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	<title>mahnmale &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/mahnmale/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "mahnmale"</description>
	<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 19:55:36 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

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<title><![CDATA[Ofenfrischer Menschenauflauf mit Kaufrauschfüllung]]></title>
<link>http://leoshmeo.wordpress.com/2009/11/17/ofenfrischer-menschenauflauf-mit-kaufrauschfullung/</link>
<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 01:39:18 +0000</pubDate>
<dc:creator>fourlights</dc:creator>
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<description><![CDATA[Lichtstreifen, Metallgestänge und bunte Logos: Mein Kaufrausch, ganz für mich allein. In einem einzi]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Lichtstreifen, Metallgestänge und bunte Logos: Mein Kaufrausch, ganz für mich allein. In einem einzigen Zug schmetter ich mit meinen Griffeln durch alle Ablagen, Regale und Kleiderbügel. Der Agilität eines Inlineskaters nahe schwinge ich mich in die Kurve zum Verkaufstresen und lade <a href="http://www.mazineshop.de/go.cfm?lang=de&#38;friendlyURL=mazine_laurent" target="_blank">zwei Hoodies</a> ab, mit bereits fixiertem Blick auf die <a href="http://www.rockon.de/a.cfm?bez=Unplugged&#38;marke=Irie%20Daily&#38;kat=T-Shirts&#38;title=1&#38;a=25269" target="_blank">Irie Daily</a> T-Shirts. Tanja lacht und lässt es geschehen. Roland fühlt wohl ähnlich wie ich.</p>
<p>Ich nehme die beiden für drei bis vier Minuten kaum mehr wahr. Dieser Moment pendelt zwischen Sinnlosigkeit und romantisch verklärter, bedingungsloser Hingabe zur textilen Selbstverwirklichung in klaren, planen Mustern und Schnitten. <a href="http://www.mazine.de/" target="_blank">Mazine</a>. Liebe auf den ersten Blick! Die Klamotten stehen mir! Sie haben mich gefunden! Der Rausch gipfelt mit seiner ganzen Dekadenz und Spontanität in der Opfergabe meiner EC-Karte. Meine ganze Aufmerksamkeit gilt der hübschen Kassenlady und ihrem Lesegerät. Hollywood würde seine schönste Kriegsschnulze genau so beginnen lassen. Ein Lächeln. Ein Augenblick. Bäm!!! Die Euros verpuffen um mich herum wie Flakfeuer. Ich lasse einen kessen Spruch vom Stapel, denn die Zeit drängt. Ich verlasse den Laden geschmeidig mit meiner Beute im Schlepptau, die winkende Lady im Hintergrund. Ich bin ein Held und blinzel unsichtbare Zuschauer an.</p>
<p>Und nun begegnet mir das hier:</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/IP1a3VG69zg&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/IP1a3VG69zg&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p><strong>Gier and Clothing</strong></p>
<p>Sacken lassen. Gab es Tote? Der Klangkulisse nach zu urteilen ist&#8217;s wohl garnicht mal so unwahrscheinlich, dass es nach der Aktion Damen gegeben haben könnte, die mit mehr Fleischwunden als Schuhen nach Hause gegangen sind.</p>
<p>Die Hysterie um den mir bisher unbekannten Designbaron Freiherr Einerlei von Tauschmichaus scheint mir aber auch ein Zeichen der Zeit zu sein. Seine Majestät und die edlen Häuser dieser Welt, also Allem voran H&#38;M, schätzen diese Menschenaufläufe, die möglichst medienwirksam aufgebauscht werden. Die Claqueurfunktion gibt&#8217;s inklusive. Je größer der Hype, desto größer die Sogwirkung für die nächsten potentiellen Käufer. Typisch für einen Trend? Vielleicht. Aber das hier ist modischer Fanatismus &#8211; leer und gesundheitsschädlich. Und ziemlich uncool, mal ganz nebenbei. Darum soll die folgende Dame nun mal den stilistischen Gegenpol zum Tussiauflauf des ersten Videos bieten.</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/eFILTpYaExQ&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/eFILTpYaExQ&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p><strong>Das Geizprinzip des universell (un)aufgeklärten Käufers</strong></p>
