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	<title>karlsruhe-hinterland &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/karlsruhe-hinterland/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "karlsruhe-hinterland"</description>
	<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 01:00:51 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Die Ehre Gottes aus der Natur]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.de/2009/09/16/die-ehre-gottes-aus-der-natur/</link>
<pubDate>Wed, 16 Sep 2009 13:41:33 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
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<description><![CDATA[Mit diesem Titel eines Liedes nach Texten Christian Fürchtegott Gellerts von Ludwig van Beethoven li]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Mit diesem Titel eines Liedes nach Texten Christian Fürchtegott Gellerts von Ludwig van Beethoven ließe sich das am 20. September um 18:00 Uhr im Ökumenischen Gemeindezentrum Bergwald stattfindende Benefizkonzert wohl am trefflichsten überschreiben.</p>
<p>Matthias Widmaier (Tenor) und sein Bruder Martin Widmaier (Professor für Klavier) werden ein facettenreiches Programm aus geistlichen und weltlichen Liedern von Haydn, Beethoven und Schubert präsentieren. Zudem wird Martin Widmaier zwei Klavierstücke zu Gehör bringen, die &#8211; in Anlehnung an ein rennomiertes Festival &#8211; mit Fug und Recht als <a href="http://www.raritaeten-der-klaviermusik.de" target="_blank">Raritäten der Klaviermusik</a> bezeichnet werden dürfen. So führen Schuberts <em>Impromptus aus dem Nachlass</em> noch immer ein Schattendasein. Erklingen wird das zweite in Es-Dur. Mit dem zweiten Klavierstück greift Martin Widmaier das bereits vorher vorgetragene Schubertlied <em>Du bist die Ruh</em> erneut auf und lässt es in einer Transkription für Klavier (solo) von Franz Liszt erneut erklingen.</p>
<p>Benefizkonzert<br />
zugunsten neuer Musikinstrumente für den  Kindergarten Schalom, Bergwald<br />
Sonntag, 20. September 2009, 18:00 Uhr<br />
Im Ökumenischen Gemeindezentrum Karlsruhe-Bergwald</p>
<p>Matthias Widmaier, Tenor<br />
Martin Widmaier, am neun Bechstein-Klavier des Gemeindezentrums</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Rettet die Warenhäuser]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.de/2009/06/10/rettet-die-warenhauser/</link>
<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 22:54:31 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.de/2009/06/10/rettet-die-warenhauser/</guid>
<description><![CDATA[Schließt Ebucht und Azamon die digitalen Türen und kauft lieber teuer bei Karlstadt. Denn was tun oh]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Schließt Ebucht und Azamon die digitalen Türen und kauft lieber teuer bei Karlstadt. Denn was tun ohne Warenhäuser? Außerdem, Euer Mitleid kann sich das demnächst freigesetzte Personal an den Hut schmieren.</p>
<div id="_mcePaste" style="position:absolute;left:-10000px;top:0;width:1px;height:1px;">Eine andere Frage, werte Leserin, werter Leser: Haben Sie kürzlich einmal versucht, in irgendeiner der blühenden Innenstädte eine Dichtung für ihren Wasserhahn, ein Ausflusssieb, einen Hemdknopf oder ein Bügelbrett zu kaufen? Ist ihnen noch nie während des Frühjahrsputzes der Staubsauger verreckt oder lassen Sie den Dreck einfach liegen, bis sie das Geld an ihren Ebucht-Verkäufer überwiesen haben und dieser geruht, ihnen das superbillige Saugerschnäppchen 3 Tage später auch mal zu schicken? Brauchten Sie noch nie auf den letzten Drücker eine Badehose mit der man sich am Strand auch sehen lassen kann?</div>
<div id="_mcePaste" style="position:absolute;left:-10000px;top:0;width:1px;height:1px;">Wenn Ihnen diese oder ähnliche Szenarien unbekannt sind, dann können Sie Theiresias nicht verstehen. In Kürze werden die Hertie-Filialen dichtgemacht. Früher hieß Hertie in Minden an der Weser, hier verlebte Theiresias seine Kindheit, mal Karstadt. Die Filiale war jedoch zu klein, also wurde sie &#8211; wie viele andere &#8211; in Hertie umbenannt, um dann verramscht werden zu können, so dass man nun letztendlich den Laden einstampfen kann. Unvorstellbar, die ganze Jugend des blinden Sehers hätte ohne dieses Warenhaus nicht funktioniert</div>
<div id="_mcePaste" style="position:absolute;left:-10000px;top:0;width:1px;height:1px;">Nun will Theiresias hier in keine Kaufhausromantik verfallen. Im Gegentum. Er selbst scheut sogar oft den Gang zum Karlsruher Karlstadt, da er sich in dem verwinkelten Gebäude und den unterirdischen Katakomben regelmäßig verirrt und entweder fluchend oder nur unter dem Geleit eines freundlichen ihm bis dato völlig unbekannten Wesens das Tageslicht wieder erblickt. Trotz dieser Widrigkeiten empfindet er es als ein Stück Lebensqualität im Zentrum einer Stadt ein Warenhaus zu haben, durch das er auf dem Nachhauseweg nur mal ein wenig irren muss, um abends wieder Bügeln und am kommenden Morgen wieder anständig duschen zu können. Und deswegen gibt er hier auch gerne mal 2 Euronen mehr für eine CD, 15 Euronen mehr für einen Staubsauger und geschlagene 30 Euronen für eine Badeshorts hin.</div>
<div id="_mcePaste" style="position:absolute;left:-10000px;top:0;width:1px;height:1px;">Am Freitag wird Theiresias wieder zu Karlstadt laufen und sich neu einkleiden. Er braucht dringend eine neue Krawatte und ein neues Shirt, beides mit Pinguinmotiven bitte.</div>
<p>Schließt Ebucht und Azamon die digitalen Türen und kauft lieber teuer bei Karlstadt. Denn was tun ohne Warenhäuser? Außerdem, Euer Mitleid kann sich das demnächst freigesetzte Personal an den Hut schmieren.</p>
<p>Eine andere Frage, werte Leserin, werter Leser: Haben Sie kürzlich einmal versucht, in irgendeiner der blühenden Innenstädte eine Dichtung für ihren Wasserhahn, ein Ausflusssieb, einen Hemdknopf oder ein Bügelbrett zu kaufen? Ist ihnen noch nie während des Frühjahrsputzes der Staubsauger verreckt oder lassen Sie den Dreck einfach liegen, bis sie das Geld an ihren Ebucht-Verkäufer überwiesen haben und dieser geruht, ihnen das superbillige Saugerschnäppchen 3 Tage später auch mal zu schicken? Brauchten Sie noch nie auf den letzten Drücker eine Badehose mit der man sich am Strand auch sehen lassen kann?</p>
<p>Wenn Ihnen diese oder ähnliche Szenarien unbekannt sind, dann können Sie Theiresias nicht verstehen. In Kürze werden die Hertie-Filialen dichtgemacht. Früher hieß Hertie in Minden an der Weser, hier verlebte Theiresias seine Kindheit, mal Karstadt. Die Filiale war jedoch zu klein, also wurde sie &#8211; wie viele andere &#8211; in Hertie umbenannt, um dann verramscht werden zu können, so dass man nun letztendlich den Laden einstampfen kann. Unvorstellbar, die ganze Jugend des blinden Sehers hätte ohne dieses Warenhaus nicht funktioniert</p>
<p>Nun will Theiresias hier in keine Kaufhausromantik verfallen. Im Gegentum. Er selbst scheut sogar oft den Gang zum Karlsruher Karlstadt, da er sich in dem verwinkelten Gebäude und den unterirdischen Katakomben regelmäßig verirrt und entweder fluchend oder nur unter dem Geleit eines freundlichen ihm bis dato völlig unbekannten Wesens das Tageslicht wieder erblickt. Trotz dieser Widrigkeiten empfindet er es als ein Stück Lebensqualität im Zentrum einer Stadt ein Warenhaus zu haben, durch das er auf dem Nachhauseweg nur mal ein wenig irren muss, um abends wieder Bügeln und am kommenden Morgen wieder anständig duschen zu können. Und deswegen gibt er hier auch gerne mal 2 Euronen mehr für eine CD, 15 Euronen mehr für einen Staubsauger und geschlagene 30 Euronen für eine Badeshorts hin.</p>
<p>Am Freitag wird Theiresias wieder zu Karlstadt laufen und sich neu einkleiden. Er braucht dringend eine neue Krawatte und ein neues Shirt, beides mit Pinguinmotiven bitte.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Humorgelkonzert]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.de/2009/02/21/humorgelkonzert/</link>
<pubDate>Sat, 21 Feb 2009 10:35:47 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.de/2009/02/21/humorgelkonzert/</guid>
<description><![CDATA[Es wird zu wenig gelacht, insbesondere in sakralen Räumen. Besonders schlimm scheint Theiresias dies]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:center;"><a href="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/02/orgel_durlach_feuerwerk.jpg"><img class="size-full wp-image-30 aligncenter" title="Orgel der Stadtkirche Durlach mit Feuerwerk (Montage)" src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/02/orgel_durlach_feuerwerk.jpg" alt="Orgel der Stadtkirche Durlach mit Feuerwerk (Montage)" width="450" height="338" /></a></p>
<p>Es wird zu wenig gelacht, insbesondere in sakralen Räumen. Besonders schlimm scheint Theiresias dieser Umstand in Baden zu sein. Was helfen da Choräle wie &#8220;Der Gottesdienst soll fröhlich sein.&#8221; Solch Ermahnung stört die/den gemeineN GottesdienstbesucherIn an sich überhaupt nicht, dafür ist die Angelegenheit schließlich zu ernst.</p>
<p>Machen Sie da mal einen Witz über Kirchenlieder (&#8220;Wie lautet das Lied aller Nassrasierer?&#8221; &#8220;Oh Haupt voll Blut und Wunden.&#8221;); Sie ernten nur finstere Blicke und Ihre Exkommunikation wird sofort in Angriff genommen.</p>
<p>Man kann daher grandiose innerkirchliche Humor- und Unterhaltungsinitiativen nicht oft genug rühmen und möchte sie so manchem Gesellen gerne verordnen.</p>
