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	<title>medienwissenschaft &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/medienwissenschaft/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "medienwissenschaft"</description>
	<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 06:16:03 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

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<title><![CDATA[Spezialisten mit medientechnischer Allgemeinbildung oder: "Gesamtzusammenhang wtf?"]]></title>
<link>http://bilderkunst.wordpress.com/2009/11/27/gesamtzusammenhangwtf/</link>
<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 10:46:55 +0000</pubDate>
<dc:creator>C-Visual PhotoArt</dc:creator>
<guid>http://bilderkunst.wordpress.com/2009/11/27/gesamtzusammenhangwtf/</guid>
<description><![CDATA[Den Auslöser zu diesem Blogpost gab mir ein flüchtiges Gespräch mit einem Studenten der Medienwissen]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Den Auslöser zu diesem Blogpost gab mir ein flüchtiges Gespräch mit einem <strong>Studenten der Medienwissenschaften</strong> im Rahmen des ConventionCamp Hannover 2009 (der &#8220;(Un)-Konferenz zur Zukunft des Internet&#8221;). Der junge Mann gab an, aus seinem Studiengang der Einzige zu sein, der sich zum CCH09 eingefunden hatte. Seine Studienkollegen würden sich nicht so für Internet und Social Media interessieren. Bei ihm wäre es genau umgekehrt, ihn ließen Videoproduktionen oder der Musiksektor komplett kalt, er wolle sich nur auf den Social Networking-Bereich spezialisieren. Bei dieser Aussage stellten sich mir die Nackenhärchen auf.</p>
<p>Da ich selber zu einem nicht geringen Anteil meinen Lebensunterhalt mit Aufträgen aus dem Bereich der audiovisuellen Medien beziehe, kann ich Eines mit Sicherheit sagen: <strong>Kunden wollen Full-Service</strong>, und zwar in allen Bereichen. Dies gilt nicht nur für große Unternehmen, sondern auch für kleine Organisationen, Firmen und Künstler. Versucht doch einmal, einer Band ein Musikvideo zu verkaufen oder ein Artwork. Wenn ihr hierbei als Verkaufsargument nicht gleichzeitig die Verbreitung via Internet oder die Platzierung auf CD-Beilagen bei Zeitschriften glaubhaft darlegen könnt, wird sich die Band in der Regel schwer tun, euch als Experten in diesem Sektor zu akzeptieren. Der Auftrag geht wahrscheinlich an euch vorbei.</p>
<p>Erklärt ihr einem Unternehmen, wie euer neuestes Social Media Tool fnktioniert, werden sich die Verantwortlichen kaum dafür interesieren &#8211; <strong>bis ihr euer Tool in den Kontext ihrer laufenden Weerbestrategie und ihrer Zielgruppe integriert.</strong> Eine <strong>umfassende medientechnische Allgemeinbildung</strong> ist somit unabdingbar, damit ihr der Konkurrenz eine Nasenlänge voraus sein könnt.<br />
Dies gilt nicht unbedingt, wenn ihr in einer großen Agentur einer speziellen Abteilung angegliedert seid, dann erledigen in der Regel andere den Job, Zusammenhänge herzustellen und gesamtheitliche Konzepte zu vrkaufen. Aber in dem Moment, wo ihr als Freelancer oder in einem sehr keinen Unternehmen versucht, spezielle Dienstleistungen oder Tools zu verkaufen, sind der Blick über den Tellerrand und die Fähigkeit, <strong>Zusammenhänge zu erkennen und argumentativ für den Verkauf der eigenen Produkte oder Dienstleistungen zu nutzen</strong>, unabdingbar.</p>
<p>Spezialisten sind gefragt, mit Sicherheit. Aber besonders im Medienbereich, wo mittlerweile nahezu <strong>jede Kampagne kanalübergreifend funktionieren</strong> soll, muss auch der Spezialist in der Lage sein, seine eigene Arbeit im Kontext anderer Medienaspekte zu betrachten. Also meine Lieben, auch wenn ihr noch so sehr in eurem Fachgebiet aufgeht, verschließt die Augen nicht vor der Realität des Geschäftslebens und <strong>beschäftigt euch zumindest mit den erweiterten Grundlagen anderer Mediengattungen</strong>. Eure zukünftigen Kunden werden es euch honorieren.</p>
<p>Herzlichst</p>
<p>Evangeline Cooper</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Basisdaten aus der Medienwelt]]></title>
<link>http://fobikom.wordpress.com/2009/11/19/basisdaten-aus-der-medienwelt/</link>
<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 07:00:15 +0000</pubDate>
<dc:creator>fobikom</dc:creator>
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<description><![CDATA[Gestern wies ich auf das Forum Kommunikationskultur hin, ausgerichtet von der Gesellschaft für Medie]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Gestern wies ich auf das Forum Kommunikationskultur hin, ausgerichtet von der Gesellschaft für Medie]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Fragen nach der kollektiven Trauer]]></title>
<link>http://mediacultblog.wordpress.com/2009/11/17/fragen-nach-der-kollektiven-trauer/</link>
<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 07:21:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>mediadefaultswap</dc:creator>
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<description><![CDATA[3sat Kulturzeit im Gespräch mit dem Medienwissenschaftler Jochen Hörisch. http://www.3sat.de/mediath]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>3sat Kulturzeit im Gespräch mit dem Medienwissenschaftler Jochen Hörisch. <a href="//www.3sat.de/mediathek/?mode=play&#38;obj=15486">http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&#38;obj=15486</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Verzeihen Sie, dürfte ich mich bitte entschuldigen?]]></title>
<link>http://saliviabakerde.wordpress.com/2009/10/27/verzeihen-sie-durfte-ich-mich-bitte-entschuldigen/</link>
<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 22:56:54 +0000</pubDate>
<dc:creator>Salivia Baker</dc:creator>
<guid>http://saliviabakerde.wordpress.com/2009/10/27/verzeihen-sie-durfte-ich-mich-bitte-entschuldigen/</guid>
<description><![CDATA[Ich bin dem Buch &#8220;Das grosse Anime Lösungsbuch&#8221; von Martin Clauß und Maho Watanabe-Clauß]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ich bin dem Buch &#8220;Das grosse Anime Lösungsbuch&#8221; von Martin Clauß und Maho Watanabe-Clauß zu großem Dank verpflichtet. Dank dieses Buches habe ich einen Zugang zur japanischen Sprache und Kultur gefunden. Ich empfinde es als sehr hilfreich und es macht auch viel Spaß es zu lesen, weil es sehr angenehm (und witzig) geschrieben ist.<br />
Soviel zur Vorrede. Ich möchte im Folgenden etwas aus dem Buch zitieren, was mich bis heute beschäftigt. Am Ende schreibe ich meinen Kommentar dazu, hier der Auszug (S.40 &#8211; 42):<!--more--></p>
<blockquote><p>&#8220;Japaner entschuldigen sich gerne und häufig. Das ist kein stereotypes Vorurteil, sondern eine Tatsache, und dafür gibt es Gründe. In Japan steht nicht das Individuum im Vordergrund, sondern die Gruppe. jeder, der Mangas und Animes kennt, hat schon bemerkt: Auch dort treten selten faszinierende Einzelpersonen in den Mittelpunk der Geschichte (wie es bei amerikanischen Comics und Filmen eher der Fall ist) &#8211; viel interessanter findet man es in Japan, sich mit dem Innenleben von Gruppen zu beschäftigen. es macht wesentlich mehr Spaß, das Verhältnis zwischen Personen zu beobachten, mitzuverfolgen, wie sich Streitigkeiten und Missverständnisse entwickeln und wieder auflösen, als einem muskelbepackten Superhelden dabei zuzusehen, wie er die Erde rettet. Was das mit der Liebe der Japaner zu Entschuldigen zu tun hat? ganz einfach:</p>
<p>Solange ICH als Einzelperson wichtiger bin als die Gruppe, muss ich mir zweimal überlegen, ob ich mich entschuldige. Mit der Bitte um Verzeihung nehme ich eine Schuld auf mich und stufe mich damit gegenüber den anderen herunter, die keine Schuld auf sich geladen haben und nicht um Verzeihung zu bitten brauchen. Ich <em>ent</em>-schuldige mich zwar, brandmarke mich damit aber als den Menschen, der einen Fehler gemacht hat. Deshalb ist es in unserer individualistisch ausgerichteten Gesellschaften nicht einfach, &#8220;sorry&#8221; zu sagen. Eine kleine Insider-Info: Japaner hassen Menschen, die sich nicht entschuldigen, und wenn diese friedliebende Menschen in Deutschland irgendetwas auf die Palme bringt, dann dass sich in manchen deutschen Firmen plötzlich niemand mehr zuständig fühlt, wenn ein Fehler passiert ist.</p>
<p>In Gesellschaften, die auf die Gruppe ausgerichtet sind, heißt &#8220;Entschuldigung&#8221; nicht &#8220;Ich bin der Kerl, der den Fehler gemacht hat &#8211; vierteilt mich&#8221;, sondern &#8220;Ich nehme die Schuld auf mich, damit die Gruppe weiter funktionieren kann und sich nicht mit Streitereien aufhalten muss&#8221;. Ein europäischer oder amerikanischer Held läuft Gefahr, seinen Heldenstatus zu verlieren, sobald er seine Schuld zugibt &#8211; ein japanischer Held beweist dadurch gerade seine Heldenhaftigkeit. Deshalb sind oft die schönsten und ergreifendste Szenen in den Animes jene, in denen die Personen sich entschuldigen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich lasse die Erklärungen für die Verschiedenen Sachen für &#8220;Entschuldigung&#8221; mal außen vor (kann sie bei Wunsch aber noch einfügen)<br />
Noch ein kleines Stück darüber was japanisches Gruppendenken ist. (S. 42-43)</p>
<blockquote><p>&#8220;[...]Wann ist eine Verabschiedung im japanischen Sinne taktlos? Nun, immer dann, wenn es eine einseitige Sache ist. Ein Telefongespräch beispielsweise endet nicht auf natürliche Weise (außer der Akku gibt den Geist auf), sondern dadurch, dass einer der beiden Gesprächspartner das Gespräch beendet. Diese Person sagt <strong>shitsurei shimasu</strong> und entschuldigt sich damit bei der anderen, während diese mit <strong>sayônara</strong> oder einer anderen Abschiedsformel antwortet. Oder stellen wir uns eine Party vor, bei der ein Teilnehmer früher geht. Vor dem Hintergrund des japanischen Gruppendenkens ist es eine Störung, anstatt &#8220;Tschüss, ich kratz jetzt die Kurve&#8221; zu sagen.</p>
<p>Umgekehrt hört man <strong>shitsurei shimasu</strong> auch von Leute, die eine Wohnung betreten. Wer in die vier Wände anderer eindringt, stört damit eine bestehende Gruppe (und möge sie nur aus einem ungewaschenen Kerl und seiner Spielkonsole bestehen) und hat sich dafür zu entschuldigen. Solche Floskeln sind nicht nur etwas für steife Staatsempfänge und wohltemperierte Cocktailpartys, sondern haben auch im Alltag unter guten Freunden ihren festen Platz.</p>
<p>In seltenen Fällen hört man <strong>shitsurei</strong> auch in der gegenteiligen Bedeutung, nicht als <em>Ent-</em>, sondern als <em>Be</em>schuldigung. Wirft der Junge einen etwas zu langen Blick in den Ausschnitt des Mädchens, so ruft dieses: Shitsurei! &#8211; &#8220;Unverschämtheit!&#8221; Bitte? Nein, sie entschuldigt sich nicht dafür, dass sie die Einheit der Gruppe durch ihre aparten weiblichen Reizen gestört hat &#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich finde es sehr schön, wie man durch wie man ein Wort benutzt (oder Wortgruppen) sehen kann, wie eine Gesellschaft sich zueinander verhält und was sie für eine Auffassung hat. Und wie sich das ganze dann durch andere Medien zieht. Hier wäre ja das Anfangsmedium (indem man seine Untersuchung begonnen hat) die Sprache. Um noch genauer zu sein die gesprochen japanische Sprache in der jetzigen Zeit. Das Zielmedium wäre dann der Anime, der zwar auch das Anfangsmedium beinhaltet, aber nur insofern es der Geschichte dienlich ist (in historischen Animes wäre die Zeitkomponente wieder eine andere und man müsste diese bei engerer Untersuchung weitere Beachtung schenken). Die Handlung, sowie die Bilder stammt zumeist aus Mangas, die die geschriebene Sprach beinhalten, wobei diese versucht die gesprochene zu imitieren. Der Punkt ist aber, das die Sprache Ausdruck einer Haltung er Gesellschaft ist, und diese Haltung äußert sich natürlich auch durch die Handlungen der Einzelpersonen oder Rituale. das wäre aber eine andere Wissenschaft. Die Medienwissenschaft beschäftigt sich, wie der Name schon sagt, mit Medien oder an gewissen Stellen auch mit einem einzelnen Medium um wie alle Sozialwissenschaften die menschliche Gesellschaft zu erklären. Für mich ist die Wechselwirkung, wie hier (s.o.) zu sehen ist, zwischen Medium und Gesellschaft sehr faszinieren. Medien bedingen Menschen/Gesellschaften bedingen Medien. </p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Definition von Pop]]></title>
<link>http://saliviabakerde.wordpress.com/2009/08/17/definition-von-pop/</link>
<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 22:12:08 +0000</pubDate>
<dc:creator>Salivia Baker</dc:creator>
<guid>http://saliviabakerde.wordpress.com/2009/08/17/definition-von-pop/</guid>
<description><![CDATA[Habt ihr schon einmal versucht Pop in einem Satz zu formulieren? Ich spreche nicht von Pop-Musik son]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Habt ihr schon einmal versucht Pop in einem Satz zu formulieren? Ich spreche nicht von Pop-Musik sondern von der Popkultur im allgemeinen inklusive allem was &#8220;pop&#8221; sein kann. Musik, Filme, Dinge, Kleidung, Ansichten etc. Pop umfasst so viel und kann soviel bedeuten, dass eine alleinige Rückbesinnung auf den Wortursprung &#8220;populär&#8221; bei weitem nicht ausreichend ist. Ich habe versucht meine eigene Definition zu formulieren.</p>
