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	<title>morike-gedicht-des-tages &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/morike-gedicht-des-tages/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "morike-gedicht-des-tages"</description>
	<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 19:17:30 +0000</pubDate>

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<item>
<title><![CDATA[Zum zehnten Dezember]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/12/12/zum-zehnten-dezember/</link>
<pubDate>Wed, 12 Dec 2007 07:56:53 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
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<description><![CDATA[Hingen denn vor einem Jahre »Sie ist mündig!« Sagt mir, Leute, Wie versteh ich dieses Wort? Ach ein ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Hingen denn vor einem Jahre<br />
»Sie ist mündig!« Sagt mir, Leute,<br />
Wie versteh ich dieses Wort?<br />
Ach ein Kind war sie bis heute,<br />
Bleibt sie das nicht immerfort? Um dies Morgenangesicht<br />
Kindlicher die blonden Haare<br />
Und in goldenerem Licht?</p>
<p>Zögen heut zu diesem Herzen,<br />
Fromm geartet, hold und rein,<br />
Andre Freuden, andre Schmerzen,<br />
Ganz ein neues Wesen ein?</p>
<p>Und zu glänzen allerorten,<br />
Würde sie der großen Welt,<br />
An Gebärde, Sitt und Worten<br />
Ihren Schwestern gleichgestellt?</p>
<p>Nein! ein Engel dieser Erden<br />
Ohne Wandel bleibet sie.<br />
Eine Fürstin kann sie werden,<br />
Eine Dame wird sie nie!</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Epistel]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/11/17/epistel/</link>
<pubDate>Sat, 17 Nov 2007 20:22:15 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wie sich dein neuer Poet in unserem Kreise gefalle? Nicht zum besten. Er meint, man verstünd ihn ebe]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Wie sich dein neuer Poet in unserem Kreise gefalle?<br />
Nicht zum besten. Er meint, man verstünd ihn eben auch hier nicht.<br />
Jetzo hat er ein griechisches Epos, hör ich, die Argo-<br />
nauten, heroische Form, auf dem Amboß. Segn&#8217; es der Gott ihm,<br />
Aber zu lesen begehr ich es nicht. Glaub mir, das ist auch so<br />
Eins von den sauren Genies, dergleichen wir mehrere kennen.<br />
Wortkarg streicht er den Schnurrbart sich, wie verstimmt und befangen,<br />
Wenn man des Trefflichsten irgend gedenkt von den Alten und Neuen;<br />
Oder er mäkelt daran mit kleinlichem Tadel, von fern erst,<br />
Bis er, hitziger werdend im Streit, Maßloses daherschwatzt<br />
Und wie ein stätischer Esel hinausschlägt, wo es auch hintrifft.<br />
Das sind schlimme Symptome. &#8211; Vernimm ein homerisches Gleichnis<br />
(Pflegten wir doch vormals in parodischer Laune zuweilen<br />
Stundenlang nach der Weise des göttlichen Alten zu reden)<br />
Gleichwie die gelbliche Birne zur Herbstzeit, wenn sie gereifet<br />
Fiel vom Ast und im Fall von der dornigen Hecke verwundet<br />
Liegt am Boden, alsbald mit schwärmenden Wespen bedeckt ist,<br />
Welche sie rings aushöhlen, die gierigen Kiefer bewegend<br />
Also strotzet sein Herz von wilden Gedanken der Ehrsucht<br />
Und des verzehrenden Neids. Ihn blendete völlig ein Dämon.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Septembermorgen]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/09/27/septembermorgen/</link>
<pubDate>Thu, 27 Sep 2007 20:27:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
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<description><![CDATA[Im Nebel ruhet noch die Welt, Noch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Im Nebel ruhet noch die Welt,<br />
Noch träumen Wald und Wiesen:<br />
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,<br />
Den blauen Himmel unverstellt,<br />
Herbstkräftig die gedämpfte Welt<br />
Im warmen Golde fließen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Bilder aus Bebenhausen (3)]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/07/19/bilder-aus-bebenhausen-3/</link>
<pubDate>Thu, 19 Jul 2007 10:34:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/07/19/bilder-aus-bebenhausen-3/</guid>
<description><![CDATA[3. Ebendaselbst Eulenspiegel am Kreuzgang, was? der verrufne Geselle Als Gurtträger? Und wem hält er]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p align="center"><strong>3. Ebendaselbst</strong></p>
<p>Eulenspiegel am Kreuzgang, was? der verrufne Geselle<br />
Als Gurtträger? Und wem hält er sein Spiegelchen vor?<br />
Einem entrüsteten Mönch, der ganz umsonst sich ereifert;<br />
Immer nur lachet der Schalk, weis&#8217;t ihm die Eule und lacht.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Bilder aus Bebenhausen (2)]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/07/12/bilder-aus-bebenhausen-2/</link>
<pubDate>Thu, 12 Jul 2007 09:42:47 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/07/12/bilder-aus-bebenhausen-2/</guid>
<description><![CDATA[2. Brunnen-Kapelle am Kreuzgang Hier einst sah man die Scheiben gemalt, und Fenster an Fenster Strah]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p align="center"><strong>2. Brunnen-Kapelle am Kreuzgang</strong></p>
<p>Hier einst sah man die Scheiben gemalt, und Fenster an Fenster<br />
