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	<title>kulturen-im-dialog &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "kulturen-im-dialog"</description>
	<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 03:27:08 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[ Fethullah Gülen &amp; die Kurden ]]></title>
<link>http://talmeez.wordpress.com/2009/09/27/bittgebet-um-rechtleitung-vergebung/</link>
<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 13:39:47 +0000</pubDate>
<dc:creator>Talib al Muwahhid</dc:creator>
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<description><![CDATA[Fethullah Gülen und der nationalistische Pferdefuß Auch wenn Fethullah Gülen weit entfernt ist von s]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Fethullah Gülen und der nationalistische Pferdefuß</p>
<p>Auch wenn Fethullah Gülen weit entfernt ist von seinem großen Traum, jenem großtürkischen Reich &#8220;Turan&#8221;, das von einer türkisch-islamischen Herrschaftsschicht regiert werden würde, ist er immerhin erfolgreich in der Verbreitung der türkischen Thesen in der ganzen Welt. Über seinen Traum klärte er bereits 1996 auf:</p>
<p>&#8220;Ich konnte mich niemals zufrieden geben mit dieser kleinen Gestalt einer Nation [gemeint ist die Türkei, d.Red], die eine große Geschichte vorweisen kann. Ich lebte in meinen Träumen stets mit Gedanken, die Utopien glichen. Manchmal ertränkte ich sie mangels Handlungsfähigkeit mit meinen Tränen.&#8221; [1] </p>
<p>An einer anderen Stelle sagte Fethullah Gülen:</p>
<p>&#8220;Ich konnte niemals diese Verkleinerung eines großen Staates akzeptieren. Ich lebte mit dem Bewusstsein um meine Nation, als sei ich gefesselt.&#8221; [2]</p>
<p>Wie bereits erwähnt im ersten Teil dieser Serie über Fethullah Gülen, spendete Gülen der ultranationalistischen Partei MCP ["Partei der nationalistischen Arbeit"] 3.5 Milliarden Lira für die am 20.10.1991 anstehenden Wahlen. </p>
<p>Fethullah Gülen soll im August 1987 mit der Ausbildung von Predigern begonnen haben, die seine Ideen verbreiten sollten und in einem seiner Vorträge gesagt haben, dass ein Treffen zwischen Alparslan Türkeþ und ihm zustande gekommen sei, in dessen Verlauf er Türkeþ seine Absicht über die Ausbildung im Sinne der Scharia offenbart habe, die dieser akzeptierte. [3] </p>
<p>Gülens besondere Vorlieben für türkische Rassisten wurden durch zahlreiche Preise und Ehrungen belohnt:</p>
<p>1995 nahm Fethullah Gülen den Preis &#8220;Nihal Atsýz Türk Dünyasý Hizmet Ödüllü&#8221; ["Nihal-Atsýz–Preis für Dienste an der türkischen Welt"] entgegen, der durch die &#8220;Türk Ocaklarý&#8221;, jene Vereine türkischer Ultranationalisten, Turanisten und Faschisten, die sich selbst als &#8220;Ülkücü&#8221; bezeichnen, ausgegeben wurde; Nihal Atsýz [4] selbst ist allgemein als türkischer Rassist bekannt.</p>
<p>Auch 1998 erhielt er einen Preis der &#8220;Türk Ocaklarý&#8221;, diesmal die &#8220;Hamdullah Suphi Tanrýöver &#8211; / Türk Ocaklarý Kültürü Armaðaný&#8221; ["Hamdullah-Suphi Tanrýöver-Ehrung für Verdienste um die Kultur des Türkischen Heimes"], die den Namen des nationalistischen Politikers Hamdullah Suphi Tanriöver trägt.</p>
<p>Auch Gülens Beziehungen zum Geheimdienst und sogar zu Ergenekon [5], jener tiefstaatlichen Organisation, die für zahlreiche Morde unbekannter Täter an Kurden beteiligt war, wie auch an den Bestrebungen einen Chaoszustand in Nordkurdistan zu verursachen, sind Gesprächsthemen zahlreicher seriöser Journalisten.</p>
