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	<title>lutzelbach &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/lutzelbach/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "lutzelbach"</description>
	<pubDate>Sat, 26 Dec 2009 09:34:52 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Wunderschöne Runde durchs Fischbachtal (15 km)]]></title>
<link>http://laufblog.wordpress.com/2009/09/23/wunderschone-runde-durchs-fischbachtal-15-km/</link>
<pubDate>Wed, 23 Sep 2009 21:01:11 +0000</pubDate>
<dc:creator>matbs</dc:creator>
<guid>http://laufblog.wordpress.com/2009/09/23/wunderschone-runde-durchs-fischbachtal-15-km/</guid>
<description><![CDATA[Die Tour gestern, bei milder Früherbstsonne durch den nördlichsten Zipfel des Odenwalds, hat mir ric]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Die Tour gestern, bei milder Früherbstsonne durch den nördlichsten Zipfel des Odenwalds, hat mir richtig gut getan: Endlich mal wieder ein runder Lauf, ohne schwere Beine und Unlust, an dessen Ende der Kopf ein bisschen freier war als vorher. </p>
<p>Heute war das Wetter genausogut wie gestern, vielleicht sogar noch einen Tick schöner: Wieder wieder freundlicher Sonnenschein und blauer Himmel mit ein paar weissen Schäfchenwolken, eine sanfte, aromatische Brise, angenehme Temperaturen um die 20°.<br />
Genau die richtigen Bedingungen, um mir gleich nochmal was Gutes zu tun, also bin ich auch heute wieder gestartet. </p>
<p>Wieder im Odenwald, da ist es gerade einfach am schönsten.<br />
Allerdings war mir nach den leichten Hügeln von gestern heute nach etwas mehr Anspruch, deswegen bin ich ein bisschen weiter nach Süden ausgewichen, ins Fischbachtal.<br />
Das ist zwar nur einen Katzensprung von meiner gestrigen Route entfernt, aber hier hat der Odenwald schon richtig angefangen &#8211; keine Hügel, stattdessen geht´s hier schön ordentlich bergauf und bergab.<br />
Außerdem ist es eines schönsten Täler des Odenwalds und hatte mit dem Dörfchen Billings auch noch eine bisher unerlaufenen Ort zu bieten.<br />
Also ideal um sich ein bisschen die Laune gut zu laufen.</p>
<p><!--more--><br />
Eine genaue Route hab´ ich heute mal nicht geplant.<br />
Stattdessen hab´ ich mir grob angeschaut, wie ich laufen wollte und die Wanderkarte mitgenommen, um die genaue Streckenführung spontan zu entscheiden, nach Lust, Laune und danach, wo ich vorher noch nicht gewesen war.<br />
Ein bisschen ins Unbekannte und halb ins Blaue, das fühlte sich heute irgendwie richtig an.</p>
<p>Als Ausgangspunkt hatte ich mich für das Dörfchen <a href="http://modautal.cross-mail.com/modules.php?name=MiscContent&#38;grp=ortsteile&#38;select=luetzelbach">Lützelbach</a> auf der Passhöhe unterhalb der Neunkircher Höhe ausgesucht.<br />
Das ist nicht nur sehr hübsch (vgl. <a href="http://laufblog.wordpress.com/2008/10/08/wieder-mal-ins-modautal-mit-bedingt-ansehnlichen-fotos-127-km/">hier</a>), sondern hat auch den Vorteil, dass es auf einer Art natürlicher &#8220;Stufe&#8221; liegt, von der aus es in drei verschiedene Täler geht &#8211; im Südwesten öffnet sich das Modautal, im Nordwesten geht´s steil runter ins Johannisbachtal, und im Nordosten liegt das Fischbachtal (nur im Südosten geht´s bergauf, hoch zur mächtigen Neunkircher Höhe).<br />
Entsprechend ein sehr günstiger Ausgangspunkt.</p>
<p>Ich starte auf dem großen Wanderparkplatz vor dem westlichen Ortseingang.<br />
Der ist vollkommen leer, Mittwochs kurz nach 17:00 ist nicht gerade die Stoßzweit für Ausflügler.<br />
Mir ist´s recht, da hab´ ich den Odenwald für mich allein&#8230; <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /><br />
Auch hier oben ist es richtig herrlich, warm und hell und schön, allein hier zu sein tut schon ein bisschen gut. </p>
<p>Nach dem Start laufe ich erstmal ins Dorf rein, biege direkt nach dem prächtigen Fachwerkhaus des &#8220;Spitzewirt&#8221; links in die Brunnengasse ein, auf der es dann 200 m. zwischen alten Gehöften und Scheunen und kleinen Häusern nach Nordwesten zum Lichtenberger Weg geht, an dem das Dorf auch schon fast wieder in die weiten, sonnigen Felder der kleinen Hochebene übergeht (hier hat´s gerade mal ca. 430 Einwohner, da ist man schnell am Ortsrand). </p>
<p>Rechts den Lichtenberger Weg hoch, nun leicht aufwärts und vorbei an mehr wunderschönen alten Fachwerkgebäuden die im rotgoldenen Sonnenlicht erstrahlen (u.a. auch dem kleinen Häuschen mit der <a href="http://laufblog.wordpress.com/files/2009/09/inschrift.jpg">wunderbar fatalistischen Inschrift</a>), nach 150 m. dann links den Klein-Bieberauer Weg runter. </p>
<p>Diesen Teil von Lützelbach kenne ich noch gar nicht, hier bin ich noch nie gewesen.<br />
Aber auch hübsch, die Häuser hier sind neuer, geräumig, von schönen Gärten umgeben. Besonders links des Weges stehen ein paar tolle Exemplare, große Einfamilienhäuser in Holzbauweise, hinter denen es sanft bergab in das kleine Wiesental unterhalb des Dorfes geht.<br />
Zweifellos eine der schönsten Wohnlagen in ganz Modautal. </p>
<p>Am Ende des Klein-Bieberauer Wegs wartet der prächtige, bereits ganz leicht rot und gelb angehauchte Wald auf mich.<br />
Hier muss ich mich zum ersten Mal entscheiden: Will ich geradeaus den Weg M1 runter, oder lieber halbrechts auf den Weg L2. </p>
<p>L2 führt zum Wildfrauhaus, einem Naturdenkmal, das ich mir schon lange mal ansehen wollte.</p>
<p>M1 führt zwar dran vorbei, aber auf den ersten Blick sieht er irgendwie verlockender aus.<br />
Hmm&#8230;</p>
<p>Zum Glück hab´ ich ja die Wanderkarte dabei, und die sagt:<br />
Irgendwo weiter unten auf dem M1 gibt´s einen unmarkierten Trampelpfad, der direkt hoch zum Wildfrauhaus und auf den L2 führt.<br />
Geht also beides.</p>
<p>Dilemma gelöst, zufrieden laufe ich geradeaus, auf dem M1 in den grünstrahlenden Halbschatten unter den Baumwipfeln.<br />
Es geht bergab, und zwar ordentlich, den felsigen, steilen Hangwald hinab, an dessen unterem Ende sich das mehr als 150 m. tiefer liegende Johannisbachtal öffnet.</p>
<p>Wunderschön hier.<br />
Hohe, alte Bäume ziehen sich den Abhang hinunter, dazwischen finden sich immer wieder großen, moosigen Felsen, die wie geduckte, verwitterte Gestalten in Grüppchen beisammensitzen. Der Wald fühlt sich einsam an, fast ein bisschen verwunschen, so als würde hier kaum mal ein Mensch vorbeikommen (stimmt vermutlich auch).<br />
Dazu dann noch das herrliche, intensive Vorabendlicht, dessen rotgoldene Strahlen allenthalben ihren Weg durch die dichten Baumkronen finden und strahlende Muster auf den Boden und die Felsen mahlen&#8230;<br />
Bereits nach ein paar Schritten bereue ich es, heute keinen Foto dabeizuhaben.</p>
<p>Nach etwas über einem halben Kilometer führt der Weg unter einer gewaltigen, hohen Felsformation entlang, die ein aufgestelltes Schild als Lindenstein identifiziert, direkt danach geht´s um eine Scharfe Kurve in ein sanftes Bachtal, in dessen Einkerbung sich weitere Felsen moränenartig den Hang hinunterwälzen.</p>
<p>Den Trampelfpad, der mich zurück aufwärts zum Wildfrauhaus bringen soll, übersehe ich allerdings fast, so klein und unscheinbar ist er. Zum Glück hat jemand ein selbstgemachtes Schild daneben angebracht, auf dem mit Buntstiften eine Art Wichtelmännchen gemalt ist.<br />
&#8220;Hallo, ich bin Blumi&#8221;, steht darunter (in einer Handschrift, die nach &#8220;Mama&#8221; aussieht), &#8220;und wenn ihr hier seid, dann seid ihr falsch&#8221;.<br />
Na gut, Blumi, wenn du meinst, dann probier´ ich eben mal das Pfädchen aus. </p>
<p>Wie gesagt: Schmal und unscheinbar, und außerdem sacksteil.<br />
Auf dem letzten Dreiviertelkilometer seit Lützelbach hab´ ich ca. 50 oder 60 HM verloren, die muss ich mir auf die nächsten knapp 300 Metern wieder zurückholen.<br />
Geht gut in die Beine und strengt ordentlich an, aber ich bin ja guter Dinge und taufrisch, außerdem entschädigt die tolle, felsige Umgebung für den Aufwand.<br />
Bereits nach ein paar Metern bin ich an der Spitze des Lindensteins, danach geht´s gewunden und abenteuerlich den verwunschenen Hang hinauf, wobei mir noch zwei weitere Handgemalte Schilder mit Wichteln begegnen, die durch die jeweiligen Aufschriften als &#8220;Lolli&#8221; und &#8220;Krönchen&#8221; identifiziert werden.<br />
Hier scheint vor kurzem ein ziemlich cooler Kindergeburtstag stattgefunden zu haben&#8230; <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Schließlich umrunde ich schnaufend einen weiteren titanischen Felsklotz (laut Inschrift der &#8220;Großherzog-Ernst-Ludwig-Stein&#8221;) und erreiche direkt danach das untere Ende vom <a href="http://www.panoramio.com/photo/2479938">Wildfrauhaus</a> an. </p>
<p><em>Der Sage nach sollen hier vor langer, langer Zeit ein wilder Mann und eine wilde Frau gelebt haben (so eine Art Feenwesen oder Waldgeister), die in der Heilkunde bewandert waren und die Krankheiten und Verletzungen der Dorfbewohner aus der Gegend behandelten.<br />
Eines Tages hatten die Dörfler jedoch genug von medizinischer Gratisversorgung und beschlossen, die beiden Gestalten einzufangen.<br />
Sie konnten allerdings nur den wilden Mann erhaschen, und als sie ihn wegschleiften, rief ihm das Wildweiblein hinterher &#8220;Sag alles, aber nicht wozu die wilden Selben (= Salbei) gut sind&#8221;.<br />
Seitdem lebten keine wilden Leute mehr hier, und die Bauern der Umgebung mussten die nächsten Jahrhunderte ohne die Heilkunde der Waldbewohner (aber dafür wahrscheinlich mit Beulenpest, Abszessen und Zahnweh) durchstehen&#8230;<br />
(Eine ähnliche Sage gibt es auch vom Wildweibchenstein, der ein paar Kilometer entfernt beim Rodenstein steht, aber dort sollen zwei Wildweiblein gewohnt haben). </em></p>
<p>Wenn man das Wildfrauhaus von unten sieht, möchte man durchaus glauben, dass hier einmal wilde Leute gewohnt haben, denn die gewaltige Felsformation erhebt sich im Hang wie eine kleine Burg mit Felsentürmen und vielen geheimnisvollen Ritzen und Spalten, und strahlt in der Tat eine majestätisch-mystische Atmosphäre aus.<br />
Ich folge dem Pfädchen weiter aufwärts, um die Südflanke der Felsen herum bis nach oben, wo nicht nur eine Infotafel mit der soeben berichteten Sage steht, sondern auch zwei pausbäckige Gartenzwerge, die jemand in die Felsen gestellt hat, und die irgendwie perfekt zu diesem Ort passen (ich lupfe meine Mütze und nicke den beiden freundlich zu, schließlich habe ich genug Märchen und Sagen aus dem Odenwald gelesen, um zu wissen, dass man Vertretern des kleinen Volkes, das tief im Wald unter den Felsen wohnt, mit Respekt und Höflichkeit begegnen muss.<br />
