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	<title>neuer-atheismus &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/neuer-atheismus/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "neuer-atheismus"</description>
	<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 09:24:56 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Begegnung der besonderen Art]]></title>
<link>http://giordanobrunostiftung.wordpress.com/2009/11/01/der-neue-atheismus-zu-gast-im-herz-des-katholizismus/</link>
<pubDate>Sun, 01 Nov 2009 17:27:43 +0000</pubDate>
<dc:creator>Bruno</dc:creator>
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<description><![CDATA[von Bernd Vowinkel Unter dem Titel „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>von Bernd Vowinkel</p>
<p>Unter dem Titel „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott – Die Neuen Atheisten“ fand am 29.10.2009 ein Streitgespräch zwischen Dr. Michael Schmidt-Salomon (Giordano-Bruno-Stiftung, gbs), dem evangelischen Theologen PD Dr. Alf Christophersen (LMU) und dem katholischen Kulturjournalisten Dr. Alexander Kissler (Süddeutsche Zeitung) statt. Veranstalter war die Evangelische Stadtakademie München, die auch die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von der Leiterin der evangelischen <a href="http://www.evstadtakademie.de/">Stadtakademie</a> Frau Jutta Höcht-Stöhr, die selbst studierte Theologin ist.</p>
<p style="text-align:center;"><img class="aligncenter size-large wp-image-2228" title="München09" src="http://giordanobrunostiftung.wordpress.com/files/2009/11/munchen095.jpg?w=1024" alt="München09" width="491" height="369" /></p>
<p style="text-align:center;">
<p style="text-align:left;">Der Vortragssaal war für 150 Besucher ausgelegt, aber schon eine Viertelstunde vor Beginn der Veranstaltung war abzusehen, dass der Saal nicht ausreichen würde. Nach einiger Verzögerung konnte noch eine Trennwand zu einem Nachbarraum geöffnet werden, so dass dann etwa weitere 100 Besucher Platz fanden, aber dennoch war der Andrang so groß, dass einige stehen mussten. Unter den Besuchern waren auch Dr. Ernst Salcher vom Vorstand der gbs, Vorstandsmitglieder des Bundes für Geistesfreiheit München, der Theologe Dr. Seitscheck (LMU), der Kissler in Fragen der Theologie berät und einige Mitglieder des Förderkreises der gbs, zu denen auch ich gehöre. Vor Beginn habe ich noch kurz ein paar freundliche Worte mit Herrn Kissler gewechselt. Wir kennen uns von früheren <a href="http://www.die-tagespost.de/2008/index.php?option=com_content&#38;task=view&#38;id=100037502">Auseinandersetzungen</a> in der katholischen Tageszeitung  „Die <a href="http://www.die-tagespost.de/2008/index.php?searchword=Vowinkel&#38;option=com_search&#38;Itemid">Tagespost</a>“.</p>
<p style="text-align:left;">Nach einleitenden Worten der Moderatorin begann Schmidt-Salomon mit einem 20 minütigen Vortrag über die Anliegen der Giordano-Bruno-Stiftung. Er schlug dabei generell einen sehr versöhnlichen Ton an. Dennoch machte er darauf aufmerksam, dass immer noch im Zeichen des Kreuzes grausamste Dinge geschehen. So sei z.B. der deutsche Prediger <a href="http://www.cfan.org/">Bonnke</a> mit seiner Bewegung „Christus für alle Nationen“ mitschuldig an der Folterung und dem Tod einiger tausend Kinder in Nigeria, indem er den Hexenwahn neu kultivierte. Er machte klar, dass es einen zunehmenden Irrationalismus in der Welt gibt, dem man entgegentreten müsse. Das Neue am Neuen Atheismus sei die bessere Nutzung der Massenmedien und eine damit verbundene größere Sichtbarkeit dieser Bewegung. Gegen eine metaphysische Gottesvorstellung wie sie Spinoza oder Einstein hatte, sei von Seiten des Neuen Atheismus nichts einzuwenden, im Gegensatz zu der Vorstellung eines personalen Gottes und der kindlichen Vorstellungen, wie sie in der Bibel verkündet werden.</p>