<blockquote><p>&#8220;Pop ist eine (gemeinsam) (künstlich) geschaffene Ebene, auf der Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen und &#8211; ebenen eine allgemeine (emotionale) (momentane) gesellschftliche Situation widerspiegeln können.&#8221;</p></blockquote>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[La Rabbia - Der Zorn]]></title>
<link>http://dvdbiblog.wordpress.com/2009/07/21/la-rabbia-der-zorn/</link>
<pubDate>Tue, 21 Jul 2009 14:26:36 +0000</pubDate>
<dc:creator>dvdbiblog</dc:creator>
<guid>http://dvdbiblog.wordpress.com/2009/07/21/la-rabbia-der-zorn/</guid>
<description><![CDATA[Ein seltener Film von Pier Paolo Pasolini ist in Italien nun endlich auf DVD mit englischen Untertit]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://www.rarovideo.com/schedaTitolo.aspx?id=1950&#38;ProductID=RVD40171"><img class="alignleft" style="margin-left:10px;margin-right:10px;" src="http://www.rarovideo.com/mrmreport/%5CArticoli%5CRaro%20Video%5Cmini%5CRVD40171.jpg" alt="" width="100" height="141" /></a><a href="http://www.rarovideo.com/schedaTitolo.aspx?id=6336&#38;ProductID=RVD40189"><img class="alignleft" style="margin-left:10px;margin-right:10px;" src="http://www.rarovideo.com/mrmreport/%5CArticoli%5CRaro%20Video%5Cmini%5CRVD40189.jpg" alt="" width="100" height="141" /></a>Ein seltener Film von Pier Paolo Pasolini ist in Italien nun endlich auf <a href="http://www.rarovideo.com/schedaTitolo.aspx?id=1950&#38;ProductID=RVD40171"><strong>DVD </strong></a>mit englischen Untertiteln zugänglich. <a href="http://www.kabeleins.de/film_dvd/filmlexikon/ergebnisse/index.php?filmnr=61616"><strong>&#8220;La Rabbia&#8221;</strong></a> war bisher nur bei <a href="http://dvd.mk2.com/fr/produit_44_mk2_44528_acheter_DVD_La_Rage_en_stock.php">MK2</a> (&#8220;La rage&#8221;, italienisch mit franz. Untertiteln) oder früher als VHS in Argentinien bei <a href="http://www.satlink.com/usuarios/cinema/blak/blak.htm">Blakman</a> (italienisch mit span. Untertiteln) erhältlich.</p>
<p>&#8220;Mein Ehrgeiz war die Erfindung eines neuen Genres: ein Film als ideologisch-poetischer Essay&#8230;&#8221; , das war die erklärte Absicht Pasolinis mit diesem Werk:</p>
<blockquote><p>&#8220;La Rabbia&#8221; nimmt nicht nur wegen des politischen Skandals von Pasolinis &#8220;Naivität&#8221;, welche die gesamte Linke gegen ihn aufbrachte, eine besondere Stellung in seinem Oeuvre ein.</p>
<p>Aus 90.000 Metern Wochenschaumaterial (&#8220;fürchterlich banal und völlig reaktionär&#8221;) hat er die Bilder seines fünfzigminuetigen Filmes ausgewählt. Diese Wochenschausequenzen, die am stärksten seinen Montagezugriff in jener Sequenz spüren lassen, die dem Tod Marilyn Monroes gewidmet sind (&#8220;das einzige, was es wert wäre, es zu erhalten&#8221;), ist ein teils pathetischer, teils elegischer Text des Lyrikers Pasolini unterlegt, der von Giorgio Bassani (Die Gärten der Finzi-Contini) und dem Maler Renato Guttuso gesprochen wird.</p>
<p>&#8220;Die Welt als Scherbenhaufen&#8221; (H. M. Enzensberger über Ästhetik und Politik der Wochenschau), welche Pasolini in &#8220;La Rabbia&#8221; mosaikartig aufschichtet, bietet die Erscheinung eines gärenden Bilderstroms von Flucht, Elend, Tortur, Mord und Tanz auf einem Vulkan. Es sind eruptive Protuberanzen eines komplexen Prozesses: der Hunger der Dritten Welt, ihr Kampf mit dem Kolonialismus, der Rassismus und Lynchjustiz, der Antikommunismus, den Pasolini später &#8220;Konsumismus&#8221; nennen wird. &#8221; (aus: Pier Paolo Pasolini, Hanser Reihe Film 12. <a href="http://www.werkleitz.de/events/biennale1996/pasolini.html">Werkleitz</a>)</p></blockquote>
<p>Bei &#8220;La Rabbia&#8221; kommt einem spontan ein ähnlich angelegter Film in den Sinn, ebenfalls auf Wochenschaumaterial basierend: <a href="http://www.kabeleins.de/film_dvd/filmlexikon/ergebnisse/index.php?filmnr=42401">&#8220;Der gewöhnliche Faschismus&#8221; </a>vom Michail Romm.</p>
<p>&#8220;La Rabbia&#8221; löste bei seiner Erstaufführung einen massiven Protest italienischer Schriftsteller und Intellektueller aus, darunter Alberto Moravia. Der Produzent Gastone Ferranti war mit den politisch-gesellschaftskritischen Aussagen Pasolinis unzufrieden gewesen und hatte den &#8220;Don Camillo und Peppone&#8221;-Autor Giovanni Guareschi einen zweiten Teil des Films anfügen lassen, dem faschistisches Gedankengut vorgeworfen wurde. Die zweiteilige Version des Films wurde daraufhin vom Produzenten selbst aus dem Verleih genommen (<a href="http://www.3sat.de/dynamic/sitegen/bin/sitegen.php?tab=2&#38;source=/film/woche/82854/index.html">nach 3Sat</a>).</p>
<p><a href="http://www.rarovideo.com/">Raro-Video</a> hat 2 DVDs herausgebracht, die restaurierte zweiteilige Fassung mit den beiden Filmen von Pasolini und Guareschi (1963) und eine Rekonstruktion des Films von Pasolini durch Giuseppe Bertolucci (2008):</p>
<blockquote><p><a href="http://www.rarovideo.com/schedaTitolo.aspx?id=1950&#38;ProductID=RVD40171"><strong>&#8220;La Rabbia&#8221;</strong></a>&#8220;</p>
<p>&#8220;La Rabbia&#8217; employs documentary footage (from the 1950&#8217;s) and accompanying commentary to attempt to answer the existential question: Why are our lives characterized by discontent, anguish, and fear? The film is in two completely separate parts, and the directors of these respective sections, left-wing Pier Paolo Pasolini and conservative Giovanni Guareschi, offer the viewer contrasting analyses of and prescriptions for modern society. &#8221; (Raro Video)</p></blockquote>
<blockquote><p><a href="http://www.rarovideo.com/schedaTitolo.aspx?id=6336&#38;ProductID=RVD40189"><strong>&#8220;La Rabbia di Pasolini&#8221;</strong><strong> </strong><strong> </strong></a><br />
<span>&#8220;The extended version of the original LA RABBIA of Pier Paolo Pasolini, with the touching reconstruction of unseen footage and critics originally created by The Poet and later cut in the version with Giovanni Guareschi theatrically released. &#8221; (Raro Video)</span></p>
<p><span>Pasolini hatte seinen Filmteil auf 53 Minuten gekürzt, um Platz für Guareschi zu schaffen. Ähnlich wie  man die originale Partitur der Filmmusik für die Rekonstruktion von Stummfilmen heranzieht, hat Bertolucci hier den ursprünglichen Kommentar von Pasolini, der schriftlich vorliegt,  als Grundlage seiner Rekonstruktion genommen. Die neue Fassung ist 83 Minuten lang und besteht aus vier Teilen: Einer Einführung Bertoluccis (2 Min.), einer neuen Montage von Wochenschaumaterial passend zu Pasolinis Text (16 Min.), der restaurierten Version von 1963 (53 Min.), und einem Anhang mit dem Titel &#8220;L&#8217; aria del tempo&#8221; (12 Min.).</span></p>
<p><span>Informationen:</span></p>
<ul>
<li><span><a href="http://www.cinemafrica.org/spip.php?article678">La rabbia di Pasolini di Pier Paolo Pasolini &#8211; Un Angry Young Man senza tempo</a></span></li>
</ul>
<ul>
<li><span><a href="http://www.imdb.com/title/tt1289430/usercomments">IMDb: La rabbia di Pasolini</a></span></li>
</ul>
<ul>
<li><span><a href="http://www.wuz.it/articolo/2498/rabbia-pasolini-bertolucci.html">La rabbia di Pier Paolo Pasolini nella ricostruzione di Giuseppe Bertolucci</a></span></li>
</ul>
<ul>
<li><span class="wuzSommario"> </span><a href="http://www.wuz.it/articolo/2501/rabbia-bertolucci-dicarlo.html">Le parole di Giuseppe Bertolucci e di Carlo Di Carlo su &#8220;La rabbia&#8221;</a></li>
</ul>
<ul>
<li><a href="http://www.pasolini.net/cinema_rabbia.htm">La Rabbia</a> (pasolini.net)</li>
</ul>
<ul>
<li><a href="http://www.pasolini.net/cinema_rabbia_puntodivistaCineteca.htm">Polemiche su &#8220;La rabbia di Pasolini&#8221;. Il punto di vista della Cineteca. </a></li>
</ul>
<ul>
<li><a href="http://www.pasolini.net/cinema_rabbiaPasolini_estero.htm">Pasolini oltre frontiera con &#8220;La rabbia&#8221; grazie a un libro e a un Dvd </a></li>
</ul>
</blockquote>
<p>Die beiden DVDs von Raro Video, <a href="http://www.rarovideo.com/schedaTitolo.aspx?id=1950&#38;ProductID=RVD40171"><strong>&#8220;La Rabbia&#8221;</strong></a>&#8221; und   <a href="http://www.rarovideo.com/schedaTitolo.aspx?id=6336&#38;ProductID=RVD40189"><strong>&#8220;La Rabbia di Pasolini&#8221;</strong><strong> </strong></a> <a href="http://www.ibs.it/code/9788807740343/de-seta-vittorio/mondo-perduto-cortometraggi.html"><strong></strong></a>sind auf dem letzten Festival <a href="http://www.cinetecadibologna.it/evp_cinemaritrovato2009/programmazione/app_1050/from_2009-07-03/h_1130">Il Cinema Ritrovato</a> in Bologna in der Sektion “Best Rediscovery of Forgotten Films” ausgezeichnet worden:</p>
<blockquote><p>“These two DVDs shed light on a film that had been sentenced to silence by ideological divisions and by doing so have brought a Pasolini project to life, when it would have otherwise remained on paper forever. ” (<a href="http://74.125.77.132/search?q=cache:MWB-FjqdxfwJ:www.cinetecadibologna.it/files/stampa/luglio_2009/dvd_awards_eng.doc+Il+Cinema+Ritrovato+DVD+Awards+2009&#38;cd=2&#38;hl=en&#38;ct=clnk&#38;client=firefox-a">Il Cinema Ritrovato DVD Awards 2009</a>)</p></blockquote>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Israel und die besetzten Gebiete auf DVD]]></title>
<link>http://dvdbiblog.wordpress.com/2009/07/20/israel-und-die-besetzten-gebiete-auf-dvd/</link>
<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 12:31:32 +0000</pubDate>
<dc:creator>dvdbiblog</dc:creator>
<guid>http://dvdbiblog.wordpress.com/2009/07/20/israel-und-die-besetzten-gebiete-auf-dvd/</guid>
<description><![CDATA[Die amerikanische Filmzeitschrift Cineaste hat in einem ausführlichen Artikel einige Dokumentarfilme]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="alignnone" style="margin-top:10px;margin-bottom:10px;" src="http://www.mediaed.org/assets/products/117/dvd_jacket_117.jpg" alt="" width="92" height="135" /><img class="alignnone" style="margin:10px;" src="http://cinemaguild.com/mm5/graphics/00000001/fs_pale.jpg" alt="" width="100" height="133" /><img class="alignnone" style="margin:10px;" src="http://www.polarfilm.de/php/product_images/preview/1099414965_0_4028032071146.jpg" alt="" width="100" height="141" /><img class="alignnone" src="http://tbn0.google.com/images?q=tbn:EhYshOz6EOXDjM:http://www.wjff.org/media/2005/To25.jpg" alt="" width="145" height="125" /> <img class="alignnone" style="margin-right:10px;" src="http://www.a-zone.org/canpalfilmfest/images/objection.jpg" alt="" width="101" height="150" /><a href="http://www.icarusfilms.com/new2005/obj.html"><img class="alignnone" style="margin-left:10px;margin-right:10px;" src="http://www.reelrevolution.org/img26.jpg" alt="" width="148" height="101" /></a><img class="alignnone" style="margin-left:10px;margin-right:10px;" src="http://ep.yimg.com/ip/I/yhst-15612342222795_2058_11403901" alt="" width="100" height="116" /><img class="alignnone" style="margin-left:10px;margin-right:10px;" src="http://farm4.static.flickr.com/3131/3171525624_db359874ff.jpg" alt="" width="104" height="125" /></p>
<p>Die amerikanische Filmzeitschrift <a href="http://www.cineaste.com/"><strong>Cineaste</strong></a> hat in einem ausführlichen Artikel einige Dokumentarfilme auf DVD vorgestellt, die sich mit den psychischen und gesellschaftlichen Folgen beschäftigen, die Besetzung und Abriegelung palästinensischer Gebiete für deren Einwohner und die Israelis selbst haben. Rebecca Romani betont in ihren Aufsatz <strong>&#8220;The Hazards of Occupation: Documentaries by and about Palestinians and Israelis in the Occupied Territories&#8221;</strong> (Volltext im Web vorhanden), wie schwierig eine ausgewogene Darstellung bei diesem Thema ist:</p>
<blockquote><p>&#8221;   The Israeli-Palestinian conflict is a classic &#8220;hot-potato&#8221; issue, on which there are widely divergent, bitterly contested viewpoints, making nonfiction documentation of Israel&#8217;s occupation of the Gaza Strip and the West Bank an ideological minefield. Where do you go? Whom do you talk to, or against? Is it possible to achieve a &#8220;balanced&#8221; presentation? Can one provide enough historical, social, and political context to make the key issues comprehensible for the average viewer?</p>
<p>Occupation, to paraphrase Portia from Shakespeare&#8217;s Merchant of Venice, is twice cursed. It curses those who enforce it as well as those under occupation. In the last forty-two years, it would seem no occupation has been more cursed than Israel&#8217;s venture in the Gaza Strip and the West Bank. It is an occupation that has involved not only Israeli society in the form of military service, but also Western societies, namely the U.S. through economic and military aid. In addition, the occupation has so divided parts of Israeli society itself as to rip it asunder.</p>
<p>Most tragically, it has driven the Palestinian population to its knees and reduced them to statistics, if not invisibility, in terms of U.S. media coverage. (<a href="http://www.cineaste.com/">Rebecca Romani in Cineaste</a>)</p></blockquote>
<p>Die Filme geben einen sinnlichen Eindruck von den individuellen Schicksalen, wie sie in der laufenden Berichterstattung nur selten vorkommen &#8211; am eindrücklichsten vielleicht in <a href="http://www.icarusfilms.com/new2009/yf.html">&#8220;Young Freud in Gaza&#8221; </a>über einen der wenigen Psychologen, die im Gaza-Streifen arbeiten (vgl. dazu auch das Interview mit dem palästinensischen Psychoanalytiker Gehad Mazarweh im gestrigen Tagesspiegel &#8211; <a href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Sonntag-Sonntag-Palaestina-Nahost-Psychoanalyse;art2566,2850304">&#8220;Ich bin ein Mann mit einem Mutterherzen“</a>).</p>