Strahlte der dämmernde Raum, welcher ein Brünnlein umschloss,<br />
Dass auf der tauenden Fläche die farbigen Lichter sich wiegten,<br />
Zauberisch, wenn du wie heut, herbstliche Sonne, geglänzt.<br />
Jetzo schattest du nur gleichgültig das steinerne Schmuckwerk<br />
Ab am Boden, und längst füllt sich die Schale nicht mehr.<br />
Aber du zeigst mir tröstlich im Garten ein blühendes Leben,<br />
Das dein wonniger Strahl locket aus Moder und Schutt.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Peregrina (V)]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/07/11/peregrina-v/</link>
<pubDate>Wed, 11 Jul 2007 15:22:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/07/11/peregrina-v/</guid>
<description><![CDATA[V Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden, Geht endlich arm, zerrüttet, unbeschuht; Dies edle H]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p align="center"><strong>V</strong></p>
<p>Die Liebe, sagt man, steht am Pfahl gebunden,<br />
Geht endlich arm, zerrüttet, unbeschuht;<br />
Dies edle Haupt hat nicht mehr, wo es ruht,<br />
Mit Tränen netzet sie der Füsse Wunden.</p>
<p>Ach, Peregrinen hab ich so gefunden!<br />
Schön war ihr Wahnsinn, ihrer Wange Glut,<br />
Noch scherzend in der Frühlingsstürme Wut,<br />
Und wilde Kränze in das Haar gewunden.</p>
<p>Wars möglich, solche Schönheit zu verlassen?<br />
- So kehrt nur reizender das alte Glück!<br />
O komm, in diese Arme dich zu fassen!</p>
<p>Doch weh! o weh! was soll mir dieser Blick?<br />
Sie küsst mich zwischen Lieben noch und Hassen,<br />
Sie kehrt sich ab, und kehrt mir nie zurück.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Peregrina (IV)]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/07/10/peregrina-iv/</link>
<pubDate>Tue, 10 Jul 2007 11:23:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/07/10/peregrina-iv/</guid>
<description><![CDATA[IV Warum, Geliebte, denk ich dein Auf einmal nun mit tausend Tränen, Und kann gar nicht zufrieden se]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p align="center"><strong>IV</strong></p>
<p>Warum, Geliebte, denk ich dein<br />
Auf einmal nun mit tausend Tränen,<br />
Und kann gar nicht zufrieden sein,<br />
Und will die Brust in alle Weite dehnen?</p>
<p>Ach, gestern in den hellen Kindersaal,<br />
Beim Flimmer zierlich aufgesteckter Kerzen,<br />
Wo ich mein selbst vergass in Lärm und Scherzen,<br />
Tratst du, o Bildnis mitleid-schöner Qual;<br />
Es war dein Geist, er setzte sich ans Mahl,<br />
Fremd sassen wir mit stumm verhaltnen Schmerzen;<br />
Zuletzt brach ich in lautes Schluchzen aus,<br />
Und Hand in Hand verliessen wir das Haus.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Peregrina (III)]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/07/09/peregrina-iii/</link>
<pubDate>Mon, 09 Jul 2007 14:11:36 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/07/09/peregrina-iii/</guid>
<description><![CDATA[III Ein Irrsal kam in die Mondscheingärten Einer einst heiligen Liebe. Schaudernd entdeckt ich verjä]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p align="center"><strong>III</strong></p>
<p>Ein Irrsal kam in die Mondscheingärten<br />
Einer einst heiligen Liebe.<br />
Schaudernd entdeckt ich verjährten Betrug.<br />
Und mit weinendem Blick, doch grausam,<br />
Hiess ich das schlanke,<br />
Zauberhafte Mädchen<br />
Ferne gehen von mir.<br />
Ach, ihre hohe Stirn,<br />
War gesenkt, denn sie liebte mich;<br />
Aber sie zog mit Schweigen<br />
Fort in die graue<br />
Welt hinaus.</p>
<p>Krank seitdem,<br />
Wund ist und wehe mein Herz.<br />
Nimmer wird es genesen!</p>
<p>Als ginge, luftgesponnen, ein Zauberfaden<br />
Von ihr zu mir, ein ängstig Band,<br />
So zieht es, zieht mich schmachtend ihr nach!<br />
- Wie? wenn ich eines Tags auf meiner Schwelle<br />
Sie sitzen fände, wie einst, im Morgen-Zwielicht,<br />
Das Wanderbündel neben ihr,<br />
Und ihr Auge, treuherzig zu mir aufschauend,<br />
Sagte, da bin ich wieder<br />
Hergekommen aus weiter Welt!</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[An Clärchen]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/07/04/an-clarchen/</link>
<pubDate>Wed, 04 Jul 2007 13:40:47 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/07/04/an-clarchen/</guid>
<description><![CDATA[Die Freundin immer neu zu schmücken, Ich seh es wohl, ist deine Lust; Darfst du ins Haar den Kranz i]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Die Freundin immer neu zu schmücken,<br />
Ich seh es wohl, ist deine Lust;<br />
Darfst du ins Haar den Kranz ihr drücken,<br />
Des eignen bist du kaum bewußt.Und deinen Augen zu gefallen<br />
Erlaubt sie gern das müßge Spiel.<br />
Ach täglich mehr gefällt sie allen,<br />
Die allen schon zu sehr gefiel!</p>
<p>Du machst sie, wie dir&#8217;s auch gelungen,<br />
Kaum lieblicher als je sie war,<br />
Doch jede dieser Neuerungen<br />
Bringt neue Sorge und Gefahr.</p>
<p>Heut ringeltest du Kinderlocken<br />
Wie schön um Hals und Nacken ihr!<br />
Ein Mädchen sieht das unerschrocken,<br />
Allein bedenk, bedenke, wir!</p>
<p>Zwar muß vom Reiz ein Dichter leben,<br />
Er heischt zurück was du versteckt,<br />
Ihm bleibt der Pfeil ins Herz gegeben<br />
Des Schönen, das ihn ewig neckt;</p>