<p><!--more-->Unter der Oberfläche des Neuen Atheismus verberge sich eine neue Weltanschauung die als Alternative zur Religion zu sehen sei. Am treffendsten werde dies bezeichnet mit dem Begriff „Neuer Humanismus“, den man auch als naturalistischen Humanismus sehen könne. Dieser setze anstelle des Schöpfungsmythos Zufall und Notwendigkeit. Es geht in der Welt mit „rechten Dingen“ zu, es gibt keine Götter, Dämonen und Kobolde. Daneben stelle er das tradierte Menschenbild in Frage. Der Mensch sei nicht die Krone der Schöpfung. Dinge wie das Gute und das Böse seien menschliche Erfindungen. Zum Schluss seines Vortrags machte Schmidt-Salomon den Religionsvertretern das Angebot, gemeinsam gegen den Irrationalismus und den Fundamentalismus zu kämpfen.</p>
<p>Der nachfolgende Redner Kissler ging auf das, was die Moderatorin als Friedensangebot von Schmidt-Salomon bezeichnete, nicht ein, sondern griff die gbs frontal an, in dem er dem Neuen Atheismus einen infantilen Charakter bescheinigte. Er wies darauf hin, dass in unserem Land die Religionsfreiheit nicht durch die Kirchen behindert werde. Auf der anderen Seite würden Schmidt-Salomon und seine Gefolgsleute das Christentum aufs übelste verunglimpfen. Als Beispiel nannte er die erste Verleihung des <a href="http://www.kulturwoche.at/index.php?option=com_content&#38;task=view&#38;id=1584&#38;Itemid=1">Blasphemie-Preis</a>es 2008 in München, bei dem Schmidt-Salomon die Laudatio hielt und wörtlich meinte: „verletzen Sie religiöse Gefühle, wo immer Sie können“. Weiterhin nannte er das <a href="http://www.schmidt-salomon.de/ferkelfaq.htm">Ferkelbuch</a> als Beispiel für die Verletzung religiöser Gefühle. In den Veröffentlichungen der gbs wäre im Gegensatz zu der heutigen Rede von MSS von religiösen Wahnsystemen die Rede und Dawkins würde in seinem Buch „Der Gotteswahn“ diesen Wahn als klinisch akkurate Beschreibung sehen. Der Neue Atheismus sei eine Bewegung, die kein Reifeniveau hätte. Der von den Vertretern der gbs häufig benutzte Darstellung, dass man Respekt vor den Personen aber keinen Respekt vor deren religiösen Glauben habe, sei nicht nachvollziehbar, wenn man diesen Personen einen Wahn unterstelle. Nach seiner Bemerkung „wir brauchen mehr Respekt gegenüber Andersdenkenden“ rief eine Frau aus dem Publikum: Fangen Sie doch damit an! Das führte dann zu weiteren Zwischenrufen und Buh-Rufen. Einige riefen ihm zu, er möge doch endlich mal Argumente bringen. Die Moderatorin hatte größte Mühe, wieder Ruhe in den Saal zu bringen.</p>
<p>Angesichts der explosiven Stimmung im Saal, bemühte sich der folgende Redner Christophersen, der die Position der evangelischen Theologie vertrat, keinen neuen Anlass zur Unruhe zu geben. Er hob zunächst darauf ab, dass es in der evangelischen Kirche eine hoch entwickelte Streitkultur gäbe und dass der evangelische Glaube nichts mehr mit dem ursprünglichen Verkündigungspathos zu tun hätte. Er bezweifelt allerdings, dass es möglich sei, die Religion durch Kritik zum Verschwinden zu bringen. Er bekenne sich zum alten Humanismus und das genüge ihm vollständig. Schließlich wies er anhand einer Rezension von Dawkins „Gotteswahn“ darauf hin, dass häufig Atheisten die Theologie kritisieren würden, obwohl sie keine tieferen Fachkenntnisse besäßen. Ein Theologe würde ja auch nicht ein fremdes Fachgebiet kritisieren. Als weiteres Argument gegen den Atheismus erwähnte er noch die albtraumhafte Verlorenheit des Menschen im All, ohne den Trost und die Geborgenheit des Glaubens an einen Gott.</p>
<p>In der nachfolgenden Diskussion wurde noch einmal die Frage aufgeworfen, wie man vor einem Menschen Respekt haben kann, aber gleichzeitig nicht vor dem, was er denkt. Schmidt-Salomon ging in diesem Zusammenhang noch mal auf die Vorwürfe von Kissler bezüglich der Verleihung des ersten Blasphemie-Preises ein. Er meinte, dass viele Gläubige eine regelrechte Phobie gegen jede Kritik an ihrem Glauben hätten. Es dürfe aber nicht sein, das es für den Glauben Sonderrechte gibt. Man müsse auch über Religion Karikaturen verbreiten dürfen und man solle Kritik als Geschenk betrachten.</p>