<p>Die Filme im einzelnen:</p>
<p>- <a href="http://www.mediaed.org/cgi-bin/commerce.cgi?preadd=action&#38;key=117"><strong>Peace, Propaganda &#38; the Promised Land &#8211; U.S. Media &#38; the Israeli-Palestinian Conflict</strong></a></p>
<p>- <a href="http://cinemaguild.com/mm5/merchant.mvc?Screen=PROD&#38;Store_Code=TCGS&#38;Product_Code=2153&#38;Category_Code=MS2"><strong>Palestine Post 9/11</strong></a></p>
<p><strong>- <a href="http://www.polarfilm.de/php/shop/index.php?category_id=a&#38;id=250&#38;main=details">Checkpoint</a></strong></p>
<p><strong>- <a href="http://www.wmm.com/filmcatalog/pages/c719.shtml">To See If I&#8217; m Smiling  (Lir’ot Im Ani Mehayechet)</a></strong></p>
<p><strong>- <a href="http://www.icarusfilms.com/new2005/obj.html">On The Objection Front</a><br />
</strong></p>
<p>- <a href="http://www.twn.org/catalog/pages/cpage.aspx?rec=1181&#38;card=price"><strong>Refuseniks</strong></a></p>
<p><strong>- <a href="http://store.cinemalibrestore.com/palestineblues.html">Palestine Blues</a></strong></p>
<p><strong>- <a href="http://www.icarusfilms.com/new2009/yf.html">Young Freud in Gaza</a></strong></p>
<p><img class="alignleft" style="margin-left:10px;margin-right:10px;" src="http://www.secondrundvd.com/images/boxshots/medium/avenge.gif" alt="" width="100" height="144" />Zu ergänzen wäre noch einer der bedeutendsten Filme zu diesem Thema: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Avenge_But_One_of_My_Two_Eyes"><strong>&#8220;Avenge but one of my two eyes&#8221;</strong></a> (Nekam Achat Mishtey Eynay) von <a href="http://www.taz.de/nc/1/archiv/archiv-start/?ressort=ku&#38;dig=2006%2F05%2F04%2Fa0160&#38;cHash=4192927040">Avi Mograbi</a> (<a href="http://www.fdk-berlin.de/arsenal/programmtext-anzeige/archive/2007/02/article/759/212.html?cHash=5e61d535b5">arsenal</a>), der mit Mitteln der staatlichen israelischen Filmförderung finanziert wurde &#8211; auf <a href="http://www.secondrundvd.com/release_avenge.php"><strong>DVD</strong></a> bei Second Run in Großbritannien erschienen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Begleitstudiumsworkshop mit Vertretern der TU Ilmenau]]></title>
<link>http://sandrainthesky.wordpress.com/2009/07/11/begleitstudiumsworkshop-mit-vertretern-der-tu-ilmenau/</link>
<pubDate>Sat, 11 Jul 2009 06:05:06 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sandra Hofhues</dc:creator>
<guid>http://sandrainthesky.wordpress.com/2009/07/11/begleitstudiumsworkshop-mit-vertretern-der-tu-ilmenau/</guid>
<description><![CDATA[Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag waren Marcel Kirchner und einige seiner Studierenden in Augsb]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag waren <a href="http://www.xing.com/profile/marcel_kirchner" target="_blank">Marcel Kirchner</a> und einige seiner Studierenden in Augsburg zu Gast. Am ersten Tag stand das allgemeine Kennenlernen im Vordergrund; nach einem Input von Marcel zum <a href="http://www.tu-ilmenau.de/ifmk/" target="_blank">medienwisssenschaftlichen</a> Studium an der TU Ilmenau haben wir uns viel unterhalten und Augsburg angesehen. Leider war das Wetter ziemlich mies, sodass ich den Gang auf eine kurze Runde durch die Altstadt beschränken musste. Dafür blieb mehr Zeit für den <a href="http://www.koenigvonflandern.de/" target="_blank">König von Flandern</a> und das <a href="http://www.lamm-klub.net/" target="_blank">Lamm</a> <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Am zweiten Tag ging es dann darum, inwieweit das <a href="http://begleitstudium.imb-uni-augsburg.de/" target="_blank">Augsburger Begleitstudium</a> auf andere Studiengänge bzw. Hochschulen übertragbar ist. In Marcels Seminar wurden hierzu kleinere Studien angefertigt, die eins aufzeigten: Prinzipiell besteht Interesse an einer Übertragung auf andere Studiengänge (bei geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern etwas mehr als bei Ingenieurswissenschaften). Angepasst werden muss das co-curriculare Modell auf die spezifischen Bedürfnisse der Studierenden, aber auch an die Rahmenbedingungen der Universität. Dies schließt sowohl ein entsprechend eigenes &#8220;Wording&#8221; als auch die Passung zum vorherrschenden Curriculum ein.</p>
<p>Während letzteres jedem einleuchten mag, möchte ich kurz näher auf die Schwierigkeiten mit den Bezeichnungen vor allem mit den einzelnen Bausteinen des Begleitstudiums eingehen. Insbesondere der Baustein &#8220;Soziales&#8221; wurde nämlich aus ingenieurswissenschaftlicher wie auch aus betriebswirtschaftlicher Perspektive kritisch beäugt. Als Alternative wurde &#8220;Organisatorisches&#8221; vorgeschlagen &#8211; bei etwa gleichen Inhalten. Über die Begriffe und insbesondere die Passung zur Begriffswelt in den einzelnen Studiengängen haben wir dann lange gesprochen; immerhin erscheint <em>uns</em> Organisatorisches ganz was anderes als Soziales. In weiteren Vorschlägen wurde das Begleitstudium gänzlich umbenannt; der soziale Baustein wurde in starker Abwandlung (etwa bei Sylvias Gruppe) zu &#8220;Marketing&#8221;. Auch das erzeugt &#8211; je nach Hochschule &#8211; sehr unterschiedliche Assoziationen und wäre in unserem Augsburger Kontext vermutlich schwer gebräuchlich. Eins zeigt sich aber: Während in Augsburg oftmals unklar ist, wie das wissenschaftliche Problemlösen in Ergänzung zum herkömmlichen Studium aussehen soll, bereitete in Ilmenau der soziale Baustein Kopfschmerzen. Und es zeigt sich auch, dass man die Begriffswelt an die Denkweise der Studierenden und nicht zwingend an die der Lehrenden anpassen sollte.</p>
<p>Gern hätte ich noch etwas darüber diskutiert, ob es jetzt tatsächlich zu einer Übernahme in Ilmenau kommt und wie man die Implementierung aus Lehrendensicht unterstützen kann. Leider musste ich zu einem Anschlusstermin und werde diese Fragen wohl eine Weile zurückhalten (müssen). Dies gilt ebenso für Fragen der Vermarktung: Auf den abschließenden Vortrag einer Vertreterin der Stuttgarter <a href="http://www.knowhow.de/" target="_blank">Know How! AG</a> musste ich ebenso verzichten.</p>
<p><em>Resümee: Am Ende des Tages muss man trotz oder eben wegen dieser vielen Diskussionen sagen: In Marcels Seminar sind fruchtbare Ergebnisse für ein Weiterdenken des Begleitstudiums herausgekommen.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wie steht es um die Pressefreiheit in Deutschland?]]></title>
<link>http://nokturnaltimes.wordpress.com/2009/07/05/wie-steht-es-um-die-pressefreiheit-in-deutschland/</link>
<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 13:14:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>Jazariel</dc:creator>
<guid>http://nokturnaltimes.wordpress.com/2009/07/05/wie-steht-es-um-die-pressefreiheit-in-deutschland/</guid>
<description><![CDATA[1. Wie praxistauglich ist die Europäische Charta der Pressefreiheit? &#8211; Interview mit Journalis]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="alignnone" src="http://static.flickr.com/40/84504259_b0a1c7040a.jpg" alt="" width="443" height="278" /></p>
<p>1. Wie praxistauglich ist die Europäische Charta der Pressefreiheit? &#8211; Interview mit Journalist Timo Rieg (<a title="Spiegelkritik" href="http://spiegelkritik.de" target="_blank">spiegelkritik.de</a>)</p>
<p>2. Nichtkommerzielle Medien in Österreich anerkannt &#8211; Interview mit Helmut Peissl, Verband Freier Radios Österreich</p>
<p>3. Was sind &#8220;Medien&#8221;? &#8211; Interview mit Nadia Bellardi (Radio LORA Zürich, CMFE) zur &#8220;New Notion of Media?&#8221; Konferenz des Europarates in Reykjavik</p>
<table style="height:29px;" border="0" cellspacing="1" cellpadding="1" width="118">
<tbody>
<tr>
<td width="391"></td>
<td width="89"><strong><a href="http://medienmagazin.podspot.de/files/72-recherche-mai-2009.mp3">Download</a></strong></td>
<td width="71"><strong><a href="http://www.freie-radios.net/portal/streaming.php?id=28248">Anhören</a></strong></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><strong>Länge:</strong> 51:50 Minuten</p>
<p>(Quelle: <a title="Freie-Radios.net: Pressefreiheit" href="http://www.freie-radios.net/portal/include/select_lang.php?doc=/portal/content.php?id=28248&#38;lang=de" target="_blank">Freie-Radios.net</a> &#124; <a title="Medienmagazin" href="http://www.medienmagazin.net/" target="_blank">Medienmagazine</a>)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Manipulation - Politiker und Prominente schönen ihre Interviews]]></title>
<link>http://nokturnaltimes.wordpress.com/2009/07/02/manipulation-politiker-und-prominente-schonen-ihre-interviews/</link>
<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 11:37:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>Jazariel</dc:creator>
<guid>http://nokturnaltimes.wordpress.com/2009/07/02/manipulation-politiker-und-prominente-schonen-ihre-interviews/</guid>
<description><![CDATA[Quizfrage: Was haben Heike Makatsch und Hannah Herzsprung gemeinsam, außer dass sie jung, talentiert]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/Q-OK0QS3fw0&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/Q-OK0QS3fw0&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p>Quizfrage: Was haben Heike Makatsch und Hannah Herzsprung gemeinsam, außer dass sie jung, talentiert und erfolgreich sind? Sie stutzen Interviews. Entschärfte Aussagen, gestrichene Kommentare, geschönte Fotos – immer mehr Promis und Politiker wollen im Nachhinein etwas anderes gedruckt sehen, als sie ursprünglich gesagt haben. Und zensieren ihre eigenen Zitate.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Populärkultur als Bedeutungskomplex]]></title>
<link>http://mediacultblog.wordpress.com/2009/06/30/popularkultur-als-bedeutungskomplex/</link>
<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 08:47:06 +0000</pubDate>
<dc:creator>mediadefaultswap</dc:creator>
<guid>http://mediacultblog.wordpress.com/2009/06/30/popularkultur-als-bedeutungskomplex/</guid>
<description><![CDATA[Immer wenn wir in einem medienwissenschaftlichen Kontext über popkulturelle Bedeutungen einer Figur ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Immer wenn wir in einem medienwissenschaftlichen Kontext über popkulturelle Bedeutungen einer Figur nachdenken, dann wissen wir, dass eine Legende, wie es Michael Jackson zweifelsohne schon zu Lebzeiten war, immer eine Vielzahl an Bedeutungsmustern bei den Rezipient/innen, sowohl mit seiner Musik, als auch in der Deutung seines sicherlich ungewöhnlichen Lebens, anbietet. Während wir in den letzten Tagen erleben mussten, wie die offenen Texte seines recht kurzen Lebens, nach befriedigenden Antworten von Seiten der Medien suchten, zeigt sich darin einerseits deren relativ linear fokussierte Sicht, die aber nichts anderes ist, als der Versuch, deren und möglicherweise auch unsere Fragen zu begrenzen, um damit für uns aber gleichzeitig neue rezeptive Möglichkeiten der Denkvarianten zu eröffnen und zu liefern &#8211; quasi ein Kreislauf, der davon bestimmt scheint Antworten zu finden. Insofern werden wir, wie bei allen Legenden, mit unseren Fragen zurückbleiben, selbst wenn es uns gelingen mag, fragmentarische Lösungen zu finden.<!--more--></p>
<p>Das ist und bleibt das absolut faszinierende an der Beschäftigung mit Populärkultur. Denn gleichzeitig können wir die Fragmente neu zusammensetzen, neu bestimmen und ihren Einfluss in einen diskursiven Gesellschaftsmoment überführen. Michael Jackson, der Video- und Verwandlungskünstler hat nicht nur musikalisch geschafft zu überzeugen. Seine Geschichte war von einer so gewaltvollen Zeit bestimmt, die ihren Ausdruck in einer Vielzahl von sagen wir mal recht marottigen Momenten fand. Zentral &#8211; vielleicht? &#8211; auf jeden Fall aber reich an Bedeutungen (für ihn, wie für die Rezipient/innen), sein mögliches Peter Pan „Syndrom“. Der Mikrokosmos des ewigen Kindes, welches nie eines sein durfte und nie (wieder) eines werden konnte. Eine Tragik mit weitreichenden Folgen. Und doch eröffnete sie in der Rezeption des „King of Pop“, viele gemeinhin linear zu verstehende Diskurse, als wesentlich komplexere Texte, als sie grundsätzlich (medial) gedeutet werden. So zeigte Kathy Davis in ihrem großartigen Artikel „Surgical passing“, das bspw. Schönheitsoperationen nicht automatisch zu Schönheit führen müssen und damit auch nicht unbedingt als (einzige) Motivation herhalten können. Möglich ist auch die Abkehr von einer eindeutigen Geschlechtlichkeit, die Verwandlung in eine kindhafte Gestalt, die Abkehr vom Aussehen der Eltern, die Verwandlung in eine zombiehafte Gestalt oder die Sehnsucht nach einer anderen Pigmentierung aufgrund gesellschaftlicher Zwänge und/oder Ächtung. All diese Möglichkeiten bieten sich in der Deutung an und je nachdem, welche für uns wichtig zu sein scheint, diese können wir, wenn wir wollen, verstehen, auch völlig unabhängig davon, ob wir die dahinter liegende Geschichte kennen oder nicht. Eines gemein haben diese Motive jedoch, sie zeigen den immensen Druck den Menschen ausgesetzt sein können. Und so schließt sich der Kreis der Bedeutungsmuster insofern wieder, als dass eine Legende es eben „nur“ schafft, für den gewollten, gewünschten und noch im normalen Bereich befindlichen Diskurs – also bspw. für die „Schönheit“ (wie diese dann auch immer definiert sein mag) – eine Lanze zu brechen…<br />
