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	<title>literaturhinweise &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/literaturhinweise/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "literaturhinweise"</description>
	<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 08:42:52 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Die 24-Stunden-Bibliothek Jena]]></title>
<link>http://schubinettraining.wordpress.com/2009/09/16/die-24-stunden-bibliothek-jena/</link>
<pubDate>Wed, 16 Sep 2009 08:18:58 +0000</pubDate>
<dc:creator>schubinet</dc:creator>
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<description><![CDATA[Schule-Bibliotheks-Netzwerkstreffen am Donnerstag, dem 1.10.2009 von 16-18 Uhr Karl-Volkmar-Stoy-Sch]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>Schule-Bibliotheks-Netzwerkstreffen</strong> am Donnerstag, dem <strong>1.10.2009</strong> von <strong>16-18 Uhr</strong> Karl-Volkmar-Stoy-Schule Jena, Paradiesstraße 5</p>
<p>Themen:</p>
<ul>
<li>Kurzer Bericht zu SchuBiNet</li>
<li>Lernen Sie unsere elektronische Zweigstelle „ThueBiBnet“ kennen</li>
<li>Online-Katalog Recherche leicht gemacht: Bibliothekskataloge (Opac) im Internet recherchieren</li>
<li>Relevante Rechercheportale und Datenbanken für Lehrer und Schüler</li>
</ul>
<p><strong>EAB-Opac:</strong> <a href="http://bibdia.jena.de/" target="_blank">http://bibdia.jena.de/</a> Synonyme z.B. im Aqua Browser</p>
<p><strong>ThueBiBnet</strong> <a href="http://www.thuebibnet.de/" target="_blank">www.thuebibnet.de</a></p>
<p><strong>Medienzentrum-Opac </strong><a href="http://bildstelle.jena.de/" target="_blank">http://bildstelle.jena.de</a></p>
<p><strong>THULB</strong> <a href="http://kataloge.thulb.uni-jena.de/" target="_blank">http://kataloge.thulb.uni-jena.de</a></p>
<p><strong>Karlsruher Virtueller Katalog/KVK</strong> <a href="http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html" target="_blank">http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/kvk.html</a> Bibliotheken, Buchhandel weltweit</p>
<p><strong>Datenbankinformationszentrum/DBIS</strong> <a href="http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo/" target="_blank">http://rzblx10.uni-regensburg.de/dbinfo/</a> Momentan umfasst das Datenbank-Infosystem 8071 Einträge. Davon sind 2801 Datenbanken frei über das Internet verfügbar.Weltweit</p>
<p><strong>Munzinger Archiv</strong> <a href="http://www.munzinger.de/" target="_blank">http://www.munzinger.de/</a></p>
<p>Inhalte:</p>
<ul>
<li>Personen (Internationales Biographisches Archiv &#8211; Personen aktuell)</li>
<li>Sport (Internationales Sportarchiv &#8211; Biographien)</li>
<li>Pop (Pop-Archiv International)</li>
<li>Länder (Internationales Handbuch &#8211; Länder aktuell)</li>
<li>Chronik (Internationales Handbuch &#8211; Zeitgeschehen)</li>
<li>Gedenktage Plus</li>
<li>Film (Kritiken aus dem film-dienst)</li>
<li>Brockhaus (Die Enzyklopädie)</li>
<li>Duden (Das große Wörterbuch und das Fremdwörterbuch)</li>
<li>KLG (Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur)</li>
<li>KLfG (Kristisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur)</li>
<li>KDG (Komponisten der Gegenwart</li>
</ul>
<p><strong>Deutsche Internetbibliothek</strong> <a href="http://www.internetbibliothek.de/" target="_blank">http://www.internetbibliothek.de/</a><br />
Suchstrategie/Hilfsmittel:</p>
<p><a href="http://lotse.uni-muenster.de/paedagogik/index-de.php" target="_blank">http://lotse.uni-muenster.de/paedagogik/index-de.php</a></p>
<p>Suchmaschine für Kinder: <a href="http://www.blindekuh.de/" target="_blank">http://www.blindekuh.de</a></p>
<p><a href="http://www.seitenstark.de/" target="_blank">http://www.seitenstark.de/</a></p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p><strong>Recherchieren für öffentliche Bibliotheken OPL Checkliste Nr.23</strong></p>
<p><a href="http://www.bib-info.de/fileadmin/media/Dokumente/Kommissionen/Kommission%20f%FCr%20One-Person-Librarians/Checklisten/check23.pdf" target="_blank">http://www.bib-info.de/fileadmin/media/Dokumente/Kommissionen/Kommission%20f%FCr%20One-Person-Librarians/Checklisten/check23.pdf</a></p>
<p><strong>Recherche Lotse:</strong> <a href="http://lotse.uni-muenster.de/" target="_blank">http://lotse.uni-muenster.de/</a></p>
<p><strong>Tutorial Online Recherche: </strong> <a href="http://www.ub.uni-bielefeld.de/help/tutorial/" target="_blank">http://www.ub.uni-bielefeld.de/help/tutorial/</a></p>
<p><a href="http://www.ub.uni-bielefeld.de/biblio/search/index.htm" target="_blank">http://www.ub.uni-bielefeld.de/biblio/search/index.htm</a></p>
<p><em>Kirsten Heinrich</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ratgeber für Existenzgründer]]></title>
<link>http://hinweis.wordpress.com/2008/10/17/ratgeber-fur-existenzgrunder/</link>
<pubDate>Fri, 17 Oct 2008 14:09:12 +0000</pubDate>
<dc:creator>jurabuch</dc:creator>
<guid>http://hinweis.wordpress.com/2008/10/17/ratgeber-fur-existenzgrunder/</guid>
<description><![CDATA[Interessante Bücher und sonstige Tipps für Existenzgründer gibt es auf der Seite Jungunternehmer]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>Interessante Bücher und sonstige Tipps für Existenzgründer gibt es auf der Seite <a href="http://jungunternehmer.blogspot.com">Jungunternehmer</a></strong></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Trottel und Künstler]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2008/08/26/trottel-und-kunstler/</link>
<pubDate>Tue, 26 Aug 2008 09:41:43 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
<guid>http://ingoway.wordpress.com/2008/08/26/trottel-und-kunstler/</guid>
<description><![CDATA[In der FAZ vom Samstag hat André Thiele einen schönen Beitrag über das Verhältnis von Peter Hacks un]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>In der FAZ vom Samstag hat <a href="http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E3777306985C94BC6B6E0F0A11999343F~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell">André Thiele einen schönen Beitrag über das Verhältnis von Peter Hacks und Thomas Mann</a> geschrieben. Seine These: Hacks ist gar nicht so sehr marxistisch geprägt, wie man annehmen könnte, der Einfluß Brechts auf sein Werk war nur marginal, viel mehr lernte Hacks von &#8220;bürgerlichen&#8221; Schriftstellern wie Thomas Mann oder Arno Schmidt. Hacks&#8217; politische und ästhetische Weltsicht war weit entfernt von systematischer Geschlossenheit.</p>
<p>Thiele weist in seinem Beitrag &#8211; wenn auch nur en passant &#8211; auf <a href="http://www.peter-hacks.de/downloads/way0001.pdf">meinen bahnbrechenden Hacks-Essay aus dem Jahr 2005</a> hin (erschienen im MERKUR Nr. 671, März 2005), in dem ich ähnliche Thesen vertrat. Thiele:</p>
<blockquote><p>Es gibt Kuriositäten wie die, dass beide [Mann wie Hacks] ihr schriftstellerisches Dasein mit einem anderen Ironiker antraten: Thomas Mann debütierte 1893 in der von ihm selbst herausgegebenen Schülerzeitung „Der Frühlingssturm“ mit dem Aufsatz „Heinrich Heine, der Gute“, Peter Hacks&#8217; erster gedruckter Text trug den Titel „Heinrich Heine“ und stand 1948 im „Obersdorfer Jugendecho“. Die Wohlinformierten wissen zu ergänzen, dass bei beiden die betonte Eindeutigkeit der weltanschaulichen Zuordnung nicht recht zuverlässig ist: dass es bei Mann, vor allem nach 1933, eine stete Inaugenscheinnahme der Möglichkeit Kommunismus gab, und bei Hacks inmitten des DDR-Sozialismus eine sehr deutliche „Ambivalenz des Bürgerlichen“ (Ingo Way).</p></blockquote>
<p>Doch bei aller Ambivalenz und aller Unsystematik seines Denkens, eine Auffassung, für die ich immer noch eintrete &#8211; Hacks&#8217; nicht sehr sublime Zufriedenheit, sein tiefes Einverstandensein mit dem Kommunismus, der Sowjetunion, der DDR und, wie sich später (und nachweislich bereits vor dem Mauerfall) herausstellen sollte, auch Stalin, läßt sich beim besten Willen nicht von der Hand weisen. So daß für Hacks gilt, was dieser laut Thiele über Thomas Mann dachte, nämlich daß</p>
<blockquote><p>man ein großer Künstler und gleichzeitig <em>in politicis</em> ein Trottel sein könne.</p></blockquote>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p>Ergänzung: <a href="http://83273.homepagemodules.de/topic-threaded.php?board=83273&#38;forum=14&#38;threaded=1&#38;id=1485&#38;message=11878">Zettel schreibt in seinem kleinen Zimmer</a> &#8211; ein lustiger Zufall, der gerade paßt, Hacks würde sagen, eine List des Weltgeistes -:</p>
<blockquote><p><span style="font-family:verdana;"><span style="color:#339999;">Oder vielleicht sollte man es sich einfacher machen und sagen: Hacks und Harich, das waren Ultrakonservative. Leute wie der Naphta im &#8220;Zauberberg&#8221; (er soll ja dem Kommunisten Georg Lukács nachgebildet sein) oder der Großinquisitor Dostojewskis. Sie trauen dem Individuum nichts zu, sie verachten die Menschen und sind deshalb für autoritäre oder totalitäre Systeme, Religionen, Ideologien.</span></span></p></blockquote>
<p>Aber dann gibt es eben doch diesen stark individualistischen Zug bei Hacks. Vermutlich ist es so wie bei vielen Kommunisten: Man selbst ist ja bereits ein Individuum, dem Freiheit durchaus zusteht. Die anderen müssen freilich erst noch erzogen werden.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Neue Frauen braucht das Land]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2008/08/24/neue-frauen-braucht-das-land/</link>
<pubDate>Sun, 24 Aug 2008 11:55:45 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
<guid>http://ingoway.wordpress.com/2008/08/24/neue-frauen-braucht-das-land/</guid>
<description><![CDATA[Robin Alexander widmet sich in der heutigen Wams der Frage, an wem es liegt, daß die Utopie vollende]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Robin Alexander widmet sich <a href="http://www.welt.de/politik/arti2365273/Junge_Maenner_haben_keine_Lust_auf_Elternzeit.html">in der heutigen Wams</a> der Frage, an wem es liegt, daß die Utopie vollendeter Geschlechtergerechtigkeit im Privatleben noch immer nicht verwirklicht ist:</p>