<p>Christophersen meinte zu dem Thema, man dürfe nicht ohne Not die Grundsensibilität der Religionsgemeinschaften stören. Kissler wiederholte seine Ansicht, dass heilige Gefühle nicht verletzt werden dürften. Schmidt-Salomon verwies darauf, dass insbesondere bei dem muslimischen Bevölkerungsanteil in unserem Land die Not zuweilen eben doch recht groß sei, besonders was die Rechte der Frauen anbetrifft, und dass die Parole „leben und leben lassen“ in Bezug auf den Umgang mit diesen Problemen völlig falsch wäre. Man müsse sich einmischen und dabei auch unorthodoxe Wege gehen. So habe z.B. die gbs aktiv die Gründung des Zentralrats der Ex-Muslime unterstützt. Er selbst wurde seinerzeit von den Gegnern als jüdischer Agent bezeichnet und erhalte noch heute Morddrohungen. Dies alles zeige, wie notwendig Religionskritik sei.</p>
<p>Die Moderatorin bemerkte, dass sich die gbs generell in ihren Schriften gegen den Totalitarismus ausspreche und fragte, ob die gbs das nicht zu sehr mit dem religiösen Fundamentalismus verwechseln würde. Schmidt-Salomon meinte daraufhin, dass der Totalitarismus häufig in größenwahnsinnigen Glaubenssystemen seinen Ursprung habe. Davon abgesehen sei es zuweilen schwer auszumachen, woran Christen nun eigentlich noch glauben. Christophersen sagte daraufhin, das sei eine pietistische Frage. Die Glaubensgrundlagen seien nur schwer zu durchschauen und individuell unterschiedlich.</p>
<p>Kissler glaubt aus den Texten der gbs herauslesen zu können, dass es sich beim Neuen Atheismus um eine politische Bewegung handelt, denn dort gäbe es eindeutige <a href="http://www.giordano-bruno-stiftung.de/Projekte/forderungen09.pdf">Stellungnahmen</a> zur aktiven Sterbehilfe, zum Embryonenschutz und zur Abtreibung. Weiterhin sieht er keinen Trost in den Schriften der gbs, der Tod würde ausgeklammert. Er kritisierte auch, dass im „Manifest des evolutionären Humanismus“ alle Religionen als Wahnsysteme dargestellt würden. Dabei würde übersehen, dass das Christentum eine Evolution durchgemacht habe und dass es eine hermeneutische Kritik der Bibeltexte gäbe.</p>
<p>Danach folgten einige Fragen aus dem Publikum. Es wurde noch einmal das Prinzip Eigennutz angesprochen. Schmidt-Salomon machte klar, dass Altruismus nicht im Widerspruch zum Eigennutz stehe, während Kissler den Eigennutz als völlig untauglich für die Grundlage einer universellen Ethik ansieht. Als Beispiel nannte er die Finanzkrise, die offensichtlich auf den Eigennutz der Beteiligten zurückzuführen wäre.</p>
<p>Es meldete sich noch eine Frau, die in der Nähe von München wohnt und darauf hinwies, dass sie und ihre Familie von der katholischen Kirche diskriminiert werden. So wurde einer ihrer Söhne, der sich auf eine Stelle in der Behindertenarbeit bei einem kirchlichen Arbeitgeber beworben hatte, abgelehnt, weil er nicht Mitglied der Kirche ist.</p>
<p>Beim seinem Schlusswort bewertete Christophersen den Verlauf der Diskussion als recht niveaulos. Im nachfolgenden privaten Gespräch mit Schmidt-Salomon waren wir gemeinsam der Ansicht, dass diese Aussage wohl professoraler Arroganz entsprungen ist. Nach meiner Einschätzung war Christophersen wohl etwas frustriert, weil ihm Schmidt-Salomon die Schau gestohlen hatte und weil seine akademischen Spitzfindigkeiten auf keine große Begeisterung beim Publikum gestoßen waren. Bei einem weiteren Gespräch mit der Moderatorin Höcht-Stöhr fragte Schmidt-Salomon noch einmal nach den evangelischen Glaubensinhalten. Sie vertrat dazu eine ähnliche Position wie Christophersen. Ich fragte dann noch, ob man denn an eine unsterbliche Seele glaube. Sie verneinte das, meinte aber einschränkend, dass die gesamte Information über unsere Existenz von Gott gespeichert würde und wir auf diese Weise nicht restlos verloren gehen würden. Aha, dachte ich mir, wenn das so ist, dann wäre es ja für mich als gnadenloser Atheist das Beste, wenn ich weiterhin Artikel für den hpd schreibe und mich auf diese Weise unsterblich mache, denn ich bin im festen Glauben, dass der hpd ewig existieren wird.</p>