<p>Unterhaltung auf höchstem Niveau wird heute Abend erneut in der Stadtkriche Durlach geboten. &#8220;Heiter bis rauschend&#8221; wird die Musik auf der 250 Jahre alten Stumm(/Goll)-Orgel vorgetragen. Nach einem Blick in das Programm bekommt Theiresias den Verdacht, dass Bezirkskantor Johannes Blomenkamp in diesem Jahr ein noch gewaltigeres musikalisches Feuerwerk veranstalten möchte <a href="http://theiresiasweb.de/2008/02/06/„heiter-bis-rauschend“/" target="_self">als im letzten Jahr</a>.</p>
<p>Unbedingte Hörempfehlung!</p>
<p>21. Februar 2009, 20:00 Uhr, Ev. Stadtkirche Durlach</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Georg Philipp Telemann: "Was ist mir doch das Rühmen nütze?"]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.de/2009/02/14/georg-philipp-telemann-was-ist-mir-doch-das-ruhmen-nutze/</link>
<pubDate>Sat, 14 Feb 2009 14:28:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.de/2009/02/14/georg-philipp-telemann-was-ist-mir-doch-das-ruhmen-nutze/</guid>
<description><![CDATA[Sonntag, 15. Februar 2009 um 10:00 Uhr in der Evangelischen Kirche Hohenwettersbach Georg Philipp Te]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>Sonntag, 15. Februar 2009 um 10:00 Uhr in der Evangelischen Kirche Hohenwettersbach</strong></p>
<p><em>Georg Philipp Telemann (1681 &#8211; 1767)</em><br />
<strong>Was ist mir doch das Rühmen nütze</strong> (2. Kor 12, 1-9)<br />
Kantate zum Sonntag Sexagesimä für Singstimme, Traversflöte und Basso continuo</p>
<p style="text-align:left;"><a href="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/09/songsofpraise_titel_untertitel_web450.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-99" title="Songs of Praise" src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/09/songsofpraise_titel_untertitel_web450.png" alt="Songs of Praise" width="450" height="274" /></a></p>
<p><strong>Kalrsruhe hört Telemann!</strong><br />
<img class="alignleft size-full wp-image-296" title="Logo des Badischen Konservatoriums" src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2009/02/sop4_kons_farbe.jpg" alt="Logo des Badischen Konservatoriums" width="150" height="103" />Unter diesem Motto erklingt neunmal in diesem Krichenjahr eine Solo-Kantate aus dem Zyklus <em>Der Harmonische Gottesdienst</em> von Georg Philipp Telemann; jeweils in einer anderen Gemeinde des Kirchenbezirks. Wir KirchenmusikerInnen werden dabei tatkräftig von SchülerInnen des Badischen Konservatoriums unterstützt, welche die Instrumentalstimmen übernehmen.</p>
<p>Wenn die Kantate in der kleinen Dorfkirche in Hohenwettersbachn erklingt, so geschieht dies ganz im Sinne der vom Komponisten ursprünglich beabsichtigten Weise. Werfen wir hierzu einen Blick auf das Titelblatt der Erstausgabe des <em>Harmonischen Gottesdienst</em> aus dem Jahr 1725/26.</p>
<p><a href="http://theiresiasweb.files.wordpress.com/2009/02/sop4_titelblattharmonischergottesdienst.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-297 aligncenter" title="Titelblatt des der Erstausgabe des Harmonischen Gottesdienst" src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2009/02/sop4_titelblattharmonischergottesdienst.jpg?w=233" alt="Titelblatt des der Erstausgabe des Harmonischen Gottesdienst" width="233" height="338" /></a></p>
<p>Dort heißt es:</p>
<blockquote>
<p style="text-align:left;">Harmonischer<br />
Gottes-Dienst<br />
oder<br />
geistliche<br />
C A N T A T E N<br />
zum allgemeinen Gebrauche/<br />
welche/<br />
zu Beförderung so wol<br />
der Privat &#8211; Haus-<br />
als öffentlichen<br />
Kirchen &#8211; Andacht/<br />
auf die gewöhnlichen Sonn- und fest-täglichen<br />
Episteln durchs ganze Jahr<br />
gerichtet sind,<br />
und aus einer Singe-Stimme bestehen / die entweder von<br />
einer Violine, oder Hautbois, oder Flöte traverse, Flüte à bec,<br />
nebst dem Generalbasse, begleitet wird;<br />
Auf eine leichte und bequeme Ahrt also verfasset / daß nicht<br />
allein die, so zur Aufführung der Kirchenmusic gesezet sind, und vor allem<br />
diejenigen / so sich nur weniger Gehülfen darben zu bedienen haben / solche musisch gebrau-<br />
chen können / sondern auch denen zur geistlichen Ergeblichkeit / die ihre Haus-Andacht musikalisch<br />
zu halten pflegen / wie nicht weniger allen / die sich im Singen / oder im Spielen<br />
auf gedachten Instrumenten üben / zur Erlangung<br />
mehrerer Fähigkeiten;<br />
In die Music gebracht, und zum Druck befördert<br />
von<br />
Georg Philipp Telemann</p></blockquote>
<p style="text-align:left;">Die &#8220;einfache Ahrt&#8221; hindert Telemann nicht, effektreiche Musik zu komponieren.  Hierzu reduziert er zunächst  das Textmaterial radikal. Nicht erst durch die Vertonung, sondern bereits durch die Texteinrichtung findet eine Interpretation der ursprünglichen Verse statt. Die Konstruktion des Textes ist derart archetypisch, dass man diese in jedem Deutschbuch im Kapitel zum Barock abdrucken könnte. Sobald die ersten beiden Zeilen verklungen sind, ist das thematische Programm nahezu in Gänze bekannt:</p>
<blockquote>
<p style="text-align:left;">Was ist mir doch das Rühmen nütze?<br />
Bloß meiner Schwachheit rühm&#8217; ich mich.</p></blockquote>
<p style="text-align:left;">Auch musikalisch bleibt kein Zweifel daran offen, dass in dieser Kantate gewissermaßen das Lob der Schwachheit besungen wird. Deren positive Konnotation inszeniert Telemann indem er die eigentlich in Moll gehaltene<br />
Arie bereits nach wenigen Takten zur Dur-Parallele wendet.<br />
Lapidar gesprochen folgt danach alles, was wir aus dem Barock kennen (und doch auch irgendwie schätzen): Im Mittelteil wird der &#8220;eitle Stolz&#8221; verflucht. Vanitas soweit das Ohr hört. Die Flöte, die bis zu diesem Punkt mit der Singstimme unisono lief, beschießt den Stolz mit spitzen Pfeilen in Form kleiner 16tel Noten.</p>
<p>Nach der Eingangsarie zieht sich die Flöte zunächst komplett zurück. Im Mittelpunkt des folgenden Rezitativs und des anschließenden Ariosos steht das Bibelwort. Dessen Inhalt wird dem durch die Eingangsarie gesetzten Thema gemäß angeglichen:</p>
<blockquote><p>Wer bist du, Mensch, und was sind deine Gaben,<br />
die wir zudem nicht eigentümlich haben<br />
und die der Herr uns mehr geliehen als gegeben?<br />
Willst Du dich deren überheben?<br />
Soll dich ein andrer Mensch mehr preisen, mehr erhöhn&#8217;?<br />
Als man doch von dir hört und als wir an dir seh&#8217;n?<br />
Nur Schwachheit fühlst du ja so inn- als äußerlich<br />
und dieser rühme dich!<br />
Wirft sich vor Gott die Demut nieder,<br />
ach, seine Huld erhebt sie wieder.<br />
Erhebe du nur auch dich selber nicht!<br />
Bleib immer schwach und klein,<br />
so wirst du stark und groß in Gottes Augen sein.<br />
Er wird den Mangel selbst zu deinem Vorteil fügen.<br />
Und hör&#8217;, wie weislich, liebreich, prächtig er zu dir spricht:</p></blockquote>
<p>Das Arioso übernimmt aus dem eigentlichen Bibeltext einen Vers unverändert, da hier Gottes Wort direkt wiedergegeben wird. Offensichtlich wollte Telemann nicht des Höchsten Copyright verletzen.</p>
<blockquote><p>„Lass dir an meiner Gnade g&#8217;nügen;<br />
denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“</p></blockquote>
<p>Dramaturgisch bildet diese Gnadenzusage den Höhepunkt der Kantate. In der letzten Nummer dem Siritoso erwächst daraus die Conclusio: &#8220;Gottes Kraft erhebt die Schwachen&#8221;. Die Flöte tritt hinzu. Diesmal nicht unisono mit der Gesangsstimme, vielmehr im Dialog mit dieser. Der Solist übernimmt das musikalische Motiv, welches von der Flöte vorgestellt wird. Immer wieder fällt der Sänger in das Spiel der Flöte ein und umgekehrt, um letztendlich in effektreichen Intervallen wieder zusammen zu finden. Das Cello vollführt derweil einen ganz eigenen Freudentanz.</p>
<p>Die Kantaten aus dem <em>Harmonischen Gottesdienst</em> ähneln sich in Form und Aufbau. Trotz ihrer minimalistischen Bauform und Ausstattung sind sie graziös gearbeitet und bringen für MusikerInnen und HörerInnen einige Leckerbissen mit sich. Telemann selbst deklarierte sie, wie oben gelesen, u. a. als Musik für den Hausgebrauch. In der Postpostmoderne erwächst daraus die Frage nach der Verfügbarkeit der Kantaten als Tonträger oder Notenmaterial. Es gibt diverse Einspielungen, die aber meistens nicht komplett sind und somit vielleicht im Telemannschen Sinne zur &#8220;Hausandacht&#8221; nicht taugen. Meinen Geschmack treffen die meisten davon nicht. Zum Selbstmusizieren besteht hingegen reichlich Gelegenheit. Im Bärenreiter-Verlag sind diverse Ausgaben des Zyklus erschienen. Wer es gern historisch mag, dem sei unbedingt ein Blick in die <a href="http://www.kb.dk/da/nb/samling/ma/digmus/telemann_hg_index.html" target="_blank">digitalisierte Erstausgabe</a> empfohlen, welche von der <a href="http://www.kb.dk" target="_blank">Dänschen National Bibliothek</a> zur freien Verfügung bereit gestellt wird.</p>
<p>Für Bewohner aus Karlsruhe &#38; Hinterland besteht natürlich noch mehrmals die Gelegenheit, eine Kantate im Gottesdienst zu hören. Alle <a href="http://kirchennetz.info/musik/content03/detail.php?nr=1220&#38;rubric=Startseite&#38;" target="_blank">kommenden Termine </a>finden Sie unter <a href="www.kirchenmusik-karlsruhe.de" target="_blank">www.kirchenmusik-karlsruhe.de</a>.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wenn ein Titel nicht einlöst, was er verspricht]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/11/13/wenn-ein-titel-nicht-einlost-was-er-verspricht/</link>
