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	<title>modethese &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "modethese"</description>
	<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 18:49:56 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Wie die Mode in Mode kam]]></title>
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<pubDate>Sat, 29 Mar 2008 15:01:45 +0000</pubDate>
<dc:creator>jasminrifai</dc:creator>
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<description><![CDATA[„Wer über Mode schreibt, wäre ein Narr, wenn er meinte, auch nur das geringste zur Heilung ihrer Ver]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p class="MsoBodyText"><a href="http://jasminrifai.files.wordpress.com/2008/04/3_47_hz_9kipakq_0_266x400.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-134" src="http://jasminrifai.wordpress.com/files/2008/04/3_47_hz_9kipakq_0_266x400-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a></p>
<p class="MsoBodyText"><span>„Wer über Mode schreibt, wäre ein Narr, wenn er meinte, auch nur das geringste zur Heilung ihrer Verrücktheit beitragen zu können“, erkannte vor vielen Jahren  der deutsche Philosoph Friedrich Theodor Vischer (1807-1887) mit erstaunlichem Weitblick. Da eine Heilung der Menschheit von dieser Krankheit nicht möglich scheint, soll wenigstens der Versuch einer Anamnese unternommen werden. Was ist Mode? Und woher kommt sie?</span><!--more--></p>
<p class="MsoBodyText"><span>Die Mode kommt aus Paris. Ihr wichtigstes Merkmal ist das sie wechselt. Kaum ist sie „in Mode“ ist sie auch schon wieder „aus der Mode“. Mode ist der Wunsch nach Veränderung, nach Wandel, sagen die Modemacher.</span><!--more--><span> Im Gegensatz dazu sehen Modekritiker wie Vischer in der Mode die Verschmähung allen Auffallens, was allerdings nicht mit Unauffälligkeit verwechselt werden dürfe. Das perfide an Mode sei, dass sie jede erdenkliche Freiheit gebe, sich innerhalb einer festgelegten Form von anderen abzuheben, so die These des Professors. Die  grundsätzliche Voraussetzung für die Entstehung der Mode sei der Dualismus des Lebens, meint Georg Simmel. So wie der Mensch gleichzeitig Ruhe und Bewegung benötige, so habe er das Bedürfnis nach Zusammenschluß und Absonderung. Während das Bedürfnis nach sozialer Gemeinschaft durch Zusammenschluß mit Gleichgesinnten verwirklicht werde, was nicht zuletzt durch den Kleidungsstil dokumentiert wird, befriedige der dadurch erreichte Ausschluß von anderen Gruppen das Absonderungsbedürfnis. Für beide Kritiker ist die nivellierende Funktion der Mode kennzeichnend, die sowohl Völker als auch Individuen angleiche. </span></p>
<p class="MsoBodyText"><strong><span>Sie war, sie ist, sie bleibt – Mode und Geschichte</span></strong></p>
<p class="MsoBodyText"><span>„Die Mode sei eine Zeitströmung, die parallel zur Weltgeschichte durch die Gesellschaft fließt“, meint Charlotte Seeling, Herausgeberin eines Standardwertes zur Mode im zwanzigsten Jahrhundert sehr prosaisch. Unbestritten ist: Der Wunsch nach schönen Kleidern existierte zu allen Zeiten. Bereits in Ägypten, 3000 Jahre v.u.Z. galt Kleidung als Statussymbol und hatte die bis heute erhalten gebliebene Eigenschaft, dass ihre unpraktische   Kompliziertheit mit der Höhe des gesellschaftlichen Standes des Trägers  zunahm. So trugen die Ägypterinnen bei festlichen Anlässen hautenge, knöchellange, weiße Gewänder, die so eng geschnitten waren, dass gehen kaum möglich war. Zweckmäßiger kleideten