Selbst wenn sie aus Kunststoff und Keramik zu sein scheinen, man weiss ja nie&#8230; <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  ).<br />
Schöner Ort! </p>
<p>Direkt über dem Wildfrauhaus (das von oben übrigens weniger spektakulär aussieht, war also eine gute Entscheidung, den Umweg über den steilen Trampelpfad zu wählen) stosse ich auch wieder auf den Weg L2, der bequem und schnörkellos nach Osten durch den Wald verläuft, irgendwann eine scharfe Rechtskurve macht, und schließlich im Wiesental unterhalb vom Scheidkopf den Waldrand erreicht. </p>
<p>Hier war ich schonmal, ein paar Meter weiter rechts liegen ein paar Fischteiche, die früher mal dem Opa von meinem Freund <a href="http://laufblog.wordpress.com/2007/09/15/hutzelstrasse-aufs-felsenmeer-128-km/">Lutz</a> gehört haben.<br />
Kann mich noch gut erinnern, wie wir vor 15 oder 20 Jahren mal eine Radtour dorthin zum Zelten unternommen haben &#8211; meine sportlichen Freunde auf ihren tollen Mountainbikes vorneweg, während der pummelige Junge mit der Brille und dem Dreigangfahrrad (= Ich) bei jedem Anstieg (und davon gibt´s eine Menge im Odenwald) gnadenlos abgekackt hat.<br />
Aber die Zeiten ändern sich &#8211; gerade vor ein paar Wochen war ich ja <a href="http://laufblog.wordpress.com/files/2009/09/dscf5497.jpg">mit den Jungs von damals im Odenwald wandern</a>, und dieses Mal war´s nicht ich, der abgekackt hat.<br />
Ha!<br />
 <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' />  </p>
<p>Heute geht´s allerdings nicht rechts zu den Fischteichen, sondern ein paar Meter geradeaus, dann links auf einen unmarkierten (aber mit einem Wegweiser nach Lichtenberg versehenen) Feldweg, der geradewegs durch die sattgrünen, lieblichen Weiden und Schilfdickichte des kleinen Tals nach Osten führt.<br />
Pralle Sonne von schräg hinten, traumhaftes Licht, wohlige Wärme, dazu ein angenehmes Lüftchen, das ein bisschen nach Heu und ein bisschen mehr nach den schönen, bunten Kühen riecht, die allenthalben wiederkäuend in den Wiesen stehen und mein Durchlaufen mit einer Mischung aus phlegmatischen Desinteresse und leichter Beunruhigung zur Kenntnis nehmen.<br />
Herrlich hier, läuft sich quasi von selbst.</p>
<p>800 m. dem Talgrund hinterher, dann geht´s halbrechts und wieder aufwärts, bis zur Kreuzung am Waldrand auf dem unteren Südwesthang der Altscheuer.<br />
Auf deren Gipfel will ich als nächstes, entsprechend folge ich dem roten Quadrat des Main-Stromberg-Weges aufwärts in den Wald.<br />
Dieses Stück bin ich bisher nur gewandert, und zwar nur in der entgegengesetzten Richtung, also bergab.<br />
Dabei ist es mir irgendwie nie so steil vorgekommen&#8230;</p>
<p>Aber steil ist es, 60 Höhenmeter auf weniger als einen halben Kilometer, da merkt man doch deutlich, was die sanften Hügel von gestern von einem gestandenen Mittelgebirgsberg unterscheidet (nämlich ein Satz muckernder Wadenmuskeln, etliche verbrannte Extrakalorien, und eine erkleckliche Menge Schweiß &#8211; Uffa!).  </p>
<p>Aber ich halte natürlich durch, schließlich macht´s mir gerade richtig Spaß und außerdem überhole ich unterwegs einen Spaziergänger mit lustigem Wuschelhund (der gerne mit mir mitjoggen würde [der Hund, nicht der Spaziergänger], aber nicht darf), da will man sich natürlich keine Blöße geben. <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>400, 500 m. den steilen Hang hoch, dann erreiche ich den Querweg auf Höhe der Kernbacher Hütten, zweier beschaulicher alter Häuser, die einsam auf einer kleinen Hangwiese mitten im Wald stehen. </p>
<p>Hier geht´s links auf den Querweg, dann nehme ich die erste rechts, zumindest für ein paar Meter. Dann fällt mir auf, dass der Weg zu flach und zu bequem ist, um auf den Gipfel der Altscheuer zu führen (zwei vorbeischlendernde Spaziergänger bestätigen mir das). </p>
<p>Also kurz zurück und die nächste rechts, die ist auch wieder mit dem roten Quadrat des  Main-Stromberg-Wegs gekennzeichnet und weit weniger flach und bequem, so wie sich´s gehört, wenn man auf ganz nach oben will.</p>
<p>Noch ein halber Kilometer aufwärts durch den sonnigen Wald, vorbei an Edelkastanien, Kirschbäumen und einem ominös summenden Sendemast, dann erreiche ich den Eingang zur Heuneburg auf dem Gipfel der Altscheuer. </p>
<p>Die <a href="http://www.schroebel.net/Fischbachtal/html/heuneburg.html">Heuneburg</a> ist ein weiteres kleines Highlight, das ich immer wieder gerne besuche: Eine jahrtausendealte keltische Ringwallanlage, die die gesamte einsame Bergkuppe der Altscheuer umschließt.<br />
Sehr stimmungsvoll, sowohl die uralten Fundamente der Ringmauer, die man heute noch erkennen kann, als auch die seltsam anmutenden Steingruppen, die innerhalb der Anlage zu finden sind (und von denen gemunkelt wird, dass eine kultische Bedeutung für die hier lebenden Kelten hatten).<br />
Natürlich hat auch die Heuneburg einige lokale Sagen hervorgebracht.<br />
<em>So sollen die Steinformationen und mächtigen Erdwälle das Werk von Riesen sein sollen (daher auch der Name &#8211; &#8220;Heune&#8221; ist eine alte Version von &#8220;Hüne&#8221;).<br />
Ein einsiedlerisches Ehepaar dieser Riesen soll hier oben seine Wohnstätte gehabt haben. Als die Riesenfrau eines Tages weiter als sonst üblich von ihrer Heimstatt ins Tal wanderte, stiess sie dabei auf einen Bauern, der mit seinem Ochsen gerade ein Feld pflügte.<br />
Da sie so etwas noch nie zuvor gesehen hatte, schnappte sie sich den armen Landwirt und den Pflug mit Zugtier, und trug alles in ihrer Schürze hinauf auf den Berg zu ihrem Mann, um ihm zu zeigen, was für seltsame Tierchen sie gefunden habe.<br />
Was danach aus dem Bauern oder den Riesen geworden ist, ist nicht überliefert, aber noch aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird berichtet, auf Schloss Lichtenberg gäbe es ein paar gewaltige Beinknochen, die angeblich von einem Riesen stammten&#8230; </em> </p>
<p>Obwohl ich schon einige Mal hier oben war, mache ich selbstverständlich eine kleine Pause und schaue mich ein wenig um, vorbei an der kleinen Schutzhütte zu den seltsamen Felsengruppen über dem steil abfallenden Westhang, dann weiter zum ehemaligen Haupttor an der Ostseite des Ringwalls, wo ein schlichtes Holzkreuz mit einem irischen Segensspruch eine Station des lokalen <a href="http://www.st-jost.fischbachtal.de/">Pilgerwegs St. Jost</a> markiert.</p>
<p>Eigentlich hatte ich geplant, von hier aus weiter dem Main-Stromberg-Weg zu folgen, der von hier aus steil abwärts direkt auf den Bergsattel am hinteren Ende von Lichtenberg führt.<br />
Aber den bin ich schon so oft gewandert/spaziert, also entscheide ich mich spontan um und nehme den Lokalweg F2, der als abenteuerliches Trampelpfad unterhalb der Kuppe halblinks um die nördliche Bergflanke herum führt. </p>
<p>Zumindest die nächsten 200 m. dann erreiche ich eine Kehre mitten im dichten Wald.<br />
F2 geht hier ganz scharf nach rechts in Richtung Lichtenberg.<br />
Aber geradeaus, da führt ein unmarkiertes Minipfädchen geradewegs den Hang runter, rapide abwärts in ein dunkles Dickicht aus verwachsenen Tannen, mittenrein ins Unbekannte.<br />
Das ist einfach zu verlockend. </p>
<p>Geradeaus, das Minipfädchen runter.<br />
Steil, ganz steil bergab, durch die schmale finstere Gasse aus nadligen Zweigen, die nach mir greifen und über Arme und Beine kratzen, über Stock und Stein und Wurzel, ohne den leisesten Schimmer, wo ich wohl rauskommen werde (oder ob ich überhaupt irgendwo rauskomme <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' />  ).<br />
Macht einen Riesenspaß.</p>
<p>Vielleicht 200 m. bergab, genau kann ich´s nicht sagen, dann erreiche ich einen marginal breiteren Pfad, der quer zum Hang durch den urigen Wald verläuft und mit einer etwas verblichenen gelben 4 gekennzeichnet ist, mit deren Hilfe ich ihn als den &#8220;Steingeröll-Weg&#8221; westlich von Lichtenberg identifziere.<br />
Perfekt: Von jetzt an einfach der gelben 4 hinterher, dann komme ich automatisch dort raus, wo ich hin möchte! </p>
<p>Auch mit der Markierung bleibt es wunderbar abenteuerlich: Der Pfad führt weiter den Hang hinab, zwischen großen Felsen und umgestürzten Bäumen hindurch, bevor er schließlich in einen geringfügig ebeneren Weg übergeht und nach Osten den Hang entlang führt. </p>
<p>Hier unten herrscht eine geradezu verwunschene Atmosphäre: Der Wald ist einsam, still, schattig, wild, die Felsen links und rechts des Wegs türmen sich zu titanischen Formationen auf (von denen einige wirklich so aussehen, als wären sie von gewaltigen Händen aufgeschichtet worden) oder ziehen sich in beinahe unnatürlich geraden Reihen den Hang hinab, nach ein paar hundert Metern laufe ich über dem Rand eines kleinen Bachtals entlang, in dem riesige, uralte Bäume wie Streichhölzer abgeknickt sind und kreuz und quer übereinander liegen.<br />
So langsam kann ich verstehen, warum die Menschen früher geglaubt haben, dass hier oben Riesen hausen&#8230; </p>
<p>Der Weg windet sich eine ganze Weile an der Bergflanke entlang, einmal führt er über eine kleine Lichtung an deren Enden zwei rostige alte Fußballtorgestelle stehen (die Seite zum Abhang hin sieht so aus, als würde jedes Tor unweigerlich eine mehrminütige such-den-Ball-im-Wald-Aktion nach sich ziehen), und irgendwann erreicht er dann den Naturparkplatz Heuneburg am hintersten Ende von <a href="http://www.schroebel.net/Fischbachtal/html/lichtenberg.html">Lichtenberg</a>.</p>
<p>Bei Lichtenberg schreibe ich jedesmal so ungefähr dasselbe, also mache ich´s heute mal kurz:<br />
Eines der schönsten Dörfer im Odenwald, grandios gelegen auf einem schmalen Bergsattel, der links und rechts steil zu den Tälern abfällt, am nördlichen Ende steht das herrliche Renaissanceschloss, darunter der kleine aber überaus feine alte Dorfkern und der wuchtige Geschützturm des Bollwerks, dahinter zieht sich dann das Dorf quasi an einer einzigen Strasse den Bergsattel hinaus, wobei fast jedes Haus eine großartige Hanglage geniesst.<br />
Ich mag Lichtenberg, und zwar richtig gerne! </p>
<p>Heute nehme ich mal nicht den Lippmanweg runter ins Dorf, sondern entscheide mich für einen weiteren kleinen Schlenker: Geradeaus die Professor-Schmieden-Str. runter (hey, da hat´s ja eine richtig nette kleine Grünanlage mit Teich am Strassenrand, ist mir noch nie aufgefallen), dann halblinks den Lokalweg F1 runter, der zwischen dem Wald und der Rückseite der großzügigen Hanggrundstücke in Richtung der Naturparkplatzes Riedbusch unterhalb des Dorfes führt. </p>