<p>Bereits kurz nach dem Susurluk-Skandal, der das kriminelle Beziehungsgeflecht des türkischen Staates deutlich machte, tauchte Fethullah Gülen in einem Bericht des türkischen Geheimdienstes MIT auf. MIT wurde aufmerksam auf Behauptungen, die im Umlauf waren, wonach Fethullah Gülen der geheime Partner der ehemaligen türkischen Ministerpräsidentin Tansu Ciller in einer Schwarzgeldaffäre gewesen sei bzw. die Gülen-Prediger Verbindungsleute der CIA in der Türkei seien [6]. Der Bericht vom 17.12.1996 aus der Feder des MIT-Untersekretärs Sönmez Köksal wurde dem damaligen Ministerpräsident Necmettin Erbakan vorgelegt. </p>
<p>Auch Prof. Robert W. Olson von der Universität in Kentucky, der sich bereits intensiv mit der Kurdenproblematik beschäftigte, stellte interessante Details über den Machtkampf zwischen dem ehemaligen und nun pensionierten Generalstabschef Kývrýkoðlu, der im Ergenekon-Prozess von dem Angeklagten Doðu Perinçek als Ergenekons Nummer 1 beschuldigt wurde, und Fethullah Gülen fest [7]:</p>
<p>Nach Ansicht Olsons herrschte ein Machtkampf zwischen Kývrýkoðlu und Gülen, der vor allem im &#8220;Telekulak-Skandal&#8221; offenbart wurde; in diesem Skandal geht es um die 1999 veröffentlichten Videos mit Fethullah Gülen, in welchem er seine Pläne zur Machtergreifung des Staates verdeutlichte. Diese Videos, die später zu einer Anklage gegen Gülen führten, sollen durch das Militär verbreitet worden sein. Kývrýkoðlu sagte damals [30.08.2000], das Militär &#8220;sei von Gülen-Anhängern bereinigt&#8221; und forderte auch die &#8220;Abservierung [der Gülen-Anhänger] von anderen staatlichen Institutionen&#8221;.</p>
<p>Heute registrieren wir, dass zahlreiche Angeklagte im Ergenekon-Prozess, beispielsweise der pensionierte General Veli Kücük, der den Auftrag zum Aufbau einer Konterarmee durch den pensionierten General Kývrýkoðlu erhielt [8], zugleich enge Beziehungen zu Gülen pflegten.</p>
<p>Aus zahlreichen Artikeln des religiösen Spektrums, die entweder mit Gülen sympathisieren oder ihm sogar angehören, wird die Herstellung einer Verbindung Kývrýkoðlus mit Ergenekon angedeutet.</p>
<p>Der bereits im ersten Teil dieser Serie erwähnte Faik Bulut, der vor allem mit seinen Beiträgen und Untersuchungen zum politischen Islam bekannt ist, stellte am Ende seines Buches &#8220;Wer ist dieser Fethullah Gülen? Seine Vergangenheit, die Gegenwart und seine Ziele&#8221; folgende unbeantwortete Fragen, die ich kommentarlos in den Raum stelle:</p>
<p>1. Warum endeten vier Tage nach dem Tod des Ministerpräsidenten Turgut Özal im Jahr 1993 abrupt alle Beziehungen Fethullah Gülens mit der Regierung? Unter welchem Vorbehalt beendete Gülen diese Beziehung?</p>
<p>2. Stimmt es, dass der derzeit verurteilte Hanefi Avcý [9] mit Fethullah Gülen sympathisierte?</p>
<p>3. Und was ist mit Mahmut Yýldýrým, unter dem Deckname Yeþil [10] für zahlreiche Morde verantwortlich, welcher derselben religiösen Gemeinde beigetreten war?</p>
<p>- Stimmt die Behauptung, dass [der Mafioso] Abdullah Catlý für Gülen-Kreise als &#8220;Mann fürs Grobe&#8221; arbeitete?</p>
<p>Der derzeit von der AKP-Regierung geführte Kampf gegen die Geheimorganisation Ergenekon wird nicht umsonst als ein Machtkampf für Gülens Interessen analysiert. Dabei handelt Gülen weniger aus Interesse nach Gerechtigkeit und einer Lösung des Kurdenproblems, sondern vielmehr für die Einführung einer neuen Politik zur Assimilation der Kurden, die nun offensichtlich effektiver und nicht mehr mit der aggressiven Kriegsführung der kemalistischen und linksnationalistischen Elite des Militärs geführt werden soll.</p>
