und de facto ins Haus gesperrt werden? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Arbeitskräftewanderung wird als Wanderung von Männern verstanden. Das ist ein falsches Bild, ich erforsche das seit 1971. Die Einwanderer der ersten Jahre waren zu 25 % weiblich! </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Autonome anatolische Frauenpower oder aber für die in Bezug auf die Jagdgründe global denkende, jedoch kulturell archaisch gebliebenen Sippe Geld verdienen? Und wie rasch wurden die in Almanya arbeitenden Fabrik-Frauen vom nachrückenden „männlichen türkischen Überwachungsstaat“ eingefangen und in patriarchalisch definierte, relativ schariakonforme Ehen gezwungen? </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Nicht wenige türkeistämmige Familien der ersten Migrantengeneration hatten in der Türkei in größtem Elend gelebt, waren unterernährt. In Deutschland Geld zu verdienen war der Ausweg, dieser absoluten Armut zu entrinnen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Man heiratet inner-ethnisch oder inter-ethnisch. Unabhängig davon gibt es auch die transnationale Ehe. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Wie wär`s mit Heirat aus Liebe? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Die Einwanderinnen bekamen Kinder, darunter natürlich auch Töchter, und Bild des vom Vater abhängigen, im Konflikt zwischen heimatlichen und deutschen Normen lebenden Mädchens ausländischer Herkunft bestimmte jahrelang die Diskussion. Dieses Stereotyp wurde durch eine Vielzahl von Arbeiten verbreitet. Wir müssen in Bezug auf die türkischen Mädchen und Frauen und ihre Partnerwahl fragen: Was möchten die denn? Der überwiegende Teil von ihnen will keinen Deutschen heiraten, Ausnahme sind die Italienerinnen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Der überwiegende Teil will einen Türken heiraten. Frau für Frau, ganz zufällig. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Immer diese Muster. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Es ist belegbar: Auch die einheimischen, die deutschen Männer wollen keine Frau mit Migrationshintergrund heiraten. Es gibt Barrieren der interethnischen Eheschließung. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Wie die Katze um den heißen Brei. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Boos-Nünning verschweigt uns, worum es wirklich geht: Die Scharia verbietet, dass ein Nichtmuslim eine Muslima heiratet. Der männliche Deutsche müsste zum Islam übertreten, eine anschließende Apostasie ist ihm dann schlichtweg verboten und würde sehr wahrscheinlich ein Leben im Untergrund bedeuten. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Unsere Sexualpolitikerin vermeidet die Forderung aufzustellen, dass jeder junge Mensch das Recht auf eine selbstgeschriebene Biographie hat, also auch auf eine autonome sexuelle Biographie. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Und selbst wenn wir den Wunsch nach Heiratsvermeidung mit einer „fremden Ethnie“ nachweisen können, ist es nicht unsere Aufgabe, das individuelle Mädchen und den einzelnen Jungen bei jedem Bestreben nach „interethnischer“ Beziehung zu unterstützen? Soll Deutschland in einen Flickenteppich kulturell und damit auch heiratsbezogen voneinander abgekoppelter Stämme zerfallen, wollen wir die sexualpolitische Apartheidsgesellschaft, wenig zufällig nach dem Muster der arabischen Dhimma und osmanischen Millet? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Viele Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass türkische Kinder und Jugendliche nicht mehr belastet sind als deutsche, so auch eine 1992/93 von Renate Schepker (1995) an der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Klinik Essen durchgeführte Untersuchung, die sich ganz besonders auf Externalisierung oder Internalisierung von Normen richtet. Schepker ermittelt, dass sich Mädchen türkischer Herkunft nicht externaler als Jungen der gleichen Ethnie einstufen. Dieses spricht gegen die Alltagsdeutungen, die von den angeblich so hilflosen Mädchen türkischer Herkunft ausgehen, die „wenig Zukunftsperspektiven und kaum Möglichkeiten zur aktiven Lebensgestaltung“ haben. Es stimmt einfach nicht, dass türkische Mädchen ein „passives Bewältigungsverhalten&#8221; zeigen und sich ihr Verhalten in „Gehorsamkeit, Duldsamkeit und Zurückhaltung&#8221; äußere oder dass sie „im Vergleich zu Jungen eingeschränkte Möglichkeiten im sozialen Handeln&#8221; hätten. Wir müssen uns das so vorstellen, dass die türkischen Mädchen glücklich aufwachsen. Die sind nicht unterdrückt. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Wenn sich türkeistämmige Schülerinnen verzweifelt und Hilfe suchend an ihre Lehrerinnen wenden, weil sie gerne an der Klassenfahrt teilnehmen möchten, dann sind sie nicht unterdrückt?! </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Sie sind es – und Boos-Nünning leugnet es. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Was die Berufswahl und Berufswege der Migrantenfrauen betrifft, gibt es keine allzu großen Unterschiede zu den deutschen Frauen. Transnationale Eheschließung ist etwa die hereingeholte, die nachgeholte türkische Frau, die Familienzusammenführung, bei einer Heirat mit einem womöglich längst eingebürgerten Türken in der Bundesrepublik oder das Einheiraten einer türkeistämmigen Schülerin aus Deutschland in eine Familie in der Türkei. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Ärgerlich genug, der Brautkauf wird als Familienzusammenführung getarnt. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Türkische Mädchen wollen oft keinen türkeistämmigen Türken. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Sommernachtsalptraum. Sie kriegen ihn trotzdem verpasst. Es gibt keinen Zwang im Glauben (4). </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Geliebte gehasste türkische Heimat. Jetzt aber Orhan Pamuk zu lesen, den Völkermord an den Armeniern zu bekennen und die Scharia auf den Müllhaufen der Weltgeschichte zu werfen, das schaffen Deutschlands Türken zu 99 % leider nicht, das Thema geht ihnen zu nah, sie kommen aus der Loyalitätsfalle nicht raus und müssten zugeben, von Eltern, Islam und Türkentum betrogen worden zu sein. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Es stellt sich die Frage nach der Selbstbestimmung bei der Eheschließung. Ich lege Wert darauf, zwischen arrangierter Ehe und Zwangsheirat zu differenzieren. Wir müssen uns das so vorstellen, in der arrangierten Ehe gibt es keinen Zwang. Die Ehe wird arrangiert, der Kontakt wird hergestellt. Das haben wir zu akzeptieren und ist ein Lebensmodell, das unsere gesamtgesellschaftliche Anerkennung verdient. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: „Der Kontakt wird hergestellt“, zwei Jahre dürfen sich die beiden, überwacht asexuell, kennen lernen, dann kommt die Freiwilligkeit von alleine. Andere „Kontakte“ zu Männern werden dem Mädchen verboten, damit ihr die Entscheidung nicht so schwer fällt. Manche Mädchen haben auch einfach blanke Angst davor, den Heiratskandidaten, Mamas Liebling, abzulehnen. Die Mutter ist eine türkische Institution (5). </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Zumal die Kostenfrage, der Brautpreis oder Brautdienst, durch die beiden Männerbünde bereits geregelt worden ist. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Immer, wenn das Mädchen das Recht hat, „Nein!“ zu sagen, haben wir eine arrangierte Ehe. Und wo es keinen Zwang gibt, können wir nicht von einer Zwangsheirat sprechen. Deutschland muss lernen, den türkischen Familialismus zu verstehen und zu akzeptieren. Pädagogik und Politik müssen versuchen, auch diesen Frauen gerecht zu werden. Die sind nicht unterdrückt. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Zehn Prozent der Mädchen akzeptieren die Mitwirkung der Eltern bei der Auswahl des Heiratspartners. Nur wenn wir die tradierte europäische Prämisse vom individualistischen Denken benutzen, erscheint uns die arrangierte Ehe als Zwangsheirat. Viele Migranten leben nicht individualistisch, sondern familialistisch. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Individuelle Freiheit bildet aber gerade das Selbstverständnis unseres freiheitlichen demokratischen Staatswesens. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Deutschland schützt keine Stammesrechte, sondern Menschenrechte, keine Stämme, sondern Bürger. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Dem so genannten ‚Traditions-Modernitäts-Paradigma’ unterliegt erstens ein westlich geprägtes Modell von Modernität und zweitens ein bipolares Denkmuster von ‚Tradition’ versus ‚Moderne’ – das die Welt entsprechend aufteilt. In diesem Paradigma ist u. a. die Annahme eines linearen Übergangs vom Nullpunkt der Einwanderung zur Endstufe der Integration in die Aufnahmegesellschaft implizit enthalten. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Dieser Übergang sei, so die Annahme, entsprechend mit einem Konflikt und einem so genannten Kulturschock verbunden, der die ‚kulturelle Identität’ des Migranten tangiere bzw. in Frage stelle und zu einer anomischen Situation führe. Entsprechend stellen sich Migrantenfamilien und ihre Sozialisationsbedingungen tendenziell als ‚defizitär’ heraus, oder auch, wie in einem aktuellen Bericht, als sehr traditionell, autoritär, rückschrittlich bis gewalttätig im Umgang mit ihren Kindern und Jugendlichen (so die Darstellung im Bericht des Berliner Forums Gewaltprävention [LkBgG], 2007). Dieses Paradigma hat sich in der Migrationsforschung seit langem als unhaltbar gezeigt und wurde vielfach enttarnt in der kritischen interkulturellen Diskussion. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Boos-Nünning greift die Grundlagen des Aufklärungshumanismus an, wer jetzt noch universelle Menschenrechte einfordert, wird als Eurozentriker und Kulturrassist stigmatisiert. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Sind Gutachten, Jahresberichte und Statistiken nicht genügend politisch korrekt, lässt man neue, passgenaue Expertisen erstellen. Die genaue Fragestellung einer Untersuchung oder Befragung ist in der Tat entscheidend. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Sechzig Prozent der türkischen Mädchen findet es in Ordnung, vor der Ehe mit dem Freund geschlafen zu haben, also können es maximal 40 % sein, welche die Virginität als persönlichen Wert bevorzugen. Im westlichen Kulturkreis ist das ja ganz anders, doch Virginität gilt den türkischen Mädchen und Frauen als etwas Besonderes. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Jetzt wird es obszön, bei Zeus. Das Hymen wird politisch. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Die Männer wollen unbeschädigte Ware. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Das ist finsterste Steinzeit, was die Dame, da von sich gibt. Die in Essen-Altenessen geborene Ursula nahm 1965 im rheinischen Köln ihr Soziologiestudium auf, erlangte 1969 in Österreich den Grad eines Magisters der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (Mag. rer. soc. oec.) und promovierte 1971 in Soziologie (Dr. rer. soc. oec.) an der Hochschule für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Linz. Die Akademikerin kehrte ins Rheinland zurück, rückte am 01.10.1998 zur Prorektorin der Universität Essen auf und wirkte um 2001 sogar als Rektorin dieser Hochschule. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Zur nachfolgenden Palastrevolte an der Essener Uni berichtete Armin Himmelrath (DER SPIEGEL) am 19.12.2001 (6) und 29.05.2002 (7). Das verarmende Nordrhein-Westfalen wollte die Hochschulen Duisburg und Essen fusionieren. Boos-Nünning fiel ihrem eigenen Senat in den Rücken und mauschelte bei dieser Elefantenhochzeit (Arrangierte Ehe? Ohne Zwang?) mit. Der wütende Senat wählte sie mit konstruktivem Misstrauensvotum und bei 15 zu drei Stimmen ab, ihre Verhandlungen mit dem Rektor der Uni Duisburg und dem NRW-Wissenschaftsministerium wurden bei allem Verständnis für den Druck aus Düsseldorf („Uns ist völlig egal, wie die Senate abstimmen. Die Fusion kommt auf jeden Fall, notfalls erzwingen wir das“) anständigerweise nicht hingenommen. Nun ja, dachte Ursula, dann eben wieder Migrationspädagogik, und so frönt die Altachtundsechzigerin auch sieben Jahre später dem Kult um den orientalischen Stamm und dessen viele fraglos ehrbare, zum arrangierten Zeitpunkt blutende Jungfernhäutchen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Ein besonders kultursensibles Element des Familialismus ist der Ehrenmord, wir müssen das so verstehen, die sind nicht unterdrückt. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Roswitha, jage mir keine Angst ein, du redest schon wie Boos-Nünning. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Man könnte sich an den Singsang gewöhnen. Ironie aus. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Boos-Nünning war 1996 &#8211; 1998 Mitglied der Kommission zum 10. Kinder- und Jugendbericht, ab 1999 saß die Dame im Bundesjugendkuratorium, wo sie den Arbeitskreis Bildung leiten durfte. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Boos-Nünning und Bildung? </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Das Fremde integrieren. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Türkische Mädchen akzeptieren die Virginität als Norm. Verglichen mit deutschen Mädchen sind diese Mädchen deutlicher religiös gebunden. Wir fanden heraus und können es wissenschaftlich belegen, Mädchen mit Kopftuch sind konventioneller. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Nobelpreisverdächtig. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Sie besitzen auch deutlich mehr Kopftücher, die Kopftuchmädchen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Ja, die türkischen Mädchen, überhaupt die Mädchen mit Migrationshintergrund, haben deutlich konventionellere Vorstellungen. Etwa 80 % der deutschen Mädchen im Alter von 18 Jahren hatte bereits Geschlechtsverkehr. Hierin bildet sich auch die Stärke der religiösen Orientierung ab, die jungen Türkinnen sind eher religiös gebunden als die deutschen. Auffallende Religionsbindung haben auch die italienischen und griechischen Mädchen, von den letztgenannten sind, das ist in Deutschland vielfach eher unbekannt, viele Zeugen Jehovas. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Wir können bei den italienischen Mädchen nachweisen, dass gerade die starke Familienbindung, die wir als Familialismus bezeichnen können, den beruflichen Erfolg der Töchter garantiert. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Je engmaschiger das würgende Fangnetz namens Familie, desto wahrscheinlicher die akademische Karriere der geliebten Tochter? </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Italienische Kinder haben ihre Eltern voll im Griff und den Rest der Verwandtschaft gleich mit. Nur bei den italienischen Zeugen Jehovas sieht es anders aus, da ist Familie fundamentalistischer Knast und Berufskarriere ohnehin nicht vorgesehen, noch nicht einmal für die Jungen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Bei der Schule muss sich vieles verändern, um den Türken gleiche Chancen zu ermöglichen. Dasjenige Merkmal, das besonders augenfällig ist, entscheidet über die Exklusion – also beispielsweise die Geschlechtszugehörigkeit in einer gemischtgeschlechtlichen Schule oder die ethnische Zugehörigkeit in Klassen, die überwiegend aus nichtgewanderten deutschen Schulkindern bestehen. Die Möglichkeit, stereotypisierte Gruppen in einer homogenen Umgebung, zum Beispiel in monoedukativen Klassen, zu unterrichten, könnte gerade für die türkischen Mädchen sehr gute Chancen bereiten. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Wozu bitte? Was denn sollen die Mädchen dämonisieren lernen, den angeblich von Natur aus alle Mädchen drangsalierenden, triebgesteuerten Jungen oder die eigene, angeblich wesensgemäß schutzbedürftige und zugleich verführerische Leiblichkeit? Nichts gegen eine gute (gleichheitsfeministisch gedachte, antisexistische, antipatriarchalische) Jungen- oder Mädchengruppe an einem Nachmittag in der Woche, doch Deutschlands türkeistämmige Mädchen haben wohl eher zuviel Geschlechtertrennung als zu wenig. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Mehr Geschlechtertrennung? Verwechselt die Dame da nicht Schule und Koranschule? Wie wäre es, kein saudi-arabisches Schulkonzept der Mädchensegregation einzuführen, sondern allen Kindern und Jugendlichen beizubringen, niemanden zu erniedrigen, auch die kleine Kopftuchverweigerin nicht oder den kleinen Schweinefleischfresser? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Nun zu einem ganz schlimmen Thema, das es auch gibt. Zwangsverheiratung ist eine Menschenrechtsverletzung. Zwangsverheiratung verstößt gegen einen zentralen Bereich der persönlichen Lebensplanung. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Weil meine fürsorgliche Sippe meine persönliche Lebensplanung übernimmt, kann ich nie zwangsverheiratet werden. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Kein Individuum, kein Zwang. Frei Nach Boos-Nünning. Im Ernst und in eigentlich unnötiger Ausführlichkeit: weil jede arrangierte Ehe das Planen Dritter an meiner Lebensbiographie bedeutet, beeinträchtigt das Eheanbahnen stets meine persönliche Lebensplanung. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Welches traditionalistisch oder islamistisch erzogene Mädchen wagt es denn, seinen Eltern zu widersprechen oder die Kerkermauer des Denkverbotes „Meine Eltern wollen nur mein Bestes, so sagen sie es selbst“ zu sprengen? </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Es liegt in der türkischen oder kurdischen Großfamilie immer ein mehr oder weniger starker Gruppendruck vor. Jetzt zu sagen, das wenig individualistische Mädchen leidet ja nicht so sehr, und genau das ist die Boos-Nünning-Logik beim Verteidigen der arrangierten Ehe, ist ein Abgrund an Kaltschnäuzigkeit. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Das ist es: 100 % sind arrangierte Ehe, ein Drittel bei brutaler Gewalt also selbst nach Boos-Nünning als Zwangsheirat zu erklären, ein weiteres Drittel bei einem aus mittelalterlicher beziehungsweise schariatischer Sicht normalen Maß an Frauenunterdrückung, ein letztes Drittel bei nur ein wenig oder ganz klein wenig sozialer Einschüchterung und islampädagogisch erweckter Angst vor der bei irdischer Gehorsamsverweigerung im Jenseits zu erwartenden Höllenstrafe. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: In der freiheitlichen Demokratie müssen wir Pädagoginnen und Pädagogen uns gegen die arrangierte Ehe aussprechen dürfen. Boos-Nünning behindert unsere Arbeit. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Die Migrationspädagogin schweigt zur islamischen Zweitfrau, zur arrangierten Drittfrau, zur islamrechtlichen Verstoßung (at-talaq, auch arrangiert) der Ehefrau und zum unbedingten Recht des Vaters auf („arrangiertes“) Verheiraten seiner jungfräulichen Tochter, ein Recht, das Allah jedem Vater (Wali Mudschbir) zubilligt, bei Bedarf eben ohne deren Zustimmung. Das alles ist Scharia, das ist Islam, …  </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: … dafür steht das Kopftuch. Boos-Nünning verheimlicht uns die Verwandtenehe, namentlich die Cousinenehe, ein ganz typisches türkisches oder kurdisches „Arrangement“, mit hohem Risiko, aufgrund zu hoher genetischer Verwandtschaft ein behindertes Kind zu bekommen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Cousinenehe, wenn ich geboren werde, ist schon klar, wen ich heirate. Alles ganz zwanglos. Eine Burka für Boos-Nünning. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Die islamisch erzogenen Mädchen haben nie gelernt, Nein zu sagen. Wie sollen sie sich der Erwartungshaltung und dem Druck der Kernfamilie und Großfamilie entziehen? Im Falle der Verweigerung des Heiratsangebotes wird jede Begegnung im Familienkreis zum Spießrutenlauf, Verwandten begegnet man weltweit überall, beim Türkeiurlaub ebenso wie in Deutschland im Bus oder Supermarkt, beim Arzt oder in der Uni. Es folgen zudem weitere Einladungen zu türkischen Hochzeiten, denen sich noch nicht einmal Männer entziehen können. Bei diesen Festen wird verkuppelt, im Islam ebenso wie im hinduistisch geprägten Kulturkreis, bei den Sikhs ebenso wie bei den Leuten aus Taiwan oder Tibet. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Mädchen wollen nicht unter ihr Bildungsniveau heiraten. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Da trägt die familienseits arrangierte Herausnahme des Mädchens aus der deutschen Schule zu einer künftigen ehelichen Harmonie bei. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Um deine verständlich, aber schwer erträgliche Ironie fortzusetzen: Auch besser erst gar kein Gymnasium besuchen, wer weiß, was das Mädchen da alles lernt. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Einerseits wollen sie früh heiraten, andererseits haben sie eingeschränkte Chancen und eingeschränkte Kontaktmöglichkeiten. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Die Brüder kontrollieren die Deutschtürkin oder Deutschtunesierin auf Schritt und Tritt, ganz im Auftrag der Großfamilie, jedes Gespräch mit Jungen, gar „ungläubigen“, hat schlimme Bestrafung zur Folge. Aber wir lernen gerade: die sind nicht unterdrückt. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Manche der arg vormodern überwachten türkeistämmigen Mädchen bereits im ersten und zweiten Schuljahr wollen, deutsche Lehrer übersehen das bisweilen, ganz zufällig allesamt nicht neben einem Jungen sitzen. Das müssen wir ansprechen dürfen, und genau da ist eine Professorin, die für die angebliche Nestwärme der Sippe und des Stammes („Familialismus“) schwärmt, kontraproduktiv und eine Gefahr für gelingende Integration. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Boos-Nünning erreicht die Segregation, das will sie, und zwar sehr bewusst. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Die Dame macht sich sehr schuldig daran, dass der politische Islam, der ja immer sittenpolitisch ansetzt, seine Macht ausbauen kann und dass die heutigen Mädchen und Jungen im Grundschul- und Unterstufenalter in zehn Jahren nicht in der kulturellen Moderne der vollen Menschenrechte und Grundrechte ankommen werden. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Wenn Mädchen, auch stark misshandelte, das Frauenhaus anrufen und erreichen, gehen sie zumeist rasch wieder in ihre Familien zurück. Die vermissen ihre Familie, die ihnen Halt gibt. Wir müssen den Familialismus verstehen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Allgemein verbreitete Vorurteile sind jedoch von Dauerhaftigkeit und lauten immer wieder wie folgt: „dass die patriarchalisch autoritäre Familienstruktur der (türkischen) Migrationsfamilie eine Integration der Kinder in die deutsche Gesellschaft verhindere“, „dass die Erziehungsvorstellungen der eingewanderten Eltern nicht mit den deutschen Erziehungszielen und Normen in Einklang zu bringen seien“, „dass in Migrationsfamilien das Verhältnis zwischen den Generationen wegen der unterschiedlichen Sozialisation grundlegend gestört sei“ und „dass vor allem die Durchsetzung rigider, geschlechtsspezifischer Normen in den Familien zu einer grundsätzlichen Benachteiligung der Mädchen, Frauen, Töchter und Schwestern führe“. Die Wissenschaft hat dieses Konstrukt größtenteils überwunden und revidiert, sie zeigt mittlerweile ein erheblich differenziertes Bild der in Deutschland lebenden Migrantengruppen. Kontrastiert mit ernsthaften empirischen Befunden, erweisen sich solche stereotypisierenden Annahmen seit langem als Fehldiagnosen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Leiden die türkischen Mädchen an ihrer Familie? Nein! Diese Mädchen leiden an den Zuschreibungen und Weiblichkeitskonstruktionen, die wir ihnen auferlegen! Griechische, italienische und vor allem türkische Mädchen in Deutschland leiden an den Beschränkungen, die ihnen die deutsche Gesellschaft auferlegt! </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt 40pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Wir müssen lernen, nicht immer nur auf die Familie zu sehen, sondern müssen die gesellschaftliche Benachteiligung beheben, die viel schrecklicher ist. Genau da ist viel zu tun. Ich Ihnen danke für Ihre Aufmerksamkeit. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Wo geht es hier an die frische Luft, ich muss hier raus! </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 18pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> H.: Es gibt kein Problem mit familiärer Gewalt in den türkisch oder nordafrikanisch geprägten Straßenzügen, und wenn es doch eines gibt, sind die Urdeutschen daran schuld. Menschen mit einer derartig verständnisvollen Haltung wird sogar der an Süleyman Hilmi Tunahan und der unveränderlichen Doktrin der Diskriminierung (Scharia) orientierte İslam Kültür Merkezleri Birliği (IKMB), deutsch: Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) als Gutachterin wohlwollend dulden (8). </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 36pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> W.: Früher hieß das Fundamentalismus, Sexismus oder Apartheid, heute sagt man interkulturelle Kompetenz (9), (10). </span></p>
<p style="text-align:center;line-height:125%;margin:0 0 135pt;"><span style="font-size:24pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> * </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> (1) Die vergrabene Bombe  </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/zwischenruf/zwischenruf-die-vergrabene-bombe-634119.html">http://www.stern.de/politik/deutschland/zwischenruf/zwischenruf-die-vergrabene-bombe-634119.html </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> (2) Die deutsche Bundesregierung stellt fest: „Migrantinnen sind vielfach in besonderer Weise von häuslicher Gewalt betroffen und besonders massiven Formen von innerfamiliärer Gewalt ausgesetzt. Diese Situation steht im Widerspruch zur deutschen Rechtsordnung.“ </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Publikation/IB/Anlagen/auslaenderbericht-7,property=publicationFile.pdf">http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Publikation/IB/Anlagen/auslaenderbericht-7,property=publicationFile.pdf </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> (3) Gewalt ist nie privat! skf-Kampagne  </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.gewalt-ist-nie-privat.de/">http://www.gewalt-ist-nie-privat.de/ </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> (4) »Wenn muslimische Mädchen weinen«, für einen Zuwachs an Fundamentalismus, Patriarchat und Abschottung sorgt diese erbauliche Kurzgeschichte von Allahs Dienerin Sonia-Iman Rassoul </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.scribd.com/doc/3461782/Wenn-muslimische-Madchen-weinen-von-SoniaIman-Rassoul">http://www.scribd.com/doc/3461782/Wenn-muslimische-Madchen-weinen-von-SoniaIman-Rassoul </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> (5) Necla Kelek zur Institution Mutter  </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.chrismon.de/4557.php">http://www.chrismon.de/4557.php </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> (6) »Schallende Ohrfeige für Essens Rektorin«  </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> DER SPIEGEL, Armin Himmelrath: &#8220;Ich bin nicht gewählt worden, um zurückzutreten&#8221; &#8211; mit dieser einfachen Formel begründete die Essener Rektorin Ursula Boos-Nünning, warum sie nach der deutlichen Klatsche im Senat keinerlei Anlass zur Reaktion sah. Zwar hatten 11 von 19 Senatsmitgliedern die Rektorin zum Rücktritt aufgefordert und ihr explizit das Misstrauen ausgesprochen. Doch zur Abwahl wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit von 13 Stimmen notwendig gewesen. &#8220;Mit ihrer nicht vorhandenen Reaktion hat die Rektorin gezeigt, dass sie kein Interesse an demokratischen Prozessen innerhalb der Hochschule hat&#8221;, schimpfte ein studentisches Senatsmitglied. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,173564,00.html">http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,173564,00.html </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> (7) »Statt Fusion Putsch, Rektorin futsch«  </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> DER SPIEGEL, Armin Himmelrath: Jetzt ist auch die Rektorin der Universität Essen ihr Amt los: In einem konstruktiven Misstrauensvotum sprach sich der Senat am Dienstagnachmittag mit 15 zu 3 Stimmen gegen Ursula Boos-Nünning aus, die erst vor zwei Jahren Rektorin geworden war. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,198364,00.html">http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,198364,00.html </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> (8) Boos-Nünning: Freundschaftsgutachten jedenfalls freundschaftliches Gutachten für den an Tunahan und Scharia orientierten VIKZ  </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.swr.de/international/de/-/id=233334/vv=print/pv=print/nid=233334/did=4002986/egq2j6/index.html">http://www.swr.de/international/de/-/id=233334/vv=print/pv=print/nid=233334/did=4002986/egq2j6/index.html </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> (9) Der Boos-Nünning-Effekt ist hartgesottenen Pädagogen zur womöglich gewünschten weiteren Abhärtung dienlich und hat für Deutschlands Soziologen einigen Unterhaltungswert, leider droht er auch Folgen für unsere Politik zu haben. Was dem alten Orient seine Fatwa war, ist der Postmoderne ihre Expertise. Düsseldorf 2008: Expertise der Frau Dr. Leonie Herwartz-Emden, Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg: Interkulturelle und geschlechtergerechte Pädagogik für Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren. Expertise für die Enquêtekommission des Landtages von Nordrhein-Westfalen: „Chancen für Kinder&#8221;.  </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> Scharia null Treffer, Islam und Kopftuch jeweils zwei und erwartungsgemäß ohne Aussage, 17 Treffer Boos-Nünning, da denkt man mit Grausen an den Namen Karakaşoğlu und siehe, auch 17 Treffer. Was ebenso wenig verwundert, wie die ständige Nennung »Viele Welten leben«, nun ja, ebenfalls 17 Treffer, was ein Gutes hat, denn den Landtagsabgeordneten bleibt der sonstige Unsinn der beiden Damen für dieses Mal erspart. Der buchgewordene Heuhaufen an denkbar unsinnigen Fragestellungen und nahezu aussagefreien Diagrammen: Ursula Boos-Nünning, Yasemin Karakaşoğlu: Viele Welten leben. Lebenslagen von Mädchen und jungen Frauen mit griechischem, italienischem, jugoslawischem, türkischem und Aussiedlungshintergrund. BMFSFJ: Berlin. Und hier zur krass korrekten Boos-Nünning-Verwendung, eine ganz echte Expertise. Suchfunktion getestet, Menschenrechte / Grundgesetz / Grundrechte jeweils 0 (null) Treffer, interkulturell mehr als 150 Treffer, man muss Prioritäten setzen, guckstu  </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_I/I.1/EK/14_EK2/Gutachten/ExpertiseHerwartz-Emden.pdf">http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_I/I.1/EK/14_EK2/Gutachten/ExpertiseHerwartz-Emden.pdf </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> (10) Landtag Nordrhein-Westfalen -33- Ausschussprotokoll 13/1454. Ausschluss für Frauenpolitik 15.02.2005, 40. Sitzung (öffentlich) the-ro. Als html-Version  </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://209.85.129.132/search?q=cache:jCFTQZuGe_wJ:www.barbara-steffens.de/ZwHAusschProt.pdf+barbara+steffens+%22zwangsehen+verhindern%22&#38;cd=1&#38;hl=de&#38;ct=clnk&#38;gl=de">http://209.85.129.132/search?q=cache:jCFTQZuGe_wJ:www.barbara-steffens.de/ZwHAusschProt.pdf+barbara+steffens+%22zwangsehen+verhindern%22&#38;cd=1&#38;hl=de&#38;ct=clnk&#38;gl=de </a> </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 6pt;"><span style="font-size:11.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"> (10) Professorin wirbt für mehr schariakompatible Gesetze! Boos-Nünning 2005 vor dem Landtag NRW … werbend … für was wohl … für die arrangierte Ehe! Nachredner: Islampolizeifreund Bülent Arslan); als pdf  </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:11.5pt;text-align:right;line-height:125%;" align="justify"><span style="font-size:10.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;"><a href="http://www.barbara-steffens.de/ZwHAusschProt.pdf">http://www.barbara-steffens.de/ZwHAusschProt.pdf </a> </span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Schariagegner empfiehlt: Sehenswertes Theaterstück in Hagen ]]></title>
<link>http://schariagegner.wordpress.com/2008/12/01/sehenswertes-theaterstuck-in-hagen/</link>
<pubDate>Mon, 01 Dec 2008 12:05:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>schariagegner</dc:creator>
<guid>http://schariagegner.wordpress.com/2008/12/01/sehenswertes-theaterstuck-in-hagen/</guid>
<description><![CDATA[SchülerInnen einer Hauptschule aus Altenhagen beeindruckten durch ihr schauspielerisches Talent. ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><!--[if gte mso 9]&#62;  Normal 0 21   false false false        MicrosoftInternetExplorer4  &#60;![endif]--><!--[if gte mso 9]&#62;   &#60;![endif]--><br />
<!--[if gte mso 9]&#62;  &#60;![endif]--><!--[if gte mso 9]&#62;   &#60;![endif]--></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:12pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:12pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;">SchülerInnen einer Hauptschule aus Altenhagen beeindruckten durch ihr schauspielerisches Talent. &#8216;Die Farben der Liebe&#8217; heißt das Theaterstück nach einem Roman von Ali Arslan, in dem ein muslimischer Vater seine Tochter zwingt das islamische Kopftuch zu tragen. </span><span style="font-size:12pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;">Näheres unter :</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:12pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:12pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"><a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/hagen/2008/2/15/news-"><span style="color:#333399;">http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/hagen/2008/2/15/news-</span></a></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:12pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:12pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;">Nächste Vorstellung: Dienstag 2.12.08, Donnerstag 11.12.08 und 18.12.08 im Lutz, Theaterhagen Elberfelder Straße 65, 58095 Hagen<br />
</span></p>
<p><span style="font-size:13pt;font-family:Arial;color:#333399;"><a href="http://www.bartime.de/location.lutz,-theaterhagen.29.24777.html"><span style="color:#333399;">http://www.bartime.de/location.lutz,-theaterhagen.29.24777.html</span></a></span><span style="font-size:13pt;font-family:Arial;color:#4f81bd;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:12pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:12pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:#333399;"><a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/hagen/2008/2/15/news-"></a></span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Petition zum geänderten Personenstandsrecht]]></title>
<link>http://zottelhexe.wordpress.com/2008/11/27/petition-zum-geanderten-personenstandsrecht/</link>
<pubDate>Thu, 27 Nov 2008 22:15:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>zottelhexe</dc:creator>
<guid>http://zottelhexe.wordpress.com/2008/11/27/petition-zum-geanderten-personenstandsrecht/</guid>
<description><![CDATA[Aus unserem Leserkreis Deutscher Bundestag Petitionsausschuss Platz der Republik 11011 Berlin Petiti]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><!--[if gte mso 9]&#62;  Normal 0 21   false false false        MicrosoftInternetExplorer4  &#60;![endif]--><!--[if gte mso 9]&#62;   &#60;![endif]--></p>
<p style="text-align:right;line-height:125%;margin:0 0 36pt;" align="right"><strong><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;font-weight:normal;">Aus unserem Leserkreis </span></strong></p>
<p style="line-height:125%;margin:0 0 .0001pt;"><!--[if gte mso 9]&#62;  Normal 0 21   false false false        MicrosoftInternetExplorer4  &#60;![endif]--><!--[if gte mso 9]&#62;   &#60;![endif]--></p>
<p style="line-height:125%;margin:0 0 .0001pt;"><strong><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;font-weight:normal;">Deutscher Bundestag </span></strong><strong></strong></p>
<p style="line-height:125%;margin:0 0 .0001pt;"><strong><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;font-weight:normal;">Petitionsausschuss </span></strong></p>
<p style="line-height:125%;margin:0 0 .0001pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Platz der Republik </span></p>
<p style="line-height:125%;margin:0 0 36pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">11011 Berlin <strong></strong></span></p>
<h1><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">Petition gegen das </span><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">Personenstandsrechtsreformgesetz (PStRG) </span></h1>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:18pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;"><span> </span><span> </span><span> </span><span> </span><span> </span><span> </span>08.12.2008 </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:12pt;"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">Text der Petition </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das Personenstandsrechtsreformgesetz (PStRG) geändert oder zurückgenommen wird. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:18pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Begründung </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:110%;margin:0 0 24pt 106.3pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:110%;font-family:Arial;color:green;">In Artikel 1 Abs. 1, 2 und 3 des Grundgesetzes verpflichtet sich der Staat, die Würde des Menschen zu achten und zu schützen, das deutsche Volk bekennt sich zu den unverletzlichen, unveräußerlichen (universellen) Menschenrechten, Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung sind an die Grundrechte als unmittelbar geltendes Recht gebunden. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:18pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Ein wesentliches Teilziel des PStRG sind die ’papierlosen Standesämter’. Das Prozedere der digitalen Datenverwaltung ist jedoch nicht transparent, wichtige Fragen, beispielsweise zur Dokumentation von Daten, zur Verwaltung der Register und zum Datenschutz bleiben offen. So wäre in diesem Zusammenhang beispielsweise interessant (vgl. Schaubild 2 im Online-Dokument ’Papierlose Standesämter in Deutschland’ 8. EVS‑Kongress Portorož, 05.04.2008<a name="_ftnref1" href="#_ftn1"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[1]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>), was unter dem ’Kernbestand der Daten’ zu verstehen ist und welche Informationen künftig wegfallen werden. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:18pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Da man nach einschlägigen Erfahrungsberichten damit rechnen muss, dass in Ländern mit hohem Korruptionsindex und / oder politischer Instabilität Sachbearbeiter bestechlich sind, ist die Mitwirkung des Gerichts bei Korrekturen von Registereinträgen auf Grund ausländischer Urkunden unverzichtbar. Der Fall der siebzehnjährigen Nuray zeigt, dass sogar bei unterschriebenen Dokumenten Skepsis angebracht ist. In der Dokumentation ’Zwangsverheiratung. Informationen des Berliner Arbeitskreises gegen Zwangsverheiratung’ (dort unter ’Lebensgeschichten junger Mädchen. Nuray, 17’) sagt die junge Frau: </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 18pt 35.45pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;color:green;">… „Danach ist mein Vater in die Türkei geflogen und hat mich verheiratet. Ich habe durch Zufall davon erfahren, dass ich verheiratet bin. Wie er das gemacht hat, konnte ich nicht verstehen. Die Schwester meines jetzigen Ehemannes hat an meiner Stelle die Unterschrift geleistet<a name="_ftnref2" href="#_ftn2"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[2]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>.“ </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Nach unserer Auffassung verstößt die am 09.11.2006 vom Bundestag verabschiedete Reform des Personenstandsrechts in einigen Aspekten gegen die erwähnte Fürsorgepflicht des Gesetzgebers, die Würde des Menschen zu schützen und Gesetzesinitiativen an den Rechtsnormen der Verfassung auszurichten. Insbesondere denken wir dabei an den Wegfall der §§ 67, 67a PStG, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und Art. 14 EGBGB, Allgemeine Ehewirkungen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Steuer- und familienrechtliche Vergünstigungen, die sich ausschließlich auf zivilrechtlich anerkannte Ehen beschränken, werden religiöse Fundamentalisten wie patriarchalische Wertkonservative aus dogmatischen und Individualisten aus hedonistischen Gründen nicht davon abhalten, auf die standesamtliche Trauung (vorerst) zu verzichten, zumal durch verschiedene prinzipiell begrüßungswerte familienpolitische Entscheidungen der Regierungen, wie etwa die Kindschaftsrechtsreform 1998 (Gleichstellung nicht ehelicher Kinder), die Unterhaltsrechtsreform 2008 (Unterhalt auch für die unverheiratete Partnerin / den unverheirateten Partner) und das Elterngeld, der bezugsberechtigte Personenkreis staatlicher familienfreundlicher Zuwendungen auf nicht verheiratete Paare ausgedehnt wurde. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">’Wilde Ehen’ sind in der kulturellen Moderne längst akzeptiert, der verschuldete Staat zieht sich, das Recht auf freie Selbstbestimmung betonend und an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen / des Bürgers appellierend, mehr und mehr aus der Gesundheits- und Altersvorsorge zurück. Die wenigen Beihilfen, Freibeträge und Steuervorteile, die ausschließlich standesamtlich verheirateten Eheleuten zustehen, wie beispielsweise das Wahlrecht zwischen den Steuerklassen 3 und 4, das Ehegattensplitting, sind für viele hunderttausend Haushalte, die damit rechnen müssen bis auf weiteres am Existenzminimum zu leben, praktisch ohne Bedeutung. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Sollten dann auch noch die Gebühren für die bei der standesamtlichen Trauung benötigten Papiere so drastisch erhöht werden, wie in dem Artikel der Stuttgarter Nachrichten angekündigt<a name="_ftnref3" href="#_ftn3"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[3]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>, wird das Zögerliche trotz der zur Zeit (noch) bestehenden Nachteile (z.B. Erbrecht) nicht ermuntern, vor einem Standesbeamten zu heiraten. Auch heute ist für die meisten Ehepaare die religiöse Feier / kirchliche Trauung das wichtigere Fest (Feier des “Hochzeitstages“). </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Es ist die Aufgabe eines <em>säkularen,</em> sozialen Rechtsstaates; zivilrechtliche und soziale Standards, zu denen auch Ehe und Familie gehören (Art. 6 GG), zu gewährleisten, zu erhalten und präventiv zu schützen (Bezness, Polygamie, Zwangsehe). Grundrechte sind jedoch immer dann einzuschränken, wenn die Grundrechtsansprüche Betroffener, dritter Kollektive oder dritter Einzelpersonen gefährdet sind. Der Staat ist in solchen Fällen verpflichtet, die kollidierenden Rechtsgüter abzuwägen und nötigenfalls verfassungsrechtlich garantierte Rechtsnormen (einseitig) einzuschränken (in Tempo 30 Zonen gilt ’freie Fahrt für freie Bürger’ eben nicht). </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Wer eine religiöse Eheschließung ausdrücklich wünscht, kann unmittelbar nach der zivilrechtlichen Trauung die kirchliche / religiöse Zeremonie anschließen. Eine solche minimale Einschränkung des Rechts auf individuelle Selbstbestimmung oder Religionsfreiheit ist wegen der möglichen persönlichen und die Existenz gefährdenden Folgen (Erbrecht) einer zivilrechtlich nicht anerkannten Ehe zumutbar. Der Steuerzahler, der in solchen Sonderfällen diese romantisierende („Ganz in Weiß“) hedonistische Mode indirekt durch seine Steuergelder finanzieren müsste, (Grundsicherung) ist vor dieser vermeidbaren Belastung zu bewahren. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Traditionen, Riten und religiöse Dogmen sind so tief in Psyche, Denk- und Verhaltensmustern der Menschen verwurzelt, dass sie nicht ohne weiteres aufgegeben werden. Obwohl in den von Hinduismus, Sikhismus, Jesidentum, Islam und wohl auch in den vom tibetanischen Buddhismus<a name="_ftnref4" href="#_ftn4"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[4]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> geprägten Ursprungsländern nicht selten offiziell verboten, werden Imam-Ehen, Zwangsheirat, arrangierte Ehen, Kinderehen und Polygamie die dortige Lebenswirklichkeit noch auf Jahrzehnte bestimmen<a name="_ftnref5" href="#_ftn5"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[5]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Nach Migration in ein anderes Land werden traditionelle Familien- und Ehrkonzepte nicht selten sogar besonders fundamentalistisch interpretiert und streng orthodox praktiziert. Dies bestätigen beispielsweise Studien wie die im Auftrag des Bundesinnenministeriums erstellte Befragung ’Integration und Integrationsbarrieren von Muslimen in Deutschland’. Auch Statistiken<a name="_ftnref6" href="#_ftn6"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[6]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>, wissenschaftliche Arbeiten<a name="_ftnref7" href="#_ftn7"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[7]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>, Fachtagungen, Dokumentationen<a name="_ftnref8" href="#_ftn8"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[8]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>, Zeitungsartikel<a name="_ftnref9" href="#_ftn9"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[9]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> und Publikationen zum Thema Zwangsheirat und Ehrenmord bestätigen die Relevanz dieser durchaus nicht nur islamischen Verhaltensmuster. In seinem Online-Bericht stellt Dr. rer. soc. Dipl.‑Psych. Ilhan Kizilhan (’Konflikte und Konfliktlösungen in patriarchalischen Gemeinschaften’) beispielsweise die Lebens- und Ehrkonzepte großer Teile der ostanatolischen Bevölkerung dar, die teilweise der jesidischen Religion angehören. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Bei derartigen religiös verbrämten Feierlichkeiten handelt es sich aus Sicht der kulturellen Moderne und dem Blickwinkel der universellen Menschenrechte keinesfalls ausschließlich um kulturelle Bräuche und traditionelle Hochzeitszeremonien, sondern um undemokratische, die Menschenwürde und individuellen Persönlichkeitsrechte ignorierende Initiationsrituale vormoderner Orthopraxie. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Der Gesetzgeber in einem säkularen, demokratischen und sozialen Rechtsstaat sollte, um Grundrechte und Bürgerrechte allen, auch den Bürgerinnen und Bürgern mit Einwanderungsgeschichte zugänglich zu machen, nicht dem Irrtum erliegen, dass eine selbstbestimmte Biographie zu den Selbstverständlichkeiten aller seiner Einwohnerinnen und Einwohner gehört. In einer Studie des Bundesfamilienministeriums gab die Hälfte der befragten türkischen Frauen an, dass sie ihren Partner nicht selbst ausgesucht habe, wenn dabei auch nicht immer großer Druck ausgeübt wurde<a name="_ftnref10" href="#_ftn10"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[10]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Der Wegfall der standesamtlichen Voraustrauung ist daher ein falsches Signal. Unter dem Vorwand der Religionsfreiheit und kultureller Brauchtumspflege könnten sich traditionell und fundamentalistisch denkende Bürgerinnen und Bürger aller Weltanschauungen nach dem 01.01.2009 zusätzlich bestärkt und ermutigt fühlen, die genannten zivilrechtlich folgenlosen Formen der Eheschließung zu propagieren und auch künftig verstärkt zu tradieren<a name="_ftnref11" href="#_ftn11"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[11]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Die patriarchalisch sozialisierten Bräute wagen nicht zu widersprechen, weil sozialer Gruppendruck und die alltägliche häusliche, physische und psychische Gewalt sehr hoch sind<a name="_ftnref12" href="#_ftn12"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[12]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. Ihnen werden Handy und Erspartes abgenommen und, falls vorhanden, der deutsche Pass entzogen<a name="_ftnref13" href="#_ftn13"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[13]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>, um eine Flucht zu verhindern. Europäisch aufgewachsene Konvertitinnen (zum Hinduismus, Sikhismus oder Islam) erhalten in solche repressiven Lebensumstände vor ihrer Verheiratung (Imam‑Ehe) oft keinen Einblick, rechtliche Konsequenzen und die massive Einschränkung von Handlungsspielräumen im Alltag werden ihnen nicht selten vorenthalten<a name="_ftnref14" href="#_ftn14"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[14]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Natürlich sind von Zwangsheiraten auch Männer betroffen, da Mütter und andere weibliche Verwandte auch ihren Söhnen die Ehefrau aussuchen. Die ’arrangiert’ verheirateten Ehemänner nutzen jedoch nach den Erkenntnissen des promovierten Diplom‑Pädagogen und Autors Ahmed Toprak die patriarchalische Hierarchie und wälzen das ihnen zugefügte Unrecht auf ihre Ehefrauen ab<a name="_ftnref15" href="#_ftn15"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[15]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Zu den Folgen von Zwangsehe (etwa Imam‑Ehe) können gehören: sexuelle, psychische und physische Gewalt, sexueller Missbrauch an Minderjährigen, Verweigerung des Rechts auf Bildung, Hinderung an der freien Berufswahl, Verstoß gegen das Recht auf sexuelle und individuelle Selbstbestimmung, Missbrauch des Aufenthaltbestimmungsrechts und der elterlichen Sorge, soziale Ächtung bei Regelverstößen, Exklusion und Bedrohung bei Trennung oder Scheidung. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Durch das soziale und vor allem ethno‑religiöse Umfeld wird hoher Konformitätsdruck auf die beispielsweise muslimische Familie ausgeübt, die männlichen Verwandten zu zwingen, ihrer Aufgabe als Sittenwächter, Mahram (nah verwandter männlicher Pflicht‑Begleiter einer Frau) oder Wali (hier: für die Braut verpflichtend vorgeschriebener Heiratsvormund<a name="_ftnref16" href="#_ftn16"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[16]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>) nachzukommen. Man hält Frauen prinzipiell für schutzbedürftig und moralisch nicht integer, sie seien außer Stande, die Folgen einer solch wichtigen Entscheidung, wie es eine Eheschließung nun einmal ist, zu selbst zu überblicken. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Die permanente Überwachung der Mädchen und Frauen, der Jungfräulichkeitskult und die zu befolgende ’religiöse’ Tugendhaftigkeit hat Jugendliche, Zwangsverlobte und Zwangsverheiratete schon in den Selbstmord getrieben. Andere haben sich vor solchen Belastungen durch Flucht in eine Kriseneinrichtung gerettet. Sie waren gezwungen, in eine fremde, weit entfernte Stadt umzuziehen, mussten ihren Freundeskreis aufgeben und den Kontakt zur Familie extrem einschränken oder ganz abbrechen, um einem Mord aus falsch verstandener Ehre zu entgehen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Vor solchen Grundrechts- und Menschenrechtsverletzungen hat ein der freiheitlich demokratischen Grundordnung verpflichteter sozialer Rechtsstaat seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Diese vormodernen, verfassungsfeindlichen Lebens- und Ehekonzepte sind durch Artikel 4 GG (Religionsfreiheit) nicht zu legitimieren, hier darf und muss der Staat die ’ungestörte Religionsausübung’ sehr wohl einschränken. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Für die meisten Importbräute gilt, dass aus aufenthaltsrechtlichen Gründen auch eine stark von Gewalt geprägte Zwangsehe zwei Jahre lang bestehen muss (durchlitten werden muss), damit der Aufenthaltstitel nicht verloren geht. Die nicht selten noch sehr junge Frau ist durch den Ehemann und die (beiden) Familien erpressbar, da Ausnahmeregelungen (AuslG) den Mädchen meist nicht bekannt sind. Die in die Heimat ihrer Verwandten verschleppten Zwangsbräute wissen oft auch nicht, dass nach sechs Monaten ununterbrochenem Aufenthalt in diesem Land ihre Aufenthaltserlaubnis für Deutschland abläuft und ohne genaue Kenntnis der Rechtslage (Ausweichmöglichkeiten durch Regelungen des AuslG) eine Rückkehr kaum möglich ist. Das gilt für Minderjährige und / oder junge Mütter in besonderem Maße, da die deutsche Jugendhilfe im Ausland nahezu keine Eingriffsmöglichkeiten hat und für leibliche Kinder der Zwangsbräute nicht ohne weiteres ein eigenes Aufenthaltsrecht beantragt werden kann. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes, die Frauenrechtlerin und Rechtsanwältin Seyran Ateş und einige Politiker haben bereits auf die möglichen unerwünschten Auswirkungen des mit dem neuen Personenstandsrecht einhergehenden Verzichts auf die bis heute verpflichtende standesamtliche Voraustrauung aufmerksam gemacht. Die Zwangsehe ist zur Zeit leider oft weniger die Ausnahme als die Regel in diesen vormodernen Großfamilien. Besonderes Aufsehen erregte der Fall einer Kindsbraut, die kurze Zeit in Deutschland lebte und mit elf Jahren bereits vor der Geburt ihres ersten Kindes stand<a name="_ftnref17" href="#_ftn17"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[17]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Wir, die Mitzeichnenden, stimmen der vom Bundesverband der Standesbeamtinnen und Standesbeamten veröffentlichten Begründung nicht zu, nach der die §§ 67und 67a PStG im Verhältnis zu den beiden großen Kirchen nicht erforderlich seien, zumal eine verbindliche, schriftliche Erklärung an der standesamtlichen Voraustrauung festzuhalten unseres Wissens nach weder von der evangelischen noch der katholischen Kirche vorliegt. Zu klären wäre auch, wie der Begriff Religionsgemeinschaft definiert und interpretiert wird, wäre eine ’Weltanschauung mit dem Anspruch einer Religion’ (Ron Hubbard 1952, in: Scientology 8-80) mitgemeint? </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Nicht berücksichtigt wird der wachsende Einfluss christlich-fundamentalistischer Religionsgemeinschaften, was nach manch einem Erfahrungsbericht wohl ein Fehler ist<a name="_ftnref18" href="#_ftn18"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[18]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. Auch halten wir es für grundlegend falsch, der Integrationsresistenz und der Respektlosigkeit “anderer in Deutschland vertretener Religionsgemeinschaften“ gegenüber deutschem Recht nachzugeben, die “trotz wiederholten Hinweises durch verschiedene deutsche Stellen“ nicht dazu veranlasst werden konnten, in ihrer Eheschließungspraxis den staatlichen Gesetzen der BRD Folge zu leisten. Auch dass es sich bei den beiden weggefallenen §§ um unechte Ordnungswidrigkeiten handelt, rechtfertigt eine solche Argumentation und die Streichung der Bestimmungen nicht<a name="_ftnref19" href="#_ftn19"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:12.5pt;font-family:Arial;color:green;">[19]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Es gehört zu den zentralen Aufgaben des Staates, Grundrechte für alle Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten, durchzusetzen und zu schützen. Das gilt auch für die informationelle Selbstbestimmung und Art. 14 EGBGB, Allgemeine Ehewirkungen. Wie würde nach dem 01.01.2009 im Falle der elfjährigen Kindsbraut und Mutter entschieden werden? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:12pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:12.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;color:green;">Die Streichung der §§ 67 und 67a ignoriert die rückwärtsgewandte Einflussnahme theokratischer Strömungen mit ihren traditionalistischen und fundamentalistischen Lebens- und Ehekonzepten, die mit einer säkularen, freiheitlich demokratischen Grundordnung nicht kompatibel sind. So entstehen segregierende, menschenrechts- und grundrechtsfreie Parallelwelten, den Menschen in der Bundesrepublik droht die Rechtsspaltung. Integration wird so nicht gelingen. </span></p>
<div><!--[if !supportFootnotes]--></p>
<hr size="1" /><!--[endif]--></p>
<div id="ftn1">
<p class="MsoFootnoteText"><a name="_ftn1" href="#_ftnref1"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[1]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"> <a href="http://www.nvvb.nl/websites/common/download.asp?PropId=495"><span style="color:windowtext;">http://www.nvvb.nl/websites/common/download.asp?PropId=495</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn2">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn2" href="#_ftnref2"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[2]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><a href="http://www.big-interventionszentrale.de/veroeffentlichungen/broschueren/pdfs/zwangsverheiratung.pdf"><span style="font-family:Arial;color:windowtext;">http://www.big-interventionszentrale.de/veroeffentlichungen/broschueren/pdfs/zwangsverheiratung.pdf</span></a></p>
</div>
<div id="ftn3">
<p class="MsoFootnoteText"><a name="_ftn3" href="#_ftnref3"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[3]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"> <a href="http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/1864131_0_2147_baden-wuerttemberg-heiraten-wird-teurer.html"><span style="color:windowtext;">http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/1864131_0_2147_baden-wuerttemberg-heiraten-wird-teurer.html</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn4">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn4" href="#_ftnref4"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[4]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.trimondi.de/deba02.html"><span style="color:windowtext;">http://www.trimondi.de/deba02.html</span></a> </span></p>