<blockquote><p>Das    Versprechen der Vätermonate, nach einer kurzen Babypause langfristig    Aufgaben zu Hause und im Büro zu übernehmen, ist also Utopie.  Zu    diesem Befund kommt auch Robert Habeck in seinem gerade erschienenen Buch    „Verwirrte Väter“ (Gütersloher Verlagshaus). Habeck, 38 Jahre, vier Söhne,    Teilzeit arbeitender Schriftsteller, nebenberuflich Vorsitzender der Grünen    in Schleswig-Holstein, könnte selbst als Rollenmodell der viel bejubelten    neuen Väter durchgehen. Will er aber nicht: „Die Vätermonate sind doch    nichts als ein längerer Jahresurlaub“, meint er. Danach übernähmen die neuen    Väter mitnichten mehr Anteile an der Familienarbeit, „im Gegenteil, junge    Väter räumen der Karriere einen höheren Stellenwert in ihrem Leben ein, als    sie es vor der Geburt ihres Kindes taten“. <strong>Dies tun die Männer nicht aus    Egoismus. Im Gegenteil: Hinter der Arbeitswut der neuen Väter steht    Verantwortungsgefühl – und oft eine Frau.</strong> „Plötzlich und irgendwie    überraschend ist es da, das große Gefühl, nicht nur sich selbst verpflichtet    zu sein. Und es ist ein Gefühl, das vor allen Dingen Männer haben. <strong>Frauen    weichen diesem Druck offensichtlich und statistisch nachweisbar aus, indem    sie ihn ebenfalls auf den Mann übertragen.</strong>“ <strong>Gerade im hedonistischen    Großstadtmilieu, </strong>in dem der Emanzipationsgedanke theoretisch unumstritten    ist, greife dieser Mechanismus: „Ich jedenfalls kenne eine Reihe von Paaren,    von denen die Frau ihrem Partner nach der Geburt gesagt hat, dass jetzt die    Zeit des Lotterlebens, der Minijobs und des Prekariats vorbei zu sein habe    und die erste Vaterpflicht sei, Kohle ranzuschaffen.“ <strong>Auch berufstätige    Frauen, die vorher sogar mehr als ihre Männer verdienten, verlangten als    Mütter plötzlich nach einem Versorger.</strong> Habeck konstatiert kühl: „Moderne    Väter erfordern offensichtlich auch moderne Frauen.“ <strong>Da die Frauen nicht so    modern seien, wie sie vorgeben, haben die Väter zwar das Baby auf dem Arm,    aber den Kopf schon wieder im Büro.</strong> „Männer tun, was sie tun, ab dem Moment    der Vaterschaft auch unter dem Aspekt des Geldverdienens“, schreibt er. Sein    Fazit: „Karriere machen und den Abwasch – das ist ziemlich viel verlangt.“</p></blockquote>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Lektion 8/9 - Spaß!]]></title>
<link>http://kawa13.wordpress.com/2008/07/01/lektion-89-spas/</link>
<pubDate>Tue, 01 Jul 2008 08:01:35 +0000</pubDate>
<dc:creator>kawa13</dc:creator>
<guid>http://kawa13.wordpress.com/2008/07/01/lektion-89-spas/</guid>
<description><![CDATA[Tja, so kann es gehen! Da schimpft man so vor sich hin über Social bookmarking und kann doch irgendw]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://kawa13.files.wordpress.com/2008/07/sword-fighting-smilies__www-txt2pic-com.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-38" src="http://kawa13.wordpress.com/files/2008/07/sword-fighting-smilies__www-txt2pic-com.jpg?w=300" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Tja, so kann es gehen! Da schimpft man so vor sich hin über Social bookmarking und kann doch irgendwie die Finger nicht davon lassen. Irgendeine Entscheidung musste fallen &#8211; und in meinem Fall hat <a href="http://www.bibsonomy.org"><strong>Bibsonomy</strong></a> gewonnen. Zum Ausprobieren. Aus Neugierde. Und weil auch Literaturhinweise online verwaltet werden können. Ich will es mal ausprobieren &#8230; Bisher kann ich nur sagen: Ich finde nach wie vor, Herr Schaarwächter hat Recht (siehe Zitat in einen meiner vorherigen Artikel).</p>
<p>Der Komik oben wurde natürlich angestossen durch die <a href="http://lernen20.wordpress.com/2008/06/26/lektion-09-spas-mit-generatoren/">Lektion 9:</a> Generatoren. Ein <a href="http://www.txt2pic.com/comic-strip/smile.htm">Comic-strip-Generator. </a>Lektion 9 macht wirklich Spaß!</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wie Harry Rowohlt einmal doch ein wenig Kritik vertrug]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2008/06/26/wie-harry-rowohlt-einmal-doch-ein-wenig-kritik-vertrug/</link>
<pubDate>Thu, 26 Jun 2008 11:07:52 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
<guid>http://ingoway.wordpress.com/2008/06/26/wie-harry-rowohlt-einmal-doch-ein-wenig-kritik-vertrug/</guid>
<description><![CDATA[Zu den sympathisch kauzigen Zügen des aus kauzigen Zügen sich konstituierenden Harry Rowohlt gehört ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="alignleft" src="http://www.dafacto.de/imperia/md/images/dafacto-live/personen/187.jpg" alt="Rowohlt brojges" width="240" height="320" /></p>
<p>Zu den sympathisch kauzigen Zügen des aus kauzigen Zügen sich konstituierenden Harry Rowohlt gehört auch, daß er das Internet verschmäht. Schreibt dort jemand etwas über ihn, so läßt er sich&#8217;s von Getreuen abkalligraphieren und per Postkutsche zustellen. So daß seine Antwort auf <a href="http://ingoway.wordpress.com/2008/06/23/wie-harry-rowohlt-einmal-keine-kritik-vertrug/">meinen Blogeintrag</a> über <a href="http://ingoway.files.wordpress.com/2008/06/harryrowohlt2.jpg">seine Reaktion</a> auf <a href="http://ingoway.wordpress.com/2008/05/13/der-kotzbrocken/">meine Rezension</a> <a href="http://www.keinundaber.ch/buecher_und_records/buecher/schulberg_was_treibt_sammy_an/index.html">seiner Budd-Schulberg-Übersetzung</a> (ach, lesen Sie&#8217;s doch selber nach &#8230;) mich nicht per Blogkommentar, sondern aber immerhin schon per Fax erreichte.</p>
<p>Und siehe da, so unzugänglich ist er gar nicht.</p>
<p><a href="http://ingoway.wordpress.com/files/2008/06/rowohlt_fax.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-373" src="http://ingoway.wordpress.com/files/2008/06/rowohlt_fax.jpg" alt="Rowohlt Fax" width="470" height="606" /></a></p>
<p>Bleibe ich in der Hays-Code-Kontroverse auch beharrlich, so gestehe ich gerne zu, daß der genialische Bamberger Großschriftsteller auch so manche übersetzerische Schote sich leistete. (Kostet mich ja nichts, sind ja nicht meine Schoten.) In den zahllosen Neuauflagen, die dem <em>Sammy Glick</em> zu wünschen sind, wäre Rowohlt allerdings zu gönnen, daß er das Buch diesmal aus dem Englischen übersetzen darf, der Sprache, in der es geschrieben wurde, und nicht &#8220;aus dem Amerikanischen&#8221; (<a href="http://www.keinundaber.ch/buecher_und_records/buecher/schulberg_was_treibt_sammy_an/index.html">so der Verlag auf seiner Website</a>), einer Sprache, die es gar nicht gibt.</p>
<p>P.S.: Übrigens frage ich mich, lieber Harry Rowohlt, ob Wollschläger sich zu seiner Flasche Popcorn nicht womöglich von Didi Hallervordens Flasche Pommes Frites hat inspirieren lassen. Bekloppt bliebe es trotzdem.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wie Harry Rowohlt einmal keine Kritik vertrug]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2008/06/23/wie-harry-rowohlt-einmal-keine-kritik-vertrug/</link>
<pubDate>Mon, 23 Jun 2008 07:09:29 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
<guid>http://ingoway.wordpress.com/2008/06/23/wie-harry-rowohlt-einmal-keine-kritik-vertrug/</guid>
<description><![CDATA[Vor kurzem schrieb ich eine Rezension zu Budd Schulbergs sehr lustigem Hollywoodroman What makes Sam]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://ingoway.wordpress.com/2008/05/13/der-kotzbrocken/">Vor kurzem schrieb ich eine Rezension</a> zu Budd Schulbergs sehr lustigem Hollywoodroman <em>What makes Sammy run?</em> von 1941, die auch in der <a href="http://www.juedische-allgemeine.de/">Jüdischen Allgemeinen</a> erschien. Anlaß war der Umstand, daß dieser amerikanische Klassiker nach beinahe 70 Jahren erstmals auf deutsch erschienen ist.  Die Übersetzung stammt von  Harry Rowohlt.  Während ich die Übersetzung im großen und ganzen lobte:</p>
<blockquote><p>Bewährter Übersetzer angelsächsischer Hochkomik, der er ist, hat Rowohlt auch hier eine stilistisch ansprechende und genußvoll zu lesende Arbeit abgeliefert.</p></blockquote>
<p>merkte ich allerdings auch an:</p>
<blockquote><p>Doch an manchen Stellen holpert die Übersetzung. &#8230; Wenn der <a href="http://www.artsreformation.com/a001/hays-code.html">Hays Code</a>, das Hollywood-Richtlinienwerk für (oder besser gegen) die Darstellung sexueller oder gewalttätiger Inhalte, als „Freiwillige Selbstkontrolle“ wiedergegeben wird, klingt das doch arg bundesrepublikanisch. Schwächen hat auch die Übertragung amerikanischer Slangausdrücke. Wenn Sammy, ganz Kind der Gosse, „I’m gonna“ sagt, statt „I’m going to“, ist das deutlich und markant. Wie blaß ist dagegen Rowohlts „Ich wer“, statt „Ich werde“. Auch die doppelte Verneinung erleidet auf ihrem Weg ins Deutsche Schaden. „I don’t owe you nothing“ klingt authentisch. Aber wer, bitte, sagt „Ich schulde Ihnen nichts nicht“?</p></blockquote>
<p>Doch die Herausstellung dieser &#8211; von mir explizit so bezeichneten &#8211; <em>Schönheitsfehler</em> konnte nun wiederum Harry Rowohlt nicht auf sich sitzen lassen. Und so schrieb er mir:</p>
<p><a href="http://ingoway.wordpress.com/files/2008/06/harryrowohlt2.jpg"><img class="size-medium wp-image-364" src="http://ingoway.wordpress.com/files/2008/06/harryrowohlt2.jpg" alt="" width="500" height="500" /></a></p>
<p>Zählt man die Retourkutsche einmal als Punkt für Rowohlt &#8211; bei mit schrillen die Anglizismusglocken eher im umgekehrten Falle, wenn etwa die Formulierung <em>he&#8217;s a catholic</em> mit &#8220;Er ist ein Katholik&#8221; wiedergegeben wird, statt, wie es im Deutschen üblich ist, &#8220;Er ist katholisch&#8221;, weshalb ich es eher für Geschmacksache halte, ob es sich bei der genannten Textstelle (die tatsächlich nicht von Rowohlt übersetzt wurde, was ich aber auch nicht behauptet habe, sondern von mir, der ich aber immer noch glaube, daß in einer literarischen Übersetzung höhrere Sorgfalt walten sollte als in einer schnöden Rezension) um einen <em>abscheulichen Anglizismus</em> handelt oder nicht &#8211;, zählt man sie aber als Punkt, so bleibt doch meine Detailkritik davon unberührt. &#8220;Freiwillige Selbstkontrolle&#8221; für den Hays Code, ich bitte Sie! Der Übersetzer und Übersetzungstheoretiker Dieter E. Zimmer <a href="http://www.zeit.de/1991/23/Die-Neue-Herzlichkeit">traf einmal die Unterscheidung</a> zwischen Sprachtatsachen und Kulturtatsachen:</p>