<p>Auch dazu stellt Faik Bulut fest, dass Gülen seine Kontrahenten auf geschickte Weise langsam aus dem Verkehr ziehen möchte, um sein Imperium zu gestalten.</p>
<p>Fethullah Gülen ist sicherlich kein &#8220;einfacher Prediger&#8221;, denn bereits seine Vergangenheit straft diese bescheidene Analyse Lügen, da er stets Kontakte tief im Staate pflegte. Burhan Basgün, ehemaliger MIT-Mitarbeiter, klärte bereits in vielen Berichten über die MIT-Berichte auf. Dabei berichtete er über die Tatsache der Ausforschung einzelner Personen und stellt fest:</p>
<p>„Selbstverständlich werden über Autoren, Intellektuelle und Prediger der Gemeinden biografische Protokolle geführt. Ist es beispielsweise möglich, dass über den Gemeinde-Führer Fethullah Gülen keine Berichte vorliegen?“ [HürHaber, 17.07.2007] </p>
<p>Bereits April 2007 vertraute Fethullah Gülen dem Hürriyet-Journalisten Ahmet Hakan seine besonderes Interesse an Geheimdienst-Aktivitäten an.</p>
<p>In seiner Kolumne &#8220;Fethullah Gülen und Ergenekon&#8221; stellt der renommierte Journalist Can Dündar fest, dass Tuncay Güney, ein Kronzeuge des Ergenekon-Prozesses, im Verhör bei der Erwähnung Fethullah Gülens unruhig wurde. Güney verkündete jedoch, dass die Gülen-Gemeinde einst eine Unterabteilung Ergenekons bildete, sich weiterentwickelte und schließlich sogar innerhalb der Polizei an Macht gewann. Nach dem 28. Februar [11] sei jedoch die Gülen-Abteilung geschwächt worden und seitdem existiere ein (Macht-)kampf zwischen beiden Fraktionen.</p>
<p>Nach seiner Atatürk-Verfilmung &#8220;Mustafa&#8221; hat Can Dündar nun auch einen Film über Said-i Kurdi gedreht, der Gerüchten nach von der Gülen-Gemeinde mit 1.4 Millionen Euro unterstützt worden sein soll. Can Dündar bestritt die Gerüchte, da er sich selbst als Kritiker Gülens bezeichnet wie er in zahlreichen Artikeln demonstriert habe [Odatv.com, 08.02.2009] .</p>
<p>Es mag weniger überraschen, dass die Ergenekon-Affäre nun von der AKP-Regierung aufgerollt wird, denn die AKP-Regierung wird bekanntermaßen durch Fethullah Gülen unterstützt, wie alle Gülen-Medien in ihren Artikeln klarstellen, denn die heute extrem einflussreiche internationale Gemeinschaft Fethullah Gülens ist Teil des Nurcu-Ordens, der wiederum ein Zweig der Nakschibendi ist. Turgut Özal, der ehemalige Ministerpräsident und Vorsitzende der liberal-konservativen &#8220;Mutterlandspartei&#8221; ANAP, und Necmettin Erbakan, der Ideologe der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs, sind ebenso Angehörige der Nakschibendi-Bruderschaft. Auch Recep Tayyip Erdogan, der Vorsitzende der Regierungspartei AKP und amtierende Ministerpräsident, ist als Nakschibendi bekannt. </p>
<p>Gülen und seine Gemeinde waren stets bemüht über gute Beziehungen zur jeweiligen Regierung und ihren Parteien; im Gegenzug bieten sie ihnen Wählerstimmen. Als sich Mitte der 90er Jahre ein Stimmenzuwachs für Bülent Ecevits Demokratische Linkspartei [DSP] abzeichnete, erklärte Gülen offen seine Unterstützung. Im Gegenzug lobte Ecevit die Aktivitäten der Gemeinde Gülens im In- und Ausland.</p>