<p>H&#38;M hat durch solche Aktionen viel gemeinsam mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Media-Saturn-Holding" target="_blank">Mediamarkt und seinem Blutsbruder, dem Saturn</a>. Sie preisen Alltägliches bis Wertloses als totale Rarität an, provozieren mit ihren Schnäppchen den Jagdsinn des gelangweilten Durchschnittsbürgers und penetrieren die äußersten Grenzen unseres moralischen Empfindens. Erinnert Ihr Euch? Geiz war nicht immer eine Tugend. Damals gab&#8217;s dafür von Papa Schimpfe. Qualität hatte nun mal ihren Preis. Wurde mit diesem Spruch nicht sogar mal eine Waschmaschine beworben? Ganz recht. Eine, die noch gültige TÜV-Siegel besaß und nicht semi-gut raubkopiertwurstiliert war.</p>
<p>Jedenfalls fällt der gefilmte Tussiauflauf voll auf die Chose rein. Aber das Konzept ist nicht neu. Man mache sich beliebt, dann rar und die Leute gieren ohne jede Bedingung nach einem. Naiv stolpern und staksen sie in Rudeln auf die Designerware zu und schreien: &#8220;Fick Dich, Du Scheißkuh. Nee, Mama echt jetzt, weg hier.&#8221; Das kann nur die HD-Ready-Propaganda der Flachbildflächenbomber toppen. Da verkommt das Herunterleiern der technischen Daten eines Fernsehgerätes zur blanken Alchemie und der Kunde entscheidet bestenfalls nach Sympathie für den Oberlippenbart des Verkäufers von welcher Metro-Tentakel er sich diesmal aussaugen lässt. Sehr, sehr blöd. Egal was die Werbung sagt.</p>
<p>Mein Fazit lautet: Ob elitäres Style-Diktat oder effekthascherische Technologielüge: Die Konsumkurbler und deren Gaukler haben schon vor langer Zeit einen mächtigen Schalter gefunden. Er sitzt in jedem Konsumenten. Aber wie nutzt man ihn nun? Egal, die meisten stehen eh freiwillig auf &#8220;Off&#8221;. Ergo: Durchzug im Hirn, wie auch im Portemonnaie.</p>
<p><strong>Hirn an, Geiz entgeilen und cool bleiben. Kant auf dem Saturn entdeckt?</strong></p>
<p>Ich appelliere hiermit erneut an meine Eigenverantwortlichkeit, meinen Drang zur Aufklärung, meinen Mut zum eigenen Willen und werde dieses Video als eines der zahlreichen Mahnmale des geistigen Verfalls in Erinnerung behalten und es als solches in die Welt tragen. Dazu gesellt sich die Angst, einen Schuhkauf bald nicht mehr von einem Terroranschlag unterscheiden zu können. Vielleicht sollte ich eh konzentrierter online einkaufen. Man lernt über zwei Wochen ein Paar Worte koreanisch, verhandelt mit <a href="http://www.footnfoot.com/" target="_blank">Sneakerläden</a> vom anderen Ende der Welt und bekommt dafür längst ausgestorben geglaubte <a href="http://www.footnfoot.com/shop/shopdetail.html?brandcode=002005000036&#38;search=&#38;sort=price" target="_blank">Orion</a> Sneakers aus uralten Produktstämmen von Adidas. Die kosten 30 EUR + 35 EUR Versand + Zoll. Klingt teuer aber die weiß man dann auch zu schätzen ohne dass man einen anderen Menschen dafür mit einem Kleiderbügel erdrosselt haben muss.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Mahnmale]]></title>
<link>http://sehenswuerdigkeitenberlin.wordpress.com/2008/09/12/mahnmale/</link>
<pubDate>Fri, 12 Sep 2008 19:01:45 +0000</pubDate>
<dc:creator>sehenswuerdig</dc:creator>
<guid>http://sehenswuerdigkeitenberlin.wordpress.com/2008/09/12/mahnmale/</guid>
<description><![CDATA[Die Neue Wache Unter den Linden – Opfer von Krieg (Napoleonskriege, 1WK, 2WK) Bismarck-Nationaldenkm]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><ul>
<li>Die <em>Neue Wache</em> Unter den Linden – Opfer von Krieg (Napoleonskriege, 1WK, 2WK)</li>
<li>Bismarck-Nationaldenkmal</li>
<li>Beethoven-Haydn-Mozart-Denkmal</li>
<li>Die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße.</li>
<li>Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft in Deutschland in der ehemaligen zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.</li>
<li>Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße</li>
</ul>
