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	<title>kibbuz &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "kibbuz"</description>
	<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 13:36:20 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

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<title><![CDATA[4. Bericht, 18. Oktober - 21. Oktober]]></title>
<link>http://meinjerusalem.wordpress.com/2009/11/05/18-oktober-24-oktober/</link>
<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 15:29:15 +0000</pubDate>
<dc:creator>derschmiddi</dc:creator>
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<description><![CDATA[2 aufregende Wochen liegen nun wieder hinter mir. Man erlebt jeden Tag Neues und vor allem Lustiges ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>2 aufregende Wochen liegen nun wieder hinter mir. Man erlebt jeden Tag Neues und vor allem Lustiges und Unglaubliches, was man in Europa sicherlich nicht derart vorfinden würde.</p>
<p>Am 22. Oktober machten wir uns auf Richtung Norden Israels. Ein Freund von mir und meinem Mitbewohner hatte uns in seinen Kibbutz zum Kiddush, dem traditionellen Zelebrieren des Shabat, eingeladen. Von Jerusalem aus fuhren wir also mit dem Bus über Tel Aviv nach Haifa. Unterwegs bot sich uns ein wunderschöner Anblick. Obstgärten mit Granatäpfeln und Orangen, daneben Olivenhaine. Idyllisch angelegte Gärten mit Zypressen und Pinienbäumen. Vorbei an den typischen jüdischen Siedlungen, mit höchst ästhetischer Architektur. Oftmals kleinen weißen oder gelblichen Häusern mit roten Dächern. Mitten im Grün von Palmen und anderen exotischen Pflanzen. Weiter durch das arabische Siedlungsgebiet Israels. Eher chaotische Bauweisen, doch prachtvolle goldene Kuppeln die im Sonnenlicht spiegeln. Auf den Feldern Bauern die gerade den Acker umpflügen oder Frauen, die Orangen und Zitronen pflücken. Angekommen in Haifa stiegen wir um in den Bus nach Nahariyah, der berühmten inzwischen Stadt gewordenen deutsch-jüdischen Siedlung unweit der Grenze des Libanon.  Unterwegs sahen wir die ersten Berge des Nordens, steile Hänge, die teilweise künstlich begrünt wurden. Man muss sich vor Augen führen, dass Erez Israel vor der Gründung des Judenstaates komplett gerodet war. Nicht einmal die judäischen Berge bei Jerusalem, die einst grün waren, trugen wenigstens Sträucher. Nur kahles Land. Der Jewish National Fund schließlich sammelte Geld und begründete die Tradition, dass jedes jüdische Kind der Welt einen Baum in Israel pflanzt. Durch dieses Projekt und andere Anpflanzungsmaßnahmen veränderte sich das Bild der Medinat Israel zum dem, was es heute ist. Wir fuhren über Akko, der wie immer gesagt wird, schönsten Stadt Israels. Die alten Gebäude aus Kreuzfahrer- oder Saladins Zeiten, vermischt mit neuer und alter jüdischer Architektur. In Nahariyah erwartete uns unser Freund mit seinem Auto und wir fuhren zunächst zu einem großen arabischen Supermarkt, um uns für den Abend einzudecken. Humus, Pita und Wein und nicht zu vergessen: Granatapfeltee. Eine arabische Verkäuferin in unserem Alter schüttelte sich vor Lachen, als wir begannen irgendeinen Müll auf Deutsch zu labern. Ich verwettete nachher meinen Allerwertesten, dass sie unsere Sprache beherrschte. Wir werden es sehen^^ Unser Freund wohnt also in einem Kibbuz namens „Nes Amim“. Dieser Kibbutz ist christlich und unterscheidet sich daher von den anderen Kibbuzim Israels. Als wir dort ankamen erblickten wir wieder ein wunderschön angelegtes Areal mit Dattelpalmen uns anderen Gewächsen. Doch wurde unser Aufenthalt tatsächlich immer komischer. Die christliche Gemeinde versammelte sich zum Kiddush, wir wurden freundlich empfangen, tranken Wein und aßen Humus. Außerdem sangen wir Lieder und sprachen Gebete. Nur die Menschen, die dort saßen wurden mir immer suspekter. Tatsächlich waren es äußerst fundamentalistische Menschen, wie sich später herausstellte. Nun ja, zunächst saßen wir abends am Lagerfeuer, tranken Bier, unterhielten uns über Gott und die Welt. Gegen 1 Uhr wollten wir uns schlafen legen. Nur mit Schlaf war dort nichts. Neben uns lag ein arabisches Dorf, in dem anscheinend eine Hochzeit vonstatten ging. Und was ist schon eine Hochzeit ohne eine gute Kalaschnikow. Ja, sie schossen die ganze Nacht. Drrrrrr, drrrrrrr. Bis 6 Uhr in der Früh dauerte das Geballer an. Und man muss erwähnen, dass so etwas wie einfach so in der Luft herum schießen in Israel strengstens verboten ist. Auch wenn man viele Menschen im Stadtbild mit Gewehren schießt, so gibt es strengste Auflagen für den Besitz und den Gebrauch einer Waffe. Am Morgen gingen wir zum Frühstück. Und die Menschen waren mir dort um suspektesten. Für das Abendessen und das Frühstück sollten wir selbstverständlich bezahlen, weiß eigentlich nicht üblich ist, wenn man in einem Kibbuz zu Gast ist, in die Küche durfte ich nicht, „It’s not allowed for guests“, nicht einmal mit einem der Volontäre und allmählich erkannten wir, dass hier eine Truppe äußerst spießiger Regelliebhaber mit fundamentalistischen Gedanken am Wer war. Bei einem anschließenden Spaziergang durch den Ort bekamen wir eher den Eindruck, hier handele es sich um eine der typischen amerikanischen Weltuntergangssekten, die die einzigen wären, die erlöst werden würden. Die Stimmung in diesem Kibbuz und etwas außerhalb, mit verfallenen Gewächshäusern, mitten in der Pampa, verbreitete tatsächlich Endzeitstimmung. Es wäre eine hervorragende Filmkulisse!<br />
Nun ja, am Nachmittag des 23. Oktober lud die Couchsurfing-Community Israels zu einem geselligen Beisammensein am Lagerfeuer ein. Es lag etwa eine dreiviertel Stunde vom Kibbuz entfernt und unser Freund sollte uns eigentlich dort hinfahren. Nur hatte er es sich in den Kopf gesetzt, am Abend oder besser gesagt in der Nacht, nachdem mein Mitbewohner uns ich bereits schliefen, nach Haifa zu fahren um dort ordentlich auf den Putz zu hauen. Völligst zusammengestrahlt kam er 6 Uhr morgens zurück in den Kibbuz und wunderte sich nach seinem späten Erwachen, wieso denn sein Kopf so weh tat. Weiß auch nich. Also jedenfalls kamen wir mit ihm nicht bis zu unserem Ziel, sondern lediglich bis zu einer Tankstelle, an der wir uns ein Sammeltaxi nach Haifa beorderten. Unser Freund wollte lieber schlafen. Nun ja, in Haifa angekommen genossen wir erst einmal den Ausblick auf das Meer, wollten aber relativ Bald zum Treffen der Couchsurfer. Pustekuchen, am Sabbat fahren außer den überteuerten Sammeltaxis keine Verkehrsmittel, sprich, wir saßen fest! Es war 11 Uhr morgens und wir hatten keine andere Wahl, als unseren Zielort auf