<pubDate>Thu, 13 Nov 2008 01:52:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/11/13/wenn-ein-titel-nicht-einlost-was-er-verspricht/</guid>
<description><![CDATA[Wer auf uralte Sexpointen und schnelle Theaternummern steht, der/dem seien die Penis-Monologe empfoh]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>Wer auf uralte Sexpointen und schnelle Theaternummern steht, der/dem seien die <em>Penis-Monologe</em> empfohlen.</strong></p>
<p>In der Regel tut ein Kritiker nicht schlecht daran, seine LeserInnen über den Gegenstand der Kritik kurz zu informieren. Selten fiel Theiresias das so schwer wie heute. Es geht irgendwie ums ficken, dabei sind sowohl Heteros als auch Homos von der Partie, sprich der Quotenschwule und auch eine Quotentranse. Eine Story im eigentlichen Sinne ist nur schwer zu erkennen, was ja kein zwingendes Kriterium für gutes Theater sein muss.</p>
<p>Der Aufhänger des Stücks und sein dramatischer Rahmen ist die folgende Situation: Eine Wissenschaftlerin tritt auf und verkündet vermittels karikierender Grafiken dem Publikum, dass sowohl die Spermienquantität als auch -qualität nachgelassen habe, dies für die Menschheit bedrohlich sei und sich folglich der Mann an sich neu definieren müsse. Die räumliche Situation im Studio des Sandkorn-Theaters verleitet dazu, die Grenzen von Akteuren und ZuschauerInnen zu überwinden und weil es ja nicht etwa reicht, dass die Wissenschaftlerin mitten unter uns steht und uns als SeminarteilnehmerInnen begrüßt, sollen wir alle dreimal Penis sagen. Eine Performance, die gleich schief geht, was vielleicht auch daran liegt, dass in den zwei Minuten vorher bereits so viele Kalauer aus den Comedyshows der letzten zehn Jahre abgerufen wurden, man folglich erst mal überlegen möchte, ob man tatsächlich an diesem Stück teilnimmt und sich nicht doch besser aufs Zuschauen beschränkt. Was nun folgt, hat den Anspruch großes modernes Broadwaytheater zu sein. Da wechselt Bühnenspiel mit Puppenspiel, Videoeinspieler mit Gesangsnummern, in sämtlichen Permutationen. Da kommen alle Pimmel sämtlicher männlicher Figuren zu Wort und haben ihr eigenes Wesen. Der Wissenschaftsmetapher folgend werden vier Herren beobachtet, die unterschiedlicher und stereotyper nicht sein könnten. Ein prolliger und derber Trucker, ein zurückgezogener Programmierer, der romantische Intellektuelle und der schwule Lehrer. Sie und ihre Geschlechtsorgane sind Teil der live ablaufenden Studie und gleichzeitig Objekt der Belehrung. Immer wenn die Pimmel zu Wort kommen sollen, ziehen sich die Schauspieler das Oberteil dergestalt über den Kopf, dass durch die dann inwendig gestreckten Arme der Eindruck eines überdimensionalen Gliedes entsteht. Die Kleidung ist dem entsprechend auf der Rückseite ausstaffiert.<br />
Wann immer ein Wort, ein Bild oder eine Situation dazu verleitet, wird ein passendes Lied gesungen oder große Literatur zitiert. Die Musiken und Texte, auf die Autorin Nici Neiss zurückgreift, sind aber allesamt inzwischen so verbraucht, dass allein dadurch das Stück einen schrecklich altbackenen Touch bekommt. Da müssen Erich Kästners &#8220;Kerls&#8221;, die einst auf den Bäumen gehockt haben, herhalten, wenn es um männliche Imponierrituale geht, und Thomas Manns Passage vom kleinen Hanno Buddenbrook, der, derweil er minimalste Improvisation am Klavier betreibt, doch eigentlich nur onaniert, wird derart überspitzt vom quotenschwulen Lehrer vorgetragen, dass nun auch der letzte Vorstadtprovinzler verstanden haben dürfte, worum es hier geht. Natürlich muss danach noch darauf hingewiesen werden, dass Mann ja auch schwul gewesen sei.</p>
<p>Dieses ganze Stück ist überdreht, nie leise oder gemächlich, quasi dauererigiert. Es treibt sich dabei von einem Höhepunkt zum andern. Dramaturgisch wird hier alle zwei Minuten abgewichst.<br />
Dabei verliert es den Fokus auf formalästhetischer wie inhaltlicher Ebene. Dass man sich, wenn man den Penis zum Protagnisten eines Schauspiels macht, mit allgemeinen sexuellen Fragen auseinandersetzt, ist ja zu erwarten. Nici Neiss verliert sich aber in der 90er-Jahre-Ratgeberrhetorik à la &#8220;Warum Männer besser Auto fahren und Frauen nicht einparken können&#8221;. Der Penis ist nur höchst selten ureigener Gegenstand des Interesses, wenn etwa die Professorin erklärt, wie das männliche Organ funktioniert, es vermittels Medikamente und anderer Stimulantien erigiert werden kann und dazu überdrehte Utensilien (Staubsauger) und lustige Bildchen hervorzaubert. Ständig wechselt das Medium. Dabei versuchen sich die Agierenden daran, die vorproduzierten Videoeinspieler in die Handlung zu integrieren. Auf der einfachsten, nämlich rhythmischen, Ebene scheitert dies bereits. In einem Video wackelt irgend ein Stereotyp äußerst rhythmisch mit dem Kopf. Dazu wird eine der unzähligen und unhörbaren Musiknummern gegeben. Vielleicht wäre es sehr lustig, wenn der Mann auf dem Video jetzt im Takt mit dem Kopf wackelt, der schwule Lehrer (gleichzeitig Pianist) tut ihm diesen Gefallen aber nicht.</p>
<p>Es ließe sich noch viel zusammen reihen, aber da will Theiresias der dramaturgischen Gesamtheit der <em>Penis- Monologe</em> nicht auf den Leim gehen.<br />
Nur eines noch: Es gibt in diesem Stück nicht einen einzigen Monolog.</p>
<p><strong>Penis-Monologe </strong>von Nici Neiss<br />
mit Nici Neiss, Frank Landua, Gideon Rapp, Frank D. Sollmann und Markus Kapp<br />
<em>Regie:</em> Matthias Hermann<br />
am <a href="http://www.sandkorn-theater.de/" target="_blank">Sankorn-Theater</a> in Karlsruhe<br />
<em>Weitere Aufführungen u.a. am</em> 15.11., 03.12, 17.12 und 29.12.2008, jeweils um 20:15 Uhr</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ab in die Klangkiste - ARD Hörspieltage 2008]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/11/03/ab-in-die-klangkiste-ard-horspieltage-2008/</link>
<pubDate>Mon, 03 Nov 2008 22:47:50 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/11/03/ab-in-die-klangkiste-ard-horspieltage-2008/</guid>
<description><![CDATA[Nur, für den Fall, dass irgendwer Theiresias ab diesen Mittwoch suchen sollte: Ich verstecke mich ab]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Nur, für den Fall, dass irgendwer Theiresias ab diesen Mittwoch suchen sollte: Ich verstecke mich ab Mittwochabend wieder in dieser sympathischen Kiste.</p>
<p><a href="http://theiresiasweb.files.wordpress.com/2008/11/2008-10-04_zkm-karlsruhe_ausenaufnahme1.jpg"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-241" title="ZKM-Kubus" src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/11/2008-10-04_zkm-karlsruhe_ausenaufnahme1.jpg?w=450" alt="" width="450" height="337" /></a></p>
<p>Dabei schottet sich Theiresias vollkommen von der Außenwelt ab, was weniger eine Haltung denn ein Diktat der Architektur dieses Raumes ist. Der sogenannte Kubus des Zentrums für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (<a href="http://www.zkm.de" target="_blank">ZKM</a>) steht nämlich keinesfalls auf solidem Karlsruher Boden, sondern schwebt darüber. Wenig physischen und damit klanglichen Kontakt zur Außenwelt soll dieser Bau haben, erfuhr ich vor ein paar Jahren während einer Führung. Egal ob vor dem ZKM die Straßenbahnen vorbeirauschen oder ein Bauunternehmer vor der Tür ein Konzert für Presslufthammer und Vierzigtonner improvisiert, wer sich im Kubus befindet, wird das nicht mitbekommen. Der Raum selbst hat eine etwas befremdliche Akustik, die bewusst &#8211; um es trivial auszudrücken &#8211; trocken bzw. direkt gehalten ist. Durch die Benutzung von Vorhängen und  ominöser, an der Decke montierter Platten kann die akustische Tragweite jedoch geringfügig beeinflusst werden.<br />
Fassen wir zusammen: Ein akustisch abgeschotteter Raum, der dazu eine trockene bzw. direkte Klangcharakteristik aufweist; Wer hier abtaucht, muss also gewaltig einen an der Waffel haben. Weit gefehlt!<br />
Ich schrieb bislang noch nicht über die Inneneinrichtung. Und spätestens jetzt dürften Hifi-Fans neidisch werden. Ich sage nur: Über 40 Lautsprecher und jeder davon kann einzeln angesprochen und teilweise elektronisch gesteuert in die gewünschte Position verbracht werden. Damit wird klar, warum bei der Erbauung des Raums auf kontrollierbare akustische Rahmenbedingungen geachtet wurde. Wer für den sogenannten <em>Klangdom</em> komponiert, bekommt u. a. die Möglichkeit, ein Tonsignal gezielt an einem ganz bestimmten Ort im Raum zu positionieren. Weiter gedacht bedeutet dies, dass die räumliche Dimension konstitutiver Bestandteil einer Komposition bzw. einer Interpretation werden kann.</p>
<p>Im Rahmen der <a href="http://www.ard.de/radio/hoerspieltage/-/id=825872/3opui3/index.html" target="_blank">ARD Hörspieltage</a>, über die ich ja, wie mir gerade einfällt, ursprünglich schreiben wollte, gewährt das ZKM wieder Einblicke in diese faszinierende künstlerische, aber für mein Empfinden oft intuitiv nicht nachvollziehbare, Arbeit. Das Reinhören lohnt sich auf jeden Fall. Gelegenheit dazu besteht am Samstag, 08.11.2008 um 19:00 Uhr.</p>