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><span style="font-family:Arial;"><span> </span><a href="http://www.cbsnews.com/stories/2005/05/13/world/main695062.shtml"><span style="color:windowtext;">http://www.cbsnews.com/stories/2005/05/13/world/main695062.shtml</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn5">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn5" href="#_ftnref5"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[5]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.zoomer.de/news/topthema/kinderheirat/zwangsheirat/bilder/nojoud-ist-kein-einzelfall"><span style="color:windowtext;">http://www.zoomer.de/news/topthema/kinderheirat/zwangsheirat/bilder/nojoud-ist-kein-einzelfall</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn6">
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn6" href="#_ftnref6"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[6]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">Fachkommission Zwangsheirat der Landesregierung Baden-Württemberg: Problembeschreibung, Statistik und Handlungsempfehlungen </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:3pt;"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;"><a href="http://www.justiz.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/show/1199041/Bericht%20Fachkommission%20Zwangsheirat%20BaW%20Endfassung%20Januar%202006.pdf"><span style="color:windowtext;">http://www.justiz.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/show/1199041/Bericht%20Fachkommission%20Zwangsheirat%20BaW%20Endfassung%20Januar%202006.pdf</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn7">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn7" href="#_ftnref7"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[7]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"> <a href="http://www.frauenrechte.de/tdf/index.php?option=com_content&#38;task=view&#38;id=164&#38;Itemid=126"><span style="color:windowtext;">http://www.frauenrechte.de/tdf/index.php?option=com_content&#38;task=view&#38;id=164&#38;Itemid=126</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn8">
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn8" href="#_ftnref8"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[8]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;"> <a href="http://www.justiz.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/show/1148877/Dokumentation%20Fachtagung%20Zwangsheirat%2013.10.03%20PDF.pdf"><span style="color:windowtext;">http://www.justiz.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/show/1148877/Dokumentation%20Fachtagung%20Zwangsheirat%2013.10.03%20PDF.pdf</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn9">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn9" href="#_ftnref9"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[9]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"> <a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/;art270,2349559"><span style="color:windowtext;">http://www.tagesspiegel.de/berlin/;art270,2349559</span></a> </span></p>
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,257647,00.html"><span style="color:windowtext;">http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,257647,00.html</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn10">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn10" href="#_ftnref10"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[10]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.stophonourkillings.com/?name=News&#38;file=article&#38;sid=3131"><span style="color:windowtext;">http://www.stophonourkillings.com/?name=News&#38;file=article&#38;sid=3131</span></a></span></p>
</div>
<div id="ftn11">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn11" href="#_ftnref11"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[11]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.handwerkermarkt.de/nachrichten/klartext-sag-die-meinung/virtuelles-demo-forum/terre-des-femmes-warnt-vor-zunahme-der-zwangsheiraten"><span style="color:windowtext;">http://www.handwerkermarkt.de/nachrichten/klartext-sag-die-meinung/virtuelles-demo-forum/terre-des-femmes-warnt-vor-zunahme-der-zwangsheiraten</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn12">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn12" href="#_ftnref12"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[12]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Publikation/IB/Anlagen/auslaenderbericht-7,property=publicationFile.pdf"><span style="color:windowtext;">http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Publikation/IB/Anlagen/auslaenderbericht-7,property=publicationFile.pdf</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn13">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn13" href="#_ftnref13"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[13]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,499121,00.html"><span style="color:windowtext;">http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,499121,00.html</span></a><span> </span></span></p>
</div>
<div id="ftn14">
<p class="MsoFootnoteText"><a name="_ftn14" href="#_ftnref14"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">[14]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://archiv.mopo.de/archiv/2008/20080620/hamburg/panorama/gefangen_in_saudi_arabien.html"><span style="color:windowtext;">http://archiv.mopo.de/archiv/2008/20080620/hamburg/panorama/gefangen_in_saudi_arabien.html</span></a><span> </span></span></p>
</div>
<div id="ftn15">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn15" href="#_ftnref15"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[15]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"> Das schwache Geschlecht &#8211; Die türkischen Männer. Zwangsheirat, häusliche Gewalt, Doppelmoral der Ehre, Freiburg im Breisgau. Lambertus Verlag 2007, 2. Auflage</span></p>
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><span style="font-family:Arial;">„Auf Gottes Befehl und mit dem Worte des Propheten…“ Auswirkungen des Erziehungsstils auf die Partnerwahl und die Eheschließung türkischer Migranten der 2. Generation. Herbolzheim. Centaurus Verlag 2002 </span></p>
</div>
<div id="ftn16">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn16" href="#_ftnref16"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[16]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wali_(Islam)"><span style="color:windowtext;">http://de.wikipedia.org/wiki/Wali_(Islam)</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn17">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn17" href="#_ftnref17"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[17]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.robert-orth.de/asp/Bilder/EheeinesGriechen.pdf"><span style="color:windowtext;">http://www.robert-orth.de/asp/Bilder/EheeinesGriechen.pdf</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn18">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn18" href="#_ftnref18"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[18]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.ekd.de/ezw/dateien/EZWINF131.pdf"><span style="color:windowtext;">http://www.ekd.de/ezw/dateien/EZWINF131.pdf</span></a><span> </span></span></p>
</div>
<div id="ftn19">
<p class="MsoFootnoteText"><a name="_ftn19" href="#_ftnref19"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[19]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.standesbeamte.de/aktuelles_presse_hochzeit.html"><span style="color:windowtext;">http://www.standesbeamte.de/aktuelles_presse_hochzeit.html</span></a> </span></p>
</div>
</div>
<p><strong></strong></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[078. Personenstandsrecht]]></title>
<link>http://eifelginster.wordpress.com/2008/07/10/078/</link>
<pubDate>Thu, 10 Jul 2008 12:35:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>Eifelginster</dc:creator>
<guid>http://eifelginster.wordpress.com/2008/07/10/078/</guid>
<description><![CDATA[Seit 1875 musste in Deutschland eine standesamtliche Schließung der Ehe jeder religiösen Eheschließu]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p class="MsoNormal" style="text-align:justify;margin:0 0 24pt 2cm;">
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;margin:0 0 24pt 2cm;">
<p><span style="color:gray;"><span style="font-family:Arial;"> </span></span></p>
<p><!--[if gte mso 9]&#62;  Normal 0 21   false false false         &#60;![endif]--><!--[if gte mso 9]&#62;   &#60;![endif]--></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;">
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Seit 1875 musste in Deutschland eine standesamtliche Schließung der Ehe jeder religiösen Eheschließung vorausgehen. Eine ausschließlich zeremonielle Ehe einer Religionsgemeinschaft, gemeint war eigentlich nur die christliche, wurde aus der Sicht des Staates nicht anerkannt. Ein Geistlicher, der ein Paar ohne vorausgegangene standesamtliche Beurkundung der Ehe verheiratete, machte sich strafbar. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Diese Reihenfolge, rechtsstaatlich vor zeremoniell oder auch säkular vor sakral, hat bis heute nicht zuletzt die ökonomische Sicherheit für Frau und Kinder garantiert. Das soll jetzt nun nicht mehr wichtig sein, jedenfalls ist die Novellierung des Personenstandsgesetzes unter der ersatzlosen Streichung zweier Paragraphen in aller Stille durchgewunken worden. Wahrscheinlich war die Brisanz der rechtlichen Situation den Damen und Herren Bundestagsabgeordneten nicht annähernd klar. Bis auf die Rechtsanwältin <span>Seyran Ateş</span> und einige islamkritische Blogs hat wohl noch niemand den Ernst der Lage erkannt. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Sicherlich, wer bisher beim Schamanen, Regenmacher oder Guru heiraten wollte, hat es getan! Wer bisher auf das Abschließen einer staatlichen Ehe verzichten wollte, hatte dazu die riskante Möglichkeit! Doch sollten wir den bewegungslosen Stumpfsinn, die betonharte Tradition und den bleischweren und bei Regelverstoß brutal schmerzlichen Gruppenzwang nicht unterschätzen, der auf den Mädchen und Frauen (und zwangsverheirateten jungen Männern) lastet, die oder deren Eltern von jenseits der Ägäis oder des Felsens von Gibraltar nach Europa eingewandert sind. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">In unseren parallelen Gesellschaften werden die ersten Imam-Ehen existieren, die unter keinem besonderen Schutz des Staates stehen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Das tun sich doch interessante, wahrhaft multikulturell zu bezeichnende Optionen auf. Der Trend geht zur Zweitfrau! Drittehe gefällig? Oder eine neunjährige Ehefrau? Alles im schariatisch-islamischen Programm! Paradies für den Pascha. Für Kinder oder Erben sowie für Kind-, Neben- jedenfalls Ehefrauen sieht die Sache allerdings nicht so gut aus. Abgesehen von der Tatsache, dass die türkische Tochter keinen Nichtmuslim heiraten darf. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Für die Frau und die Kinder einer reinen islamischen Ehe werden bürgerliche Grundrechte nicht ungehindert zugänglich sein. Unterhaltsrechtliche Absicherung besteht nicht, Mehrehe ist laut Koran möglich, Ehen mit einer zwölfjährigen oder auch neunjährigen „Ehefrau“ sind nach der ewigen Scharia vorgesehen. Die Frau kann im Zweifelsfall nicht einmal nachweisen, ob beziehungsweise dass „die“ Kinder ihre Kinder sind – kein Problem, im Islam verfügt der Mann über die Kinder. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Auch der britische Lord-Richter Phillips bläst diese Tage, wir schreiben Juli 2008, ins gleiche Horn des kulturrelativistischen Wahnwitzes und will allen Ernstes die Scharia für Streitschlichtung oder Mediation „sozialarbeiterisch nutzbar“ machen. Vor eben dieser islamischen Theokratie oder Allahkratie sind nicht wenige Frauen und Männer aus dem Iran oder aus Somalia zu uns nach Europa geflohen. Menschen wie die bei den Ex-Muslimen organsierten, die vom frauenfeindlichen „Recht“ der Sunna und Hadithen mehr als genug haben. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Grundgesetzlich ist der „besondere Schutz“ der Familie verbürgt. Im schariatischen Sinne kann von einem solchen Schutz keine Rede sein, weshalb in vielen islamisch geprägten Staaten reine Imam-Ehen verboten sind, anerkannt sind sie fast nie. Die Bundesregierung hätte hier einmal von der Türkei oder Tunesien lernen können, in denen antitheokratische (wenn auch leider oft wenig demokratische) Eliten seit Jahrzehnten darum bemüht sind, gerade in Bezug auf das Eherecht den ordnungspolitischen Islam zurückzudrängen, das heißt die angewendete, umgesetzte Scharia zurückzuweisen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Es ist ernsthaft vorgesehen, dass die deutschen Standesämter nicht mehr an eine nachhaltige Dokumentationspflicht gebunden sind, nach zehn Jahren sollen die Daten in den Müll kommen. Im Klartext heißt das: Der Staat verzichtet auf einen Nachweis, dass jemals eine Ehe geschlossen wurde. Für künftige Unterhaltsklagen aber auch Erbstreitigkeiten dürfte das verheerend sein. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Noch ist es nicht zu spät: Die gedankenlos über Bord geschmissenen Paragraphen müssen wieder her beziehungsweise erhalten bleiben! Um Grundrechte und universelle Menschenrechte, namentlich Kinderrechte durchzusetzen, tut die kulturelle Moderne gut daran, die Gottesgesetze aus der Sphäre des internationalen namentlich islamischen Obskurantismus klar in die Schranken zu weisen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Eine langfristige, zerstörerische Kraft gegen den säkularen Rechtsstaat dürfte nämlich in der Parallelwelt der Sunna und Scharia entstehen, zu der die neue Gesetzgebung ungewollt einlädt. Scharia setzt genau beim Personenstandsrecht und Familienrecht an. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Jedoch zielt Scharia auf Totalität und wird, einer sich immer enger um den Hals des Staatsbürgers ziehenden Schlinge vergleichbar, wieder und wieder fragen: „Was ist </span><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Tahoma;">ḥ</span><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">alāl (erlaubt, rein), was ist tahāra (rituell rein), was ist fard (verpflichtend)?“ Zur Beantwortung dieser ethischen und gesellschaftlichen Fragen sind Parlamente oder Paragraphen von Allah nicht vorgesehen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Denn genau betrachtet sind die Gleichberechtigung von Frau und Mann, die Meinungsfreiheit, die Demokratie sowie das Personenstandsrecht … nicht ganz </span><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Tahoma;">ḥ</span><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">alāl. </span></p>