sich später die Griechen (ca. 470-300 v.u.Z.). Der männliche Hellene trug wahlweise den Chlamys, einen ungegürteten Mantel, der aus einem viereckigen Wolltuch gebunden wurde oder das berühmte hemdartige Leinengewand, den Chiton. Die Griechinnen zeigten sich häufig im Peplos, einem Überwurf. Später wurde dieser ebenfalls durch den Chiton ersetzt, der meist länger war als bei den Männern. Variiert haben die Griechen ihre Kleidung hauptsächlich durch die Art wie die Überhänge gefaltet wurden. Im Römischen Reich (ca. 300 v.u.Z.-350) kleideten sich Frauen wie Männer in die Tunika, ein ärmelloses und kurzärmliches Baumwollhemd. In der Öffentlichkeit wurden Umhänge übergezogen, Männer einen Toga und die Frauen eine Palla. Aus der römischen Mode entwickelte sich die europäische Mode des Mittelalters (ca. 800-1100) und auch die byzantinische Mode des 12. Jahrhunderts steht noch unter dem Einfluß römischer, aber auch orientalischer Faktoren. </span></p>
<p class="MsoBodyText"><strong><span>Revolution durch Leute ohne Kniehosen </span></strong></p>
<p class="MsoBodyText"><span>Große Veränderungen erfuhr die Mode zur Zeit der Französischen Revolution. Während im Rokoko der Adel noch mit dekadent teuren Stoffen protzte und sich Angehörige des Dritten Standes oft mit Lumpen begnügen mussten, verkündete die Nationalversammlung 1790 die Abschaffung aller Standestracht. Samt, Seide, Puder und Perücke verschwanden vorerst. Der bisher geschmähte schwarze Tuchrock wurde zum Ehrenkleid des Bürgers erhoben. Später trugen ihn auch die Jakobiner. Mit ihren den Arbeitern, Bauern und Matrosen entliehenen Kleidern wie kurzen Jacken und  Latzhosen erregte eine Gruppe besonderes Aufsehen. Aufgrund ihrer langen geschlossenen Hosen nannte man die Träger Sansculotten, was soviel wie „Leute ohne Kniehose“ bedeutet. Natürlich existierten weltweit eine Vielzahl von anderen Kleidungsweisen. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Herstellung von Kleidung ein Handwerk, ausgeübt von Schneidern, Näherinnen und Modistinnen für die Herren und für die Damen. Jedes Kleidungsstück wurde nach individuellen Maßen und Wünschen angefertigt. Außerdem konnte fast jede Frau nähen, was vor allem in den ärmeren Schichten lebensnotwendig war, da es diesen kaum möglich war Kleidung zu kaufen. Das änderte sich erst, als Charles Frederick Worth 1858 die Haute Couture ins Leben rief. Er nähte keine Kleidung nach den Wünschen der Kundin, sondern entwarf ganze Kollektionen, die er den zahlungskräftigen Damen vorstellte.  Er  begann außerdem seine Kreationen mit seinem Namen zu signieren. Mit der Geburtsstunde des Markenzeichens wurde aus dem Fournisseur ein Couturier, aus der Schneiderin eine Modeschöpferin, aus dem Handwerker ein Künstler. Ausgerechnet ein  Engländer  gilt  als der Begründer der französischen Haute Couture. </span></p>
<p class="MsoBodyText"><strong><span>Nieder mit dem Mieder – Poiret befreit die Frauen</span></strong></p>
<p class="MsoBodyText"><span>Eine zarte, ungebräunte Haut und eine extrem schlanke Taille waren Merkmale der Schönheiten um die Jahrhundertwende. Dafür nahm frau jede Gesundheitsgefährdung in Kauf. Das eng geschnürte Korsett führte nicht nur zu lautstarken Verdauungsproblemen, sondern deformierte auch die inneren Organe. Es war der Franzose Paul Poiret (1879-1944), der die eingezwängte Damenwelt von ihren Fesseln befreite. Im Jahre 1903 macht sich der Sohn eines Stoffhändlers mit seinem ersten Modesalon selbständig. Er entwirft