<p>In seinem Beitrag führt Can Dündar weiter aus, dass bereits Doðu Perinçek im Verhör hinsichtlich des laufenden Ergenekon-Prozesses eine vermutete Liste über die &#8220;Fethullahciler&#8221; bei der Polizei bestätigte, jene Fraktion und Anhängerschaft Fethullah Gülens. Dabei fragt sich Can Dündar verwundert: Wenn doch Gülen keine Beziehung zu Ergenkeon pflege, warum dann dieses besondere Interesse an seiner Person?</p>
<p>Bereits der Enthüllungsjournalist Zübeyir Kýndýra offenbarte in seinem Buch &#8220;Die Knüppel des Fethullahs&#8221; [12] die Machenschaften und Unterwanderung durch Gülen in der Polizei, im Geheimdienst und staatlichen Organisationen.</p>
<p>Zübeyir Kýndýra verbrachte ab 1979 viele Jahre an der Polizei-Akademie und wurde nach seinen Analysen über die Gülen-Gemeinde suspendiert. Damals wunderte sich Zübeyir Kýndýra über die große Anzahl von Personal aus den &#8220;Iþýk-Anwesen&#8221; ["ýþýk" heißt im Türkischen "Licht"], die zur Gülen-Gemeinde gehören; auch in Südkurdistan wurde eine Iþýk-Universität errichtet.</p>
<p>Tuncay Güney hatte auch mit einer anderen Behauptung für Aufmerksamkeit gesorgt. Nach seinen Aussagen wurde die BBP [13] unter dem Vorsitz Muhsin Yazýcýoðlus nach Gülens Wunsch und mit seiner Unterstützung gegründet. Später jedoch revidierte Güney seine Meinung öffentlich und bat Yazýcýoðlu um Vergebung [Bugün, 20.12.2008]. Seine Worte seien damals so wiedergegeben worden, weil er gefoltert worden sei, rechtfertigte sich Güney, der ansonsten recht offen, medienwirksam und furchtlos im Ergenekon-Prozess aussagt.</p>
<p>Ganz verkehrt kann die Behauptung Güneys jedoch nicht sein, denn Yazýcýoðlu und Fethullah Gülen verbindet eine alte Freundschaft: Nachdem Yazýcýoðlus 1992 die MCP verließ, unterstützte ihn Fethullah Gülen finanziell (Cumhuriyet, 07.08.2008).</p>
<p>Inwiefern die Behauptungen über Fethullah Gülen nun stimmen mögen und der Wahrheit entsprechen, bleibt ungewiss, denn viele Behauptungen werden entweder verborgen bleiben oder erst mit der Zeit ans Tageslicht rücken. Seine Beziehungen, seine Kontakte und seine Worte haben aber sicherlich demonstriert, dass er kein Freund der Kurden ist und nur jene Kurden akzeptiert, die bereit sind nach seiner Weltanschauung dem Türkentum zu dienen und ein Teil des &#8220;großen türkischen Volkes&#8221; zu sein.</p>
<p>______________________________</p>
<p>[1] Ahmet Ersöz: &#8220;Pensilvanya Günlüðü&#8221; in Ufuk Yayýnlarý, Ýstanbul 2006</p>
<p>[2] ebenda</p>
<p>[3] Ergün Poyraz [Zeuge im Ergenekon-Prozess]: &#8220;GÜLEN ve ÝSTÝHBARAT&#8221;, 11.03.2008</p>
<p>[4] Nihal Atsýz war ein nationalistischer und rassistsicher Autor, der mitunter als geistiger Vater der Ülkücü-Bewegung gilt. 1945 wurde Atsýz, wie auch Alparslan Türkeþ, im &#8220;Rassismus- und Turanismusverfahren&#8221; zu mehr als 6 Jahren Haft verurteilt. In seiner Verteidigungsrede äußerte er sich derart: </p>
<p>&#8220;Ich sage es zum Schluss ganz offen: Türkismus ist Nationalismus. Rassismus und Turanismus gehören dazu. Entweder wird das Land sich auf der Basis dieser beiden Termini erheben oder untergehen. Rassismus und Turanismus widersprechen nicht der Verfassung. Da ich Rassist und Turanist bin, wird eine mögliche Verurteilung wegen Rassismus und Turanismus die höchste Ehre meines Lebens darstellen.&#8221;[Cenk Saraçoðlu: "Nihal Atsýz's World-View and Its Influences on the Shared Symbols, Rituals, Myths and Practices of the Ülkücü Movement", Leiden 2004]</p>
<p>Über die Kurden sagte er unter anderem: </p>
<p>&#8220;Wenn Ihr Kurden weiter Eure primitive Sprache sprecht [...], werdet Ihr von den Türken auf dieselbe Weise ausgerottet, wie man schon die Georgier, die Armenier und die Griechen bis auf die Wurzeln ausgerottet hat&#8221; [Jürgen Roth/Kamil Taylan: "Die Türkei. Republik unter Wölfen", Bonn 1983]</p>