<p class="MsoNormal">
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[077. Personenstandsrecht]]></title>
<link>http://eifelginster.wordpress.com/2008/07/10/077/</link>
<pubDate>Thu, 10 Jul 2008 12:33:31 +0000</pubDate>
<dc:creator>Eifelginster</dc:creator>
<guid>http://eifelginster.wordpress.com/2008/07/10/077/</guid>
<description><![CDATA[077 Allahs Scharia-Familienrecht ersetzt die Grundrechte, der Imam den Standesbeamten? Ab 2009 öffne]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><!--[if gte mso 9]&#62;  Normal 0 21   false false false        MicrosoftInternetExplorer4  &#60;![endif]--><!--[if gte mso 9]&#62;   &#60;![endif]--></p>
<p style="line-height:115%;margin:0 0 36pt;"><strong><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;color:gray;font-weight:normal;">077 </span></strong></p>
<p style="text-align:right;line-height:115%;margin:0 0 .0001pt;" align="right"><strong><span style="font-size:11.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;color:#333399;font-weight:normal;">Allahs Scharia-Familienrecht ersetzt die </span></strong></p>
<p style="text-align:right;line-height:115%;margin:0 0 .0001pt;" align="right"><strong><span style="font-size:11.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;color:#333399;font-weight:normal;">Grundrechte, der Imam den Standesbeamten? </span></strong></p>
<p style="text-align:right;line-height:115%;margin:0 0 .0001pt;" align="right"><strong><span style="font-size:11.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;color:#333399;font-weight:normal;">Ab 2009 öffnet das ebenso individualistisch wie </span></strong></p>
<p style="text-align:right;line-height:115%;margin:0 0 .0001pt;" align="right"><strong><span style="font-size:11.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;color:#333399;font-weight:normal;">islamkonform abgeänderte Personenstandsrecht der </span></strong></p>
<p style="text-align:right;line-height:115%;margin:0 0 .0001pt;" align="right"><strong><span style="font-size:11.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;color:#333399;font-weight:normal;">muslimischen Vielehe (Allah duldet Polygamie), der etwa </span></strong></p>
<p style="text-align:right;line-height:115%;margin:0 0 .0001pt;" align="right"><strong><span style="font-size:11.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;color:#333399;font-weight:normal;">unter türkischen Hanafiten völlig üblichen Zwangsheirat </span></strong></p>
<p style="text-align:right;line-height:115%;margin:0 0 .0001pt;" align="right"><strong><span style="font-size:11.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;color:#333399;font-weight:normal;">und der gekauften Kindbraut traditioneller islamischer </span></strong></p>
<p style="text-align:right;line-height:115%;margin:0 0 .0001pt;" align="right"><strong><span style="font-size:11.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;color:#333399;font-weight:normal;">Kinderheirat und Kinderehe (Braut 9) Tür und Tor. </span></strong></p>
<p style="text-align:right;line-height:115%;margin:0 0 .0001pt;" align="right"><strong><span style="font-size:11.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;color:#333399;font-weight:normal;">So jedenfalls sieht man es mit brennender Sorge in </span></strong></p>
<p style="text-align:right;line-height:115%;margin:0 0 .0001pt;" align="right"><strong><span style="font-size:11.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;color:#333399;font-weight:normal;">unserem Leserkreis und schreibt diese Petition, </span></strong></p>
<p style="text-align:right;line-height:115%;margin:0 0 150pt;" align="right"><strong><span style="font-size:11.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;color:#333399;font-weight:normal;">die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten </span></strong></p>
<p style="line-height:125%;margin:0 0 .0001pt;"><strong><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;font-weight:normal;">Deutscher Bundestag </span></strong><strong></strong></p>
<p style="line-height:125%;margin:0 0 .0001pt;"><strong><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;font-weight:normal;">Petitionsausschuss </span></strong></p>
<p style="line-height:125%;margin:0 0 .0001pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Platz der Republik </span></p>
<p style="line-height:125%;margin:0 0 36pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">11011 Berlin <strong></strong></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:18pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Petition gegen das Personenstandsrechtsreformgesetz (PStRG)<br />
</span></p>
<p style="line-height:125%;margin:0 0 .0001pt;"><strong><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;font-weight:normal;">Deutscher Bundestag </span></strong><strong></strong></p>
<p style="line-height:125%;margin:0 0 .0001pt;"><strong><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;font-weight:normal;">Petitionsausschuss </span></strong></p>
<p style="line-height:125%;margin:0 0 .0001pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Platz der Republik </span></p>
<p style="line-height:125%;margin:0 0 36pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">11011 Berlin <strong></strong></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:18pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Petition gegen das Personenstandsrechtsreformgesetz (PStRG)<br />
</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:18pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Petitions-Aktenzeichen </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:18pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Pet 1-16-06-211-046040<br />
</span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:18pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">08.12.2008 </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:12pt;"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">Text der Petition </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass das Personenstandsrechtsreformgesetz (PStRG) geändert oder zurückgenommen wird. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:18pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Begründung </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:110%;margin:0 0 24pt 106.3pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:110%;font-family:Arial;">In Artikel 1 Abs. 1, 2 und 3 des Grundgesetzes verpflichtet sich der Staat, die Würde des Menschen zu achten und zu schützen, das deutsche Volk bekennt sich zu den unverletzlichen, unveräußerlichen (universellen) Menschenrechten, Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung sind an die Grundrechte als unmittelbar geltendes Recht gebunden. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:18pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Ein wesentliches Teilziel des PStRG sind die ’papierlosen Standesämter’. Das Prozedere der digitalen Datenverwaltung ist jedoch nicht transparent, wichtige Fragen, beispielsweise zur Dokumentation von Daten, zur Verwaltung der Register und zum Datenschutz bleiben offen. So wäre in diesem Zusammenhang beispielsweise interessant (vgl. Schaubild 2 im Online-Dokument ’Papierlose Standesämter in Deutschland’ 8. EVS‑Kongress Portorož, 05.04.2008<a name="_ftnref1" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn1"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[1]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>), was unter dem ’Kernbestand der Daten’ zu verstehen ist und welche Informationen künftig wegfallen werden. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:18pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Da man nach einschlägigen Erfahrungsberichten damit rechnen muss, dass in Ländern mit hohem Korruptionsindex und / oder politischer Instabilität Sachbearbeiter bestechlich sind, ist die Mitwirkung des Gerichts bei Korrekturen von Registereinträgen auf Grund ausländischer Urkunden unverzichtbar. Der Fall der siebzehnjährigen Nuray zeigt, dass sogar bei unterschriebenen Dokumenten Skepsis angebracht ist. In der Dokumentation ’Zwangsverheiratung. Informationen des Berliner Arbeitskreises gegen Zwangsverheiratung’ (dort unter ’Lebensgeschichten junger Mädchen. Nuray, 17’) sagt die junge Frau: </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 18pt 35.45pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">… „Danach ist mein Vater in die Türkei geflogen und hat mich verheiratet. Ich habe durch Zufall davon erfahren, dass ich verheiratet bin. Wie er das gemacht hat, konnte ich nicht verstehen. Die Schwester meines jetzigen Ehemannes hat an meiner Stelle die Unterschrift geleistet<a name="_ftnref2" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn2"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[2]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>.“ </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Nach unserer Auffassung verstößt die am 09.11.2006 vom Bundestag verabschiedete Reform des Personenstandsrechts in einigen Aspekten gegen die erwähnte Fürsorgepflicht des Gesetzgebers, die Würde des Menschen zu schützen und Gesetzesinitiativen an den Rechtsnormen der Verfassung auszurichten. Insbesondere denken wir dabei an den Wegfall der §§ 67, 67a PStG, das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und Art. 14 EGBGB, Allgemeine Ehewirkungen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Steuer- und familienrechtliche Vergünstigungen, die sich ausschließlich auf zivilrechtlich anerkannte Ehen beschränken, werden religiöse Fundamentalisten wie patriarchalische Wertkonservative aus dogmatischen und Individualisten aus hedonistischen Gründen nicht davon abhalten, auf die standesamtliche Trauung (vorerst) zu verzichten, zumal durch verschiedene prinzipiell begrüßungswerte familienpolitische Entscheidungen der Regierungen, wie etwa die Kindschaftsrechtsreform 1998 (Gleichstellung nicht ehelicher Kinder), die Unterhaltsrechtsreform 2008 (Unterhalt auch für die unverheiratete Partnerin / den unverheirateten Partner) und das Elterngeld, der bezugsberechtigte Personenkreis staatlicher familienfreundlicher Zuwendungen auf nicht verheiratete Paare ausgedehnt wurde. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">’Wilde Ehen’ sind in der kulturellen Moderne längst akzeptiert, der verschuldete Staat zieht sich, das Recht auf freie Selbstbestimmung betonend und an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen / des Bürgers appellierend, mehr und mehr aus der Gesundheits- und Altersvorsorge zurück. Die wenigen Beihilfen, Freibeträge und Steuervorteile, die ausschließlich standesamtlich verheirateten Eheleuten zustehen, wie beispielsweise das Wahlrecht zwischen den Steuerklassen 3 und 4, das Ehegattensplitting, sind für viele hunderttausend Haushalte, die damit rechnen müssen bis auf weiteres am Existenzminimum zu leben, praktisch ohne Bedeutung. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Sollten dann auch noch die Gebühren für die bei der standesamtlichen Trauung benötigten Papiere so drastisch erhöht werden, wie in dem Artikel der Stuttgarter Nachrichten angekündigt<a name="_ftnref3" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn3"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[3]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>, wird das Zögerliche trotz der zur Zeit (noch) bestehenden Nachteile (z.B. Erbrecht) nicht ermuntern, vor einem Standesbeamten zu heiraten. Auch heute ist für die meisten Ehepaare die religiöse Feier / kirchliche Trauung das wichtigere Fest (Feier des “Hochzeitstages“). </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Es ist die Aufgabe eines <em>säkularen,</em> sozialen Rechtsstaates; zivilrechtliche und soziale Standards, zu denen auch Ehe und Familie gehören (Art. 6 GG), zu gewährleisten, zu erhalten und präventiv zu schützen (Bezness, Polygamie, Zwangsehe). Grundrechte sind jedoch immer dann einzuschränken, wenn die Grundrechtsansprüche Betroffener, dritter Kollektive oder dritter Einzelpersonen gefährdet sind. Der Staat ist in solchen Fällen verpflichtet, die kollidierenden Rechtsgüter abzuwägen und nötigenfalls verfassungsrechtlich garantierte Rechtsnormen (einseitig) einzuschränken (in Tempo 30 Zonen gilt ’freie Fahrt für freie Bürger’ eben nicht). </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Wer eine religiöse Eheschließung ausdrücklich wünscht, kann unmittelbar nach der zivilrechtlichen Trauung die kirchliche / religiöse Zeremonie anschließen. Eine solche minimale Einschränkung des Rechts auf individuelle Selbstbestimmung oder Religionsfreiheit ist wegen der möglichen persönlichen und die Existenz gefährdenden Folgen (Erbrecht) einer zivilrechtlich nicht anerkannten Ehe zumutbar. Der Steuerzahler, der in solchen Sonderfällen diese romantisierende („Ganz in Weiß“) hedonistische Mode indirekt durch seine Steuergelder finanzieren müsste, (Grundsicherung) ist vor dieser vermeidbaren Belastung zu bewahren. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Traditionen, Riten und religiöse Dogmen sind so tief in Psyche, Denk- und Verhaltensmustern der Menschen verwurzelt, dass sie nicht ohne weiteres aufgegeben werden. Obwohl in den von Hinduismus, Sikhismus, Jesidentum, Islam und wohl auch in den vom tibetanischen Buddhismus<a name="_ftnref4" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn4"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[4]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> geprägten Ursprungsländern nicht selten offiziell verboten, werden Imam-Ehen, Zwangsheirat, arrangierte Ehen, Kinderehen und Polygamie die dortige Lebenswirklichkeit noch auf Jahrzehnte bestimmen<a name="_ftnref5" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn5"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[5]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Nach Migration in ein anderes Land werden traditionelle Familien- und Ehrkonzepte nicht selten sogar besonders fundamentalistisch interpretiert und streng orthodox praktiziert. Dies bestätigen beispielsweise Studien wie die im Auftrag des Bundesinnenministeriums erstellte Befragung ’Integration und Integrationsbarrieren von Muslimen in Deutschland’. Auch Statistiken<a name="_ftnref6" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn6"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[6]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>, wissenschaftliche Arbeiten<a name="_ftnref7" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn7"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[7]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>, Fachtagungen, Dokumentationen<a name="_ftnref8" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn8"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[8]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>, Zeitungsartikel<a name="_ftnref9" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn9"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[9]</span></span><!