schlichte, schmale und leichte Kleider, die die Frauen im Gegensatz zu den herausgeputzten Madames der Belle Époque ungeschnürt und beweglich und vor allem gesünder aussehen lassen. Allerdings war seine revolutionäre Tat nicht emanzipatorisch, sondern ausschließlich ästhetisch motiviert. „Die Mode braucht einen Tyrannen“, war Poirets Devise, der sich selbst in der Rolle des befreienden Despoten sah. Im Jahre 1911 sorgte er mit seinem Hosenrock für einen  Skandal,  worauf ihn  Papst Pius X. wegen Unmoral verdammte. Poiret entwickelte sich schließlich vom Modeschöpfer zum ersten Designer, der nicht nur Mode, sondern alles verkaufen konnte, was seinen Namen zierte. </span></p>
<p class="MsoBodyText"><span>Der Erste Weltkrieg bedeutete auch in der Mode eine Zäsur. Der schnörkellose Militärstil fand Eingang in die Mode. Während die Männer an der Front für das Vaterland starben, erledigten die Frauen in der Heimat ihre Arbeiten. Sie schufteten in Munitionsfabriken, in der Landwirtschaft und auf dem Bau. Frau trug nun Arbeitskleidung, Uniformen und nicht zuletzt Trauerbekleidung. Poiret musste sein Couture-Haus während des Krieges schließen. Anschließend verlor er an Bedeutung für die Modeszene. Er stirbt verarmt, verbittert und vergessen. Neue Modeschöpfer erobern die Laufstege und die Portmonaies der „feinen“ Gesellschaft. </span></p>
<p class="MsoBodyText"><strong><span>Dekadenz und Depression</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span>Einige Zeit nach dem Krieg begannen die angeblich „goldenen Zwanziger“, Charleston und Jazz, freie Liebe und Zigaretten, Geburtenkontrolle und kurze Röcke bestimmten die Zeit bis 1929. Gelebt wurde auf der Überholspur. Alkohol, Nikotin und Opium waren die Kraftstoffe des Lebens. Nichts verkörpert die Sehnsucht nach Wohlstand mehr als das „Gewand des Optimismus“ &#8211; die Krinoline. 1920 beginnt die Erfolgsgeschichte einer Frau, deren Ideen noch heute die Mode prägen: Coco Chanel. Zum klassischen Chanel-Look  gehörte das zwanglose, funktional geschnittene, bortengesäumte Tweed-Kostüm mit kragenloser Cardigan-Jacke und kurzem, ausgestelltem Rock, die typische Perlenkette im Stil des <span>Art deco</span> und ein Matrosenhut auf kurzem Haar. Weltberühmt wurde ihr <span>Parfüm</span> Chanel No. 5<em>.</em> Während des 2. Weltkrieges und in den Nachkriegsjahren legte Chanel eine schöpferische Pause ein, machte aber 1954 erneut mit ihrer spektakulären Kollektion auf sich aufmerksam. Die Epoche des Nationalsozialismus wird in den meisten Publikationen zur Modegeschichte dezent ausgespart.</span></p>
<p class="MsoNormal" align="center"><strong><span>Die Moden wechseln und wechseln und</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" align="center"><strong><span>wechseln&#8230;</span></strong></p>
<p class="MsoNormal"><span>1947 entwirft Christian Dior (1905-1957)seinen „New Look“. Er zeichnete sich durch weiche, abfallende Schultern und extrem schmale Taillen aus. Mit der Emanzipation der Frau war es vorerst vorbei. „Mann“ war der Ernährer, Frau die Hüterin des Hauses. Sie diente  als Aushängeschild für den Erfolg ihres Mannes und hatte sich entsprechend makellos zu präsentieren. Eingeschnürt in neue Korsetts und alte Konventionen.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Straßenmode fand in der folgenden Dekade  Eingang in die Haute Couture. Yves Saint Laurent, dem 1958 die Führung des Hauses Dior anvertraut worden war, zeigte  schwarze Rollkragenpullis und Lederbloussons.  