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	<title>nachdenken-uber &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
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	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "nachdenken-uber"</description>
	<pubDate>Sat, 05 Dec 2009 20:05:21 +0000</pubDate>

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<item>
<title><![CDATA[Schulzeit in der Nachkriegszeit]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2009/10/17/nachdenken-uber-meine-schulzeit-in-der-nachkriegszeit/</link>
<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 12:21:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wenn die Ferien anfangen oder die Schulanfänger eingeschult werden, denkt man als älterer Mensch mit]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Wenn die Ferien anfangen oder die Schulanfänger eingeschult werden, denkt man als älterer Mensch mit gemischten Gefühlen an die eigene Schulzeit zurück. Es wird einem klar, dass das ja nur ein kurzer Abschnitt war, gemessen an dem, was dann das Leben an Lernaufgaben stellte. Das meiste lernt man doch in &#8220;der Schule des Lebens&#8221;, ob man will oder nicht, so erscheint es mir in der Rückschau.</p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Es fällt mir keine konkrete Schule ein, wenn ich über meine Schulzeit schreibe, da wir als Flüchtlinge nach dem Krieg öfter umgezogen sind und ich überall nur vier Jahre oder weniger wohnten. Trotzdem sehe ich vor meinem geistigen Auge ein düsteres, altes Gebäude mit schwarzen, öligen Holzfußböden, die ekelhaft nach Petroleum oder irgendetwas anderem rochen und glitschig waren.</span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;min-height:15px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Dass ich gerne zur Schule ging (ab Herbst 1947) und trotzdem Angst vor der Schule hatte, ist für mich kein Widerspruch, denn ich litt mit meinen Schulkameraden, die es sehr schwer hatten, weil sie nicht mitkamen. Sie bekamen dafür drastische Strafen in Form von Beschimpfungen wie „aus dir wird nie was“ oder „du bist doch das Dümmste, was mir je begegnet ist“ und noch schlimmer „ihr seid doch alle Inzucht, da braucht man sich ja nicht zu wundern“. Wir wussten nicht, was Inzucht ist, vermuteten aber Schlimmes. Wenn die Schüler den Lehrer ab und zu auch mit böser Absicht zur Weißglut brachten, so war es doch meistens die Tatsache, dass sie etwas nicht verstanden, die sie zu Unruhe oder Unaufmerksamkeit verführte. Dann gab es bei den Buben Schläge auf die blanke Rückseite oder auf die Handflächen. Bei den Mädchen glücklicherweise nur auf die Handflächen, die sogenannten Tatzen.</span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;min-height:15px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Es waren alte Lehrer und viel zu wenige für die vielen verschiedenen Kinder, die gerade nach dem Krieg fast alle ihre Besonderheiten hatten, z.B. zurückgeblieben, unterernährt, unversorgt oder traumatisiert waren.</span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;min-height:15px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Die Handarbeitslehrerin war aus Berlin und fand es schrecklich, dass sie in ein solches Kaff im Badischen versetzt worden war. Dies ließ sie uns spüren in Worten und Taten. Wir mussten beim Nähen und Stricken mucksmäuschenstill sein, was uns als Kinder natürlich schwer fiel. „Wenn muntre Reden sie begleiten, dann fließt die Arbeit heiter fort“ dichtete Schiller, wie wir später erfahren haben. Dies hätten wir uns auch gewünscht, aber der strenge und düstere Blick von Frau Schwall ließ keine Heiterkeit zu. Dafür nannten wir sie „Schnall“, weil irgendeines der Kinder gehört hatte, dass das ein schlimmes Wort ist. Von ihr bekam ich die erste „Tatze“ mit dem hölzernen Metermaß, weil ich ein Lachen nicht unterdrücken konnte, nachdem meine Freundin ganz leise etwas Witziges gesagt hatte.</span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;min-height:15px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Ein anderer Lehrer verlangte 10 Pfennige in eine Kasse für jedes Fremdwort, das wir benutzten. Wir hatten keine Ahnung, was eigentlich genau ein Fremdwort ist, denn wir waren ja Erst- und Zweitklässler. Aber natürlich benutzten wir alle Wörter, die wir da und dort hörten, also auch Wörter von Erwachsenen, die vielleicht Fremdsprachen oder andere Dialekte beherrschten. Und so füllte sich die kleine Kasse und eine Scheu vor neuen Wörtern blieb bestimmt bei manchem Schüler für immer zurück.</span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;min-height:15px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Dieser alte Lehrer, der die Idee mit dem Obulus für ein Fremdwort hatte, war auch unser Gesangs- und Musiklehrer. Seltsames Liedgut hatte er für uns parat aus der Jungvolkbewegung. Als er mit uns „Wer will mit uns nach Island gehn, den Kabeljau zu fangen“ einüben wollte, streikten wir, denn die Melodie war für einen Leichenzug sehr geeignet und hatte einen so tiefen Grundton, dass er uns Kinder total überforderte. Noch heute fällt mir diese Melodie manchmal ein, besonders an düsteren Tagen.</span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;min-height:15px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Eine der schönsten Erinnerungen an die Grundschulzeit ist das Fensterbrett im Klassenzimmer, das wir mit Moos belegen und mit Gänseblümchen, Veilchen, Schneeglöckchen, und anderen kleinen Wiesenpflanzen bepflanzen durften. Da wir sie mit den Wurzeln ausgruben und von den Feuchtigkeit beschlagenen Fenstern immer Wasser herunterlief, gedieh alles prächtig und war in dem düsteren Klassenzimmer ein Lichtblick. Auch die Sandkiste in der Mitte des Klassenzimmers gefiel mir. Sie diente uns als anschauliche Landkarte, indem wir Berge und Täler, z.B. den Verlauf des Rheines von der Quelle bis zur Mündung formten. Es gab ja kaum Lernmaterial, Schreibhefte bekam man nur auf Bezugsscheine und die Landkarten des untergegangenen Deutschen Reiches waren offensichtlich verbrannt worden. Jedenfalls mussten wir uns die Karten selbst auf die Schultafel malen, was ich in der großen Pause immer gerne übernahm. </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;min-height:15px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Musikinstrumente gab es erst in einer anderen Schule, die ich nach der Rückkehr meines Vaters aus der Gefangenschaft in einem anderen Wohnort besuchte. Dort wurde mit Geldern des Marshallplanes und mit einer Spende von General McCloy eine ganz neue, sehr moderne Schule gebaut, die große, helle Räume, große Fenster, einen Musikraum und sogar eine Lehrküche hatte. </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;min-height:15px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Ich bekam vom Flohmarkt eine Handharmonika und ging nun nachmittags mit anderen Schülern zu dem Rektor unserer Schule in die Wohnung und lernte das Instrument. Dieser engagierte Lehrer gründete ein Schulorchester, das er bis zur einfachen Konzertreife führte.</span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;min-height:15px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Bei der Einweihung dieser Schule herrschte schon eine ganz andere Stimmung unter den Erwachsenen und den Schülern. Es war der Anfang der Aufbruchsstimmung, die noch einige Jahre in Deutschland anhalten sollte. Alle glaubten an bessere Zeiten. Ich wurde dazu ausgewählt, bei der Einweihungs-Feier General McCloy ein Blumensträußchen zu überreichen. Seltsamerweise bin ich die Einzige, die keine Erinnerung mehr daran hat, obwohl mich meine Schulkameraden oder andere Menschen aus diesem Ort immer wieder darauf ansprechen. Ich erinnere mich nur, dass ein Schulkamerad mir eine Tafel Schokolade mitgebracht hatte und sie mir nach dieser Zeremonie vor dem Schulhaus überreichte. Vermutlich war es die erste Schokolade, die ich bekommen hatte und ich weiß noch heute, dass ich Skrupel hatte, sie zu nehmen, weil ich eigentlich für einen anderen Jungen schwärmte, natürlich nur ganz aus der Ferne.</span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;min-height:15px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">In dieser neuen Schule war das Lernen eine Freude. Es gab eine Lehrerbibliothek, die ich benutzen durfte, weil mein Klassenlehrer meine Lesefreude unterstützen wollte. Wir hatten als Flüchtlinge natürlich zu Hause keine Bücher (außer der Bibel) und so las ich mich quer durch diese Bibliothek, was mein Hobby blieb bis heute. Noch manch andere private oder öffentliche Dorf-Bücherei habe ich fast leergelesen und später immer wieder auch ehrenamtlich in der Ausleihe geholfen, fast bis zu meinem Rentenalter.</span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;min-height:15px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Nach dem Ende der Volksschule wurde meinen Eltern ein Stipendium für mich angeboten, das mir ein Lehrerstudium an einer pädagogischen Hochschule ermöglichen sollte. Nach langer Überlegung beschlossen meine Eltern, dass sie es nicht annehmen. Sie wollten keine Almosen, wie sie es nannten. Mein Vater hatte schon ein Jahr vorher meine nur ein Jahr ältere Schwester in einer Höheren Handelsschule in der Kreisstadt angemeldet und meine Mutter fand, dass es ungerecht wäre, wenn ein Kind studiert und das andere nicht. Also machte auch ich die Aufnahmeprüfung für die Handelsschule und schloss diese Ausbildung nach zwei Jahren mit Erfolg ab. Alle Schüler waren sehr fleißig, ehrgeizig und kamen aus vielen kleinen Orten des Umlandes. Das führte dazu, dass es keinen Zusammenhalt gab und dass wir uns alle ziemlich fremd blieben. Es gab damals ganz wenig Ausbildungsplätze oder Arbeitsstellen. Dies führte in den letzten Wochen vor der Abschlussprüfung zu einem unschönen Wettbewerb um die wenigen Lehrstellen. Ich hätte gerne in einer Behörde oder einer Bank angefangen. Diese Stellen waren aber alle durch die Kinder besetzt, deren Eltern Beziehungen hatten. Die Tochter eines Gymnasiallehrers bekam eine Lehrstelle bei der größten Bank der Kreisstadt und ich erinnere mich, dass ich sie sehr beneidete. Ich musste eine Stelle bei einem Holzhandel am Rande dieser Kreisstadt annehmen. Leider hatte ich einen sehr langen Anfahrtsweg mit der Bahn und einen halbstündigen Fußweg durch einen Schlosspark zu bewältigen, um dorthin zu kommen. Ein knappes Jahr später sah ich im Garten des Nachbarhauses neben der Holzfirma mitten im Winter eine ziemlich abgemagert und durchgefroren aussehende junge Frau, die von Hand Babywindeln in einem Eimer wusch. Es war die Schulkameradin, die die Stelle bei der Bank bekommen hatte. Ich habe sie weder um das Baby noch um die Windeln beneidet. Es war mir klar, dass das ihr Lebensweg für die nächsten Jahrzehnte sein würde, denn die Frauen blieben damals nach dem ersten Kind zu Hause, meistens für immer.</span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;min-height:15px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Der Umgang mit Zahlen machte mir keine Freude und entsprach auch nicht meiner Begabung. Deshalb hatte ich wenig erfreuliche Erlebnisse an der Höheren Handelsschule und auch später nicht an meiner Arbeit in der Rechnungsabteilung der Holzfirma, in der ich allerdings sehr viel über Hölzer, Furniere, Preiskalkulation und den Umgang mit Menschen lernte. Noch heute kann ich bei Möbeln sehr gut sehen, ob es gutes oder schlechtes Furnier ist, ob deutsches oder ausländisches Holz und wie die Verarbeitung der Oberfläche ist.</span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;min-height:15px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Einen Lichtblick gab es jedoch in dieser Zeit. Es war der Deutschlehrer in der Handelsschule, der mich und auch viele andere für den Umgang mit der deutschen Sprache und der Literatur allgemein begeisterte. </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;min-height:15px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Alles in allem kann ich sagen, dass ich immer wissbegierig und neugierig war, gerne zur Schule ging, aber das Meiste dann doch „in der Schule des Lebens“ lernte. Ich habe während meiner ganzen Berufstätigkeit und auch später noch als Hausfrau und Mutter Kurse in der Volkshochschule besucht. Als sich mit 25 Jahren der Plan einer Auswanderung in die USA nicht realisieren ließ, ich aber meine Arbeitsstelle (wieder in einer anderen Gegend, einem anderen Ort) bereits gekündigt hatte, nahm ich alle meine Ersparnisse und ging für 3 Monate nach England, wo ich das Lower Cambridge Examen machte. Ich war auf dem Wege das nächste Examen, das Proficiency abzulegen, als leider meine Mutter sehr krank wurde und mich bat, sofort zurückzukommen und sie zu pflegen. Obwohl ich drei Schwestern habe, begrub ich alle meine Pläne und ging zurück. Keinen Moment habe ich überlegt, dass diesen Verzicht doch eigentlich auch meine Schwestern hätten leisten können.</span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;min-height:15px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Das Schicksal half mir jedoch danach insofern, als ich nach längerer Zeit, in der ich  in einer  Gemeindeverwaltung und auch kurze Zeit in einem großen Industrieunternehmen gearbeitet hatte, meine absolute Traumstelle fand. Ich bekam die Stelle der Chefsekretärin des Leiters des Auslandsamtes einer süddeutschen berühmten Universität. Nach einigen Jahren wechselte ich zum Philosophischen Seminar, wo ich als Institutssekretärin die kaufmännischen und verwaltungstechnischen Belange selbstständig erledigte. Dort gab es selbstverständlich eine Bibliothek, die auch mir zur Verfügung stand. Ich hätte Jahrhunderte dort bleiben müssen, um alles zu lesen.</span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;min-height:15px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Mit meiner Heirat endete dann diese Phase meines Berufslebens und ich zog zu meinem Mann in eine andere Stadt. Das Leben hatte nun andere Lernziele für mich parat, von denen ich zum Glück noch nichts wusste. Es war jedenfalls noch lange nicht das Ende meines „Schulungsweges“ und ist es nicht bis auf den heutigen Tag.</span></p>