<p>Doch es braucht gar nicht so viele Lautsprecher, um diesen Raum schätzen zu lernen. Das geht auch bei einem klassischen Kammerkonzert, bei dem große Räume mit charakteristischer Akustik oft hinderlich sein können. Es reichen ebenfalls lediglich zwei Lautsprecher, vor denen man in aufgestuhlten Reihen Platz nimmt und den Darbietungen der zum ARD-Hörspielpreis eingereichten Stücke lauscht. Nicht zu weit vorn nicht zu weit hinten und immer genau in der stereophonen Mitte, so lautet die Formel für das optimale Hörergebnis. Wobei ich nicht schlecht staunte als ich angesichts des Prelistening zum ARD-Radiotatort im vergangenen Jahr in einer der hinteren Ecken auf dem Fußboden platznahm. Auch hier noch ein betörendes Hörerlebnis, um das einen so manch bekennender Hifiast beneiden dürfte.</p>
<p>Auf die einzelnen Stücke werde ich in den kommenden Tagen an dieser Stelle noch eingehen. Es ist wieder alles dabei: Wunderbare Hörstücke, die fesseln, zum Staunen einladen oder gar Begeisterungsstürme hervorrufen, Stücke bei denen ich offen bekenne, sie nicht zu begreifen, Stücke die mir auf das Äußerste missfallen. Kurz und gut: Ein optimales Festivalprogramm! Anerkennend nehme ich auch zur Kenntnis, dass die Hörfunkanstalten die Stücke im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten bereits vor der Veranstaltung im Netz präsentieren. Dabei sind sie dieses Jahr besonders kreativ, indem sie Inhalte, die sie zum Download und OnDemand nicht anbieten dürften, einfach in repetierende Webchannels verfrachten. Das ist zwar für die HörerInnen etwas aufwendiger, mit dem <a href="http://www.screamer-radio.com/" target="_blank">ein</a> oder <a href="http://streamripper.sourceforge.net/">anderem</a> Hilfsmittel jedoch unproblematisch.</p>
<p>Nach der Vorführung eines Hörspiels während der Hörspieltage folgt eine kurze Jurydiskussion. Hier verließen in den vergangenen Jahren oft diverse Leute den Kubus, da einige Diskussionen selbst zu einem tragisch/komischen Fünfzehnminüter gerieten. So zum Beispiel, als man im vergangenen Jahr die Hörspielbearbeitung des Bestsellers Tannöd (von Andrea-Maria Schenkel) besprach. Dabei sei jeder Jury zugestanden, dass sie eine Einreichung aburteilt und für unwürdig befindet (wie damals geschehen). Wenn man aber versucht, analytisch vorzugehen und den Hörspieltext von der Romanvorlage abzugrenzen, dann ist es für Kenner lächerlich und für die Betroffenen ärgerlich, wenn einzelne Jurymitglieder virtuos ins Klo greifen. Behauptete doch dereinst tatsächlich eine Frau Doktor, u. a. Literaturkritikerin bei einer großen Süddeutschen Zeitung ihres Zeichens, es sei unklar, wer den Roman erzähle, ja der Erzähler trete nicht auf. Die Lektüre der ersten beiden Romanseiten hätte sie eines Besseren belehren können.</p>
<p>Aber zum Glück bleiben derartige Juryschnitzer inzwischen nicht mehr ungesühnt, denn ebenfalls nach jedem Hörspiel gibt es eine Diskussion mit den HörspielmacherInnen (Regie, Dramaturgie, Redaktion, AutorInnen etc.) auf dem Musikbalkon direkt vor dem Kubus. Hier darf sich jede und jeder beteiligen.<br />
Natürlich hatte im obigen Fall der Leiter der Hörspielabteilung des Norddeutschen Rundfunks, Norbert Schaeffer, eine undankbare Aufgabe. Um dem Verriss seiner Tannöd-Inszenierung zu widersprechen, musste er erst mal solides literaturwissenschaftliches Erstsemesterwissen populär aufbereiten. So konnte er einige der schlimmsten sachlichen Jurypatzer zumindest sachlich korrigieren.<br />
Ich nehme übrigens Wetten entgegen, an welchem Stück sich die Jury dieses Jahr &#8220;vergreift&#8221;. Wobei ich noch nicht weiß, wer ihr angehört.</p>
<p>Kein Geheimtipp ist inzwischen auch das Rahmenprogramm der Hörspieltage. Hierbei setzt man auf die großen Publikumsmagnete. Eine Radioshow mit Jochen Busse die Freitag, 08.11.2008 auf hr 2 und SWR 2 direkt übertragen wird gehören dazu, wie auch die &#8220;Wortoper&#8221; Rotkäppchen, die vom letztjährigen Büchnerpreisträger Martin Mosebach kreiert wurde.<br />
Theiresias wird sich nach der Preisverleihungsgala am Samstag sicherlich noch das Motion-Trio anhören, das laut <a href="http://www.ard.de/radio/hoerspiel-lesung/-/id=865154/property=download/nid=7968/tzia0z/Leporello.pdf" target="_blank">Leporello zur Veranstaltung</a> das Akkordeonspiel neu definiere.<br />
Wenn die Kräfte dann noch einigermaßen reichen, der Hörspieltag geht ja immerhin am Samstag um 11:00 Uhr los, entschwebt Theiresias nach diesem Konzert in die Radiotatort-Nacht. Hier gibt es zwei Prelistenings (Ausstrahlung im nächsten Jahr), die leider durch den schwachen Radiotatort des Hessischen Rundfunks aus diesem Jahr unterbrochen werden. Nun ja, der HR ist Gastgeber, was will man machen.</p>
<p>Vor allem nicht meckern, ist es doch durchaus nicht selbstverständlich, dass die Hörspieltage inzwischen zum dritten Mal in Folge im ZKM stattfinden. Mit Kubus und Medientheater hat das Zentrum allerdings auch einiges zu bieten.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Vegetarische Musik zum Erntedank]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/09/27/vegetarische-musik-zum-erntedank/</link>
<pubDate>Sat, 27 Sep 2008 20:25:50 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/09/27/vegetarische-musik-zum-erntedank/</guid>
<description><![CDATA[Sonntag, 05. Oktober 2008 um 10:00 Uhr in der Ev. Kirche Hohenwettersbach. Flyer &#8220;Vegetarische]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:center;"><img class="size-full wp-image-99 aligncenter" title="Songs of Praise" src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/09/songsofpraise_titel_untertitel_web450.png" alt="Momente der Musik im Gottesdienst" width="450" height="274" /></p>
<p><strong>Sonntag, 05. Oktober 2008</strong> um <strong>10:00 Uhr</strong> in der Ev. Kirche Hohenwettersbach.</p>
<p><a href="http://theiresiasweb.files.wordpress.com/2008/09/sop2_joplinrags_final.pdf">Flyer &#8220;Vegetarische Musik zum Erntedank&#8221; (PDF)</a></p>
<p><strong>Was heißt denn eigentlich vegetarische Musik? &#8211; Oder: Wie erklären sich die Titel der beiden Ragtimes?</strong></p>
<p>Um es kurz zu machen: Auf diese Fragen gibt es keine Antworten, aber wunderschöne Mythen umkreisen sie. So soll an einem heißen Sommernachmittag der Musikalienhändler John Stark auf der Suche nach einer Erfrischung in den stickigen <em>Maple Leaf Club</em> in Sedalia eingekehrt sein. Hier servierte man ihm nicht nur ein kühles Getränk, sondern erfrischte auch sein Gemüt mit einem Stück Klaviermusik. Begeistert redete Stark auf den jungen farbigen Pianisten ein, diese Musik müsse bekannter, also gedruckt, werden.</p>
<table border="0" width="300" align="right" bgcolor="#ffffc8">
<tbody>
<tr>
<td><img src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/09/box_info.png" alt="" width="50" height="50" align="right" /><strong>Kleine Wörter- und Stadtkunde</strong></p>
<ul>
<li>maple (engl.) &#8211; Ahorn</li>
<li><em>leaf (engl.)</em> &#8211; Blatt</li>
<li><em>pineapple (engl.)</em> – Ananas</li>
<li><em>root beer (engl.)</em> Wurzelbier, alkoholfreies Erfrischungsgetränk</li>
<li><em>Sedalia</em>, Stadt in Missouri, USA</li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Doch sind die äußeren Umstände dieser Legende höchst fragwürdig. Existierte der Maple Leaf Club überhaupt schon und wenn ja, warum hatte er Nachmittags geöffnet? Gesichert ist nur, dass Stark 1998 oder 99 den <em>Maple Leaf Rag</em> veröffentlichte und an dessen Komponisten, Scott Joplin, 1 Cent pro Kopie und Extratantiemen für jede neue Auflage zahlte. Gesichert ist auch, dass Joplin über Jahre im <em>Maple Leaf Club</em> Klavier spielte. Ob der Club damit aber auch zum Namensgeber für das berühmteste Stück der amerikanischen Klavierliteratur wurde, ist zu bezweifeln.</p>
<p>Und weil sei so schön ist, sei in der Webedition dieses Textes noch eine zweite Legende um die Publikation des berühmten Ragtimes genannt. Diesmal begegnen sich Joplin und Stark nicht im <em>Maple Leaf Club</em>. Ort der Handlung ist diesmal Starks Büro. Anwesend Starks Sohn, der sich folgendermaßen zu erinnern vorgibt:</p>
<blockquote><p>Als Scott das erste Mal den Maple Leaf für Herrn Stark spielte, schüttelte dieser den Kopf und sagte: &#8220;Zu schwierig. Keiner wird das Stück spielen können.&#8221; Joplin antwortete: &#8220;Wenn ich jetzt sofort auf der Straße vor ihrer Haustür jemanden finde, der ihn spielen kann, würden sie ihn dann veröffentlichen?&#8221; Das würde er, entgegnete Stark. Scott lief raus und kam mit einem kleinen Negerjungen, der vielleicht 14 Jahre alt war oder so, zurück. Der Kleine setzte sich ans Klavier und spielte den Maple Leaf, gerad vom Blatt, ohne jeden Makel. Stark haute sich auf die Schenkel und rief: &#8220;Ich werde das Stück herausbringen.&#8221; Was er zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: Der Junge konnte nicht einmal Noten lesen. Scott hatte ihn aus Kansas City mitgebracht und in Monate lang unterrichtet und in die Komplexität des Stückes eingewiesen.</p></blockquote>
<p>(Zitiert nach Edward A. Berlin: The King of Ragtime. Scott Joplin and His Era, New York und Oxford 1994.)</p>
<p>Auch diese humoreske Episode hat gewaltige Schönheitsfehler. Was motivierte Joplin dazu, einen Jungen Monate Lang zu unterrichten, in von Kansas nach Sedalia zu bringen, um ihn dann ein neues Stück bei einem ihm gänzlich unbekannten Mann vorspielen zu lassen, der Musikalienhändler, aber bis dato kein Verleger war.<br />
Abschließend wird sich die Frage, wie Komponist und Verleger zusammenkamen, wohl nicht klären lassen.</p>
<p>Doch zurück zum Titel. Woher kommt dieser denn nun?</p>