Oder haben wir doch alle schon unser eigenes Sauerstoffzelt im eingebauten und nun umfunktionierten Panic-Room im Keller?</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Was ist ein Medium? Das, was verändert (verbessert, reformiert)]]></title>
<link>http://digiom.wordpress.com/2009/05/17/was-ist-ein-medium-das-was-verandert-verbessert-reformiert/</link>
<pubDate>Sun, 17 May 2009 16:56:41 +0000</pubDate>
<dc:creator>digiom</dc:creator>
<guid>http://digiom.wordpress.com/2009/05/17/was-ist-ein-medium-das-was-verandert-verbessert-reformiert/</guid>
<description><![CDATA[In Vorbereitung des Besuchs von Jay Bolter an &#8216;meinem&#8217; Institut (live auf USTREAM am 19.]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>In Vorbereitung des <a href="http://digiom.wordpress.com/2009/04/09/gibt-es-die-digitale-avantgarde-einladung-zum-vortrag-jay-d-bolter/">Besuchs von Jay Bolter</a> an &#8216;meinem&#8217; Institut (<a href="http://www.ustream.tv/channel/tfmvienna">live auf USTREAM</a> am 19.5. ab 19:30 Uhr, Hashtag #jdb) lese ich noch einmal <a href="http://mitpress.mit.edu/catalog/item/default.asp?ttype=2&#38;tid=3468">Remediation</a> quer, und stelle fest, dass es sich lohnt, die Bedeutung dieses Wortes noch einmal zu diskutieren. Bei einer adhoc Übersetzung ins Deutsche schließt man schnell auf (Neu-)Vermittlung, da ja &#8216;to mediate&#8217; drin steckt &#8211; im Fall leitet sich &#8216;remediation&#8217; jedoch von &#8216;remedy&#8217; (Mittel, Gegenmittel, Abhilfe) ab: </p>
<blockquote><p>re·me·di·a·tion : the act or process of remedying  [<a href="http://www.merriam-webster.com/dictionary/remediation">Merriam-Webster</a>]<br />
remedy·ing :  to provide or serve as a remedy for : relieve<br />
synonyms see correct [<a href="http://www.merriam-webster.com/dictionary/remedying">Merriam-Webster</a>]</p></blockquote>
<p>Nach dieser einführenden Klärung nun ein Auszug aus <em>Remediation</em> (Bolter/Grusin, 5th ed., 2002, S. 65), der klar vor Augen führt, dass sich Wesen und Funktionsweise eines Mediums im Medienvergleich nicht nur erschließt, sondern dass ein Neues Medium selbst nur durch die Beziehung zu anderen Medien entsteht (Fettsetzung stammt von mir):</p>
<p>&#8220;What is a medium?<br />
We offer this simply definition: a medium is that which remediates. It is that which appropriates the techniques, forms, and social significance of other media and attempts to rival or refashion them in the name of the real. A medium in our culture can never operate in isolation, because it must enter into relationships of respect and rivalry with other media. There may be or may have been cultures in which a single form of representation (perhaps painting or song) exists with little or no reference to other media. Such isolation does not seem possible for us today, when we cannot even recognize the representational power of a medium except with reference to other media. <strong>If someone were to invent a new device for visual representation, </strong>its inventors, users, and economic backers would inevitably try to position this device over against film, television, and the various forms of digital graphics. They would inevitably claim <strong>that it was better in some way at achieving the real or the authentic, and their claim would involve a redefinition of the real or authentic that favors the new device.</strong> Until they had done this, it would not be apparent that the device was a medium at all.&#8221;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Medientheorie: Wieso Twitter ein eiskaltes Medium ist]]></title>
<link>http://digiom.wordpress.com/2009/05/07/medientheorie-wieso-twitter-ein-eiskaltes-medium-ist/</link>
<pubDate>Thu, 07 May 2009 07:35:57 +0000</pubDate>
<dc:creator>digiom</dc:creator>
<guid>http://digiom.wordpress.com/2009/05/07/medientheorie-wieso-twitter-ein-eiskaltes-medium-ist/</guid>
<description><![CDATA[Twitter ist so praktisch: &#8216;Alles&#8217;, was man lesen muss, hat schon jemand eingescannt und ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Twitter ist so praktisch: &#8216;Alles&#8217;, was man lesen muss, hat schon jemand eingescannt und per Twitpic zugänglich gemacht &#8211; so etwa der gute <a href="http://twitter.com/rupprECHT">rupprECHT</a>, der einen Twitter-Artikel im Kurier mit einer Mini-Stelllungnahme meinerseits ins Web stellte. Und weil der Name <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marshall_McLuhan">McLuhan</a> dort nicht fällt, ich mir aber nicht sicher bin, ob die Begriffe <a href="http://www.oj.h-da.de/projekte/ws0102/kursbuch1/medientheorie/mcluhan/mcluhan_seite_fertig.htm#heiss">&#8216;heiß`und &#8216;kalt&#8217;</a> ohne das Wissen, dass sie vom Pionier der Theorie der elektronischen Medien stammen und was sich dieser dabei gedacht hat, nicht etwas obskur wirken, poste ich hier als Kontext die Notizen, die ich Jakob Steinschaden zugemailt hatte &#8211; quasi die extended version der Wortspende:</p>
<p><strong>Twitter aus der Sicht der Medientheorie</strong></p>
<p>Zunächst einmal: Twitter ist nicht einfach eine Webseite, sondern bietet als Social Web-Angebot erweiterte Möglichkeiten der sozialen Interaktion und Kommunikation, und der dadurch zugänglichen und regulierten Information. Mit diesen Möglichkeiten ist Twitter zu einer fixen Einrichtung im Social Web geworden &#8211; das Social Web definiere ich als ein Netzwerk von Usern, den Webseiten, auf denen sie Profile angelegt haben und den vielgestaltigen Inhalten und Interaktionen, die sie auf und zwischen diesen austauschen.</p>
<p>Im Unterschied zu sozialen Netzwerken wie StudiVZ oder Facebook sind die Möglichkeiten der sozialen Partizipation bei Twitter recht schlank modelliert. Auf den Netzwerkseiten kann man etwa &#8216;gruscheln&#8217; (wie es im StudiVZ-Sprech heißt), Nachrichten auf dem Profil hinterlassen, Bilderalben anlegen, digitale Blumengrüße schicken usw. &#8211; auf Twitter hat man lediglich ein Textfeld, in das man hineinschreiben soll, was man gerade macht, sowie unablässig eintrudelnde Antworten anderer (i.e. von denjenigen, denen man &#8216;folgt&#8217;) auf diese Frage.</p>
<p>Gerade in dieser Schlankheit, um nicht zu sagen Kargheit liegt aber auch der besondere Reiz von Twitter. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marshall_McLuhan">Marshall McLuhan</a>, der Pionier der Theorie elektronischer Medien, hat einmal <a href="http://www.oj.h-da.de/projekte/ws0102/kursbuch1/medientheorie/mcluhan/mcluhan_seite_fertig.htm#heiss">unterschieden zwischen den kalten Medien</a>, die unseren Sinnen nicht viel bieten und daher im Gegenzug eine hohe Investition von Aufmerksamkeit und Anteilnahme verlangen, wie z.B. das Telefon, und den heißen Medien wie z.B. dem Kinofilm, der dem Auge eine Fülle an Details bietet, uns ganz Auge werden lässt.</p>
<p>Twitter ist in diesem Sinne ein eiskaltes Medium, das eine extrem hohe Anteilnahme (&#8220;high involvement&#8221;) erfordert. Mit seinen 140 Zeichen pro Nachricht bietet es keine gehaltvolle ästhetische Dimension, es erfordert vielmehr Zeit und Experimentierbereitschaft, überhaupt herauszufinden, was der Nutzen dieser 140 Zeichen sein soll. Es ist also kein Wunder, dass 60% der Twitter-Neulinge die Seite <a href="http://www.briansolis.com/2009/04/twitter-acquisition-vs-retention.html">bereits nach einem Monat nicht mehr nutzen</a> &#8211; diejenigen, die dabei bleiben, nutzen es dagegen um so kreativer und dedizierter.<!--more--></p>
<p>Es ist sehr spannend zu beobachten, welches semantische Instrumentarium Twitter-User einsetzen, um den  Nutzen von Twitter zu erweitern: Zu den Mitteln die Twitter von Haus aus liefert gehört das @-Reply (dadurch wird aus einer einfachen Nachricht, einem sogenannten &#8216;Tweet&#8217;, eine öffentliche Antwort an einen spezifischen User), die Direct Message (eine private, nur dem Addressaten sichtbare Antwort), das &#8216;Favorite&#8217; (eine Art Lesezeichen, mit der man einzelne Tweets auszeichnen kann) sowie natürlich die Möglichkeit, Hyperlinks in die Nachrichten zu integrieren.  Darüber hinaus kommen sogenannte Hashtags zum Einsatz: Man fügt einem Wort eine Raute (#) vor, wodurch das Wort eindeutig von Suchmaschinen ausgewertet kann. So kann man dann etwa alle aktuellen Nachrichten zum Thema <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23swineflu">#swineflu heraus filtern</a>.</p>
<p>Die User gehen mit dieser technischen Möglichkeit jedoch weitaus kreativer um und verwenden Hashtags nicht nur als Suchkategorien, sondern oft auch wie kleine Kommentare auf das zuvor gesagte,  wie z.B. hier:</p>
<blockquote><p>wo gehören eier definitiv nicht hin? auf den fußboden. #tja<br />
<a href="http://twitter.com/mlleflaunders/statuses/1516597516">http://twitter.com/mlleflaunders/statuses/1516597516</a></p>
<p>Abverkaufsliste Atemschutzmasken April: 2007 &#8211; 1, 2008 &#8211; 2, 2009 &#8211; 5467 #wahnsinn<br />
<a href="http://twitter.com/Bappsack/statuses/1668182376">http://twitter.com/Bappsack/statuses/1668182376</a></p></blockquote>
<p>Was bei Personen, die den Nutzer von Twitter noch nicht herausgefunden haben, immer wieder auf Irritation stößt, ist die Frage des Gehalts der übermittelten Nachrichten. Twitter selbst leitet seine User mittels Interface dazu an, die Frage &#8220;Was machst du gerade?&#8221; (What are you doing) zu beantworten. Und die darauf möglichen Antworten wie:</p>
<blockquote><p>Wurstsemmel zu Mittag. Wie bei Komissar Rex <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /><br />
<a href="http://twitter.com/hanspeda/statuses/1515909207">http://twitter.com/hanspeda/statuses/1515909207</a></p>
<p>heute ist ein denkwürdiger Tag, denn ich fahre heute mal öffis<br />
<a href="http://twitter.com/geronimooo/statuses/1627003678">http://twitter.com/geronimooo/statuses/1627003678</a></p></blockquote>
<p>erscheinen nun den wenigsten Betrachtern von außen wirklich relevant. Tatsächlich liegt in diesen Alltagsinformationen aber der Schlüssel zum Erfolg von Twitter: Verfolgt man die alltäglichen kleinen Erlebnisse oder Einfälle eines Menschen über einen längeren Zeitraum, so erfährt man sehr viel über dessen Persönlichkeit und Interessen. Trifft man diese Person dann erstmals im sogenannten &#8216;wirklichen Leben&#8217;, ist es sehr viel einfacher miteinander ins Gespräch zu kommen, oder &#8211; systemtheoretisch ausgedrückt &#8211; eine Anschlusskommunikation wird wahrscheinlicher. &#8216;Tweetup&#8217; ist übrigens im User-Jargon die Bezeichnung für ein Treffen von Twitterern (hier sind Bilder von einem <a href="http://blog.datenschmutz.net/nggallery/post/tweet-up-janas-5555stes-twitter-update">Wiener Tweetup</a>), aber auch auf <a href="http://online.wsj.com/article/SB124000817787330413.html">Konferenzen nutzen Twitterer den Dienst</a>, um miteinander zu koordinieren, welche Panels sie besuchen, oder wo sie zu Abend essen werden.</p>
<p>Mit Blick auf Serialität und Zugänglichkeitz von sozialer Information ist Twitter übrigens Fernsehserien ähnlich: Die sogenannte parasoziale Bindung, die manche Zuschauer zu einer TV-Serienfigur aufbauen, beruht ebenfalls auf Serialität und den Einblicken in die &#8216;Persönlichkeit&#8217;, d.h. in die dargestellten Handlungsmotive der Figur, die gewonnen werden können. Wer weiß, ob sich hinter Ashton Kutchers Twitter-Profil wirklich _der_ Ashton Kutcher verbirgt? Niemand, und es spielt für die Funktionalität dieser im Web dargestellten Persönlichkeit auch keine Rolle &#8211; immerhin hat <a href="http://twitter.com/aplusk">http://twitter.com/aplusk</a> schon 1,5 Millionen &#8220;Follower&#8221;, d.h. 1,5 Millionen Twitter-User haben die Nachrichten dieses Profils abonniert.</p>
<p>Ein Großteil der Kommunikation auf Twitter entspricht also dem, was der Sozialanthropologe Bronislaw Malinowski die &#8216;phatische Funktion&#8217; der Kommunikation genannt hat: Es ist weniger relevant, was kommuniziert als dass überhaupt kommuniziert wird, dass das Fortbestehen des Kommunikationskanals thematisiert wird. Das Reden über das Wetter ist etwa ein Beispiel für phatische Kommunikation, oder die <em>minimal responses</em> (&#8216;aha&#8217;, &#8216;jaja&#8217;, &#8216;mmm-mh&#8217;), die wir einander geben um zu signalisieren, dass wir unserem Gegenüber zuhören. Wenn ich twittere, schicke ich in Abständen Nachrichten nach &#8216;draußen&#8217;, dass ich da bin, dass ich die Gegenwart mit denen, die zu diesem Zeitpunkt meine Nachrichten lesen, teile, und empfange ebensolche Nachrichten von denen, denen ich folge. Insofern gewinnt die Arbeit am Computer eine wertvolle Dimension der sozialen Ko-Existenz hinzu &#8211; und entspricht so gar nicht mehr dem Klischee der solitären Computerarbeit.</p>
<p>Wichtig ist natürlich die Frage, wem ich mich entschließe zu folgen; die Wurstsemmel-Tweets gehören quasi als &#8217;soziales Gleitmittel&#8217; dazu, aber das besondere Potenzial Twitters, unseren intellektuellen Wahrnehmungsradius zu erweitern, liegt darin, dass wir täglich von denen lernen, denen wir &#8216;folgen&#8217;. Mit folgender Analogie kann man das gut verdeutlichen: Stellen Sie sich vor, 200 Leuten, deren Interessen sich mit den Ihren überschneiden, heften ihnen mehrfach täglich kleine gelbe Zettel auf den Schreibtisch, in denen sie Ihnen mitteilen, was sie gerade herausgefunden oder im Web entdeckt haben:</p>