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;">
<p style="font:12px Times New Roman;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Nora Zorn ©</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Herbstgedanken]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2009/10/03/herbstgedanken/</link>
<pubDate>Sat, 03 Oct 2009 17:59:13 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
<guid>http://woertersalat.wordpress.com/2009/10/03/herbstgedanken/</guid>
<description><![CDATA[Die Früchte sind bald alle geerntet, das Korn eingefahren, das Gras gemäht, die Bäume fangen an, ein]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Die Früchte sind bald alle geerntet, das Korn eingefahren, das Gras gemäht, die Bäume fangen an, einen letzten Farbtupfer zu setzen mit ihrem bunten Laub. Erntedankfest wird allüberall gefeiert in Kirchen und auf dem Marktplatz. Der Dank ist angebracht, denn die Früchte, das Gemüse, der Wein, alles hat heutzutage eine hervorragende Qualität, ist überall erhältlich. Mangel gibt es bei uns nicht.</p>
<p>Es ist also Zeit, einmal voll Dankbarkeit all der fleißigen Hände zu gedenken, die im Einklang mit der Natur gesät, gehegt, gepflegt und nun verdienterweise geerntet haben.</p>
<p>Bald darf sich auch der fleißigste Hobbygärtner im Sessel zurücklehnen und mal wieder in Ruhe ein Buch in die Hand nehmen. Vielleicht einen Lyrikband? Vielleicht mal wieder das schönste aller Herbstgedichte nachschlagen &#8220;Komm in den totgesagten Park und schau &#8230;&#8221; von Stefan George oder den &#8220;Herbst des Einsamen&#8221; von Rilke?</p>
<p>Ich habe mich heute für ein selteneres Herbstlied entschieden. Es ist von <em>Theodor Storm (1817-1888) und heißt</em></p>
<p><em><span style="font-style:normal;"><strong> Oktoberlied</strong></span></em></p>
<p style="line-height:22px;font:16px Times New Roman;color:#595959;margin:0 0 4px 55px;"><strong><em><br />
</em></strong></p>
<p style="line-height:22px;font:16px Times New Roman;color:#595959;margin:0 0 7px 55px;"><em>Der Nebel steigt, es fällt das Laub;<br />
Schenk ein den Wein, den holden!<br />
Wir wollen uns den grauen Tag<br />
Vergolden, ja vergolden!</em></p>
<p style="line-height:22px;font:16px Times New Roman;color:#595959;margin:0 0 7px 55px;"><em>Und geht es draußen noch so toll,<br />
Unchristlich oder christlich,<br />
Ist doch die Welt, die schöne Welt,<br />
So gänzlich unverwüstlich!</em></p>
<p style="line-height:22px;font:16px Times New Roman;color:#595959;margin:0 0 7px 55px;"><em>Und wimmert auch einmal das Herz -<br />
Stoß an und lass es klingen!<br />
Wir wissen&#8217;s doch, ein rechtes Herz<br />
Ist gar nicht umzubringen.</em></p>
<p style="line-height:22px;font:16px Times New Roman;color:#595959;margin:0 0 7px 55px;"><em>Der Nebel steigt, es fällt das Laub;<br />
Schenk ein den Wein, den holden!<br />
Wir wollen uns den grauen Tag<br />
Vergolden, ja vergolden!</em></p>
<p style="line-height:22px;font:16px Times New Roman;color:#595959;margin:0 0 7px 55px;"><em>Wohl ist es Herbst; doch warte nur,<br />
Doch warte nur ein Weilchen!<br />
Der Frühling kommt, der Himmel lacht,<br />
Es steht die Welt in Veilchen.</em></p>
<p style="line-height:22px;font:16px Times New Roman;color:#595959;margin:0 0 7px 55px;"><em>Die blauen Tage brechen an,<br />
Und ehe sie verfließen,<br />
Wir wollen sie, mein wackrer Freund,<br />
Genießen, ja genießen!</em></p>
<p style="line-height:16px;font:normal normal normal 13px/normal Arial;color:#595959;text-align:left;margin:0 0 30px 55px;">
<p style="line-height:16px;font:normal normal normal 13px/normal Arial;color:#595959;text-align:left;margin:0 0 30px 55px;"><em><br />
</em></p>
<p><em><span style="line-height:16px;"><em><br />
</em></span><br />
</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ansichtskarten schreiben]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2009/08/13/ansichtskarten-schreiben/</link>
<pubDate>Thu, 13 Aug 2009 15:39:15 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
<guid>http://woertersalat.wordpress.com/2009/08/13/ansichtskarten-schreiben/</guid>
<description><![CDATA[Ist Ansichtskarten schreiben bald Schnee von gestern? Seit Jahren bekomme ich von Nichten und Neffen]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ist Ansichtskarten schreiben bald Schnee von gestern?</p>
<p style="font:12px Helvetica;margin:0;">
<p style="font:12px Helvetica;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Helvetica;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Seit Jahren bekomme ich von Nichten und Neffen, Freunden, Kollegen, Bekannten, im Sommer die herrlichsten Ansichtskarten aus aller Welt. Alle wissen, dass ich fast immer zu Hause bin und wollen mich teilnehmen lassen an ihren Erlebnissen. Exotische Briefmarken machten so manche Karte zu einer kleinen Kostbarkeit &#8211; jedenfalls für Briefmarkensammler, die diese dann von mir bekommen, aber erst im nächsten Sommer.</span></p>
<p style="font:12px Helvetica;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Helvetica;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Auf diese Weise hat jeder etwas von der Reise, die meine Lieben machen. Auch der Briefträger, schließlich muss er diese ja auch anschauen und sei es nur, um die Anschrift zu lesen. Es sei ihm vergönnt, dass er dabei auch die Ansicht auf der Vorderseite und vielleicht das eine oder andere Wort auf der Rückseite genießt.</span></p>
<p style="font:12px Helvetica;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Helvetica;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Dieses Jahr aber habe ich erst drei bekommen. Das Telefonieren aus jedem Winkel der Welt hat die Rolle der Panoramakarten in 3D und der Hochglanz-Sonnenuntergänge übernommen. Meine Fantasie ist gefordert. Anruf vom Sohnemann: „Mama, ich stehe hier gerade am Ground Zero und wollte mal probieren ob das funktioniert mit dem Handy“. Viel folgte nicht mehr, denn andere Leute standen auch dort und telefonierten und er hörte fast nicht, was ich sagte. Ich meinerseits dachte, dass es doch vielleicht auch noch andere Dinge gibt, die man am Ground Zero tun könnte, als telefonieren. Aber schön fand ich es doch, dass er an mich gedacht hatte.</span></p>
<p style="font:12px Helvetica;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Helvetica;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Ärgerlich war ein Anruf einer liebe Bekannten, die gerade an einem Wasserfall in Sonstwo stand. Ich verstand mit Mühe und Not ihren Namen und hatte ansonsten ein Rauschen und Brüllen im Ohr, denn auch andere Urlauber versuchten angesichts des Wasserfalles einen Bericht zu Hause abzuliefern.</span></p>
<p style="font:12px Helvetica;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Helvetica;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Manche bringen es fertig, eine E-Mail von unterwegs zu schicken. „Bin hier im Internet-Café in Timbuktu. Wahnsinnig schön und heiß hier. Toll, dass es hier auch schon Internet-Cafés gibt. Viele Grüße, &#8230;&#8230;“</span></p>
<p style="font:12px Helvetica;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Helvetica;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Ich rufe also ebenfalls im Internet alle diese Orte auf, es gibt ja schließlich Google-Earth.</span></p>
<p style="font:12px Helvetica;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Bestechend gute und hinreißende Ansichten liefert mir das Web und doch fehlt mir etwas.</span></p>
<p style="font:12px Helvetica;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Der Gedanke, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, eine Karte speziell für mich auszuwählen, sich in ein Café in einem fernen Land zu setzen und mir eigenhändig ein paar Eindrücke schriftlich zu widmen. Dann noch eine schöne Briefmarke zu besorgen &#8211; was für ein Aufwand für die alte Tante. Aber doch auch herzerwärmend, mitten im Sommer.</span></p>
<p style="font:12px Helvetica;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Helvetica;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Nun sind ja viele junge Leute nicht mehr so leicht des Wortes mächtig, hört man von Zeit zu Zeit. Sie müssen ja auch ihre Botschaften immer in Kürzeln und auf engem Raum per SMS auf einem kleinen Apparat unterbringen, der sie dann in Windeseile weiterleitet. Das ist doch Stress pur. Es darf nichts schiefgehen, denn es ist gleich weg. Man stelle sich vor, die richtigen Worte sind gefunden, mit Herzblut geschrieben &#8211; und drei Tage später stellt sich heraus, dass sie an die falsche Nummer geschickt wurden. Da lässt sich nichts mehr radieren oder durchstreichen. Weg ist weg, das Missverständnis ist in der Welt.</span></p>
<p style="font:12px Helvetica;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Helvetica;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Das ist doch ein Argument für das Ansichtskarten abschicken und bedächtig formulierte Briefe auf lila Briefpapier zu verfassen und auf den langen und spannenden Postweg zu bringen.</span></p>
<p style="font:12px Helvetica;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Der Empfänger fühlt sich geehrt, weiß so viel Mühe zu schätzen und schreibt deshalb meist schnell zurück. So bleiben die Briefträger, die Bahn, das Postflugzeug, die Papierindustrie in Arbeit und Brot. Und der Empfänger freut sich wieder. Und kann die Ansichtskartensammlung vergrößern. </span></p>
<p style="font:12px Helvetica;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Helvetica;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Mein Schwiegervater, der um 1900 geboren ist, hatte uns in seinem Nachlass neben vielen Klassikern und anderem interessantem Lesestoff ein kleines, abgegriffenes und eigenartig geknicktes und gealtertes Büchlein hinterlassen mit dem Titel: 100 Grüße auf Ansichtskarten“ (siehe auch Xinxii.com, &#8220;100 Grüße &#8230;.&#8221;, von Nora Zorn, 2 Euro). Obwohl damals Gymnasiast und bestimmt nicht gerade Analphabet, hat er reichlich davon Gebrauch gemacht, das zeigt die Form des Büchleins, denn es ist von den Reisen in der Hosentasche verformt und hat vier runde, ausgefranste Ecken. Es ist eine Freude, heutzutage Lesestoff in Händen zu halten, der so vielgelesen ist, dass das Büchlein ausgeleiert und mitgenommen aussieht.</span></p>
<p style="font:12px Helvetica;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Helvetica;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Es gab da vorgefertigte Sprüche für die Reise durchs flache Land, die Klettertour im Gebirge, die Reise zur Kur in Bad Irgendwo, die Radtour mit dem Kegelverein, die Gemeinschaftsreise des Jungfrauenvereins der Pfarrgemeinde Kaschtelhuber. Aus Rom und Florenz konnte man hieb- und stichfeste literarische Ergüsse an die Lieben zu Hause schicken, man sparte Zeit und Nachdenken über Rechtschreibregeln und Kommasetzung.</span></p>
<p style="font:12px Helvetica;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Helvetica;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Hier eine kleine Kostprobe:</span></p>
<p style="font:12px Helvetica;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:center;font:9px Chicago;min-height:12px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Was sagt der Freund zu dieser Reise,</span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">die schon lange ich geplant,</span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">ohne dass er es geahnt?</span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Ihm zu melden, wo ich blieb,</span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">ich jetzt diese Karte schrieb.</span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">oder:</span></p>
<p style="text-align:center;font:9px Chicago;min-height:12px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:center;font:9px Chicago;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Damit Du siehst, ich denke dein,</span></p>
<p style="text-align:center;font:9px Chicago;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">schick‘ ich Dir diesen Kartengruß,</span></p>
<p style="text-align:center;font:9px Chicago;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Oh, wenn du könntest bei mir sein,</span></p>
<p style="text-align:center;font:9px Chicago;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">so hätt‘ ich doppelten Genuss</span></p>
<p style="font:9px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">und wenn Papa mal alleine fort musste:</span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Arial Narrow;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Cochin;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Dein herzig Bild erblickt mein Geist -</span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Cochin;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Oh, wärest du doch mitgereist!</span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Cochin;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Es konnt‘ nicht sein,</span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Cochin;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">du Liebling mein!</span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Cochin;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Drum bring‘ dies Kärtchen meinen Gruß,</span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Cochin;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">dazu den allerschönsten Kuss!</span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Cochin;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">oder schlicht und ergreifend:</span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Webdings;min-height:12px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Chalkboard;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Das Bild der Karte ist doch schön?</span></p>
<p style="text-align:center;font:12px Chalkboard;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Drum komm, die Stadt bald nah zu sehn!</span></p>
<div style="text-align:center;"><span style="font-family:Chalkboard, 'Times New Roman', 'Bitstream Charter', Times, fantasy;font-size:small;"><span style="line-height:normal;"><br />