<p>Am unteren Waldrand geht´s noch kurz am offenen Wiesenabhang über dem Tal des Rodauer Bachs, links unten im Talgrund, nicht mal einen Kilometer entfernt, liegt das ruhige Dörfchen Rodau, durch das ich gestern gerade erst gerannt bin. Sieht hübsch aus von hier oben.</p>
<p>Auf dem Parkplatz halte ich mich links und laufe auf dem breiten Bürgersteig neben der L3107 aufwärts bis nach Lichtenberg hinein, wo ich bei der ersten Gelegenheit nach rechts in den Lippmanweg einbiege (auf alten Ortskern, Bollwerk und Schloss verzichte ich heute mal, die möchte ich mir aufsparen, bis ich mal wieder mit dem Foto vorbeikomme).<br />
Kurz bergauf, vorbei am Café Heuneburg (da gibt´s richtig leckeren Kuchen!), dann geht´s links die Strasse &#8220;In den Weingärten&#8221; runter.<br />
Abstieg vom Lichtenberger Bergsattel, runter ins Fischbachtal, das in der schrägen, hellen Abendsonne ein atemberaubend schönes Panorama bietet (verdammt, warum liegt der dämliche Foto bloß daheim rum anstatt sich hier nützlich zu machen).</p>
<p>Steiler Abstieg, auf dem Weg mit dem weissen V durch idyllische Wiesenhänge voll alter Apfelbäume, deren Zweige sich unter der Last der grünlichen Äpfel nach unten biegen, zwischendurch mal ein kleines Wäldchen, dann mehr Obsthaine und weidende Schafe, und schließlich bin ich unten an der Landstrasse (L3102) im Talgrund.<br />
Auch hier ist es hübsch, links über mir <a href="http://www.panoramio.com/photo/15129524">leuchtet das prächtige Schloss Lichtenberg in der langsam sinkenden Sonne</a>, darunter die bereits in Abendschatten gehüllten Häuser von Niedernhausen, vor mir die steilen Wiesen und Wälder der östlichen Talwand vor Nonrod, angestrahlt von rotem Abendlicht.</p>
<p>Das weisse V lotst mich nach rechts, kurz an der L3102 entlang (kein Fußweg, kein Seitenstreifen, wie gehabt), dann geht´s links in den Talgrund, auf einer kleinen Brücke über den Fischbach, und schließlich parallel zum Verlauf des Baches auf einem festen, fast ebenen Weg südwärts, über den Fahrweg nach Meßbach und dann <a href="http://www.panoramio.com/photo/15216928">durch weite, schöne Felder und Weiden voller Kühe</a> (so viele Kühe wie heute hab´ ich selten auf einer Tour gesehen gesehen. Alles voll, als wollte man ihnen noch mal ein paar schöne Herbsttage an der frischen Luft gönnen, bevor´s über den Winter ab in den Stall geht).</p>
<p>Die paar Minuten geht es durch den blauen Abendschatten der Altscheuer, die turmhoch an der gegenüberliegenden Talseite aufragt und die tief stehende Sonne wegblockt. Fast schon ein bisschen kühl, vor allem an meinem Nacken, der &#8211; wie üblich &#8211; mal wieder ordentlich auskühlt (Notiz an mich selbst: Nackenwärmer nicht mehr vergessen!).<br />
Dann jedoch komme ich wieder in die Sonne, die immer noch genug Kraft hat, um wunderbar warm und angenehm zu sein, auch wenn ich die Mütze tief in die Stirn ziehen muss, um nicht von ihr geblendet zu werden. </p>
<p>Noch ein paar hundert Meter, dann erreiche ich schließlich das kleine Dorf <a href="http://www.schroebel.net/Fischbachtal/html/billings.html">Billings</a>.<br />
Übrigens zum allerersten Mal, denn obwohl ich schon oft genug im Fischbachtal gelaufen bin, hab´ ich es noch nie hierher geschafft (was vor allem daran liegt, dass die Hauptwanderwege allesamt einen Bogen um das arme kleine Billings im Talgrund machen und stattdessen über die Höhen am Talrand führen). </p>
<p>Billings stellt sich als klein (wie alle Dörfer hier, selbst im Fischbachtaler Hauptort Niedernhausen leben lediglich 1300 Menschen, in Billings sind es gerade mal 350), freundlich und abendschattig heraus.<br />
Ich laufe rechts, kurz die Meßbacher Str. runter, dann schickt mich das weisse V links aufwärts die schmale, verwinkelte Berggasse hinauf in Richtung Steinau. </p>
<p>Die letzten knapp 2 Kilometer durch den Talgrund waren ziemlich eben.<br />
Damit ist jetzt Schluss &#8211; hier unten in Billings bin ich auf etwas über 200 m.ü.NN, mein Ziel in Lützelbach liegt auf ca. 400 Metern.<br />
Da braucht´s noch Einiges an Kletterei, und die fängt genau hier an:<br />
Die Berggasse hoch.<br />
Steil, anstrengend, kraftraubend.<br />
Dann ist Billings auch schon zu Ende, am lokalen Denkmal für die Weltkriegstoten geht´s weiter bergauf in die Hangweiden.<br />
Weiterhin steil, anstrengend, kraftraubend, auch wenn der Blick übers langsam im Abendschatten versinkende Fischbachtal grandios ist. </p>
<p>Nach ziemlich genau 100 m. verflacht der Weg etwas (puuh, ein Glück), führt um einen Wiesenbewachsenen Vorberg herum und windet sich schließlich weiter bergauf bis nach <a href="http://www.schroebel.net/Fischbachtal/html/steinau.html">Steinau</a> (unterwegs kommt mir die lokale Lauftreffgruppe entgegen, die sich in Teilen als etwas grußfaul erweist. Aber hey, die organisieren einmal im Jahr <a href="http://laufblog.wordpress.com/2008/05/01/fischbachtal-lauf-2008-126-km/"> einen netten Volkslauf</a>, also will ich ausnahmsweise mal nicht so sein&#8230; <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  ). </p>
<p>Steinau besteht im Prinzip nur aus einer einzigen Strasse, die sich ewig lang ein schmales Seitental hinauf zieht (das, wenn man ihm weiter nach aufwärts folgt, direkt unterhalb von Neunkirchen endet).<br />
Ich komme heute mal am oberen Ende vom unteren Drittel dieser Strasse an, direkt in der zweiten Serpentine über dem Talgrund.<br />
Von da aus geht´s einfach geradeaus, die Hauptstr. hoch. </p>
<p>250 m., vorbei alten Bauernhöfen, vorbei an der urigen Dorfkneipe, vorbei am imposanten Schulhaus, vorbei am Dorfdenkmal, und dann rechts, runter ins Seitental, auf der anderen Seite den schattigen, mit Hecken bewachsenen Hang hoch, bis ich schließlich den Asphaltweg am Osthang über von Steinau erreiche. Laut Wanderkarte unmarkiert, tatsächlich sticht mir aber ein paar Mal der Marker F4 ins Auge (vielleicht neu&#8230;). </p>
<p>Hier geht´s links, den Heilig-Buche-Weg (gelbe 7) über Steinau entlang durch die Bergwiesen.<br />
Natürlich auch wieder bergauf. Nicht wirklich steil, aber da ich mich inzwischen wegen dem schwindenden Tageslicht spute, komme ich doch ganz schön außer Atem &#8211; inzwischen ist nämlich praktisch das ganze Tal im Schatten der Berge, auch wenn der Sonnenuntergang noch ein Stückchen weg ist &#8211; lediglich die hohen Regionen der östlichen Hänge kriegen noch direkte Sonnenlicht, und natürlich das immer noch strahlende Schloss Lichtenberg auf seinem Sporn am unteren Talende. </p>
<p>300 m. über Steinau entlang, dann geht´s rechts ab, in den Wald unterhalb vom Steinkopf hinein.<br />
Hier ist es bereits stockfinster und ziemlich frostig, also schalte ich noch einen Gang hoch, auch wenn´s inzwischen richtig Kraft kostet.<br />
Aber dafür ist der Weg vorerst relativ eben, führt am Hang über dem Talende mehr als ein langes Stück westwärts in Richtung Lützelbach, wobei das letzte Stück unmarkiert und etwas schlechter ist.<br />
Erst nach ca. 700 m. wird´s noch ein letztes Mal steil, als der Weg zusehendends nach links abknickt und den Hang hinauf führt.<br />
Hier geht mir dann auch endgültig die Puste aus, die letzten 50 m. stolpere und keuche ich nur noch im Schneckentempo voran, dann erreiche ich den Lokalweg L1, wo ich erstmal 30 Sekunden durchatmen muss. </p>
<p>Hier war ich schon mal, nun ist es nicht mehr weit. Weiter westwärts, kurz darauf der Waldrand, es geht durch ein paar brachige Wiesen und über den (hier oben noch sehr kleinen) Fischbach, dann bin ich auch schon wieder in Lützelbach, das inzwischen ebenfalls in blaue Abendschatten gehüllt ist.<br />
Noch schnell am Gerätehaus der Feuerwehr vorbei, rechts den Märzweg runter auf die Brandauer Str. und auf der dann im Semisprint zum Start und Zielpunkt auf dem Naturparkplatz am westlichen Ortsende.<br />
Uuund&#8230; </p>
<p>&#8230;fertig!</p>
<p>Richtig schön!<br />
Eine perfekte Mischung aus herrlichem Wetter, wunderbarer Landschaft, großen und kleinen Entdeckungen, neuen Wegen und altbekannten Orten, anspruchsvoller aber nicht zu anstrengender Strecke, und ganz viel Spaß und Genuss.<br />
So wie´s idealerweise immer sein soll.<br />
Bloß der nicht mitgenommen Foto, der wurmt mich immer noch etwas.<br />
Aber ich komm´ ja sicher mal wieder her, da kann ich die heute nicht gemachten Bilder ja vielleicht nachholen&#8230; <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Strecke: 15 km<br />
Zeit: 1:36 h (= 9,375 km/h bzw. 6:24 min/km)<br />
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 88,87% (13,33 km von 15 km)<br />
Karte:<br />
<a href="http://laufblog.wordpress.com/files/2009/09/durchs-fischbachtal.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2009/09/durchs-fischbachtal.jpg?w=129" alt="Durchs Fischbachtal" title="Durchs Fischbachtal" width="129" height="150" class="alignnone size-thumbnail wp-image-6399" /></a></p>
<p>M.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wieder mal ins Modautal. Mit bedingt ansehnlichen Fotos (12,7 km)]]></title>
<link>http://laufblog.wordpress.com/2008/10/08/wieder-mal-ins-modautal-mit-bedingt-ansehnlichen-fotos-127-km/</link>
<pubDate>Wed, 08 Oct 2008 20:19:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>matbs</dc:creator>
<guid>http://laufblog.wordpress.com/2008/10/08/wieder-mal-ins-modautal-mit-bedingt-ansehnlichen-fotos-127-km/</guid>
<description><![CDATA[Die Zeitung hatte heute morgen verkündet, dass laut Metereologen der &#8220;goldene Oktober&#8221; d]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Die Zeitung hatte heute morgen verkündet, dass laut Metereologen der &#8220;goldene Oktober&#8221; da sei.<br />
Ein Blick aus dem Fenster schien das durchaus zu bestätigen &#8211; sonnig, blauer Himmel mit ein paar Schäfchenwolken, und warm war´s auch wieder (allerdings auch verflixt schwül, aber das ist hier an der Bergstrasse ja nix Neues). Sah richtig, richtig gut aus, deshalb beschloss ich, heute mittag mal eine Tour mit Foto in herrlichen herbstlichen Weinberge hinter Bensheim zu machen.</p>
<p>Dummerweise verschwand der goldene Oktober im Lauf des Tages ziemlich schnell unter einer dünnen aber durchgehenden Schicht aus Schleierwolken &#8211; war zwar immer noch freundlich, aber eben auch mit diffusem Licht und einem milchigweissen Himmel.<br />
Nicht golden genug für die Weinberge, die folgerichtig wieder gestrichenwurden, weil ich sie für einen richtig schönen Herbsttag aufbewahren will.</p>
<p>Stattdessen sattelte ich aufs Modautal um. Das ist immer hübsch, und ich hatte noch eine Route im Archiv, die über Webern führte, wo ich bisher noch nie gewesen war. Auch gut.<br />