<blockquote><p>nice and short roundup of color theory and its practical use in ux: <a href="http://tr.im/jACI">http://tr.im/jACI</a><br />
<a href="http://twitter.com/heckmueller/status/1602212873">http://twitter.com/heckmueller/status/1602212873<br />
</a></p>
<p>Btw., das &#8220;Medienpädagogische Manifest&#8221; der Magdeburger GameCultures-Konferenz: &#8220;Keine Bildung ohne Medien!&#8221; -&#62; <a href="http://is.gd/pntH">http://is.gd/pntH</a><br />
<a href="http://twitter.com/joeriben/status/1406270225">http://twitter.com/joeriben/status/1406270225<br />
</a></p>
<p>lese gerade: &#8220;The Internet, An Ethnographic Approach&#8221; von Daniel Miller, Don Slater: <a href="http://tinyurl.com/cfarr8">http://tinyurl.com/cfarr8</a><br />
<a href="http://twitter.com/devoras/status/1583404312">http://twitter.com/devoras/status/1583404312<br />
</a></p></blockquote>
<p>Nimmt man all diese Informationen zusammen hat man etwas, das viel fruchtbarer ist als das sich Verlassen auf das bloße eigene Informations- und Bildungsinteresse: Was ich z.B. mit einer Suchmaschine finden kann ist immer schon eingeschränkt durch die Suchbegriffe, die ich verwende. Die Entdeckungen, die ich mit Hilfe von Twitter machen kann, ergeben sich jedoch aus dem Spektrum der Interessen derjenigen, denen ich folge &#8211; und hätten mir alleine nie zustoßen können!</p>
<p>EDIT: Eine brauchbare Ergänzung sind die Slides meiner Einführung für Einsteiger: &#8220;Was ist Twitter?&#8221;</p>
<p><!-- SlideShare error: doc is missing or has illegal characters /[^-_a-zA-Z0-9]/ --></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zuletzt erschienen: 'Die Reise zum Mond' (Berlin: Logos Verlag, 2009)]]></title>
<link>http://danielgrinsted.wordpress.com/2009/04/01/101/</link>
<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 15:14:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>danielgrinsted</dc:creator>
<guid>http://danielgrinsted.wordpress.com/2009/04/01/101/</guid>
<description><![CDATA[Für weitere Informationen und zur Bestellung des Buches klicken Sie bitte auf folgenden Link: Die Re]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img src="/DOKUME~1/DANIEL~1/LOKALE~1/Temp/moz-screenshot-5.jpg" alt="" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-106" title="Die Reise zum Mond" src="http://danielgrinsted.wordpress.com/files/2009/04/flyermoon2.png" alt="Die Reise zum Mond" width="510" height="660" /></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="font-size:11pt;font-family:&#38;"> </span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">Für weitere Informationen und zur Bestellung des Buches klicken Sie bitte auf folgenden Link: <a href="http://www.amazon.de/Die-Reise-Mond-Faszinationsgeschichte-medienkulturellen/dp/383252164X" target="_blank"><strong>Die Reise zum Mond</strong></a>.<strong><a href="http://www.logos-verlag.de/cgi-bin/engbuchmid?isbn=2164&#38;lng=deu&#38;id=" target="_blank"><br />
</a></strong></span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#000000;">Wenn Sie eine Besprechung des Buches planen, können Sie gerne ein <strong>kostenloses Rezensionsexemplar</strong> zugeschickt bekommen. Wenden Sie sich hierzu einfach an den Verlag oder den Autor selbst.</span></p>
<p style="text-align:justify;">
<p><span style="color:#000000;"><span style="text-decoration:underline;"><strong>Kontakt zum Logos Verlag<br />
</strong></span></span></p>
<p style="text-align:left;"><span style="color:#000000;"><strong> Tel</strong> </span><strong> <span style="color:#000000;"> </span></strong><span style="color:#000000;">+49 (0)30 42 85  10 90 </span>• <strong><span style="color:#000000;">Fax</span></strong> <span style="color:#000000;">+49 (0)30 42 85 10 92 • </span></p>
<p style="text-align:left;"><strong><span style="color:#000000;">E-Mail</span></strong> <span style="color:#000000;">redaktion[at]logos-verlag.de</span></p>
<p><span style="color:#000000;"><strong><span style="text-decoration:underline;">Kontakt zum Autor Daniel Grinsted</span> </strong></span></p>
<p style="text-align:left;"><span style="color:#000000;"><strong> Tel</strong> </span><span style="color:#000000;">+49 (0)151-11 55 03 57 • <strong>E-Mail</strong></span><span style="color:#000000;"><strong> </strong>daniel.grinsted[at]googlemail.com</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Text-Definition. Mikrotexte, Hypertexte, Medientexte, Buchkultur, mündliche Texte.]]></title>
<link>http://microinformation.wordpress.com/2009/03/14/text-definition-mikrotexte-hypertexte-medientexte-buchkultur-mundliche-texte/</link>
<pubDate>Sat, 14 Mar 2009 12:26:06 +0000</pubDate>
<dc:creator>martinlindner</dc:creator>
<guid>http://microinformation.wordpress.com/2009/03/14/text-definition-mikrotexte-hypertexte-medientexte-buchkultur-mundliche-texte/</guid>
<description><![CDATA[Kompakt-Definition vorab: Ein &#8220;Text&#8221; ist ein festgestelltes Schriftbild, in das nicht-sp]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em>Kompakt-Definition vorab: Ein &#8220;Text&#8221; ist ein festgestelltes Schriftbild, in das nicht-sprachliche grafische und visuelle Elemente eingelagert sein können. Das heißt eine Sprach-Einheit mit drei Merkmalen: (a) eine festgestellte, verselbständigte, sichtbar gemachte und in sich geschlossene Sprach-Einheit, (b) eine für den Leserblick angeordnete Sprach-Einheit (die erst durch diese Bildhaftigkeit &#8220;Einheit&#8221; wird), (c) eine individuell adressierbare und (deshalb) weiter prozessierbare Sprach-Einheit. [Ausführliche und erläuterte Version unten, die numerierten Paragraphen.]</em></p>
<p>Das Web besteht aus Microcontent, &#8220;meme-sized information chunks&#8221;. Und dieser Microcontent ist zuerst einmal Text. Nicht Bilder, nicht Sätze, nicht Multimedia, nicht Code, sondern Text. Das Problem ist nur, dass der Begriff &#8220;Text&#8221; eigentlich nicht gescheit definiert zu sein scheint.  </p>
<p>Ich bin von Haus aus Literaturwissenschaftler, und in meiner Sekte der &#8220;strukturalistischen Textanalytiker&#8221; (vgl. Präsentation <a href="http://www.literaturwissenschaft-online.uni-kiel.de/veranstaltungen/einfuehrungsvorlesungen/2005/Einf%C3%BChrung12.pdf">hier</a>, pdf, 4 MB) war &#8220;Text&#8221; der zentrale Begriff. Aber wir mussten uns anscheinend (?) eigentlich nie Gedanken machen, was &#8220;der Text&#8221; als Gestalt ist. Es waren ja immer schon schriftliche Einheiten da. Was wir gemacht haben, war zu sagen: &#8220;Das ist mir jetzt erst mal egal, ob das ein Roman ist oder ein Gedicht oder ein Tagebuch oder eine Rede von Bismarck oder ein Zeitungsartikel. Das ist alles zuerst einmal &#8216;Text&#8217;. Und &#8216;Texte&#8217; kann man nach einheitlichen Regeln analysieren.&#8221; Es gab also eine impliziten Begriff, das schon. Aber eine brauchbare Definition des Textes als semiotische Oberflächen-Einheit?  </p>
<p>Das Web ist nun dasjenige System von öffentlicher Schrift, für das uns unsere alten bourgeoisen Literatur-Genres nicht weiterhelfen. (&#8220;Ein Blog ist ein Tagebuch&#8221;, &#8220;digitale Tageszeitung&#8221;, &#8220;Hypertext-Roman&#8221; &#8230; das alles geht nicht mehr.) Das Web besteht aus Text. Punkt. Und ja, es entstehen eigene Textsorten und Genres, und früher oder später werden wir sie vernünftig benennen können. Aber zuerst einmal sollte ich herausfinden, was &#8220;Text&#8221; überhaupt ist. Um dann sagen zu können, was sich geändert hat, wenn digitale &#8220;Mikrotexte&#8221; dominieren, statt Buchkultur und elektronisch-medialer TV-Mündlichkeit.  </p>
<p>Ich kenne wie gesagt keine konkret brauchbare Definition des Textes als Gestalt. Es ist mir peinlich, das zuzugeben. Wahrscheinlich gibt es welche, und ich kenne sie nicht, obwohl ich sie weiß Gott kennen müsste. Ich meine hier das, was Kristeva <a href="http://www.signosemio.com/kristeva/a_semanalyse.asp">Pheno-Text</a> nennt. Es scheint, dass Kristeva, Eco und Barthes immer schon über diese gegebene oberflächliche Form des (Makro-)Textes hinauswollten, wenn sie den Begriff &#8220;Text&#8221; gebrauchten. Diese Definitionen sind immer schon <a href="http://csmt.uchicago.edu/glossary2004/text.htm">Dekonstruktionen</a>. Die Kettenreaktionen, die Semiose, die dynamische Herstellung von Bedeutung. Alles interessant, aber von komplexer Bedeutung rede ich hier noch gar nicht. Erst einmal muss ich wissen, was das ist: &#8220;Text&#8221;, als greifbare Einheit. Die relevanteste Definition, die ich gefunden habe, ist natürlich <a href="http://www.kirjasto.sci.fi/lotman.htm">von Jurij Lotman</a>:   </p>
<p>&#8220;Der Text versucht gleichsam ein &#8216;großes Wort&#8217; zu werden, mit einer einzigen Bedeutung.&#8221; &#8220;[Ein Text ist] eine isolierte, in sich geschlossene Zeichen-Formation, mit einer einheitlichen und unzerlegbaren Bedeutung und einer einheitlichen unzerlegbaren Funktion&#8221; [im einem größeren Kommunikations-system]. (Yuri M. Lotman 2001, <a href="http://www.amazon.com/Universe-Mind-Semiotic-Theory-Culture/dp/025321405X">Universe of the Mind</a>. A Semiotic Theory of Culture. London, New York: I.B. Tauris, S.47; meine Übersetzung)  </p>
<p>Das ist schon richtig, aber es ist mir noch zu verschwommen. Es reicht mir nicht, wenn ich das Web beschreiben und verstehen möchte. Deshalb hier mein eigener Anlauf, extrem provisorisch natürlich. In einem Anlauf hingeschrieben, als Selbstverständigung. (Jede Kritik, jeder Hinweis auf vorhandene gute Definitionen ist willkommen!) Also:</p>
<p>1. &#8220;Text&#8221; ist ein <strong>festgestelltes Schriftbild</strong>, in das grafische und visuelle Elemente eingelagert sein können.</p>
<p>2. Text ist <strong>eine Sprach-Einheit</strong> mit drei Merkmalen:<br />
(a) eine festgestellte, verselbständigte, sichtbar gemachte und in sich geschlossene Sprach-Einheit,<br />
(b) eine für den Leserblick angeordnete Sprach-Einheit (die erst durch diese Bildhaftigkeit &#8220;Einheit&#8221; wird),<br />
(c) eine individuell adressierbare und (deshalb) weiter prozessierbare Sprach-Einheit. </p>
<p>3. Text ist in der Regel <strong>schriftlicher Text</strong>, d.h. visualisierte und abstrahierte Sprache.</p>
<p>Man kann von &#8220;Texten&#8221; im weiteren Sinn da reden, wo mündliche Sprache mehrere der obigen Merkmale annimmt.<br />
(Der &#8220;Leserblick&#8221; entspräche dann einer besonderen Form des &#8220;Hörergedächtnis&#8221;: Speichern von verselbständigten, intersubjektiv bestätigten bildhaft-rhetorischen Einheiten.)</p>
<p>Man kann von &#8220;Texten&#8221; im weiteren Sinn auch da reden, wo &#8220;Bildsprache&#8221; sich formalisiert und ihren Einmaligkeitscharakter verliert. (Wenn Bilder/Filme mehr gelesen als gesehen werden. Hier wäre der Bildcharakter der Aussage gegeben. Dafür fehlt die Abstraktion der Sprache.)</p>
<p>4. Das Web besteht primär aus <strong>Mikrotexten</strong>. Text in Microcontent-Form (&#8220;Mikrotext&#8221;) ist dann ein Text, der eine Aufmerksamkeitseinheit in Anspruch nimmt, d.h. einen in sich geschlossenen sinnhaften Moment in der Kognition des Lesers (bzw. des Schreibers-als-Selbstlesers). Ein Leser-Moment kann zwischen ca. 30 Sekunden und ca. 5 Minuten umfassen.</p>
<p>5. Die bourgeois-industrielle Kultur bestand primär aus <strong>Makrotexten</strong>. Makrotexte sind geschlossene Einheiten, die nur sehr schwer als Ansammlung von Mikrotexten aufgefasst werden können. In der Praxis handelt es sich um präfigurierte Kettenreaktionen von dicht gepackten, unselbständigen Semi-Mikrotexten. Aus diesen Semi-Mikrotexten kann durch Auskoppelung ein vollgültiger Mikrotext werden (&#8220;Geflügeltes Wort&#8221; usw. was viel leichter aus Dramen und Gedichten geht als aus Prosa.)</p>
<p>6. &#8220;<strong>Hypertext</strong>&#8221; ist ein statischer Begriff. Ein eingefrorenes System vernetzter Mikrotexte. Ein historisches Übergangsphänomen. In Wahrheit geht es um Zirkulation durch Vernetzung, nicht um Vernetztheit an sich. Zirkulation setzt Vernetzung voraus, aber Vernetzung impliziert nicht Zirkulation. </p>
<p>(Die Zirkulation beim statischen Hypertxt wäre der dynamische Fluss der Gedanken durch den Kopf. Aber das funktioniert eben de facto nicht: Niemand hat je statische Hypertexte gelesen. Sonderfälle sind Enzyklopädien und Gebrauchsanweisungen.)</p>
<p>7. Sekundäre Mündlichkeit (mündlich, elektronisch-analog-medial, digital)</p>
<p>Text ist Schrift. In einer Text-Welt verändert sich aber auch der Charakter von &#8220;Mündlichkeit&#8221;, wie Walter Ong feststellte.</p>
<p>Ein mündlicher Mikrotext wäre dann eine Aussage, die bildhaft &#8220;vor Augen steht&#8221;, sich &#8220;ins Gedächtnis einbrennt&#8221; usw. Er ist wiederholbar, er löst sich ab vom Sprecher. Ein Textbild quasi, nicht wirklich ein Schriftbild. Proto-Schrift: Ein &#8220;Gedicht&#8221;. Ein Vers aus dem Nibelungenlied. Ein Zauberspruch. Rhetorische Formeln, rhetorische Bilder. Entstehen logischerweise leichter in der sekundären Mündlichkeit von Schriftkulturen. Die Mündlichkeit von Literaten.</p>