<p>Vermutlich verdanken sowohl der Club wie auch das Musikstück ihren Namen dem gleichen Umstand: In Sedalia waren zu dieser Zeit Ahornbäume allgegenwärtig. Warum nicht einen Nachtclub und eine Komposition nach ihren Blättern benennen?</p>
<div id="attachment_178" class="wp-caption alignleft" style="width: 360px"><a href="http://ucblibraries.colorado.edu/cgi-bin/sheetmusic.pl?RagPineApple&#38;Rag&#38;1"><img class="size-full wp-image-178" title="Titelblatt der Erstausgabe des Pine Apple Rags" src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/09/ragpineapple_web01.png" alt="Titelblatt der Erstausgabe des Pine Apple Rags" width="350" height="459" /></a><p class="wp-caption-text">Titelblatt der Erstausgabe des Pine Apple Rags</p></div>
<p><strong>Pine Apple Rag</strong></p>
<p>Im Falle des <em>Pine Apple Rags</em> ist die Titelfrage nicht so kompliziert. Das Deckblatt der Erstausgabe lässt keinen Zweifel offen: Dieses Stück ist eine Hommage an die Frucht. Immer wieder neigen Komponisten dazu, ihren Werken Titel zu geben, die eine erfrischende Frucht oder gar ein Erfrischungsgetränk beinhalten. Letztes Jahr spielte ich zum Erntedank auf dem Klavier den <em>Root Beer Rag</em> von Billy Joel. Und auch dieses Werk weist sich explizit als Ragtime aus. Wodurch wirken Ragtimes aber so erfrischend oder aufheiternd?</p>
<table border="0" width="300" align="left" bgcolor="#ffffc8">
<tbody>
<tr>
<td><img src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/09/box_info.png" alt="" width="50" height="50" align="right" /><strong>&#8220;The King of Ragtime Writers&#8221;</strong></p>
<p>Solche Titel werden einem Komponisten oft durch Freunde oder Verehrer(innen) gegeben. Darauf wartete Joplin nicht. Ganz bescheiden nannte er sich selbst &#8220;König der Ragtime-Komponisten&#8221; und druckte dies auf die Titelblätter seiner Kompositionen (s.o.).</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Der Ragtime</strong></p>
<p>Eine Melodie „raggen“ bedeutet, ihren Rhythmus zu verändern. Aus einem Viervierteltakt wird ein Walzer oder umgekehrt. Dies ist aber nur die einfachste Variante. Viel interessanter ist es, die musikalischen Schwerpunkte zu verschieben. In jeder Taktart werden bestimmte Zählzeiten betont. So klatscht die/der Durchschnittsdeutsche zu einer Melodie im Viervierteltakt immer auf die erste und die dritte Zählzeit. Hier liegen die mitteleuropäisch traditionellen Schwerpunkte dieses Taktes. Und genau an dieser Schraube drehten die Erfinder des Ragtimes. Auf einmal kam die Betonung knapp zu spät oder sogar knapp zu früh. Um diese Abweichung von der Norm hervorzuheben, legten die Komponisten jedoch Wert darauf, dass jedem Werk ein ganz einfacher – also den Zuhörerinnen und Zuhörern bekannter – Rhythmus zugrunde liegt. Somit trat vor dem Hintergrund der alten europäischen Musiktradition der damals neue und fremde Rhythmus besonders hervor. In der Musik vereinten sich am Ende des 19. Jahrhunderts damit zwei Kulturkreise, die sich manchmal auch im heutigen Amerika noch mit Misstrauen und Abscheu beäugen. Diese Kulturleistung war zweifelsohne das Verdienst der afroamerikanischen Ragtime-Musiker. Das ist nicht ganz unbedeutend wenn man berücksichtigt, dass der Ragtime von den Amerikanern als erste <em>eigene</em> Musikgattung betrachtet wurde. Bis dahin erklang in der &#8220;Neuen Welt&#8221; nur Musik aus dem &#8220;alten Europa&#8221;. Was sollte auch anderes an einem Ort erklingen an dem sich lauter europäische Auswanderer tummelten. Das Kulturell Neue entstand aus der Unterdrückung. Ohne die afrikanischen Rhythmen ist der Ragtime der ganze Jazz, Rock und Pop etc. etc. nicht denkbar.</p>
<p><strong>Ragtime mit Hand und Fuß</strong></p>
<p>Heute halten viele sicherlich das Klavier für „das klassische Ragtimeinstrument“. Dies liegt schlicht und ergreifend daran, dass diese Musik inzwischen fast ausschließlich auf dem Klavier gespielt wird. In den Anfangszeiten wurde sie aber vor allem durch Bands und kleinere Orchester vorgetragen, da sie vorwiegend in Tanzlokalen o. ä. erklang.<br />
Getreu dem Motto „Meine Orgel sie ist ein Orchester“ des französischen Romantikers Charles Marie Widor (1844 – 1937) bewegen wir uns also sogar ein wenig back to the roots, wenn zum Erntedank zwei der bedeutendsten Ragtimes auf der Orgel erklingen.</p>
<table border="0" width="300" align="right" bgcolor="#ffffc8">
<tbody>
<tr>
<td><img src="http://theiresiasweb.files.wordpress.com/2008/09/box_tontraeger.png?w=50&#038;h=50" alt="" width="50" height="50" align="right" /><strong>Tonträgerempfehlung</strong></p>
<p>Wer die beiden Ragtimes einmal im Original auf dem Klavier hören und weitere kennen lernen möchte, dem empfehle ich folgende charmante und mitreißende Interpretation:</p>
<p><em>Scott Joplin: Piano Rags<br />
Alexander Peskanov, Klavier<br />
erschienen bei NAXOS</em></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Außerdem bietet die Orgel den Vortragenden einen entscheidenden Vorteil: Die Basstöne können mit den Füßen gespielt werden. Dem Pianisten ist solches Glück nicht vergönnt. Er muss die waghalsigsten Sprünge in teilweise rasanten Tempi mit der linken Hand vollführen. Nicht zu vergessen, dass die rechte Hand dabei. rhythmisch gewissermaßen gegen den Strom schwimmt. Dieses Problem bleibt dem Organisten erhalten. Daher ist es tatsächlich wichtig, dass sich meine rechte Hand nicht darum kümmert, was die linke Hand und die Füße machen.</p>
<table border="0" width="300" align="center" bgcolor="#ffffc8">
<tbody>
<tr>
<td><img src="http://theiresiasweb.files.wordpress.com/2008/09/box_internet.png?w=50&#038;h=50" alt="" width="50" height="50" align="right" /><strong>Weitere Materialien zum Ragtime und Joplin im Netz</strong></p>
<ul>
<li>Im <a href="http://cnx.org" target="_blank">Connexions-Projekt</a>, einem freien Internetportal für Lehrmaterialien finden sich zwei knappe doch prägnante Kurse zum Thema <a href="http://cnx.org/content/m10878/latest/" target="_self">Ragtime</a> und <a href="http://cnx.org/content/m10878/latest/" target="_blank">zur Person Joplins</a>, deren Lektüre ich nur empfehlen kann. Leider liegen sie nur in englischer Sprache vor. Vielleicht fühlt sich ja jemand zur Übersetzung berufen.</li>
<li>Für diejenigen, die Klavier spielen und denen es jetzt in den Fingern juckt: Einige der Ragtimes Joplins, auf deren Erstausgaben inzwischen kein Copyright mehr liegt, können in hervorragender Edition aus dem <a href="http://www.mutopiaproject.org/" target="_blank">Mutopia-Projekt</a> geladen werden. Der Pine Apple Rag ist momentan leider noch nicht verfügbar.</li>
</ul>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Supermarkt des Grauens]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/09/24/supermarkt-des-grauens/</link>
<pubDate>Wed, 24 Sep 2008 08:01:53 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/09/24/supermarkt-des-grauens/</guid>
<description><![CDATA[Als ökologisch und ökonomisch und überhaupt bewusster Konsument kauft Theiresias nicht nur in einem ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Als ökologisch und ökonomisch und überhaupt bewusster Konsument kauft Theiresias nicht nur in einem Supermarkt, sondern nimmt bestimmte Produkte in ganz bestimmten Häusern ab. Äpfel, Kartoffeln, Zwiebeln, Eier Wein und jungen Wein kauft Theiresias derzeit beim Pfälzer seines Vertrauens Nr. 2. Der Pfälzer seines Vertrauens Nr. 1 ist Wirt und Koch der Gaststätte Giebelstuben, in der Theiresias gerne nach getaner Arbeit und einem kleinen Abendspatziergang so gegen 10 auf ein Gläschen neuen Wein oder einen Giebelsalat einkehrt.<br />
Gestern brauchte Theiresias u. a. Cornflakes, Klopapier, Ketchup und Müllbeutel, was ihn dazu bewog, den REWE-Markt an der Neuen Messe in Rheinstetten aufzusuchen. Die Warenkette wird hier bewusst genannt und sehr bald wird sich herausstellen, dass dies keine Werbung wird.<br />
Den Beileidsprügel teilte Theiresias wie immer in der Mitte und hängte ihn lässig über den Griff des Einkaufswagens. Alsdann schob er schwungvoll in die Konsumhalle und bog wie gewohnt rechts ab. Nach einigen Momenten begriff er, dass irgend etwas falsch war. Ihm gegenüber stand eine Schlange von Leuten und als er den Blick scharf nach rechts wandte erspähte das linke Auge das verdutzte Gesicht einer Kassiererin. Offensichtlich hatte man den kompletten Markt umorganisiert.<br />
Theiresias zog rückwärts ab, wendete ob des großen Publikums gekonnt über Backbord und landete nun in der Gemüseabteilung. Also alles wie früher. Ein Trugschluss. Denn was hätte es auch für einen Sinn, einen Supermarkt komplett zu spiegeln, es sei denn irgendwelche hirnverbrannten Feng-Shui-BeraterInnen hätten ihre esoterischen Schmutzfinger im Spiel.<br />
Wo steht das Toastbrot? Wieso liegt das Toilettenpapier vor dem Wein? Warum liegen die Cornflakes und Müsliprodukte in zwei Regalen, die durch einen quer verlaufenden Gang getrennt werden?<br />