</span></span></div>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Was ist denn ein Mobilebook ...]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2009/07/07/was-ist-denn-ein-mobilebook/</link>
<pubDate>Tue, 07 Jul 2009 13:49:12 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
<guid>http://woertersalat.wordpress.com/2009/07/07/was-ist-denn-ein-mobilebook/</guid>
<description><![CDATA[  Man lernt nie aus, pflegte meine Mutter zu sagen. So lernt auch Oma immer noch etwas dazu, manchma]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;font:12px Arial;min-height:14px;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;margin:0 0 0 42.5px;">Man lernt nie aus, pflegte meine Mutter zu sagen. So lernt auch Oma immer noch etwas dazu, manchmal durch Zufall.</p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;min-height:14px;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;">Durch meine Teilnahme an einem Literatur-Wettbewerb hörte ich vor Jahren zum ersten Mal von „Electronic Books“. Beim damaligen Adina-Online-Verlag wurden dann einige meiner Kurzgeschichten in Jahreskalendern veröffentlicht und außerdem wurde meine biografische Erzählung „Das Kind unter dem Tisch“ als eBook herausgegeben. So lernte ich eBook-Publishing kennen. Ein Electronic Book kann man sich als pdf-Datei auf den PC herunterladen und dort speichern und lesen. Man kann das eBook aber auch auf den eBook-Reader „KINDLE“ von Amazon sowie den Reader von SONY laden und auf bequeme Weise bei sich tragen und an jedem Ort lesen, auch bei schwacher Beleuchtung. Leider sind diese Reader noch immer sehr teuer.</span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;min-height:14px;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;">Obwohl ich selbst ein gedrucktes Buch vorziehe, habe ich inzwischen erkannt, dass so ein Lesegerät den Vorteil hat, dass es gerade so viel wiegt wie ein dünnes Buch, dass es aber hunderte von Büchern speichern kann. Es ist also kein Problem, mit Hilfe eines eBook-Readers eine kleine Bibliothek in den Urlaub mitzunehmen. </span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;min-height:14px;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;">Nun haben sich die Verbraucher gerade mal an die Existenz von eBooks gewöhnt und müssen feststellen, dass es längst eine noch praktischere Sache gibt, nämlich die</span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;min-height:14px;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;"><strong>Mobilebooks.</strong></span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;min-height:14px;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;">Ein Mobilebook wird per SMS aufs Handy geladen (z.B.<a href="http://www.mobilebooks.com"><span style="text-decoration:underline;">mobilebooks.com</span></a>). Herausgegeben sind diese Bücher vom Verlag Blackbetty.at, der sich auf Small-Screen-Publishing spezialisiert hat.</span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;min-height:14px;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;">So ein Mobilebook hat im Vergleich zum eBook den Vorteil, dass man es jederzeit und an jedem Ort direkt auf das Handy laden kann ohne den Umweg über den Computer. Es kann gespeichert und jederzeit zum Lesen abgerufen werden, auch wenn das Handy nicht online ist. Notwendig ist allerdings, dass es ein JAVA™-fähiges Gerät mit dem Standard MIDP 2.0 ist. Ich habe selbst keine Ahnung, was das ist, aber so habe ich es auf der Website von Blackbetty.at und bei Mobilebooks.com gelesen. Vermutlich ist es von Vorteil, wenn das Handy ein großes Display hat. Das erleichtert die Lesbarkeit der Texte.</span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;min-height:14px;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;">Ein weiterer Vorteil des Lesens auf dem Handy ist, dass man die Schrift nach Bedarf vergrößern oder den Text in Querformat umwandeln kann. Auch Lesezeichen kann man setzen und eine Beleuchtung dazuschalten. Diese Funktionen sind über „Menü“ abrufbar. Die Texte sind meist für eine Lesezeit von 10 Minuten (150 KB) vorgesehen.</span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;min-height:14px;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;">Ein großer Vorteil des Mobilebooks ist auch, dass die Bezahlung (1,99 &#8211; 5.00 Euro) ebenfalls per Handy erfolgt. Je nach Betreiber können noch Kosten für die Ladezeit dazukommen.</span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;min-height:14px;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;">Da heutzutage fast jeder ständig ein Mobiltelefon bei sich trägt, kann er sich durch Mobilebooks Wartezeiten an der Bushaltestelle oder lange Bahnfahrten durch die Lektüre von spannenden, unterhaltsamen oder nützlichen Texten versüßen. Diese Art des Lesens wird sicher keine ernsthafte Konkurrenz für die gedruckten Bücher sein, aber die Vorteile des „mobilen“ Kaufs von Lesestoff und der Verfügbarkeit zu jeder Zeit an jedem Ort liegen sozusagen auf der Hand und „in der Hand“ des Handy-Besitzers.</span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;min-height:14px;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;">Es gibt Verlage, die speziell diese Small Screen Ausgaben von Büchern herstellen und vertreiben. Gleichzeitig werden inzwischen von etablierten Verlagen wie z.B. Heyne bereits vorhandene Print-Ausgaben von Büchern für diese Art des Lesens bearbeitet und z.B. bei Blackbetty.at herausgegeben.</span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;min-height:14px;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;">So, jetzt habe ich versucht, das Loblied der mobilen Literatur zu singen und muss der Ehrlichkeit halber zugeben, dass ich selbst kein brauchbares Handy mit JAVA  und sonstigem Pipapo habe. Aber ich habe ein paar kleine Mannheim-Geschichten geschrieben, die beim Verlag Blackbetty.at als Mobilebook veröffentlicht sind (Titel: „Mannheimer Mini-Mosaik“, von Nora Zorn).</span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;min-height:14px;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;">Nun wird es aber Zeit, mir ein besseres Handy zuzulegen.  </span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;min-height:14px;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;margin:0 0 0 42.5px;"> </p>
<p style="text-align:justify;font:12px Arial;min-height:14px;margin:0 0 0 42.5px;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Nur eine Tasse Kaffee ?]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2009/06/13/nur-eine-tasse-kaffee/</link>
<pubDate>Sat, 13 Jun 2009 10:51:19 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
<guid>http://woertersalat.wordpress.com/2009/06/13/nur-eine-tasse-kaffee/</guid>
<description><![CDATA[Ich bin eine bekennende Kaffeetante und genieße jeden Morgen von Neuem die belebende Wirkung und den]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="font:12px Arial;margin:0;"><strong><br />
</strong></p>
<p style="font:12px Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><strong> </strong></span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Ich bin eine bekennende Kaffeetante und genieße jeden Morgen von Neuem die belebende Wirkung und den Duft dieses köstliches Getränkes. Um ehrlich zu sein, vor meiner ersten Tasse Kaffee früh morgens bin ich selbst ungenießbar. </span></p>
<p style="font:12px Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">An manchen Tagen fällt mir dabei ein, wie weit und lang der Weg war, den ich gehen musste bis zu meiner ersten Tasse Bohnenkaffee. Und dass ich den Kaffe zunächst keineswegs als Genussmittel, sondern als Zahlungsmittel kennenlernte.</span></p>
<p style="font:12px Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">In der ersten Nachkriegszeit war ich gerade sieben Jahre alt. Mein Vater, der gerade erst auf abenteuerlichen Wegen aus der russischen Gefangenschaft geflohen war und mit Hilfe des Roten Kreuzes seine Frau und die Kinder wiedergefunden hatte, versuchte einen Neuanfang. Es spielte für ihn keine Rolle in welchem Land dies sein würde, denn wir waren ohnehin Flüchtlinge und fühlten uns als Fremde in dem Ort, in dem wir uns 1947 befanden. Wir hatten Verwandte in New York und in Kanada. Diese wollten uns helfen, ein Visum für die Einwanderung zu bekommen. Bis dahin war es noch ein weiter Weg, denn es gab eine Quotenregelung in diesen Ländern, die jedes Jahr nur eine bestimmte Anzahl von Einwanderern zuließ. Eine Familie mit mehreren schulpflichtigen Kindern gehörte nicht gerade zu den Favoriten der aufnahmebereiten Länder.</span></p>
<p style="font:12px Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Trotzdem betrieb mein Vater diesen Plan sehr früh und umsichtig. Dazu gehörte, dass er beschloss, dass seine beiden älteren Töchter, die gerade sieben und knapp neun Jahre alt waren, Englisch lernen sollten. Er nahm Kontakt auf zu einer Dame aus Berlin, die als „Ausgebombte“ in dem selben kleinen Ort im Kraichgau einquartiert war, in dem wir damals vorerst eine Bleibe gefunden hatten. Die Berlinerin fühlte sich nicht so besonders wohl in der ländlichen Gegend, erzählte viel von den besseren Zeiten, die sie vor dem Krieg erlebt hatte und unterstrich dies durch eine elegante Aufmachung, durch ein auffallendes und in dem kleinen Ort nicht gerade allgemein übliches Make-up. Es war nicht schwer, zu erfahren, dass sie Englischkenntnisse hatte und früher Übersetzerin war.</span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Wir Kinder fanden die ältere Dame aufregend und interessant und gingen gerne zu ihr. Als Gegenleistung sollte sie Bohnenkaffee erhalten, denn Geld hatten wir nicht. Unser Vater war arbeitslos, wie viele Väter damals.</span></p>
<p style="font:12px Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Die Familie wartete nun immer ungeduldiger auf die seltenen Care-Pakete aus Amerika, die unsere Verwandten uns schickten. Neugierig verfolgten wir Kinder dann das Auspacken der überlebenswichtigen Grundnahrungsmittel. Am meisten freute sich unsere Mutter, wenn sie eine unscheinbare, meiner Meinung nach ziemlich hässliche, dunkelgrüne Dose im Paket fand. Angestrengt versuchten die Empfänger herauszufinden, was auf den Päckchen und Dosen stand. Die ganze Anstrengung half nichts, niemand   konnte die englische Aufschrift lesen. Da half es nichts, dass mein Vater ungarisch und die Großmutter kroatisch lesen und schreiben konnten.</span></p>
<p style="font:12px Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Diese für uns Kinder geheimnisvollen Dosen brachten meine Schwester und mich dann für längere Zeit in den Genuss von English lessons, die uns große Freude machten. Die Dame mit den rosa gepuderten Wangen, dem rotglänzenden Lippenstift, umweht von  einem Hauch von Veilchen und Flieder, hatte die wundervolle Gabe, den Unterricht für uns Kinder zu einem großen Vergnügen zu gestalten. Sie hielt sich nicht sehr mit Grammatik und Vokabelübungen auf, sondern lehrte uns von Anfang an englische Kinderreime, Kinderlieder und Abzählreime. Im Zusammenklang mit der eingängigen Melodie dieser einfachen Liedchen war es ein Leichtes, sich auch den Text zu merken. Als Hausaufgabe mussten wir einige der Zeilen, die wir in den Lessons jeweils gelernt hatten, in ein Heft schreiben. Es verlief alles ohne jeden Druck und jede Aufregung. Auch das Aufschreiben war uns ein Vergnügen. Dieses Heft habe ich noch heute und die kindliche Schrift, die einfachen Verse, die rührend ordentlichen Buchstaben berühren mich beim Lesen jedes Mal aufs Neue.</span></p>
<p style="font:12px Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Meine Schwester und ich sangen bald beim Geschirrabtrocknen: „Chimneysweep went for a walk &#8230;.“. Das Liedchen mit Kehrreim hatte viele Strophen und wir freuten uns immer, wenn der besungene Schornsteinfeger am Ende doch noch seine Liebste zum Traualtar führen durfte. Auch das Sprichwort: „An Apple a day, keeps the doctor away“ lernten wir in einigen Variationen und gaben diese da und dort zum Besten, worüber sich die Erwachsenen sehr amüsierten.</span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Noch heute fallen mir zur Rosenzeit im Juni immer wieder die Poesiealbumszeilen ein, die uns Frau K. damals beibrachte: „Roses are red, violets are blue, honey is sweet and so are you“. </span></p>
<p style="font:12px Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Später bekamen wir auch noch ein Vokabelheft, das wir weiterhin auf spielerische Weise mit den neu gelernten Begriffen füllten. Irgendwann kam dann die Nachricht, dass wir nicht auswandern durften, da wir wegen einer Tb-Erkrankung unserer Mutter kein Visum erhielten. Der Traum unserer Eltern hatte sich zerschlagen, aber meine Schwester und ich konnten bei der durch Lehrermangel etwas verspäteten Einschulung schon Lesen und Schreiben und englische Kinderlieder, die wir gerne am Abend auf den Stufen des Hauseingangs sangen. Zur Abendzeit passend wählten wir die Geschichte von Wee Willie Winky, der nachts durch die Straßen schleicht und nachsieht, ob denn alle Kinder schon im Bett seien, „for it‘s now ten a‘clock“. Na ja, zehn Uhr war es  ja nicht, denn wir mussten damals sicher spätestens um acht Uhr ins Bett. Aber singen konnten wir es ja, da die meisten Leute den Text nicht verstanden. </span></p>
<p style="font:12px Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Heute erst weiß ich, wie schwer es für meine Mutter zu jener Zeit gewesen sein musste, die Dose mit Pulverkaffee als Zahlungsmittel für unseren Englischunterricht weiterzugeben. Wie gerne hätte sie sich an dem Duft der Kaffeebohnen und der belebenden Wirkung des aufgebrühten Kaffees erfreut. Und wie notwendig wäre diese Aufmunterung gewesen nach der Flucht aus der Heimat und all den Entbehrungen in der kargen Nachkriegszeit. Sie trank tapfer den etwas fade schmeckenden Getreidekaffee, um uns im Falle der Auswanderung einen guten Neuanfang zu ermöglichen, wohl wissend, dass wir ja dort gleich eingeschult würden. Dass ihr Opfer dann umsonst war, das muss für sie besonders bitter gewesen sein. </span></p>