<p>Elektronisch-medialer Mikrotext ist eine mündliche Aussage, die &#8220;aufgenommen&#8221; und dadurch festgestellt, d.h. texthaft geworden ist. Das verändert auch dann ihren Charakter, wenn sie &#8220;spontan&#8221; hervorgebracht und de facto gar nicht gespeichert wurde (im Fernsehen, im Radio, auf Tonband). Mündliche Aussagen in elektronischen AV-Medien haben einen eigentümlichen Text-Charakter. Sie sind wirklich &#8220;Textbild&#8221;. Das Verhältnis von Schriftlichkeit und elektronischer Medialität wäre zu reflektieren. (Beides verselbständigt sich gegenübe rMündlichkeit.)</p>
<p>8. <strong>Text-Welten</strong>: Spannung zwischen Schriftlichkeit, Mündlichkeit, elektronischer Medialität und digitaler Medialität seit ca. 1850</p>
<p>(a) Text-Welt 1: <strong>Bourgeoise Gutenberg-Galaxis</strong>. Massenhafte und schnell herstellbare Druckschrift, die Mündlichkeit von Literaten. Reden wie gedruckt. Briefe die das eigene Leben literarisieren. Abgespalten ist die nicht-literarische Mündlichkeit. Zugleich bildet sich durch den elektronisch und maschinell beschleunigten Druck (urbane Massenpresse) ein neuartiges System von flüchtiger und zirkulärer Schriftlichkeit.</p>
<p>(b) Text-Welt 2: Gespaltene Welt aus bourgoiser Gutenberg-Galaxis, <strong>elektronisch-mündlicher</strong> TV-Galaxis und  semi-elektronischer Presse-Zirkulation. Die Alltags-Mündlichkeit wird stark beeinflusst von Medien-Mündlichkeit. Auch die Schriftlichkeit nimmt elektronisch-mündliche Züge an (Massenpresse, Beat/Popliteratur). Die urbane Massenpresse wird immer stärker und dominanter. Auch dort gibt es eine frühe Form von &#8220;Mikrotext&#8221; (McLuhans &#8220;Mosaic&#8221;, Zirkulation von &#8220;News&#8221;, auch von weltanschaulichen Fragmenten).</p>
<p>(c) Text-Welt 3: <strong>Google-Galaxis</strong>, das Web als Mikrotext-Zirkulationssystem ersetzt die bourgeoise Gutenberg-Galaxis und die urbane Massenpresse. Es bettet auch die alten AV-Medien ein. Zugleich wird die digitalisierte elektronische Mündlichkeit der AV-Medien immer texthafter: Tendenziell wird jede Szene, jeder Satz zugreifbar. Ansatzweise schon durch analoge Kopien (Videobänder, Audiocassetten, Fotokopien), extrem aber durch digitale Kopien. Je mehr Bilder es gibt, desto mehr sie als Abbilder wiederholt und sortiert werden können, desto mehr werden Filme und Bilder &#8220;gelesen&#8221;, nicht mehr einfach nur überwältigt &#8220;erblickt&#8221;.</p>
<p>9. Schriftbild und Proto-Text: Ein Text ist ein Schriftbild: D.h. ein Text hat ein Design und eine User Experience, die ihn als Einheit erscheinen lässt. Ein <strong>Proto-Text ohne Schriftbild</strong> wäre ein Druck-Satz, eine Source-Code-Datei, die Ebene des Baukastens mit dem man Worte und Sätze bilden und visuell anordnen kann. (Sobald etwas angeordnet wurde, ist es ein Text = Schriftbild.</p>
<p>10. Multimedia-Einbettung: Der Text kann als Meta-Text auch auf <strong>eingebettete multimediale Einheiten</strong> verweisen kann (etwa Audio- und Video-Dateien).</p>
<p>Solche eingebetteten Multimedia-Elemente können dann als Teile des Textes (im weiteren Sinn) betrachtet werden, wenn man sie zusammen mit dem eigentlichen Text (im engeren Sinn, der sie einbettet und auf sie verweist) in einem Zug, in einem Flow konsumieren kann.</p>
<p>Das bedeutet, solche Multimedia-Elemente müssen Microcontent sein, d.h. nicht mehr als eine Aufmerksamkeits-Einheit verbrauchen. Einen <a href="http://microinformation.wordpress.com/2008/11/11/ein-tag-an-bord-hat-1000-momente/">sinnhaften Moment</a> im kognitiven System des Users. Wie lang wäre ein solcher Moment? (In unsrerer Kultur:Popsong-Länge, ca. drei bis fünf Minuten.) </p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Quotenjagd im Fernsehen]]></title>
<link>http://nokturnaltimes.wordpress.com/2009/03/13/quotenjagd-im-fernsehen/</link>
<pubDate>Fri, 13 Mar 2009 02:26:02 +0000</pubDate>
<dc:creator>Jazariel</dc:creator>
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<description><![CDATA[Schön für die Kamera aber ohne Tiefgang.]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/AuE9cY0HYY4&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/AuE9cY0HYY4&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p>Schön für die Kamera aber ohne Tiefgang.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Neuer Blog über Web-Psychologie und Marketing]]></title>
<link>http://japablo.wordpress.com/2009/02/18/neuer-blog-uber-web-psychologie-und-marketing/</link>
<pubDate>Wed, 18 Feb 2009 18:43:14 +0000</pubDate>
<dc:creator>japablo</dc:creator>
<guid>http://japablo.wordpress.com/2009/02/18/neuer-blog-uber-web-psychologie-und-marketing/</guid>
<description><![CDATA[Dieser Tage ist ein neues Blog gestartet, das sich allgemein mit Themen rund um Webpsychologie und O]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Dieser Tage ist ein <strong>neues Blog gestartet</strong>, das sich allgemein mit Themen rund um <a href="http://www.jaywop.de" target="_blank">Webpsychologie und Onlinemarketing</a> beschäftigt. Beide Themen haben gemeinsame Schnittpunkte. Aus diesem Grund bietet sich die <strong>Verquickung in einem gemeinsamen Blog</strong> an. Das <a href="http://www.jaywop.de" target="_blank">Jaywop-Blog</a> soll aber nicht nur diese Themen behandeln. Die Palette reicht weiter.</p>
<p>Im Moment gibt es noch nicht viel zu entdecken. Ein Blog benötigt halt seine Zeit, um <strong>interessant zu werden</strong>. Ab und zu dürfte sich ein Blick auf die Seite aber lohnen.</p>
<p>Wer sich also grob für die<strong> Themen Medienpsychologie, Onlinemarketing, Informationstechnik</strong> interessiert, für den ist dieses Blog genau das richtige.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Über die Angst vor realer Virtualität]]></title>
<link>http://florianrazocha.wordpress.com/2008/12/13/uber-die-angst-vor-realer-virtualitat/</link>
<pubDate>Sat, 13 Dec 2008 21:40:51 +0000</pubDate>
<dc:creator>florianrazocha</dc:creator>
<guid>http://florianrazocha.wordpress.com/2008/12/13/uber-die-angst-vor-realer-virtualitat/</guid>
<description><![CDATA[Einleitung Die digitale Medienumwelt &#8211; und damit in erster Linie das Internet &#8211; haben in]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><!-- 	 	 --></p>
<p><strong>Einleitung</strong></p>
<p><strong>Die digitale Medienumwelt &#8211; und damit in erster Linie das Internet &#8211; haben in den letzten 10 bis 20 Jahren nicht nur die Gesellschaft massiv beeinflusst, sondern auch Anlass dazu gegeben, das Konzept von Realität neu zu überdenken. Das Internet ist nicht einfach eine technische Erfindung, der man sich annehmen kann, die man aber auch ignorieren kann: in unserer Gesellschaft kann man sich nicht ohne weiteres gegen das Internet entscheiden.</strong></p>
<p><strong>Neil Postmans Füllfeder</strong></p>
<p>Neil Postman argumentierte 1999<a name="sdfootnote1anc" href="#sdfootnote1sym"><sup>1</sup></a> von seinem Standpunkt als Geistes- und Sozialwissenschaftler aus, dass er weder Computer, noch Internet benötige und beides deshalb auch nicht besitze, weil ihn das Internet nur ablenken, und die komplexe Technik des Computers nur vom Wesentlichen &#8211; den geschriebenen, gesprochenen und gedachten sprachlichen Inhalten &#8211; abbringen würde. Er beklagt also den drohenden Verlust menschlicher Qualitäten der Kommunikation, welche nur in direkter persönlicher Interaktion &#8211; und wenn nötig mit möglichst primitiven und daher auf das Wesentliche reduzierten technischen Hilfsmitteln wie Füllfeder und Papier &#8211; richtig zur Geltung kommen könnten.</p>
<p>Es liegt auf der Hand, dass Postmans Haltung ob seiner kategorischen Ablehnung der „neuen Medien&#8221; bereits in der 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts auf Kritik stieß. Postman meint dazu folgendes:</p>
<p>„Viele benutzen, wenn sie meine Reaktion auf das digitale Zeitalter beschreiben, sogar das Wort „Dinosaurier&#8221;. Ich versuche sie dann daran zu erinnern, daß die Dinosaurier hundert Millionen Jahre überlebt haben, und zwar, könnte ich mir vorstellen, vor allem deshalb, weil an ihnen jeder Wandel abgeprallt ist.&#8221;<a name="sdfootnote2anc" href="#sdfootnote2sym"><sup>2</sup></a></p>
<p>Um dieses Argument weiterzudenken, sei hier darauf hingewiesen, weshalb die Dinosaurier schließlich dennoch vom Antlitz der Erde verschwanden, nämlich dadurch, dass sich die Lebensbedingungen auf der Erde änderten.<a name="sdfootnote3anc" href="#sdfootnote3sym"><sup>3</sup></a></p>
<p>Der Vergleich mit den Dinosauriern hinkt freilich &#8211; schon alleine deshalb, da letztere in keiner Weise die geänderten Lebensbedingungen auf der Erde begreifen, noch etwas gegen ihren damit verbundenen Niedergang unternehmen konnten. Postman hingegen setzt sich sehr wohl mit der Frage auseinander, wie die digitale Medienumwelt die Gesellschaft verändern könnte, und warnt dabei auch vehement vor möglichen negativen Folgen. Dabei könnte jedoch eben diese konsequent kritische Haltung auch ein Problem darstellen: Kann Postman die Auswirkungen eines Kommunikationsphänomens in voller Tragweite beurteilen, wenn er sich ihm selbst nicht aussetzt und Konzepte wie „virtuelle Realität&#8221; und „virtuelle Gemeinschaften&#8221; &#8211; überspitzt formuliert &#8211; nur vom Hören sagen kennt?</p>
<p><strong>Streitfall Internet</strong></p>
<p>Manuel Castells legt 2001 in „Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft&#8221;<a name="sdfootnote4anc" href="#sdfootnote4sym"><sup>4</sup></a> durch die Aufzählung verschiedenster soziologischer Untersuchungen und Theorien über die Gesellschaftlichen Auswirkungen des Internets dar, dass keine generalisierenden Aussagen getroffen werden können &#8211; dafür ist das Internet in vielerlei Hinsicht ein zu komplexes und vielschichtiges Phänomen. So stehen zum Beispiel Untersuchungen, die besagen, das Internet würde durch Isolierung von der physischen Gemeinschaft anderer zur Vereinsamung des Individuums führen, anderen Untersuchungen gegenüber, die das Gegenteil behaupten, indem sie argumentieren, dass virtuelle Gemeinschaften als stärkend für die Struktur lokaler Gemeinschaften dienen können.</p>
<p>Dazu muss auch der Faktor berücksichtigt werden, dass Castells Untersuchungen und Theorien zitiert, die über viele Jahre verteilt entstanden sind &#8211; viele davon stammen aus den 1990er Jahren. Somit beziehen sie sich auf ein Internet der Vergangenheit, welches angesichts der Tatsache, dass sich Computertechnologien und deren Anwendungsmöglichkeiten rasant weiterentwickeln, oft nicht mehr viel mit dem Internet des Jahres 2008 zu tun hat. So ist das viel diskutierte gesellschaftliche Phänomen der technisch institutionalisierten sozialen Vernetzung einer immensen Masse von Internetusern durch so genannte „Social Networking&#8221; &#8211; Plattformen bei Castells nirgends berücksichtigt &#8211; es handelt sich schlichtweg um ein Phänomen, das jünger als Castells&#8217; Text ist.</p>
<p>Deshalb soll hier auch nicht weiter auf konkrete soziologische Untersuchungen und Theorien eingegangen werden &#8211; Castells bietet nämlich auch allgemeine Betrachtungen struktureller Natur, die sich auf interessante Weise mit der oben beschriebenen Position Postmans verknüpfen lassen.</p>
<p><strong>Manuel Castells und die reale Virtualität</strong></p>
<p>Ausgehend davon, dass Kulturen aus Kommunikationsprozessen bestehen, bezieht sich Manuel Castells auf die Lehre der Zeichen nach Roland Barthes und Jean Baudrillard. Das Prinzip lautet hier, dass Kommunikation mit der Konsumption und Produktion von Zeichen gleichzusetzen ist, was so zu verstehen ist, dass die Menschen in einer Welt von Zeichen &#8211; einer symbolischen Umwelt &#8211; existieren, da von keiner „referenziellen Wirklichkeit&#8221; ausgegangen werden kann. In diesem Zusammenhang kann auch Ernst Cassirer zitiert werden &#8211; er erklärt die Rolle des Menschen in diesem Konstrukt folgendermaßen:</p>
<p>„Er lebt so sehr in sprachlichen Formen, in Kunstwerken, in mythischen Symbolen, daß er nichts erfahren oder erblicken kann, außer durch Zwischenschaltung dieser künstlichen Medien.&#8221;<a name="sdfootnote5anc" href="#sdfootnote5sym"><sup>5</sup></a></p>
<p>In dieser Weise betrachtet Castells nun die symbolische Umwelt der neuen Medien, wobei er davon ausgeht, dass im digitalen Universum „die meisten kulturellen Ausdrucksformen in all ihrer Verschiedenheit zusammen kommen&#8221;<a name="sdfootnote6anc" href="#sdfootnote6sym"><sup>6</sup></a> &#8211; dabei würde der „Trennung oder selbst der Unterscheidung zwischen audiovisuellen und gedruckten Medien, populärer und gelehrter Kultur, Unterhaltung und Information, Bildung und Überredung&#8221;<a name="sdfootnote7anc" href="#sdfootnote7sym"><sup>7</sup></a> ein Ende bereitet.</p>
<p>„Das historisch spezifische an dem neuen Kommunikationssystem, das um die elektronische Integration aller Kommunikationsweisen von der typografischen bis zur multisensorischen herum organisiert ist, ist daher nicht die Einführung einer virtuellen Realität, sondern die Konstruktion realer Virtualität.&#8221;<a name="sdfootnote8anc" href="#sdfootnote8sym"><sup>8</sup></a></p>
<p>Erfahrene Wirklichkeit war also immer schon virtuell &#8211; „virtuelle Realität&#8221; in diesem Sinne ist so alt wie die menschliche Kommunikation.</p>