<p>Nur höre auf, der Welt zu zeigen<br />
Den Schatz, den sie uns schon mißgönnt!<br />
Wer gern ein Kleinod hat zu eigen,<br />
Es ist genug, daß er es kennt.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Peregrina (II)]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/07/03/peregrina-ii/</link>
<pubDate>Tue, 03 Jul 2007 13:04:41 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/07/03/peregrina-ii/</guid>
<description><![CDATA[II Aufgeschmückt ist der Freudensaal. Lichterhell, bunt, in laulicher Sommernacht Stehet das offene ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p align="center"><strong>II</strong></p>
<p>Aufgeschmückt ist der Freudensaal.<br />
Lichterhell, bunt, in laulicher Sommernacht<br />
Stehet das offene Gartengezelte.<br />
Säulengleich steigen, gepaart,<br />
Grün-umranket, eherne Schlangen,<br />
Zwölf, mit verschlungenen Hälsen,<br />
Tragend und stützend das<br />
Leicht gegitterte Dach.</p>
<p>Aber die Braut noch wartet verborgen<br />
In dem Kämmerlein ihres Hauses.<br />
Endlich bewegt sich der Zug der Hochzeit,<br />
Fackeln tragend,<br />
Feierlich stumm.<br />
Und in der Mitte,<br />
Mich an der rechten Hand,<br />
Schwarz gekleidet, geht einfach die Braut;<br />
Schön gefaltet ein Scharlachtuch<br />
Liegt um den zierlichen Kopf geschlagen.<br />
Lächelnd geht sie dahin; das Mahl schon duftet.</p>
<p>Später im Lärmen des Fests<br />
Stahlen wir seitwärts uns beide<br />
Weg, nach den Schatten des Gartens wandelnd,<br />
Wo im Gebüsche die Rosen brannten,<br />
Wo der Mondstrahl um Lilien zuckte,<br />
Wo die Weymouthsfichte mit schwarzem Haar<br />
Den Spiegel des Teiches halb verhängt.</p>
<p>Auf seidnem Rasen dort, ach, Herz am Herzen,<br />
Wie verschlangen, erstickten meine Küsse den scheueren Kuss!<br />
Indes der Springquell, unteilnehmend<br />
An überschwänglicher Liebe Geflüster,<br />
Sich ewig des eigenen Plätscherns freute;<br />
Uns aber neckten von fern und lockten<br />
Freundliche Stimmen,<br />
Flöten und Saiten umsonst.</p>
<p>Ermüdet lag, zu bald für mein Verlangen,<br />
Das leichte, liebe Haupt auf meinem Schoss.<br />
Spielender Weise mein Aug auf ihres druckend<br />
Fühlt ich ein Weilchen die langen Wimpern,<br />
Bis der Schlaf sie stellte,<br />
Wie Schmetterlingsgefieder auf und nieder gehn.</p>
<p>Eh das Frührot schien,<br />
Eh das Lämpchen erlosch im Brautgemache,<br />
Weckt ich die Schläferin,<br />
Führte das seltsame Kind in mein Haus ein.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Bilder aus Bebenhausen (I)]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/28/bilder-aus-bebenhausen-i/</link>
<pubDate>Thu, 28 Jun 2007 07:51:28 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/28/bilder-aus-bebenhausen-i/</guid>
<description><![CDATA[1. Kunst und Natur Heute dein einsames Tal durchstreifend, o trautestes Kloster, Fand ich im Walde z]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>1. Kunst und Natur</strong></p>
<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;">Heute dein einsames Tal durchstreifend, o trautestes Kloster,</p>
<p style="margin-bottom:0;">Fand ich im Walde zunächst jenen verödeten Grund,</p>
<p style="margin-bottom:0;">Dem du die mächtigen Quader verdankst und was dir zum Schmucke</p>
<p style="margin-bottom:0;">Deines gegliederten Turms alles der Meister verliehn.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Ganz ein Gebild des fühlenden Geistes verleugnest du dennoch</p>
<p style="margin-bottom:0;">Nimmer den Mutterschoss drüben am felsigen Hang.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Spielend ahmst du den schlanken Kristall und die rankende Pflanze</p>
<p style="margin-bottom:0;">Nach und so manches Getier, das in den Klüften sich birgt.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Peregrina (I)]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/27/peregrina-i/</link>
<pubDate>Wed, 27 Jun 2007 07:42:20 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/27/peregrina-i/</guid>
<description><![CDATA[Der Spiegel dieser treuen, braunen Augen Ist wie von innerm Gold ein Widerschein; Tief aus dem Busen]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Der Spiegel dieser treuen, braunen Augen<br />
Ist wie von innerm Gold ein Widerschein;<br />
Tief aus dem Busen scheint ers anzusaugen,<br />
Dort mag solch Gold in heilgem Gram gedeihn.<br />
In diese Nacht des Blickes mich zu tauchen,<br />
Unwissend Kind, du selber lädst mich ein -<br />
Willst, ich soll kecklich mich und dich entzünden,<br />
Reichst lächelnd mir den Tod im Kelch der Sünden!</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Jedem das Seine]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/26/jedem-das-seine/</link>
<pubDate>Tue, 26 Jun 2007 13:42:47 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/26/jedem-das-seine/</guid>
<description><![CDATA[Aninka tanzte Vor uns im Grase Die raschen Weisen. Wie schön war sie! Mit den gesenkten, Bescheidnen]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Aninka tanzte</p>
<p>Vor uns im Grase<br />
Die raschen Weisen.<br />
Wie schön war sie!</p>
<p>Mit den gesenkten,<br />
Bescheidnen Augen<br />
Das stille Mädchen -<br />
Mich macht&#8217; es toll!</p>
<p>Da sprang ein Knöpfchen<br />