<p style="font:12px Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Erst ein Jahrzehnt später trank ich anlässlich einer Fahrt in den Schwarzwald mit Freunden die erste köstliche Tasse Kaffee mit Milch und Zucker. Es war in einem der gemütlichen Kaffee-Restaurants mit Kuchentheke, Häkeltischdecke und Plüsch-Sesseln. Zwischen den vom Kaffeedampf beschlagenen Doppelfenstern standen viele Parma-Veilchen, wie es damals Mode war. Wenn ich heute vor einer dampfenden Tasse Kaffee sitze, schweifen meine Gedanken gerne ab und ich wünsche mich zurück in diese Zeit des Aufbruchs, des Neubeginns nach den entbehrungsreichen Jahren nach Kriegsende. Alles war damals etwas Besonderes, alles ein erstes Mal, vieles für lange Zeit noch unerreichbar.</span></p>
<p style="font:12px Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">So viele Sorten Kaffee es heute auch gibt, so preiswert die Bohnen inzwischen auch sind, ich sehe in einer Tasse Kaffee immer noch etwas Besonderes, etwas Kostbares, denn diese Kaffee-Währung war für mich damals die Grundlage für den ersten Erwerb einer Fremdsprache, die mir im Laufe meines Lebens noch häufig von Nutzen war. Ich habe inzwischen erfahren, dass damals und heute die Kaffee-Währung in vielen Ländern einen hohen Stellenwert hat, ja häufig für den Einzelnen überall auf der Welt „Not-wendend“ war und ist. </span></p>
<p style="font:12px Arial;min-height:14px;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"> </span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Den höchsten Stellenwert hat jedoch eine Tasse Kaffee zur rechten Zeit, am rechten Ort und möglichst von der Lieblingssorte. Diese Sinnenfreude in Form eines Getränkes verdanken wir dieser vielseitigen, belebenden Gabe der Natur, der im Rohzustand eher unscheinbaren Kaffeebohne.</span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;">
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><br />
</span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;">
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Obwohl ich mir den Kaffeegenuss nicht vermiesen lasse, denke ich doch immer wieder gern an das Kaffee-Lied, das ich mit meinen Schwestern als Kanon gesungen habe. Es ist geschrieben von Carl Gottlieb Hering (1777-1917) und lautet wie folgt:</span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><br />
</span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;">
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">&#8220;C-A-F-F-E-E (jeder Buchstabe ist einzeln als Note C, a, f usw. zu singen) , trink nicht zu viel Caffee! Nichts für Kinder ist der Türkentrank, schwächt die Nerven, macht dich schwach und krank. Sei doch kein Muselman, der ihn nicht lassen kann.&#8221;</span></p>
<p style="font:12px Arial;margin:0;">
<p style="font:12px Arial;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">(Ein Buch zum Kaffee habe ich gerade entdeckt beim Verlag Stories &#38; Friends. Es heißt &#8220;Arabica &#38; Robusta&#8221;, enthält unterhaltsame Kaffeegeschichten in einer sehr edlen Aufmachung und kostet 17,90 Euro)</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ein neuer Lenz auf dem Zeitschriftenmarkt]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2009/01/16/ein-neuer-lenz-auf-dem-zeitschriftenmarkt/</link>
<pubDate>Fri, 16 Jan 2009 10:25:24 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
<guid>http://woertersalat.wordpress.com/2009/01/16/ein-neuer-lenz-auf-dem-zeitschriftenmarkt/</guid>
<description><![CDATA[  Man soll nie die Hoffnung aufgeben &#8230;denn was lange währt, wird oft noch gut.  So ist es mir ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p> </p>
<p><span>Man soll nie die Hoffnung aufgeben &#8230;denn was lange währt, wird oft noch gut. </span></p>
<p><span>So ist es mir ergangen mit einer meiner Lieblingszeitschriften, über die ich hier unter dem Titel „LENZ &#8211; Zeitschrift für den Spätsommer des Lebens“ geschrieben habe. Der Titel war mir seit Jahren ein Dorn im Auge, da er auf recht alberne Weise ein Mäntelchen um die Tatsache hängte, dass es sich um ein Magazin für die reifere Generation handelt, um nicht zu sagen, für ältere Menschen.</span></p>
<p><span>Kaum hatte ich das Dezemberheft mit Verspätung gelesen, in dem die Titel-Änderung bekanntgegeben wurde, da flatterte schon das neue „plus-Magazin“ ins Haus, denn so heißt die Zeitschrift nun. Etwas verschämt hängt oben links zwar noch das Wort „Lenz“. Das ist vielleicht für die Übergangszeit notwendig, damit die Leser ihren alten Lesestoff erkennen, obwohl er ein neues Kleid hat.</span></p>
<p><span>Und für was steht nun das Wort „plus“? Es soll zeigen, dass das mittlere, spätere und hohe Alter für Zuwachs steht an vielen positiven Dingen, wie z.B. an Erfahrung, Wissen, Gelassenheit, Geduld, materiellen Dingen, und vor allem an  Z e i t   . Vieles ist im höheren Alter nicht mehr so wichtig, nicht mehr so eilig, nicht mehr so erstrebenswert, dass es in Stress ausarten muss. Über diese Dinge gibt es viel zu lesen im Heft „plus-Magazin“ und wenn dann der eine oder andere durch dieses Heft vielleicht mit anderen älteren bzw. reiferen Menschen in Kontakt kommt, dadurch vielleicht einen „zweiten Lenz“ erlebt, dann ist das auf jeden Fall ein Grund zur Freude. Aber deswegen muss die Zeitschrift ja nicht gleich Lenz heißen, denn ein Plus an Lebensfreude ist ja Anlass genug, ein Print-Medium   P l u s   zu nennen.</span></p>
<p><span>Es darf trotz allem Optimismus nicht verschwiegen werden, dass das höhere Alter aber auch ein Plus an Einschränkungen, an körperlichen Veränderungen, an gesundheitlichen Störungen mit sich bringen kann. Auch darüber sollte und wird hoffentlich zu lesen sein im plus-Magazin, denn für alle diese Veränderungen gibt es heutzutage viele neue Hilfen, Lösungsansätze und guten Rat. Wenn das Plus-Magazin einen Beitrag dazu leistet, auch mit diesen Aspekten des Älterwerdens fertig zu werden oder damit besser umgehen zu können, dann wird es seinem neuen Titel gerecht werden.</span></p>
<p><span>Ich freue mich nun also über die Titeländerung und lese diese gut gemachte und informative Zeitschrift noch lieber als vorher. Für alle, die das mittlere Lebensalter als Zuwachs an Lebenserfahrung, als Chance für neue Aktivitäten und neue, positive und hoffnungsvolle Möglichkeiten betrachten, kann ich sie uneingeschränkt empfehlen.</span></p>
<p> </p>
<p><span>Norella @ 2009</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Heiraten - gestern und heute]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2008/07/05/heiraten-gestern-und-heute/</link>
<pubDate>Sat, 05 Jul 2008 21:03:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
<guid>http://woertersalat.wordpress.com/2008/07/05/heiraten-gestern-und-heute/</guid>
<description><![CDATA[  Es ist noch nicht allzu lange her, dass die Heiratsanzeigen in der Zeitung mit dem Satz anfingen: ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p> </p>
<p><span>Es ist noch nicht allzu lange her, dass die Heiratsanzeigen in der Zeitung mit dem Satz anfingen: „Auf diesem nicht mehr ganz ungewöhnlichen Wege suche ich eine Frau &#8230;..“</span></p>
<p><span>Inzwischen ist diese Art der Partnersuche erweitert worden durch die vielen Möglichkeiten im Internet, einen Lebensabschnittspartner oder gar einen Partner „fürs Leben“ zu finden.</span></p>
<p><span>Noch vor dreißig oder vierzig Jahren, als ich z.B. im heiratsfähigen Alter war, da rümpften wir die Nase und steckten die Köpfe zusammen, wenn wir hörten, dass jemand aus dem Bekanntenkreis oder einer der Kollegen „auf diesem nicht mehr ganz ungewöhnlichen Wege“ einen Partner gefunden hatte. Meist wurde diese Art des Kennenlernens auch verschwiegen. Man hielt diese Art der Vermittlung für sehr modern, jedoch auch für riskant, auch für etwas anrüchig, obwohl es dafür kaum Anhaltspunkte gab. Manche Ehe, die durch persönliche erste Begegnungen oder Liebe auf den ersten Blick geschlossen wurde, hielt bei weitem nicht so gut oder so lange wie eine mit Bedacht per Anzeige eingeleitete Partnerschaft.</span></p>
<p><span>Ich fand vor kurzem im Nachlass meiner Schwiegereltern einen Brief, der mir zeigte, dass zum Beispiel um 1920 das Kennenlernen durch Vermittlung von Fremden oder innerhalb der eigenen Verwandtschaft ganz selbstverständlich war.  Auch Zeitungsannoncen gab es damals schon, besonders in kirchlichen Blättern, die ja daran interessiert waren, dass Menschen der gleichen Konfession die Gelegenheit hatten, sich zwecks Eheschließung kennenzulernen.</span></p>
<p><span>Mein Schwiegervater jedenfalls ließ, als er jung und heiratswillig war, überall in seinem Freundeskreis verlauten, dass er sehr gerne eine wohlhabende junge Frau kennenlernen würde, da er selbst zwar einen guten Beruf und eine zu erwartende gute Altersversorgung in Form einer Beamtenpension hatte, aber selbst kein Vermögen. Ein Freund von ihm  kam öfter in eine Wirtschaft in R. in der Pfalz. Dort bedienten ab und zu junge, wohlerzogene Mädchen, die entweder mit der Wirtin verwandt oder gut bekannt waren. Die meisten hatten gerade eine Haushaltungsschule in Bad Homburg absolviert, was damals als eine gute Vorbereitung auf die Ehe galt. Dieser Wirtin erzählte der junge Mann von den Heiratswünschen seines beamteten Freundes und fragte, ob sie da nicht jemanden empfehlen könnte. Daraufhin schrieb die Wirtin dem jungen Mann sehr bald einen sehr offenen, praktischen und informativen Brief, der jeder professionellen Heiratsvermittlerin unserer Zeit alle Ehre gemacht hätte.</span></p>
<p><span>Sie hatte sich in der Zwischenzeit im Kreis der jungen Damen umgehört und herausgefunden, dass eine gebildete, vermögende Bauerntochter (die das Gymnasium besucht und Abitur gemacht hatte), sehr gerne einen Beamten heiraten würde. Geld habe ich selber, soll sie gesagt haben und ein Beamter hat ein gutes Ansehen in der Gesellschaft und bekommt eine Pension im Alter. Das würde ihr gefallen. Also schlug die tüchtige Wirtin des Güldenen Schafes vor, dass der heiratswillige Beamte an einem der kommenden Sonntage wie zufällig in die Gastwirtschaft kommen sollte. Die Wirtin wollte es so einrichten, dass an diesem Tage die junge Frau beim Kaffeeausschank mithalf. denn sie war weitläufig mit ihr verwandt. Deshalb konnte sie in dieser heiklen Angelegenheit auch auf die Mit-Hilfe der Mutter des Mädchens rechnen. So könnten sich die jungen Leute unverbindlich betrachten und dann einen Entschluss fassen</span></p>
<p><span>Gesagt, getan. Der junge Obersekretär der Stadt M. kam, sah die blonde, ansehnliche junge Frau. Diese betrachtete ihn aus dem sicheren Schutz der Theke und unter den wachsamen Augen der aufmerksamen Wirtin &#8211; und sie fand Gefallen an dem gut aussehenden jungen Mann. Ein paar Tage später ging ein Brief hin, ein Brief her, der junge Mann sprach bei der verwitweten Mutter der jungen Frau vor und die Verlobung war perfekt und die Eheschließung folgte nicht lange später. Jeder bekam, was ihm fehlte und beide blickten, was die Zukunft betraf, in die gleiche Richtung. Die Ehe hielt fast 50 Jahre und endete mit dem Tod der Frau.</span></p>
<p><span>Soviel also zu sogenannten „Vernunftehen“. Wenn man die vielen heutigen Scheidungen  betrachtet, die den romantischen Liebesverbindungen folgen, kommt man ins Grübeln, ob es bei dem wichtigen Schritt in eine gemeinsame Zukunft nicht besser wäre, etwas mehr Vernunft walten zu lassen. Die Single-Börsen und die kommerziellen Partnervermittlungen sind da vielleicht schon auf dem richtigen Wege, denn die wichtigsten Daten sind den Interessierten ja schon bekannt, bevor sie sich auf eigenen Wunsch persönlich kennenlernen. Wenn dann zur Vernunft auch noch Liebe kommt, kann es ja nicht schief gehen.</span></p>
<p> </p>
<p>Nora Zorn ©</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Nachdenken über Hildegard von Bingen]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2008/06/24/nachdenken-uber-hildegard-vb/</link>
<pubDate>Tue, 24 Jun 2008 14:29:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
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<description><![CDATA[  Gerade habe ich den letzten Rest der stinkenden Beinwell-Jauche an meine Tomatenpflanzen im Garten]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p> </p>
<p><span>Gerade habe ich den letzten Rest der stinkenden Beinwell-Jauche an meine Tomatenpflanzen im Garten gegossen, habe mich gefreut, dass die Blätter der Tomaten seit einigen Tagen dank dieser Behandlung so schön grün geworden sind und sich schon einige schöne Fruchtansätze in Kirschgröße (je nach Sorte auch größer) zeigen. da lese ich in der Tageszeitung, dass ein Film über Hildegard von Bingen gedreht wird, der 2009 in die Kinos kommt. Das ist nun wirklich ein Grund zur Freude, denn nicht nur die Verwendung von Beinwell (latein. Symphytum, engl. Comfrey) als Pflanzenjauche, Umschlag, Salbe, Tinktur oder Tee bei stumpfen Verletzungen aller Art sowie bei Durchblutungsstörungen geht auf Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) zurück, sondern eine Unzahl von anderen medizinischen Anwendungen von Kräutern. Ich verwende z.B. seit Jahren Galgant-Pulver, Bertram, Diptam, Ysop und Ingwer fast täglich in der Küche. Der von Hildegard von Bingen so hoch geschätzte Dinkel als Brot, Teigwaren oder Müsliflocken sind aus meinem  Alltag schon lange nicht mehr wegzudenken.</span></p>
<p><span>Nachdem es nun schon so viele Filme über (in meinen Augen oft zweifelhafte oder verzweifelte)  s t a r k e  Frauen gibt, freut es mich um so mehr, dass sich endlich Margarete von Trotta als Regisseurin und Markus Zimmer als Produzent der Lebensgeschichte einer wirklich starken Frau annehmen und ihr zu dem Bekanntheitsgrad verhelfen werden, der ihrem vielseitigen Wirken entspricht. Die Klosterfrau Hildegard war eine Mystikerin des Mittelalters, die sich im Rahmen ihres Daseins als Ordensfrau für alle Belange der Menschen um sie herum interessierte. Mit einer seherischen Gabe ausgestattet, schrieb sie eine Reihe von Werken, in der sie sich über die Art und Weise äußerte, wie der Mensch leben soll.</span></p>
<p><span>Sie gibt medizinische, religiöse, pädagogische, soziologische Anregungen und macht sich im wahrsten Sinne des Wortes Gedanken „über Gott und die Welt“. Auch politische Fragen ihrer Zeit ließen sie nicht kalt, so dass sie es wagte, sich einzumischen in das Tun und Lassen von weltlichen und geistlichen Würdenträgern und  Amtspersonen ihrer Zeit. Das brachte ihr selbstverständlich viel Ärger ein, schwächte zeitweise ihre Nerven und bescherte ihr körperliche Leiden, machte sie aber letzten Endes stärker als zuvor.</span></p>