<blockquote><p>Sprachtatsachen werden übersetzt, Kulturtatsachen nicht. (So) daß ein guter Übersetzer einerseits       <em>lucky dog</em> (eine Sprachtatsache) nicht mit       <em>glücklicher Hund</em> übersetzen wird, sondern mit       <em>Glückspilz;</em> daß er andererseits den Tee, den man in England zum Frühstück trinkt (eine Kulturtatsache), nicht in Kaffee verwandeln wird, sein deutsches Pendant.</p></blockquote>
<p>Diese Unterscheidung wendet Rowohlt etwa in <a href="http://www.zeit.de/1990/47/Harry-Rowohlt-Poohs-Corner?page=all">seiner Kritik an der <em>Ulysses</em>-Übersetzung von Hans Wollschläger</a> an, deren Mißratenheit er unter anderem daran festmacht, daß Wollschläger <em>a pint of stout</em> mit &#8220;eine Pinte Bier&#8221; wiedergibt. Weiß doch jeder regelmäßige Trinker und Irlandreisende, daß ein <em>pint</em> ein <em>pint</em> ist und keine &#8220;Pinte&#8221;, denn diese ist eine Kneipe.</p>
<p>Dennoch hatte Wollschläger völlig recht damit, <em>pint</em> als Pinte zu übersetzen. Denn das deutsche Wort für die Maßeinheit <em>pint</em> ist &#8211; Pinte. Diese alte Maßeinheit &#8211; eine Pinte sind zwei Schoppen &#8211; war in Deutschland während des 19. Jahrhunderts noch gebräuchlich und im Jahr 1904, in dem der Ulysses spielt, noch wohlbekannt. Wenn Wollschläger die Dialoge der Figuren im Sprachhorizont eines deutschen Sprechers derselben Zeit wiedergibt, ist es durchaus folgerichtig, sie von einer &#8220;Pinte Bier&#8221; sprechen zu lassen. Das <em>pint</em> ist hier eine Sprachtatsache, die zu übersetzen ist. (Kulturtatsachen verletzt zum Beispiel Erich Fried in seiner Dylan-Thomas-Übertragung, wo das <em>pint</em> zum &#8220;Seidel&#8221; wird.)</p>
<p>Für Rowohlt gehört auch das <em>pint</em> zu den Kulturtatsachen. Das kann man so sehen. Dann aber ist der Hays Code erst recht eine. Denn der bezeichnet ein ganz konkretes Richtlinienwerk für die amerikanische Filmwirtschaft, dessen Einhaltung im übrigen so freiwillig nicht war, während die Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) ein wiederum ganz konkretes Gremium in der Bundesrepublik Deutschland ist. Zwei völlig unterschiedliche Kulturtatsachen. Jenen Ausdruck mit diesem wiederzugeben ist auch keine, womöglich verzeihliche, Schluderei, sondern eine ganz bewußte Entscheidung, die der Rezensent getrost kritisieren mag, denn das ist ja schließlich seine Aufgabe.</p>
<p>Da sind wir bei Rowohlts leicht verschnupfter Frage angelangt &#8220;Was hätten <em>Sie</em> denn geschrieben?&#8221; Der Witz ist, daß ich gar nichts hätte schreiben müssen. Das Übersetzen ist Rowohlts Job, meiner das Rezensieren. Der Kritiker muß es nicht besser können, und auch der Musikkritiker, der seiner Enttäuschung darüber Ausdruck verleiht, daß der gefeierte Tenor manchen Ton nicht trifft, muß anschließend nicht zum Vorsingen. Ich könnte auf die Frage somit gelassen antworten: &#8220;Auf jeden Fall nicht ,Ich schulde Ihnen gar nichts nicht.&#8217;&#8221; Denn <em>I don&#8217;t owe you nothing</em> ist ein authentischer Ausdruck der Umgangssprache, wie er in bestimmtem Milieus tatsächlich benutzt wurde oder noch wird, während die Rowohlt&#8217;sche Variante ein Produkt des Schreibtischs ist, das diesen nie verlassen wird. Das stört beim Lesen, und wenn es einem derart gefeierten Star-, ja geradezu Kultübersetzer, der weit und breit nur Fans zu haben scheint, unterläuft, stört es noch einmal besonders.</p>
<p>Aber wenn ich schon gefragt werde, will ich auch nicht so tun, als sei die Aufgabe unlösbar. Der in Frage stehende Ausdruck dient dazu, Sammys Herkunft aus einem wenig bildungsbürgerlichen Umfeld kenntlich zu machen, und da ist die doppelte Verneinung nicht unbedingt zwingend. So könnte er etwa auch sagen: &#8220;Ich tu Ihnen gar nichts schulden.&#8221; Sein leicht genervter väterlicher Freund Al Manheim könnte ihn dann ermahnen: &#8220;Sag nicht immer ,ich tu&#8217;&#8221;. Will man die doppelte Verneinung aber erhalten, so böte sich zum Beispiel an: &#8220;Niemandem schulde ich gar nichts &#8211; schon gar nicht Ihnen&#8221;, so daß die beiden Verneinungspartikeln wenigstens nicht unmittelbar aneinanderstoßen. Das sind nur unbehauene Vorschläge, keine Lösungen, mit denen ich völlig glücklich wäre, aber immer noch besser als die von Rowohlt gewählte Variante.</p>
<p>Wenn dieser sich allerdings fortan als Ingo-Way-Schüler bezeichnen möchte, so hätte ich natürlich nichts dagegen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Der Kotzbrocken]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2008/05/13/der-kotzbrocken/</link>
<pubDate>Tue, 13 May 2008 09:00:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
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<description><![CDATA[Unbeliebt gemacht hat Budd Schulberg sich oft. Zunächst in den 30er-Jahren bei Hollywoods Studioboss]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Unbeliebt gemacht hat <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Budd_Schulberg">Budd Schulberg</a> sich oft. Zunächst in den 30er-Jahren bei Hollywoods Studiobossen, als er die erste Gewerkschaft der Drehbuchautoren mitbegründete. Dann in den 50er-Jahren bei der Linken, als der Ex-Kommunist vor dem Ausschuss für unamerikanische Aktivitäten auspackte. Zahlreiche seiner früheren Genossen landeten daraufhin auf der Schwarzen Liste und verloren ihre Jobs.</p>
<p>Die meisten Feinde aber machte sich der 1914 in New York geborene Schulberg mit einem Roman. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/What_Makes_Sammy_Run%3F"><em>What makes Sammy run?</em></a>, 1941 erschienen, sorgte für einen wahren Sturm der Empörung im Establishment von Hollywood. John Wayne wollte Schulberg noch 20 Jahre später deshalb verprügeln. Produzentenlegende Samuel Goldwyn brüllte ihn an: „Du bist ein Verräter!“ und forderte, Schulberg aus Hollywood „abzuschieben“.</p>
<p>Schulbergs Verbrechen: Er hatte in seinem ersten Roman die korrupten Mechanismen der Filmindustrie beschrieben. Als Drehbuchautor &#8211; er arbeitete gemeinsam mit <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Dorothy_Parker">Dorothy Parker</a> am Skript zu <a href="http://www.imdb.com/title/tt0029606/"><em>A Star is born</em></a> (1937) mit &#8211; und Sohn eines Hollywoodproduzenten kannte er sich da aus. Sein Antiheld, der Redaktionsbote Sammy Glick, der seine mangelnde Bildung durch Impertinenz wettmacht, steigt ohne eigenes Können, allein durch Dreistigkeit, zu einem der bestbezahlten Drehbuchschreiber Hollywoods auf. Er gibt ein Manuskript eines Kollegen als sein eigenes aus, verkauft es an den Produzenten Myron Selznick (im wirklichen Leben der Bruder des ungleich berühmteren <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/David_O._Selznick">David O. Selznick</a>) und landet einen Riesenerfolg an der Kinokasse. Mit geklauten Ideen und ohne jeden Anflug von Skrupel („Mit einem Gewissen leben ist wie mit angezogener Handbremse Auto fahren.“) bestreitet er seinen unaufhaltsamen Aufstieg. Auf der Strecke bleiben alle, die er dabei benutzt – Geliebte, Kollegen, Zuarbeiter. Freunde hat er keine.</p>
<p>Prompt sah sich Schulberg mit Antisemitismusvorwürfen konfrontiert. Mancher wollte in Sammy Glick das Klischeebild des hinterhältigen Juden erblicken. Mehrfach wird Sammys „frettchenhafte“ Art betont, jeder in seiner Umgebung muß sich vorsehen, nicht Opfer seiner nächsten Intrige zu werden. In einem Nachwort zur Neuausgabe von 1990 schreibt der Autor: „Natürlich ist Sammy jüdisch, aber alle seine Opfer sind es auch. Ich bilde das gesamte Spektrum von Charaktereigenschaften ab, nur zufällig innerhalb einer bestimmten ethnischen Gemeinschaft.“</p>
<p>Sammy Glick wurde in der amerikanischen Alltagskultur zum Prototyp des aalglatten Aufsteigers und Charakterschweins. Doch in den 80er- und 90er-Jahren änderte sich das. Mit einem gewissen Entsetzen stellte Schulberg fest, daß sein Sammy, den er eigentlich als abschreckendes Zerrbild konzipiert hatte, von jungen Yuppies als Vorbild betrachtet wurde, dem es nachzueifern galt.</p>
<p>Mehr als 60 Jahre hat es gedauert, eine deutsche Übersetzung dieses amerikanisch-jüdischen Klassikers herauszubringen. Die ist jetzt erschienen, heißt <a href="http://www.keinundaber.ch/buecher_und_records/buecher/schulberg_was_treibt_sammy_an/index.html"><em>Was treibt Sammy an?</em></a> und stammt von Harry Rowohlt. Bewährter Übersetzer angelsächsischer Hochkomik, der er ist, hat Rowohlt auch hier eine stilistisch ansprechende und genußvoll zu lesende Arbeit abgeliefert. Doch an manchen Stellen holpert die Übersetzung. Das fängt beim Titel an, der zwar im selben Rhythmus schwingt wie das Original, das Leitmotiv des Rennens – Sammy ist immer in Bewegung, sowohl in übertragener als auch in wörtlicher Hinsicht – aber unterschlägt. Wenn der <a href="http://www.artsreformation.com/a001/hays-code.html">Hays Code</a>, das Hollywood-Richtlinienwerk für (oder besser gegen) die Darstellung sexueller oder gewalttätiger Inhalte, als „Freiwillige Selbstkontrolle“ wiedergegeben wird, klingt das doch arg bundesrepublikanisch. Schwächen hat auch die Übertragung amerikanischer Slangausdrücke. Wenn Sammy, ganz Kind der Gosse, „I’m gonna“ sagt, statt „I’m going to“, ist das deutlich und markant. Wie blaß ist dagegen Rowohlts „Ich wer“, statt „Ich werde“. Auch die doppelte Verneinung erleidet auf ihrem Weg ins Deutsche Schaden. „I don’t owe you nothing“ klingt authentisch. Aber wer, bitte, sagt „Ich schulde Ihnen nichts nicht“?</p>