<p>[5] Kurdmania: Sammelthread – Ergenekon </p>
<p>[6] Enis BERBEROÐLU: &#8220;Fethullah Gülen kimdir sorusu&#8221; in Hürriyet, 26.03.1998</p>
<p>[7] Robert Olson: &#8220;Turkey’s Relations with Iran, Syria, Israel and Russia, 1991-2000&#8243;</p>
<p>[8] Kurdmania: Bülent Orakoðlu, die &#8220;Mörder Turgut Özals&#8221; und der &#8220;tiefe Staat&#8221; </p>
<p>[9] ebenda, Erstbeitrag </p>
<p>[10] ebenda, Antwort # 9</p>
<p>[11] Am 28. Februar 1998 wurde die RP ["Refah Partisi" / "Wohlfahrtspartei"] unter dem Vorsitz Necmettin Erbakans verboten. Der 28. Februar wird allgemein als &#8220;Postmoderner Putsch&#8221; bezeichnet.</p>
<p>[12] Zübeyir Kýndýra: &#8220;FETHULLAH&#8217;IN COPLARI&#8221; in Su Yayýnlarý, 2001</p>
<p>[13] Die BBP, &#8220;Büyük Birlik Partisi / &#8220;Partei der Großen Einheit&#8221;, ist eine ultranationalistisch-islamistische Partei in der Türkei. </p>
<p>Quelle: http://www.kurdmania.com/News-sid-Fe&#8230;defuss-1005.html </p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Urlaubsplanung]]></title>
<link>http://blogmarie.wordpress.com/2008/04/16/urlaubsplanung/</link>
<pubDate>Wed, 16 Apr 2008 15:01:13 +0000</pubDate>
<dc:creator>S.T.Tick</dc:creator>
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<description><![CDATA[Göttergatte (maulend): &#8220;Ich will aber nicht nach Barcelona, ich will ans Meer!&#8221;]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Göttergatte (maulend): &#8220;Ich will aber nicht nach Barcelona, ich will ans Meer!&#8221;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[No seas mufa!]]></title>
<link>http://blogmarie.wordpress.com/2008/03/11/no-seas-mufa/</link>
<pubDate>Tue, 11 Mar 2008 18:39:49 +0000</pubDate>
<dc:creator>S.T.Tick</dc:creator>
<guid>http://blogmarie.wordpress.com/2008/03/11/no-seas-mufa/</guid>
<description><![CDATA[&#8220;No seas mufa!&#8221;, antwortet man in Argentinien jemandem, der schwarzmalerisch unheilvolle]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#8220;No seas mufa!&#8221;, antwortet man in Argentinien jemandem, der schwarzmalerisch unheilvolle Geschehnisse in der Zukunft heraufbeschwört. Das kann schnöde Alltäglichkeiten betreffen: &#8220;Schon kurz vor Ladenschluss. Wahrscheinlich geraten wir jetzt noch in einen Stau und kommen gerade zwei Minuten zu spät an!&#8221;, &#8220;No seas mufa!&#8221;; oder auch nationale Großereignisse: &#8220;Und wenn Messi verletzt ist? Dann verlieren wir am Ende gegen Deutschland!&#8221;, &#8220;No seas mufa!&#8221;. Es ist eine landestypische Redewendung, eine Gesprächsfloskel, und doch ein bisschen mehr als nur das: Dahinter steht der Glaube an die prophetische Macht der Worte, die man durch eben diese Formel zu bannen versucht. Man braucht den Stau nur zu erwähnen, so glaubt man in Argentinien, prompt wird ein paar Kilometer weiter die linke Fahrbahn gesperrt und man hängt gleich hinter der nächsten Kurve dem Vordermann auf der Stoßstange. Man fachsimpelt nach Feierabend in irgendeiner Hinterhofspelunke in Buenos Aires über Fußball, und padauz, stolpert Messi am anderen Ende der Welt über seine Schnürsenkel, Kreuzband hinüber, WM ade.</p>
<p>Natürlich ist das tumber, längst überwundener Aberglaube, dem der gebildete Atheist nicht viel abgewinnen kann. Auf der anderen Seite muss man das Unglück ja auch nicht auf Teufel komm raus herausfordern. Zum Beispiel, indem man vor der Klausur mit der Kommilitonin folgendes Gespräch führt:</p>