<div class="thumb tright">
<div class="thumbinner" style="width:142px;"><span class="image"><img class="thumbimage" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/dc/Reiterstandbild_Friedrichs_des_Gro%C3%9Fen_2.jpg/140px-Reiterstandbild_Friedrichs_des_Gro%C3%9Fen_2.jpg" border="0" alt="Reiterstandbild Friedrichs des Großen" width="140" height="177" /></span></p>
<div class="thumbcaption">
<div class="magnify"><span class="internal"><img src="http://de.wikipedia.org/skins-1.5/common/images/magnify-clip.png" alt="" width="15" height="11" /></span></div>
<p>Reiterstandbild Friedrichs des Großen</p></div>
</div>
</div>
<ul>
<li>Reiterstandbild Friedrichs des Großen</li>
<li>Ehrenmal für die Gefallenen der Flakartillerie</li>
<li>Luftbrückendenkmal</li>
<li>Gedenkstätte 17. Juni 1953</li>
<li>Alter Garnisonfriedhof</li>
<li>Das Holocaust-Mahnmal, das Denkmal der Bundesrepublik für die ermordeten Juden Europas, in Berlin wurde im Mai 2005 fertig gestellt. Das mit 2711 Betonstelen bestückte Gedenkfeld umfasst auch unterirdische Ausstellungsräume.</li>
<li>In der Villa <em>Am Großen Wannsee 56−58</em> fand am 20. Januar 1942 die sogenannte <em><span class="mw-redirect">Wannsee-Konferenz</span></em> „zur Endlösung der Judenfrage“ statt. Heute ist dort eine Gedenkstätte.</li>
<li>Die Gedenkstätte an die Opfer der Euthanasie in Berlin, Tiergarten-Straße. Das Mahnmal bilden zwei große gebogene Stahlplatten von Richard Serra. Eine Inschrift des <span class="mw-redirect">Senats</span> zur Information in einer Gedenkplatte auf dem Weg daneben (siehe Aktion T4).</li>
<li>Die Gedenkstätte Plötzensee, betreut durch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. In der Hinrichtungsstätte Plötzensee wurden zwischen 1933 und 1945 fast 3000 Menschen durch den Strang oder mit dem <span class="mw-redirect">Fallbeil</span> ermordet. Besonders weist diese Gedenkstätte auf die Tötung der Widerständler des <span class="mw-redirect">20. Juli 1944</span> hin.</li>
<li>Sowjetisches Ehrenmal im Tiergarten, Bezirk Mitte, Straße des 17. Juni</li>
<li>Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park, Bezirk Treptow-Köpenick, Park der gefallenen Soldaten</li>
<li>Sowjetisches Ehrenmal in der Schönholzer Heide, Bezirk Pankow</li>
</ul>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wider die undeutsche Geistlosigkeit: zum 75. Jahrestag der Bücherverbrennungen]]></title>
<link>http://kamenin.wordpress.com/2008/05/10/wider-die-undeutsche-geistlosigkeit-zum-75-jahrestag-der-bucherverbrennungen/</link>
<pubDate>Sat, 10 May 2008 09:41:31 +0000</pubDate>
<dc:creator>kamenin</dc:creator>
<guid>http://kamenin.wordpress.com/2008/05/10/wider-die-undeutsche-geistlosigkeit-zum-75-jahrestag-der-bucherverbrennungen/</guid>
<description><![CDATA[Am 10. Mai 1933 brannten in deutschen Städten die Scheiterhaufen, auf denen da erst mal nur Bücher l]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;">Am 10. Mai 1933 brannten in deutschen Städten die Scheiterhaufen, auf denen da erst mal nur Bücher lagen. Ausgegangen war die Aktion von nationalsozialistisch dominierten Studentenverbänden und bildete Höhepunkt und Abschluss der einen Monat vorher begonnenen <em>Aktion wider den undeutschen Geist</em>. In einer fast schon vorbildlichen Marketing-Aktion wurde damit die Zensur erst als deutsch und dann noch als geistvoll definiert. In Berlin fand das alles auf dem heutigen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bebelplatz">Bebelplatz</a> statt, wo heute auch das Mahnmal in die Erde eingelassen ist, aber insgesamt gab es im Rahmen der Aktion etwa <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung_1933_in_Deutschland">70 Bücherverbrennungen</a> in fast allen größeren deutschen Städten.</p>