einen Zettel zu schreiben und zu trampen. Nur nahm uns niemand mit. In der sengenden Hitze liefen wir einmal quer durch die Stadt und erreichten schließlich erschöpft eine Strandbar, wo ich mich in einen der Sessel flackte und eine große Portion Kebab mit knusprigem, frisch gebackenem Weißbrot verspeiste. Mein Mitbewohner ging ein wenig schwimmen, ich zog es vor einfach mal nichts zu tun und Zeitung zu lesen. Nach der Pause gingen wird wieder zur Auffahrt der Autobahn und siehe da, sofort nahmen uns zwei 25-Jährige mit. Zufällig in denselben Ort, wo die Mutter meines Mitbewohners uns erwartete. Einer der Beiden war in der Therapie für Kinder tätig, der andere ein verwundeter Soldat aus dem Libanon. Er erzählte uns von seinem Einsatz und zeigte uns seine Narben. Überall schien er getroffen worden zu sein, doch war es erst auf den zweiten Blick zu erkennen, da es gut verheilt war. Er meinte nur zu uns „I’m fine, I survived, that’s important“. Angekommen in Sirhon Jakov idyllisch gelegenen Siedlung auf einem Berg tischte uns die Frau des Hauses selbstverständlich frisch gebackene Pita mit Humus und Schafskäse auf. Obwohl wir schon fast platzten sahen wir es als unsere Pflicht an das Mahl aufzuessen:-D Zum Nachtisch gab es Granatapfelkerne. Von unsrem Platz au konnten wir auf das Meer blicken und den Sonnenuntergang genießen, zu den romantischen Schüssen die aus der arabischen Kleinstadt Fureidis kamen, die direkt neben uns lag. Herrlich… Plötzlich riefen die Moscheen, drei an der Zahl, mit ihren Muezzins zum Gebet. Das Ganze ohrenbetäubend Laut, mit den vorangangenen Schüssen etwas unheimlich, obwohl der Gesang an sich wirklich schön war. Auch die Frau sagte, „wäre dieser hässliche Krieg nicht, dann könnten wir das richtig genießen, ich mag den Gesang.“<br />
Mit vollem Magen fuhren wir weiter zur Couchsurfing-Community. Natürlich wurde Humus aufgetischt… Nur den rührte ich nicht mehr an. Das Couchsurfing ist wirklich eine der besten Erfindungen unserer Welt. Wenn man jung ist, dann möchte man meistens erst einmal in der Welt herumkommen. Nur ist dies meist äußerst kostspielig, da man ja auch irgendwo übernachten muss. Nicht mit Couchsurfing. Dies ist eine Gemeinschaft, dass nach dem Prinzip verfährt, dass jedes Mitglied eine Couch zur Verfügung stellt, auf der ein anderes Couchsurfing-Mitglied, das gerade in der jeweiligen Gegend ist schlafen kann. Die Menschen die wir bei dem kleinen Fest antrafen waren wirklich sehr interessant. Mithilfe des Couchsurfings sind sie schon in der ganzen Welt gewesen. Von Australien, Neuseeland über Thailand, Indien und Kirgistan war schon alles dabei. Weltweit zählt die Community etwas 1,5 Millionen Mitglieder. Doch dies dient nicht nur zur Übernachtung. Kommt man in eine Stadt in einem fremden Land, so ist es normal, dass man sich nicht auskennt. Als Mitglied der Couchsurfing-Community kann man sich dann an den jeweiligen Ortsverband wenden, wo sich immer Mitglieder finden, die mit einem eine Städtetour unternehmen oder sich zu einfachen, interessanten Gesprächen treffen. Nachdem wir viele Menschen kennengelernt und die Nummern ausgetauscht hatten fuhr ich weiter nach Jerusalem, zurück ins Zionistische Jugenddorf, wo ich nach dem anstrengenden Wochenende sofort einschlief…<br />
Der nächste Bericht kommt in Bälde<br />
Grüße nach Deutschland</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Bis zum letzten Tropfen – Der Kampf ums Wasser 4. Israel: Blut für Wasser]]></title>
<link>http://thegrandchessboard.wordpress.com/2009/01/11/bis-zum-letzten-tropfen-%e2%80%93-der-kampf-ums-wasser-4-israel-blut-fur-wasser/</link>
<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 19:58:18 +0000</pubDate>
<dc:creator>satyamandira</dc:creator>
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<description><![CDATA[Deutschland 1998, 44 min. Im besetzten Westjordanland geben die Israelis nur eine Stunde am Tag die ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><blockquote><p>
Deutschland 1998, 44 min.</p>
<p>Im besetzten Westjordanland geben die Israelis nur eine Stunde am Tag die Wasserleitungen frei. Während in den Gärten der Kibbuzim das Wasser sprudelt, ist in den palästinensischen Siedlungen Wasser Mangelware. Wasser ist im Nahostkonflikt zum politischen Faustpfand geworden. Im Sechs-Tage-Krieg 1967 eroberten die Israelis nicht nur das Westjordanland, sondern auch die unterirdischen Wasservorräte und Flüsse. Während am Toten Meer und am Rande der Wüste Hoteltürme und Swimmingpools entstehen, warten Palästinenserinnen auf Zisternenwagen, die das tägliche Frischwasser verkaufen. Israelische Wissenschaftler warnen vor den Folgen dieser verhängnisvollen Verteilungspolitik. Das Wasser müsse für alle zugänglich sein. Denn von den zwei Milliarden Kubikmetern Wasser, die Israel jährlich verbraucht, stammt nur ein gutes Drittel aus dem eigenen Territorium.</p>
<p>Buch/Regie: Rolf Pflücke<br />
Kamera: Rainer Starke<br />
Schnitt: Katrin Hupp, Heike Stumm<br />
Redaktion: Horst Kalbus<br />
Fernsehanstalt/Produktion:<br />
ZDF, HR-Außenpolitik</p></blockquote>
<p><a href="http://www.fernsehworkshop.de/Archiv/1999/filme/blut.htm"></p>
<p>http://www.fernsehworkshop.de/Archiv/1999/filme/blut.htm</a></p>
<p>Teil 1 (5)<br />
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<p><!--more--><br />
Teil 2 (5)<br />
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<p>Teil 3 (5)<br />
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<p>Teil 4 (5)<br />
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<p>Teil 5 (5)<br />
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<p>Bericht der Gesellschaft für bedrohte Völker von 2003:</p>
<blockquote>
<p>Israel/Palästina &#8212; Bis zum letzten Wassertropfen  	</p>
<p>Christine Frauer aus: bedrohte Völker_pogrom 222_6/2003</p>
<p>01. November 2003<br />