Ihr von der Jacke,<br />
Ein goldnes Knöpfchen,<br />
Ich fing es auf -</p>
<p>Und dachte Wunder<br />
Was mirs bedeute,<br />
Doch hämisch lächelt&#8217;<br />
Jegór dazu,</p>
<p>Als wollt er sagen:<br />
Mein ist das Jäckchen<br />
Und was es decket,<br />
Mein ist das Mädchen,<br />
Und dein &#8211; der Knopf!</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Besuch in der Kartause]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/23/besuch-in-der-kartause/</link>
<pubDate>Sat, 23 Jun 2007 13:20:48 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/23/besuch-in-der-kartause/</guid>
<description><![CDATA[Epistel an Paul Heyse Als Junggesell, du weisst ja, lag ich lang einmal In jenem luftigen Dörflein a]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>Epistel an Paul Heyse<br />
</strong>Als Junggesell, du weisst ja, lag ich lang einmal<br />
In jenem luftigen Dörflein an der Kindelsteig<br />
Gesundheitshalber müssig auf der Bärenhaut.<br />
Der dicke Förster, stets auf mein Pläsier bedacht,<br />
Wies mir die Gegend kreuz und quer und führte mich<br />
Bei den Kartäusern gleich die ersten Tage ein.<br />
Nun hätt ich dir von Seiner Dignität zunächst,<br />
Dem Prior, manches zu erzählen: wie wir uns<br />
In Scherz und Ernst, trotz meines schwäbischen Ketzertums,<br />
Gar bald verstanden; von dem kleinen Gartenhaus,<br />
Wo ein bescheidnes Bücherbrett die Lieblinge<br />
Des würdigen Herrn, die edlen alten Schwarten trug,<br />
Aus denen uns bei einem Glase Wein, wie oft!<br />
Pränestes Haine, Tiburs Wasser zugerauscht.<br />
Hievon jedoch ein andermal. Er schläft nun auch<br />
In seiner Ecke dort im Chor. Die Mönche sind,<br />
Ein kleiner Rest der Brüderschaft, in die Welt zerstreut;<br />
Im Kreuzgang lärmt der Küfer, aus der Kirche dampft<br />
Das Malz, den Garten aber deckt ein Hopfenwald,<br />
Kaum dass das Häuschen in der Mitte frei noch blieb,<br />
Von dessen Dach, verwittert und entfärbt, der Storch<br />
Auf einem Beine traurig in die Ranken schaut.So, als ich jüngst, nach vierzehn Jahren, wiederkam,<br />
Fand ich die ganze Herrlichkeit dahin. Sei&#8217;s drum!<br />
Ein jedes Ding währt seine Zeit. Der alte Herr<br />
Sah alles lang so kommen, und ganz andres noch,<br />
Darüber er sich eben nicht zu Tod gegrämt.<br />
Bei dünnem Weissbier und versalzenem Pökelfleisch<br />
Sass ich im Gasthaus der gewesnen Prälatur,<br />
Im gleichen Sälchen, wo ich jenes erstemal<br />
Mit andern Fremden mich am ausgesuchten Tisch<br />
Des Priors freute klösterlicher Gastfreiheit.<br />
Ein grosser Aal ward aufgetragen, Laberdan,<br />
Und Artischocken aus dem Treibhaus &#8220;fleischiger&#8221;,<br />
So schwur, die Lippen häufig wischend, ein Kaplan,<br />
&#8220;Sieht sie Fürst Taxis selber auf der Tafel nicht!&#8221;<br />
Des höchsten Preises würdig aber deuchte mir<br />
Ein gelber, weihrauchblumiger Vierunddreissiger,<br />
Den sich das Kloster auf der sonnigsten Halde zog.<br />
Nach dem Kaffee schloss unser wohlgelaunter Wirt<br />
Sein Raritätenkästchen auf, Bildschnitzereien<br />
Enthaltend, alte Münzen, Gemmen und so fort,<br />
Geweihtes und Profanes ohne Unterschied;<br />
Ein heiliger Sebastian in Elfenbein,<br />
Desgleichen Sankt Laurentius mit seinem Rost,<br />
Verschmähten nicht als Nachbarin Andromeda,<br />
Nackt an den Fels geschmiedet, trefflich schön in Buchs.<br />
Nächst alledem zog eine altertümliche<br />
Stutzuhr, die oben auf dem Schranke ging, mich an;<br />
Das Zifferblatt von grauem Zinn, vor welchem sich<br />
Das Pendelchen nur in allzu peinlicher Eile schwang,<br />
Und bei den Ziffern, gross genug, in schwarzer Schrift<br />
Las man das Wort: Una ex illis ultima.<br />
&#8220;Derselben eine ist die letzt&#8221; &#8211; verdeutschte flugs<br />
Der Pater Schaffner, der bei Tisch mich unterhielt<br />
Und gern von seinem Schulsack einen Zipfel wies;<br />
Ein Mann wie Stahl und Eisen; die Gelehrsamkeit<br />
Schien ihn nicht schwer zu drücken und der Kürass stand<br />
Ihm ohne Zweifel besser als die Kutte an.</p>
<p>Dem dacht ich nun so nach für mich, da streift mein Aug<br />
Von ungefähr die Wand entlang und stutzt mit eins:<br />
Denn dort, was seh ich? Wäre das die alte Uhr?<br />
Wahrhaftig ja, sie war es! &#8211; Und vergnügt wie sonst,<br />
Laufst nicht, so gilts nicht, schwang ihr Scheibchen sich auf und ab.</p>
<p>Betrachtend stand ich eine Weile still vor ihr<br />
Und seufzte wohl dazwischen leichthin einmal auf.<br />
Darüber plötzlich wandte sich ein stummer Gast,<br />
Der einzige, der außer mir im Zimmer war,<br />
Ein älterer Herr, mit freundlichem Gesicht zu mir:<br />
&#8220;Wir sollten uns fast kennen, mein ich &#8211; hätten wir<br />
Nicht schon vorlängst in diesen Wänden uns gesehn?&#8221;<br />
Und alsbald auch erkannt ich ihn: der Doktor wars<br />
Vom Nachbarstädtchen und weiland der Klosterarzt,<br />
Ein Erzschelm damals, wie ich mich noch wohl entsann,<br />
Vor dessen derben Neckerein die Mönche sich<br />
Mehr als vor seinem schlimmsten Tranke fürchteten.<br />
Nun hatt ich hundert Fragen an den Mann, und kam<br />
Beiher auch auf das Ührchen: &#8220;Ei, jawohl, das ist&#8221;,<br />
Erwidert&#8217; er, &#8220;vom seligen Herrn ein Erbstück noch,<br />