<p style="text-align:justify;">Nun mag jeder für sich selbst entscheiden, ob er das zum Anlass nimmt, sich heute bei Gelegenheit mit einem undeutschen Buch in die Sonne zu setzen. Ich will das auch nicht zum Anlass nehmen, noch mal darzustellen, wieso bald Menschen brennen, wo doch erst Bücher und so weiter&#8230; Wer das nicht versteht oder verstehen will, soll sich anderswo weiterbilden oder ein anderes Blog lesen. Als Wissenschafts-Kultur-Blogger will ich in dem Zusammenhang lieber darauf hinweisen, dass Wissenschaft nichts von der Kultur Losgekoppeltes ist. Im Zentrum der Bücherverbrennungen standen natürlich Schriftsteller, aber die Aktion war nur Ausdruck eines Generalangriffs auf geistige Unabhängigkeit, und in Folge kamen immer mehr Wissenschaftler und die Forschungsfreiheit an sich in den Fokus der Säuberungen.</p>
<p style="text-align:justify;">Schon an den Scheiterhaufen des Jahres 1933 wurde Sigmund Freud diffamiert, und während man der Psychoanalyse heute beliebig die fehlende, weil unerreichbare Verankerung im Empirischen oder den literarischen Ansatz vorwerfen mag, wäre es absurd, nicht die auch wissenschaftliche Bedeutsamkeit der Werke anzuerkennen. Dass die Gleichschaltung der Gesellschaft natürlich zuvorderst auch in die Gesellschaftswissenschaften getragen wurde, die Geschichtsschreibung, die Soziologie, Literatur- und Kunstwissenschaften, versteht sich schon von selbst. Kritische Historiker und Soziologen wurden ebenso aus den Ämtern entlassen wie ihre Schriften verboten, die Institute wurden wie die Bibliotheken gesäubert.</p>
<p style="text-align:justify;">Aber auch Naturwissenschaften wurden nicht verschont. In den <a href="http://www.library.arizona.edu/exhibits/burnedbooks/documents.htm">Richtlinien für Büchereien</a> findet sich 1935 zwischen zu zensierender Geschichtswissenschaft und Kunsttheorie bereits in der Aufzählung nicht mehr zu verbreitenden Gedankenguts:</p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">Schriften weltanschaulichen und lebenskundlichen Charakters, deren               Inhalt die falsche naturwissenschaftliche Aufklärung eines primitiven               Darwinismus und Monismus ist (Häckel).</p>
</blockquote>
<p style="text-align:justify;">Wie vorher unbedeutende Schriftsteller angesichts verbotener Konkurrenz und staatlicher Förderung ihre Chance witterten und sich im Gegenzug von Tucholsky die Bezeichnung &#8220;kleine Provinznutten der Literatur&#8221; einfingen, so entstand eine ähnliche Bewegung auch in den naturwissenschaftlichen Instituten, insbesondere in den physikalischen, wo eine Lücke durch die Entlassung der jüdischen und &#8220;jüdisch-stämmigen&#8221; Wissenschaftler entstanden war. Angetrieben von den Nobelpreisträgern Philipp Lenard und Johannes Stark entstand die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Physik">Deutsche Physik</a>, eine an sich unbedeutende, revisionistische Bewegung mit fast schon Newtonschem Weltbild, die sich auch, um noch mehr ihm Rahmen der Partei aufgehen zu können, auch als Arische Physik bezeichnete.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Deutsche Physik scheiterte, natürlich, weil Naturwissenschaft aus einer Weltanschauung zu betreiben nicht funktionieren kann, und selbst in der gesäubertern, unter staatlicher Aufsicht ablaufenden Physik der NS-Zeit konnte sie kaum wissenschaftlichen Einfluss gewinnen, wenn auch Vertretern genügend Gelegenheit geboten wurde, Stellen zu besetzen und Studenten mit ihrem Geschwätz zu verdummen. Es ist dabei unerheblich, ob vormals bedeutende Wissenschaftler wie Lenard einfach nur aus Opportunismus und Gewinnstreben gehandelt haben oder aus Überzeugung, tatsächlich wissenschaftliche Erkenntnis zu vertreten. Es ändert an der Schäbigkeit nichts, wissenschaftlich vertretbare Gegenpositionen durch Berufung auf Weltanschauung, persönliche Lieblingsvorstellungen oder Politik am liebsten aus den Instituten verbannt zu wissen.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Wissenschaft funktioniert nur in einer liberalen Gesellschaft. Es ist kein Angriff auf die Weltanschauung anderer, wenn Wissenschaft darauf besteht, dass Politik, Nationalität, Religion und Persönliches an sich aus dem wissenschaftlichen Diskurs rauszuhalten sind, sondern es ist die eine unumgehbare Notwendigkeit, um überhaupt einen wissenschaftlichen Diskurs führen zu können.</p>