Israel und die palästinensischen Gebiete sind in jeder Hinsicht Regionen voller Gegensätze: kulturell und politisch, aber auch hinsichtlich der Vegetation und der Klimazonen. In diesem kleinen Land ist es kein Problem, in der Wüste zu wandern und dies mit einem Bad in frischem Quellwasser zu verbinden, oder innerhalb von zwei Autostunden von grünen Bergen am See in eine karge, trockene Steinwüstenlandschaft zu gelangen. Trotz der grünen Partien ist deutlich: Das Land gehört zu den wasserarmen Ländern der Erde. Trotz seiner Lage am Mittelmeer wird das Klima vor allem durch die Nähe der großen Wüstengebiete im Süden und Osten beeinflusst. Dazu kommt, dass die Wasserressourcen räumlich und zeitlich sehr ungleich verteilt sind. Dreiviertel der Niederschläge fallen in den vier Wintermonaten November bis Februar, während sechs Monate im Jahr praktisch regenlos sind. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge schwankt zwischen 400 und 800 mm jährlich in den nördlichen und westlichen Regionen des Landes und nimmt nach Süden und Osten bis zu Null ab. 60% des Landes sind wasserarme Regionen, in denen Landwirtschaft nur bei ganzjähriger künstlicher Bewässerung betrieben werden kann. Damit steht die Wasserversorgung vor der Herausforderung, alle verfügbaren Wasserressourcen zu erschließen und dennoch in einem ökologisch verantwortlichen Maß zu nutzen und einen Ausgleich zwischen wasserarmen und wasserreichen Regionen, Jahreszeiten und Jahren zu schaffen. Dies jedoch gelingt um so weniger, je mehr die Bevölkerung zunimmt. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die einzige verfügbare Wasserquelle Oberflächenwasser aus Seen und Flüssen. Grundwasser konnte nur dort genutzt werden, wo es durch natürliche Quellen zu Tage trat oder die Wasser führende Schicht so nahe an der Oberfläche lag, dass einfache Brunnen gebaut werden konnten. Dadurch beschränkte sich die Landwirtschaft auf den nordwestlichen Teil des Landes und die Küstenebene. Die massive Zuwanderung jüdischer Immigranten ab 1920 erforderte eine intensivere Landwirtschaft und damit ein effizientes Bewässerungssystem, das die Nutzung der trockenen Regionen ermöglichen konnte. Nicht umsonst bestand der Traum der zionistischen Gründerväter wie David Ben Gurion darin, &#8220;die Wüste zum Blühen zu bringen&#8221; und damit die Lebenskraft des neuen jüdischen Staates zu versinnbildlichen.</p>
<p>Durch moderne Bohrungstechniken wurden nun die Grundwasserressourcen erschlossen und ein Wasserleitungssystem gebaut, mit dem Wasser aus dem Norden in den Süden gepumpt werden konnte.</p>
<p>Die Wasserressourcen und ihre Nutzung</p>
<p>Das größte Oberflächenwassersystem ist das Jordan-Becken, zu dem auch der See Genezareth gehört. Auf dieses Wassersystem haben gemäß internationaler Vereinbarungen Israel, die Palästinenser, Jordanien, Syrien und der Libanon Wasserrechte. Seit 1976 versucht Israel, die Niederschlagsmenge im Gebiet des Oberen Jordan und des Sees Genezareth durch Beschießung der Wolken mit Silberjodid und Aceton zu erhöhen. Das soll den Kristallisationsprozess beschleunigen und die Wolken zum Abregnen bringen. Der Niederschlag soll sich durch dieses Verfahren um 15-18% erhöht haben. Da das Jordanbecken durch den Zusammenfluss verschiedener Flüsse entsteht, von denen einer auch über die Golanhöhen fließt, ist aus der Sicht Israels eine Rückgabe des Golan aus wasserstrategischer Sicht unmöglich. Zu groß ist die Angst vor einem neuen Versuch Syriens, Israel das Wasser abzugraben, wie dies vor dem Sechs-Tage-Krieg der Fall war. Außerdem sind israelische Politiker der Meinung, dass Syrien das Wasser des Golan durch Abwässer verunreinigen und damit den See Genezareth gefährden würde (inwieweit diese Befürchtungen realistisch sind, ist schwierig zu beurteilen). Er ist der einzige Frischwassersee Israels und für die Wasserversorgung des Landes der zentrale Punkt. Vom israelischen Wasserwerk Mekorot werden jährlich ca. 400 Mio. Kubikmeter (MCM) abgepumpt. Aufgrund mehrerer trockener Winter wurde allerdings im Oktober erstmals die kritische Rote Linie erreicht. Trotzdem wurde weiter abgepumpt, und der Pegel sank weiter. Im Jahr 2000 wurde die Abpumprate daher auf 235 MCM reduziert. Dennoch war Anfang August 2001 die Linie schon wieder erreicht&#8230; und wurde daraufhin von der Wasserkommission tiefer angesetzt, es musste ja weiter abgepumpt werden.</p>
<p>Der See ist jedoch ein empfindliches Ökosystem, das durch die Verschlechterung der Wasserqualität massiv gefährdet ist. Verschmutzung durch intensive Landwirtschaft und durch ungeklärte Haushaltsabwässer sowie Erhöhung des Salzgehaltes durch salzige Quellen rund um den See wirken sich bei niedrigem Wasserstand um so stärker aus. Wie eine Untersuchung der israelischen Menschenrechtsorganisation B´Tselem berichtet, ist die Wasserqualität des aus dem See herausfließenden Unteren Jordan bereits so schlecht, dass es ohne vorherige Entsalzung kaum genutzt werden kann. Wasser fehlt folglich auch dem Toten Meer, dessen Pegel durch den geringen Zufluss in den letzten Jahren um mehr als 16 m gesunken ist.</p>
<p>Die Grundwasserressourcen, die von besonders hoher Qualität sind, werden aus den verschiedenen &#8220;Aquiferen&#8221;, den wasserführenden Schichten, abgepumpt. 80% der größten Wasservorkommen (der sogenannte &#8220;Western Aquifer&#8221;) liegen auf dem Gebiet der West Bank, während jedoch fast alle Wasserspeichergebiete auf israelischer Seite liegen. Pro Jahr entnimmt Israel 350 MCM, die palästinensische Seite jedoch nur 22 MCM. Die Wiederauffüllung des Aquifers durch Niederschläge wird aber nur auf 360 MCM pro Jahr geschätzt, so dass die Abpumpraten langfristig unbedingt gesenkt werden müssen, wenn der Grundwasserspiegel nicht noch weiter absinken soll.</p>
<p>Aus den Wasservorkommen nahe der Küste wurde jahrelang mehr abgepumpt als die Niederschläge wieder auffüllten. Deshalb konnte Meerwasser eindringen, wodurch der Salzgehalt sich enorm erhöht hat. Für den dicht besiedelten palästinensischen Gazastreifen ist dieser sogenannte Coastal Aquifer jedoch die einzige Wasserquelle, weshalb die Abpumprate aufgrund des starken Bevölkerungswachstums sogar noch erhöht werden muss – ungeachtet des Salzes und der hohen Chlorid- und Nitratkonzentration. Während der europäische Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser bei 45mg/l liegt, ist er in Israel schon auf 90mg/l erhöht worden, und selbst dieser Grenzwert wird bereits stellenweise überschritten. Eine zu hohe Nitratkonzentration kann vor allem bei Babys zu Methemoglobie (&#8220;Blue-Baby-Disease&#8221;) führen. Nur 7% des Wassers des Gaza Aquifers für Haushaltszwecke werden nach WHO-Standards als gut eingestuft, 38% haben mittlere, 55% schlechte oder sogar sehr schlechte Qualität, so der Bericht von B´Tselem.</p>
<p>Neben Oberflächen- und Grundwasser sind die Sammlung von Regenwasser, der Ausbau der teuren und energieaufwändigen Meerwasserentsalzungsanlagen und die Wiederaufbereitung von Abwässern Versuche, die Wasserknappheit abzumildern. Nicht nur der Wassermangel jedoch, auch und gerade die ungerechte Verteilung des kostbaren Gutes ist ein Hauptproblem zwischen Israel und den besetzten Gebieten.</p>
<p>Die Wasserkrise in den palästinensischen Gebieten</p>