--[endif]--></span></span></a> und Publikationen zum Thema Zwangsheirat und Ehrenmord bestätigen die Relevanz dieser durchaus nicht nur islamischen Verhaltensmuster. In seinem Online-Bericht stellt Dr. rer. soc. Dipl.‑Psych. Ilhan Kizilhan (’Konflikte und Konfliktlösungen in patriarchalischen Gemeinschaften’) beispielsweise die Lebens- und Ehrkonzepte großer Teile der ostanatolischen Bevölkerung dar, die teilweise der jesidischen Religion angehören. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Bei derartigen religiös verbrämten Feierlichkeiten handelt es sich aus Sicht der kulturellen Moderne und dem Blickwinkel der universellen Menschenrechte keinesfalls ausschließlich um kulturelle Bräuche und traditionelle Hochzeitszeremonien, sondern um undemokratische, die Menschenwürde und individuellen Persönlichkeitsrechte ignorierende Initiationsrituale vormoderner Orthopraxie. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Der Gesetzgeber in einem säkularen, demokratischen und sozialen Rechtsstaat sollte, um Grundrechte und Bürgerrechte allen, auch den Bürgerinnen und Bürgern mit Einwanderungsgeschichte zugänglich zu machen, nicht dem Irrtum erliegen, dass eine selbstbestimmte Biographie zu den Selbstverständlichkeiten aller seiner Einwohnerinnen und Einwohner gehört. In einer Studie des Bundesfamilienministeriums gab die Hälfte der befragten türkischen Frauen an, dass sie ihren Partner nicht selbst ausgesucht habe, wenn dabei auch nicht immer großer Druck ausgeübt wurde<a name="_ftnref10" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn10"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[10]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Der Wegfall der standesamtlichen Voraustrauung ist daher ein falsches Signal. Unter dem Vorwand der Religionsfreiheit und kultureller Brauchtumspflege könnten sich traditionell und fundamentalistisch denkende Bürgerinnen und Bürger aller Weltanschauungen nach dem 01.01.2009 zusätzlich bestärkt und ermutigt fühlen, die genannten zivilrechtlich folgenlosen Formen der Eheschließung zu propagieren und auch künftig verstärkt zu tradieren<a name="_ftnref11" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn11"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[11]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Die patriarchalisch sozialisierten Bräute wagen nicht zu widersprechen, weil sozialer Gruppendruck und die alltägliche häusliche, physische und psychische Gewalt sehr hoch sind<a name="_ftnref12" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn12"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[12]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. Ihnen werden Handy und Erspartes abgenommen und, falls vorhanden, der deutsche Pass entzogen<a name="_ftnref13" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn13"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[13]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>, um eine Flucht zu verhindern. Europäisch aufgewachsene Konvertitinnen (zum Hinduismus, Sikhismus oder Islam) erhalten in solche repressiven Lebensumstände vor ihrer Verheiratung (Imam‑Ehe) oft keinen Einblick, rechtliche Konsequenzen und die massive Einschränkung von Handlungsspielräumen im Alltag werden ihnen nicht selten vorenthalten<a name="_ftnref14" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn14"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[14]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Natürlich sind von Zwangsheiraten auch Männer betroffen, da Mütter und andere weibliche Verwandte auch ihren Söhnen die Ehefrau aussuchen. Die ’arrangiert’ verheirateten Ehemänner nutzen jedoch nach den Erkenntnissen des promovierten Diplom‑Pädagogen und Autors Ahmed Toprak die patriarchalische Hierarchie und wälzen das ihnen zugefügte Unrecht auf ihre Ehefrauen ab<a name="_ftnref15" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn15"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[15]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Zu den Folgen von Zwangsehe (etwa Imam‑Ehe) können gehören: sexuelle, psychische und physische Gewalt, sexueller Missbrauch an Minderjährigen, Verweigerung des Rechts auf Bildung, Hinderung an der freien Berufswahl, Verstoß gegen das Recht auf sexuelle und individuelle Selbstbestimmung, Missbrauch des Aufenthaltbestimmungsrechts und der elterlichen Sorge, soziale Ächtung bei Regelverstößen, Exklusion und Bedrohung bei Trennung oder Scheidung. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Durch das soziale und vor allem ethno‑religiöse Umfeld wird hoher Konformitätsdruck auf die beispielsweise muslimische Familie ausgeübt, die männlichen Verwandten zu zwingen, ihrer Aufgabe als Sittenwächter, Mahram (nah verwandter männlicher Pflicht‑Begleiter einer Frau) oder Wali (hier: für die Braut verpflichtend vorgeschriebener Heiratsvormund<a name="_ftnref16" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn16"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[16]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>) nachzukommen. Man hält Frauen prinzipiell für schutzbedürftig und moralisch nicht integer, sie seien außer Stande, die Folgen einer solch wichtigen Entscheidung, wie es eine Eheschließung nun einmal ist, zu selbst zu überblicken. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Die permanente Überwachung der Mädchen und Frauen, der Jungfräulichkeitskult und die zu befolgende ’religiöse’ Tugendhaftigkeit hat Jugendliche, Zwangsverlobte und Zwangsverheiratete schon in den Selbstmord getrieben. Andere haben sich vor solchen Belastungen durch Flucht in eine Kriseneinrichtung gerettet. Sie waren gezwungen, in eine fremde, weit entfernte Stadt umzuziehen, mussten ihren Freundeskreis aufgeben und den Kontakt zur Familie extrem einschränken oder ganz abbrechen, um einem Mord aus falsch verstandener Ehre zu entgehen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Vor solchen Grundrechts- und Menschenrechtsverletzungen hat ein der freiheitlich demokratischen Grundordnung verpflichteter sozialer Rechtsstaat seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Diese vormodernen, verfassungsfeindlichen Lebens- und Ehekonzepte sind durch Artikel 4 GG (Religionsfreiheit) nicht zu legitimieren, hier darf und muss der Staat die ’ungestörte Religionsausübung’ sehr wohl einschränken. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Für die meisten Importbräute gilt, dass aus aufenthaltsrechtlichen Gründen auch eine stark von Gewalt geprägte Zwangsehe zwei Jahre lang bestehen muss (durchlitten werden muss), damit der Aufenthaltstitel nicht verloren geht. Die nicht selten noch sehr junge Frau ist durch den Ehemann und die (beiden) Familien erpressbar, da Ausnahmeregelungen (AuslG) den Mädchen meist nicht bekannt sind. Die in die Heimat ihrer Verwandten verschleppten Zwangsbräute wissen oft auch nicht, dass nach sechs Monaten ununterbrochenem Aufenthalt in diesem Land ihre Aufenthaltserlaubnis für Deutschland abläuft und ohne genaue Kenntnis der Rechtslage (Ausweichmöglichkeiten durch Regelungen des AuslG) eine Rückkehr kaum möglich ist. Das gilt für Minderjährige und / oder junge Mütter in besonderem Maße, da die deutsche Jugendhilfe im Ausland nahezu keine Eingriffsmöglichkeiten hat und für leibliche Kinder der Zwangsbräute nicht ohne weiteres ein eigenes Aufenthaltsrecht beantragt werden kann. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes, die Frauenrechtlerin und Rechtsanwältin Seyran Ateş und einige Politiker haben bereits auf die möglichen unerwünschten Auswirkungen des mit dem neuen Personenstandsrecht einhergehenden Verzichts auf die bis heute verpflichtende standesamtliche Voraustrauung aufmerksam gemacht. Die Zwangsehe ist zur Zeit leider oft weniger die Ausnahme als die Regel in diesen vormodernen Großfamilien. Besonderes Aufsehen erregte der Fall einer Kindsbraut, die kurze Zeit in Deutschland lebte und mit elf Jahren bereits vor der Geburt ihres ersten Kindes stand<a name="_ftnref17" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn17"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[17]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Wir, die Mitzeichnenden, stimmen der vom Bundesverband der Standesbeamtinnen und Standesbeamten veröffentlichten Begründung nicht zu, nach der die §§ 67und 67a PStG im Verhältnis zu den beiden großen Kirchen nicht erforderlich seien, zumal eine verbindliche, schriftliche Erklärung an der standesamtlichen Voraustrauung festzuhalten unseres Wissens nach weder von der evangelischen noch der katholischen Kirche vorliegt. Zu klären wäre auch, wie der Begriff Religionsgemeinschaft definiert und interpretiert wird, wäre eine ’Weltanschauung mit dem Anspruch einer Religion’ (Ron Hubbard 1952, in: Scientology 8-80) mitgemeint? </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Nicht berücksichtigt wird der wachsende Einfluss christlich-fundamentalistischer Religionsgemeinschaften, was nach manch einem Erfahrungsbericht wohl ein Fehler ist<a name="_ftnref18" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn18"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[18]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. Auch halten wir es für grundlegend falsch, der Integrationsresistenz und der Respektlosigkeit “anderer in Deutschland vertretener Religionsgemeinschaften“ gegenüber deutschem Recht nachzugeben, die “trotz wiederholten Hinweises durch verschiedene deutsche Stellen“ nicht dazu veranlasst werden konnten, in ihrer Eheschließungspraxis den staatlichen Gesetzen der BRD Folge zu leisten. Auch dass es sich bei den beiden weggefallenen §§ um unechte Ordnungswidrigkeiten handelt, rechtfertigt eine solche Argumentation und die Streichung der Bestimmungen nicht<a name="_ftnref19" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftn19"><span class="MsoFootnoteReference"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:13.5pt;font-family:Arial;">[19]</span></span><!--[endif]--></span></span></a>. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:125%;margin:0 0 12pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Es gehört zu den zentralen Aufgaben des Staates, Grundrechte für alle Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten, durchzusetzen und zu schützen. Das gilt auch für die informationelle Selbstbestimmung und Art. 14 EGBGB, Allgemeine Ehewirkungen. Wie würde nach dem 01.01.2009 im Falle der elfjährigen Kindsbraut und Mutter entschieden werden? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:12pt;text-align:justify;line-height:125%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:125%;font-family:Arial;">Die Streichung der §§ 67 und 67a ignoriert die rückwärtsgewandte Einflussnahme theokratischer Strömungen mit ihren traditionalistischen und fundamentalistischen Lebens- und Ehekonzepten, die mit einer säkularen, freiheitlich demokratischen Grundordnung nicht kompatibel sind. So entstehen segregierende, menschenrechts- und grundrechtsfreie Parallelwelten, den Menschen in der Bundesrepublik droht die Rechtsspaltung. Integration wird so nicht gelingen. </span></p>
<div><!--[if !supportFootnotes]--></p>
<hr size="1" /><!--[endif]--></p>
<div id="ftn1">
<p class="MsoFootnoteText"><a name="_ftn1" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref1"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[1]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"> <a href="http://www.nvvb.nl/websites/common/download.asp?PropId=495"><span style="color:windowtext;">http://www.nvvb.nl/websites/common/download.asp?PropId=495</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn2">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn2" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref2"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[2]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><a href="http://www.big-interventionszentrale.de/veroeffentlichungen/broschueren/pdfs/zwangsverheiratung.pdf"><span style="font-family:Arial;color:windowtext;">http://www.big-interventionszentrale.de/veroeffentlichungen/broschueren/pdfs/zwangsverheiratung.pdf</span></a></p>
</div>
<div id="ftn3">
<p class="MsoFootnoteText"><a name="_ftn3" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref3"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[3]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"> <a href="http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/1864131_0_2147_baden-wuerttemberg-heiraten-wird-teurer.html"><span style="color:windowtext;">http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/1864131_0_2147_baden-wuerttemberg-heiraten-wird-teurer.html</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn4">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn4" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref4"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[4]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.trimondi.de/deba02.html"><span style="color:windowtext;">http://www.trimondi.de/deba02.html</span></a> </span></p>
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><span style="font-family:Arial;"><span> </span><a href="http://www.cbsnews.com/stories/2005/05/13/world/main695062.shtml"><span style="color:windowtext;">http://www.cbsnews.com/stories/2005/05/13/world/main695062.shtml</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn5">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn5" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref5"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[5]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.zoomer.de/news/topthema/kinderheirat/zwangsheirat/bilder/nojoud-ist-kein-einzelfall"><span style="color:windowtext;">http://www.zoomer.de/news/topthema/kinderheirat/zwangsheirat/bilder/nojoud-ist-kein-einzelfall</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn6">