Diese Fragen kamen Theiresias nicht leicht ins Hirn. Um sie zu stellen, bedurfte es weitreichender Recherche- und Erkundungstätigkeiten. Erschwert wurde das Ganze dann immer durch dieses unangenehme Supermarkt-Werbegequatsche. Und so fragte sich Theiresias nun auch noch die ganze Zeit, ob die Dame, die da jetzt den REWE-Slogan spricht tatsächlich Kathrin Bauerfeind, Ex-Ehrensenfmoderatorin und ARD-Vertretungsmoderatorin, ist. Irgendwann ging sie mir, wie schon damals bei Ehrensenf, mit ihrem dusseligen Gequatsche auf die Nerven und ich beschloss, sie sei es, nur um ein Feindbild zu haben. Denn den Verantwortlichen für die Neuorganisation des Supermarktes hatte ich schon lauthals des Landes, nein der EU verwiesen. Dies wiederum führte dazu, dass ich mich fragte, was denn nun sei, wenn er gar nicht aus der EU wäre. Und warum überhaupt er? Traute ich Frauen ein solch geplantes Chaos nicht zu? Und ist solch eine Annahme frauenfeindlich oder freundlich. Nachdem ich das Areal ungefähr sieben mal durchkreuzt hatte, begab ich mich laut &#8220;Bloß raus hier!&#8221; rufend zur Kasse. Nahm noch zur Kenntnis, das die Gefriertruhen jetzt kurz vor der Kasse stehen und zahlte nun noch die mühsam erworbenen Konsumgüter. Und dann auch noch das: Den Platz zum Einpacken haben sie verkleinert, um so einen dusseligen Pfandflaschenautomaten aufzustellen.<br />
Und da kam mir eine Folge des Podcasts <a href="http://www.merkst.de/podcast.htm" target="_blank">Stefans Welt</a> ins Hirn gekrochen in der über einen barrierefreien REWE-Supermarkt berichtet wurde.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Momente der Musik im Gottesdienst]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/09/16/momente-der-musik-im-gottesdienst/</link>
<pubDate>Tue, 16 Sep 2008 18:45:08 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/09/16/momente-der-musik-im-gottesdienst/</guid>
<description><![CDATA[Unter dem Titel Songs of Praise. Momente der Musik im Gottesdienst werde ich künftig in der Ev. Kirc]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Unter dem <em>Titel Songs of Praise. Momente der Musik im Gottesdienst</em> werde ich künftig in der <a href="http://www.kirchennetz.info/hoberg/home/index.php?rubric=Aktuelles" target="_blank">Ev. Kirchengemeinde Hohenwettersbach/Bergwald</a> in unregelmäßigen Abständen „besondere Musikhäppchen“ anbieten.</p>
<p style="text-align:center;"><img class="size-full wp-image-99 aligncenter" title="Songs of Praise" src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/09/songsofpraise_titel_untertitel_web450.png" alt="Momente der Musik im gottesdienst" width="450" height="274" /></p>
<p><strong>Was macht nun aber Musik besonders?</strong><br />
Dies kann sowohl ihr Bekanntheits- wie auch Unbekanntheitsgrad sein. Ferner wird Anfang Oktober Musik erklingen, die man vielleicht nicht in einem Gottesdienst erwartet. Unter dem Titel <em>Vegetarische Musik zum Erntedank</em> werden Ragtimes von Scott Joplin zu Gehör kommen, die auf der Orgel eigentlich überhaupt nichts zu suchen haben.<br />
Dabei soll die Musik den üblichen liturgischen Raum einnehmen: Vorspiel und Nachspiel oder Einleitungen zu Chorälen. Nur sehr selten wird eine Ausnahme diese Regel bestätigen, wenn beispielsweise am 15. Februar 2009 Schülerinnen und Schüler des <a href="http://www.karlsruhe.de/kultur/musiktheater/musik/konservatorium" target="_blank">Badischen Konservatoriums</a> die Telemann-Kantate <em>Was ist mir doch das Rühmen nütze?</em> musizieren werden.</p>
<p>Mit kleinen Faltblättern und den Ausführungen auf meiner Internetseite möchte ich gewissermaßen etwas Salz in die musikalische Suppe streuen, um so dem Gehörten die letzte Würze zu geben und den Appetit anzuregen.</p>
<p>Der Titel <em>Songs of Praise</em> (Lieder des Lobes) ist keineswegs mein Lieblingsanglizismus. Er verweist auf eine äußerst populäre <a href="http://www.bbc.co.uk/religion/programmes/songsofpraise/features/history/" target="_blank">Musikreihe im britischen Fernsehen</a>. Seit den 1960er Jahren treten hier wöchentlich Leihenmusikerinnen und -musiker wie auch Profis auf, die ihre liebsten geistlichen Werke zu Gehör bringen. Wie jede erfolgreiche Fernsehserie brauchten auch die <em>Songs of Praise eine</em> charakteristische Titelmusik. Sie wurde vom britischen Komponisten Robert Prizeman (*1952) verfasst und wurde wiederum so berühmt, dass Prizeman ausgehend von dem Orchesterstück eine Toccata for Organ erarbeitete. Diese wird während der Gottesdienstes in Hohenwettersbach nie erklingen, da sie of der kleinen Oberlinger-Orgel nicht gespielt werden kann. Sie wäre aber eine prima Titelmusik für ein Abschlusskonzert – quasi der ersten Staffel – in einem der umliegenden Bergdörfer, in deren Kirchen gar wunderschöne moderne und historische Orgeln zu hören sind.</p>
<p>Die jeweils nächste Ausgabe wird spätestens eine Woche vor Beginn im Gottesdienst abgekündigt. Zu diesem Zeitpunkt liegen auch die Faltblätter aus, die nebst zusätzlichen Informationen auch über diese Seite abgerufen werden können. Die Gottesdienste in Hohenwettersbach beginnen jeweils um 10:00 Uhr. Eine abweichende Zeit wird hier ggf. bekannt gegeben.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wahrnehmungsprobleme?]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/04/05/56/</link>
<pubDate>Sat, 05 Apr 2008 15:44:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/04/05/56/</guid>
<description><![CDATA[Solch ein Schild findet Theiresias angesichts der momentanen Untriebe in der Welt der Banken mutig u]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:center;"><a href="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/04/lbank.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-55" src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/04/lbank_klein.jpg" alt="" width="450" height="338" /></a></p>
<p>Solch ein Schild findet Theiresias angesichts der momentanen Untriebe in der Welt der Banken mutig und realitätsfern.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Große romantische Fantasie und Fuge über „Das schönste Land in Deutschlands Gauen“]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/03/11/grose-romantische-fantasie-und-fuge-uber-%e2%80%9edas-schonste-land-in-deutschlands-gauen%e2%80%9c/</link>
<pubDate>Tue, 11 Mar 2008 01:15:13 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
<guid>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/03/11/grose-romantische-fantasie-und-fuge-uber-%e2%80%9edas-schonste-land-in-deutschlands-gauen%e2%80%9c/</guid>
<description><![CDATA[Wo auch immer dies liegen mag. Wie angekündigt, reichte ich Wolfgang Seifen das Badener Lied zur Imp]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Wo auch immer dies liegen mag. Wie angekündigt, reichte ich Wolfgang Seifen das <i>Badener Lied</i> zur Improvisation während seines Konzertes am 08. März in der Stadtkirche Durlach ein. Erst im Zuge dieser Besprechung stellte ich während der Lektüre im <a TARGET="blank" HREF="http://www.liederlexikon.de">Historisch kritischen Liederlexikon</a> fest, dass meine Einreichung keinesfalls korrekt war, denn das <a HREF="http://www.liederlexikon.de/lieder/das_schoenste_land_in_deutschlands_gauen/">Badener Lied ist nicht nur ein Badener Lied</a>. Es ist auch ein Sachsen, Bayern, Pfälzer, Schwaben Lied. Aktuell findet  es allerdings nur noch in Baden Verwendung. Was zu bedauern ist, denn der poetisch am schönsten gearbeitet Text ist die sächsische Urversion. Bayern und Baden brachten dann nur noch diverse Verschlimmbesserungen. Denn abartigsten literarischen Hirnerguss leisteten sich 1951 ein oder einige Badener, der oder die sehr wohl wissen, warum sie anonym bleiben. Lieferten sie doch eine reaktionäre, demokratiefeindliche und antisemitische Textvariante ab. „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das Kroch.“ (Bertolt Brecht).<br />
Wie gut, dass angesichts dieses Negativbefundes, das Lied und auch die Melodie eine soweite über die Grenzen der damaligen Kleinstaaten hinweggehende Tradition hat.</p>
<p>Dieser ewig anonymen Melodie setzte Seifen in seinem Konzert mit einer großen Fantasie im romantischen Stil und einer ebenfalls romantischen Fuge ein Denkmal. Spannend und mitreißend, die harmonischen Grenzen des Volksliedsatzes befolgend, doch häufiger sprengend, entrang der „Tastenhengst“ (Heinz Erhard) der gering versammelten Zuhörerschaft ein erstauntes Raunen nach dem anderen. Dabei forderte er die Zuhörer heraus, indem er ihnen das ganze Thema erst mal rund fünf Minuten vorenthielt und immer nur den Liedanfang bearbeitete. Wie eine Erlösung dann das erste Trio mit der Melodie vom Anfang bis zum Schluss. Danach kein Halten mehr: Akustisch, harmonisch, dynamisch, spieltechnisch &#8230; trieb der Organist dieses Thema durch alle Stimmen und viele Register in vielfältigen Variationen an die diversen musikalischen Grenzen. Widmete er sich zu beginn der Fantasie ausgiebig der ersten Zeile der Melodie, wurde der Schluss der Melodie in Form des Anfang des Refrains in der Fuge gewürdigt. Allerdings nicht ganz im Original. Aus Dur wurde Moll und das Thema der Fuge war geboren.</p>
<p>Auch wenn die Fantasie einen Großteil des Konzertes beanspruchte, erklangen natürlich noch andere Stile und Themen. Seifen eröffnete seine Darbietungen mit einer barocken französischen Suite über den Choral <i>Wir danken dir Herr Jesu Christ</i> und bearbeitete hiernach verschiedene Choräle in filigranen und graziösen Barockimprovisationen.<br />
Zum Schluss intonierte er eine große romantische Orgelsymphonie französischer Bauart über Themen wie Bachs <i>Toccata und Fuge d-Moll</i>, Mozarts <i>Kleine Nachtmusik</i> und <i>Der Mond ist aufgegangen</i>. Dieses Thema griff er auch in seiner Zugabe auf, umspielte es mit zwei kunstvoll gearbeiteten Stimmen, behielt diesen Stil bei und entließ sein begeistertes Publikum mit dem Abendlied <i>Ade nun zur guten Nacht</i>.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Drauflos gespielt]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/03/06/drauflos-gespielt/</link>