<p>Das Jordanbecken und das Grundwasser des Mountain Aquifer sind die beiden Quellen, die Israel nach internationalem Recht mit den Palästinensern teilt. Geographisch liegt das Gebiet des Mountain Aquifer hauptsächlich auf palästinensischer Seite, doch Israel nutzt 79% des Wassers für sich, für die Palästinenser bleiben 21%. Das Jordanbecken können die Palästinenser seit 1967 überhaupt nicht mehr nutzen. Neben privat gesammeltem Regenwasser bleiben den Palästinensern nur die Grundwasser des Mountain Aquifer und des salz- und nitrathaltigen Coastal Aquifer. Daher sind sie schon seit Jahren gezwungen, Wasser von Mekorot abzukaufen.</p>
<p>Der durchschnittliche Wasserverbrauch der Westbank beträgt für Haushalte, urbane Zwecke und Industrie derzeit 60 Liter pro Person und Tag. Demgegenüber verbraucht ein Einwohner in Israel für die gleichen Zwecke 350 Liter pro Tag, der Wasserverbrauch in den jüdischen Siedlungen in Westbank und Gazastreifen wird sogar auf 584 Liter am Tag geschätzt. Die WHO nennt als empfohlene Mindestmenge 100 Liter pro Tag. Wasser für den Agrarsektor ist darin noch nicht enthalten.</p>
<p>Während alle Haushalte in Israel trotz der Wasserkrise (noch?) mit einer unbegrenzten Menge sauberen Wassers versorgt werden, ist die Wasserversorgung der Palästinenser oft unzureichend, sowohl was Menge, als auch was Qualität des Wassers betrifft, und unzuverlässig – im Sommer können einige Städte manche Bezirke nur stundenweise oder nur manche Tage pro Woche mit Wasser versorgen.</p>
<p>Diese ungleiche Verteilung des Wassers geht bereits in die Fünfziger Jahre zurück. Das technisch und ökonomisch weiter entwickelte Israel pumpte bereits zu dieser Zeit aus Aquiferen ab, die mehrheitlich auf palästinensischem (damals jordanischem) Gebiet liegen. Als Israel 1967 die Kontrolle des Wassersektors von Ägypten und Jordanien übernahm, wurde es nach internationalem Recht auch verpflichtet, die &#8220;natürlichen Ressourcen&#8221; der besetzten Gebiete verantwortlich zu verwalten. Stattdessen hat Israel eine Entwicklung, die dem steigenden Wasserbedarf der Westbank gerecht geworden wäre, durch mangelnde Investitionen in diesem Bereich und durch Einschränkungen und Verbote verhindert. Einige Studien konnten nachweisen, dass die Menge der öffentlichen Ausgaben in den besetzten Gebieten geringer als die von Israel eingenommene Steuermenge war. Die Erschließung neuer Brunnen für die Westbank wurde durch langwierige und oft erfolglose bürokratische Prozesse erschwert, so dass bis 1996 weniger Brunnen neu erschlossen wurden, als bereits vorhandene versiegten. Uneinigkeit besteht in der Frage, ob durch die Bohrung von Tiefbrunnen für israelische Siedlungen die flacheren Brunnen der palästinensischen Nachbarschaft zum Versiegen gebracht worden sind – dies behaupten palästinensische Forscher. Die israelischen Forscher erkennen das nur in einem Fall an und vertreten in den anderen Fällen die Ansicht, dass die tieferen Grundwasserschichten der israelischen Brunnen keine Verbindung zu den flacheren hätten. Ab 1975 regelte Israel durch Quoten die Menge des Wassers und die Tiefe der Brunnen, ohne dabei auch nur annähernd dem Bedarf der Bevölkerung gerecht zu werden. Seit 1967 hat Israel nun auch Zugang zum Mountain Aquifer, den es vor der Eroberung der Westbank nicht nutzen konnte.</p>
<p>Die Verträge des Friedensprozesses Anfang der Neunziger Jahre haben zwar große Hoffnungen ausgelöst, die Wasserversorgung der Palästinenser aber kaum verändert. Zwar erhielt die palästinensische Autonomiebehörde die Verantwortung für die existierenden Brunnen und Wasserleitungen auf ihrem Gebiet. Alle neuen Projekte bedürfen aber der Zustimmung durch das Joint Water Committee, das paritätisch mit Israelis und Palästinensern besetzt ist und Entscheidungen nur bei einem Konsens aller Mitglieder fällt, so dass Israel die palästinensische Seite immer blockieren kann. Außerhalb der kleinen A-Gebiete bedarf es ohnehin der Zustimmung der israelischen Zivilverwaltung, auf die oft jahrelang gewartet werden muss, wenn sie überhaupt kommt. Die einzige konkrete Verbesserung war die Einigung auf zusätzliche 28,6 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr, die in geteilter Verantwortung erschlossen werden sollte. Doch davon sind bis heute nur 16 Millionen Kubikmeter zur Verfügung gestellt worden. Uneinigkeit besteht darüber, welche Seite für die Verzögerung der Erschließung der restlichen Menge verantwortlich ist. Die palästinensische Seite gibt mangelnde finanzielle Mittel und Verzögerungen wegen fehlender Genehmigungen von israelischer Seite als Grund an.</p>
<p>Ein großes Problem in den palästinensischen Gebieten ist der Wasserverlust durch defekte Leitungen. Die letzte Studie der israelischen Menschenrechtsorganisation B´Tselem gibt für die Westbank einen Verlust von 25% an, für Gaza sogar 35%. Verantwortung trägt hier seit 1995 die palästinensische Autonomie, doch auch Israel hat durch mangelnde Investitionen in den Erhalt und die Erneuerung von Leitungen in der Zeit der Besatzung zu dieser Lage beigetragen.</p>
<p>218 Gemeinden mit insgesamt 197.000 Einwohnern sind gar nicht an das Wasserversorgungsnetz angeschlossen. Gesammeltes Regenwasser, Quellwasser oder die Belieferung mit Tankwagen bleiben als letzte Möglichkeiten. Doch seit Beginn der zweiten Intifada hat Israel die Bewegungsfreiheit in den palästinensischen Gebieten stark eingeschränkt. Die Versorgung von Gemeinden durch Tankwagen ist dadurch enorm erschwert. Die Fahrten sind durch die zahlreichen Checkpoints lange und kompliziert geworden. Wie B´Tselem berichtet, haben israelische Soldaten in einigen Fällen Tankwagen an Checkpoints zurückgewiesen oder sogar deren Inhalt verschüttet.</p>
<p>Zukunftsperspektiven</p>
<p>Der Bevölkerungszuwachs in Israel lässt mit einem steigenden Wasserbedarf von 30 MCM pro Jahr rechnen. In den besetzten Gebieten, die jetzt schon unter Wassermangel leiden, wächst die Bevölkerung noch schneller. Doch bereits jetzt sind fast alle verfügbaren Ressourcen des Landes voll ausgeschöpft. Wenige trockene Jahre würden genügen, um einen extremen Notstand herbeizuführen. Entwicklungsmöglichkeiten gibt es nur noch bei der Abwasseraufbereitung und der Meerwasserentsalzung, doch beides ist kostenintensiv und erfordert langfristige Planungen, die sich bisher noch nicht erkennen lassen. Daneben existieren Verträge mit der Türkei, von der Wasser importiert werden soll. Doch die praktische Umsetzung dieses Projektes ist noch nicht geklärt.</p>