<p style="text-align:justify;">In einer Gesellschaft, die Bücher verbrennt und Gedanken zensiert, wird Wissenschaft bestenfalls gegen diese Widerstände erfolgreich sein können. Andernfalls wird sie einfach scheitern.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;"><strong>Quellen und Weiterführendes.</strong></p>
<div style="text-align:justify;">Wikipedia <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung_1933_in_Deutschland">Bücherverbrennung</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Physik">Deutsche Physik</a></div>
<div style="text-align:justify;">Universität von Arizona, <a href="http://www.library.arizona.edu/exhibits/burnedbooks/indexpage.htm">When Books Burn</a></div>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Berlin: Invalidenfriedhof]]></title>
<link>http://kamenin.wordpress.com/2008/02/21/berlin-invalidenfriedhof/</link>
<pubDate>Thu, 21 Feb 2008 19:49:47 +0000</pubDate>
<dc:creator>kamenin</dc:creator>
<guid>http://kamenin.wordpress.com/2008/02/21/berlin-invalidenfriedhof/</guid>
<description><![CDATA[An manchen Orten geht Geschichte unaufmerksam vorbei, derweil andere, die an sich abseits und jensei]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p align="justify"><a href="http://kamenin.wordpress.com/files/2008/02/invalidenfriedhof-04.jpg" title="Vollständiges Bild"><img src="http://kamenin.wordpress.com/files/2008/02/invalidenfriedhof-04_vs.jpg" alt="invalidenfriedhof-04_vs.jpg" align="right" border="3" hspace="5" vspace="3" /></a>An manchen Orten geht Geschichte unaufmerksam vorbei, derweil andere, die an sich abseits und jenseits des Geschehens gelegen sind, durch sie geprägt werden. Auch wenn der Berliner Invalidenfriedhof sicher nie Angelpunkt deutscher Geschichte war, so kann man an dem schon sehr überschaubaren Gelände einen guten Teil der Staatsgeschichte der letzten 250 Jahre ablesen. Angelegt als Begräbnisstätte des Berliner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Invalidenhaus">Invalidenhauses</a>, in dem Friedrich II. die Kriegsschwerverletzten seiner Schlesien-Feldzüge unterbringen ließ, entwickelte er sich über die Jahrhunderte und die immer neuen Kriege zu einer der profiliertesten Begräbnisstätten für hohe Militärs, wenn auch mit der Zeit in der Nachbarschaft sich ansiedelnde Berliner ebenfalls dort bestattet wurden. Nach den Friderizianischen Kriegen kamen die Napoleonischen, auch gerne als Befreiungskriege bezeichnet, irgendwann die Wilhelminischen &#8220;Einigungskriege&#8221; und schließlich die Weltkriege; war das Begräbnis auf dem Invalidenfriedhof zuerst denen vorbehalten, die in irgendeiner Verbindung zum Haus standen, wurden er mehr und mehr als Heldenfriedhof verstanden &#8212; und da der Heldenstatus in Deutschland allgemein beim General aufwärts begann, fanden sich dort zumeist prominente wie ranghohe Militärs neben einzeln ausgesuchten besonders Ausgezeichneten.</p>
<div align="justify"></div>
<p align="justify">Aber das eigentlich bemerkenswerte am Invalidenfriedhof sind nicht die Gräber, die heute noch stehen, und das obwohl sie noch nach vergleichsweise prächtiger Friedhofsarchitektur angelegt sind, wie man sie vielleicht am ehesten von alten Pariser Friedhöfen kennt. Die Leerstellen und planierten Rasenflächen erzählen ihre eigene Geschichte des deutschen 20. Jahrhunderts. Hatten die Nationalsozialisten, stets bemüht, sich in die vermeintlich glorreiche Tradition Preußens und des Kaiserreichs zu stellen, noch während des Zweiten Weltkriegs ihre eigenen Heldenbegräbnisse abgehalten, war der Friedhof 1945 erst kurz umkämpft, wovon heute noch einzelne Beschädigungen an Grabsteinen zeugen; und