<p>Von solchen Schönheitsfehlern abgesehen ist es natürlich erfreulich, daß Sammy Glick jetzt auch einem deutschen Publikum bekannt wird. Zum Erscheinen der deutschen Fassung seines Buchs kam Budd Schulberg nach Deutschland, um aus seinem Roman zu lesen. Auf der Berlinale sah er sich den <a href="http://www.berlinale.de/de/filmmarkt/screening_schedule/datenblatt.php?film_id=20085242">Dokumentarfilm</a> über sein Leben an, den sein Sohn produziert hatte. Vor mehr als 60 Jahren war er schon einmal hier gewesen, um nach dem Zweiten Weltkrieg Filmmaterial über die Naziverbrechen zu sammeln, das in den Nürnberger Prozessen verwendet wurde, über die Schulberg wiederum einen Film drehte. In seiner Funktion als Marineoffizier verhaftete Schulberg damals sogar Leni Riefenstahl, mußte das „Nazi-Pin-up-Girl“, wie er sie nannte, freilich bald wieder laufen lassen.</p>
<p><em>What makes Sammy run?</em> war Schulbergs größter Bucherfolg, an den er als Romanautor nie wieder anknüpfen konnte. Dafür hatte er als Drehbuchautor noch eine ansehnliche Karriere vor sich. <em>T<a href="http://www.imdb.com/title/tt0049291/">he Harder They Fall</a></em> (<em>Schmutziger Lorbeer</em>) wurde mit Humphrey Bogart in der Hauptrolle verfilmt. Legendär ist Schulbergs Zusammenarbeit mit dem Regisseur <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Elia_Kazan">Elia Kazan</a> bei den Filmen <em><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/On_the_Waterfront">On the Waterfront</a> </em>(<em>Die Faust im Nacken</em>) mit Marlon Brando, für den er einen Oscar erhielt, und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/A_Face_in_the_Crowd"><em>The Face in the Crowd</em></a> (<em>Ein Gesicht in der Menge</em>). Heute lebt der 94jährige mit seiner Frau Betsy auf Long Island. Einmal noch kehrte er zu seinen Wurzeln zurück: Beim Streik der Drehbuchautoren im vergangenen Jahr stellte Schulberg sich als Streikposten zur Verfügung. Tradition verpflichtet.</p>
</div>]]></content:encoded>
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<title><![CDATA[Was Sie heute (hoffentlich) lernen:]]></title>
<link>http://schubinettraining.wordpress.com/2008/05/07/was-sie-heute-hoffentlich-lernen/</link>
<pubDate>Wed, 07 May 2008 09:32:11 +0000</pubDate>
<dc:creator>schubinet</dc:creator>
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<description><![CDATA[Das Projekt Schubinet: Medienkisten, Kooperationsverträge, Führungen, Projektunterricht, virtuelles ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>Das Projekt Schubinet</strong>:</p>
<p>Medienkisten, Kooperationsverträge, Führungen, Projektunterricht, virtuelles Bibliotheksspiel: Letterheinz, Weblog: Schubinet</p>
<p><strong>Was ist das Web 2.0?</strong></p>
<p>Das Mitmachnetz: Communities, soz. Netzwerke wie StudiVZ, myspace, Xing, flickr, youtube, stayfriends</p>
<p>Blogs: Internettagebuch: Internetseite, chronolgoisch</p>
<p>Wikis: Lexika Wikipedia. lexikon.meyers.de</p>
<p>Secondlife: Computerspiel: virtuelle Welt</p>
<p>RSS, IGoogle</p>
<p><strong>Der Schubinet-Weblog:</strong> Aufbau, Sinn und Zweck, Zukunft</p>
<p><strong>Wie können Sie mitschreiben?</strong></p>
<p><strong>Was gibt es für andere Blogs </strong>(Globolibro, jubiso, Elefantenblog)</p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p>Literaturtipp:<br />
Homepage, Blog &#38; Wiki : so präsentieren Sie sich im Internet / Jörg Schieb ; Mirko Müller. &#8211; 1. Aufl. &#8211; Berlin : Stiftung Warentest, 2008. &#8211; 176 S. : zahlr. Abb. (farb.). Z 734</p>
<p>Weblogs, Podcasting &#38; Online-Journalismus : [der umfassende Einstieg in WordPress ; Journalistisches Know-how anschaulich vermittelt ; Suchmaschinenoptimierung, RSS u.v.m.] /Moritz Sauer. &#8211; 1. Aufl. &#8211; Köln [u.a.] : O&#8217;Reilly, 2007. &#8211; 299 S. : Abb. 978-3-89721-458-3 19.90 EUR F 349</p>
<p><strong><span style="color:#ff00ff;"> Für Tipps und Anregungen bin ich Ihnen jederzeit dankbar!</span></strong></p>
<h5><strong><span style="color:#ff00ff;">Ihre Kirsten Heinrich</span></strong></h5>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Auch Furor kann witzig sein]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2008/03/19/auch-furor-kann-witzig-sein/</link>
<pubDate>Wed, 19 Mar 2008 11:15:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
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<description><![CDATA[Auch Hannes Stein findet Götz Alys 68er-Buch gut. Und interessant: Gerade den Vorwurf vieler Rezense]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Auch <a href="http://debatte.welt.de/weblogs/715/nyc+tagebuch+einer+aus+und+einwanderung/65049/goetz+aly+und+1968">Hannes Stein findet</a> Götz Alys <a href="http://ingoway.wordpress.com/2008/02/22/gotz-aly-unser-kampf-eine-rezension/">68er-Buch</a> gut. Und interessant: Gerade den Vorwurf vieler Rezensenten, Alys &#8220;Furor&#8221; kranke an Humorlosigkeit, teilt Hannes Stein nicht: &#8220;Das Buch ist streckenweise sehr witzig.&#8221; Was wiederum meinem Leseeindruck entspricht.</p>
</div>]]></content:encoded>
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<title><![CDATA[Rainer Hank: Der Wohlfahrtsstaat untergräbt die Freiheit]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2008/02/28/rainer-hank-der-wohlfahrtsstaat-untergrabt-die-freiheit/</link>
<pubDate>Thu, 28 Feb 2008 10:54:47 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
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<description><![CDATA[Rainer Hank schreibt in der Märzausgabe des MERKUR in seinem brillanten Essay &#8220;Die Entmündigun]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Rainer Hank schreibt in der <a href="http://www.online-merkur.de/merkur.php?seite=heftanzeige.php?heft=3608971009&#38;jahr=2008">Märzausgabe des MERKUR</a> in seinem brillanten Essay &#8220;<a href="http://www.online-merkur.de/seiten/lp200803a.php">Die Entmündigung. Wie der Staat seine Bürger korrumpiert</a>&#8221; über Krippenbetreuung und mangelnde Zahlungsbereitschaft von Eltern, Daseinsvorsorge als moderne Form der Planwirtschaft, intransparente Steuerpolitik, das Anachronistische des Wohlfahrtsstaates, totalitäre Zwangsbeglückung und den Frühlibertären Wilhelm von Humboldt. Einige Auszüge:</p>
<blockquote><p> Die Beantwortung der Frage, wie viel Wurst, Käse und Windeln eine Kleinfamilie wöchentlich braucht, würden die Bürger nur ungern Ursula von der Leyen überlassen. Bei den einfachen Gütern des täglichen Bedarfs verlassen sie sich lieber auf den Markt. Bei der Nachfrage nach der Dienstleistung Kinderbetreuung indessen begeben sie sich ohne Murren in die Hände staatlicher Krippenplaner. &#8230;</p>
<p><b>Daseinsvorsorge ist ein anderes Wort für staatliche Planwirtschaft</b>, es klingt nur besser. Tatsächlich wird bei den Krippen der Marktmechanismus suspendiert. &#8230; Handelt es sich wirklich um ein Marktversagen, welches den Staat dazu nötigt, in die Bresche zu springen? <!--more-->Im Normalfall (also für Wurst, Käse und Windeln) gilt die Grundregel der Marktwirtschaft: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Anders gesprochen: Wo eine Nachfrage ist, da wird es über kurz oder lang auch zu einem privaten Angebot kommen. Lange Wartelisten, so heißt es, seien der Beweis dafür, dass die Kinderbetreuung &#8230; nach anderen als den Marktgesetzen funktioniere. Denn sonst müsste die Nachfrage doch über kurz oder lang auch ein privates Angebot nach sich ziehen, und die Wartelisten würden verschwinden.</p>
<p>Diese Argumentation beruht auf falschen Voraussetzungen. Der Markt versagt nicht. Aber <b>es mangelt an der Zahlungsbereitschaft der Eltern. Sie wollen zwar, aus Gründen der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie, ihre Kinder von anderen an anderem Ort betreuen lassen. Sie wollen dafür aber nichts oder nur wenig zahlen, weil sie der Meinung sind, die Kinder selbst seien schon ein Preis, durch dessen Zahlung sie der Gesellschaft Nutzen stiften.</b> &#8230; Nicht der Markt versagt, sondern die Kunden weigern sich zu zahlen. Kein Wunder, dass eine private Krippenindustrie in Deutschland nicht blühen kann. &#8230;<br />
Der Staat traut seinen Bürgern nicht. Daseinsvorsorge ist die Staatstheorie des aufgeklärten Paternalismus. &#8230;</p>
<p>Doch die Bürger rebellieren nicht. &#8230; Und immer dort, wo es etwas vom Staat gibt, gibt es auch Mitnahmeeffekte. Etwa beim Klimaschutz. Von bislang 700 auf 2600 Millionen Euro werden im laufenden Jahr die staatlichen Mittel für den Klimaschutz aufgestockt, damit Deutschland zur »energieeffizientesten Region der Welt« (Michael Glos) werde. Flugs steigen die Bürger auf ihre Einfamilienhäuser und sanieren die Dächer. &#8230;</p>
<p>Die Kosten seiner Entmündigung hat der Bürger selbst zu übernehmen. Wozu ist er schließlich Steuer- und Beitragszahler? &#8230;</p>
<p>Zwischen Ehegattensplitting, beitragsfreier Mitversicherung, Kinderzulage für die Riesterrente und Dienstmädchenprivileg kann man rasch den Überblick verlieren. Wenn aber die Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung gar nicht erst ins Bewusstsein tritt, wird der Bürger seine eigene Leistungsfähigkeit überschätzen. <b>Weder über die Kosten (Steuern, Abgaben) noch über die Leistungen (Subventionen, Institutionen der Daseinsvorsorge) hat er einen korrekten Überblick. Der Staat verweigert ihm die Transparenz des öffentlichen Preis-Leistungsverhältnisses.</b> Allein die demokratische Mehrheitsentscheidung genügt ihm als anmaßende Legitimation paternalistischer Bürgerbeglückung. &#8230;<br />
Die zwischen 1883 und 1898 initiierte Sozialversicherung, gewiss der Gründungsakt des vorsorgenden Sozialstaats in Deutschland, wurde ohne Umschweife auch von seinen Erfindern als entmündigendes Verfahren zur Herstellung von Untertanenloyalität apostrophiert. <sup>&#8230;</sup> In vertraulicher Rede beschrieb (Bismarck) sein Kalkül noch genauer: »Wer eine Pension hat für sein Alter, der ist viel zufriedener und viel leichter zu behandeln, als wer darauf keine Aussicht hat.« &#8230;<br />