<p>Langfristig sind nur durch Wassersparmaßnahmen und drastische Einschränkungen der Wasserzuteilung für die Landwirtschaft ein verantwortlicher Umgang mit dem knappen Gut und eine gerechtere Verteilung zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten zu erreichen. Bisherige Versuche, durch Kampagnen und gesetzliche Auflagen die Bevölkerung zu einem sparsameren Umgang mit Wasser zu bewegen, waren nicht besonders erfolgreich. Zu gering scheint das ökologische Bewusstsein, und viele Immigranten aus den grünen Regionen Europas und Nordamerikas sind nicht bereit, auf öffentliche und private Grünflächen zu verzichten. Zu groß ist auch die Lobby derer, die noch immer den zionistischen Traum von der Urbarmachung der Wüste träumen und die landwirtschaftliche Selbstversorgung Israels für unentbehrlich halten. Noch immer wird der Wasserpreis für die Landwirtschaft subventioniert, wenngleich Berechnungen ergeben haben, dass der durch den Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten erzielte Gewinn teilweise geringer ist als die Kosten, die für die Bereitstellung des Wassers aufgewandt werden müssen.</p>
<p>Das bedeutet, dass weiterhin die natürlichen Ressourcen über das verträgliche Maß genutzt werden, was sicher langfristig schwere Folgen für das ökologische Gleichgewicht in der Region haben wird. </p></blockquote>
<p><a href="http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=69">http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=69</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Meshugga Beach Party - The World's Premiere Jewish Surf Band!]]></title>
<link>http://dermattes.wordpress.com/2008/05/11/meshugga-beach-party/</link>
<pubDate>Sun, 11 May 2008 11:06:03 +0000</pubDate>
<dc:creator>dermattes</dc:creator>
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<description><![CDATA[Links: offizielle Webseite MeshuggaMel´s Youtube-Chanel Meshugga Beach Party bei Myspace Wer das mag]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://dermattes.files.wordpress.com/2008/05/meshugga1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-86" src="http://dermattes.wordpress.com/files/2008/05/meshugga1.jpg" alt="Meshugga Beach Party" width="420" height="77" /></a></p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/vAlw_0HWlqo&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/vAlw_0HWlqo&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-87" style="float:left;" src="http://dermattes.wordpress.com/files/2008/05/mbp1-big.jpg" alt="Meshugga Beach Party" width="200" height="151" /><strong>Links</strong>:</p>
<ul>
<li><a title="Meshugga Beach Party!!!" href="http://www.meshuggabeachparty.com/meshugga/index.htm" target="_blank">offizielle Webseite</a></li>
<li><a title="MeshuggaMel´Chanel" href="http://uk.youtube.com/user/MeshuggaMel" target="_blank"><span>MeshuggaMel</span>´s Youtube-Chanel</a></li>
<li><a title="Meshugga Beach Party - Myspace" href="http://www.myspace.com/meshuggabeachparty" target="_blank">Meshugga Beach Party bei Myspace</a></li>
</ul>
<p>Wer das mag sollte sich auch noch mal die &#8220;<a title="Leopold Kraus Wellenkapelle" href="http://dermattes.wordpress.com/2007/05/03/leopold-kraus-wellenkapelle/" target="_self">Leopold Kraus Wellenkapelle</a>&#8221; anschauen!</p>
</div>]]></content:encoded>
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<title><![CDATA[Sonnige Kindheit]]></title>
<link>http://rungholt.wordpress.com/2007/09/23/sonnige-kindheit/</link>
<pubDate>Sun, 23 Sep 2007 15:11:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lila</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wenn Y. sich auszieht, sieht man ganz viele sternförmige, braune Zeichen auf seinen Schultern und Ob]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Wenn Y. sich auszieht, sieht man ganz viele sternförmige, braune Zeichen auf seinen Schultern und Oberarmen. Das ist eine Erinnerung an seine sonnige Kindheit. Damals glaubte man nämlich noch, daß die Sonne gesund ist, je mehr Sonne, desto besser &#8211; man schmierte die Kinder mit Velveta-Creme ein und ließ sie draußen rumlaufen. Y. mit seinen europäischen Genen und seiner hellen Haut reagierte natürlich mit Bläschen. Wo die platzten, bildeten sich später die braunen Sternchen. Das war in den 60er, 70er Jahren.</p>
<p>Ich erinnere mich, daß bei uns in Deutschland damals Sonnencreme aufkam, die man in die Ferien mitnahm &#8211; aber nicht um vor der Sonne zu schützen, sondern um brauner zu werden. (Was bei mir nichts half).</p>
<p>Y.s Vater, mein Schwiegervater, hatte eine noch sonnigere Kindheit. Damals glaubte man noch viel stärker als in den 60er, 70er Jahren  an die Kraft der Sonne und frischen Luft. Als drittes Kind des Kibbuz und damit Mitglied der ersten Kindergruppe gehörte er zu den Kindern, die diese geballte Kraft genießen sollten. Sommers wie winters wurden die Bettchen &#8211; die eigentlich Tnuva-Kisten waren, also von der Molkerei &#8211; an die Luft gestellt. Die Kinder liefen so viel wie möglich pudelnackt herum &#8211; oder in kurzen Kittelchen. Sie waren sonnenverbrannt, abgehärtet, immer barfuß. Die Eltern, die selbst körperlich schwer arbeiteten, freuten sich an der Kindergruppe, die ohne Spielsachen, ohne Verwöhnung, ohne mehr als wenige Stunden pro Tag in der Familie, und immer in der frischen Luft aufwuchs.</p>
<p>Mein Schwiegervater hat heute ein sehr zwiespältiges Verhältnis zu seiner Kindheit. Einerseits ist er stolz darauf, zu einer Pionierfamilie gehört zu haben, stolz auf den unendlichen Fleiß und die Hingabe und den Idealismus seiner Eltern. Er ist stolz auf die unerbittlich hohen Ansprüche, denen er stets unterworfen wurde und die er erfüllt hat. Er ist selbst fleißig, erfolgreich, zuverlässig wie ein Fels und bedürfnislos für sich selbst. Er weiß, daß er das seiner Erziehung verdankt.</p>
<p>Er erinnert sich auch an die liebevolle Betreuerin Shulamit, die heute schon sehr alt ist und die er &#8220;einen Engel in Menschengestalt&#8221; nennt(wie er seine Mutter nie nennen würde). Er erinnert sich an seinen ersten Lehrer, der alle Bücher und Lehrmaterialien für die Kinder selbst schrieb und sich keine Pause gönnte &#8211; auch er heute uralt, taub, aber hellwach und klar.</p>
<p>Wenn mein Schwiegervater davon erzählt, sehe ich die alten Bilder vor mir &#8211; die Truppe Kinder, die statt zu spielen im Schafhaus oder auf dem Feld helfen ging, immer in der Gruppe, immer in Gefahr, den Respekt der Gruppe zu verlieren. Die Gruppe &#8211; das war sehr, sehr wichtig. Man mußte gut in der Schule, bei der Arbeit und auf keinen Fall wehleidig sein, um in der Gruppe angesehen zu sein. Die Erwachsenen mischten sich nicht in die Hackordnung der Gruppe, sie glaubten daran, daß die Kinder Konflikte allein abmachen sollten. Ich glaube meinem Schwiegervater, wenn er sagt, daß das manchmal sehr, sehr schwierig war.</p>
