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	<title>lernforderung &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/lernforderung/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "lernforderung"</description>
	<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 23:23:44 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Schule versagt, Eltern müssen blechen - Die Folgen trägt die ganze Gesellschaft! ]]></title>
<link>http://legasthenieistkeineschande.wordpress.com/2008/08/28/schule-versagt-eltern-mussen-blechen-die-folgen-tragt-die-ganze-gesellschaft/</link>
<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 10:32:21 +0000</pubDate>
<dc:creator>redaktion</dc:creator>
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<description><![CDATA[Neue wissenschaftliche Studien aus dem Zentrum für empirische pädagogische Forschung (Zepf) bring es]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>Neue wissenschaftliche Studien aus dem Zentrum für empirische pädagogische Forschung (Zepf) bring es auf dem Punkt das die pädagogische Qualität des Lehrerpersonals in punkto &#8220;individuelle Förderung&#8221; an vielen Schulen unprofessionell ist. Leider müssen die Eltern dies durch Nachhilfeangebote ausgleichen, sofern sie Zahlen können, wenn es nicht geht bleiben die Kinder auf der Stecke, und die Folgen muss unsere ganze Gesellschaft tragen.</strong></p>
<p><a href="http://legasthenieistkeineschande.wordpress.com/files/2008/08/061_leere_tafel.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-845" src="http://legasthenieistkeineschande.wordpress.com/files/2008/08/061_leere_tafel.jpg" alt="" width="362" height="240" /></a></p>
<p>Nun hat man dies in einer Online-Studie genauer untersucht, ob und wie man im Bildungssystem die Schüler genauer gefördert werden. Es wurden 1510 Schüler, Lehrer, Ausbilder und Eltern in dieser Onlineumfrage befragt, das Ergebnis spricht für sich. 510 Personen waren in der Funktion der Eltern und 545 als Lehrkräfte. Es kommt zum wichtigen Ergebnis, das Eltern mit der Zusammenarbeit der Lehrer nicht unbedingt zufrieden sind, gaben die Bewertung: &#8220;befriedigend&#8221;ab, dies spricht nicht für die Qualität der Pädagogen an unseren Schulen, denn für eine individuelle Förderung braucht es eine Kooperation, zwischen Eltern und Lehrern, um eine Förderung gewähren zu können.</p>
<p><strong>Aber wer benötigt individuellen Förderbedarf? </strong></p>
<p>Man spricht Kindern mit speziellen Begabungen besondere Förderung zu, auch Schülern mit individuellen Schwierigkeiten beim erlernen der Kulturtechniken wie LRS und Legasthenie, sowie Dyskalkulie die eine sehr individuelle Förderung benötigen. Umfrage Teilnehmer sollten sich für maximal für die wichtigsten drei entscheiden. Man muss drauf hinweisen man hat in dieser Studie nicht differenziert zwischen erworbenen (LRS) und veranlagter Legasthenie und Dyskalkulie. Ein Förderbedarf wird mit diagnostischen Methoden herausgefunden, nur 14,4 Prozent der Lehrkräfte kenen sich mit diesen Methoden aus und nutzen sie in der Praxis. Experten betonen da fehlt ein wichtiges Messinstrument besonders für den individuellen Förderbedarf, um ganz gezielt den Schülern helfen zu können. Dies bestätigt auch das Dilemma, ungenügender Diagnosemöglichkeiten für legasthene und dyskalkule Schüler, obwohl eine sehr gut und Fachgerechte Zusatzausbildungen gerade für die Diagnose und das Training der Klientel gibt. Die Zusatzausbildung zum diplomierten Legasthenietrainer ist für Pädagogen eine ausgezeichnete Hilfe zum Schüler ein individuelles Lernen zu ermöglichen.</p>
<p><strong>Förderung ohne Plan wird daher ein allgemeiner Zustand</strong></p>
<p>Auch sehr bedenklich zeig die Studie die Tatsache auf das ein Verschwinden der Eltern überhaupt angeben kann wie der Fördenplan entwickelt wurde, obwohl ein Kollegium dafür zuständig ist diesen mit diversen Sachverständigen, unter Umständen auch mit externen abzustecken. Besonders wenn es um individuelle Förderung bei speziellen Schwierigkeiten geht, braucht besonders Maßnahmen um die individuellen Ziele und Zuständigkeiten festzulegen. Genau diese Fördenmaßnahmen sind unverzichtbar für die individuelle Förderung zu Schülern, daher bewerten die Experten diesen Mangel als: &#8220;eine nicht professionelle Handhabung der Förderung in Deutschland schulen&#8221;.</p>