<p><span>Diese Klosterfrau, die als Novizin auf dem Disibodenberg und zuletzt als Äbtissin im Kloster Rupertsberg lebte, hat weit über Ihre Umgebung und ihre Zeit hinaus gewirkt. Dies nicht zuletzt auch durch ihre Kompositionen (im gregorianischen Stil), die es sogar heutzutage auf CDs gibt. Literatur über Hildegard von Bingen gibt es reichlich. Allein die Werke, die sie selbst geschrieben hat bzw. diktiert hat, sind eine Quelle des Wissens, des Staunens, der Freude über diese Welt, in der sie lebte und in der wir leben. </span></p>
<p><span>Ich weise noch hin auf meinen vor längerer Zeit ins Netz gestellten Text „Kohl und Beinwell machen der Äbtissin Beine“. Heute stelle ich noch ein kleines Märchen für Jung und Alt aus der Zeit und der Welt um den Disibodenberg herum in meinen Blog. Es geht um ein kleines Mädchen, das die Welt anders wahrnimmt als die Erwachsenen, besonders nachts, wenn es nicht schlafen kann. Es muss erfahren, dass nicht alles was glänzt eine Krone ist.</span></p>
<p> </p>
<p>Nora Zorn ©</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Gedanken über den Zufall]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2008/06/16/gedanken-uber-den-zufall/</link>
<pubDate>Mon, 16 Jun 2008 13:57:20 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
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<description><![CDATA[  Jeder von uns hat das schon mal erlebt: Man denkt tagelang intensiv an jemanden, nimmt sich vor, i]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p> </p>
<p><span>Jeder von uns hat das schon mal erlebt: Man denkt tagelang intensiv an jemanden, nimmt sich vor, ihn anzurufen. Das Telefon klingelt und man weiß &#8211; das ist er oder sie. Fast immer ist es tatsächlich die Person mit der man gedanklich so beschäftigt war. Ist das nun Zufall &#8211; oder ist es ein Zusammentreffen von verschiedenen Gegebenheiten, die in der Summe den Anruf notwendig gemacht haben? Denn meist geht ja solchem Nachdenken oder sich Erinnern an eine bestimmte Person zumindest im Unterbewußtsein eine Folge von Ursachen voraus. Sei es, dass man sich schon lange für irgendetwas zu bedanken hat bei dem Betreffenden, dann ist es das Schuldgefühl für das Versäumnis, das einen umtreibt. Oder es steht in Kürze ein Ereignis an, das mit der Person zu tun hat, an die man denkt wie z.B. der bevorstehende Geburtstag, Weihnachten,  ein geplantes Klassentreffen,  eine gemeinsame Sache, für die man evtl. Informationen von der Person erhofft, an die man gerade so intensiv denkt.-</span></p>
<p><span>Es gibt viele Menschen (auch Wissenschaftler wie Physiker, Philosophen, Psychologen, Parapsychologen sowie das weite Feld der Esoteriker), die vermuten, dass solche Zufälle, wie oben geschildert, auf einer feinstofflichen Ebene zustande kommen, die sich mit unserem normalen Wachbewusstsein und dem Verstande nicht fassen lassen, die gewissermaßen in einer zweiten Wirklichkeitsschiene stattfinden, die nur unserem Unbewussten zugänglich ist. Im Falle des Telefonanrufes haben sich dann die Gedanken der einen Person auf dieser zweiten Bewusstseinsebene mühelos  mit den Gedanken der anderen Person „kurzgeschlossen“ und gegenseitig den Wunsch erzeugt, im Wachbewusstsein entweder diesen Anruf zu tätigen oder den Anruf zu erhalten. Der Rest ist dann nur noch eine Frage des Timings.</span></p>
<p><span>Es gibt umfangreiche wissenschaftliche und auch pseudowissenschaftliche Abhandlungen darüber. Weder die einen, noch die anderen haben endgültige Erkenntnisse über das Phänomen des Zufalls gefunden. Aber viele Ansatzpunkte, besonders in der Quantenphysik und der Psychologie deuten darauf hin, dass es innerhalb der berechenbaren Ordnung der Dinge nur einer winzigen Abweichung bedarf, um einen völlig neuen Zustand zu erzeugen, der anscheinend rein „zufällig“ entstanden ist.</span></p>
<p><span>Im Alltag ist es jedenfalls nicht so selten, dass sich bei manchen Menschen diese sogenannten „Zufälle“ häufen. Meiner Vermutung nach geschieht dies öfter als sonst bei besonders sensiblen oder etwas aufmerksameren Menschen. Zumindest sind diese Menschen eher bereit, ein Vorkommnis als bemerkenswerten „Zufall“ einzustufen. Manche nennen es auch „Fügung“, was natürlich voraussetzt, dass es da irgendjemanden (höheres Wesen, Gott?) oder etwas im Menschen selbst (Unterbewusstsein) oder in der Materie (Chaostheorie, Quantenmechanik) gibt, das die Ereignisse zu einem bestimmten Punkt hintreibt. Möglicherweise ist das Zusammentreffen von unvorhergesehenen Begegnungen oder der Gleichzeitigkeit von Ereignissen nur ein Resultat von vielen kleinen Wahrnehmungen, die sich im Bewusstsein besonders achtsamer Menschen zu einem Antrieb formen. Daraus entstehen dann Handlungen oder Ereignisse, die wir wegen der Übereinstimmung mit unseren Erwartungen und wegen der Gleichzeitigkeit mit konkreten Handlungen oder Vorkommnissen dann Zufall nennen.</span></p>
<p><span>Mich haben diese Zusammenhänge schon als Kind sehr interessiert und ich habe früh schon angefangen, mir darüber Gedanken zu machen.  Zum Beispiel, als ich mit fünf Jahren in einen abseits gelegenen und von der Straße aus schlecht einsehbaren Gänseweiher fiel und dort glücklicherweise in der Nähe „zufällig“ ein junges Liebespaar spazieren ging. Ich hatte zufällig ein neues Kleid an, das so stark mit Appretur versehen war, dass es wie ein Fallschirm eine Blase bildete und mich trotz mehrmaligem Untertauchen letztendlich lange genug über Wasser hielt. Das Paar sah den „rosa Schirm“, der sich heftig bewegte und rettete mich. Das neue Kleid war übrigens der Grund, weshalb ich am Rande des Weihers entlangbalancierte, obwohl mir meine Mutter dies verboten hatte. Eitel wie ich war, wollte ich das neue Stück wenigstens den Gänsen zeigen. </span></p>
<p><span>Jedesmal, wenn mir  im Laufe der Zeit so ein Zufall begegnet ist oder wenn ich von einer solchen Geschichte erfahren habe, nahm ich mir vor, sie aufzuschreiben. Ich habe es leider nicht getan.</span></p>
<p><span>Anlässlich einer Bahnfahrt in den Schwarzwald hat es sich nun „zufällig“ ergeben, dass ich einer älteren Dame gegenübersaß, die offensichtlich an einer Unterhaltung interessiert war. Über kurz oder lang kamen wir auf das Thema „Zufall“ zu sprechen und zwar deswegen, weil diese Dame zufällig auch nach Freudenstadt fuhr. Für sie war es die erste Reise dorthin, für mich eine langjährige Gewohnheit, da ich auf dem Wege zu unserer Ferienwohnung war.</span></p>
<p><span>„So ein Zufall“, entfuhr es uns beiden gleichzeitig, denn es wäre ja nicht ungewöhnlich, wenn die Fahrt meiner Zugbekanntschaft  schon in Rastatt, Gengenbach oder sonst einem Städtchen entlang der Strecke geendet hätte.</span></p>
<p><span>Wir fingen also an, uns gegenseitig Zufalls-Geschichten zu erzählen. Die Reisezeit bis zu unserem Ziel reichte gar nicht, alle Vorkommnisse dieser Art zur Sprache zu bringen, und wir vereinbarten, uns die restlichen Geschichten nach und nach brieflich mitzuteilen. So kam ich mit der Zeit doch noch dazu, Zufallsgeschichten zu sammeln (oder mich meiner eigenen zu erinnern), &#8211; so wie ich es mir schon vor vielen Jahren einmal vorgenommen hatte.</span></p>
<p> </p>
<p>Nora Zorn ©</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Lebkuchen, Zwiebeln und Grass oder was?]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2007/12/22/lebekuchen-zwiebeln-und-grass-oder-was/</link>
<pubDate>Sat, 22 Dec 2007 21:25:06 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
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<description><![CDATA[    Lebkuchen, Zwiebeln und Grass oder was?     Lange kam ich nicht zum Schreiben im Blog, weil eini]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;"> </p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;"> </p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';margin:0;">Lebkuchen, Zwiebeln und Grass oder was?</p>
<p style="font:normal normal normal 11px/normal Arial;min-height:12px;margin:0;"> </p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;"> </p>
<p style="font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0;">Lange kam ich nicht zum Schreiben im Blog, weil einige unerfreuliche Ereignisse in der Familie meine Kraft und Zeit beansprucht haben. Lange habe ich damit gekämpft, ob ich eben darüber schreiben sollte, nämlich über Krankheit, Alter und Nachlassen der Kräfte. Das ist gar nicht so einfach, wenn es sich um nahe Angehörige handelt. Der Grat zwischen Ehrlichkeit und der Verletzung der Privatsphäre ist sehr schmal und ich habe es dann doch lieber gelassen. </p>
<p style="font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0;"> </p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 19px;">Wie dem auch sei, es wird trotzdem Weihnachten und auch ich beginne mit den Vorbereitungen für das Fest. Als ich heute eine ganze Menge Zwiebeln für das Hasenstifado schälte und mir dabei natürlicherweise die Tränen kamen, fiel mir ein, dass Günter Grass Recht hat, wenn er der Meinung ist, dass das Leben eine Zwiebel gleicht. Wir häuten uns mehrfach im Laufe unserer Entwicklung und meist kommt etwas Neues, Zartes und Entwicklungsfähiges unter der äußeren, gröberen Schicht hervor. Anfangs ist die neue Schale etwas empfindlich, passt sich aber den rauen Bedingungen an, wird robuster, erfüllt ihren Zweck, bis sie trocken und wellig wird und anfängt, sich an den Rändern zu lösen, so dass die unter Schicht sichtbar wird und freigelegt werden will. Im Falle der realen Zwiebel liegt dann der essbare Teil mit dem herben Duft und den beißenden, brennenden Aromaölen weiß und glänzend da. Nun wird es sich zeigen, ob es einge gute Zwiebel ist, ohne Schimmelstellen oder weiche Fäulnissdellen, eine richtig saftige Weihnachtszwiebel also, jedenfalls was die Verwendung heute in meinem Haushalt betrifft. Sie wird in Viertel geschnitten der Rotwein/Zimt/Nelken-Wacholder-Beize hinzugefügt, in der das Hasen- oder Kaninchenfleisch einen Tag und eine Nacht ziehen wird, bis daraus am 24. unser geliebtes Hasenstifado entsteht, das wir mit Teigwaren servieren und dessen Weihnachtsduft das ganze Haus durchzieht, mehr noch als alle Lebkuchen und Zimtsterne.</p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 19px;">Wie ich also so vor mich hinschäle, erinnere ich mich, dass ich das Buch „Beim Häuten der Zwiebel“ von Günter Grass vor zwei Jahren mit großer Freude gelesen und daraufhin eine Rezension geschrieben habe. Also Zwiebelfinger abgewischt, PC eingeschaltet, Rezi gesucht, und ab damit in meinen Blog „wörtersalat“. Denn ein Salat aus vielen lobenden Wörtern ist diese Hymne auf das Buch auf jeden Fall und wer seinen Essig oder Senf dazu geben will, soll eine entsprechende Besprechung des Romans schreiben und selber ins Netz stellen. Mir hat das Buch sehr gefallen, trotz der Tatsache, dass Grass ein Mensch mit Eitelkeiten und Schwächen ist. Schreiben kann er und Malen auch und Mut zur Wahrheit hat er nun im Alter auch bewiesen oder vielleicht Einsicht? </p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 11px/normal Arial;margin:0 0 19px;">So, nun sind die Zwiebeln fürs Hasenstifado fertig und das Rezept werde ich natürlich der Vollständigkeit halber auch noch reinstellen unter Kategorie Rezepte. Ich backe keine Lebkuchen, weil ich nicht einsehe, warum ich erst so viel Süßes futtern soll, um es nach Weihnachten wieder abzuhungern. Aber für ein pikantes weihnachtliches Mahl mit Zwiebeln, Hasenteilen, Lebkuchengewürz und Rotwein ist mir keine Arbeit zuviel. In diesem Sinne wünsche ich allen ein frohes Fest und mir auch.</p>
<div><span style="font-family:Arial;font-size:13px;line-height:normal;" class="Apple-style-span"><br class="webkit-block-placeholder" /></span></div>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Eine kleine Zufallsgeschichte]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2007/11/26/eine-kleine-zufallsgeschichte/</link>
<pubDate>Mon, 26 Nov 2007 10:32:43 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
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<description><![CDATA[Immer wieder bin ich beeindruckt von der Zufälligkeit der Ereignisse. Schon viele solche Zufallsgesc]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Immer wieder bin ich beeindruckt von der Zufälligkeit der Ereignisse. Schon viele solche Zufallsgeschichten habe ich in meiner Sammlung, aber diese hier ist gerade erst passiert, als ich per Mail von einer Schreibfreundin ein sehr gelungenes Foto einer weißen Christrose erhielt. Ich bedankte mich gleich für die Aufmerksamkeit und lobte die Qualität des Fotos und den fotografischen Blick der Absenderin.</p>
<p>Heute früh schickte sie mir zum Foto gleich auch noch ein Gedicht, das sie über Nacht über die Christrose geschrieben hatte. Auch darüber freute ich mich, hatte aber inzwischen zu tun, denn ich hatte endlich angefangen, meinen Bücherschrank umzusortieren. Ich wollte das oberste Fach direkt unter der Zimmerdecke ausräumen und es nach unten verlegen und somit leichter erreichbar  machen. Die oberste Bücherreihe hatte ich seit Jahren nicht ohne eine Leiter erreichen können und wusste nicht genau, was für Schätze sich dort befanden.  Bei dieser Arbeit  fiel mir ein schmales Büchlein direkt vor die Füße. Ich legte es unbesehen auf die Seite, weil ich erst einmal die Bücherstapel auf meinen Armen an Ort und Stelle sortieren wollte. Später wollte ich eine Teepause machen. Beim Weg ins Erdgeschoss, sah ich auf der Treppe das beiseite gelegte Bändchen und dachte, dass ich das beim Teetrinken durchblättern könnte. Der schön gestaltete Umschlag hatte mich angezogen.</p>
<p>Der kleine Band war von Zenta Maurina, einer lettischen Schriftstellerin, die hierzulande sehr zu Unrecht etwas in Vergessenheit geraten ist. Schon auf der zweiten Seite blieb mein Blick an einem Holzschnitt haften, denn wann sieht man denn heutzutage Holzschnitte in einem Belletristikbuch? Beim näheren Hinsehen stellt es sich heraus, dass das Helle, das sich so aus dem Dunkel der Darstellung abhob, eine    C h r i s t r o s e    war. Nun war meine Neugierde vollends geweckt. Ich las gleich die ganze Geschichte, die daneben stand.</p>