<p>Ein paar Jahre nach der Geburt meines Schwiegervaters, der ja das älteste Kind seiner Eltern war und von ihnen mit ideologisch-konsequenter, wohlmeinender Zurückhaltung behandelt wurde (nur kein Freudsches Gestrüpp von Gefühlen!), kam ein kleines Mädchen, eine kleine Schwester zur Welt.  Sie hatte einen Herzfehler und starb nach drei Monaten. Das muß ihren ideologisch firmen Eltern das Herz wenn nicht gebrochen, so doch erheblich erweicht haben. Sie haben die Kleine nie vergessen &#8211; besonders, weil kurz nach ihrem Tod ein medizinischer Durchbruch solche Probleme heilbar machte und ein anderes Kind des Kibbuz, mit demselben Fehler geboren, überlebte.</p>
<p>Die beiden darauf folgenden Töchter, die wesentlich später als mein Schwiegervater geboren wurden und heute Y.s junge, sehr geliebte Tanten sind,  wurden schon nicht mehr mit sozialistisch-korrekter Strenge und Distanz behandelt wie der Älteste, sondern mit liebevoller Sorge umgeben und für Kibbuz-Verhältnisse schon fast verwöhnt. Dem Ältesten, meinem Schwiegervater, nützte das nichts mehr &#8211; er war schon in der Rolle des verantwortungsvollen großen Bruders fest etabliert und füllt sie bis heute aus. Ihn hat niemand verwöhnt, weswegen für ihn &#8220;verwöhnt&#8221;, <em>mefunak</em>, so ziemlich das Schlimmste ist, was man über einen Menschen sagen kann.</p>
<p>Er nannte seine Eltern beim Vornamen, die Schwestern sagten Ima und Aba. Schon in diesen paar Jahren zwischen den Geschwistern änderte sich die Kindheit im Kibbuz ganz deutlich. Doch noch immer war klar, daß die Kinder im Kinderhaus schlafen, daß die Gruppe wichtig ist und die Familie zwar emotional eine Rolle spielte, doch nicht im Alltagsleben.</p>
<p>Wenn sich Kibbuzniks dieser Kinderhaus-Generation treffen, tauschen sie meist den Namen ihres Kibbuz aus und fragen dann nach, &#8220;wenn du aus Bet ha Emek bist, dann kennst du vielleicht den Motti?&#8221; &#8220;Motti? der war in der Gruppe meiner Schwester&#8221;, und so bildet sich ein kompliziertes Netz von Beziehungen. Denn Gruppen-Kinder sind oft genauso wichtig wie biologische Geschwister. So wird mein Schwiegervater den Mädchen aus Y.s Gruppe nie vergessen, wie sie im Krieg um Y. bangten, ihm Päckchen und Briefe schickten, als wäre er ihr Bruder.</p>
<p>Absurde Formen nimmt dieses Gruppen-Bewußtsein schon manchmal an, selbst bei Erwachsenen. Wenn ich von jemandem erzähle, daß er mit Y. seit der Kindheit in einer Gruppe ist, weist er mich schon manchmal zurecht und sagt, &#8220;ma pitom, der ist doch erst dazugekommen, als wir schon drei Jahre alt waren&#8221;, oder &#8220;ach was, die war in der anderen Sechsergruppe im Babyhaus, wir waren erst seit der Kleinkindergartenzeit zusammen&#8221;. Das weiß hier jeder, wer mit wem wo und wann in einer Gruppe war.</p>
<p>Als ich hier neu war und zu Y.s Geburtstag die Kumpel aus seiner Gruppe einlud (die damals noch alle hier lebten, das war schön!), beging ich den Fauxpas und lud auch einen etwas jüngeren guten Freund ein, mit dem Y. damals arbeitete. Nachher nahm mich eine aus Y.s Gruppe beiseite und meinte, &#8220;wieso hast du den Yoram denn eingeladen? der ist doch aus Sait (hebr. Olive), der gehört doch gar nicht dazu&#8221;. Ich so: &#8220;hä? Olive? *nix versteh* &#8220;&#8230; woraufhin sie mir erklärte, daß Y. und sie aus Gruppe Sanddorn sind, Olive zwei Jahre jünger sind und nicht dazugehören.  Heute würde sie vermutlich selbst darüber lachen &#8211; sie hat einen Siedler geheiratet und lebt in den besetzten Gebieten und findet heute vermutlich Kibbuz und Gruppe Sanddorn gleich entsetzlich&#8230;.. Aber das war ein Aha-Erlebnis.</p>
<p>Ich hab glaub ich schon erzählt, wie verwundert Y. jedesmal ist, wenn er von Gruppentreffen wiederkommt. Die Mädchen der Gruppe, heute bis auf eine Ausnahme alles selbst Mütter von Großfamilien, erinnern sich an die fiese Metapelet, die ihnen abends Antihistamine gab, damit sie besser schlafen, die ihnen an den Haaren riß, wenn sie gewaschen wurden, und die sehr streng war. Die Jungens erinnern sich dagegen an den Schrecken, den diese fiese Metapelet kriegte, als Shachar, der Unglücksrabe, vom Klettergestell fiel und Gilla schreiend ins Kinderhaus lief: Shachar ist tot! Shachar ist tot!</p>
<p>Die Mädchen erinnern sich an Ängste, Einsamkeit, verborgenen Zorn auf die Eltern, die sich dem Diktat der Kindergärtnerin oder Metapelet fraglos unterwarfen. Die Jungens erinnern sich an Streiche, die sie den Erwachsenen spielten, an die gemeinsamen Shabat-Frühstücke, die ihnen ein jeweils anderer Elternteil im Kinderhaus bereitete, bevor sie dann ins Elternhaus gingen &#8211; daran, wie einer der Väter die Kinder in die Luft schmiß und eine Mutter immer phantastische Kuchen mitbrachte. &#8220;Yiffis Mutter, die konnte backen! Da waren wir alle neidisch!!&#8221;</p>
<p>Ja, und bei den Eltern des besten Freunds gab es eine Schublade, die war bis oben hin voll Schokolade. Y., in einem süßigkeitenfreien Haus aufgewachsen (bis heute kaufen seine Eltern kaum Süßigkeiten, sie mögen sie einfach nicht), war vollkommen fasziniert davon, daß jeder sich aus dieser Schublade bediente und die Schokolade tafelweise verputzte. Die Häuser der anderen Kinder aus der Gruppe waren Erweiterungen des Kinderhauses und des Elternhauses.</p>
<p>Y. erinnert sich nicht an Angst oder Schrecken. Er war ein stiller Junge, der alles sah und wenig sagte, aber er war in der Gruppe immer akzeptiert und hatte Freunde. Seine Eltern, Großeltern und Tanten waren im Kibbuz hochangesehen, hatten immer wichtige Stellen inne und der Status der Familie gab den Kindern Sicherheit. Y.s Eltern liebten ihn, er hatte immer Rückhalt zuhause, auch wenn er nie dort schlief.</p>
<p>Gestern, als mein Schwager hier war, ärgerten die beiden Brüder ihren Vater ein bißchen, wie sie es gern tun. &#8220;Weißt du noch&#8221;, meinte mein Schwager, &#8220;wie Aba immer mit den Ohropax seinen Mittagsschlaf gehalten hat, damit wir ihn nicht stören, wenn wir um vier kamen?&#8221; Mein Schwiegervater meinte, &#8220;ja, und Y. war auch immer schön still, aber wie du die Türen geknallt hast!&#8221; &#8220;Ja klar, du solltest doch merken, daß du Kinder hast&#8221;&#8230;</p>
<p>Von vier bis sechs waren Y., seine Schwester und der kleine Bruder bei den Eltern, spielten mit der Mutter (die genial im Spiele-Erfinden war) und wurden dann zurück ins Kinderhaus gebracht. Die Mutter war selbst Metapelet und mußte in ihr Kinderhaus, andere Kinder betreuen.</p>