<ul>
<li>Also, in Diskreter bin ich fit. Hab alle Übungsaufgaben nochmal wiederholt. Also alle bis auf diese eine zu Pollards Rho-Verfahren, da hatte ich so meine Verständnisschwierigkeiten, aber gut, diese eine da..</li>
<li>Kodierungstheorie. Das ist das, was ich aus der Diskreten nicht so drauf hab. Wenn wenigstens eine Diophantische Gleichung drankommt, oder irgendeine Anwendung des Chinesischen Restsatzes&#8230; boah, ich wär so dankbar.</li>
<li>Ja und die Grundvorlesungen&#8230; mein Hirn ist da zu löchrig, ich hab sie zwar nochmal angeschaut, aber das ist jetzt auch schon wieder ein paar Wochen her.</li>
<li>Geht mir auch so. Also, die Standard-Dinger hat man ja eh drauf und so die groben Zusammenhänge, aber irgendso lange Sätze mit zig Voraussetzungen, die man danach auch nicht mehr so benutzt hat, weiß ich, Satz über implizite Funktionen oder so, ob ich die dann spontan so zusammen kriege&#8230;</li>
</ul>
<p>Jetzt darf die liebe Leserschaft aus dem vorher Gesagten selbst erschließen, welche Aufgaben der Umschlag mit der Klausur zu Tage beförderte und welche leider nicht. Zum Glück hatten wir keine Zeit mehr, uns auch noch über Topologie und Differentialgleichungen auszutauschen, das hat meine Klausur letztlich &#8211; hoffentlich &#8211; gerettet!</p>
<p>(PS: Lieber Herr <a href="http://blindtextblog.blogspot.com/" target="_blank">ramses</a>, der Satz des Pythagoras kam leider auch nicht dran. Obwohl ich den mitsamt Beweis und Folgerungen ganz locker aus dem Ärmel geschüttelt hätte&#8230; da sehen Sie, was Sie angerichtet haben!)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Übersetzung und ihre Tücken]]></title>
<link>http://blogmarie.wordpress.com/2008/02/12/ubersetzung-und-ihre-tucken/</link>
<pubDate>Tue, 12 Feb 2008 18:45:12 +0000</pubDate>
<dc:creator>S.T.Tick</dc:creator>
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<description><![CDATA[Heute wieder: Spaß mit Google. Da sucht man ganz arglos nach Erläuterungen zur Polya-Urne, hat die S]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Heute wieder: Spaß mit Google. Da sucht man ganz arglos nach Erläuterungen zur Polya-Urne, hat die Spracheinstellungen nicht angepasst, und findet so durch Zufall heraus, dass das Ding auf spanisch tatsächlich &#8220;urna de Pólya&#8221; heißt. Hätte man die Homophonie mit &#8220;polla&#8221; nicht wenigstens durch einen Akzent auf der zweiten Silbe entschärfen können?</p>
<p>Nun kann es ja auch sein, dass mein nicht-muttersprachliches und daher unvollkommenes mentales Assoziationsnetz mir hier ein Schnippchen schlägt. Muss ich mir Sorgen machen, weil mir sofort die vulgäre Bedeutung in den Sinn kommt? Sexualneurose, krankhafte libidinöse Besetzung meines Wortschatzes als Kompensation für irgendwas? Denkbar, ein Blick in den Salamanca fördert jedenfalls noch fünf weitere Wortbedeutungen zu Tage.</p>
<p>Wobei es das auch schon mal gab. Als nämlich Mitsubishi sein neuestes Modell &#8220;Pajero&#8221; nannte. Bei der Namensgebung hatte man von Anfang an den südamerikanischen Markt im Blick, für den Produktnamen stand (Wiki zufolge) eine Katzenart der Pampa Pate. Nun ist &#8220;pajero&#8221; ein Teekesselchen und geläufig vor allem als Schimpfwort für Männer, die&#8230; nun ja&#8230; nur sich selbst brauchen, um Spaß zu haben. Was man allerdings erst nach der Markteinführung merkte. Das Hallo war in der spanischsprachigen Welt entsprechend groß, und man taufte den Wagen für die betroffenen Länder eilig in &#8220;Montero&#8221; um. Trotzdem las man in der Folge pikierte Ermahnungen, man solle halt nicht immer gleich so abwegig assoziieren, schließlich bedeute &#8220;pajero&#8221; in erster Linie &#8220;Strohhändler&#8221;. Soviel zur Polysemie mancher Wörter.</p>