<pubDate>Thu, 06 Mar 2008 22:03:58 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wolfgang Seifen improvisiert an der Stumm/Goll-Orgel der Stadtkirche Durlach Die Improvisation ist e]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><b>Wolfgang Seifen improvisiert an der Stumm/Goll-Orgel der Stadtkirche Durlach</b></p>
<p style="margin-bottom:0;"> Die Improvisation ist eine musikalische Tugend. Doch wer ist heute schon tugendhaft? Zumal das freie Fantasieren über ein vorgegebenes Thema nicht gerade trivial ist. Je sicherer eine Musikerin bzw. ein Musiker das Instrument beherrscht, je vertrauter sie oder er mit Stilen und Formen der Musik ist, desto erfolgversprechender ist das ganze Unternehmen.<br />
Doch technische und stilistische Brillanz sind keine Garanten für meisterhafte Improvisation. Das Ausschließliche Spiel notierter Musik kann letztendlich sogar dazu führen, dass Musikerinnen und Musiker fantasielos werden. Musikpedaginnen und -pedagogen beklagen daher auch die Herangehensweise des heutigen Instrumentalunterrichts. Hier gewöhne man vor allem Kindern etwas ab, worüber sie eigentlich verfügen: Die Gabe der Fantasie und des „Drauflosspielens“. Später müsse der erwachsene diese Fertigkeit mühsam wiedererwerben.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Seit jeher ist die Orgel ein Instrument, das zum Improvisieren gerade zu einläd. Dank der vielen Klangfarben und großer dynamischer Spektren – vor allem der mittleren bis großen Instrumente – sind dem Musiker hier sehr weite Grenzen gesetzt. Dazu muss die Organistin bzw. der Organist sehr genau wissen, was für ein Instrument sie oder er unter den Fingern hat.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="center"><a href="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/03/seifen_gewandhaus_leipzig.jpg" target="_blank"><img src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/03/seifen_gewandhaus_leipzig_vorschau.jpg" alt="Wolfgang Seifen an der Schuke-Orgel des Gewandhauses Leipzig" height="338" width="450" /></a></p>
<p style="margin-bottom:0;">Davon kann man bei Wolfgang Seifen sicherlich ausgehen. Er ist nicht nur langjähriger Organist, der weltweit konzertierte, zudem unterrichtet er die Kunst der Improvisation auch noch an der Universität der Künste in Berlin. Über sein weiteres Schaffen informiere sich die geneigte Leserin im <a href="http://www.wolfgangseifen.de/cv.htm">Lebenslauf</a> des Organ-Allrounders.<br />
Am kommenden Samstag hat Seifen die <a href="http://www.durlacher-kantorei.de/orgel.html" target="_blank">Stumm/Goll-Orgel</a> der Durlacher Stadtkirche unter den Fingern, ein für seine Verhältnisse sicherlich sehr kleines Instrument, aber weiterhin mein Lieblingsinstrument im Kirchenkreis Karlsruhe. Wie bei solchen Konzerten üblich, liegt die Programmgestaltung beim Publikum. Alle Besucherinnen und Besucher können vor dem Konzert Vorschläge einreichen, mit denen sich Seifen improvisatorisch auseinandersetzen soll.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Hier mein Vorschlag: Das „Bad&#8217;ner-Lied“, Stil: Marsch und Fuge</p>
<p style="margin-bottom:0;">Konzerttermin: <b>Samstag, 08. März um 20:00 Uhr</b><br />
Ort: <b>Stadtkirche Durlach</b></p>
<p style="margin-bottom:0;">&#160;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Streik]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/03/05/streik/</link>
<pubDate>Wed, 05 Mar 2008 18:19:42 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
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<description><![CDATA[Morgen kann ich endlich mal wieder ausschlafen. Denn meine täglichen Geschäfte, die mich derzeit in ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="margin-bottom:0;">Morgen kann ich endlich mal wieder ausschlafen. Denn meine täglichen Geschäfte, die mich derzeit in die Bibliothek führen, müssen ruhen. Auch die diversen Orgelbänke sind für mich unerreichbar. Man bestreikt in Karlsruhe und Umgebung das Straßenbahnnetz. Nicht etwa fünf Stunden oder so. Nein, was die Badener machen, das machen sie richtig: 24 Stunden läuft gar nichts mehr.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Für Ortsansässige gibt es <a href="http://www.kvv.de/kvv/aktuelles/426_2008_03_05.php?navid=2" target="_blank">hier</a> weitere Informationen.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Schönen Urlaub wünscht</p>
<p style="margin-bottom:0;">Theiresias</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Einladung]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/03/01/einladung/</link>
<pubDate>Sat, 01 Mar 2008 01:39:12 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
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<description><![CDATA[Happy Birthday, werte Prinzessin, heißt es morgen in der Kirche „Zum Guten Hirten“ in Karlsruhe Rint]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="margin-bottom:0;">Happy Birthday, werte Prinzessin, heißt es morgen in der Kirche „Zum Guten Hirten“ in Karlsruhe Rintheim. Keine Angst ich lebe hier jetzt keine reaktionären Wirrungen aller Martin Mosebach aus und fordere die Rückkehr zu alten liturgischen Formen und die Wiederauferstehung des Adels. Ich rede von keinem politischen, sondern von musikalischem Adel. Die Königin der Instrumente ist die Orgel, weil sie mit ihren vielen Registern und Spielmöglichkeiten ein Klangspektrum erstrahlen lässt, dass kaum ein anderes Instrument in dieser Vielfalt bietet.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Doch wieso schreibe ich von einer Prinzessin? Ja darf man denn angesichts eines zweiten Geburtstag überhaupt schon von einer Königin reden?</p>
<p style="margin-bottom:0;">Und überhaupt, das von der Firma <a href="http://www.orgelbau-vier.de" target="_blank">Vier</a> im Jahr 2006 erbaute Instrument in Rintheim ist eher klein und bescheiden, erzielt in diesem Kirchenraum aber eine große Wirkung.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Das behaupte ich nicht nur, sondern möchte zusammen mit zwei Kolleginnen und einem Kollegen <b>morgen (02. März 2008) um 18:00 Uhr</b> den Beweis antreten.</p>
<p style="margin-bottom:0;">In einer kleinen Abendmusik stellen wir die Möglichkeiten des Instrumentes vor. Dabei wird es sowohl solistisch mit barocker und romantischer Orgelmusik, als auch als Begleitinstrument für Flöte und Singkreis zu hören sein.</p>
<p style="margin-bottom:0;">&#160;</p>
<div style="text-align:center;"><img src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/03/orgrinth1_klein.jpg" alt="Vier-Orgel in Rintheim" /></div>
<p style="margin-bottom:0;">Ich werde kleine romantische Kompositionen von Edward Elgar spielen, die in der Bundesrepublik nahezu unbekannt sein dürften. Unter dem Titel „Vesper Voluntaries“ legte Elgar neun kleine Musiken für die Abendmesse vor, von denen ich sieben spielen werde. Im Stil sind sie höchst unterschiedlich. Eine große breite romantische Introduktion, kleine Humoresken, leicht dahin säuselnde Motive und ruppige Bässe, nicht zu vergessen die im Sechsachteltakt dahin schwelgende Schlussnummer. Das interessante an den Stücken ist, dass sie<i> u.a auch</i> für kleinere Instrumente geschrieben wurden. Elgar machte gewissermaßen aus der Not eine Tugend. Er selber verfügte über ein relativ kleines Instrument, was ihn letztendlich dazu brachte, das Orgelspiel aufzugeben. Die Vesper Voluntaries schrieb er daher so, dass sie sowohl auf kleinen Instrumenten (sogar mit einem Manual und ohne Pedal!), als auch auf großen Instrumenten vorgetragen werden können. Bis heute ist mir keine derart raffinierte Notation unter die Augen gekommen (was in diesem Fall nicht an meinen Augen liegen dürfte). Für den Organisten bieten die Stücke aber auch viele Freiräume. Welche der „Vorschläge“ Elgars übernehme ich? Welche Motive arbeite ich an welcher Stelle durch Verlagerung auf das zweite Manual besonders heraus? Das sind nur einige der Fragen, die die Komposition mit sich bringt. Mein erster Vorschlag am Sonntagabend. <i>Zu dieser Abendmusik möchte ich Sie, werte Leserinnen und Leser, die Sie in Karlsruhe oder Umgebung wohnen, recht herzlich einladen. Der Eintritt ist übrigens frei. Die Kirche „Zum Guten Hirten“ finden Sie in der Rintheimer Hauptstraße.</i></p>
<p style="margin-bottom:0;">Wer die Vesper Voluntaries gerne in Gänze hören möchte, der sei auf den Gründonnerstag verwiesen. An diesem werde ich alle neun Stücke während des Gottesdienstes an „meiner“ Orgel in Hohenwettersbach spielen. Dieses Instrument ist einmanualig, ich habe mir aber schon einiges überlegt, um Elgars Kompositionen interessant klingen zu lassen. Denn wozu hat der Mensch zwei Füße. Weiteres zu diesem Abendgottesdienst folgt in der Karwoche &#8230;</p>
<p style="margin-bottom:0;">&#160;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[„Heiter bis Rauschend“]]></title>
<link>http://theiresiasweb.wordpress.de/2008/02/06/%e2%80%9eheiter-bis-rauschend%e2%80%9c/</link>
<pubDate>Wed, 06 Feb 2008 15:36:20 +0000</pubDate>
<dc:creator>theiresias</dc:creator>