<b>Im historischen Bündnis des späten 19. Jahrhunderts haben Sozialisten, Liberale, Christen und Konservative gemeinsam ihre Ängste an den Staat delegiert</b>, den sie mit viel Geld, sozialer Zwangsgewalt und Hoheitsrechten über die menschliche Glückseligkeit auszustatten bereit waren. &#8230;<b> Dabei ist die Erfindung des Wohlfahrtsstaates bei Lichte betrachtet ein ziemlicher Anachronismus</b>. Darauf hat der Freiburger Ordoliberale Wilhelm Röpke <i>&#8230;</i> schon 1957 hingewiesen. Sicherlich, schreibt Röpke, habe die organisierte Staatshilfe zugunsten der wirtschaftlich Schwachen ihren guten Sinn und Ursprung in einer bestimmen Periode der Wirtschafts- und Sozialgeschichte, nämlich jener zwischen der alten und der heutigen hochentwickelten Industriegesellschaft. »Heute aber – und das ist das Paradoxe – wird im modernen Wohlfahrtsstaat das System der staatlich organisierten Massenfürsorge just in jenem Moment auf die Spitze getrieben, da in den wirtschaftlich fortgeschrittenen Ländern jene Zwischenzeit weitgehend überwunden ist und damit die Möglichkeiten der freiwilligen Selbst- und Gruppenhilfe unvergleichlich besser geworden sind.« Müssten also nicht eigentlich Wohlstand und Freiheit korrelieren und der demütigende Wohlfahrtsstaat im Maße anhaltenden Wachstumserfolges schrumpfen? &#8230;<br />
<b>Der Anachronismus dieser Freiheitsvergessenheit fällt bloß nicht auf, weil die Erfindung des Wohlfahrtsstaates in jedem Geschichtsunterricht als Fortschrittsgeschichte verkauft und seine entmündigende Wirkung übersehen wird.</b> &#8230;</p>
<p>Die Sorge für das Wohlergehen der Menschen, welch bester Absicht auch immer sie entspringt, geht den Staat nichts an. Sicherheit ist die Bedingung der Möglichkeit des Freiheitsvollzugs, <b>staatlicher Glücks- und Wohlstandsauftrag hingegen müsste die Freiheit einschränken.</b> Keiner hat das so klar formuliert wie Wilhelm von Humboldt in seiner Frühschrift <i>Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen</i> (1792): »der Staat enthalte sich aller Sorgfalt für den positiven Wohlstand der Bürger und gehe keinen Schritt weiter, als zu ihrer Sicherstellung gegen sich selbst und gegen auswärtige Feinde notwendig ist«&#8230;</p>
<p>Vor dem sezierenden Blick Humboldts verfällt alle staatliche Familien-, Bildungs- oder Religionspolitik. Mit seinem Plädoyer für einen Minimalstaat müsste Humboldt sich heute von Ursula von der Leyen als Verfassungsfeind kriminalisieren lassen, und selbst in der FDP würde er sich ein Ausschlussverfahren wegen libertärer Umtriebe einhandeln. In Ehe und Familie, meint der preußische Aufklärer nämlich, solle der Gesetzgeber tunlichst sich nicht einmischen, sondern diese der bloßen Neigung der Geschlechter überlassen. &#8230; »Daher dünkt mich, sollte der Staat nicht nur die Bande freier und weiter machen, sondern . . . überhaupt von der Ehe seine ganze Wirksamkeit entfernen und dieselbe vielmehr der freien Willkür der Individuen und der von ihnen errichteten mannigfaltigen Verträge . . . gänzlich überlassen.«</p>
<p>Ähnlich problematisch wie eine staatliche Familienpolitik findet Humboldt deshalb auch die Idee eines öffentlichen Bildungswesens und damit auch den staatlichen Schulzwang. &#8230; Die Staatsschule führe dazu, dass die Eltern die Verantwortung für die Aufzucht der Kinder an den Staat delegieren, wofür diese einen hohen Preis zahlen: Statt zu freien und gebildeten (im wörtlichen Sinne) Menschen werden sie zu Staatsbürgern, zu Untertanen also, gemacht. &#8230;</p>
<p><b>Ein Staat, der sich anheischig macht, das Glück seiner Bürger, sei es direkt oder indirekt, zu beeinflussen, wird rasch totalitär. </b>&#8230; Die amerikanische Verfassung garantiert aus gutem Grund das »Streben nach Glück«. Sie erklärt sich aber nicht zuständig für das Glück der danach Strebenden. Streben nach Glück ist nichts anderes als die Garantie der Freiheitsrechte: Es geht um die Bedingung der Möglichkeit, dass Bürger ihre eigenen Ziele zu ihrem Glück verfolgen können. »The pursuit of happiness«, durch die Verfassung garantiert, ist das Gegenteil staatlich garantierten Glücks. &#8230;<br />
Die Offenheit der Kontingenz und das Risiko zu scheitern sind in einer solchen Welt zweifellos groß. Doch die positive Kehrseite ist längst nicht nur das Risikoversprechen des Freiheitsgewinns, sondern, quasi im Befreiungsakt mitgegeben, der erfahrbare Stolz, den ein Leben ohne anmaßende staatliche Demütigung bedeuten kann. Mit ihrem Leben und mit ihrem Geld können die Bürger Besseres tun, als sich dem Fürsorgestaat zu unterwerfen.</p></blockquote>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Adam oder Odo]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2008/02/26/adam-oder-odo/</link>
<pubDate>Tue, 26 Feb 2008 17:07:29 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
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<description><![CDATA[Als ich heute Mittag in der Friedrichstraße meinen Verdauungsspaziergang machte, sah ich den Schrift]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Als ich heute Mittag in der Friedrichstraße meinen Verdauungsspaziergang machte, sah ich den Schriftsteller Maxim Biller aus der H&#38;M-Filiale herauskommen, eine H&#38;M-Einkaufstüte in der Hand. Kann er sich keine besseren Klamotten leisten?, fragte ich mich. Zumal im Schaufenster auch noch ein Plakat hing &#8220;Heute 20% Rabatt auf gekennzeichnete Artikel&#8221;. Doch dann fiel mir ein, daß Biller wegen des <a href="http://www.taz.de/1/leben/buch/artikel/1/tiefschlag-fuer-maxim-biller/?src=TE&#38;cHash=e08919d172">literaturfeindlichen Schandurteils</a> des Landgerichts München 50.000 Euro Schmerzensgeld an seine Exfreundin zahlen muß, weil die sich in Billers Roman <i>Esra </i>wiedererkannt hat. Die Ehre, in einem Roman verewigt zu sein, läßt sie sich also auch noch vergolden. Und so ist Biller womöglich derzeit auf Sonderangebote angewiesen.</p>
<p>Hoffentlich läßt er sich von diesem Rückschlag dennoch nicht vom Schreiben abhalten. Seine <i>Esra</i> habe ich seinerzeit gemeinsam mit meiner damaligen Freundin K. gelesen. In der Amerika-Gedenkbibliothek konnte man es nach dem Verbot noch eine Zeitlang ausleihen. Wir lasen das Buch überhaupt nicht als Abrechung oder als öffentliche Schmutzwäsche, sondern als ebenso anrührende wie wahrhaftige Liebesgeschichte, in der der Autor/Erzähler &#8211; im Buch heißt er Adam &#8211; sich selbst ebensowenig schont wie seine Freundin. Und von einer vergangenen Liebe läßt sich nicht ohne Wut und Zorn erzählen, ohne zu lügen. Unsere eigene Beziehung wurde durch die Lektüre zwar nicht gerettet, aber immerhin bescherte sie uns eine weitere gemeinsame Erinnerung.</p>
<p>Der Zufall wollte es, daß mich mein Weg in die gleiche Richtung führte wie Biller, etwa zweihundert Meter weiter ins Kulturkaufhaus Dussmann. Dort allerdings trennten sich unsere Wege, Biller zog es in die CD-Abteilung, mein Ziel war das Philosophieregal, wo ich zwei Reclam-Bändchen des Philosophen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Odo_Marquard">Odo Marquardt</a> erstand, der heute seinen achtzigsten Geburtstag feiert. Dies hat nun wieder seine Stimmigkeit, denn ist nicht neben der Philosophie auch das Schreiben über die Liebe eine Form der Inkompetenzkompensationskompetenz? Ich glaube schon. Und deswegen werde ich als nächstes Billers Kurzgeschichtensammlung <a href="http://www.single-generation.de/kohorten/78er/maxim_biller_liebe_heute.htm"><i>Liebe heute</i></a> lesen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Götz Aly: "Unser Kampf". Eine Rezension]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2008/02/22/gotz-aly-unser-kampf-eine-rezension/</link>
<pubDate>Fri, 22 Feb 2008 13:17:13 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
<guid>http://ingoway.wordpress.com/2008/02/22/gotz-aly-unser-kampf-eine-rezension/</guid>
<description><![CDATA[Will da etwa einer den Nationalsozialismus relativieren? Der Buchtitel Unser Kampf, bezogen auf die ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Will da etwa einer den Nationalsozialismus relativieren? Der Buchtitel <a href="http://www.amazon.de/Unser-Kampf-G%C3%B6tz-Aly/dp/3100004213"><em>Unser Kampf</em></a>, bezogen auf die Studentenbewegung um das Jahr 1968, läßt darauf schließen. Denn immerhin waren es doch die 68er, die mit der bundesdeutschen Verdrängung der NS-Zeit Schluß gemacht und sich die Aufarbeitung der deutschen Verbrechen auf ihre Fahnen geschrieben haben – und nebenbei der Bundesrepublik zur längst fälligen Liberalisierung und Demokratisierung verhalfen. So jedenfalls die gängige Meinung, die durch die in den vergangenen Jahren verschiedentlich geäußerte Kritik an Auswüchsen der 68er-Bewegung kaum ins Wanken gebracht worden ist.</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%B6tz_Aly">Götz Aly</a>, Historiker und ausgewiesener NS-Experte – 1968 selbst ein radikaler Linker –, bestreitet diese Deutung vehement. Seine These: Die Studentenbewegung war ein „Spätausläufer des Totalitarismus“, die linken Studenten verachteten Pluralismus und Demokratie und waren darin ihren Nazi-Eltern ähnlicher, als es ihnen lieb war; sie waren der Gewalt zugetan, fröhnten einer deutsch-romantischen Gemeinschaftsideologie und interessierten sich kein bißchen für die Aufarbeitung der NS-Zeit. „Faschismus“ war ihnen eine bloße Chiffre für gegenwärtige Zustände, die ihnen nicht behagten, und hatte nichts mit dem spezifisch deutschen Menschheitsverbrechen der Schoa zu tun. Folgerichtig glitten die Protagonisten in Antiamerikanismus und Antizionismus ab. Die Abwendung von Israel und den Juden war laut Aly Ausdruck der Schuldabwehr – der bundesdeutsche Staat hatte nämlich mit den Auschwitz- und weiteren NS-Prozessen seit Anfang der 60er-Jahre der deutschen Gesellschaft ihre Verbrechen vor Augen geführt. Die Scham über das Verhalten ihrer Eltern hätten die linken Studenten nicht ertragen und die deutsche Schuld in abstrakten marxistischen Kategorien aufgelöst und nebenbei – im Falle Israels – die Opfer zu Tätern umgedeutet.<br />