<p>In Castells „realer Virtualität&#8221; hingegen ist die Wirklichkeit, die materielle Existenz des Menschen, komplett in die Welt der virtuellen Bilder eingetaucht &#8211; ein umfassendes Spektrum menschlicher Erfahrung ist in den „Multimedia-Text&#8221;<a name="sdfootnote9anc" href="#sdfootnote9sym"><sup>9</sup></a> integriert. Dieses breite Spektrum der Erfahrung wird also nicht bloß durch vermittelte Inhalte kommuniziert &#8211; die Inhalte werden selbst zur Erfahrung.</p>
<p>Dieser Umstand lässt sich ganz einfach dadurch begründen, dass die weltweiten Datennetze ihrer Natur nach auf interaktiver Kommunikation basieren: Interaktivität bedeutet, von einem Ort der Erde auf einen anderen, beliebig weit entfernten Ort in Echtzeit eine Wirkung auszuüben. Eine virtuelle, immaterielle Welt, in der Raum und Zeit überwunden sind, wird damit real, daher „reale Virtualität&#8221;.</p>
<p><strong>Angst vor neuen Spielregeln</strong></p>
<p>In den vergangenen 10 bis 15 Jahren ist diese Virtualität zu einer derart weitläufigen, bedeutenden Realität geworden, einer Realität, die immer mehr kulturelle Ausdrucksformen auf komplexe Weise miteinander vereint und dadurch wiederum neue kulturelle Ausdrucksformen hervorbringt, die ohne diese komplexen Vereinigungsprozesse gar nicht möglich wären, dass Menschen, die sich vor diesem Phänomen verschließen, sich damit auch vor einer kulturell sehr bedeutenden Dimension der Realität verschließen &#8211; eine Dimension, die sehr stark auf kulturelle Identitätsbildung Einfluss nimmt. Es entstehen neue Regeln und Voraussetzungen, das Blatt wird neu gemischt, und wer nicht mitspielt, wird das Spiel auch nicht erlernen.</p>
<p>Neil Postman gilt &#8211; wie bereits erwähnt &#8211; als ein vehementer Kritiker der digitalen Medien. Kritik ist eine gute und vor allem Notwendige Sache, die besonders für die Handhabung eines neuen Mediums für eine Gesellschaft von zentraler Bedeutung ist.</p>
<p>In einem Interview legt Postman folgende Fragestellungen für die Bewertung einer Medientechnik dar:</p>
<p>„I think [...] everyone should be sensitive to certain questions, for example, when confronted with a new technology, whether it&#8217;s a cellular phone or a high definition &#8211; television or cyberspace [...], the question &#8211; or one question &#8211; should be: &#8216;What is the problem, to which this technology is a solution?&#8217; And the second question would be: &#8216;Who&#8217;s problem is it actually?&#8217; And the third question would be: &#8216;If there is a legitimate problem here, that is solved by the technology, what other problems will be created by my using this technology?&#8217;&#8221;<a name="sdfootnote10anc" href="#sdfootnote10sym"><sup>10</sup></a></p>
<p>Das gesamte Interview auf youtube:<br />
<span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/49rcVQ1vFAY&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/49rcVQ1vFAY&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p>Inwiefern die ersten beiden Fragen in Zusammenhang mit dem Internet sinnvoll sind, ist ein Problem, auf das hier nicht näher eingegangen werden soll. Die dritte Frage allerdings behandelt ein wichtiges Thema, nämlich welche Probleme das neue Medium hervorrufen könnte. Wie man eine solche Fragestellung zu unterschiedlichsten Themen, aus verschiedensten Blickwinkeln behandeln könnte, wurde oben schon angedeutet.</p>
<p>Neil Postman wandte sich der Frage auf eine andere Weise zu, nämlich &#8211; wie gesagt &#8211; ohne sich selbst auf das Medium wirklich einzulassen. Er selbst bringt ein Beispiel, welches ihm in diesem Zusammenhang zur Kritik gereichen soll:</p>
<p>„Nach meiner Meinung reicht es nicht, wenn man sagt, daß jeder technologische Wandel zu unvorhersehbaren Folgen führt. Das ist eine Trivialität. Wie steht es aber mit den <em>vorhersehbaren </em>Folgen? [...] Wäre es 1947 nicht möglich gewesen, die negativen Konsequenzen des Fernsehens für unsere Politik und unsere Kinder vorauszusehen? Und wenn solche Konsequenzen uns klar vor Augen stünden und einigermaßen beunruhigend erschienen, wäre es nicht möglich gewesen, uns durch eine entsprechende Sozialpolitik, durch politisches Handeln oder durch Erziehung auf sie vorzubereiten und ihre Wirkung zu mildern?&#8221;<a name="sdfootnote11anc" href="#sdfootnote11sym"><sup>11</sup></a></p>
<p>Bestimmt wäre es 1947 möglich gewesen, gewisse Konsequenzen vorauszuahnen, wenn man sich eingehend genug mit der Natur und der Wirkungsweise des Mediums beschäftigt hätte, doch wie soll man denn nun eine neue Technologie in ihren Auswirkungen erfassen können, wenn man nicht auf alle erdenkliche Weisen versucht, sie zu verstehen?</p>
<p>Für Postman kam jedenfalls nur eine Kritik rein phänomenologischer Natur in Frage, da er Menschen beobachten konnte, die vor Bildschirmen saßen, ebenso wie das, was auf den Bildschirmen zu sehen war, und außerdem konnte er sich von ihnen auch darüber erzählen lassen.</p>
<p>So konnte er zum Beispiel Vereinsamung und soziale Abschottung beobachten, da er in der „Realität&#8221; (nach Castells: „virtuelle Realität&#8221;) stehend das Phänomen des vor dem Bildschirm sitzenden Menschen eben nur im Kontext mit der „realen&#8221;, materiellen Welt beurteilen konnte &#8211; er konnte das Phänomen der „realen Virtualität&#8221; wohl nicht gänzlich nachvollziehen, ihm fehlte das direkte Erfahren der virtuellen Inhalte beziehungsweise Botschaften.</p>
<p>So konnte er womöglich das Internet als ein Mittel zur zwischenmenschlichen Kommunikation etwa im Sinne eines Telefons mit erweiterten Möglichkeiten betrachten, doch es ist zweifelhaft, ob er das Internet als eine Art Hexenküche der kulturellen Ausdrucksformen begreifen konnte.</p>
<p>Könnte Postmans ablehnende Haltung etwas mit einer gewissen Angst von dem Neuen zu tun haben?<br />
Angela Spahr beschreibt in einer Einführung zu Marshall McLuhans Medientheorie seinen Standpunkt zur Problematik folgendermaßen:</p>
<p>„Das 20. Jahrhundert ist für McLuhan eine Zeit des Übergangs. Es befindet sich an der Grenze zweier Kulturen, denn die Gutenberg-Galaxis wurde zwar abgelöst, aber Wahrnehmungsschemata verschwinden nicht ad hoc, sondern überleben die eigene Gültigkeit [...]. Phasen kultureller Umbrüche sind schwer zu bewältigen, denn der Zerfall der tradierten Kultur wirkt bedrohlich, ruft Verwirrung, Desorientierung und Hilflosigkeit hervor, das Neue erzeugt Angst [...]. [...] Aus dieser Perspektive wären heute verbreitete kulturkritische und -pessimistische Theorien der neuen Medien, die auf dem höheren Wert der Buchkultur beharren, nutzlos und anachronistisch. Neil Postmans Ansatz zum Beispiel wäre demnach auf dem erkenntnistheoretischen Boden der Gutenberg-Galaxis zu verorten. McLuhan bezeichnet das rückwärts gewandte Denken als gefährlich, denn es verstärkt die Angst und enthält den Menschen das entscheidende Wissen über Medien vor [...].&#8221;<a name="sdfootnote12anc" href="#sdfootnote12sym"><sup>12</sup></a></p>
<p align="left">
<p align="left"><strong>Nachwort</strong></p>
<p align="left">Um das Prinzip der Angst vor dem Neuen noch einmal konkreter zu verdeutlichen, sei abschließend kurz auf den Schriftsteller und Journalisten Peter Roos eingegangen, der 2008 in einem Feuilleton-Artikel in der Tageszeitung „Der Standard&#8221; über sein Verhältnis zum Computer berichtet, dessen Verwendung er sich &#8211; ähnlich wie Postman<a name="sdfootnote13anc" href="#sdfootnote13sym"><sup>13</sup></a> &#8211; sehr lange verweigert hatte.</p>
<p align="left">Roos beschreibt lebhaft und mit Anekdoten gewürzt sein langjähriges inniges Verhältnis zu Papier, Füllfeder und Schreibmaschine. Er beschreibt, wie er über die Jahre hinweg, zunächst &#8211; in den 80er Jahren &#8211; nur sporadisch, dann in den 90er Jahren und darüber hinaus immer häufiger in seinem Umfeld auf Unverständnis stieß, warum er denn über keinen Computer verfüge, was sich in ihm bis zu einem Punkt aufschaukelte, an dem er nachgab und sich einen Computer anschaffte (er weist am Ende des Artikels darauf hin, dass er eben jenen am Computer verfasst habe).</p>
<p align="left">„Von Anfang an habe ich DEN COMPUTER als Bedrohung empfunden. Plötzlich gab es ihn. [...] Warum hatte ich nichts bemerkt? Wo ich mich doch für einen der größten Wahrnehmungsgeier halte, dem angeblich nahezu Nichts entgeht? Eine Revolution nicht bemerkt. Ich? Revolution? [...]<br />
<em>Es</em> war passiert.<br />
Was war geschehen?<br />
Schlug zu meine Technikfeindlichkeit? Die uralten psychodramatischen Schul-Noten 4, 5 und 6 in Chemie, Mathe, Physik? Schlug zu Großvater Paul, der Kirchenmusiker, für den nach Bach die Musik aufhörte, Beethoven Bedrohung war? Oder war&#8217;s Vater, der zuschlug mit seiner Ideosynkrasie gegenüber dem Telefon?<br />
<em>Es </em>war die reine Angst.<br />
Der Computer war die bisher größte Bedrohung meines Lebens von außen. Wie Krieg. Fassungslos, als ich realisierte, was da auf meine Lebensbahn eingeschert war.&#8221;<a name="sdfootnote14anc" href="#sdfootnote14sym"><sup>14</sup></a></p>
<p align="left">Die Realität holt wohl früher oder später jeden noch so vehementen Zauderer ein; man ist an dieser Stelle verleitet, darüber zu spekulieren, ob vielleicht auch Neil Postman irgendwann einen Computer benutzt hätte, hätte er lange genug gelebt.</p>
<p align="left">Zusammenfassend könnte man sagen, dass man erst dann richtig vor Gefahren warnen kann, wenn man auch eine Idee davon hat, ob diese Gefahren auch der Realität entsprechen können, im spezifischen Fall besser: der „realen Virtualität&#8221;.</p>
<p><a name="sdfootnote1sym" href="#sdfootnote1anc">1</a>Postman, 	Neil: „Die zweite Aufklärung. Vom 18. ins 21. Jahrhundert.&#8221; Aus 	dem Amerikanischen von H. Jochen Bußmann. Berlin: BvT, 1999.</p>
<p><a name="sdfootnote2sym" href="#sdfootnote2anc">2</a>Postman 	1999. S. 70.</p>
<p><a name="sdfootnote3sym" href="#sdfootnote3anc">3</a>Um 	die möglichen Ursachen dafür ranken sich vielfältige Theorien.</p>
<p><a name="sdfootnote4sym" href="#sdfootnote4anc">4</a>Castells, 	Manuel: „Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft: Teil I der 	Trilogie. Das Informationszeitalter.&#8221; Übersetzt von Reinhard 	Kößler. Opladen: Leske + Budrich, 2001.</p>
<p><a name="sdfootnote5sym" href="#sdfootnote5anc">5</a>Cassirer, 	Ernst: „Was ist der Mensch? Versuch einer Philosophie der 	menschlichen Kultur.&#8221; Stuttgart, 1960.</p>
<p><a name="sdfootnote6sym" href="#sdfootnote6anc">6</a>Castells 	2001. S. 425.</p>
<p><a name="sdfootnote7sym" href="#sdfootnote7anc">7</a>Ebd.</p>
<p><a name="sdfootnote8sym" href="#sdfootnote8anc">8</a>Ebd.</p>
<p><a name="sdfootnote9sym" href="#sdfootnote9anc">9</a>„Multimedia&#8221; 	weist auf den integrativen Charakter der digitalen Medien hin, die 	ihrer Anlage nach alle analogen Kommunikationsmedien in sich 	vereinen. „Text&#8221; bedeutet hier also nicht nur Schrift, sondern 	die vereinigte Gesamtheit der Kommunikationsformen.</p>
<p><a name="sdfootnote10sym" href="#sdfootnote10anc">10</a>Aus: 	Interview mit Neil Postman, geführt von Charlene Hunter Gault, „The 	MacNeil/Lehrer NewsHour&#8221;, PBS 1995.  Quelle: 	<a href="http://www.youtube.com/watch?v=49rcVQ1vFAY">http://www.youtube.com/watch?v=49rcVQ1vFAY</a> &#8211; Zugriff am 12.9.2008.</p>
<p><a name="sdfootnote11sym" href="#sdfootnote11anc">11</a>Postman 	1999. S. 63.</p>
<p><a name="sdfootnote12sym" href="#sdfootnote12anc">12</a>Spahr, 	Angela: &#8220;Magische Kanäle. Marshall McLuhan.&#8221; in: Kloock, 	Daniela; Spahr, Angela (Hg.):  &#8220;Medientheorien. Eine Einführung.&#8221; 	3., aktualisierte Auflage 2007. Paderborn 2000. S. 70.</p>
<p><a name="sdfootnote13sym" href="#sdfootnote13anc">13</a>Postman 	starb 2003; ob er in den Jahren vor seinem Tod seine persönliche 	Einstellung zu Computern und dem Internet geändert hat, bleibt zu 	bezweifeln.</p>
<p><a name="sdfootnote14sym" href="#sdfootnote14anc">14</a>Roos, 	Peter: „Der Computer und ich&#8221;. In: Der Standard Album, Samstag, 	6. September 2008. S. A1, A2.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Bilder der Überwachung]]></title>
<link>http://dkammerer.wordpress.com/2008/11/10/buchinfo/</link>
<pubDate>Mon, 10 Nov 2008 16:49:08 +0000</pubDate>
<dc:creator>dkammerer</dc:creator>
<guid>http://dkammerer.wordpress.com/2008/11/10/buchinfo/</guid>
<description><![CDATA[Videoüberwachung produziert Bilder, in Hollywood-Filmen wie »Der Staatsfeind Nr. 1« oder »Die Truman]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="size-medium wp-image-4 alignleft" title="Bilder der Überwachung" src="http://dkammerer.wordpress.com/files/2008/11/12550.jpg?w=182" alt="Bilder der Überwachung" width="146" height="240" />Videoüberwachung produziert Bilder, in Hollywood-Filmen wie »Der Staatsfeind Nr. 1« oder »Die Truman Show« werden die Kameras aber auch selbst zum Bild; den Police-Song »Every Breath You Take« kann man als Hymne der Sicherheitsfetischisten interpretieren und Michel Foucaults »panoptische Gesellschaft« muß angesichts technologischer Fortschritte neu gedacht werden. Diese kulturwissenschaftliche Studie über Videoüberwachung und ihre medialen Repräsentationen führt von 1667, als der »Sonnenkönig« Louis XIV. die Straßenbeleuchtung zentralisieren ließ, bis in die Gegenwart, in der gesichtserkennende Systeme Täter aus der Menge fischen sollen, Bürgerrechtler zur Überwachung der Überwacher aufrufen und Passanten vor echten Videokameras falsches Theater spielen.</p>
<p>edition suhrkamp 2550<br />
382 Seiten, Broschur<br />