<p>Es war eine Legende über den geheimnisvollen Ursprung der Christrose. Da die Bücher von Zenta Maurina (leider) nur noch über den antiquarischen Buchhandel erhältlich sind, habe ich die Geschichte natürlich sofort abgeschrieben, um sie meiner Schreibfreundin als Dank für das Christrosen-Foto zu schicken. Da auch sie ein Mensch ist, der sich noch über Zufälle wundert, weiß ich, dass sie sich freuen wird. Und nun werde ich die Geschichte noch in der Kategorie &#8220;Lesen&#8221; ins Netz stellen, denn wer weiß, ob ich nicht durch Zufall das Büchlein wieder einmal für Jahre verlege oder gar verliere?</p>
<p>Das Büchlein heißt übrigens &#8220;Im Anfang war die Freude&#8221;, die Legende ist unter dem Titel &#8220;Das Lächeln des Jesuskindes&#8221; gleich als Anfangsgeschichte zu lesen. Die Holzschnitte sind von Went Strauchmann.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der erste Frost]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2007/11/20/der-erste-frost/</link>
<pubDate>Tue, 20 Nov 2007 20:49:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
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<description><![CDATA[Nun hatten auch wir hier im Rhein-Neckar-Dreieck den ersten Frost und ich musste heute schweren Herz]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Nun hatten auch wir hier im Rhein-Neckar-Dreieck den ersten Frost und ich musste heute schweren Herzens die erfrorenen Ranken der Kapuzinerkresse einsammeln und auf den Komposthaufen bringen. Ich hatte über die Pracht dieser Pflanze kürzlich geschrieben und erwähnt, dass sie mir jedes Jahr anzeigt, ob wir tatsächlich Minusgrade hatten. Bei der Gelegenheit sah ich, dass die große Beinwellpflanze auch Frost abbekommen hatte und auch abgeschnitten und mit Tannengrün bedeckt werden muss, damit sie mir im kommenden Jahr wieder Freude machen kann mit ihren riesigen behaarten Blättern und den kleinen lila Blüten, die die Bienen so sehr mögen. So kam es, dass ich mich erinnerte an die Heilwirkung des Beinwell (Blätter und Wurzeln) und an eine Kurzgeschichte, die ich über diese Pflanze geschrieben hatte, vor allem auch deshalb, weil ich eine große Bewunderung für Hildegard von Bingen hege. Und wie das so ist, kommt die Äbtissin zusammen mit dem Beinwell in einen Topf, will sagen in eine Kurzgeschichte nach dem Motto: Es könnte so gewesen sein. Die Geschcihte steht unter &#8220;eigene Texte&#8221;.Heute habe ich noch einmal Tulpenzwiebeln gesteckt. Wenn endlich alle Kübelpflanzen im Glashaus sind, ist das Gartenjahr vorläufig beendet und es gibt mehr Zeit für innerhäusliche Dinge und vielleicht auch für das Schreiben. Darauf freue ich mich und sammle jetzt schon Ideen und Gedankensplitter. So kann man auch den trüben Monaten ein bisschen etwas Gutes abgewinnen. Natürlich kann man auch sticken oder stricken oder Geschenke basteln fürs Fest. Mir ist das Schreiben lieber, denn ich bin eine lausige Strickerin. Plätzchenbacken mag ich auch nicht, da ich mir nicht erst anfuttern will, was ich dann mühsam wieder abnehmen muss (was mir nicht gelingt). Also bleibt es dabei, dass ich mich auf die ruhige Zeit freue, die zum Schreiben und Lesen einlädt. </p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Allerheiligen, Allerseelen ]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2007/11/03/allerheiligen-allerseelen/</link>
<pubDate>Sat, 03 Nov 2007 16:39:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
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<description><![CDATA[      Ob man will oder nicht, man wird in diesen Tagen mit den &#8220;letzten Dingen&#8221; konfront]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;"> </p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;"> </p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;min-height:14px;margin:0;"> </p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;">Ob man will oder nicht, man wird in diesen Tagen mit den &#8220;letzten Dingen&#8221; konfrontiert. Ein im Kalender verankerter Gedenk- und Trauertag nach dem anderen lässt uns einen Moment innehalten. Viele wissen nicht mehr, wie es zu diesen staatlich oder kirchlich verordneten Gedenktagen gekommen ist. Wie dem auch sei, die  Gedenktage Volkstrauertag und Allerheiligen  sind Jahr für Jahr Anlass, um über die „richtige“ Art des Trauerns zu diskutieren.</p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;min-height:14px;margin:0;"> </p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;">Die Traditionsbewussten schmücken die Gräber mit Blumen und Lichtern; sie brauchen einen festen Ort für die Zwiesprache mit ihren Verstorbenen.</p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;min-height:14px;margin:0;"> </p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;">Andere tragen das Andenken an ihre Lieben im Herzen, belächeln das Treiben auf den Friedhöfen und bleiben ihnen fern.</p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;min-height:14px;margin:0;"> </p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;">Wieder andere stehen ratlos vor Urnen-Sammelgräbern und können nur ahnen, wo sich die Urne mit den Überresten ihres Angehörigen befindet.</p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;min-height:14px;margin:0;"> </p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;">Wenn es sich um eine Seebestattung handelte, ist ein Gedenktag eher ein Tag der Erinnerung an das nicht so alltägliche Erlebnis, die Asche eines Lieben dem Meer und den Wellen zu übergeben. Das Gedächtnis ersetzt den festen Ort.</p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;min-height:14px;margin:0;"> </p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;">In nicht allzu ferner Zukunft werden einige wenige ihren Blick zum Weltraum erheben müssen, wohin sich ihre zahlungskräftigen Verstorbenen verbringen ließen. Diese Blickrichtung war früher die vertraute, wenn auch aus anderen Gründen.</p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;"> </p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;">Gut finde ich, dass nun auch totgeborene Kinder oder Kinder, die unmittelbar nach der Geburt keine Lebenschance hatten, einen Platz auf vielen Friedhöfen gefunden haben. &#8220;Sternenfeld&#8221; und ähnlich heißen diese Gemeinschaftsgräber. In kindlicher Weise können Geschwister hier kleine Zeichen der Erinnerung hinterlassen, oft in Form von Schmetterlingen oder Sternen, die an einer Stele angebracht werden können. Dass es so lange gedauert hat, bis Friedhofsordnungen geändert und Gewohnheiten verändert werden konnten, ist eher beschämend, als erfreulich. </p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;min-height:14px;margin:0;"> </p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;">Im Großen und Ganzen finde ich, dass alle Formen der Bestattungs- und Trauer-Rituale respektiert werden sollten, denn jeder Mensch ist ein Individuum &#8211; auch über den Tod hinaus.</p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;"> </p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;">Das Bestattungsgewerbe hat diesen Trend inzwischen erkannt und bietet immer häufiger sehr auf die Wünsche des Verstorbenen eingehende Begräbnisse und Gedenkfeiern an. Oft sind es aber auch die Angehörigen, die sehr originelle Ideen einbringen, um dem Leben und dem vermuteten Willen des Verstorbenen gerecht zu werden. So wird man sich nach und nach an so manche Überraschungen gewöhnen müssen. </p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;"> </p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;">Ich hoffe sehr, dass dabei die Grenzen des guten Geschmacks nicht zu sehr überschritten werden &#8211; . Ein liebevoll ausgedachtes Ritual, das die Hinterbliebenen noch einmal für kurze Zeit gedanklich und handelnd mit dem Verstorbenen in Kontakt bringt, ist meiner Ansicht nach immer noch besser als eine in allen Teilen vorgefertigte und völlig unpersönliche Trauerhandlung.</p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;"> </p>
<p style="line-height:20px;font:normal normal normal 12px/normal Arial;margin:0;">Wobei ich die auf christlicher Tradition gewachsenen Rituale noch am leichtesten akzeptieren kann, da sie sich im Prinzip darauf berufen, dass es in unserem Leben nur eine Gewissheit gibt, nämlich die Tatsache, dass der Mensch sterblich ist. Aus dieser Gewissheit sind die Gedenktage im November entstanden &#8211; noch lange, bevor sie zu willkommenen arbeitsfreien Tagen und Einkaufsevents wurden.  </p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal Arial;min-height:14px;margin:0;"> </p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Letzte Blumenpracht]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2007/11/03/letzte-blumenpracht/</link>
<pubDate>Sat, 03 Nov 2007 11:48:41 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
<guid>http://woertersalat.wordpress.com/2007/11/03/letzte-blumenpracht/</guid>
<description><![CDATA[6.9.2008, Nun ist wieder Kapuzinerkressezeit in meinem Garten und es kommt die Zeit für Gedichte von]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;">
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;"><img class="alignleft size-full wp-image-224" title="Rankende Kapuzinerkresse im Herbst" src="http://woertersalat.wordpress.com/files/2007/11/kapuzinerkresse.jpg" alt="Rankende Kapuzinerkresse im Herbst" width="500" height="375" />6<em>.9.2008,</em></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;"><em> Nun ist wieder Kapuzinerkressezeit in meinem Garten und es kommt die Zeit für Gedichte von Stefan George, Rilke oder G. Benn. Deshalb hole ich meinen Beitrag über die &#8220;letzte Blumenpracht&#8221; vom Herbst 2007 hervor, um ihn ins rechte jahreszeitliche Licht zu rücken. Denn die Jahreszahlen ändern sich, aber das Blühen und Verblühen, Kommen und Gehen in der Natur bleibt Jahr für Jahr gleich. Glücklicherweise. Denn manchmal möchte man ja die Pracht festhalten, was gerade bei Kapuzinerkresse nicht so einfach ist. Wie gut zu wissen, dass alles wiederkommt &#8211; nächstes Jahr. Natürlich nur,  wenn man nicht vergisst, die Samenkörnchen in die Erde zu legen und das zur rechten Zeit.</em></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;">
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;"><em><!--more--><br />
</em></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;">Warum fällt mir in dieser Jahreszeit immer die ebenso geniale wie treffende Zeile von Stefan George ein: „Komm in den totgesagten Park und schau&#8230;“  -  und dann am Schluss „vergiss auch diese letzten Astern nicht, den Purpur um die Ranken wilder Reben“?</p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;">
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Es ist die Pracht meiner Kapuzinerkresse, die sich nun in langen Ranken über die abgeblühten Sommerpflanzen, über Büsche und Buchs und sogar hinauf entlang der Baumstämme ins untere Geäst der hohen Bäume zieht. </span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;">
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Das ist die Ernte, die mir mein Garten gönnt für die viele Arbeit, die ich während des Sommers geleistet habe. Wenn die Tulpen verblüht sind, die Sommerblumen gesät oder gepflanzt, die Tomaten gesetzt und alles bereit ist für das Sommerfest der Natur, dann gehe ich noch einmal durch meinen Garten und habe ein Päckchen rankende Kapuzinerkresse in der Hand. Nach Lust und Laune stecke ich da und dort ein Körnchen in eine Lücke und vergesse den Platz gleich wieder. Irgendwann im Laufe der nächsten Monate erscheinen dann die kleinen zarten Pflänzchen und ich gönne Ihnen so nebenbei immer eine extra Portion Gießwasser, damit sie nicht eingehen. Da sie langsam wachsen, könnte es passieren, dass sie übersehen werden und verkümmern. Ende August, wenn allmählich viele andere Blumen nachlassen oder gar verblüht sind, dann legen die Kresseranken erst richtig los. Sie bekommen rote, orangefarbene oder gelbe Blüten, die runden Blätter werden nach und nach handtellergroß, manche sogar noch größer und die Ranken wachsen der Sonne entgegen. Dies ist der Grund, warum sie sich inzwischen sogar über hohe Büsche gezogen haben, was vor dem Hintergrund des dunklen Grüns besonders hübsch aussieht.</span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;">
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Je nachdem, wie früh der Frost einsetzt, habe ich wochenlang Freude an diesem späten Schauspiel der Natur. An manchen Stellen blüht schon das Heidekraut, im Vorgarten habe ich bereits die Winterbepflanzung stehen – aber die Kapuzinerkresse blüht und rankt unverdrossen und gibt dem Garten nochmals ein sommerliches Aussehen durch die kräftigen Farben der zarten Blüten.</span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;">
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Besonders erfreulich an der Kapuzinerkresse ist neben ihrer Wuchsfreudigkeit auch noch die Essbarkeit. Ich füge meinem Blattsalat immer auch ein paar dieser hübschen Blätter bei. Wenn ich gerade mal Zeit habe, hole ich einige Blüten und Blätter, hacke sie fein und mische sie mit einer Prise Salz unter ein halbes Pfund weiche Butter. Diese Mischung gefriere ich in sehr kleinen Portionen ein ein für den Winter und habe dann einen etwas herb schmeckenden Brotaufstrich. Auch für Kräuter-Quark eignen sich die gehackten Blätter und Blüten.</span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;">
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Wer eine Party feiert kann die Blüten und Blätter in eine Plastikdose legen, Wasser hinzufügen und in die Mitte der großen Dose noch ein kleines Plastikglas oder einen Joghurtbecher stellen. Alles für zwei Tage in das Tiefkühlfach. Wenn die Blüten/Blätter wie Schneewittchen im Sarg dann in dem Eisklotz zu sehen sind, kann man ein Teelicht in die Höhlung des Klotzes stellen und das Ganze draußen im Freien z.B. vor dem Hauseingang hinstellen, besonders an Halloween. Eine Weile hält sich die Pracht auch im Zimmer. Ein Untersatz ist dann aber anzuraten, um das Schmelzwasser aufzufangen.</span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;">