danach begann die Entnazifizierung des Begräbnisfeldes, auch mit dem Ziel, keine nationalsozialistische oder militaristische Pilgerstätte entstehen zu lassen. Heute lässt sich kaum noch nachvollziehen, ob in der direkten Nachkriegszeit bereits damit begonnen wurde, die sichtbaren Aufbauten der NS-Gräber zu beseitigen, und wie sehr die frühe DDR, auf deren Gebiet der Friedhof lag, weiter dazu beitrug &#8212; denn die direkte Lage am Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal, der zugleich die Zonengrenze darstellte, bedingte ab 1961, dass auch der Friedhof in die Grenzbefestigungen der Deutschen Demokratischen Republik einbezogen wurde. Die militärische Ruhestätte wurde so selber noch mal zum Schauplatz des Kalten Krieges, von Fluchtversuchen, Erschießungen und Feuergefechten. Schließlich stand die Mauer auch hier. Der planierte, somit gut einseh- wie einschießbare Todesstreifen zog sich über den Friedhof, und bis 1989 war Ruhe auf dem weitgehend zerstörten Gelände. Die letzte Bestattung hatte es 1962 gegeben. Den letzten Toten 1966: einen geistig verwirrten West-Berliner, der in den zur DDR gehörenden Kanal geschwommen war und auf dem Weg zurück von Grenzwachen erschossen wurde.</p>
<p align="justify">&#160;</p>
<div style="text-align:center;"><a href="http://kamenin.wordpress.com/files/2008/02/invalidenfriedhof-02.jpg" title="zum vollständigen Bild"><img src="http://kamenin.wordpress.com/files/2008/02/invalidenfriedhof-02_vs.jpg" alt="invalidenfriedhof-02_vs.jpg" /></a></div>
<div align="justify"></div>
<p align="justify">Heute steht nur noch ein kleiner Teil der eigentlichen Gräberanlagen, die aber zunehmend restauriert werden. An den Stellen alter Gräben finden sich zum Teil neue Erinnerungssteine. Ein Abschnitt der Mauer ist ebenfalls erhalten worden mit Mahnmalen und Dokumentationen über die an dieser Stelle ermordeten Mauertoten. Und in den noch existierenden Abschnitten des alten Invalidenhauses ist heute ein Teil des Bundesministeriums für Wirtschaft untergebracht. Denn was einst ein gutes Stück außerhalb Berlins gelegen war, ist heute fast zentral, unweit der Charité &#8212; man wird als Tourist kaum zufällig daran vorbeikommen, dazu gibt es zuwenig in der Nähe, das sich dem Besucher aufdrängt. Aber einen Abstecher ist es wert. Es gibt vermutlich wenige Plätze, in denen Jahrhunderte so offensichtlich ihre Spuren an einem einzelnen Platz hinterlassen haben.</p>
<p align="justify">&#160;</p>
<div align="justify"></div>
<p align="justify">Der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Invalidenfriedhof">Wikipedia-Artikel</a> zum Invalidenfriedhof in Berlin ist sehr detailreich und lesenswert. Dort wird auch erklärt und gezeigt, welche Gräber welcher Periode erhalten sind. Das <a href="http://kamenin.wordpress.com/files/2008/02/invalidenfriedhof-04.jpg">Bild oben</a> zeigt einen Eindruck des älteren und am wenigsten beschädigten Friedhofteils mit den teilweise restaurierten Prachtgräbern. Ein Großteil des Friedhofs sieht dagegen heute wie auf dem <a href="http://kamenin.wordpress.com/files/2008/02/invalidenfriedhof-02.jpg">mittleren Bild</a> aus; hier sieht man auch den übriggebliebenen Mauerabschnitt. Davor befinden sich die zwei erhaltenen bzw. wiederhergestellten Gräber aus der NS-Zeit, beide von namhaften Jagdfliegern: Ernst Udet, der den 1. Weltkrieg als überlebender Pilot mit den meisten Abschüssen beendet hatte und sich 1941 selbst erschoss; und Werner Mölders, der im 2. Weltkrieg zu kurzzeitigem Ruhm aufstieg und auf dem Flug zu Udets Beerdigung abstürzte.</p>
<div align="justify">  Empfohlen auch der bei Wikipedia gefundene <a href="http://www.berliner-mauer-dokumentationszentrum.de/de/rtf/2006_Totenportraits_Gesamt(125).pdf">Link [pdf]</a> mit einer Zusammenstellung von Kurzbiographien und Todesumständen von 125 Maueropfern.</div>
</div>]]></content:encoded>
</item>

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