Im Testament dem Pater Schaffner zugeteilt,<br />
Der es zuletzt dem Brauer, seinem Wirt, vermacht.&#8221;<br />
- So starb der Pater hier am Ort? &#8211; &#8220;Es litt ihn nicht<br />
Auswärts; ein Jahr, da stellte sich unser Enaksohn,<br />
Unkenntlich fast in Rock und Stiefeln, wieder ein:<br />
Hier bleib ich, rief er, bis man mich mit Prügeln jagt!<br />
Für Geld und gute Worte gab man ihm denn auch<br />
Ein Zimmer auf der Sommerseite, Hausmannskost<br />
Und einen Streifen Gartenland. An Beschäftigung<br />
Fehlt&#8217; es ihm nicht; er brannte seinen Kartäusergeist<br />
Wie ehedem, die vielbeliebte Panazee,<br />
Die sonst dem Kloster manches Tausend eingebracht.<br />
Am Abend, wo es unten schwarz mit Bauern sitzt,<br />
Behagt&#8217; er sich beim Deckelglas, die Dose und<br />
Das blaue Sacktuch neben sich, im Dunst und Schwul<br />
Der Zechgesellschaft, plauderte, las die Zeitung vor,<br />
Sprach Politik und Landwirtschaft &#8211; mit einem Wort,<br />
Es war ihm wohl, wie in den schönsten Tagen kaum.<br />
Man sagt, er sei bisweilen mit verwegenen<br />
Heiratsgedanken umgegangen &#8211; es war damals<br />
So ein lachendes Pumpelchen hier, für den Stalldienst, wie mir deucht -<br />
Doch das sind Possen. Eines Morgens rief man mich<br />
In Eile zum Herrn Pater: er sei schwer erkrankt.<br />
Ein Schläglein hatte höflich bei ihm angeklopft<br />
Und ihn in grössern Schrecken als Gefahr gesetzt.<br />
Auch fand ich ihn am fünften oder sechsten Tag<br />
Schon wieder auf den Strümpfen und getrosten Muts.<br />
Doch fiel mir auf, die kleine Stutzuhr, welche sonst<br />
Dem Bette gegenüber stand und allezeit<br />
Sehr viel bei ihm gegolten, nirgend mehr zu sehn.<br />
Verlegen, als ich darnach frage, fackelt&#8217; er:<br />
Sie sei kaputt gegangen, leider, so und so.<br />
Der Fuchs! dacht ich, in seinem Kasten hat er sie<br />
Zu unterst, völlig wohlbehalten, eingesperrt,<br />
Wenn er ihr nicht den Garaus etwa selbst gemacht.<br />
Das unliebsame Sprüchelchen! Mein Pater fand,<br />
Die alte Hexe fange nachgerade an<br />
Zu sticheln, und das war verdriesslich.&#8221; &#8211; Exzellent!<br />
Doch setzten Sie den armen Narren hoffentlich<br />
Nicht noch auf Kohlen durch ein grausames Verhör?<br />
- &#8220;Je nun, ein wenig stak er allerdings am Spiess,<br />
Was er mir auch im Leben, glaub ich, nicht vergab.&#8221;<br />
- So hielt er sich noch eine Zeit? &#8211; &#8220;Gesund und rot<br />
Wie eine Rose sah man Seine Reverenz<br />
Vier Jahre noch und drüber, da denn endlich doch<br />
Das leidige Stündlein ganz unangemeldet kam.<br />
Wenn Sie im Tal die Strasse gehn dem Flecken zu,<br />
Liegt rechts ein kleiner Kirchhof, wo der Edle ruht.<br />
Ein weisser Stein, mit seinem Klosternamen nur,<br />
Spricht Sie bescheiden um ein Vaterunser an.<br />
Das Ührchen aber &#8211; um zum Schlusse kurz zu sein -<br />
War rein verschwunden. Wie das kam, begriff kein Mensch.<br />
Doch frug ihm weiter niemand nach, und längst war es<br />
Vergessen, als von ungefähr die Wirtin einst<br />
In einer abgelegnen Kammer hinterm Schlot<br />
Eine alte Schachtel, wohl verschnürt und zehenfach<br />
Versiegelt, fand, aus der man den gefährlichen<br />
Zeitweisel an das Tageslicht zog mit Eklat.<br />
Die Zuschrift aber lautete: Meinem werten Freund<br />
Bräumeister Ignaz Raussenberger auf Kartaus.&#8221;</p>
<p>Also erzählte mir der Schalk mit innigem<br />
Vergnügen, und wer hätte nicht mit ihm gelacht?</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Heimweh]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/22/heimweh/</link>
<pubDate>Fri, 22 Jun 2007 12:33:03 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/22/heimweh/</guid>
<description><![CDATA[Anders wird die Welt mit jedem Schritt, Den ich weiter von der Liebsten mache; Mein Herz, das will n]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Anders wird die Welt mit jedem Schritt,<br />
Den ich weiter von der Liebsten mache;<br />
Mein Herz, das will nicht weiter mit.<br />
Hier scheint die Sonne kalt ins Land,<br />
Hier deucht mir alles unbekannt,<br />
Sogar die Blumen am Bache!<br />
Hat jede Sache<br />
So fremd eine Miene, so falsch ein Gesicht.<br />
Das Baechlein murmelt wohl und spricht:<br />
Armer Knabe, komm bei mir vorueber,<br />
Siehst auch hier Vergissmeinnicht!<br />
- Ja, die sind schoen an jedem Ort,<br />
Aber nicht wie dort.<br />
Fort, nur fort!<br />
Die Augen gehn mir ueber!</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[An O. H. Schönhuth]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/21/an-o-h-schonhuth/</link>
<pubDate>Thu, 21 Jun 2007 09:12:15 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/21/an-o-h-schonhuth/</guid>
<description><![CDATA[Herausgeber des Nibelungenliedes und verschiedener Volksbücher Bei der Geburt seines ersten Töchterc]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong><br />
</strong></p>
<p align="center"><strong>Herausgeber des Nibelungenliedes und verschiedener Volksbücher</strong><br />
<strong>Bei der Geburt seines ersten Töchterchens</strong></p>
<p>Das Neugeborne spricht:</p>
<p>Herr Vater, gebt Euch nur zufrieden!<br />
Ich kann ja wahrlich nichts dafür;<br />
Ein Mädchen hat Euch Gott beschieden,<br />
Jedoch ein hübsches, sagt man mir.</p>