<p>Der Vater brachte die Kinder eines nach dem anderen in die einzelnen Kinderhäuser, blieb bei ihnen, bis sie im Bett waren, las ihnen Geschichten vor. Er ist sehr stolz auf seine Rolle als Vater und hört es gar nicht gern, wenn seine Söhne das reichlich wenig finden. Wenn er zum Beispiel Erziehungstips gibt und seine Söhne sie nicht annehmen und er sagt, &#8220;immerhin habe ich selbst drei Kinder aufgezogen!&#8221;, dann gucken die Söhne sich grinsend an und sagen, &#8220;ja, aber mit Ohropax war das auch nicht so schwierig!&#8221; Mein Schwiegervater lacht dann nicht mit.</p>
<p>Manchmal erzählt er Geschichten: wie die Mutter eines Kindes und der Vater eines anderen sich ineinander verliebten, ihre Ehepartner verließen und eine neue Familie gründeten (natürlich auch mit vielen Kindern). Oder wie sich ein Vater in die Metapelet verliebte &#8211; sowas habe ich auch selbst noch miterlebt. Man lebte eben sehr nah beisammen und Komplikationen gab es immer.</p>
<p>Anfangs, als wir die Kinder hatten, waren Y.s Eltern erstaunt, wie viel Arbeit das ist, und daß uns das so wichtig war. &#8220;Zu meiner Zeit hatten alle Leute die Kinder im Kinderhaus, das war eben so&#8221;, meinte meine Schwiegermutter. Alle?? Na ja, alle Kibbuzniks eben. Und meine Schwiegereltern kannten auch fast nur Kibbuzniks.</p>
<p>Ein Kibbuznik lernte damals die Welt &#8220;bachutz&#8221;, draußen, nur selten kennen &#8211; vielleicht in der Armee. Die Erziehung im Kibbuz, mit der Betonung der Werte Verantwortung, Selbständigkeit, Teamarbeit, Unterdrückung eigener Wünsche, gab den meisten jungen Kibbuzniks in der Armee einen Vorsprung vor Stadtkindern, und viele wurden Offiziere. Mein Schwiegervater ist das beste Beispiel für einen Mann, der den Kibbuz lang verlassen hat, viele Rechnungen mit dem Kibbuz offen hat, und doch davon überzeugt ist, daß Kibbuzniks allen anderen Spezies überlegen sind.</p>
<p>Kibbuznik zu sein &#8211; das ist noch immer ein so bedeutender Teil der Identität, daß sich Kibbuzniks am Telefon nicht nur mit ihrem Namen, sondern auch mit dem Namen ihres Kibbuz melden. &#8220;Ran aus Kibbuz Dan&#8221;, &#8220;Juval aus Shoval&#8221; und &#8220;Mussa aus Usha&#8221; &#8211; zu Anfang hat mich das höchlich amüsiert. Wenn Y. zum Beispiel ein Reisebüro angerufen hat, um einen Flug zu buchen, hat er sich auch so gemeldet, &#8220;hier spricht Y. aus Ramat Chaim&#8230;.&#8221;, und ich habe gelacht.</p>
<p>&#8220;Ja meinst du denn, der am anderen Ende weiß, wer du bist? wieso sagst du nicht gleich, Y. aus Ramat Chaim, Gruppe Sanddorn&#8230;&#8221;. Er verstand gar nicht, was daran so witzig ist. Inzwischen&#8230; es ist dem Leser gänzlich klar&#8230; melde ich mich selbst so. Denn viele Kibbuzim sind bekannt, und wenn man den Namen sagt, hat der andere sofort einen Anknüpfungspunkt.</p>
<p>Autos des Kibbuz haben auch einen Aufkleber mit dem Logo des Kibbuz vorne drauf, so daß sich Kibbuzniks untereinander sofort erkennen. Einmal hielt uns an einer Ampel in Tel Aviv eine alte Dame an, die unser Logo erkannte. &#8220;Kommt ihr aus Ramat Chaim?&#8221;, fragte sie. Ja. &#8220;Also dann könnt ihr mir doch bestimmt sagen, ob bei euch in der Fabrik noch Wäschestärke hergestellt wird. Die war immer so gut. Sonst kriegt man sowas ja in Israel nicht&#8221;. Leider mußte Y. sie enttäuschen, nein, die Wäschestärke wird nicht mehr produziert, leider. Die alte Dame war natürlich Yekke, wer würde sonst in Israel Wäsche stärken wollen?</p>
<p>Oder vor ein paar Tagen, als wir mit Tertia Perlen von ihrem Geburtstagsegeld kaufen gingen. Ich hatte einen Gutschein für Steimatzky geschenkt bekommen, die große Buchladen-Kette, und da ich weiß, daß der beste Steimatzky in Em HaDerech  auf dem Weg nach Tel Aviv ist, fuhren wir dort hin. Als ich voll beladen zur Kasse ging, fragte die Filialleiterin: seid ihr Kibbuzniks? Es stellte sich heraus, daß es für Kibbuzniks Prozente gibt &#8211; vermutlich, weil in unserem Kibbuz eine kleine Steimatzky-Filiale existiert. Aber wie hat sie uns das angesehen? Ja, das sieht man eben, meinte sie. Tatsächlich passiert es mir immer wieder, daß Leute uns die Kibbuzniks ansehen. Kibbuzniks sind schlampig-lässig und tragen wohl unsichtbare die sichere Hülle ihrer geborgenen Existenz mit sich &#8211; ist meine Theorie.</p>
<p>Ich glaube , Kibbuzniks werden von anderen Israelis als arrogant wahrgenommen. Das liegt auch daran, daß wir links denken, wählen und uns engagieren &#8211; wir werden als naiv, verblendet, gefährlich idealistisch angesehen. Daß Kibbuzniks ihre Hilfe ohne Ansehen der Personen anbieten &#8211; daß in Kibbuzim während der Kriege Leute aus Gebieten unter Beschuß aufgenommen worden, nach der Räumung des Gazastreifens Siedler und heutzutage Flüchtlinge aus Darfur  &#8211; daß Kibbuzniks im Bewußtsein ihrer eigenen Perfektion mit allen anderen gut auskommen&#8230; das stört viele, wirkt abgehoben, moralapostelnd.<br />
Da ist auch was dran, an diesem Ruf der &#8220;snobbiut&#8221;, auch wenn jüngere Kibbuzniks ihr Gottesgnadentum nicht mehr so deutlich spüren oder zeigen. Der Unterschied zwischen der Kindheit meiner Kinder und der Kindheit ihrer Freunde aus der Stadt ist eben nicht mehr so eklatant, und darum vielleicht ist die Absonderung nicht mehr so groß. Ohne Zweifel eine positive Entwicklung.</p>
<p>In der Armee, an den Hochschulen, auch in den oberen Etagen in der Industrie sitzen aber immer noch viel mehr Kibbuzniks, als es unserem Bevölkerungsanteil entspricht. Der Rektor einer Hochschule erzählt als erstes, daß er alle vier Wochen in seinem Kibbuz im Kuhstall arbeitet. Er trägt keine Krawatte, statt dessen sommers wie winters Sandalen. Das wirkt wie eine Form der Arroganz in Shorts und Gesundheitssandalen &#8211;  wir haben es nicht nötig, uns wie Städter in Schale zu werfen (obwohl auch der israelische Städter das nur sehr bedingt tut).</p>
<p>Im Dining Room laufen alle in Arbeitsklamotten rum, so Blaumännern und Latzhose und den berühmten Klempnerhosen (die so ins Rutschen kommen, wenn sie sich hinknien &#8211; Ihr wißt schon&#8230;). Alles blue collar. Aber die meisten dieser blue collars haben studiert und sind Ingenieure oder sonstwas. Auch in der Fabrik sieht man wenig Business-Chic, obwohl der neue Manager Hemden eingeführt hat, mit dem Logo der Fabrik. Vorher hat auch Y. immer nur Arbeitsoveralls getragen, in denen er genauso aussah wie die ungelernten Arbeiter.</p>