Den Foto packte ich übrigens trotzdem mit ein, hatte ihn ja eh schon rausgelegt, und vielleicht würden sich ja doch noch ein paar Sonnenstrahlen auf buntem Herbstlaub ergeben.</p>
<p><!--more--><br />
Start in Brandau, Römerberg Ecke Fichtenstrasse. Auch hier: Trüb aber recht freundlich, und warm genug, dass ich mich in meinen kurzen Hosen und dem kurzärmeligen Shirt wohl fühlte. Immerhin.<br />
Von hier aus die Fichtenstr. rauf und in östlicher Richtung dem blauen Balken des HW 13 folgend aus Brandau hinaus in Richtung Neunkirchen.<br />
Tatsächlich schon leicht herbstlich bunt, auch wenn´s unter dem milchig-bedeckten Himmel einfach nicht so schön bei direkter Sonnenstrahlung wirkte. Knipste trotzdem ein paar Fotos, die sich im Nachhinein fast alle als unglaublich nichtssagend und unansehnlich herausstellten (schimmernd-bedeckter Himmel mit diffusem Licht, das haut einfach mit der Belichtung nicht so hin, da wird der Himmel zu hell und der rest zu dunkel, so dass es am Ende noch viel trüber aussieht, als es in echt ist).<br />
Das hier war noch das Beste:<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0002.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0002.jpg?w=300" alt="" title="img_0002" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1759" /></a><br />
<em>Bild #1: Fichtenstr./HW 13 direkt hinter Brandau</em></p>
<p>Nach dem Ortsende ein paar hundert Meter leicht bergauf durch die Wiesen, links am barrackenartigen Schützenhaus vorbei, schließlich bei einem schweren Forstwirtschaftstraktor (ACHTUNG: Kein verlässliches Geländemerkmal! <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  ) rechts in den Wald rein (Blauer Balken, außerdem Wegweiser &#8220;Modauquelle&#8221;):<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_00051.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_00051.jpg?w=225" alt="" title="img_00051" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1762" /></a><br />
<em>Bild #2: Nämlich genau hier</em></p>
<p>200 m. geradeaus durch den kühlen, erdig riechenden Wald nach Süden, dann scharf links, weiter aufwärts. Kurz die gelbe 2, die allerdings schnell nach rechts abknickte, während ich weiter den breiten, bequemen und nunmehr unmarkierten Waldweg bergauf in Richtung Neunkirchen hochlief.<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0006.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0006.jpg?w=225" alt="" title="img_0006" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1763" /></a><br />
<em>Bild #3: Waldweg. Ein bisschen nichtssagend, ich weiss, aber was Besseres ist mir da einfach nicht vor die Linse gekommen&#8230;</em></p>
<p>Lange aufwärts durch den Wald. Überraschenderweise gar nicht so steil, wie ich erwartet hatte &#8211; die ersten paar hundert Meter waren noch ein bisschen knackiger, aber danach ging´s so sanft bergauf, dass man´s kaum merkte. Sehr angenehm, und weitaus bequemer als der weiter nördlich verlaufende HW 16 (weisser Balken), auf dem ich<a href="http://laufblog.wordpress.com/2007/09/20/sololauf-aufs-dach-des-odenwaldes-neunkircher-hohe-175-km/"> letztes Jahr mal von Brandau aus nach Neunkirchen </a>hochgelaufen war. Viel fotografierenswertes gab´s hier allerdings nicht, also beschränkte ich mich auf ein paar Schnappschüsse vom Bächlein, das weiter oben ein Stück neben dem Weg fliesst (die waren alle unscharf, langweilig und doof), und dem bunten Herbstlaub:<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0013.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0013.jpg?w=225" alt="" title="img_0013" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1765" /></a><br />
<em>Bild #4: Herbstlaub</em></p>
<p>Nach insgesamt ca. 1,7 km erreichte ich schließlich den quer verlaufenden Alemannenweg (rotes S)  auf dem ich nach links aus dem Wald hinaus in die Wiesen unterhalb von Neunkirchen lief.<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0019.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0019.jpg?w=300" alt="" title="img_0019" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1766" /></a><br />
<em>Bild #5: Blick vom Alemannenweg westwärts auf die Wiese zwischen Ganseikopf und Oberwald</em></p>
<p>Hier auf einem regelrechten Teppich aus Fallobst&#8230;<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_00221.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_00221.jpg?w=300" alt="" title="img_00221" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1767" /></a><br />
<em>Bild #6: Das knurpst und krunscht ganz lustig beim Drüberlaufen&#8230;</em></p>
<p>&#8230;bis hoch an die L3399 zwischen Brandau/Lützelbach und Neunkirchen:<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_00311.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_00311.jpg?w=225" alt="" title="img_00311" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1768" /></a><br />
<em>Bild #7: L3399 vor Neunkirchen. Man beachte die charakteristische gelbe Kirche, die im Sonnenschein weithin sichtbar vor sich hinstrahlt. Ohne Sonnenschein aber nicht so sehr&#8230;</em></p>
<p>Über die Landstrasse rüber, dann durch die Weiden unterhalb von Neunkirchen&#8230;<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0035.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0035.jpg?w=300" alt="" title="img_0035" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1773" /></a><br />
<em>Bild #8: Nochmal Neunkirchen von unten</em></p>
<p>unter den wachsamen Blicken eines imposanten Bullen&#8230;<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_00391.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_00391.jpg?w=300" alt="" title="img_00391" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1770" /></a><br />
<em>Bild #9: Wie inzwischen mehrfach festgestellt, braucht jeder Odenwaldlaufbericht mit Fotos unbedingt Kuhbilder &#8211; bitteschön (wobei mir schon klar ist, dass das technisch gesehen keine Kuh ist, aber die Bilder mit den weiblichen Rindern waren alle schlecht)</em></p>
<p><a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_00411.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_00411.jpg?w=225" alt="" title="img_00411" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1771" /></a><br />
<em>Bild #10: Ehrlich gesagt war mir da fast ein bisschen mulmig zumute &#8211; der guckte nicht sehr freundlich, stand gerade mal 5 Meter von mir entfernt, und das Einzige, was uns beide trennte, waren zwei dünne Elektrozaundrähtchen, die sicher nicht ausgereicht hätten, um im Ernstfall eine halbe Tonne Hornvieh von der Joggerjagd abzuhalten&#8230;</em></p>
<p>&#8230;die ordentliche steile alte Fahrstrasse hoch (Main-Stromberg-Weg, rotes Quadrat)&#8230;<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0043.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0043.jpg?w=225" alt="" title="img_0043" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1772" /></a><br />
<em>Bild #11: Wirkt gar nicht soo steil, ist aber doch schon ganz knackig!</em></p>
<p>&#8230;bis zum unteren Ortseingang von Neunkirchen:<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0046.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0046.jpg?w=300" alt="" title="img_0046" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1774" /></a><br />
<em>Bild #12</em></p>
<p>Dort dann links, noch ein kleines Stück am Dorfrand bergauf, und schließlich auf dem Höhenrücken an der &#8220;kleinen Mark&#8221; links auf den Weg N1, der in nordöstlicher Richtung von Neunkirchen weg abwärts in Richtung Steinau und Lützelbach führt.<br />
Puuh, höchster Punkt der heutigen Tour überschritten, jetzt ging´s erstmal wieder runter!</p>
<p>Hübsche Passage, erst ein Stück durch teils dichten, teils lichteren Wald&#8230;<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0051.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0051.jpg?w=225" alt="" title="img_0051" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1775" /></a><br />
<em>Bild #13: Weg N1 nördlich von Neunkirchen</em></p>
<p>&#8230;runter auf eine Lichtung mit Mais, alter Badewanne am Wegesrand und knorrigen alten Apfelbäumen&#8230;<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0055.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0055.jpg?w=300" alt="" title="img_0055" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1776" /></a><br />
<em>Bild #14: Immer noch N1, aber weiter unten</em></p>
<p><a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0056.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0056.jpg?w=300" alt="" title="img_0056" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1777" /></a><br />
<em>Bild #15: Knorriger alter Apfelbaum</em></p>
<p>&#8230;und schließlich in den dichten Mischwald am Steinkopf zwischen Neunkirchen, Lützelbach und Steinau, wo ich nach knapp 300 m. die Kreuzung an der Steinkopf-Hütte erreichte:<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0059.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0059.jpg?w=300" alt="" title="img_0059" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1778" /></a><br />
<em>Bild #16: Steinkopf-Hütte</em></p>
<p>Kurze Orientierungspause (in diesem Waldstück hab´ ich mich schon mal beim Gassigehen mit Nemo verirrt, da ist Vorsicht geboten), dann die gelbe 8 halbrechts/geradeaus runter, auf der ich noch einen kleinen Schlenker um den Gipfel des Steinkopfs machen wollte.<br />
Kam aber nicht besonders weit, denn bereits nach ca. 100 m. stiess ich unvermutet auf dieses etwas behelfsmässig an einem Baum getackerte Schild:<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0061.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0061.jpg?w=300" alt="" title="img_0061" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1779" /></a><br />
<em>Bild #17: Hmm, klingt interessant&#8230;</em></p>
<p>Jetzt bin ich ja ein total neugieriger Mensch. Sobald irgendwo eine obskure lokale Sehenswürdigkeit angepriesen wird, überkommt mich automatisch das starke Verlangen, mir die auch mal anzusehen. Zumal das &#8220;Zindenauer Schlösschen&#8221; gar nicht sooo obskur ist, denn immerhin hatte ich den Namen irgendwo unten in Steinau schon mal gelesen (bisher war mir allerdings nicht klar gewesen, dass es sich dabei um eine Felsformation handelt; dachte bisher immer, damit wäre ein &#8211; zugegeben ziemlich unschlossiges &#8211; Haus am Ende von Steinau gemeint&#8230;).<br />
Entsprechend zögerte ich natürlich keine Sekunde: Rechts vom Weg ab, und auf einem steilen, schmalen, teilweise kaum sichtbaren Trampelpfad den Hang hoch:<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0065.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0065.jpg?w=225" alt="" title="img_0065" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1780" /></a><br />