<a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/;art138,2478789">Einige </a>der bisher erschienenen Rezensionen zeigen in ihrer <a href="http://www.taz.de/1/leben/buch/artikel/1/der-studienraete-schocker/?src=AR&#38;cHash=1210ae46d7">Aufgeregtheit</a>, daß Aly zumindest einen Nerv getroffen hat. Auffällig sind die vielen Ad-hominem-Argumente: Aly sei ein <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1202761021664.shtml">„Renegat“, dessen „Furor“</a> auch nicht besser sei als das, was er kritisiere; er müsse sich zwanghaft an seiner eigenen Geschichte abarbeiten und sei außerdem bloß <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/234/158806/">neidisch, daß er es nicht zur C4-Professur gebracht habe</a>. Diese für eine sachliche Debatte, gelinde gesagt, irrelevanten Einwürfe sind symptomatisch für ein Debattenklima, in dem in Bezug auf 68 augenscheinlich der Grundsatz gilt, daß die Gesamtbilanz unterm Strich gefälligst positiv zu sein habe.</p>
<p>Selbstverständlich hat Alys Buch Schwächen. Sein problematischster Punkt – der es seinen Kritikern besonders leicht macht – ist die Parallelisierung der 68er-Studentenrevolte mit der NS-Studentenschaft von 1933. Zwar findet Aly hier in der Tat beängstigende Parallelen. In Gestus und Wortwahl lesen sich manche NS-Flugschriften wie linke Flugblätter der 70er-, 80er- und der 90er-Jahre. Beide Bewegungen richteten sich gegen die „Spießer“ (Baldur von Schirach) und das „kapitalistische Bildungsmonopol“ (Fritz Hippler), beide beklagten sich über angebliche Polizeischikanen und richteten eine Rote Hilfe (68 ) beziehungsweise eine Vaterländische Gefangenenhilfe (33) ein. Auch Wohngemeinschaften gab es 1933 schon, und sie wurden auch genau mit diesem Wort bezeichnet. Ob diese unbestreitbaren Ähnlichkeiten jedoch bloß zufällige Oberflächenphänomene sind oder eine strukturelle Verwandtschaft beweisen, dies zu klären, bleibt weiterhin Aufgabe der Zeitgeschichtsforschung. Alys zweifellos unterhaltsamer polemischer Essay kann allenfalls eine, zunächst steil klingende, These aufstellen.<br />
Und doch hat Aly sich diese Parallele nicht ausgedacht. Es waren jüdische Remigranten, Verfolgte des NS-Regimes, die den totalitären Charakter der Studentenbewegung erkannten und auf die Nähe zu den Nazis explizit hingewiesen haben. Zu diesen gehörten Max Horkheimer und Theodor W. Adorno – ironischerweise Ikonen der Linken. Es sind aber vor allem die Politologen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_L%C3%B6wenthal">Richard Löwenthal</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Fraenkel_%28Politologe%29">Ernst Fraenkel</a>, auf die Aly sich bezieht. Sein Buch ist streckenweise beinahe eine Huldigung an diese beiden jüdischen Sozialdemokraten und Wissenschaftler, die an der Freien Universität Berlin lehrten. Statt sich an diesen zu orientieren – beide hatten bereits in der Emigration Forschungen zum Nationalsozialismus angestellt, die sie in der Bundesrepublik fortführten –, liefen die radikalen FU-Studenten dem linksgewendeten Altfaschisten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Agnoli">Johannes Agnoli</a> hinterher, den Fraenkel als „demagogischen Clown“ bezeichnete. Fraenkel bot sich auch an, den Faschismusvorwurf gegen linke Studenten in einem Gerichtsprozeß als Gutachter zu bestätigen. Löwenthal warnte unterdessen in Diskussionen mit Dutschke davor, daß der Versuch, die perfekte utopische Gesellschaft zu schaffen, zwangsläufig in einer Diktatur enden muß. Auch auf die Mao-Begeisterung der Studenten reagierten Fraenkel und Löwenthal mit Fassungslosigkeit, und nicht nur sie. Beiden wäre es nicht in den Sinn gekommen, in solchen Warnungen eine Verharmlosung des Holocaust zu sehen, dem sie knapp entgangen waren. Wieso sollte das der Fall sein, wenn man die 68er-Bewegung rückblickend ähnlich beurteilt? Dieser Vorwurf scheint eher der Ehrenrettung derjenigen zu dienen, die dabei waren und ihren Spaß hatten.</p>
<p>Im Streit um die von den Grünen in Berlin-Kreuzberg gewünschte Umbenennung eines Teils der Axel-Springer-Straße in Rudi-Dutschke-Straße macht Götz Aly am Ende des Buches dann einen wahrhaft salomonischen Vorschlag: Man solle sie doch am besten in Richard-Löwenthal-Promenade umtaufen.<br />
<strong><br />
Götz Aly: Unser Kampf. 1968 – ein irritierter Blick zurück</strong><br />
Fischer, Frankfurt/M. 2008, 256 S., 19,90 €</p>
<p><em>(erschienen in der <a href="http://www.juedische-allgemeine.de/">Jüdischen Allgemeinen</a> vom 21. Februar) </em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Tet-Offensive]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2008/01/30/tet-offensive/</link>
<pubDate>Wed, 30 Jan 2008 13:20:16 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
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<description><![CDATA[Vor vierzig Jahren starteten das kommunistische Nordvietnam und der Vietcong pünktlich zum buddhisti]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Vor vierzig Jahren starteten das kommunistische Nordvietnam und der Vietcong pünktlich zum buddhistischen Neujahrsfest die Tet-Offensive. <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/Vietnam;art138,2455607">Neulich habe ich ein Buch über amerikanische Kriegsverbrechen in Vietnam rezensiert</a>. Doch wer davon redet, sollte hiervon nicht schweigen: &#8220;Der Vietcong und seine Verbündeten gingen mit äußerster Brutalität gegen vermeintliche Unterstützer der südvietnamesischen Regierung vor. Allein in der Stadt Huế wurden in den 3 Wochen Vietcong-Herrschaft mehr als 5.000 Menschen gefoltert und exekutiert, darunter auch ausländische Ärzte und Priester und auch Kinder. Die später aufgefundenen Toten waren teilweise verstümmelt, einige wurden offenbar lebendig begraben.&#8221; (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tet-Offensive">Quelle: Wikipedia</a>)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Schuldabwehr]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2008/01/29/schuldabwehr/</link>
<pubDate>Tue, 29 Jan 2008 13:37:36 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
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<description><![CDATA[In der Berliner Zeitung schreibt Götz Aly eine Sammelrezension über diverse Bücher zum Thema 1968: V]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/feuilleton/720468.html">In der Berliner Zeitung schreibt Götz Aly eine Sammelrezension über diverse Bücher zum Thema 1968</a>:</p>
<ul>
<li> Von ihren früheren Unworten und Untaten reden die Achtundsechziger nicht gerne. Stattdessen verstecken sie sich hinter dem Terror der RAF, dem &#8220;durchgeknallten&#8221; Andreas Baader, der &#8220;kalten&#8221; Gudrun Ensslin oder der &#8220;verzweifelten&#8221; Ulrike Meinhof. Nach derselben Methode verfuhren die Deutschen 1945. Statt über ihr eigenes Handeln nachzudenken, dämonisierten sie Adolf Hitler zum einzig Schuldigen. Wie die hier vorzustellenden Neuerscheinungen zu 1968 zeigen, stricken die revolutionären Ruheständler ihre Biografien fast alle nach dem Muster, das Franz Schönhuber 1983 zum Titel seiner verklärenden Erinnerungen an die Waffen-SS erhob: &#8220;Ich war dabei&#8221;. Demnach kann, wer nicht dabei war, auch nicht mitreden. Im Ton sind die älteren 68er-Herrschaften ziemlich defensiv geworden, frei nach dem auch schon bekannten Motto &#8220;Es war nicht alles schlecht&#8221;.</li>
</ul>
<p><a href="http://www.taz.de/nc/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=sp&#38;dig=2007%2F12%2F29%2Fa0039&#38;src=GI&#38;cHash=d7bfa9fbbb">Kurz zuvor hatte Aly mit Katharina Rutschky über &#8216;68 diskutiert.</a></p>
<p>(Via <a href="http://sebew.wordpress.com/2008/01/28/gotze-aly-rechnet-weiter-mit-den-68er-ab/">Sendungsbewußtsein</a>.)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Gegen das nachträgliche Krisengerede]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2008/01/25/gegen-das-nachtragliche-krisengerede/</link>
<pubDate>Fri, 25 Jan 2008 15:30:16 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
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<description><![CDATA[Tobias Kaufmann fordert im Kölner Stadtanzeiger Gerechtigkeit für Weimar. Die Verunglimpfung, unter ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Tobias Kaufmann fordert im Kölner Stadtanzeiger <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1200142233359.shtml">Gerechtigkeit für Weimar</a>.</p>
<blockquote><p>Die Verunglimpfung, unter der die erste deutsche Demokratie vom ersten Tag an litt, hält auch nach ihrem Tod an &#8211; so als wäre diese schwächliche Republik nicht ein Opfer deutscher Raserei gewesen, sondern schuld am deutschen Unglück. Vom Verfassungsrahmen bis ins menschliche Detail hatte diese Demokratie Fehler, „Geburtsfehler“ gar, wie Verfassungshistoriker sagen. Aber Weimar auf seine Fehler zu reduzieren, hieße die Idee der sozialen Demokratie von 1918 / 19 nur von ihrem Untergang her zu betrachten. Das ist unhistorisch &#8211; und ungerecht.  &#8230;</p>
<p>Bei allen Fehlern, die dieser Versuch hatte, und die auszuschließen das Bonner Grundgesetz garantieren sollte &#8211; die Republik von Weimar war ein großartiges Experiment. Es war ständig vom Scheitern bedroht, aber zugleich immer am Rande des Gelingens. Sie war schwach, die erste deutsche Demokratie, und am Ende, als sie erdolcht wurde, war sie wehrlos. Aber das ist kein Grund, nicht stolz zu sein auf diese kränkliche Gestalt. Weimar war größer als das meiste, das man auf deutschem Boden jemals für groß hielt.</p></blockquote>