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Für mich ist die Kapuzinerkresse auch ein Anzeiger dafür, ob es schon einmal unter Null Grad war im Garten. Denn das ist dann das Ende der Pracht. Einen Tag nach dem Nachtfrost hat man guten Grund, die nun wirklich sehr unansehnlichen, glitschigen Ranken einzusammeln und auf dem Kompost oder im Bio-Eimer zu entsorgen.  So ist das eben mit der Natur, ein ständiges Werden und Vergehen, wie uns der Herbst das ja nun täglich vor Augen führt.</span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;">
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';margin:0;"><span style="letter-spacing:0;">Zum Schluss nun doch noch das ganze Gedicht von Stefan George, weil es so gut in diese Jahreszeit passt:</span></p>
<p style="font:normal normal normal 12px/normal 'Times New Roman';min-height:15px;margin:0;">
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><em>Komm in den totgesagten Park und schau:</em></span></p>
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><em> Der Schimmer ferner lächelnder Gestade -</em></span></p>
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><em> Der reinen Wolken unverhofftes Blau</em></span></p>
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><em> Erhellt die Weiher und die bunten Pfade.</em></span></p>
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;min-height:16px;margin:0;">
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><em>Dort nimm das tiefe Gelb &#8211; das weiche Grau</em></span></p>
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><em> Von Birken und von Buchs &#8211; der Wind ist lau -</em></span></p>
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><em> Die späten Rosen welkten noch nicht ganz -</em></span></p>
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><em> Erlese küsse sie und flicht den Kranz -</em></span></p>
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;min-height:16px;margin:0;">
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><em>Vergiss auch diese letzten Astern nicht-</em></span></p>
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><em> Den Purpur um die Ranken wilder Reben -</em></span></p>
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><em> Und auch was übrig blieb von grünem Leben</em></span></p>
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><em> Verwinde leicht im herbstlichen Gesicht.</em></span></p>
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;min-height:16px;margin:0;">
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><em>Stefan George </em></span></p>
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;margin:0;">
<p style="font:normal normal normal 13px/normal Verdana;margin:0;"><span style="letter-spacing:0;"><em> *********************</em></span></p>
<p><span style="font-family:Verdana;font-size:13px;font-style:italic;line-height:normal;"><br />
</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Astrid Lindgren über das Lesen]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2007/10/19/astrid-lindgren-uber-das-lesen/</link>
<pubDate>Fri, 19 Oct 2007 10:05:56 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
<guid>http://woertersalat.wordpress.com/2007/10/19/astrid-lindgren-uber-das-lesen/</guid>
<description><![CDATA[Bald jährt sich der 100. Geburtstag von Astrid Lindgren. Die bekannteste Kinderbuchautorin der Welt ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Bald jährt sich der 100. Geburtstag von Astrid Lindgren. Die bekannteste Kinderbuchautorin der Welt und Trägerin vieler Auszeichnungen ist am 14. November 1907 auf Hof Näs in der Nähe von Vimmerby in Schweden geboren. Es  gibt sicher nur wenige Menschen, die nie etwas von ihr gelesen oder etwas von ihr gehört haben, denn wer hätte nicht mit Pippi Langstrumpf oder Michel von Lönneberga als Kind gerne getauscht. So frech, so mutig, so stark wären alle Kinder, vor allem auch Mädchen, gerne gewesen.</p>
<p>Man vergisst leicht, dass Astrid Lindgren nicht nur Kinderbücher geschrieben hat. Sie schrieb daneben auch Essays, Zeitungsartikel und das Buch &#8220;Das entschwundene Land&#8221;. </p>
<p>In diesem Buch denkt sie nach über das Bücherschreiben und über das Lesen. Besonders wichtig war ihr, den Eltern klar zu machen, wie wichtig es ist, die Kinder durch das Vorbild zum Lesen zu animieren. Hier der Auszug aus dem Buch zu diesem Thema:</p>
<p>&#8220;&#8230;Zum Glück eines Kindes könnt ihr nicht allzu viel beitragen. Eins aber könnt ihr tun, ihr könnt ihm zeigen, wo Trost zu finden ist, wenn es traurig ist und wo Freude und Schönheit zu finden sind, wenn das Leben ihm grau erscheint und überdies könnt ihr ihm   F r e u n d e   schenken, die nie enttäuschen&#8230;., ja, ihr könnt ihm den Weg zum Buch weisen!</p>
<p>Aber es muss gleich geschehen: Jetzt gleich, wo euer Kind sechs oder acht oder zwölf Jahre alt ist, da muss es geschehen. Hinterher ist es zu spät. Zu spät für Schneewittchen und Doktor Doolittle, zu spät für Tom Sawyer und Robinson Crusoe.</p>
<p>Zu spät für das grenzenloseste aller Abenteuer, das Lesen.&#8221;</p>
<p>Ich finde, dass Astrid Lindgren sehr recht hat mit ihrer Annahme, dass die Freude am Lesen im frühen Kindesalter entstehen muss, denn Kinder lernen ja durch die Nachahmung der Erwachsenen. Wenn die Eltern im Alltag oder im Urlaub regelmäßig mit einem Buch oder einer Zeitung in der Hand angetroffen werden und wenn sie dabei auch noch ihre eigene Begeisterung über das Gelesene zum Ausdruck bringen, dann werden fast alle Kinder neugierig sein. Sie werden erfahren wollen, was die Eltern so freut an diesen kleinen Zeichen auf Papier. Dann ist der Weg auch nicht mehr weit zum eigenen ersten Leselernbuch.</p>
<p>Selbstverständlich ist das Vorlesen im Kleinkindalter wichtig und bildet die Grundlage für das Kennenlernen des Vergnügens, das ein Buch für Alt und Jung bereiten kann. Aber es geht nichts über das sichtbare Beispiel, nämlich Mutter und Vater tief versunken in einem Buch. Wie schon der Reformpädagoge Friedrich Fröbel sagte: &#8220;Erziehung ist Beispiel und Liebe, sonst nichts&#8221;.</p>
<p>Es darf für alle Leseratten in diesen Tagen also auch mal wieder ein Buch von Astrid Lindgren sein, die bekanntermaßen spannende Bücher für alle geschrieben hat, nicht nur für Kinder.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Lebenslang lernen]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2007/10/05/lebenslang-lernen/</link>
<pubDate>Fri, 05 Oct 2007 19:40:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
<guid>http://woertersalat.wordpress.com/2007/10/05/lebenslang-lernen/</guid>
<description><![CDATA[Penetrant wird seit der ersten PISA-Studie auf unsere Kinder eingehämmert, dass sie mehr und besser ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Penetrant wird seit der ersten PISA-Studie auf unsere Kinder eingehämmert, dass sie mehr und besser lernen sollen, dass Wissen für die spätere Karriere wichtig ist, dass gute Zeugnisse und ein gutes Abitur die erste und entscheidende Stufe auf dem Weg zum Erfolg sind.</p>
<p>Ich persönlich glaube nicht, dass dies der richtige Weg ist, die Kinder zum Lernen anzuregen. Ganz im Gegenteil. Das ständige Lamento in allen Medien, bei den Elternabenden, in Wahlreden und in den einzelnen Familien muss doch dem Nachwuchs längst zum Halse raushängen. Mit ernster Miene und Grabesstimme reden alle von den schlechten Ergebnissen der Pisa-Studie und jammern über schlechte Lehrer, schlechte Schulen, zu wenig Geld. Sie reden über das Lernen wie über eine Krankheit oder über ein riesiges Problem.</p>
<p>Wieso kommt keiner auf die Idee, einmal positiv über das Glück des Lernens zu sprechen, frage ich mich. Mir hat nie jemand gesagt, dass Lernen ein Problem ist oder ein Kraftakt. Meine Mutter hat uns immer alle Fragen beantwortet im Rahmen ihrer Möglichkeiten, hat uns das Gefühl gegeben, dass die Welt voller Wunder ist, die es zu entdecken gilt. Schon früh schien es mir als ein großes Glück, viele Fragen stellen zu dürfen und hoffentlich auch Antworten zu erhalten. Zugegeben, die Sache mit den Antworten hat nicht immer geklappt, viele Erwachsene hatten es auch damals nicht gerne, wenn naseweise Kinder ihnen Löcher in den Bauch fragten. Allen voran mein Religionslehrer.</p>
<p>Zur Selbstständigkeit erzogen, machte ich mich auf, die Welt zu erforschen und so viel wie möglich über &#8220;Gott und die Welt&#8221; zu erfahren. Das war ja früher ein schwieriges Unterfangen, wenn man nicht gerade aus wohlhabendem Hause mit gut eingerichteter Bibliothek stammte (mein großer Traum, damals nach dem Krieg). Es gab ja weder TV noch Internet und Google und Yahoo waren noch nicht erfunden.</p>
<p>Die Kinder und Jugendlichen der Nachkriegszeit lernten durch Zuhören. Die Erwachsenen hatten so viel zu berichten und leider nicht nur Gutes. Es gab Radio und die Tageszeitung. Selbst in den schlechtesten Zeiten, als mein Vater spät von der Kriegsgefangenschaft zurück kam und lange arbeitslos war, hatte er die Tageszeitung abonniert. In Ermangelung von Büchern las ich sie auch und lernte so mancherlei dabei. Auch die Schulbücherei (noch recht ärmlich eingerichtet), die Pfarrbücherei und später die Volkshochschule hatten Bücher zu den wichtigsten Themen des Lebens und auch genügend Unterhaltungsliteratur. Jeder, der wollte, konnte auch außerhalb der Schule Wissen erwerben. Vielleicht hat es deshalb so viel Spaß gemacht, weil es nicht leicht war?</p>
<p>Auf jeden Fall konnten in der Nachkriegszeit nicht sehr viele Kinder das Gymnasium besuchen oder studieren. Stipendien gab es erst später. Aber es herrschte, meiner Erinnerung nach, eine Atmosphäre der Neugierde, des Wissen wollens, des Entdeckergeistes.</p>
<p>Als mein Sohn 1980 dann eingeschult werden sollte, habe ich    n i e     zu ihm gesagt, dass er ja nun bald in die Schule    m u s s  . Immer habe ich ihm sowohl den Besuch des Kindergartens als auch der Schule als eine große Chance, als Gelegenheit zu Kontakt und zur Unterhaltung in Aussicht gestellt. Er ist immer gerne zur Schule gegangen, hat mit Freude studiert und arbeitet heute mit Freude an der Lösung von Fragen, die sein eigener Forschungsdrang ihm stellt.</p>
<p>Ich wünschte, dass in der Presse, in der Schule und in der Familie über das Leben und das Lernen wieder mit Optimismus oder gar Begeisterung gesprochen würde und dass immer mehr Menschen die Entdeckung der Welt als willkommene Aufgabe und Herausforderung sehen könnten. Dann wäre manches Problem zu lösen, auch ohne die Messlatte von Studien, die Äpfel mit Birnen vergleichen, statt Menschen anzuspornen, ihr eigenes geistiges Potential zu entwickeln.</p>
<p>Ein Leben lang lernen, das müssen wir sowieso. Also sollten wir versuchen, es als Spiel zu betrachten. Die Eltern sind vor allem gefordert, mit gutem Beispiel voranzugehen. Sie sind immer noch die nächsten guten oder schlechten Vorbilder für ihre Kinder. Erst in zweiter Linie ist es die Aufgabe der Lehrer oder des Staates, Kinder zu bilden und zu erziehen. Dass es eine schöne Aufgabe ist, daran gibt es für mich keinen Zweifel.</p>
<p>Eigentlich wollte ich nur ein wenig nachdenken über das Leben und das Lernen und nun ist es ein Apell geworden. Wovon das Herz voll ist, davon läuft der Mund über &#8230; so hätte meine Mutter gesagt und sie hätte wieder einmal Recht gehabt.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Fängt mit 66 das Leben erst an?]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2007/10/04/fangt-mit-66-das-leben-erst-an/</link>
<pubDate>Thu, 04 Oct 2007 15:25:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
<guid>http://woertersalat.wordpress.com/2007/10/04/fangt-mit-66-das-leben-erst-an/</guid>
<description><![CDATA[Fängt das Leben mit 66 erst an, wie Udo Jürgens singt? Was machen wir bis dahin? Das wäre ja noch sc]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Fängt das Leben mit 66 erst an, wie Udo Jürgens singt?</p>
<p>Was machen wir bis dahin? </p>
<p>Das wäre ja noch schöner, so lange zu warten, kann ich da nur sagen. Vor einiger Zeit hat der nun auch schon im Rentenalter stehende Sänger den Frauen um die Vierzig mangelnden Sex-Appeal vorgeworfen und sie für sich als Sexpartner abgelehnt. Heißt das, dass sie erst mal die Sechzig überschreiten müssen, damit ihr Leben (mit oder ohne Udo J.) endlich anfängt?</p>
<p>Nein, so hat er es leider nicht gemeint, denn er hat gleichzeitig auf höchst ungalante Art in einem Interview Frauen um die Vierzig als „unattraktiv“ bezeichnet und sie damit praktisch auf das Altenteil geschickt. Heißt das, dass für Frauen um die Vierzig das Leben schon vorbei ist aber für Männer über Sechzig erst richtig anfängt? Wie gut für Udo J., dass sein eigenes Leben ihm doch sichtlich schon lange vorher Spaß gemacht und er es in vollen Zügen genossen hat. Es ist eben etwas anderes, einen Liedtext zu schreiben, der eine gewisse Zugkraft hat oder über das Altern ernsthaft nachzudenken. </p>
<p>Zum Trost für die gescholtenen weiblichen Endvierziger zeigt die Statistik, dass älter Frauen immer häufiger jüngere Lebenspartner finden und das ist gut so. Der ungalante Sänger muss sich dann eben mit den Zwanzigjährigen zufrieden geben, die seine Töchter sein könnten – und ihn, wie man hört, nach kurzer Zeit wieder verlassen.</p>
<p>Das Altern ist eben relativ wie die meisten Dinge so sind. Der eine fühlt sich jung und ist gesund, obwohl er schon auf die Siebzig zugeht und ein anderer ist kaum Vierzig und hat schon manches Zipperlein und fühlt sich alt und verbraucht. Und wieder ein anderer ist mit vierzig fitt wie ein Turnschuh und kann in jeder Hinsicht mit den Jüngeren mithalten.</p>
<p>Wie dem auch sei, mir geht es hier eher um die Frage, ob sich das Lebensgefühl der Älteren von dem der Jüngeren wesentlich unterscheidet. Da ich selbst über Sechzig bin, kann ich von mir  sagen, nein.</p>
<p>Fast alle älteren Menschen, die ich kenne, fühlen sich im Denken und Fühlen noch wie früher. „Innerlich bin ich immer noch der Mensch, der ich immer war“, sagen sie. </p>