Strick-Strumpfhosen, flache Stiefel und No-Bra-Büstenhalter lösten Mieder, Strapse und Stilettos der 50er Jahre ab.  Die Hippies schockierten mit ihren wildwuchernden Mähnen. Mädchen und Burschen ließen sich aufgrund ähnlichem Haarschnittes oft schwer unterscheiden, meinten zumindest die ‚anständigen’ Bürger. Blumen trug man  als Symbol für den Frieden, während man Haschisch rauchend, in wallenden Gewändern durch die Natur schlurfte. Wahre  Hippies  suchten auf Flohmärkten nach „authentischer“ Kleidung. Bald wurde ihre Mode  auch in den Boutiquen vermarktet und die Industrie kopierte den Charme schlabbriger Gewänder. Später kam dann die Kelly-Familie und steigerte den Hippi-Look ins Extreme. </span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Ende der siebziger Jahre schlugen die Punks dem guten Geschmack die Faust ins Gesicht, doch  schon wenig später war es  wieder schick, reich und gut gekleidet zu sein und sich nicht für Politik zu interessieren. Die nun erwachsen gewordenen Jahrgänge der sechziger Jahre wollten vor allem Geld verdienen &#8211; viel, schnell und ohne Rücksicht. Das Schlagwort in den Achtzigern hieß ,,Dressed for success“. Yuppies waren ledig und kinderlos und machten als Börsenmakler, Anwälte oder in der Medienbranche Karriere. </span><span>Popstar Madonna lieferte den passenden Soundtrack: ,,I am a material girl and I am living in a material world“. </span><span>Männliche Yuppies trugen den sogenannten Powerlook: Zweireihige Anzüge von Armani oder Hugo Boss mit extrem ausgeformten Schulterpolstern symbolisierten Ehrgeiz und Ellbogenmentalität. Der weibliche Yuppie trug ein stark tailliertes Kostüm mit ebenfalls extremen Schulterpolstern, kurzem, engen Rock und Bluse. Außerdem wurde auch der Hosenanzug zur Standard-Arbeitsbekleidung weiblicher leitenden Angestellten. Die Schulterpolster sollten Autorität und Macht ausstrahlen. Als 1987 die Börse wie ein Kartenhaus zusammenbrach war es dann zu Ende mit dem Yuppi-Kult.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span><br />
In der Mode der neunziger Jahre begannen sich sowohl bei Frauen als auch bei Männern zurückhaltend gestylte ,,Basics“ durchzusetzen. Schick, schlicht, gesellschaftlich akzeptiert,  zweckmäßig, unauffällig und nicht protzig waren Attribute dieser Zeit. Neben den Minimalisten gab es auch im neunten Jahrzehnt des Jahrhunderts vor allem unter Jugendlichen wieder eine Gruppe, die eher den Ideen der Anti-Mode folgten. Second-Hand-Mode und Individualismus waren wieder gefragt. Die von Sport und Musik inspirierte Street-Mode wurde populär. Neue Stoffe versprachen Komfort und Freiheit, bügelfrei, mikrobenfrei, atmungs- oder thermoaktiv oder UV-Strahlen-resistent.</span></p>
<p class="MsoBodyText"><span>Mit dem Siegeszug der Internethelden und –heldinnen wie Lara Croft zeigten sich der taffe User, die taffe Userin mit bauchfreiem Shirt, knappen Shorts, Rucksack, Para-Boots, farblich an den Military-Look erinnernd. Die Geschichte der Mode ist eine unendliche. Die Schutzfunktion der Kleidung, die noch für unsere Vorfahren existenziell notwendig war, ist immer weiter zurückgedrängt worden zugunsten ihrer modernen Aufgabe, ein bestimmtes Image des Träger zu demonstrieren. Mode ist heute eben doch oft mehr Schein als Sein.</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>agent provocateur 11</span></p>
<p class="MsoNormal"><span>Herbst 2002</span></p>
<p class="MsoNormal">
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