<p>Ein Teil dieses Selbstbewußtseins der Kibbuzniks liegt in der sonnigen Kindheit begründet, darin, daß die Kinder nach wie vor mit dem Bewußtsein aufwachsen, daß es nichts Besseres gibt als eine Kindheit im Kibbuz. Das stimmt zwar nicht, wenn die Eltern schwachen Status haben und das Kind von der Gruppe ausgestoßen wird &#8211; wenn die Familie unglücklich ist oder den Kibbuz gar nicht mag &#8211; wenn die ErzieherInnen, der Erziehungsausschuß oder sonst jemand der Familie das Leben schwermacht &#8211; alles das macht eine Kindheit alles andere als sonnig, und das Bestehen der Umgebung auf der Überlegenheit ihrer Lebensweise kann das Unglück noch verstärken.</p>
<p>Heutzutage hat die Familie eindeutig die wichtigste Rolle im Leben der Kinder, mit allen Vor- und Nachteilen. Der Gruppendruck ist nicht mehr so stark &#8211; meine individualistischen Kinder, Primus und Tertia, ziehen sich lieber zuhause zurück als mit der Gruppe was zu unternehmen. Meine gruppenorientierten Kinder, Secundus und Quarta,  haben alle Möglichkeiten, sich pausenlos mit Freunden zu umgeben. Aber die Schutzräume sind gewachsen.</p>
<p>Man stelle sich vor, als Y. aufwuchs, hatte er nur seine Ecke im Kinderhaus mit Bett und Nachttisch, bei der Metapelet zwei Regale für &#8220;feine&#8221; und &#8220;Arbeits&#8221;-Kleidung, bei seinen Eltern vielleicht eine Schublade,  und das war´s. In der High School teilte er sich sein Zimmer mit zwei Mädchen, erst als Soldat bekam er ein eigenes Zimmer &#8211; aber natürlich in einem Gebäude, das er mit seinen Freunden teilte. Niemand klopfte da an eine Zimmertür, Privatleben gab es eigentlich nicht. Als ich ihn kennenlernte, war er gerade in seine erste &#8220;erwachsene&#8221; Wohnung gezogen, ein kleines, idyllisches Häuschen mit Küche, Wohnzimmer, Terrasse, Schlafzimmer und einem kleinen Bad. Ich habe dieses Häuschen sehr geliebt und es erst verlassen, als wir Secundus erwarteten.</p>
<p>Alles das ging mir durch den Kopf, als ich diese <a href="http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1189411450627&#38;pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull">Besprechung </a>eines Films las, den ich sehr gern sehen würde. Er heißt &#8220;Kinder der Sonne&#8221;, daher mein Titel.</p>
<p>Auch <a href="http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=1159193334317&#38;pagename=JPost%2FJPArticle%2FShowFull">Sweet Mud</a> hab ich verpaßt, was wirklich schade ist. Als Ergänzung zu diesen Erinnerungen und Gedanken aus meinem privaten Kosmos können auch die Bilder bei <a href="http://www.flickr.com/photos/rungholt/sets/823693/">Flickr </a>dienen. Schade, daß mein alter Blog nicht mehr erreichbar ist, da habe ich ja mal sehr viel über Erziehung im Kibbuz geschrieben.  Es ist ein längerer Eintrag geworden als geplant, aber hm, so ist er nun mal. Ich persönlich glaube, die Journalistin hat recht, wenn sie schreibt, <span><span class="lead"></span></span></p>
<blockquote><p><span><span class="lead">For better or for worse, the kibbutz movement is an inextricable, if not a central, component of Israeli identity. The debates, passion and despair on the screen mirror the changes that Israeli society has undergone during the period the film covers &#8211; and is still undergoing.</span></span></p></blockquote>
<blockquote></blockquote>
<p>Und noch etwas habe ich dazu heute gelesen, das dazu paßte&#8230; wo war das noch? Richtig, in einer <a href="http://www.haaretz.com/hasen/spages/905835.html">Buchbesprechung</a>.</p>
<blockquote><p><span class="t13">In Israel, the great majority of the elite that calls itself secular is an Ashkenazi-European elite, and it is in possession of a distinctly Eurocentric thesis. &#8220;Secularism&#8221; is really a synonym for the ideology of the liberal left [...]</span></p>
<p><span class="t13">Here it is important to note the fascinating reversal that exists between Europe and Israel. In Europe, Christian religion serves as a cultural barrier protecting the Europeans from the &#8220;invasion&#8221; of &#8220;Third World&#8221; immigrants; Christianity gives Europe back to the &#8220;Europeans,&#8221; and it helps them to formulate their new identity. In Israel, by contrast, it is &#8220;secularism&#8221; that performs a similar function, playing a central role in the attempt to imagine Israel as &#8220;the Europe of the Middle East,&#8221; which is explicitly contrasted with the Arab world around it, perceived as traditional and fundamentalist, never as secular.  </span></p></blockquote>
<p>Ganz interessant, führt vielleicht zu weit. Aber die Idee des Kibbuz ist europäisch geprägt und säkular &#8211; und die säkulare, also nicht primär am Judentum ausgerichtete Identität heutiger Israelis trägt die Spuren dieser sonnenverbrannten, bekittelten Kinder, die ich hier hier geschildert habe.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[von der Kaderschmiede zum Altenheim? - Der Wandel der Kibbuzim in Israel]]></title>
<link>http://ecomedia.wordpress.com/2007/01/21/von-der-kaderschmiede-zum-altenheim-der-wandel-der-kibbuzim-in-israel/</link>
<pubDate>Sun, 21 Jan 2007 10:48:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>ecomedia</dc:creator>
<guid>http://ecomedia.wordpress.com/2007/01/21/von-der-kaderschmiede-zum-altenheim-der-wandel-der-kibbuzim-in-israel/</guid>
<description><![CDATA[Die Kibbuzim, einst das einzige freiwillige sozialistische (oder im weitesten Sinne urchristliche?) ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p class="MsoNormal">Die Kibbuzim, einst das einzige freiwillige sozialistische (oder im weitesten Sinne urchristliche?) Experiment mit Erfolg, verkaufen ihr Tafelsilber. „Jede/r bekommt nach seinen Bedürfnissen, jede/r gibt nach seinen Fähigkeiten“ – vom Motto der Gründerväter und –mütter bleibt nicht mehr viel übrig. Häuser und Dienstleistungen werden privatisiert. Die Mitglieder zahlen ihr Mittagessen mit Magnetkarten, die einst frei zugänglichen, gut gefüllten Kühlschränke sind verschlossen. Für Strom und Wasser kommt jeden Monat eine Rechnung. Statt in die Gemeinschaftskasse fließen die Gehälter aufs eigene Konto. Viele Kibbuzbewohner leben jetzt besser und manche – vor allem die alten Leute – viel schlechter. Einige, die sich mit dem angeblich zwangsläufigen Wandel nicht abfinden wollen, gründen neue Lebensgemeinschaften in der Stadt <span> </span>- und in der Wüste. „Bei uns entscheidet jeder selbst“, erklärt Ofer von der Stadtgemeinschaft Tamuz den Unterschied zum Kibbuz mit seinen Ausschüssen und Abteilungen. „Dabei nimmt jeder freiwillig Rücksicht auf die Gemeinschaft.“ …</p>
<p class="MsoNormal">Meine  Text und Fotoreportage und/oder ein Hörfunkmanuskript schicke ich Ihnen gerne zur Ansicht zu.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>

</channel>
</rss>