<p>Viermal war Euch der Himmel willig<br />
Und hat den kühnern Wunsch erfüllt,<br />
So gönnt er jetzt einmal, wie billig,<br />
Der Welt ein Mutterebenbild.</p>
<p>Ihr rühmt Euch Eurer Haimonskinder;<br />
Doch seht Ihr, einen sanften Stern<br />
Zu Milderung der Kraft, nicht minder<br />
Auch eine Melusine gern.</p>
<p>Ihr mögt aus mir ein Mägdlein bilden<br />
Nach Eurem Sinn, von deutscher Art:<br />
Nennt mich Chriemhilden und Chlotilden,<br />
Gertrudis oder Irmengard.</p>
<p>Zur Harfe künftig sei gesungen<br />
Manch Lied aus Eurem Rosenflor,<br />
Ich lese selbst die Nibelungen<br />
Euch im Originale vor.</p>
<p>Ich spinn Euch selbstgezogne Seide,<br />
Will allen Fleiß den Bienen weihn;<br />
Ich hoffe Eure Augenweide<br />
Noch spät und Euer Stolz zu sein.</p>
<p>Mein Prahlen scheint Euch zu erbauen,<br />
Ihr lächelt, und ich fasse Mut,<br />
Noch etwas mehr Euch zu vertrauen;<br />
Gewiß Ihr haltet mir&#8217;s zugut.</p>
<p>Ich komme frisch vom Paradiese,<br />
Wo man von künftgen Dingen sprach;<br />
Man meint, wenn ich willkommen hieße,<br />
So kämen noch drei Mädchen nach!</p>
<p>Ihr starrt mich an &#8211; um Gottes Willen,<br />
Hört mich, Papa, zähmt den Verdruß!<br />
Es macht, die Neunzahl schön zu füllen,<br />
Ein hörnen Siegfried den Beschluß.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Serenade]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/20/serenade/</link>
<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 10:55:08 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/20/serenade/</guid>
<description><![CDATA[zu Tübingen, als ich noch Privatdozent, in dem strengen Winter 1829/30 einer Dienenden dargebracht M]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p align="center">zu Tübingen, als ich noch Privatdozent, in dem strengen Winter 1829/30 einer Dienenden dargebracht</p>
<p align="center">Musique von Bornschein</p>
<p>(Con tenerezza)</p>
<blockquote><p>       	Eingehüllt in ihre Daunenfeder<br />
Ruht, entkleidet, schon das süße Kind,<br />
Als mit eins vor dem fenêtre<br />
Liebmunds Instrument beginnt;</p></blockquote>
<blockquote><p>       	Und es rührt sie, daß der Arme<br />
Noch in seinem Liebesharme<br />
Ihr auf dem Fünffingerdarme<br />
Eine Serenade bringt.</p></blockquote>
<p>(Pizzicato)</p>
<blockquote><p>Mond-Licht wallt;<br />
Es ist kalt.<br />
Siehst du Liebmunds wandelnde Gestalt??</p></blockquote>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Meines Vetters Brautfahrt]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/19/meines-vetters-brautfahrt/</link>
<pubDate>Tue, 19 Jun 2007 18:05:24 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/19/meines-vetters-brautfahrt/</guid>
<description><![CDATA[Freut er sich denn auch ein wenig, die künftige Braut zu begrüßen? Aber wo bleibt er so lang? Sagt i]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Freut er sich denn auch ein wenig, die künftige Braut zu begrüßen?<br />
Aber wo bleibt er so lang? Sagt ihm, die Kutsche sei da! -<br />
Droben im Bett noch liegt er, verdrießlich, und lieset in Schellers<br />
Lexikon! Als ich ihn schalt, rief er halb grimmig: »Nun ja,<br />
Gebt mir andere Strümpf! die haben Löcher &#8211; ach freilich<br />
Eine Frau muß ins Haus, die mich von Fuß auf kuriert!«</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zwei dichterischen Schwestern]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/18/zwei-dichterischen-schwestern/</link>
<pubDate>Mon, 18 Jun 2007 17:07:58 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/18/zwei-dichterischen-schwestern/</guid>
<description><![CDATA[von ihrem Oheim Mit einer Randzeichnung, auf welcher an der Stelle der Endsilben ein Band herunterli]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><h2 class="title">von ihrem Oheim</h2>
<p class="center">Mit einer Randzeichnung, auf welcher an der Stelle der Endsilben ein Band herunterlief, durch dessen abwechselnde Farben das Reimschema angedeutet war</p>
<p class="vers">        Heut lehr ich euch die Regel der Son &#8211; -.<br />
Versucht gleich eins! Gewiß, es wird ge &#8211; -,<br />
Vier Reime hübsch mit vieren zu versch &#8211; -,<br />
Dann noch drei Paare, daß man vierzehn h &#8211; -.</p>
<p class="vers">Laßt demnach an der vielgeteilten K &#8211; -<br />
Als Glied in Glied so einen Schlußring sp &#8211; -:<br />
Das muß alsdann wie pures Gold erk &#8211; -;<br />
Gewisse Herrn zwar hängen Klett an K &#8211; -.</p>
<p class="vers">Ein solcher findet meine schönen N &#8211; -<br />
Bei diesem Muster. »Ah, Fräulein, Sie st &#8211; -!«<br />
»O nein, Herr Graf, hier gilt es Silben z &#8211; -.«</p>
<p class="vers">»Wirklich! Doch wenn die Lauren selber d &#8211; -,<br />
Was soll Petrarca?« Der mag Strümpfe str &#8211; -.<br />
Eins wie das andre ist für schöne S &#8211; -.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Am Walde]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/15/am-walde/</link>
<pubDate>Fri, 15 Jun 2007 08:17:26 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/15/am-walde/</guid>
<description><![CDATA[Am Waldsaum kann ich lange Nachmittage, Dem Kukuk horchend, in dem Grase liegen; Er scheint das Tal ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Am Waldsaum kann ich lange Nachmittage,<br />