<em>Bild #18: Schleichpfad zum Zindenauer Schlösschen</em></p>
<p>War überraschend weit, mindestens ein- oder zweihundert Meter durch die Pampa, zwischendurch immer mal wieder ein nicht so richtig spektakuläre kleine Findlungsgruppen, bei denen ich mich jeweils fragte, ob das jetzt das Schlösschen sein sollte.<br />
Bis ich das echte Zindenauer Schlösschen, da gab´s dann keinen Zweifel mehr:<br />
WOW!<br />
Ein beeindruckend großes Ensemble aus meterhoch aufgetürmten Felsen, die &#8211; einsam und mit Ausnahme einer Bank in luftig-wackliger Position obendrauf weitgehend unberührt &#8211; mitten im dichten Wald über dem Abhang thronen.<br />
Natürlich besah ich mir die moosbedeckten, wuchtigen, wildromantisch-imposanten Findlinge, die wirklich ein bisschen burg- oder schlossartig wirken, ausgiebiegst aus allen Richtungen: Drumrum, von unten, von oben, von vorne, von hinten, alles mit einem fetten Grinsen im Gesicht.<br />
Ein richtig spannendes, verstecktes Kleinod, dass ich da völlig unerwartet und durch durch Zufall entdeckt hatte &#8211; damit war die heutige Tour automatisch in die Kategorie: &#8220;Richtig gut&#8221; aufgerückt.<br />
So macht mir das Spass! <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  </p>
<p>Oh, so sieht´s da übrigens aus:<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0067.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0067.jpg?w=225" alt="" title="img_0067" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1782" /></a><br />
<em>Bild #19: Zindenauer Schlösschen von schräg unten</em></p>
<p><a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0074.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0074.jpg?w=300" alt="" title="img_0074" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1783" /></a><br />
<em>Bild #20: Und gleich noch mal von schräg unten &#8211; man beachte die Bank in irgendwie leicht prekärer Position obendrauf</em></p>
<p><a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0079.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0079.jpg?w=225" alt="" title="img_0079" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1784" /></a><br />
<em>Bild #21</em></p>
<p><a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0083.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0083.jpg?w=300" alt="" title="img_0083" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1785" /></a><br />
<em>Bild #22: Zindenauer Schlösschen samt Bank von oben, leider wieder mal leicht unscharf. Verflixter Foto&#8230;</em></p>
<p>Nach erfolgter Besichtigung wieder den kleinen Pfad runter auf die ursprünglich geplante Route, und weiter auf der gelben 8 um den Steinkopf herum, bis zur Kreuzung im Wald oberhalb vom Steinauer Südzipfel&#8230;<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_00931.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_00931.jpg?w=300" alt="" title="img_00931" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1786" /></a><br />
<em>Bild #23: Hmm, hier war ich doch schon mal, <a href="http://laufblog.wordpress.com/2008/01/25/planlos-am-rimdidim-neunkirchen-rimdidim-mesbach-steinau-141-km/">oder</a>?</em></p>
<p>&#8230;wo ich scharf links abbog und dem Weg L1 am Hang unterhalb des Steinkopfes zurück nach Westen in Richtung Lützelbach folgte. Angenehmes Stück &#8211; bequemer Waldweg, relativ konstante Höhe, liess sich gut laufen. Nach etwas über einem Kilometer links eine weitere Schutzhütte (der Marienteich-Hütte) mit einer kleinen Teichanlage (dem Marienteich) davor, die sich bei genaurer Betrachtung als Teil des neu angelegten lokalen <a href="http://www.st-jost.fischbachtal.de/">Pilgerwegs St. Jost</a> herausstellte, der von Niedernhausen ausgehend auf verschiedenen spirituellen Stationen ums Fischbachtal herumführt &#8211; irgendwie eine schöne Idee, gefiel mir spontan, obwohl ich kein besonders religiöser Mensch bin<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_00951.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_00951.jpg?w=225" alt="" title="img_00951" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1787" /></a><br />
<em>Bild #24: Marienteich und Marienteich-Hütte vor Lützelbach</em></p>
<p><a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0099.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0099.jpg?w=300" alt="" title="img_0099" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1788" /></a><br />
<em>Bild #25: Gnothi seauton &#8211; Selbstportrait im Marienteich</em></p>
<p>Danach noch 500 m. geradeaus, bis ich schließlich den Waldrand vor Lützelbach erreichte&#8230;<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_01011.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_01011.jpg?w=300" alt="" title="img_01011" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1789" /></a><br />
<em>Bild #26: Lützelbach aus südöstlicher Richtung vom Weg L1</em></p>
<p>&#8230;ein Stück durch die Wiesen lief, wobei ich eine Mauer mit einer herrlich rotleuchtenden Schlingpflanze passierte&#8230;<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0107.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0107.jpg?w=225" alt="" title="img_0107" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1790" /></a><br />
<em>Bild #27: Entgegen der Laufrichtung fotografiert</em></p>
<p>&#8230;und schließlich an der Feuerwehr den Fischbach überquerte&#8230;<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_01091.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_01091.jpg?w=300" alt="" title="img_01091" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1791" /></a><br />
<em>Bild #28: Fischbach am Ortseingang von Lützelbach. Auf dem Schild links stehen total kluge und interessant Infos über das Gewässer, leider wollte der Foto sie partout nicht aufnehmen. Sorry, aber da müsst ihr jetzt halt selbst hinfahren, um das zu lesen&#8230;</em> <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>&#8230;und auf der Strasse &#8220;Am Bärling&#8221; in Lützelbach einflief:<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0112.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0112.jpg?w=225" alt="" title="img_0112" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1792" /></a><br />
<em>Bild #29: Lützelbach, Am Bärling</em></p>
<p>Ich mag Lützelbach: Netter kleiner Ort auf der Passhöhe zwischen Modau- und Fischbachtal, schöne Lage, schöne alte Häuser, wirklich hübsch. Bloss seine Topografie hab´ ich immer noch nicht so ganz kapiert, obwohl ich inzwischen schon oft durchgefahren, und mehrmals durchgewandert und durchgejoogt bin &#8211; irgendwie geht´s dort immer da bergauf oder bergab, wo ich erwarte, dass es eben ist, während die Stücke, die meine Karte im Kopf als flach bezeichnet, sich gerne mal als abschüssig oder ansteigend erweisen.<br />
Komisch.<br />
Aber nicht weiter schlimm, im Gegenteil, das macht´s jedesmal gleich noch ein bisschen interessanter&#8230; <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Heute wandte ich mich bei der ersten Gelegenheit rechts und lief die Obergasse &#8220;runter&#8221; (erwartete ich zumindest, tatsächlich war sie fast eben), über L3102 und an der Rotunde des Café Odenwald vorbei (das selbst an einem eher verhalten schönen Wochentag wie heute gut besucht war &#8211; müsste man auch mal wieder hin, und sehen, wie´s da so ist), dann weiter zum Lichtenberger Weg&#8230;<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0115.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0115.jpg?w=300" alt="" title="img_0115" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1793" /></a><br />
<em>Bild #30: Lützelbach, Blick von der Obergasse auf den Lichtenberger Weg</em></p>
<p>&#8230;wo ich eine kurze Pause einlegte, um mir eine ziemlich morbide alte Hausinschrift durchzulesen&#8230;<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_01181.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_01181.jpg?w=225" alt="" title="img_01181" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1794" /></a><br />
<em>Bild #31: Die Lützelbacher von Anno Dunnemals waren offenbar echt optimistische Frohnaturen&#8230;</em> <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' /> </p>
<p>&#8230;bevor ich links bis zum Birkenhof lief, und dort schließlich rechts auf den Weg L3 abbog, der aus Lützelbach hinaus in Richtung Webern und Klein-Bieberau führt:<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_01191.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_01191.jpg?w=300" alt="" title="img_01191" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1797" /></a><br />
<em>Bild #32: Wegweiser am Birkenhof</em></p>
<p>Ab jetzt: Stark abwärts. Um das mal zu veranschaulich: Lützelbach und Webern sind gerade mal 1,3 km Luftlinie voneinander entfernt, getrennt durch einen massiven Riegel relativ unwegsamen Bergwalds. Aber während Lützelbach hoch oben auf dem Pass sitzt, auf ca. 400 m.ü.NN, liegt Webern ganz tief unten im tief eingeschnitten Johannisbachtal auf ca. 240 m. ü.NN -160 Meter Höhenunterschied auf so eine kurze Distanz, das ist schon ziemlich steil. </p>
<p>Zuerst noch ein relativ moderat abfallendes Stück durch die Wiesen nördlich von Lützelbach, an dessen Ende der Eingang in den Wald wie ein dunkles Maul klaffte<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0123.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0123.jpg?w=300" alt="" title="img_0123" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1796" /></a><br />
<em>Bild #33: L3 bei Lützelbach</em></p>
<p>Im Wald wurde es dann gleich richtig steil, da war ich froh, hier nicht hoch zu müssen (zumal es gerade etwas in meiner linken Wade rumorte). Aber auch bergab recht fordernd, auch weil der Weg relativ grob gekiest ist, was ich ja eh nicht so gerne hab. Musste ich aber nicht lange aushalten, denn so ca. 250 m. nach dem Waldrand verabschiedete sich L3 Richtung Halblinks vom breiten, gepflegten Kiesweg, und schlug sich fortan als kaum erkennbares Minipfädchen durch die Pampa, das im wahrsten Sinne des Wortes über Stock (davon gab´s viele) und Stein (ganze Findlingsgruppen mitten auf dem Pfad) steil in den finsteren Wald hinab führte:<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0126.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0126.jpg?w=300" alt="" title="img_0126" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1799" /></a><br />