Euro 13,00 [D] / Euro 13,40 [A] / sFr 23.40<br />
(ISBN 978-3-518-12550-2)</p>
<p>Zur <a title="Suhrkamp Verlag" href="http://www.suhrkamp.de/titel/titel.cfm?bestellnr=12550" target="_blank">Verlagsinfo</a>.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Vorhang auf und Bühne frei!]]></title>
<link>http://renejonas.wordpress.com/2008/10/31/vorhang-auf-und-buhne-frei/</link>
<pubDate>Thu, 30 Oct 2008 23:14:47 +0000</pubDate>
<dc:creator>renejonas</dc:creator>
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<description><![CDATA[Es geht los. Der Mensch beginnt ja immer mehr damit, sich transparent zu machen, alles von sich prei]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Es geht los. Der Mensch beginnt ja immer mehr damit, sich transparent zu machen, alles von sich preis zu geben, wenn man ihm nur die geeigneten Felder zum ausfüllen vorgibt. Auch ich werde mich nun dem anschließen &#8211; vielleicht nicht ganz freiwillig, sondern auch zum Teil verleitet durch mein Studium der Angewandten Medienwissenschaften an der TU Ilmenau und dort insb. durch die Veranstaltung &#8220;Digitale Kommunikation&#8221;, die im 7. Semester angeboten wird.</p>
<p>Im Rahmen dieser Lehrveranstaltung werde ich diesen Blog und die daran angeschlossenen Seiten mit Inhalt füllen, in der Hoffnung von den großen Suchmaschinen dieser Welt gefunden zu werden und Dinge über mich zu veröffentlichen bevor es ein andere über mich tut.</p>
<p>In diesem Sinne: Lasst die Spiele beginnen!!!</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der Graf zahlt]]></title>
<link>http://marschflugkoerper.wordpress.com/2008/08/31/der-graf-zahlt/</link>
<pubDate>Sun, 31 Aug 2008 09:07:36 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mark</dc:creator>
<guid>http://marschflugkoerper.wordpress.com/2008/08/31/der-graf-zahlt/</guid>
<description><![CDATA[Was das Archiv mit dem Vampirismus und anderen Untoten verbindet, ist die Idee eines unendlichen Leb]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><blockquote><p>Was das Archiv mit dem Vampirismus und anderen Untoten verbindet, ist die Idee eines unendlichen Lebens. Beide sind von dem Ideal unendlicher Wiederholbarkeit geprägt: Der Vampir, sofern er erfolgreich ist und seine tägliche Blutdosis erhält, wird mit dem ewigen Leben belohnt (oder meist eher bestraft) – genauso wie die archivierten Gegenstände und Bücher die jetzt Lebenden überleben sollen. Es ist die metaphysische Idee einer unendlichen Wiederholbarkeit, einer Idealität ohne Endlichkeit, die in der Populärkultur ein großes Faszinosum entfaltet und zum beliebten Stoff wird. Die Logik des Archivs wird gerade durch die Figur des Vampirs am besten repräsentiert.</p></blockquote>
<p>Achtung: Neue <a href="http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie-5">Bibliotheksausweise</a> [<a href="http://digiom.wordpress.com/2008/08/28/schriftenreihe-mediologie-15-bande-zum-kostenlosen-download/">via</a>] nur gegen Vorlage eines Kruzifixes.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Schriftenreihe Mediologie: 15 Bände zum kostenlosen Download]]></title>
<link>http://digiom.wordpress.com/2008/08/28/schriftenreihe-mediologie-15-bande-zum-kostenlosen-download/</link>
<pubDate>Thu, 28 Aug 2008 06:06:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>digiom</dc:creator>
<guid>http://digiom.wordpress.com/2008/08/28/schriftenreihe-mediologie-15-bande-zum-kostenlosen-download/</guid>
<description><![CDATA[Medienwissenschaftsstudierende, opjepass! Das Kölner Forschungskolleg Medien und Kulturelle Kommunik]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img src="http://digiom.wordpress.com/files/2008/08/mediologie11.jpg" alt="" width="200" height="298" align="right" />Medienwissenschaftsstudierende, opjepass! Das Kölner Forschungskolleg <a href="http://www.fk-427.de">Medien und Kulturelle Kommunikation</a> wird nach der dritten Runde seine Pforten schließen, möglicherweise war das der Anlass zu diesem begrüßenswerten Schritt: <a href="http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie">15 der 17 Bände der Reihe Mediologie gibt es nun zum kostenlosen Download</a>! </p>
<p>Man kann sich nur wünschen, dass andere Verlage bzw. Herausgeber nachziehen &#8211; früher oder später wird nur noch das gelesen werden (erst recht von Studierenden) was auch gratis bzw. zu vernünftigen online verfügbar ist. </p>
<p>Die Preise, die man derzeit bei Services wie <a href="http://www.highbeam.com">Highbeam</a> zu bezahlen hat, sind ja mehr als absurd &#8211; wobei es einem auch schwer gemacht wird, überhaupt heraus zu finden was der Service kostet. Highbeam scheint eine Pauschale unbekannter Höhe zu erheben, bei <a href="http://www.jstor.org">JSTOR</a> liegen die Preise für einzelne Artikel in der Regel jenseits der 20 Dollar Grenze. Access to knowledge for all!</p>
<p>Die in der  Reihe Mediologie verfügbaren Bände sind in den Jahren 2001-2006 erschienen &#8211; hier ist eine Liste der Titel, die Links führen jeweils zur individuellen Downloadseite. Es empfiehlt sich je nach Verbindung oder Speicherplatz,auf die Größe der Dateien zu achten &#8211; manche laden mit 13 MB ganz flott, bei anderen lassen Druckmarken und Dateigrößen von bis zu 77 MB ahnen, dass die Herausgeber noch nicht so ganz in der Onlinewelt zu Hause sind. Egal &#8211; der Wille zählt, hier ist das Eingemachte:</p>
<ul>
<li>Band 1: <a class='wikilink' href='http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie-1'>Schnittstelle. Medien und Kulturwissenschaften</a>, hg. v. Georg Stanitzek und Wilhelm Voßkamp, Köln: DuMont 2001.
</li>
<li>Band 2: <a class='wikilink' href='http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie-2'>Die Adresse des Mediums</a>, hg. v. Stefan Andriopoulos, Gabriele Schabacher und Eckhard Schumacher, Köln: DuMont 2001.
</li>
<li>Band 3: <a class='wikilink' href='http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie-3'>Medien der Präsenz. Museum, Bildung und Wissenschaft im 19. Jahrhundert</a>, hg. v. Jürgen Fohrmann, Andrea Schütte und Wilhelm Voßkamp, Köln: DuMont 2001.
</li>
<li>Band 4: <a class='wikilink' href='http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie-4'>Korrespondenzen. Visuelle Kultur zwischen früher Neuzeit und Gegenwart</a>, hg. v. Matthias Bickenbach und Axel Fliethmann, Köln: DuMont 2002.
</li>
<li>Band 5: <a class='wikilink' href='http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie-5'>Archivprozesse. Die Kommunikation der Aufbewahrung</a>, hg. v. Leander Scholz und Hedwig Pompe, Köln: DuMont 2002.
</li>
<li>Band 6: <a class='wikilink' href='http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie-6'>Medien in Medien</a>, hg. v. Claudia Liebrand und Irmela Schneider, Köln: DuMont 2002.
</li>
<li>Band 7: <a class='wikilink' href='http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie-7'>Manus Loquens. Medium der Geste &#8211; Gesten der Medien</a>, hg. v. Matthias Bickenbach, Annina Klappert und Hedwig Pompe, Köln: DuMont 2003.
</li>
<li>Band 8: Claudia Liebrand: <a class='wikilink' href='http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie-8'>Gender-Topographien. Kulturwissenschaftliche Lektüren von Hollywoodfilmen der Jahrhundertwende</a>, Köln: DuMont 2003.
</li>
<li>Band 9: <a class='wikilink' href='http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie-9'>Medien/Stimmen</a>, hg. v. Cornelia Epping-Jäger und Erika Linz, Köln: DuMont 2003.
</li>
<li>Band 10: <a class='wikilink' href='http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie-10'>Das Gesicht ist eine starke Organisation</a>, hg. v. Petra Löffler und Leander Scholz, Köln: DuMont 2004.
</li>
<li>Band 11: <a class='wikilink' href='http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie-11'>Originalkopie. Praktiken des Sekundären</a>, hg. v. Gisela Fehrmann, Erika Linz, Eckhard Schumacher und Brigitte Weingart, Köln: DuMont 2004.
</li>
<li>Band 12: <a class='wikilink' href='http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie-12'>Freund Feind &#38; Verrat</a>, hg. v. Cornelia Epping-Jäger, Torsten Hahn und Erhard Schüttpelz, Köln: DuMont 2004.
</li>
<li>Band 13: <a class='wikilink' href='http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie-13'>Popularisierung und Popularität</a>, hg. v. Gereon Blaseio, Hedwig Pompe und Jens Ruchatz, Köln: DuMont 2005.
</li>
<li>Band 14: <a class='wikilink' href='http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie-14'>Sichtbares und Sagbares. Text-Bild-Verhältnisse</a>, hg. v. Wilhelm Voßkamp und Brigitte Weingart, Köln: DuMont 2005.
</li>
<li>Band 15: <a class='wikilink' href='http://www.fk-427.de/Profil/Mediologie-15'>Die Listen der Evidenz, hg. v. Michael Cuntz, Barbara Nitsche, Isabell Otto und Marc Spaniol</a>, Köln: DuMont 2006.
</li>
</ul>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Film, Zuschauer und neue Medien]]></title>
<link>http://dvdbiblog.wordpress.com/2008/08/06/film-zuschauer-und-neue-medien/</link>
<pubDate>Wed, 06 Aug 2008 16:56:01 +0000</pubDate>
<dc:creator>dvdbiblog</dc:creator>
<guid>http://dvdbiblog.wordpress.com/2008/08/06/film-zuschauer-und-neue-medien/</guid>
<description><![CDATA[Ein Hinweis aus dem Premium-Filmblog Green Cine Daily von David Hudson: Michael S. Newman macht sich]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://michaelznewman.googlepages.com/"><img class="alignleft" style="margin-left:10px;margin-right:10px;" src="http://michaelznewman.googlepages.com/mzncathedralsquare.jpg/mzncathedralsquare-custom;size:152,146.jpg" alt="" width="101" height="98" /></a>Ein Hinweis aus dem Premium-Filmblog <a href="http://daily.greencine.com/archives/006472.html#more">Green Cine Daily</a> von David Hudson: <a href="http://michaelznewman.googlepages.com/"><strong>Michael S. Newman </strong></a>macht sich in seinem Blog<a href="http://zigzigger.blogspot.com/2008/08/notes-on-cult-films-and-new-media.html"> </a><strong><a href="http://zigzigger.blogspot.com/2008/08/notes-on-cult-films-and-new-media.html">Zigzigger &#8211; On the Audiovisual &#38; Beyond</a> </strong>Gedanken über die Veränderung der Filmkultur durch repetitive Medien wie Video und vor allem DVD. Seine Thesen: Independent-Filme werden komplexer und erfordern ein mehrfaches Sehen. Neue, individuelle Medien verändern das Verhältnis des Zuschauers zum Film und lassen ihn aus seiner Zuschauerrolle heraustreten:</p>
<blockquote><p>&#8220;I&#8217;ve been writing for the past few weeks about indie films that make prominent formal play or certain kinds of complexity that rewards repeated viewing. Many of these films are hard to understand in a fully satisfying way the first time through. They have scrambled temporal structures or ambiguous levels of subjective/objective narration. (These include Pulp Fiction, Mystery Train, Donnie Darko, The Limey, Memento, Primer, and The Nines.) Along the way I have had to consider that many of these films have attained cult status, and that the difficulty they present for first-time viewers might encourage audiences to form fandoms around these films that can organize knowledge about them, especially through the social networks of the web&#8230;</p>
<p>It strikes me that new media technologies have significant effects on the history of cult cinema. (I&#8217;m not sure how original my insights about this will be here, but they&#8217;re new to me, so I&#8217;m offering them up.) My basic point is that <strong>the availability of films to own on videotape, disc, or computer file marks a transformation in the way audiences engage with the film text, and that this transformation makes the cult mode of film experience much more typical, more available to more viewers and to more movies</strong>.&#8221; (<a href="http://zigzigger.blogspot.com/2008/08/notes-on-cult-films-and-new-media.html">Notes on Cult Films and New Media Technology</a>)</p></blockquote>
<p>Michael S. Newman bezieht sich dabei auf David Bordwell (<strong><a href="http://www.davidbordwell.net/blog/?p=827">&#8220;New Media and Old Storytelling&#8221;</a></strong>), der wiederum auf Jason Mitchells Blog <a href="http://justtv.wordpress.com/2007/05/13/storytelling-technologies/#more-72">Just TV</a> verweist.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 110px"><a href="http://www.davidbordwell.net/blog/?p=827"><img src="http://www.davidbordwell.net/blog/wp-content/uploads/dvd-disc-bendy-400.jpg" alt="" width="100" height="65" /></a><p class="wp-caption-text">Bordwell: &#34;The DVD made a movie more like a book&#34;.</p></div>
<p>sowie auf das Buch von Henry Jenkins <a href="http://books.google.com/books?id=RlRVNikT06YC&#38;dq=%22convergence+culture%22&#38;pg=PP1&#38;ots=9z2HoxXALr&#38;sig=6BkX5UyOpKhLywabjFfvVigWamE&#38;hl=en&#38;sa=X&#38;oi=book_result&#38;resnum=1&#38;ct=result"><strong>&#8220;Convergence Culture &#8211; Where Old and New Media Collide&#8221;</strong></a>.</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://www.amazon.com/Convergence-Culture-Where-Media-Collide/dp/0814742955"><img class="aligncenter" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/5130OV-lEpL._SL500_BO2,204,203,200_PIsitb-dp-500-arrow,TopRight,45,-64_OU01_AA240_SH20_.jpg" alt="" width="140" height="140" /></a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>

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