Dem Kukuk horchend, in dem Grase liegen;<br />
Er scheint das Tal gemächlich einzuwiegen<br />
Im friedevollen Gleichklang seiner Klage.</p>
<p>Da ist mir wohl, und meine schlimmste Plage,<br />
Den Fratzen der Gesellschaft mich zu fügen,<br />
Hier wird sie mich doch endlich nicht bekriegen,<br />
Wo ich auf eigne Weise mich behage.</p>
<p>Und wenn die feinen Leute nur erst dächten,<br />
Wie schön Poeten ihre Zeit verschwenden,<br />
Sie würden mich zuletzt noch gar beneiden.</p>
<p>Denn des Sonetts gedrängte Kränze flechten<br />
Sich wie von selber unter meinen Händen,<br />
Indes die Augen in der Ferne weiden.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Am Rheinfall]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/14/am-rheinfall/</link>
<pubDate>Thu, 14 Jun 2007 13:31:29 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/14/am-rheinfall/</guid>
<description><![CDATA[Halte dein Herz, o Wanderer, fest in gewaltigen Händen! Mir entstürzte vor Lust zitternd das meinige]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Halte dein Herz, o Wanderer, fest in gewaltigen Händen!<br />
Mir entstürzte vor Lust zitternd das meinige fast.<br />
Rastlos donnernde Massen auf donnernde Massen geworfen,<br />
Ohr und Auge wohin retten sie sich im Tumult?<br />
Wahrlich, den eigenen Wutschrei hörete nicht der Gigant hier,<br />
Läg er, vom Himmel gestürzt, unten am Felsen gekrümmt!<br />
Rosse der Götter, im Schwung, eins über dem Rücken des andern,<br />
Stürmen herunter und streun silberne Mähnen umher;<br />
Herrliche Leiber, unzählbare, folgen sich, nimmer dieselben,<br />
Ewig dieselbigen &#8211; wer wartet das Ende wohl aus?<br />
Angst umzieht dir den Busen mit eins, und, wie du es denkest,<br />
über das Haupt stürzt dir krachend das Himmelsgewölb!</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ach nur einmal noch im Leben!]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/13/ach-nur-einmal-noch-im-leben/</link>
<pubDate>Wed, 13 Jun 2007 07:27:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/13/ach-nur-einmal-noch-im-leben/</guid>
<description><![CDATA[Im Fenster jenes alt verblichnen Gartensaals Die Harfe, die, vom leisen Windhauch angeregt, Lang aus]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Im Fenster jenes alt verblichnen Gartensaals<br />
Die Harfe, die, vom leisen Windhauch angeregt,<br />
Lang ausgezogne Töne traurig wechseln lässt<br />
In ungepflegter Spätherbst-Blumen-Einsamkeit,<br />
Ist schön zu hören einen langen Nachmittag.<br />
Nicht völlig unwert ihrer holden Nachbarschaft<br />
Stöhnt auf dem grauen Zwingerturm die Fahne dort,<br />
Wenn stürmischer oft die Wolken ziehen überhin.</p>
<p>In meinem Garten aber (hiess&#8217; er nur noch mein!)<br />
Ging so ein Hinterpförtchen frei ins Feld hinaus,<br />
Abseits vom Dorf. Wie manches liebe Mal stiess ich<br />
Den Riegel auf an der geschwärzten Gattertür<br />
Und bog das überhängende Gesträuch zurück,<br />
Indem sie sich auf rostgen Angeln schwer gedreht! -<br />
Die Tür nun, musikalisch mannigfach begabt,<br />
Für ihre Jahre noch ein ganz annehmlicher<br />
Sopran (wenn sie nicht eben wetterlaunisch war),<br />
Verriet mir eines Tages &#8211; plötzlich, wie es schien,<br />
Erweckt aus einer lieblichen Erinnerung -<br />
Ein schöneres Empfinden, höhere Fähigkeit.<br />
Ich öffne sie gewohnter Weise, da beginnt<br />
Sie zärtlich eine Arie, die mein Ohr sogleich<br />
Bekannt ansprach. Wie? rief ich staunend: träum ich denn?<br />
War das nicht &#8220;Ach nur einmal noch im Leben&#8221; ganz?<br />
Aus Titus, wenn mir recht ist? &#8211; Alsbald liess ich sie<br />
Die Stelle wiederholen; und ich irrte nicht!<br />
Denn langsamer, bestimmter, seelenvoller nun<br />
Da capo sang die Alte: &#8220;Ach nur einmal noch!&#8221;<br />
Die fünf, sechs ersten Noten nämlich, weiter kaum,<br />
Hingegen war auch dieser Anfang tadellos.<br />
- Und was, frug ich nach einer kurzen Stille sie,<br />
Was denn noch einmal? Sprich, woher, Elegische,<br />
Hast du das Lied? Ging etwa denn zu deiner Zeit<br />
(Die neunziger Jahre meint ich) hier ein schönes Kind,<br />
Des Pfarrers Enkeltochter, sittsam aus und ein,<br />
Und hörtest du sie durch das offne Fenster oft<br />
Am grünlackierten, goldbeblümten Pantalon<br />
Hellstimmig singen? Des gestrengen Mütterchens<br />
Gedenkst du auch, der Hausfrau, die so reinlich stets<br />
Den Garten hielt, gleichwie sie selber war, wann sie<br />
Nach schwülem Tag am Abend ihren Kohl begoss,<br />
Derweil der Pfarrherr ein paar Freunden aus der Stadt,<br />
Die eben weggegangen, das Geleite gab;<br />
Er hatte sie bewirtet in der Laube dort,<br />
Ein lieber Mann, redseliger Weitschweifigkeit.<br />
Vorbei ist nun das alles und kehrt nimmer so!<br />
Wir Jüngern heutzutage treibens ungefähr<br />
Zwar gleichermassen, wackre Leute ebenfalls;<br />
Doch besser dünkt ja allen was vergangen ist.<br />
Es kommt die Zeit, da werden wir auch ferne weg<br />
Gezogen sein, den Garten lassend und das Haus.<br />
Dann wünschest du nächst jenen Alten uns zurück,<br />
Und schmückt vielleicht ein treues Herz vom Dorf einmal,<br />
Mein denkend und der Meinen, im Vorübergehn<br />