<p>Besonders bedeutsam sei, das die Lehrkräfte für keine diese speziellen Fördenbereiche vorbereitet fühlten. Das gelte auch für die Bereiche der sozialen Kompetenz, ebenso Lern- und Arbeitsverhalten, Motorik, Bewegung und Sport, aber auch individuelle Lebensgestaltung und Selbstverwirklichung.</p>
<p><strong>Schlechte Lehrerausbildung verursacht hohen volkswirtschaftlichen Schanden</strong></p>
<p>Die Ergebnisse der Studie machen sehr deutlich, warum deutsche schulen schon sehr früh für soziale Benachteiligungen sorgen, diese können schon sehr lange nicht mehr aufgefangen werden, erklärt einer Studienleiter dieser Studie der Uni Landau. &#8220;Individuelle Förderung ist der Schlüssel zur Verbesserung der Bildung in Deutschland, sowie ein sichernder Faktor zur Chancengleichheit.&#8221;Der derzeitige Zustand sei nicht mehr hinnehmbar, und bringt einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden, wenn man nicht sehr bald die strategisch richtige Weichen stellt, nicht nur in der Lehrerausbildung, sondern unsere Bildung braucht viel mehr Bedeutung von der Poltik, aber auch um einiges mehr Geld. Ohne Bildungsabschlüsse kommen sehr teure Drehtürefekte für die Schüler zustande die in Berufsgrundbildungsjahren, und später in der Beruflichen Rehabilitation in Berufsförderungswerken enden, die aber nur Kosten verursachen weil man, von anbeginn verpasst hat die richtigen Weichen zu stellen, die zum Schaden einer ganzen Gesellschaft, sowie besonders auch für die Benachteiligten. Deswegen steht eigentlich die Politik schon sehr viele Jahre im Zugzwang, es wurde aber leider bis heute nicht wirklich in die Agenda der wichtigsten Handlungspunkte aufgenommen, nun will sich aber Angelika Merkel einen &#8220;Nationalen Bildungsgipel&#8221; infizieren, ob dieser etwas bringen wird bleibt abzuwarten. Man darf nicht vergessen unser Staat ist hoch verschuldet, und die Kassen sind klamm.</p>
<p><strong>Wenn Eltern können tun sie das bestmöglichste</strong></p>
<p>Bildungsbewusste Eltern greifen gern in die Geldtasche für Ihre Kinder, sie geben im Schnitt für Ihre Kinder mehr als 1500 Euro aus, um eine Wöchentliche Förderung von 30 Euro zu ermöglichen. Ein viertel der befragten Eltern versucht die Kinder schulisch zu &#8220;pushen&#8221;, besonders in den Fächern Mathematik sowie in den naturwissenschaftlichen Bereichen, aber auch im Freizeitbereich werden künsterlisch-musische Aktivitäten und Sport unterstützt. Es ist also kein Wunder, dass auch die der Online-Umfrage (Zepf) die Chancengleichheit recht kritisch angesehen wird. Eltern mit guten Geldbeuteln können viel tun, Eltern die Arm sind sehr wenig. Eine knappe Mehrheit der Eltern betont das die individuelle Begabung zu fördern wichtig sei, sowie die Ausgleichung von Lerndefiziten. Außerdem sprachen sich auch ein größerer teil der Befragten sich für kleine Klassenverbände aus, um das die Schulkinder so besser lernen können &#8211; eine Diagnose, die sich nach Aussagen der Experten empirisch allerdings nicht bestätigen ließe.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Dschihad im Lehrerzimmer]]></title>
<link>http://schariagegner.wordpress.com/2007/12/31/dschihad-im-lehrerzimmer/</link>
<pubDate>Mon, 31 Dec 2007 18:12:18 +0000</pubDate>
<dc:creator>schariagegner</dc:creator>
<guid>http://schariagegner.wordpress.com/2007/12/31/dschihad-im-lehrerzimmer/</guid>
<description><![CDATA[جهاد‎ Dschihad, frommer Eifer: Jetzt auch im Lehrerzimmer? Cem geht zur Schule Unsere Schule und uns]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:'Arial Rounded MT Bold';color:silver;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:right;line-height:115%;" align="right"><span class="spanar"><span style="font-size:24pt;line-height:115%;color:#333399;">جهاد</span></span><span style="font-size:24pt;line-height:115%;color:#333399;">‎ </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:right;line-height:115%;" align="right"><span style="font-size:12pt;line-height:115%;font-family:'Arial Rounded MT Bold';color:#ff9900;">Dschihad, frommer Eifer: </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:90pt;text-align:right;line-height:115%;" align="right"><span style="font-size:12pt;line-height:115%;font-family:'Arial Rounded MT Bold';color:#333399;">Jetzt auch im Lehrerzimmer? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:center;line-height:115%;" align="center"><span style="font-size:24pt;line-height:115%;font-family:'Arial Rounded MT Bold';color:silver;">Cem geht zur </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:60pt;text-align:center;line-height:115%;" align="center"><span style="font-size:48pt;line-height:115%;font-family:'Arial Rounded MT Bold';color:#eaeaea;">Schule </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:16pt;line-height:115%;font-family:'Arial Rounded MT Bold';color:#333399;">Unsere Schule und </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:12pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:16pt;line-height:115%;font-family:'Arial Rounded MT Bold';color:#333399;">unsere Migranten </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:12pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:16pt;line-height:115%;font-family:'Arial Rounded MT Bold';color:#ff9900;">Cem wurde versetzt </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:12pt;line-height:115%;font-family:'Bookman Old Style';">Von Jacques Auvergne. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:45pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:12pt;line-height:115%;font-family:'Bookman Old Style';">Erlebt von Ümmühan Karagözlü </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Dschihad bedeutet frommer Eifer, gottgefällige Anstrengung. Und was tut eine seit drei Jahrzehnten im Rheinland lebende türkische Mutter nicht alles für ihren mäßig begabten und zugleich total faulen zwölfjährigen Sprössling, dem leider der Schulverweis droht? Wo der Junge doch am Ende der so genannten Orientierungsstufe angelangt ist, in dem ein Wiederholen für diese Realschüler der ausgehenden sechsten Klasse in jenem Bundesland klar verboten ist. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Richtig, eine türkische Mutter legt frommen Eifer an den Tag. Denn es ist ihre Rolle, die Löwenmutter zu spielen. Eine andere Rolle lässt ihr die Religion beziehungsweise, was dasselbe ist: Lässt die türkische Großfamilie nämlich gar nicht zu. Die Sippe als Religion. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Ohne das Gefängnis muslimische Großfamilie ist der unsichtbare muslimische Gott arbeitslos. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Im Rechtsstaat wäre der Junge nun von der Realschule „geflogen“ und fortan Besucher der Hauptschule gewesen. Aber Allah hatte einen anderen Plan. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Lassen Sie mich den Jungen für heute Cem nennen, weil er kurzfristiger Gewinner ist und so toll zur Gemeinschaft dazugehört. Die Mutter nennen wir mit Familiennamen einmal Yildirim, weil sie, wie sich zeigte, eine Gewitterstimmung verbreiten kann, dass es nur so blitzt und donnert. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Der zwölfjährige Cem Yildirim hätte von der Schule fliegen müssen, denn er stand im Januar: </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;text-indent:-18pt;line-height:115%;margin:0 0 24pt 36pt;"><!--[if !supportLists]--><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Symbol;"><span>·<span style="font-style:normal;font-variant:normal;font-weight:normal;font-size:7pt;line-height:normal;font-family:'Times New Roman';"> </span></span></span><!--[endif]--><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Englisch 5 </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;text-indent:-18pt;line-height:115%;margin:0 0 24pt 36pt;"><!--[if !supportLists]--><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Symbol;"><span>·<span style="font-style:normal;font-variant:normal;font-weight:normal;font-size:7pt;line-height:normal;font-family:'Times New Roman';"> </span></span></span><!--[endif]--><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Deutsch 5 </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Nun, Cem wurde in Deutschland geboren, doch zu Hause in Almanya wird kein einziges Wort Deutsch gesprochen, es ist nämlich ein richtig türkisches Haus. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;text-indent:-18pt;line-height:115%;margin:0 0 24pt 36pt;"><!--[if !supportLists]--><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Symbol;"><span>·<span style="font-style:normal;font-variant:normal;font-weight:normal;font-size:7pt;line-height:normal;font-family:'Times New Roman';"> </span></span></span><!--[endif]--><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Mathematik 4 </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Damit hätte aller Voraussicht nach niemand auf der Schule bleiben können, ohne deutliche Notenverbesserung jedenfalls. Was geschah in diesem halben Jahr des sechsten Schuljahres, was geschah vor dem drohenden Schulwechsel? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Anfang Januar kündigte sich also an, dass die Versetzung vom 6. ins 7. Schuljahr äußerst gefährdet sein würde. Im Januar kam die deutsche Nachhilfelehrerin denn auch mit Mutter Yildirim ins Lehrerzimmer beziehungsweise Sprechzimmer der Schule. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Anwesend waren die Klassenlehrerin und zugleich Deutschlehrerin. Ebenso anwesend waren die Englischlehrerin und der Mathematiklehrer. Insgesamt fünf Personen also. Das Gespräch dauerte wie vorgesehen etwa eine Stunde. Eine Art Schlachtplan wurde entworfen: Vereinbart wurde, dass die Nachhilfelehrerin zwei mal wöchentlich das Haus der Yildirims betritt, um mit dem Zwölfjährigen jeweils 2 volle Stunden im Einzelunterricht zu arbeiten. Vier volle Wochenstunden intensiver Nachhilfe mithin. Das fand nachfolgend auch so statt, bis Ende April, dann kamen die so genannten Zeugniskonferenzen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Vier Monate von vier Wochenstunden Lernförderung für Cem, durchgeführt von einer begnadeten und bekannt erfolgreichen Lerntrainerin. 64 Stunden Förderung sollten ein lebenslanges Aufwachsen eines türkischen Zwölfjährigen im tiefsten Almanya ohne ein Wort Deutsch also wettmachen. Um es vorweg zu nehmen: Es gelang eher nicht, in Deutsch stand Cem, wir schreiben Mitte April, immer noch 5. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Man kann sich in Nordrhein‑Westfalen als Realschüler des sechsten Schuljahres jedoch keine 5 leisten, und das heißt: Gar keine 5. Eigentlich. Und schon eher gar nicht, wenn diese 5 immer im selben Fach ist. Die Konferenz hat in so einem wie dem zuletzt genannten Fall eine Entscheidung zu treffen. Bei einer zweiten 5 ist allerdings nichts mehr zu entscheiden, das Kind kann, eigentlich, nicht auf der Realschule bleiben. Eigentlich. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Im April also stand der Junge in </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;text-indent:-18pt;line-height:115%;margin:0 0 24pt 36pt;"><!--[if !supportLists]--><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Symbol;"><span>·<span style="font-style:normal;font-variant:normal;font-weight:normal;font-size:7pt;line-height:normal;font-family:'Times New Roman';"> </span></span></span><!--[endif]--><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Englisch 4-5 </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Hier hat sich das Nachhilfetraining, Einzelunterricht, positiv ausgewirkt, doch wie gesagt: </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;text-indent:-18pt;line-height:115%;margin:0 0 24pt 36pt;"><!--[if !supportLists]--><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Symbol;"><span>·<span style="font-style:normal;font-variant:normal;font-weight:normal;font-size:7pt;line-height:normal;font-family:'Times New Roman';"> </span></span></span><!--[endif]--><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Deutsch 5 </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Die Lücken waren einfach zu groß. Cems Wortschatz der deutschen Sprache umfasste im Januar 350 Worte, sein Wortschatz belief sich im April auf immerhin 700 Worte: Er hat also ganz bemerkenswert aufgeholt, fürwahr kein unbegabtes Kind! Doch das Problem war die fehlende „Familiensprache Deutsch“ bei gleichzeitiger fehlender Förderung. Das zweite Problem war so etwas wie eine dringend zu vermutende permanente Erweckung negativer Emotionen zu Deutschland und den Deutschen seitens der Eltern. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">In der Familie Yildirim gab es kein Buch. Außer dem dunkelgrünen mit Goldbeschlag gab es kein Buch, auch kein türkisches. Gar keins. Lesen spielt keine Rolle. Klarer Vorteil: Die Augen verdirbt sich niemand, wenigstens nicht durchs Lesen. Der Fernseher indes lief ständig, echte postmoderne Medienverwahrlosung also, ausschließlich türkische Fernsehprogramme, wie sich versteht, und auch nur garantiert sinnfreie Seifenopern. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align:justify;text-indent:-18pt;line-height:115%;margin:0 0 24pt 36pt;"><!--[if !supportLists]--><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Symbol;"><span>·<span style="font-style:normal;font-variant:normal;font-weight:normal;font-size:7pt;line-height:normal;font-family:'Times New Roman';"> </span></span></span><!--[endif]--><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Mathe 4 </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Es begab sich der Einzug ins Besprechungszimmer. Ohne Cem, darauf hatte die Mutter bestanden, der Schule war es gleichgültig gewesen, ob der Junge dabei ist oder nicht. Eine Stunde sollte das Gespräch dauern, so war es vereinbart. Die einander aus dem Januar bekannten fünf Personen also nahmen im sehr kleinen Sprechzimmer Platz. Nahmen „Platz“ ist damit etwas irreführend, besser also: Drängten sich im Zimmerchen zusammen. Es war 13. Uhr. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Mutter Yildirim, die Englischlehrerin, die Deutschlehrerin als Klassenlehrerin, der Mathelehrer und die Nachhilfelehrerin. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Das Gespräch dauerte, wie vorgesehen, eine Stunde. Um es vorweg zu nehmen: Man ging zornig auseinander, zwei der lehrenden Professionellen waren sauer wenn auch sehr unterschiedlich sauer, die Englischlehrerin kochte regelrecht vor Wut. Der Deutschlehrerin aber war die Sache eher egal, sie hat Dergleichen des Öfteren erlebt. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Ein Gespräch mit nachfolgender Umsetzung, die eigentlich verboten ist. Eigentlich, aber doch bitte nicht bei in Deutschland geborenen Kindern „mit Migrationshintergrund“. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Die Nachhilfelehrerin war sauer, stinkesauer, sie fühlte eine schmerzliche und demokratiegefährdende Ungerechtigkeit und daneben hatte sie so etwas wie Mitleid mit Cem, der auf einer für ihn nicht angemessenen Schule war. Außerdem war die Nachhilfelehrerin zornig auf die Eltern, die den durchaus intelligenten und erfreulicherweise charakterlich ausgesprochen gutmütigen Cem durch eine typisch türkische Erziehung in eben diese missliche Lage gebracht haben. In diesen wenigen Monaten, zum ersten Mal in seinem jungen Leben, hatte Cem die Gelegenheit gehabt, in ein persönliches Lernen wirklich „einzusteigen“ und die Nachhilfelehrerin konnte spüren, wie sehr dem Jungen das Lernen gefiel. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Die Familienkultur der Verachtung alles Deutschen aber hatte Cem in eine recht ausweglose Lage manövriert. Das türkische Erziehungsziel für viele in Deutschland lebende Muslime lautet offensichtlich: Die Deutschen und ihre Lebensform sind nichts wert. Dabei waren auch auf den zweiten Blick bei den Yildirims keine Anzeichen von Fundamentalismus zu entdecken, wir haben bei dieser Familie eher so etwas wie finstersten Traditionalismus anzunehmen. Provinzielles Türkentum pur, wobei Türkentum ohne Islam nicht denkbar ist und islamisches Fußvolk nicht ohne einen gewissen Bildungshass auskommen möchte. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Ich habe aber noch gar nicht erzählt, was bis 14.00 Uhr eigentlich geschehen ist. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">13 Uhr, man zog in den Raum. Die Klassenlehrerin hätte die durch Gesetze und Verordnungen klar vorgeschriebene Rolle gehabt, Frau Yildirim jetzt zu sagen, dass Cem die Schule wechseln muss. Die Lehrerin handelte entsprechend, das dauerte eine Viertelstunde und die schulischen Gepflogenheiten Nordrhein‑Westfalens wurden ausführlich erläutert. Nennenswerte sprachliche Hürden bestanden in dieser Stunde nicht. Frau Yildirim schwieg diese Viertelstunde lang, doch begann sie, nach guten drei Minuten, zu weinen, denn in der 4. Minute gab die Lehrerin bekannt, dass diese Schule die falsche Schule für Cem ist. Sicherlich, eine traurige Sache. Gute zehn Minuten Weinen also, was alle sehr belastete. Was denn auch durchaus der Sinn des Weinens war. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Klagendes Weinen also, und zwar ebenso planmäßig wie auch erpresserisch. Diesen meinen Vorwurf mag man jetzt als erschreckend empfinden, doch muss dieses hier gesagt sein. Die Deutschlehrerin sagte später der Nachhilfelehrerin vertraulich, mehr als geahnt zu haben, eher schon gewusst, wie Frau Yildirim als pflichtgetreue türkische Löwenmutter reagieren würde. Die Deutschlehrerin hatte tatsächlich einen Riesenstapel an Taschentüchern für die obligatorischen Krokodilstränen bereit gelegt. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Gute zehn Minuten leises Schluchzen. Die ansonsten ausgesprochen machtbewusste und souverän wirkende Frau einfachster Schulbildung inszenierte sich als filmreifes Klageweib. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Dann aber die folgenden drei Viertelstunden. Es wurde recht laut. Tränen ausgestellt und ein nahezu pausenloses Gerede angestellt: Wie fleißig der Junge doch sei, wie gut, wie fleißig die Mutter doch all die Jahre gewesen sei, wie sehr sie mit dem Sohn Vokabeln geübt hätte. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Kein Wort stimmte, in Wahrheit hatte die Mutter keinerlei Anstalten gemacht, um zwischen Januar und April etwaige Lernfortschritte Cems zu unterstützen, man hatte vielmehr auch in dieser wichtigen Zeit annehmen müssen, dass Mutter Yildirim kein Interesse an der schulischen Bildung ihrer Kinder gehabt hat. Bemerkenswert vielleicht, dass im Februar und März in Anwesenheit der Nachhilfelehrerin immer wieder Türkisch gesprochen wurde, obwohl Mutter Yildirim einer Vereinbarung, doch wenigstens in diesen wenigen Stunden Deutsch zu sprechen, im Januar zugestimmt hatte. Mutter Yildirims Gleichgültigkeit dominierte also das entscheidende Quartal. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Nun aber, im Gespräch, folgte Lüge auf Lüge, was die Nachhilfelehrerin in einige Schwierigkeiten brachte. Cems Mutter kalkulierte nämlich ganz genau, dass die anwesende und auf Fairness und Etikette bedachte Nachhilfelehrerin zu höflich sein würde, sie in dieser Minute der Lüge zu bezichtigen, und so konnte Frau Yildirim schamlos farbigste Märchen von angeblichen endlosen Bibliotheksbesuchen und gemeinsamem Vokabeltrainieren erzählen oder vom Beachten des rechtzeitigen zu Bett Gehens gerade vor den Klassenarbeiten. Das alles war glatt gelogen, die Kultur einer gewissen Medienverwahrlosung beherrschte auch Cems Zimmer: Pausenlos liefen ein Fernsehgerät und eine Play‑Station, und zwar auch sehr spät nachts. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Eine gute halbe Stunde Selbstbeweihräucherung also. Klagen über das schwere Los: „Das kann doch nicht sein“. Dann wieder großer Lobgesang auf die fleißige Nachhilfelehrerin, großes Loben und Preisen des Söhnchens. Ihre Litanei füllte 95 % dieser Zeit, nervtötendes Anklagen des widrigen Schicksals. Der seltsam beschuldigende Satz „Das kann doch nicht sein, warum darf der Junge denn nicht die Klasse wiederholen“ fiel wohl fünfzig Mal. Die schulischen Bedingungen waren ihr durchaus vertraut. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Dann aber beging die Klassenlehrerin so etwas wie einen Fehler, denn angemessen sachbezogen sprach sie: „Ja Frau Yildirim, haben Sie denn wirklich erwartet, dass innerhalb von drei Monaten die gesamte Grundschulzeit und die beiden Realschuljahre hätten aufgearbeitet werden können? Wenn sich auch einige Leistungen gebessert haben und wenn Cem heute besser mitarbeitet, was ja lobenswert ist. Doch das kam einfach zu spät und zwar wohl viele Jahre zu spät.