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<description><![CDATA[Erwachsenenorgelpe[ä]dagogik vom Feinsten in der Stadtkirche Durlach &nbsp; In einem kleinen Schauka]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><b>Erwachsenenorgelpe[ä]dagogik vom Feinsten in der Stadtkirche Durlach</b></p>
<p style="margin-bottom:0;">&#160;</p>
<p style="margin-bottom:0;"><i>In einem kleinen Schaukasten nahe der Kirchentür steht gut lesbar das Thema der Predigt des kommenden Sonntags angeschlagen: „Was ist die Hölle?“ Mit Kreide hat ein Unbekannter darunter geschrieben: „Komm und höre unseren Organisten!“</i></p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">Die Wahrnehmung der Kunst des Orgelspielens ist wahrlich nicht gerade die beste. Der regelmäßige Kirchgänger hadert ebenso regelmäßig mit der emsigen nebenamtlichen Organistin bzw. dem Organisten, weil sie zu laut, zu leise, zu schnell zu langsam und überhaupt falsch spielt, die Konfis finden Choräle generell zum Abgewöhnen, und berücksichtigt man den schlechten Zustand mancher Instrumente, möchte man sogar zustimmen. Wie kam Mozart dazu von der „Königin der Instrumente“ in einem Brief an seinen Vater zu schreiben?</p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">Orgelmusik kann auch pure Freude, gar Schabernack, sein. Sie bietet mehr als dahinkriechende Fugen oder schrille, weil falsch registrierte, Choralbegleitungen. Eine Toccata kann ganz humoresk, quasi zum Schmunzeln sein und der Tango ist der Orgel so wenig fremd, wie die Musik Bachs dem Akkordeon. All dies und vieles mehr bewies am 02. Februar <a href="http://www.durlacher-kantorei.de/kantor.html" target="_blank" title="Lebenslauf Johannes Blomenkamp">Johannes Blomenkamp</a>, Kantor an der Stadtkirche Durlach und Bezirkskantor in der Region Karlsruhe.</p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">&#160;</p>
<div style="text-align:center;"><img src="http://theiresiasweb.wordpress.com/files/2008/02/orgel_durlach_feuerwerk.jpg" alt="Orgel der Stadtkirche Durlach mit Feuerwerk (Montage)" /></div>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;"><span style="font-style:normal;">Die meisten der dargebotenen Stücke waren dem Kenner nicht unbekannt. Aber war denn der Kenner der Hauptadressat? Sicherlich musste er nicht vor der Tür bleiben und auf das Köstlichste unterhalten wurde er durch die lebendigen Interpretationen Blomenkamps allemal. </span>Doch bei Lichte betrachtet war dies kein Konzert für den Orgelliebhaber an sich, sondern für den Interessierten Zuhörer, dem es ziemlich egal ist, ob Widor Bach richtig interpretierte oder seine Ansichten im Lichte der historischen Aufführungspraxis Kokolores sind. Hauptsache es gefällt. Und es gefiel, daran liess das Publikum keinen Zweifel, das dem Organisten mit Standing Ovation dankte und ihm begeisterten Beifall entgegenfliegen ließ.</p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">&#160;</p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;"><b>Eine gelungene Auswahl</b></p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">Und worin lag die Begeisterung? Zunächst einmal wäre die Auswahl der Stücke zu nennen, die Blomenkamp darbot.  Den Auftakt bildeten zwei filigrane und graziöse Stücke von Robert Jones. Eine Toccatina – also eine kleine bzw. zierliche Toccata – als Exposition für das Ganze: Gewagte Tempi, dabei keinen noch so schnellen Lauf scheuend mit dem Hang zum Unerwarteten, z.B. ein ganz leiser feiner Schluss, und immer ein Stück weit neben der Spur, die man auch Erwartungshaltung nennen könnte.</p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">So ganz aus dem Rahmen fiel auf den ersten Blick das dritte Stück auf dem Programmzettel. Stand auf den Plakaten und Handzetteln noch „Variationen über die britische Nationalhymne“, scheute sich Blomenkamp nicht den eigentlichen Titel der Variationen über „Heil Dir im Siegerkranz“ von Johann Christian Heinrich Rinck auf den Programmzettel zu drucken. Bereits im Vorfeld des Konzertes rief dies einiges verwirrtes und empörtes Murren hervor, dessen Verursacher beschämt schweigen mussten, nachdem Blomenkamp einen kleinen Abriss zu Text, Melodie und deren Kontext geliefert hatte. „Heil Dir im Siegerkranz“ wählte der der Deutsche Kaiser von 1871 bis 1918 als Kaiserhymne, von einer Nationalhymne kann nicht im entferntesten die Rede sein. Insbesondere süddeutsche Kreise begegneten dem Lied skeptisch. Andere wiederum störte es, das der Text auf die Melodie der britischen Nationalhymne geschrieben worden war, sie versuchten vergeblich, eine andere Melodie zu etablieren. Lange bevor das Lied quasi offiziellen Status erlangte schrieb Rinck seine Variationen darüber. Weit über die Grenzen Europas hinaus, fand die Melodie Freunde, sogar in einem afrikanischen Land wurde sie zeitweilig als Hymne intoniert. Es muss also die Melodie, keinesfalls der deutsche Text, gewesen sein, die die Menschen begeisterten und nichts anderes behandeln ja auch die Variationen für Orgel. Und sie hätten ja auch „etwas Erhebendes“, so Blomenkamp. Bleibt zu notieren, dass der deutsche Text und dessen kaiserliche Verwendung zumindest im Durlach Konzert, wenn nicht überhaupt, lediglich eine winzige historische Posse blieb.</p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">&#160;</p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;"><b>Pes, Pedis, Pädagogik</b></p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">Soviel zum ersten „pädagogischen“ Höhepunkt des Tages. Ein zweiter und gleich im doppelten Wortsinn folgte wenige Augenblicke später. Pes ist lateinisch und heißt zu deutsch Fuß. Von diesem Wort leitet sich auch das Fremdwort Pedal ab, das beim Orgelspiel eine entscheidende Rolle spielt und dem Johannes Matthias Michel seine „Variationen über ein Thema von Paganini für Pedal solo“ widmete. Bis zu vier Töne gleichzeitig muss der Organist hier nur mit den Füßen anschlagen. Die Hände müssen in den Schoß oder sonst wohin gelegt werden. Oft verstecken sich die mit dem Pedal gespielten Töne in der jeweiligen Komposition, hier wurde gezeigt, was sich mit zwei Füßen alles veranstalten lässt und das geht über das alberne Rumgehampel in der ja irgendwie allen bekannten Toccata und Fuge d-moll Johann Sebastians weit hinaus. Es sollte daher nicht verwundern, wenn irgendeine Kirchenmusikergewerkschaft demnächst Kilometergeld verlangt.</p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">&#160;</p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;"><b>Musik für Spießer?</b></p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">Neben dem Großen, Graziösen fand auch das Kleine, mancher mag behaupten Spießige, der Musik seine Beachtung in diesem karnevalistischen Rundumschlag. Zu Haydns Zeiten begann man damit sogenannte Musikautomaten zu bauen. Kleine Orgeln mit wenigen Pfeifen, die automatisch gespielt wurden. Die zu spielenden Töne waren auf eine Rollwalze gestanzt oder in eine Lochkarte geritzt. Töne gab es wenige, man musste Platz, also Pfeifen (vielleicht auch Geld) sparen und so lag die Herausforderung für den Komponisten darin, mit wenig Material große Wirkung zu erzielen. Blomenkamp beschränkte das Material ebenfalls auf ein Sanftes 8-Fuß-Register der großen <a href="http://www.durlacher-kantorei.de/orgel.html" target="_blank" title="Orgel der Stadtkirche Durlach">Stumm/Goll-Orgel</a> und spielte „Fünf kleine Stücke für eine Flötenuhr“ von Josef Haydn.</p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">&#160;</p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;"><b>Aus dem Takt</b></p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">Leider sind zwei musikalische Ausreißer zu beklagen. Vermutlich durch einige Fehlgriffe am Anfang irritiert, geriet der Organist beim Spiel des Maple-Leaf-Rag von Scott Joplin in der Bearbeitung für Orgel von Gabriel Dessauer im wahrsten Sinne des Wortes völlig aus dem Takt, so dass fast alle rhythmischen Pointen unbemerkt vorbeirauschten. Ich muss jedoch bemerken, dass ich, wäre ich überhaupt in der Lage solche Literatur zu spielen, dieses Stück mit absoluter Sicherheit auch verrissen hätte, angesichts der Tatsache, das die Pedal-Paganini-Variationen folgten, aus purem Lampenfieber sozusagen. Ich will dem Durlacher Kantor hier aber keinesfalls irgendwas unterstellen. Außerdem muss die geneigte Konzertbesucherin ein Misslingen schon mal in Kauf nehmen. Niemand ist ein Perfektionist im eigentlichen, sondern stets nur im anstrebenden Sinne. Übergehen wir daher einfach den Tanz aus der Nussknackersuite, bei dem es letztlich auf das präzise schnell hintereinander Anvisieren der zu spielenden Akkorde ankommt. Wie viele Jäger kamen schon ohne Sonntagsbraten nach Hause, dabei hätten sie nur einen einzigen Schuss präzise abgeben müssen.</p>
<p style="margin-bottom:0;font-style:normal;">Letztendlich konnte man sich doch wieder bequem zurück lehnen und der „Suite gothique“ lauschen, den tragenden Linien des Chorals nachhängen, zum Menuett vergnügt mit der Wimpern zucken, die Augen schließen und im dritten Satz nach Notre Dame verführen lassen, um dann bei der Toccata zu dem Schluss zu kommen: „Tempo gewagt, aber großartig.“ Und damit erfüllt sich im Schluss, was in der Exposition angelegt war. Ein geschlossenes Drama im besten Sinne, mit komödiantischem Schluss, der zwar keine Hochzeit, aber eine musikalische Hoch-Zeit war. Als Zugabe Tango mit den Füßen.</p>
</div>]]></content:encoded>
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