<em>Bild #34: L3 in der Wildnis zwischen Lützelbach und Webern &#8211; ist in Wirklichkeit noch abenteuerlicher, als er hier aussieht&#8230;</em></p>
<p>Weiter unten wurde es dann sogar noch glitschig und morastig, weil sich das Pfädchen mitten durch ein schlammiges Bachtal fädelte &#8211; da ging´s nur noch gaanz langsam vorwärts, und ich saute mich in Windeseile ein wie ´ne Wildsau.<br />
Kurzum: Ein Riesenspass!! <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' />  </p>
<p>Schließlich erreichte ich aber doch das untere Ende des Waldes, direkt obehalb des Dörfchens Webern, in das ich bisher noch nie im Leben einen Fuß gesetzt hatte. Sah durchaus beschaulich aus&#8230;<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0128.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0128.jpg?w=300" alt="" title="img_0128" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1800" /></a><br />
<em>Bild #35: Webern von obern äääh oben</em></p>
<p>&#8230;klang aber etwas beunruhigend, denn während ich auf der Johannisbergstr. runter ins Dorf lief, ertönte von dort ein unglaublicher Lärm, der sich so anhörte, als würde da jemand einen Schaukampf zwischen einer Rotte Schweine und einer Bluthundemeute veranstalten. Hörte aber bald wieder auf, wahrscheinlich hatten die Schweine gewonnen. <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  </p>
<p>Die Johannisbergstr. entlang&#8230;<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0132.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0132.jpg?w=225" alt="" title="img_0132" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1801" /></a><br />
<em>Bild #36: Johannisbergstr. in Webern mit Brünnchen</em></p>
<p>&#8230;dabei verschiedene Begegnungen mit der lokalen Fauna, die in mittleren bis schweren Fotodesastern endeten:<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0133.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0133.jpg?w=225" alt="" title="img_0133" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1802" /></a><br />
<em>Bild #37: Huhn vor Traktor, unscharfe Aktaufnahme</em> <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p><a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_01341.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_01341.jpg?w=300" alt="" title="img_01341" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1803" /></a><br />
<em>Bild #38: Öööh. Katze von hinten, glaub´ ich. Oder Pferd von vorne. Oder Mikrosternschnuppenregen. Oder ein künstlerisch verfremdetes Porträt von Wilhelm II. Sucht euch was aus</em> <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Direkt nach der Katze (oderwasauchimmer) links, in den Brandauer Weg (Eins muss man diesen alten Strassennamen ja lassen: Sie sind nicht kreativ, aber man weiss sofort, woran man ist, besonders wenn man als ortsfremder Jogger nach Brandau will). </p>
<p>Wie wir ja schon rausgefunden haben, liegt Webern tiiiief unten im Johannisbachtal. Da muss man erstmal raus, wenn man nach Brandau will, und das heisst: Wieder ordentlich bergauf!<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0136.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0136.jpg?w=225" alt="" title="img_0136" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1804" /></a><br />
<em>Bild #39: Brandauer Weg im wilden Weberner Westen</em></p>
<p>Urk!<br />
Den überaus steilen Brandauer Weg hoch, dann aus Webern raus und durch Wald und Wiesen weiter aufwärts, langsam, stetig und schwer japsend aus dem Johannisbachtal raus, bis ich nach 1100 anstrengenden Metern endlich die Kreuzung am Asphaltweg zwischen Brandau und Herchenrode (hinter dem Brandauer Friedhof, Markierung blauer Balken) erreichte:<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0141.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0141.jpg?w=225" alt="" title="img_0141" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1805" /></a><br />
<em>Bild #40: Kreuzung hinter Brandau. Im Hintergrund der Felsberg</em></p>
<p>Uffa! Fast geschafft. Ich lief noch ein Stück geradeaus (gottseidank nun bergab), in Richtung der L3099 nach Hoxhohl, vorbei an der müffelnden Kläranlage an der Modau. Kurz bevor ich die Landstrasse erreichte, bog ich dann links ab, um auf einem unmarkierten Feldweg über den Mühlberg nach Brandau zu laufen.</p>
<p>Ach du je!</p>
<p>Positiv: Nochmal schön herbstlich.<br />
Negativ: RiesensackfieshimmelherrgottsakranochemolSTEIL!!!!!<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0148.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0148.jpg?w=225" alt="" title="img_0148" width="400" height="533" class="alignnone size-medium wp-image-1806" /></a><br />
<em>Bild #41: Weg den Mühlberg hoch</em></p>
<p>Argl.</p>
<p>Immerhin, nicht lang, also schleppte ich mich keuchend bis ganz nach oben, wo ich kurz den guten  Blick zur Kriegsgräbergedenkstätte genoss&#8230;<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0153.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0153.jpg?w=300" alt="" title="img_0153" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1807" /></a><br />
<em>Bild #42: Kapellenspitze der Kriegsgräbergedenkstätte bei Brandau</em></p>
<p>&#8230;bevor ich rechts durch die Wiesen oberhalb des Ortes joggte&#8230;<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0156.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0156.jpg?w=300" alt="" title="img_0156" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1808" /></a><br />
<em>Bild #43</em></p>
<p>&#8230;und schließlich über die Strasse &#8220;Am Mühlberg&#8221; runter nach Brandau lief.<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/img_0160.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/img_0160.jpg?w=300" alt="" title="img_0160" width="400" height="300" class="alignnone size-medium wp-image-1809" /></a><br />
<em>Bild #44: Über den Dächern von &#8220;Brenne&#8221;</em></p>
<p>Dort dann noch kurz durch die Odenwaldstr. zurück an den Römerberg und fertig.</p>
<p>Schöne, fordernde Tour, die viel Spass gemacht hat. Positiv die zwei großen Entdeckungen des Zindenauer Schlösschens (ungeplant) und Weberns (geplant), nicht ganz so positiv das doch etwas zu trübe Wetter, das zum Fotografieren einfach nicht ideal war.<br />
Wir lernen einmal mehr: Mäßiger Fotograf mit mäßigem Equipment braucht gutes Licht und am besten gute Motive, sonst wird das nicht so richtig doll. Na ja, vielleicht kommt der goldene Oktober ja die Tage doch noch mal vorbei, damit der Matthias und die Ixus sich so richtig in den Weinbergen austoben können&#8230;</p>
<p>Strecke: 12,7 km<br />
Reine Laufzeit: 1:18 h (= 9,77 km/h bzw. 6:08 min/km)<br />
Anteil der noch nie gelaufenen/gebloggten Passagen an der Gesamtstrecke: 90,16% (11,45 km von 12,7 km)<br />
Karte:<br />
<a href="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/modautal-ost.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/modautal-ost.jpg?w=128" alt="" title="modautal-ost" width="128" height="93" class="alignnone size-thumbnail wp-image-1812" /></a></p>
<p>Karte mit den Entstehungsorten der Bilder:<br />
<a href="http://laufblog.files.wordpress.com/2008/10/modautal-ost-fotos.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2008/10/modautal-ost-fotos.jpg?w=128" alt="" title="modautal-ost-fotos" width="128" height="93" class="alignnone size-thumbnail wp-image-1813" /></a></p>
<p>M.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Sololauf: Fischbachtal (22,6 km)]]></title>
<link>http://laufblog.wordpress.com/2007/09/23/sololauf-fischbachtal-226-km/</link>
<pubDate>Sun, 23 Sep 2007 19:32:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>matbs</dc:creator>
<guid>http://laufblog.wordpress.com/2007/09/23/sololauf-fischbachtal-226-km/</guid>
<description><![CDATA[Und schon wieder ein Lauf alleine, meine Mitläufer sind immer noch in Berlin. Eigentlich wäre ja heu]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Und schon wieder ein Lauf alleine, meine Mitläufer sind immer noch in Berlin. Eigentlich wäre ja heute eine ganz lange Tour (25+ km) dran gewesen, aber wieder mal konnte ich micht so recht motivieren, so eine weite Strecke ganz alleine anzugehen (meine Versuche, kurzfristig ander Mitläufer aufzutun, hatten nicht gefruchtet).</p>
<p>Andererseits war das Wetter super, und laufen wollte ich auf jeden Fall, also entschied ich mich für einen Kompromiß, eine nicht ganz so weite Strecke, wieder mal durch den Odenwald, weil mir das als Sololäufer einfach viel mehr Spass macht.</p>
<p>Durch die <a href="http://laufblog.wordpress.com/2007/09/20/sololauf-aufs-dach-des-odenwaldes-neunkircher-hohe-175-km/">Tour nach Neunkirchen</a> vor drei Tagen hatten sich ein paar ganz neue Optionen aufgetan, denn der Ort ist eigentlich ein idealer Ausgangspunkt für weitere Ausflüge tiefer in den Odenwald &#8211; Start und Ziel waren also schon fest, fehlte nur noch die Route.<br />
Nachdem wir in den letzten Wochen schon das <a href="http://laufblog.wordpress.com/2007/07/31/durch-den-odenwald/">Modautal</a>, das <a href="http://laufblog.wordpress.com/2007/08/14/unteres-lautertal-16-km/">Lautertal</a> und das <a href="http://laufblog.wordpress.com/2007/08/23/durch-den-odenwald-teil-2-20-km/">Mühltal</a> erlaufen hatten, fehlte eigentlich nur noch ein weiteres der Täler im vorderen Odenwald:<br />
<a href="http://www.fischbachtal.de/">Das Fischbachtal</a>, das sich von der Neunkircher Höhe aus nach Norden in Richtung Groß-Bieberau öffnet. Sehr hübsche, idyllische Gegend, bisher noch nicht &#8220;erjogged&#8221;, also genau das Richtige für heute.<br />
<!--more--><br />
Mit dem Auto nach <a href="http://modautal.cross-mail.com/modules.php?name=MiscContent&#38;grp=ortsteile&#38;select=neunkirchen">Neunkirchen</a> hoch &#8211; Sonntagmittag, Sonnenschein, entsprechend war´s ratzevoll, konnte kaum einen Parkplatz kriegen.<br />
Kurz warmgemacht und gedehnt, etwas mit dem Getränkegürtel gekämpft, dann ging´s auch schon los.</p>
<p>Wenn man ganz oben startet, hat das einen durchaus angenehmen Vorteil: Es geht erstmal nur abwärts (es hat übrigens auch einen durchaus unangenehmen Nachteil: Gegen Ende geht es nur noch aufwärts &#8211; aber dazu später mehr&#8230;). <br />
Und Neunkirchen ist ziemlich weit oben&#8230; Folgerichtig erst mal ein angenehmes Eintraben bergab &#8211; vom Parkplatz am oberen Ortseingang zum kleinen Dorfplatz mit der <a href="http://www.odenwald.de/sights/index.php?id=196">Ohly-Büste</a>, dort scharf rechts, der Markierung N1 folgend (Strassennamen gibt´s hier oben nicht, das ist alles nur &#8220;Neunkirchen&#8221;) weiter durchs Dorf.<br />