<p><span class="sans">In diesem Zusammenhang ist auch der Sammelband <a href="http://www.roterdorn.de/inhalt.php?xz=rezi&#38;=autoren&#38;field=Autor&#38;sort=Autor&#38;doseek=true&#38;exact=true&#38;seek=F%C3%B6llmer,%20Moritz&#38;id=5278&#38;cat=Science-Fiction">Die »Krise« der Weimarer Republik. Zur Kritik eines Deutungsmusters</a>, der von Moritz Föllmer und Rüdiger Graf herausgegeben wurde, interessant. </span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wimmelbuch mit Pimmel]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2008/01/21/wimmelbuch-mit-pimmel/</link>
<pubDate>Mon, 21 Jan 2008 15:34:19 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
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<description><![CDATA[Mein Patenkind Jan liebt geradezu abgöttisch die Jahreszeiten-Wimmelbücher der Zeichnerin Rotraut Su]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Mein Patenkind Jan liebt geradezu abgöttisch die <a href="http://www.gerstenberg-verlag.de/index.php?action=search">Jahreszeiten-Wimmelbücher</a> der Zeichnerin <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rotraut_Susanne_Berner">Rotraut Susanne Berner</a>, seit ich ihm eines davon zu seinem ersten Geburtstag geschenkt habe. Daher erfüllt es mich mit großer Freude, daß das <a href="http://www.amazon.de/Winter-Wimmelbuch-Bilderb%C3%BCcher/dp/3806750335">Winter-Wimmelbuch</a> jetzt auch in den USA <a href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,529086,00.html">unretuschiert</a> <a href="http://www.spiegel.de/fotostrecke/0,5538,PB64-SUQ9MjMwOTAmbnI9Mg_3_3,00.html">erscheinen</a> <a href="http://www.spiegel.de/fotostrecke/0,5538,PB64-SUQ9MjMwOTAmbnI9Mw_3_3,00.html">darf</a>.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[40 Jahre My Lai]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2008/01/14/40-jahre-my-lai/</link>
<pubDate>Sun, 13 Jan 2008 23:26:04 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
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<description><![CDATA[&#8220;Krieg ohne Fronten. Die USA in Vietnam&#8221; heißt die umfangreiche Studie von Bernd Greiner]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#8220;Krieg ohne Fronten. Die USA in Vietnam&#8221; heißt die umfangreiche Studie von Bernd Greiner über amerikanische Kriegsverbrechen in Vietnam. Im Tagesspiegel von heute <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/Vietnam;art138,2455607">rezensiere ich sie</a>.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Norman und Adolf]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2007/11/12/norman-und-adolf/</link>
<pubDate>Mon, 12 Nov 2007 10:22:35 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
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<description><![CDATA[Zum Tode des Schriftstellers Norman Mailer hier vorab meine Rezension seines letzten Buches Das Schl]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><b>Zum Tode des Schriftstellers Norman Mailer hier vorab meine Rezension seines letzten Buches <i>Das Schloß im Wald</i>, die am Donnerstag in der Literaturbeilage der <i>Jüdischen Allgemeinen</i> erscheint:</b></p>
<p>Die Pointe vorweg: Adolf Hitler hat seine Verbrechen begangen, weil er vom Teufel besessen war. Dies zu verraten ist kein unzulässiger Vorgriff, da es der Leser des jüngsten Romans von Norman Mailer ebenfalls gleich zu Anfang erfährt. Der Erzähler von <i>Das Schloß im Wald</i> ist ein SS-Mann namens Dieter, der zu einer Elitetruppe um Heinrich Himmler gehört und sich als Assistent des Satans – vom Erzähler „Maestro“ genannt – entpuppt. Mailers Himmler ist überzeugt, daß Inzest besonders starke und leistungsfähige Individuen hervorbringt, und will beweisen, daß auch sein heißgeliebter Führer Produkt einer solchen Blutschande ist. SS-Mann Dieter wird beauftragt, genau das herauszufinden. Was Himmler nicht ahnt: Dieter weiß längst, daß es sich so verhält, hat er doch den jungen Adolf von dessen Zeugung an begleitet.</p>
<p>Der Maestro hat Großes vor mit dem kleinen Adi, wie er von seinen Eltern und dem Erzähler beständig genannt wird. <!--more-->Aus einer Ehe zwischen Alois Hitler und seiner Nichte Klara hervorgegangen – die gleichzeitig seine Tochter ist, weil Alois einst ein Verhältnis mit deren Mutter hatte (eine dichterische Zugabe Mailers) – , bietet Adi beste Voraussetzungen für die Pläne des Teufels. Wieso, weshalb das so ist, wie der erzieherische Einfluss des Satans überhaupt vonstattengeht, erfährt der Leser allerdings nicht so genau.</p>
<p>Es dauert 80 Seiten, bis das Baby Adolf überhaupt auf der Bildfläche auftaucht. Eigentliche Hauptfigur des Romans ist Adolfs Vater Alois Hitler, ein kaisertreuer Zollbeamter, autoritärer Kleinbürger und notorischer Frauenheld. Ermüdend lang breitet Mailer Alois’ Leben und Meinungen aus – seine Egozentrik, seine Frauengeschichten, seine Obrigkeitshörigkeit, seine Freude, beim Zoll Schmuggler zu ertappen, seine Feindschaft gegen die Kirche, seinen Versuch, sich als Imker selbständig zu machen, seine von verdruckster Erotik grundierte Grausamkeit gegenüber seinen Kindern. Doch diese wenig sympathische Figur bleibt einem gleichgültig, man vermag für ihre Handlungen und seine Ansichten kein rechtes Interesse aufzubringen –  und man fragt sich, welche Aufschlüsse einem das alles nun über die Genese des Bösen in der Person Adolf Hitlers geben soll.</p>
<p>Die versucht Mailer mit viel Vulgärpsychologie zu erklären. Adi beobachtet die „Urszene“, den Geschlechtsakt seiner Eltern, spielt gerne mit seinen eigenen Exkrementen und onaniert wie wild. Außerdem hat er nur einen Hoden, getreu dem britischen Soldatenlied im Zweiten Weltkrieg: „Hitler has only got one ball“. Jung-Adolf ist außerdem sentimental und ein notorischer Lügner. Dazu kommt ein Schuß Jahrmarktsspuk: Der kleine Hitler stinkt – nach Schwefel.</p>
<p>Faschismus lernt Adi im Tierreich kennen. Aus der Bienenzucht seines Vaters weiß er, daß die überflüssigen, faulen Bienen von ihren fleißigen Artgenossen zu Tode gestochen werden. Adi sieht zu, wie sein Vater eine krank gewordene Bienenkolonie vergast: „In der Natur gibt es keine Gnade für die Schwachen“. In der Nacht darauf flößt der Teufel Adolf einen Traum ein, in dem er Tausende Bienen töten muß. Er ist „stolz auf die hohe Zahl, die er geschafft hatte“. An dieser Stelle hat Mailer wohl selbst gemerkt, wie dick er aufträgt. Er läßt seinen Teufel sagen: „Hier möchte ich den Leser warnen, nicht zu viel von der Vergasung und der Leichenzählung herzumachen. Das darf nicht als die einzige Ursache der künftigen Ereignisse mißverstanden werden.“ Wer hätte das gedacht.</p>
<p>Letztlich ist <i>Das Schloß im Wald</i> kein Buch über Hitler, sondern eines über das religiöse Weltbild Norman Mailers, der tatsächlich an Gott und den Teufel glaubt, wie er in seiner in den USA gerade erschienenen Sammlung religionsphilosophischer Essays <i>On God</i> bekennt. Hitler ist für Mailer der Inbegriff des Bösen, seit seine Mutter ihm in der Kindheit drohte, wenn er nicht brav sei, käme Hitler und würde ihn fressen.Im Roman kämpfen Engel (vom Erzähler &#8220;Büttel&#8221;  genannt) und Teufel um die Seele des Menschen. Manichäer ist Mailer  dabei nicht. Der Mensch bleibt frei, kann sich, trotz aller  Einflüsterungen, für eine Seite entscheiden, kann sogar von der einen  auf die andere überwechseln &#8211; und wieder zurück. Sogar der Teufel Dieter  erwägt den Austritt aus den satanischen Heerscharen. Gott ist in diesem  Weltbild nicht allmächtig; sonst hätte es in den Augen Mailers Auschwitz  nicht geben können. Daß diejenigen, die Auschwitz ins Werk gesetzt  haben, letztlich doch besiegt wurden, ist für Mailer der Beweis, dass  Gott gleichwohl existiert.</p>
<p>Sein Vorhaben, die Biographie Hitlers in weiteren Bänden fortzuschreiben, kann Mailer nicht mehr verwirklichen: Er starb am 11. November.</p>
<p>Ein Wort zur Übersetzung: Die Dialoge in der englischen Originalfassung sind von Germanismen durchsetzt. Amerikanische Kritiker beklagten, sie klängen wie schlechte Übersetzungen deutscher Texte. Wahrscheinlicher ist, daß Mailer dies als bewußtes Stilmittel eingesetzt hat. In der deutschen Fassung ist von diesem Verfremdungseffekt nichts übrig. Den Quellenanhang, den Mailer seinem Roman beigibt, hat man sich in der deutschen Ausgabe gespart. Als Unsitte verdient es außerdem bezeichnet zu werden, daß Bücher von US-Autoren fast ausnahmslos „aus dem Amerikanischen“ übersetzt werden – als spräche man in den Vereinigten Staaten von Amerika kein Englisch.</p>
<p>Norman Mailer: Das Schloß im Wald<br />
Übersetzt von Alfred Starkmann<br />
LangenMüller, München 2007, 464 S., 29,90 €</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA["Sie würden uns in unseren Betten ermorden"]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2007/10/18/sie-wurden-uns-in-unseren-betten-ermorden/</link>
<pubDate>Thu, 18 Oct 2007 11:07:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
<guid>http://ingoway.wordpress.com/2007/10/18/sie-wurden-uns-in-unseren-betten-ermorden/</guid>
<description><![CDATA[&#8220;Im Grunde habe ich gar nichts gegen Menschen. Einige meiner besten Freunde sind welche&#8221;]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#8220;Im Grunde habe ich gar nichts gegen Menschen. Einige meiner besten Freunde sind welche&#8221;, sagte ich neulich zu meinem Freund <a href="http://www.autorenkreis-bundesrepublik.de/cohen.htm">Mitch Cohen</a>, als wir beim Bier die Eitelkeit und Niedertracht unserer Gattungsgenossen beklagten. &#8220;Da fällt mir ein Gedicht von Kenneth Rexroth ein, das ich vor ein paar Jahren ins Deutsche übersetzt habe&#8221;, sagte Mitch. &#8220;Morgen schicke ich es dir.&#8221;</p>