<p>Ein Mensch über Sechzig bezieht entweder schon Rente oder Pension oder steht kurz davor. Das verändert das Leben in angenehmer Weise, manchmal leider auch umgekehrt. Wenn die Rente viel geringer ist als das Gehalt war, dann bedeutet das natürlich einen großen Einschnitt und eine Veränderung des Lebensstils, da man sich ja nun nach einer anderen Decke strecken muss.</p>
<p>Also verändern sich mit dem endgültigen Abschied vom Berufsleben gleich mehrere Faktoren: Die Ziele, auf die man in einem kürzeren Zeitrahmen hinlebt, die äußeren Gegebenheiten und möglicherweise als Resultat davon auch das körperliche Befinden.</p>
<p>Ein Teil des Alltags ist im Ruhestand damit ausgefüllt, neue Aufgaben zu finden, sei es in der Betreuung der Enkel, in einem Verein, in einer Hilfsorganisation, in einem Minijob. Manchmal kommt eine Krankheit dazu und wird zur großen Herausforderung und Hauptbeschäftigung. Eine weitere interessante Aufgabe kann sein, Mittel und Wege zu finden, um mit dem knapperen Einkommen auszukommen. Das heißt, neue Einkaufsstrategien und ein neues Konsumverhalten zu entwickeln.</p>
<p>Wem diese Veränderungen nicht gelingen, der wird möglicherweise mit körperlichen und/oder seelischen Befindensstörungen reagieren. Was wiederum eine Veränderung der Lebensform bedeuten kann.</p>
<p>Dies alles hat aber weniger mit der Zahl der Jahre zu tun, als mit der Tatsache, dass mit dem Ende der Berufstätigkeit die persönliche Situation in finanzieller und in praktischer Hinsicht neu überdacht werden muss.</p>
<p>Das Denken und Fühlen eines alternden Menschen bleibt jedoch in der Regel von all diesen äußeren Veränderungen unberührt. Er hat weiterhin wie jeder jüngere Mensch ein Bedürfnis nach Liebe, nach Geborgenheit, nach Anerkennung, nach Information, nach Beständigkeit und doch auch noch nach Abwechslung. Wenn er neue Wege findet, diese Bedürfnisse einigermaßen zu befriedigen, wird sein drittes Leben mit 66 anfangen &#8211; und es kann viele Jahre lebenswert und nicht weniger gut sein als vorher, nur eben  anders.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Luigi Colani]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2007/09/16/luigi-colani/</link>
<pubDate>Sun, 16 Sep 2007 09:31:18 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
<guid>http://woertersalat.wordpress.com/2007/09/16/luigi-colani/</guid>
<description><![CDATA[Eine kleine Zeitungsnotiz heute erinnerte mich an einen Künstler (vor allem auch Lebens-Künstler), d]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Eine kleine Zeitungsnotiz heute erinnerte mich an einen Künstler (vor allem auch Lebens-Künstler), der in meiner Jugend viel bewundert und auch viel belächelt worden ist, mir aber für immer einen großen Eindruck machte. Wir alle sind heutzutage gewöhnt, von einer Vielfalt von Formen, Farben und Materialien umgeben zu sein. Nichts ist unmöglich, alles ist erlaubt und alles wird akzeptiert im Bereich der Künste.</p>
<p>Das war nach dem Krieg, als ich jung war, ganz anders. Städte waren zerstört, überall Schutt und Gerümpel, die Verkehrsmittel nur mit Mühe verkehrstüchtig, so weit der Rost und der Materialklau es zuließ.<br />
Es gab schöne Stoffe und gute Dinge nur auf dem Schwarzmarkt. Man fing an, aufzubauen, sich aufzurappeln wie es gerade möglich war. Mit den einfachsten Dingen fing jeder an. Ein Stuhl da, eine Lampe dort, fast alles gebraucht und selten ganz in Ordnung. Aber man wurde erfinderisch, reparierte wie die Weltmeister, machte das Leben allmählich wieder einigermaßen lebenswert.</p>
<p>Als die ersten Fabriken Gebrauchsartikel herstellten und die Architekten Häuser bauten, war alles relativ einfach und ohne den Hang zu Experimenten. Es musste schnell, billig und praktisch sein und den Menschen in kurzer Zeit zur Verfügung stehen.</p>
<p>In dieser Zeit traute sich Luigi Colani, geboren 1928 in Berlin, unglaubliche Visionen unter die Leute zu bringen, Formen und Farben zu verwenden, die wie bunte Blüten ins Grau der Nachkriegszeit fielen.</p>
<p>Nach den würfeligen und eckigen Gegenständen der Nachkriegszeit hat er nach einem Studium der Aerodynamik in Paris die für ihn typischen abgerundeten und windschnittigen Formen entworfen und der Industrie zur Herstellung angeboten. Er hat vor nichts halt gemacht in seiner Verschönerungswut: Autos, Motorräder, Flugzeuge, Lokomotiven, Haushaltsgegenstände &#8211; alles hat er bunt, rund und „organisch“ gemacht. Er hat dem neuen Material &#8220;Kunststoff&#8221; zu einem schöneren und brauchbareren Design verholfen, hat aber zeitweise auch mit Holz gearbeitet. Alles was er anpackte, wurde zum Kunstwerk, zu einer Augenweide, zu einem Aha-Erlebnis. Sein Design war gewöhnungsbedürftig und seiner Zeit weit voraus. Nicht jeder konnte sich mit den &#8220;verrückten&#8221; Ideen von Luigi Colani anfreunden, aber bewundert wurde er doch allgemein, wenn auch so mancher die von Colani designten Dinge nicht in die eigene Wohnung stellen oder legen wollte.<br />
Ich habe heute noch die praktische Bürotasse, die so umwerfend sinnvoll gestaltet ist, indem der Künstler einfach beobachtet hat, wie jeder Benutzer den Kaffeelöffel und das Zuckerstück normalerweise ablegt. Kurzerhand formte er die Untertasse so, dass sie einen &#8220;Ausleger&#8221; hat, der sowohl den Löffel als auch den Würfelzucker aufnimmt, ohne dass beide über den Rand abrutschen können. Ein bisschen komisch sieht das schon aus, wenn man nur die normalen Kaffeegedecke vor dem inneren Auge sieht. Aber praktisch ist das auf jeden Fall.</p>
<p>Seine großzügigen, schwungvollen Textil-Muster werden heute noch gerne für Teppiche, Gardinen und Wandbehänge benutzt, seine Stapelstühle finden sich in Kongresszentren und die hübschen, weißen Kunststoffstühle sind uns schon so vertraut in Cafes und Restaurants, dass man sich kaum noch erinnert, wer sie entworfen hat. Er hat inzwischen hinter den Kulissen Bequemschuhe entworfen, Eisenbahnen in Japan, Sanitäreinrichtungen für Grohe, Porzellanformen für bekannte deutsche Marken und sicher noch einige Dinge, die wir gerne benutzen und uns keine Gedanken machen, wer sie gestaltet hat.</p>
<p>Nächstes Jahr wird Luigi Colani 80 Jahre alt. Noch immer ist er tätig und wie ich seiner Website (www.colani.de) entnehme, hat er einen Teil seiner Erfindungen ab 10. September wieder in der Nancy-Halle in Karlsruhe ausgestellt. Darüber freue ich mich, denn ich habe mir diese Ausstellung vor ein paar Jahren dort angesehen und zu meiner Enttäuschung gehört, dass ihm die Ausstellungsfläche gekündigt worden war. Nun hat er sie also wieder und die jüngeren Menschen haben Gelegenheit einen der größten Designer unserer Zeit kennenzulernen. </p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Vorurteile über Medien]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2007/09/14/vorurteile-uber-medien/</link>
<pubDate>Fri, 14 Sep 2007 15:22:02 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wenn ich daran denke, was ich alles schon gedacht und gesagt habe über die Schädlichkeit des übertri]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Wenn ich daran denke, was ich alles schon gedacht und gesagt habe über die Schädlichkeit des übertriebenen Fernsehkonsums oder über das Internet! &#8211; Was für Statements ich da so unüberlegt verbreitet habe.  Längst haben sich diese Vorurteile als   V o r   -Urteile herausgestellt, nämlich als Urteile, bevor ich genügend darüber nachgedacht oder gewusst habe.</p>
<p>Die Erfahrung hat mich inzwischen gelehrt, dass doch alles nicht nur zwei, sondern vielleicht sogar vier Seiten hat. Irgend jemandem nützt es immer und auch schaden kann es immer jemandem, was ja noch nichts über die Schädlichkeit oder Nützlichkeit allgemein aussagt.</p>
<p>Zum Beispiel das Fernsehen. Natürlich ist es unglaublich, was für banales, überflüssiges Zeug da so über den Bildschirm flimmert. Wenn ich mir aber z.B. überlege, welch herrliche Flecken der Erde ich durch interessante Reportagen in Bild und Ton kennengelernt habe, dann bin ich doch auch dankbar, denn viele Gegenden der Welt werde ich nie persönlich kennenlernen. Dazu fehlt mir die Zeit und dazu bin ich nun auch zu alt und zu bequem.</p>
<p>Seit ich nun auch noch gesehen und erlebt habe, welche Bereicherung ein Fernseher für einen kranken und alten Menschen sein kann, bin ich ein Befürworter des Umgangs mit allen Medien, die solchen Menschen einen Zeitvertreib, eine geistige Anregung oder einfach eine Freude ins Haus bringen können. Da ist es schon fast egal, ob das Programm gut oder schlecht gemacht ist.</p>
<p>Und dann das Internet. &#8220;Pappkameraden&#8221; nannte meine Freundin die Menschen, die ich im Internet in Foren kennengelernt habe. Auch ich hatte Vorurteile in Bezug auf das Internet. Ich dachte, dass man zu viel Zeit mit etwas so Abstraktem wie einer &#8220;virtuellen Welt&#8221; verbringen würde, dass das alles doch viel zu unpersönlich sei und dass man in viele Fallen tappen kann, die einem in irgend einer Weise schaden können.</p>
<p>Inzwischen habe ich die Pappkameraden aus einem Internetforum für Ältere persönlich kennengelernt. Wir treffen uns monatlich und unsere Gruppe besteht immer aus 20 bis 30 Senioren, die miteinander essen, sich vom Alltag erzählen, auch mal Trost spenden wenn nötig, die Hilfestellung geben in Fragen des Umgangs mit dem PC und ab und zu einen  gemeinsamer Ausflug machen oder eine Veranstaltung besuchen. Die Teilnehmer kommen aus einem Einzugsgebiet von ca. 50 km um meinen Wohnort herum. Ich hätte nie gedacht, dass z.B. so viele ältere Menschen in meiner Stadt einen PC haben, ihn intensiv nutzen und die Technik beherrschen. Wie hätte ich es denn erfahren sollen? Nur durch meine eigene Beteiligung in einem Forum des größten deutschen Seniorenportals im Netz habe ich davon erfahren. Ich habe Freundschaft geschlossen mit einer Dame aus dem Vorort, in dem ich wohne. Unter normalen Umständen hätte ich sie nie kennengelernt, da sich unsere Wege vermutlich nie gekreuzt hätten. Es gibt in unserer Gruppe inzwischen auch ein Ehepaar, das sich durch einen Chat im Internet kennengelernt hat. Beide hatten eigentlich nicht vor, noch einmal zu heiraten. Aber wo die Liebe hinfällt &#8230;.. </p>
<p>Meine Bücher bestelle ich im Internet, Medizin kaufe ich preiswerter in der Online-Apotheke, auch Kleidung habe ich schon bestellt und Fahr- und Konzertkarten. Was würde ich machen ohne Google? Ich müsste jedes Mal, wenn ich etwas nicht weiß, einige Nachschlagewerke bemühen, würde feststellen, das sie nicht mehr aktuell sind. Jetzt rufe ich jeden Begriff, der mir einfällt und zu dem ich eine Auskunft brauche, im Internet auf (meistens über Google) und habe mehr Information als ich tatsächlich brauchen kann. Das Herausfiltern der richtigen Stelle, des kompetenteren Links unter den vielen, die angeboten werden, macht Spaß und trainiert die Kombinationsgabe. Was für eine Freude, wenn ich dann ausdrucken kann, was mir wichtig erscheint, und es auch mit anderen teilen, die evtl. keinen PC haben. Natürlich hätte ich das alles auch im Adress- oder Telefonbuch, im Lexikon oder im Wörterbuch finden können. Aber es hätte ungleich länger gedauert und wäre oft nicht auf dem neuesten Stand gewesen. </p>
<p>Wenn man richtig mit dem Medium Internet umgeht, ist es eine wirkliche Bereicherung für Jung und Alt. Ein gesundes Misstrauen und die richtige Dosis Vertrauen ist nötig, um ohne Schaden vom Internet Gebrauch zu machen. Wenn man das berücksichtigt, kann es ein Schlaraffenland der Informationen sein, an dem ich jedenfalls viel Freude habe.</p>
</div>]]></content:encoded>
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<title><![CDATA[Spät gefreit ....]]></title>
<link>http://woertersalat.wordpress.com/2007/09/03/spat-gefreit/</link>
<pubDate>Mon, 03 Sep 2007 14:15:24 +0000</pubDate>
<dc:creator>Norella</dc:creator>
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<description><![CDATA[Gestern hatte ich das Vergnügen, im Parkrestaurant eine Hochzeitsgesellschaft zu betrachten, die ein]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Gestern hatte ich das Vergnügen, im Parkrestaurant eine Hochzeitsgesellschaft zu betrachten, die ein wenig aus dem Rahmen fiel.</p>
<p>Aufgefallen ist mir gleich, dass eine Unaufgeregtheit, ja sogar eine eher stille Heiterkeit über den Gästen lag. Sie ließen sich alle viel Zeit beim Gratulieren, es gab wenig &#8220;Küsschen rechts, Küsschen links&#8221;, sondern liebevolle Umarmungen und Miteinanderreden. Recht viele ältere Gäste mit Stock oder sogar Gehhilfe waren dabei, viele kleine Kinder, die eher die Urenkel hätten sein können. Als ich endlich herausfand, wer die Braut war, da staunte ich nicht schlecht. Eine grauhaarige, nicht mehr ganz schlanke Dame im cremefarbenen Kostüm im Chanel-Stil. Auch sie hatte einen Gehstock.<br />
Der Bräutigam war groß und schlank und hatte schneeweißes Haar, war aber sehr beweglich und munter und sprach dem Sekt oder Champagner reichlich zu, was seine Wangen rötete und ihn jünger erscheinen ließ.</p>
<p>Neugierig geworden, frage ich einen der Gäste, wie alt das Paar denn sei. Sie ist einige Jährchen über 70 und der Bräutigam nicht weit von 90, sagte der Gast diplomatisch. Die beiden hätten sich im &#8220;Betreuten Wohnen&#8221; kennengelernt und mit der Zustimmung der Kinder und Enkel beschlossen, Nägel mit Köpfen zu machen und zu heiraten.</p>
<p>Es war eine wirklich außergewöhnliche Hochzeitsgesellschaft, die noch lange und fröhlich feierte. Ich frage mich trotzdem immer noch, warum die beiden nicht einfach zusammenbleiben und auf eine Besiegelung ihres Bundes durch einen Trauschein verzichten. Vielleicht sind unverheiratete Paare im Seniorenstift unerwünscht? Oder gilt eine uneheliche Partnerschaft unter Senioren als unmoralisch? Wie auch immer &#8211; es war rührend und ich bin mir sicher, dass die beiden zusammenbleiben werden, denn für sie sind alle Tage kostbar und dürfen nicht mit Streitigkeiten verplempert werden. Sollte man jedenfalls annehmen dürfen <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Heute fiel mir dann ein, dass ich vor längerer Zeit einmal ein sehr schönes Buch gelesen habe, das zu dieser Szene passt. Es heißt &#8220;Die Klatschmohnfrau&#8221; und ich werde es gleich unter &#8220;Lesen&#8221; posten.</p>
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