Hier dann kurz orientierungslos, wegen ungenügender Memorierung der Route. Deswegen aus irgendeinem Grund rechts hoch vom Weg abgebogen, den Fehler bemerkt, um einen einzelnen Bauernhof und über den Neunkircher Campingplatz wieder zurück auf die Strasse zu N1. Erste Navigationsprobleme schon nach gerade mal 300 m., und das in einem Ort, der zu klein ist um Strassennahmen zu haben &#8211; ein wirklich vielversprechender Anfang&#8230;</p>
<p>Glücklicherweise wurde es danach einfach, es ging aus dem Dorf raus, und auf einem sanft abfallenden asphaltierten Weg die Hangwiese unterhalb des <a href="http://skilift-info.de/skilift_Skiliftb_lModautal-Neunkirchen.html">Neunkircher Skilifts</a> bis in den Wald, irgendwo zwischen Neunkircher Höhe, Rimdidim, und Steinkopf. Hier dann eine Linkskurve, und dem Talverlauf folgend weiter bergab in Richtung Steinau, begleitet vom äußerst szenischen Steinbach, der sich hier &#8211; mal links, mal rechts des Weges &#8211; in einem offenen Bett mit großen Steinen und kleinen Stromschnellen talwärts windet &#8211; sehr hübsch, dazu noch angenehm kühl (<a href="http://xenophil.de/bilder/Wandern_im_Fischbachtal.html">hier</a> hat jemand ein paar Bilder aus der Gegend gepostet, die Schutzhütte, die wie eine Bushaltestelle aussieht, liegt ebenfalls am Weg N1).</p>
<p>Nach einem knappen km angenehmen Bergablaufens erreichte ich <a href="http://www.fischbachtal.de/index.cfm?fuseaction=ortsteile&#38;id=13">Steinau</a>, ein idyllisches Örtchen in einem versteckten Seitental am oberen Ende des Fischbachtals, das zwar nur aus einer Strasse zu bestehen scheint, die dafür aber ewig lang ist.<br />
Der folgte ich dann auch erstmal weiter abwärts durchs Dorf, das gleich zu Anfang mit einer ungewöhnlichen Melange aus alten Fachwerk-Gehöften und avantgardistisch anmutenden Nurdach-Häusern (das Wort gibt´s sogar, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nurdach-Haus">sagt die Wikipedia</a> &#8211; wieder was gelernt!) &#8211; die Gehöfte setzten sich in Richtung Ortsmitte aber schnell durch.</p>
<p>Fast einen Kilometer durchs Dorf, dann kurz vor dem Schulhaus rechts hoch, auf den Weg F1, der aus Steinau hinaus auf den Mühlberg führt &#8211; hier durfte ich dann ersmtals klettern, der Weg geht nämlich recht steil bergauf, dazu lag er in der prallen Nachmittagssonne und war somit ziemlich warm. Immerhin war unten in Steinau offensichtlich ein weiteres dieser Spätsommer/Frühherbst-Volksfeste im Gange, weswegen mein Aufstieg von den Klängen eines mittelgroßen Blasorchesters beflügelt wurde, das just in dem Moment einsetzte, als es aufwärts ging &#8211; durchaus hilfreich.</p>
<p>Den Hang hinauf, oben durch ein kleines, angenehm schattiges Waldstück, dann über dem nächsten Seitental wieder ins offene Gelände, wobei ich erstmals einen Blick auch den Höhepunkt (sightseeing-technisch, nicht geografisch) meiner heutigen Tour werfen konnte, denn linkerhand kam unvermittelt der <a href="http://www.schloss-lichtenberg.de/bild.php?bild=8">weisse Kasten von Schloss Lichtenberg</a> auf der anderen Seite des Fischbachtals in Sicht &#8211; schön!<br />
Dann ging´s auch schon wieder abwärts, nach <a href="http://www.fischbachtal.de/index.cfm?fuseaction=ortsteile&#38;id=20">Meßbach</a>. Auch dieser Ort liegt ziemlich idyllisch im Talgrund, und er ist sogar noch kleiner als Steinau. Unten auf der Dorfstrasse bog ich rechts ab und folgte weiter dem Weg F1 in Richtung Talende (eigentlich hätte ich links gemusst, und gleich die andere Talwand wieder hoch, aber dieser Weg wäre praktisch gerade den Hang hinauf gegangen, und sah zudem extrem lang und steil aus, darauf hatte ich keine Lust, deswegen lief ich spontan eine Ausweichroute).</p>
<p>Ca. 200 m. durch Meßbach (wie gesagt: Klein und pittouresk), dann ging es links hoch, ebenfalls bergauf, ebenfalls ein sehr ordentlicher Anstieg, aber insgesamt doch gut zu bewältigen. Erst etwas durch Obstbaumwiesen, dann einen hübschen Waldrand entlang bis auf den Höhenkamm, dort links, in das Wäldchen am Schreckskopf, und schließlich auf der anderen Seite des Wäldchens auf die Nonroder Höhe, einem offenen Hochplateau auf dem Bergrücken zwischen Fischbachtal und Fränkisch-Crumbach. Tolle Aussicht: Links das Fischbachtal und dahinter der nördliche vordere Odenwald und ein bisschen Bergstrasse, rechts das breite, tiefe Gersprenztal und dahinter die bewaldeten Höhenzüge des mittleren Odenwalds in Richtung Bad König und Michelstadt (leider war es zu diesig für eine richtig gute Fernsicht, sonst wäre sogar noch mehr zu sehen gewesen &#8211; trotzdem beeindruckend).</p>
<p>Geradaus auf dem Höhenweg weiter (Wegmarkierung der Stunde: Blaues Dreieck), vorbei am Parkplatz zwölf Apostel, der ebenfalls ratzevoll war, und weiter in das große Waldstück auf dem Höhenzug zwischen Fränkisch-Crumbach, Wersau und Niedernhausen. An sich äußerst angenehm zu laufen: Ein breiter, bequemer Waldweg, schattig und doch nicht zu finster, links und rechts gesäumt von einem breiten Band aus Wildblumen, dazu praktisch eben, ohne nennenswerte Höhenunterschiede.<br />
Hätte perfekt sein können, wenn sich nicht meine rechte Ferse zu Wort gemeldet hätte. Die hatte schon den ganzen Lauf etwas gezwickt und gescheuert, jetzt fing sie an richtig weh zu tun. Ein kurzer Check bestätigte meine Befürchtung: Ich hatte mir eine große Blase gelaufen, und das, obwohl ich die Schuhe jetzt seit über einem halben Jahr benutze, und seit Monaten keinerlei Probleme mit ihnen hatte!<br />
Mist!<br />
Natürlich hatte ich kein Pflaster dabei, und war hier oben mitten im Nichts, also hieß es erstmal Zähne zusammenbeissen, Schuh etwas fester schnüren (erst hatte ich´s kurz mit lockerer versucht, aber das machte es nur noch schlimmer) und vorsichtig weiterlaufen, auch wenn´s äußerst unangenehm war.</p>
<p>Nach eineinhalb km erreichte ich eine große Wegkreuzung im Wald und folgte dem blauen Dreieck nach links, dann auf dem weiterhin sehr angenehmen Höhenweg weiter durch den Wald.<br />
Laut ursprünglichem Plan hätte ich hier ca. 1 km weiterlaufen sollen, dann auf den Fahrradweg 26 links bergab gemusst. Das klappte allerdings nicht so richtig, denn laut einem Wegweiser bog der Weg bereits nach wenigen hundert Metern links ab (das erste Mal überhaupt, dass Wanderkarte und Beschilderung vor Ort sich aktiv widersprechen), also lief ich eben bereits da runter.<br />
Das war aber dann doch deutlich zu früh.<br />
Nach einem kurzen Stück wurde mir klar, dass ich den Weg, auf dem ich mich jetzt befand, von einer früheren Wanderung kannte, und dass er an einer Stelle im Fischbachtal herauskommen würde, zu der ich eigentlich nicht wollte. Also bog ich, anstatt ihm weiter zu folgen, spontan rechts auf einen unmarkierten Pfad ab, der ungefähr in die geplante Richtung führte.</p>
<p>Hier ging´s relativ steil bergab durch einen dunklen Nadelwald, zudem war der Weg äußerst unregelmäßig und schlecht zu laufen, was meine Blase zu einer echten Qual werden ließ. Autsch.<br />
Wenigstens begradigte er sich nach ein paar Minuten etwas und führte graduell an den Waldrand, wo ich schließlich auf einen etwas besseren Fußweg wechseln konnte, der über eine kleine, offene Anhöhe oberhalb von Niedernhausen (mit tollem Blick ins Tal und auf Schloss Lichtenberg) grob talabwärts führte.<br />
Vorbei an diversen eingezäunten Weiden voller Pferde, Kühe, und sogar einer großen Herde Gänse, die seelenruhig zwischen dem Hornvieh weideten, ein kleines Stück steil runter, dann rechts, und ich hatte östliche obere Ende von Niedernhausen erreicht und war damit wieder auf Kurs!</p>
<p>Von oben in die Wersauer Strasse, dort links durch das Wohngebiet weiter talwärts in Richtung des Ortskerns von <a href="http://www.fischbachtal.de/index.cfm?fuseaction=ortsteile&#38;id=19">Niedernhausen</a>, das ja, wie der Name vermuten lässt, ziemlich niedrig und ein bisschen geduckt (aber trotzdem recht hübsch, gerade aus der Richtung aus der ich kam) direkt unterhalb von Lichtenberg liegt, das seinerseits majestätisch auf dem Bergrücken obendrüber throhnt.<br />
Dort unten zumindest geografisch auf dem Tiefpunkt meiner Tour angekommen: Weniger als 180 m.ü.NN. (von knapp 520 in Neunkirchen), damit war der leichte Teil endgültig vorbei, von jetzt an würde es tendenziell nur noch bergauf gehen, und das nicht zu knapp. Keine ganz angenehme Vorstellung, angesichts meiner weiterhin pochenden Blase und der Tatsache, dass ich mich schon nicht mehr ganz so taufrisch fühlte.<br />
Aber hey, was muss, das muss! Also gleich wieder bergauf, steil die Strasse &#8220;Am Schlossberg&#8221; auf &#8211; oh Wunder &#8211; den Schlossberg rauf, oben auf die Fahrstrasse gestossen, und der dann schwitzend und schaufend rechts um den Berg herum weiter aufwärts bis nach <a href="http://www.fischbachtal.de/index.cfm?fuseaction=ortsteile&#38;id=9">Lichtenberg</a> (mit dem Auto war mir dieses Stück irgendwie nie so lang und steil vorgekommen&#8230;).</p>
<p>Lichtenberg ist meiner Meinung einer der hübschesten Orte im ganzen vorderen Odenwald: Ein kleines Dörfchen, das spektakulär auf einem Höhenrücken sitzt und entsprechend einen tollen Blick vor allem nach Norden in die Ebene bietet. Mitten drin ein kleiner, gepflaster Marktplatz (auf dem im Dezember immer ein sehr stimmungsvoller Weihnachtsmarkt stattfindet), der von schönen, alten Häusern umrundet wird. Dominiert wird das ganze von zwei Bauwerken, die jeweils noch einmal leicht erhöht stehen, einerseits dem  <a href="http://www.fischbachtal.de/index.cfm?fuseaction=sehenswertes&#38;id=68">Bollwerk</a>, einem wuchtigen Festungsturm, der früher als Geschützplattform diente, und natürlich dem <a href="http://www.schloss-lichtenberg.de/">Schloss </a>, einem beeindruckenden und weithin sichtbaren Renaissancebau auf der äußersten Spitze der Anhöhe. Wie gesagt: Eines der lohnendsten Ziele in der ganzen Gegend.</p>
<p>Auch wenn ich nach dem Anstieg schon ziemlich schwer atmete, musste ich hier oben natürlich auch noch mal aufs Schloss hoch (ein weiterer Fall von &#8220;Wenn ich schon mal da bin&#8230;&#8221;), also bog ich oben angekommen gleich links ab und lief durch die <a href="http://www.meinestadt.de/kreis-darmstadt-dieburg/bilder?id=58303">kleine Altstadt</a> weiter bergauf. Hier war sogar noch mehr los, als ich an so einem schönen Sonntagnachmittag erwartet hätte: Menschen, Menschen, Menschen, dazu waren mehrere Bierzelte und Getränkestände aufgebaut &#8211; anscheinend hatte ich den zweiten Tag des <a href="http://www.fischbachtal.de/images/aktuelles/download348.pdf">&#8220;Fischbachtal Aktiv&#8221;</a>-Wochenendes erwischt, bei dem offensichtlich so einiges los war (das erklärte auch nachträglich die Volksfeststimmung mit Blasmusik in Steinau).<br />