Dein morsches Holz mit hellem Ackerblumenkranz.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Herr Dr. B. und der Dichter]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/12/herr-dr-b-und-der-dichter/</link>
<pubDate>Tue, 12 Jun 2007 11:06:43 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/12/herr-dr-b-und-der-dichter/</guid>
<description><![CDATA[»Recht hübsche Poesie; nein, ohne Schmeichelei! Aber eins vermiß ich an Ihren Sachen.« »Nämlich?« ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>»Recht hübsche Poesie; nein, ohne Schmeichelei!<br />
Aber eins vermiß ich an Ihren Sachen.«<br />
»Nämlich?« &#8211; »Eine Tendenz.« &#8211; »Tendenz! Ei, meiner Treu!« -<br />
»Die kriegen Sie sich <em>ja</em>, mein Bester!« &#8211; »Bleib&#8217;s dabei!<br />
Will mir gleich einen Knopf an mein Sacktuch machen!«</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der Schatten]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/11/der-schatten/</link>
<pubDate>Mon, 11 Jun 2007 14:45:21 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/11/der-schatten/</guid>
<description><![CDATA[Von Dienern wimmelt&#8217;s früh vor Tag, Von Lichtern, in des Grafen Schloß. Die Reiter warten sein]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Von Dienern wimmelt&#8217;s früh vor Tag,<br />
Von Lichtern, in des Grafen Schloß.<br />
Die Reiter warten sein am Tor,<br />
Es wiehert morgendlich sein Roß.</p>
<p>Doch er bei seiner Frauen steht<br />
Alleine noch im hohen Saal:<br />
Mit Augen gramvoll prüft er sie,<br />
Er spricht sie an zum letztenmal.</p>
<p>»Wirst du, derweil ich ferne bin<br />
Bei des Erlösers Grab, o Weib,<br />
In Züchten leben und getreu<br />
Mir sparen deinen jungen Leib?</p>
<p>Wirst du verschließen Tür und Tor<br />
Dem Manne, der uns lang entzweit,<br />
Wirst meines Hauses Ehre sein,<br />
Wie du nicht warest jederzeit?«</p>
<p>Sie nickt; da spricht er: »Schwöre denn!«<br />
Und zögernd hebt sie auf die Hand.<br />
Da sieht er bei der Lampe Schein<br />
Des Weibes Schatten an der Wand.</p>
<p>Ein Schauer ihn befällt &#8211; er sinnt,<br />
Er seufzt und wendet sich zumal.<br />
Er winkt ihr einen Scheidegruß,<br />
Und lässet sie allein im Saal.</p>
<p>Elf Tage war er auf der Fahrt,<br />
Ritt krank ins welsche Land hinein:<br />
Frau Hilde gab den Tod ihm mit<br />
In einem giftigen Becher Wein.</p>
<p>Es liegt eine Herberg an der Straß,<br />
Im wilden Tal, heißt Mutintal,<br />
Da fiel er hin in Todesnot,<br />
Und seine Seele Gott befahl.</p>
<p>Dieselbe Nacht Frau Hilde lauscht,<br />
Frau Hilde luget vom Altan:<br />
Nach ihrem Buhlen schaut sie aus,<br />
Das Pförtlein war ihm aufgetan.</p>
<p>Es tut einen Schlag am vordern Tor,<br />
Und aber einen Schlag, daß es dröhnt und hallt;<br />
Im Burghof mitten steht der Graf -<br />
Vom Turm der Wächter kennt ihn bald.</p>
<p>Und Vogt und Zofen auf dem Gang<br />
Den toten Herrn mit Grausen sehn,<br />
Sehn ihn die Stiegen stracks herauf<br />
Nach seiner Frauen Kammer gehn.</p>
<p>Man hört sie schreien und stürzen hin,<br />
Und eine jähe Stille war.<br />
Das Gesinde, das flieht, auf die Zinnen es flieht:<br />
Da scheinen am Himmel die Sterne so klar.</p>
<p>Und als vergangen war die Nacht,<br />
Und stand am Wald das Morgenrot,<br />
Sie fanden das Weib in dem Gemach<br />
Am Bettfuß unten liegen tot.</p>
<p>Und als sie treten in den Saal,<br />
O Wunder! steht an weißer Wand<br />
Frau Hildes Schatten, hebet steif<br />
Drei Finger an der rechten Hand.</p>
<p>Und da man ihren Leib begrub,<br />
Der Schatten blieb am selben Ort,<br />
Und blieb, bis daß die Burg zerfiel;<br />
Wohl stünd er sonst noch heute dort.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Abschied]]></title>
<link>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/10/abschied/</link>
<pubDate>Sun, 10 Jun 2007 10:24:13 +0000</pubDate>
<dc:creator>rhgsig</dc:creator>
<guid>http://moerikestrasse.wordpress.com/2007/06/10/abschied/</guid>
<description><![CDATA[Unangeklopft ein Herr tritt abends bei mir ein: &#8220;Ich habe die Ehr, Ihr Rezensent zu sein.]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Unangeklopft ein Herr tritt abends bei mir ein:<br />
&#8220;Ich habe die Ehr, Ihr Rezensent zu sein.&#8221;<br />
Sofort nimmt er das Licht in die Hand,<br />
Besieht lang meinen Schatten an der Wand,<br />
Rückt nah und fern: &#8220;Nun, lieber junger Mann,<br />
Sehn Sie doch gefälligst mal Ihre Nas so von der Seite an!<br />
Sie geben zu, dass das ein Auswuchs is.&#8221;<br />
- Das? Alle Wetter &#8211; gewiss!<br />
Ei Hasen! ich dachte nicht,<br />
All mein Lebtage nicht,<br />
Dass ich so eine Weltsnase führt&#8217; im Gesicht!!<br />
Der Mann sprach noch verschiednes hin und her,<br />
Ich weiss, auf meine Ehre, nicht mehr;<br />
Meinte vielleicht, ich sollt ihm beichten.<br />
Zuletzt stand er auf; ich tat ihm leuchten.<br />
Wie wir nun an der Treppe sind,<br />
Da geh ich ihm, ganz froh gesinnt,<br />
Einen kleinen Tritt,<br />
Nur so von hinten aufs Gesässe, mit -<br />
Alle Hagel! ward das ein Gerumpel,<br />
Ein Gepurzel, ein Gehumpel!<br />
Dergleichen hab ich nie geschn,<br />
All mein Lebtage nicht gesehn<br />
Einen Menschen so rasch die Trepp hinabgehn!</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>

</channel>
</rss>