<p>Welche Reaktionen die &#8220;urna de Pólya&#8221; so auf den Plan ruft, habe ich mich dann natürlich auch gefragt. In einem Vorlesungssaal mit etwa 20-jährigen und zumeist männlichen Mathematikstudenten im dritten Semester? Wahrscheinlich ähnliche wie die unsrige in der Französisch-Übersetzungs-Übung, als eine Kommilitonin den Satz &#8220;Auf der Bühne wippte er lässig im Takt der Musik, während das Publikum tobte&#8221; übersetzte mit &#8220;&#8230; <a href="http://dict.leo.org/frde?lp=frde&#38;lang=de&#38;searchLoc=0&#38;cmpType=relaxed&#38;sectHdr=on&#38;spellToler=on&#38;search=se+branler&#38;relink=on" target="_blank">il se branle</a> nonchalamment&#8230; &#8220;. Auf der Bühne. Vor begeistertem Publikum. Der Ausdruck blieb hängen, was man vom restlichen Stundenverlauf nicht behaupten konnte.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Die Spanier und die Utopie]]></title>
<link>http://blogmarie.wordpress.com/2008/01/27/die-spanier-und-die-utopie/</link>
<pubDate>Sun, 27 Jan 2008 19:53:36 +0000</pubDate>
<dc:creator>S.T.Tick</dc:creator>
<guid>http://blogmarie.wordpress.com/2008/01/27/die-spanier-und-die-utopie/</guid>
<description><![CDATA[Samstag Nacht. Gerade ist der spanische Film zu Ende, den mein Mann sich angeschaut hat. Zu meiner Ü]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Samstag Nacht. Gerade ist der spanische Film zu Ende, den mein Mann sich angeschaut hat. Zu meiner Überraschung zieht er meinen Salamanca &#8211; den Duden Spaniens &#8211; aus dem Regal und beginnt, eifrig darin zu blättern.</p>
<ul>
<li><i>Sonst alles in Ordnung? Was machst du denn mit meinem Salamanca?</i></li>
<li><b>Naja, ich such halt ein Wort?!</b></li>
<li><i>Aha. Kann man helfen? Welches denn?</i></li>
<li><b>Autopie.</b></li>
<li><i>Was soll das denn sein? </i></li>
<li><b>Na, das haben die in dem Film dauernd gesagt.</b></li>
<li><i>Und du bist sicher, du hast das richtig verstanden? Vielleicht meinst du Autopsie?</i></li>
<li><b>Nein, Autopsie, das weiß ich, was das ist. Wenn die die Leichen aufschneiden. </b></li>
<li><i>Oder vielleicht Utopie?</i></li>
<li><b>Utopie? Nein&#8230;oder doch&#8230;könnte sein.</b></li>
</ul>
<p>Wir lesen die Worterläuterung: &#8220;Sehr gute Idee oder Doktrin, die in dem Moment, in dem sie entwickelt wird, nicht realisierbar ist&#8221;.</p>
<ul>
<li><b>Ach, das isses. Utopie, das haben die dauernd gesagt! Die Utopie der Menschen&#8230;</b></li>
<li><i>Also, das kann ich mir jetzt nicht vorstellen, dass die das Wort so verwendet haben. Man sagt das eher&#8230; also zum Beispiel, wenn jemand ein politisches Konzept zur Verdreifachung des Nettodurchschnittslohns in den nächsten fünf Jahren vorstellt, und du findest das nicht überzeugend, dann kannst du sagen: Das ist doch Utopie! Oder: Das ist doch utopisch!</i></li>
<li><b>Ach so. Jedenfalls, in Südamerika benutzt man das Wort nicht. Diese Spanier, typisch, was die wieder für Wörter erfinden&#8230;</b></li>
</ul>
</div>]]></content:encoded>
</item>

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