Vorbei an dem ganzen Trubel zum Schlosstor, durch den dunklen Eingangstunnel, vorbei am <a href="http://www.schloss-lichtenberg.de/bild.php?bild=12">Marstall und der Zehntscheuer</a> auf den <a href="http://www.schloss-lichtenberg.de/bild.php?bild=14">eigentlichen Schlosshof</a>, dort eine kurze Pause um was zu trinken, die Aussicht zu geniessen, und sich über immer unangenehmer auffallende Blase zu ärgern.</p>
<p>Weiter durch die Pforte vor dem <a href="http://www.schloss-lichtenberg.de/bild.php?bild=15">dritten Tor</a>, und auf den Pfad aussen ums Schloß herum, am hinteren Schlossgarten vorbei, kurz einen Blick nach unten in den Biergarten des <a href="http://www.alt-lichtenberg.de/alt_lichtenberg_1/web-content/css/startseite.html">Alt-Lichtenberg</a> direkt an der Mauer geworfen (auch hier war´s rammelvoll, unter anderem hatte man anläßlich von &#8220;Fischbachtal Aktiv&#8221; ein Gehege mit <a href="http://www.alligatore.de/">lebenden Krokodilen</a> aufgebaut, ein Anblick, den ich hier jetzt wirklich nicht erwartet hätte), dann wieder runter vom Schloss zurück in die Altstadt.</p>
<p>Obwohl ich schon oft genug in Lichtenberg gewesen bin, hatte ich es bisher nie auf das <a href="http://www.schroebel.net/Fischbachtal/html/bollwerk.html">Bollwerk</a> geschafft, höchste Zeit, das doch auch gleich noch mal nachzuholen &#8211; Bollwerk, here I come!<br />
Den Eintritt (50 Cent) für die Besteigung des mächtigen Turms zahlt man in dem kleinen Andenkenladen an der Ecke unterhalb des Turmes, also nix wie rein und bezahlt.<br />
Da meine Blase inzwischen fast unerträglich war, fragte ich den freundlichen älteren Herrn an der Kasse auch gleich nach einem Pflaster, um das vermaledeite Ding zumindest notdürftig zu polstern. Und tatsächlich &#8211; er verwies mich an seine (mindestens genauso freundliche) Frau, die mir nicht nur ein Pflaster holte, sondern gleich auch noch ein Desinfektionsspray mitbrachte.<br />
Und dafür wollten sie noch nicht mal was annehmen. Supernett!!<br />
Soviel Hilfsbereitschaft gehört natürlich belohnt, deshalb, geneigter Leser, solltest Du mal nach Lichtenberg kommen (wie gesagt, ich kann´s nur empfehlen), begib dich doch bitte auch in den Andenkenladen &#8220;Lina´s Geschenktruhe&#8221; und kauf´ den beiden freundlichen älteren Herrschaften dort was ab, die sind so freundlich und hilfsbereit, die haben das allemal verdient!!!!</p>
<p>Frisch verarztet und leicht rührselig von soviel Unneigennützigkeit konnte ich dann auch das Bollwerk erklimmen. Auch von innen sehr wuchtig, mit überraschend breiten Treppen (ist halt aus der frühen Neuzeit und nicht aus dem Mittelalter, da mochte man es schon etwas großzügiger), mit einer weiteren grandiosen Aussicht von oben.</p>
<p>Kurz dort oben verweilt, dann Abstieg und weiter, die Dorfstrasse hoch. Hinter dem alten Schulhaus rechts runter, und auf einem Trampelpfad am Ortsrand entlang zum Eselsbrunnen und dem Parkplatz Riedbusch unterhalb des Dorfes. Da auf dem Parkplatz eine weitere Freßbude aufgebaut war, und ich inzwischen eine gewisse Ermüdung nicht mehr verleugnen konnte, nutzte ich die Gelegenheit zu einem Becher Cola (Zucker, Koffein UND Flüssigkeit &#8211; das sind ja gleich drei gute Dinge auf einmal&#8230;), bevor ich am hinteren Ende des Parkplatzes wieder leicht bergauf in den Wald lief.</p>
<p>Ursprünglich hatte ich überlegt, den Berg hinter Lichtenberg (&#8220;Altscheuer&#8221;) direkt zu überqueren und an der interessanten alten keltischen Ringwallanlage <a href="http://www.schroebel.net/Fischbachtal/html/heuneburg.html">Heuneburg</a> vorbeizulaufen, aber da ich mich erinnerte, dass das ein ziemlich fieser Anstieg war, verzichtete ich lieber darauf. Stattdessen nahm ich lieber den sehr angenehmen, ebenen Waldweg nördlich um den Gipfel herum (Markierung: Gelbe 5).</p>
<p>Nach anderthalb Kilometern hätte ich eigentlich links hoch gemusst, um in Richtung Lützelbach zu kommen (Markierung F2). Allerdings übermannte mich dort der Ehrgeiz, und ich beschloss stattdessen, einen Abstecher rechts runter ins Tal hinter Klein Bieberau zu laufen, um so an der Schnakenmühle eine Verbindung zu unserer <a href="http://laufblog.wordpress.com/2007/07/31/durch-den-odenwald/">ersten Odenwaldtour</a> herzustellen.<br />
Zugegeben, angesichts der Tatsache, dass es dabei erstmal bergab ging (und ich ja eigentlich bergauf wollte, also mir jeden Höhenmeter, den ich jetzt verlor, für später wieder aufbürdete) und dass ich alles andere als taufrisch war, keine besonders weise Idee, aber solang ich bergab laufen konnte, erschien sie mir auch nicht so richtig dumm (das kam dann erst auf dem Rückweg bergauf&#8230;).</p>
<p>Also ein paar hundert Meter runter durch den Wald, über einen völlig überfüllten staubigen Parkplatz mit hohem Verkehrsaufkommen (fahrende Autos + staubiger Weg = Dreck Fressen), bis zur Landstrasse, dort einen kleinen Schlenker bis zu dem Punkt, wo wir seinerzeit in Richtung Asbach abgebogen waren, und wieder zurück über den Parkplatz. An dessen Ende allerdings nicht mehr in den Wald hinein, sondern vorher rechts in Richtung <a href="http://www.hottenbacher-hof.de/">Hottenbacher Hof</a>.<br />
Von der Wanderkarte hatte ich ganz dunkel in Erinnerung, dass der schnellste Weg auf meine ursprüngliche Route irgendwie zwischen Wald und offenem Gelände entlanglaufen müsse, also erklomm ich bei der nächstbesten Gelegenheit den Hang zum Waldrand, wo mich tatsächlich ein Weg erwartete.<br />
Na ja, oder zumindest sowas in der Richtung.<br />
Eigentlich war´s ein steinige, steile, unebene, dornenbewachsene und zuweilen kaum erkennbare grobe Furche im Boden, die sich unglaublich schlecht laufen liess &#8211; aber da sie mein einziger verfügbarer Orientierungspunkt war, folgte ich ihr dennoch, mehr schlecht als recht.<br />
So quälte ich mich oberhalb des Hofes entlang, brach mir ein, zwei Mal fast die Haxen, verpasste mir mehrere unfreiwillige Waden-Akupunkturen mittels der abundanten Brombeerhecken &#8211; und stiess schließlich auf den Weg, den ich eigentlich hatte nehmen wollen. Der verlief etwas unterhalb der Todespiste, die ich gerade absolviert hatte, war breit, gut gepflegt, und wenn ich nicht auf besagte Todespiste eingebogen wäre, hätte ich ihn von Anfang an durchlaufen können.<br />
Na Prima!</p>
<p>Immerhin ging´s jetzt deutlich angenehmer, den Berg hoch durch den Wald bis zur Anhöhe oberhalb von Billings (auch hier: &#8220;Fischbachtal Aktiv&#8221;-Festzelte mitten in der Pampa), wo ich rechts auf den Weg mit dem roten Quadrat (dem &#8220;Main-Stromberg-Weg&#8221;) in Richtung Lützelbach einbog. Ein Stück durch die Wiesen am Scheidkopf, dann wieder in den Wald, die letzte Steigung vor Lützelbach.</p>
<p>Hier vielleicht ein kleiner Exkurs: Lützelbach liegt unterhalb von Neunkirchen. Es ist also relativ gesehen niedriger.<br />
Absolut gesehen liegt es aber mitten auf einer Passhöhe, und die ist immer noch hoch.<br />
Verdammt hoch sogar.<br />
Besonders wenn man vom wesentlich niedriger liegenden Fischbachtal kommt.<br />
Dann ist Lützelbach nämlich auf einmal gesehen relativ hoch.</p>
<p>Diese an sich recht banale Erkenntnis durfte ich jetzt am eigenen Leib erfahren &#8211; die Steigung durch den Wald in Richtung Lützelbach war mörderisch steil, und wollte zudem kein Ende nehmen. Die ersten paar Meter schleppte ich mich noch bergauf, dann kapitulierte ich, und fing an zu gehen &#8211; ich war einfach schon zu erschöpft, um mir das jetzt noch um jeden Preis antun zu müssen.</p>
<p>Selbst oben, am Waldrand, ging es weiter bergauf, wenn auch etwas moderater, das konnte ich dann wieder Joggen. Also noch die paar hundert Meter bis <a href="http://modautal.cross-mail.com/modules.php?name=MiscContent&#38;grp=ortsteile&#38;select=luetzelbach">Lützelbach</a>, geradaus durchs Dorf (auch gar nicht so unansehnlich, auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt mehr mit Atmen als mit Umsehen beschäftigt war), dann links, über die Landstrasse, und schließlich zum den letzten Aufstieg nach Neunkirchen.<br />
Ach du je. Das war mal anstrengend. Eigentlich gar nicht mehr so steil, aber mir taten die Beine weh, die Blase nervte, richtig Luft hatte ich auch keine mehr, und die verdammte Steigung wollte und wollte einfach nicht aufhören nehmen (als ich vor ein paar Tagen von Brandau kommend hochgelaufen war, war das entschieden weniger schlimm, obwohl es sogar noch weiter bergauf ging &#8211; wir sehen: Steigung ist subjektiv, und hängt u.a. von der Tagesform ab).<br />
Also erst bis zum oberen Ende von Lützelbach, dann durch den Wald, dann wieder auf irgendeine Wiese, Blick auf Neunkirchen (Erster Gedanke: &#8220;Ach du scheisse, immer noch nicht oben&#8221;), dann plötzlich der untere Ortsrand, die letzten Meter bis zum Dorfplatz, und schließlich &#8211; auf dem letzten Loch pfeifend &#8211; der rettende Parkplatz samt Auto. Geschafft! Puuuh!</p>
<p>Fazit: Heidenei, das war sehr, sehr anstrengend! Ich hatte den Anstieg von Niedernhausen zurück nach Neunkirchen wohl doch etwas unterschätzt, besonders auch weil es ja auch schon zwischenzeitlich einige anspruchsvolle Kletterpartien gab (mal ganz zu schweigen von dem extrem kraftaufwändigen Umweg über die Schnakenmühle). Dazu die überraschend hohen Temperaturen und die Blase, die meinen Laufrhytmus deutlich beeinträchtigte, und vielleicht auch der letzte Berglauf, der mir womöglich noch etwas in den Knochen steckte, das alles machte den Lauf ein bisschen Unrund und kostete &#8211; gerade in der zweiten Hälfte &#8211; Unmengen an Kraft.<br />
Andererseits war es wieder mal eine wunderschöne Route, die gerade angesichts des tollen Wetters für vieles entschädigte. Kein Zuckerschlecken, insgesamt hat´s aber doch viel Spass gemacht! Vielleicht keine perfekte Joggingstrecke, aber zumindest als potentielle Wandertour kann man´s mal im Hinterkopf behalten.</p>
<p>Strecke: 22,6 km<br />
Zeit: 3:03 h (ca. 7,1 km/h bzw. ca. 8:28 min/km &#8211; sehr langsam, aber eben auch sehr anspruchsvoll, dazu mit vielen Pausen und am Ende ein bisschen Gehen).<br />
Karte:<br />
<a href="http://laufblog.wordpress.com/files/2007/09/fischbachtal2.jpg"><img src="http://laufblog.wordpress.com/files/2007/09/fischbachtal2.jpg?w=128" alt="" width="128" height="92" class="alignnone size-thumbnail wp-image-145" /></a></p>
<p><a href="http://www.runmap.de/route/21491">Interaktive Streckenkarte</a></p>
<p>M.</p>
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