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn6" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref6"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[6]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">Fachkommission Zwangsheirat der Landesregierung Baden-Württemberg: Problembeschreibung, Statistik und Handlungsempfehlungen </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:3pt;"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;"><a href="http://www.justiz.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/show/1199041/Bericht%20Fachkommission%20Zwangsheirat%20BaW%20Endfassung%20Januar%202006.pdf"><span style="color:windowtext;">http://www.justiz.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/show/1199041/Bericht%20Fachkommission%20Zwangsheirat%20BaW%20Endfassung%20Januar%202006.pdf</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn7">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn7" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref7"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[7]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"> <a href="http://www.frauenrechte.de/tdf/index.php?option=com_content&#38;task=view&#38;id=164&#38;Itemid=126"><span style="color:windowtext;">http://www.frauenrechte.de/tdf/index.php?option=com_content&#38;task=view&#38;id=164&#38;Itemid=126</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn8">
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn8" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref8"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[8]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;"> <a href="http://www.justiz.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/show/1148877/Dokumentation%20Fachtagung%20Zwangsheirat%2013.10.03%20PDF.pdf"><span style="color:windowtext;">http://www.justiz.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/show/1148877/Dokumentation%20Fachtagung%20Zwangsheirat%2013.10.03%20PDF.pdf</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn9">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn9" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref9"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[9]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"> <a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/;art270,2349559"><span style="color:windowtext;">http://www.tagesspiegel.de/berlin/;art270,2349559</span></a> </span></p>
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,257647,00.html"><span style="color:windowtext;">http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,257647,00.html</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn10">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn10" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref10"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[10]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.stophonourkillings.com/?name=News&#38;file=article&#38;sid=3131"><span style="color:windowtext;">http://www.stophonourkillings.com/?name=News&#38;file=article&#38;sid=3131</span></a></span></p>
</div>
<div id="ftn11">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn11" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref11"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[11]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.handwerkermarkt.de/nachrichten/klartext-sag-die-meinung/virtuelles-demo-forum/terre-des-femmes-warnt-vor-zunahme-der-zwangsheiraten"><span style="color:windowtext;">http://www.handwerkermarkt.de/nachrichten/klartext-sag-die-meinung/virtuelles-demo-forum/terre-des-femmes-warnt-vor-zunahme-der-zwangsheiraten</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn12">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn12" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref12"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[12]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Publikation/IB/Anlagen/auslaenderbericht-7,property=publicationFile.pdf"><span style="color:windowtext;">http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Publikation/IB/Anlagen/auslaenderbericht-7,property=publicationFile.pdf</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn13">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn13" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref13"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[13]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,499121,00.html"><span style="color:windowtext;">http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,499121,00.html</span></a><span> </span></span></p>
</div>
<div id="ftn14">
<p class="MsoFootnoteText"><a name="_ftn14" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref14"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:11pt;font-family:Arial;">[14]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://archiv.mopo.de/archiv/2008/20080620/hamburg/panorama/gefangen_in_saudi_arabien.html"><span style="color:windowtext;">http://archiv.mopo.de/archiv/2008/20080620/hamburg/panorama/gefangen_in_saudi_arabien.html</span></a><span> </span></span></p>
</div>
<div id="ftn15">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn15" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref15"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[15]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"> Das schwache Geschlecht &#8211; Die türkischen Männer. Zwangsheirat, häusliche Gewalt, Doppelmoral der Ehre, Freiburg im Breisgau. Lambertus Verlag 2007, 2. Auflage</span></p>
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><span style="font-family:Arial;">„Auf Gottes Befehl und mit dem Worte des Propheten…“ Auswirkungen des Erziehungsstils auf die Partnerwahl und die Eheschließung türkischer Migranten der 2. Generation. Herbolzheim. Centaurus Verlag 2002 </span></p>
</div>
<div id="ftn16">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn16" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref16"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[16]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wali_%28Islam%29"><span style="color:windowtext;">http://de.wikipedia.org/wiki/Wali_(Islam)</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn17">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn17" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref17"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[17]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.robert-orth.de/asp/Bilder/EheeinesGriechen.pdf"><span style="color:windowtext;">http://www.robert-orth.de/asp/Bilder/EheeinesGriechen.pdf</span></a> </span></p>
</div>
<div id="ftn18">
<p class="MsoFootnoteText" style="margin-bottom:3pt;"><a name="_ftn18" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref18"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[18]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.ekd.de/ezw/dateien/EZWINF131.pdf"><span style="color:windowtext;">http://www.ekd.de/ezw/dateien/EZWINF131.pdf</span></a><span> </span></span></p>
</div>
<div id="ftn19">
<p class="MsoFootnoteText"><a name="_ftn19" href="http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/077/#_ftnref19"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family:Arial;"><span><!--[if !supportFootnotes]--><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size:10pt;font-family:Arial;">[19]</span></span><!--[endif]--></span></span></span></a><span style="font-family:Arial;"><a href="http://www.standesbeamte.de/aktuelles_presse_hochzeit.html"><span style="color:windowtext;">http://www.standesbeamte.de/aktuelles_presse_hochzeit.html</span></a> </span></p>
</div>
</div>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[078. Personenstandsrecht ]]></title>
<link>http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/078/</link>
<pubDate>Thu, 10 Jul 2008 12:29:14 +0000</pubDate>
<dc:creator>Jacques Auvergne</dc:creator>
<guid>http://jacquesauvergne.wordpress.com/2008/07/10/078/</guid>
<description><![CDATA[Seit 1875 musste in Deutschland eine standesamtliche Schließung der Ehe jeder religiösen Eheschließu]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p class="MsoNormal" style="text-align:justify;margin:0 0 24pt 2cm;">
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;margin:0 0 24pt 2cm;">
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;margin:0 0 24pt 2cm;"><!--[if gte mso 9]&#62;  Normal 0 21   false false false         &#60;![endif]--><!--[if gte mso 9]&#62;   &#60;![endif]--></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Seit 1875 musste in Deutschland eine standesamtliche Schließung der Ehe jeder religiösen Eheschließung vorausgehen. Eine ausschließlich zeremonielle Ehe einer Religionsgemeinschaft, gemeint war eigentlich nur die christliche, wurde aus der Sicht des Staates nicht anerkannt. Ein Geistlicher, der ein Paar ohne vorausgegangene standesamtliche Beurkundung der Ehe verheiratete, machte sich strafbar. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Diese Reihenfolge, rechtsstaatlich vor zeremoniell oder auch säkular vor sakral, hat bis heute nicht zuletzt die ökonomische Sicherheit für Frau und Kinder garantiert. Das soll jetzt nun nicht mehr wichtig sein, jedenfalls ist die Novellierung des Personenstandsgesetzes unter der ersatzlosen Streichung zweier Paragraphen in aller Stille durchgewunken worden. Wahrscheinlich war die Brisanz der rechtlichen Situation den Damen und Herren Bundestagsabgeordneten nicht annähernd klar. Bis auf die Rechtsanwältin <span>Seyran Ateş</span> und einige islamkritische Blogs hat wohl noch niemand den Ernst der Lage erkannt. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Sicherlich, wer bisher beim Schamanen, Regenmacher oder Guru heiraten wollte, hat es getan! Wer bisher auf das Abschließen einer staatlichen Ehe verzichten wollte, hatte dazu die riskante Möglichkeit! Doch sollten wir den bewegungslosen Stumpfsinn, die betonharte Tradition und den bleischweren und bei Regelverstoß brutal schmerzlichen Gruppenzwang nicht unterschätzen, der auf den Mädchen und Frauen (und zwangsverheirateten jungen Männern) lastet, die oder deren Eltern von jenseits der Ägäis oder des Felsens von Gibraltar nach Europa eingewandert sind. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">In unseren parallelen Gesellschaften werden die ersten Imam-Ehen existieren, die unter keinem besonderen Schutz des Staates stehen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Das tun sich doch interessante, wahrhaft multikulturell zu bezeichnende Optionen auf. Der Trend geht zur Zweitfrau! Drittehe gefällig? Oder eine neunjährige Ehefrau? Alles im schariatisch-islamischen Programm! Paradies für den Pascha. Für Kinder oder Erben sowie für Kind-, Neben- jedenfalls Ehefrauen sieht die Sache allerdings nicht so gut aus. Abgesehen von der Tatsache, dass die türkische Tochter keinen Nichtmuslim heiraten darf. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Für die Frau und die Kinder einer reinen islamischen Ehe werden bürgerliche Grundrechte nicht ungehindert zugänglich sein. Unterhaltsrechtliche Absicherung besteht nicht, Mehrehe ist laut Koran möglich, Ehen mit einer zwölfjährigen oder auch neunjährigen „Ehefrau“ sind nach der ewigen Scharia vorgesehen. Die Frau kann im Zweifelsfall nicht einmal nachweisen, ob beziehungsweise dass „die“ Kinder ihre Kinder sind – kein Problem, im Islam verfügt der Mann über die Kinder. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Auch der britische Lord-Richter Phillips bläst diese Tage, wir schreiben Juli 2008, ins gleiche Horn des kulturrelativistischen Wahnwitzes und will allen Ernstes die Scharia für Streitschlichtung oder Mediation „sozialarbeiterisch nutzbar“ machen. Vor eben dieser islamischen Theokratie oder Allahkratie sind nicht wenige Frauen und Männer aus dem Iran oder aus Somalia zu uns nach Europa geflohen. Menschen wie die bei den Ex-Muslimen organsierten, die vom frauenfeindlichen „Recht“ der Sunna und Hadithen mehr als genug haben. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Grundgesetzlich ist der „besondere Schutz“ der Familie verbürgt. Im schariatischen Sinne kann von einem solchen Schutz keine Rede sein, weshalb in vielen islamisch geprägten Staaten reine Imam-Ehen verboten sind, anerkannt sind sie fast nie. Die Bundesregierung hätte hier einmal von der Türkei oder Tunesien lernen können, in denen antitheokratische (wenn auch leider oft wenig demokratische) Eliten seit Jahrzehnten darum bemüht sind, gerade in Bezug auf das Eherecht den ordnungspolitischen Islam zurückzudrängen, das heißt die angewendete, umgesetzte Scharia zurückzuweisen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Es ist ernsthaft vorgesehen, dass die deutschen Standesämter nicht mehr an eine nachhaltige Dokumentationspflicht gebunden sind, nach zehn Jahren sollen die Daten in den Müll kommen. Im Klartext heißt das: Der Staat verzichtet auf einen Nachweis, dass jemals eine Ehe geschlossen wurde. Für künftige Unterhaltsklagen aber auch Erbstreitigkeiten dürfte das verheerend sein. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Noch ist es nicht zu spät: Die gedankenlos über Bord geschmissenen Paragraphen müssen wieder her beziehungsweise erhalten bleiben! Um Grundrechte und universelle Menschenrechte, namentlich Kinderrechte durchzusetzen, tut die kulturelle Moderne gut daran, die Gottesgesetze aus der Sphäre des internationalen namentlich islamischen Obskurantismus klar in die Schranken zu weisen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Eine langfristige, zerstörerische Kraft gegen den säkularen Rechtsstaat dürfte nämlich in der Parallelwelt der Sunna und Scharia entstehen, zu der die neue Gesetzgebung ungewollt einlädt. Scharia setzt genau beim Personenstandsrecht und Familienrecht an. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Jedoch zielt Scharia auf Totalität und wird, einer sich immer enger um den Hals des Staatsbürgers ziehenden Schlinge vergleichbar, wieder und wieder fragen: „Was ist </span><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Tahoma;">ḥ</span><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">alāl (erlaubt, rein), was ist tahāra (rituell rein), was ist fard (verpflichtend)?“ Zur Beantwortung dieser ethischen und gesellschaftlichen Fragen sind Parlamente oder Paragraphen von Allah nicht vorgesehen. </span></p>
<p style="text-align:justify;line-height:115%;margin:0 0 24pt;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Denn genau betrachtet sind die Gleichberechtigung von Frau und Mann, die Meinungsfreiheit, die Demokratie sowie das Personenstandsrecht … nicht ganz </span><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Tahoma;">ḥ</span><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">alāl. </span></p>
<p class="MsoNormal">
</div>]]></content:encoded>
</item>

</channel>
</rss>