<blockquote><p><strong><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Discrimination</span></font></strong><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"></span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">I don&#8217;t mind the human race.</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">I&#8217;ve got pretty used to them</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">In these past twenty-five years.</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">I don&#8217;t mind if they sit next</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">To me on streetcars, or eat</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">In the same restaurants, if</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">It&#8217;s not at the same table.</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">However, I don&#8217;t approve</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Of a woman I respect</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Dancing with one of them. I&#8217;ve</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">tried asking them to my home</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Without success. I shouldn&#8217;t</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Care to see my own sister</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Marry one. Even if she</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Loved him, think of the children.</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Their art is interesting,</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">But certainly barbarous.</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">I&#8217;m sure, if given the chance,</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">They&#8217;d kill us all in our beds.</span></font><br />
<font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">And you must admit, they smell.</span></font></p></blockquote>
<p><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Und hier Mitchs Übersetzung:</span></font><!--more--></p>
<p><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br class="khtml-block-placeholder" /></span></font></p>
<p><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"></span></font></p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><strong><span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Diskriminierung</span></font></span></span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Ich habe nichts gegen die menschliche Rasse.</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
Ich habe mich einigermaßen an sie gewöhnt</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
In den letzten fünfundzwanzig Jahren.</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
Ich habe nichts dagegen, wenn sie neben mir</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
In der Straßenbahn sitzen oder wenn sie in</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
Demselben Restaurant essen, solange sie</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
Nicht am gleichen Tisch sind.</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
Trotzdem kann ich es nicht gutheißen,</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
Wenn eine Frau, die ich respektiere,</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
Mit einem von ihnen tanzt. Ich habe</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
versucht, sie zu mir nach Hause einzuladen:</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
Ohne Erfolg. Ich sähe es</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
Nicht gern, sollte meine eigene Schwester</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
Einen heiraten. Auch wenn sie</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
Ihn liebte – denk an die Kinder!</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
Ihre Kunst ist interessant,</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
Aber im Grunde barbarisch.</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
Ich bin sicher, wenn sie Gelegenheit hätten,</span></font></span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;"><br />
Würden sie uns alle in unseren Betten ermorden.<br />
</span></font></span></span>Und du mußt zugeben, sie stinken.</p></blockquote>
<p><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">  </span></font><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">In der<a href="http://www.babel-tulay.de/sirene.php"> literarischen Zeitschrift Sirene</a> erschien 1997 eine Auswahl der Gedichte Rexroths. Mitch schrieb dazu eine biographische Einleitung:<br />
</span></font></p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal"><strong><span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Zu Kenneth Rexroth (1905 &#8211; 1982)</span></font></span></span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Kenneth Rexroth war ein Rennaissancemann: Dichter, Maler, Sozial-, Literatur- und Kunstkritiker, Bergsteiger. Er arbeitete als Zeitungsreporter, Koch, Pferdezureiter, Förster, Möbelrestaurator und Lehrbeauftragter an der University of California. Er kannte die Einöde und alle Schichten der Gesellschaft, vom Knast und Slum zur glitzernden Pracht. Er erlebte die Speakeasies und Bohème Tea Shops im Chicago der Zwanziger; mit seinen Soireés stand er für die Beat-Bewegung in San Francisco der Fünfziger Pate und prägte entschieden auch weitere Generationen von Dichtern, vor allem in Kalifornien. Autodidakt, Universalgelehrter und Bon Vivant, sondierte er fast jede künstlerische, naturwissenschaftliche, soziale, ideologische und religiöse Bewegung oder Schule – nicht nur seiner eigenen Zeit und seines eigenen Kulturkreises. Politisch war er ein Linker, den nicht mal die Weltwirtschaftskrise zu totalitären Impulsen verleiten konnte. Wegbereiter der Counter-Culture, hat er den Sinn alter Traditionen begriffen und zugänglich gemacht. Alles andere als fromm, suchte er das innere Licht der Mystiker und der Zeremonien nahezu jeder Religion.</span></font></span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Seine Laster waren eine im Zaum gehaltene Eitelkeit und eine geheimgehaltene Neigung, die Hilfsbereitschaft und Geduld seiner Frauen auszunutzen. Zumindest hat er nicht, wie Brecht, ihre Zeilen geklaut.</span></font></span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Rexroths frühe Lyrik und ihre Darbietung waren surrealistisch und dadaistisch. Er bewegte sich durch Imagismus zu einem klaren, einfachen Stil voller Sinnlichkeit, Humor, Menschlichkeit und breitgefächertem Wissen. Er übersetzte persische, altgriechische, lateinische, französische, spanische, tschechische, japanische und chinesische Gedichte ins Englische. Seine Essays behandeln mit scharfem Menschenverstand alles von Kabbalismus bis Anarcho-Syndikalismus, von den griechischen Tragödien bis Ginsburg, von der Geschichte der Wissenschaften in China bis zu den Liedern der amerikanischen Indianer.</span></font></span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Seine Gedichte ermutigten mich, sei es gut oder schlecht, auch nach der Pubertät mit Lyrik zu leben. Daß er in Deutschland kaum bekannt ist, ist ein großes Versäumnis.</span></font></span></span></p>
<p class="MsoNormal"><span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Manche dieser Gedichte sind von mir und Herbert Laschet oder mir und Wolfgang Heyder zu zweit übersetzt, wie im Inhaltsverzeichnis zu vernehmen. Hilfe bekam ich auch von Sigrun Casper und Ernest Wichner.</span></font></span></span></p>
<p><span><span class="Apple-style-span" style="line-height:24px;"><font size="4"><span class="Apple-style-span" style="font-size:14px;">Mitch Cohen, im August 1997</span></font></span></span></p></blockquote>
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<title><![CDATA[Lob des Wissenwollens]]></title>
<link>http://ingoway.wordpress.com/2007/10/17/lob-des-wissenwollens/</link>
<pubDate>Wed, 17 Oct 2007 14:03:52 +0000</pubDate>
<dc:creator>Ingo Way</dc:creator>
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<description><![CDATA[Die Schoa ist kein Thema von gestern: Saul Friedländers Friedenspreisrede Der Applaus ist anfangs ve]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p class="MsoNormal"><strong><span style="font-size:9pt;font-family:Arial;">Die Schoa ist kein Thema von gestern: Saul Friedländers Friedenspreisrede</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" align="justify"><span style="font-size:9pt;font-family:Arial;">Der Applaus ist anfangs verhalten. Dann stehen einige Zuhörer aus den ersten Reihen von ihren Plätzen auf, der Rest des Auditoriums folgt nach, um dem israelischen Historiker Saul Friedländer an diesem Sonntag nach seiner Rede zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche zu applaudieren. Kein Vergleich zu den geradezu frenetischen Ovationen für Martin Walser 1998, als der Schriftsteller über die „Auschwitzkeule“ geklagt hatte, die von ominösen Kräften dazu benutzt werde, den Deutschen ein „normales“ Leben zu verleiden. Nur Friedrich Schorlemmer, Ignatz und Ida Bubis hatten sich damals nicht von ihren Sitzen erhoben.</span></p>
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<p class="MsoNormal" align="justify"><span style="font-size:9pt;font-family:Arial;">Ida Bubis war auch diesmal wieder unter den Anwesenden, nebst zahlreicher Prominenz, vom Bundespräsidenten Horst Köhler bis zur Sexualtherapeutin Ruth Westheimer. Er wolle „keine Polemik“ betreiben, sagte Friedländer, wohl in Anspielung auf die Erwartungen, er werde sich noch einmal mit Walser auseinandersetzen. Das hatte bereits der Germanist Wolfgang Frühwald in seiner Laudatio besorgt, als er sagte: „Wer dies (die Erzählung von der Vernichtung der Juden) – wie die stereotype Formel lautet – nicht mehr hören kann, der hat es noch nie wirklich gehört“. Szenenapplaus. Frühwald fuhr fort: „Wer sich gar wohl fühlt im weltweit wachsenden Lager derer, welche die Tatsächlichkeit dieses Verbrechens gegen Rang und Würde des Menschseins leugnen, stimuliert die Lust auf Wiederholung.“</span></p>
<p class="MsoNormal" align="justify"><a href="http://www.j-comm.de/index.php?option=com_content&#38;task=view&#38;id=952&#38;Itemid=26">(Weiterlesen) </a></p>
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