“ </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Es war jetzt 14.50 Uhr. Und es wurde laut. Sehr laut. Frau Yildirim donnerte eine knapp zehnminütige sturmgewittrige Schimpfkanonade los. Daher Yildirim. Und zwar pausenlos, kein Lehrer kam zu Wort! Drei der vier anderen saßen verschreckt da. Nur die Deutschlehrerin guckte ebenso genervt wie gelangweilt, sie allein wusste nämlich recht genau, was kommen würde, hatte sie Dergleichen in den letzten Jahren doch schon mehrmals erlebt, wie sie uns Tage später erklärte. Frau Yildirim schrie, keifend und gellend: </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">„Sprachliche Diskriminierung! Diskriminierung! Und Cem hat es im Leben doch schon so schwer weil er übergewichtig ist und Herzprobleme hat er auch und jetzt hat er sich so abgeschunden und gequält und das soll jetzt etwa alles umsonst gewesen sein?“ </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Es wurde noch etwas lauter: </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">„Wir Eltern können nachts nicht mehr schlafen und haben Herzschmerz, jedoch Sie verlangen, dass Cem auf Hauptschule muss? Das können Sie doch nicht tun! Dass wäre Diskriminierung, sprachliche Diskriminierung. Man kann dem Jungen doch nicht vorwerfen, kein ausreichendes Deutsch zu sprechen!“ </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Es wurde nun ganz laut. Durch die geschlossene Tür hätte es jeder hören können. Doch die Schule war wohl schon ganz leer. Bis auf die Handvoll Menschen in besagtem Zimmerchen. Bei lediglich einer Schallquelle. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">„Die anderen Schüler würden ihn beleidigen, sich über ihn lustig machen, wenn er auf die Hauptschule gehen müsste! Auch die gute Nachhilfelehrerin hat so viel Arbeit investiert! Ich werde Widerspruch einlegen, wo kann ich mich über diese Schule und diese Entscheidung beschweren? Und ich kann nachts nicht mehr schlafen und habe Schmerzen in der Herzgegend! Was für eine Diskriminierung eines ausländischen Kindes!“ </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Und sie log weiter, dass sich die Balken bogen: </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">„Und all diese Bibliotheksbesuche und all dieses Vokabellernen, all mein Fleiß und meine Sorgfalt als Mutter“. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">So vergingen die restlichen Minuten. Mit drei gemurmelten Worten ging man auseinander. Klassenlehrerin wie Nachhilfelehrerin appellierten noch an Frau Yildirim, doch keinen Widerspruch einzulegen, denn dieser hätte beim Kultusministerium eingereicht werden müssen und wäre mit höchster Wahrscheinlichkeit als völlig unbegründet abgelehnt worden. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Liebe Leserinnen und Leser. Ein Dreivierteljahr ist vergangen. 2007 neigt sich heute dem Ende zu. Sie können sich denken, was ich Ihnen noch zu berichten habe. Zwei Dinge. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Erstens, richtig: Cem besucht das siebte Schuljahr. Seiner Realschule. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Zweitens: Zu der Sache mit dem etwaigen schriftlichen Widerspruch beim Kultusminister. Fünf Monate später traf die Nachhilfelehrerin nämlich Frau Yildirim, welche zu spät versuchte, ungesehen die Straßenseite zu wechseln. So kam es zu einem zehnminütigen Gespräch, bei dem die seit dreißig Jahren in Deutschland lebende Türkin Cems jüngere Geschwister praktischerweise gleich zur Nachhilfe anmeldete. Drittklässler, die nämlich gleichfalls in der Schule nur aus dem Fenster gucken konnten, weil sie Jahr für Jahr nichts, absolut nichts verstanden haben. Ach ja, der eingereichte Widerspruch. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;">Es hat ihn nie gegeben. Er ist gar nicht erst gestellt worden, erklärte Mutter Yildirim mit ausgefuchstem Grinsen. Ein Gespräch mit der Vertrauenslehrerin hat genügt, um Cems Verbleib auf der Schule zu sichern. Auch ein Wiederholen, ohnehin verboten, war auf einmal kein Thema mehr. Die sommerlichen Zeugnisnoten müssen sich also ganz überraschend … verbessert haben. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:12pt;line-height:115%;font-family:'Bookman Old Style';">Jacques Auvergne. Erlebt von Ümmühan Karagözlü </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin-bottom:24pt;text-align:justify;line-height:115%;"><span style="font-size:13.5pt;line-height:115%;font-family:Arial;"><span> </span></span></p>
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