<p>Insgesamt fand ich den Abend sehr gelungen. Die Anliegen der gbs wurden von Schmidt-Salomon sehr überzeugend und auf eine freundliche Weise dargestellt. Bei den Gegnern fehlten entweder die guten Argumente oder sie waren so akademisch, dass sie nicht so recht ernst genommen wurden.</p>
<p>____________________________________________________</p>
<p>Bericht von BR2 über die Podiumsdiskussion:</p>
<p><a href="http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern2/mp3-download-podcast-theologik.shtml">http://www.br-online.de/podcast/mp3-download/bayern2/mp3-download-podcast-theologik.shtml</a></p>
<p>darin Folgendes anklicken:</p>
<p>Geschichten von der Seele &#8211; 02.11.2009</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wir wollen unter uns sein! - Wie Atheisten missionieren]]></title>
<link>http://stephandreytza.wordpress.com/2009/06/13/wir-wollen-unter-uns-sein-wie-ahteisten-missionieren/</link>
<pubDate>Sat, 13 Jun 2009 15:55:50 +0000</pubDate>
<dc:creator>stephandreytza</dc:creator>
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<description><![CDATA[Holzmarkt Tübingen, 11. Juni 2009, 10.40 Uhr. Nebeneinander geparkt, mit ca. 20 Metern Abstand, sind]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Holzmarkt Tübingen, 11. Juni 2009, 10.40 Uhr. Nebeneinander geparkt, mit ca. 20 Metern Abstand, sind die Busse zu sehen: „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott“ verkündet gut lesbar die Aufschrift des roten Doppeldeckers, den einige Atheisten für eine Deutsch­land-Tour gemietet haben um Werbung für den Nicht-Glauben zu machen. „Und wenn es ihn doch gibt&#8230;“ fragt der Slogan zurück, der auf dem „Christenbus“ von „Campus für Christus“ zu lesen ist. Ich halte zunächst Abstand. Vor beiden Bussen sind ei­nige Menschen zu sehen, die mehr oder min­der hilflos herumstehen und abwarten. Das Team der Christen ist zahlenmäßig präsenter und gut an den weißen T-Shirts zu erkennen. Sie stehen noch sehr abwartend auf ei­nem Haufen. Einige vertei­len Kuchen mit einem Bi­belvers um mit Passanten ins Gespräch zu kommen während die Atheisten ihren Stand auf bauen. Die offensive Werbung, wie ich sie erwartet hatte, ist bisher nicht wahrzu­nehmen. Mein Ziel ist es, möglichst viele sach­liche Informationen zu erhalten, besonders über die Atheisten.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-61" title="Atheisten_Christenbus in Tübingen" src="http://stephandreytza.wordpress.com/files/2009/10/atheisten_christenbus-in-tubingen.jpg?w=300" alt="Atheisten_Christenbus in Tübingen" width="300" height="225" /></p>
<p>Gegen 11.00 Uhr kommt die Polizei und fordert, dass beide Busse den Holzmarkt räu­men müssten. Ich stehe am Atheisten-Bus, als die Polizistin dem Tour-Leiter die Lage erklärt. „Sind sie christlich?“, ist die erste Rückfrage von Jürgen Jonas. Er ist der Vertreter des „Stammtisch &#8216;Unser Huhn&#8217;&#8221;, eine Tübinger Gruppe, die mit platten Sprüchen besonders witzig sein will („Mit an Si­cherheit grenzender Wahrscheinlich­keit gibt es Prof. mult. Hans Küng nicht.“) und die atheistische Buskampagne unterstützt. Die Polizistin erklärt ru­hig, dass keine Standgenehmigung vorliege. Man wirkt überrascht. Für Jürgen Jonas ist das alles zu viel: „Beruhigen Sie sich! Was werden Sie so laut?“ fährt er künstlich verärgert die Polizistin an. „Komisch“, denke ich, dass man es nötig hat unbegründet zu pro­vozieren.</p>
<p>Der „Christenbus“ fährt als erstes weg. Bei den Atheisten braucht es ein weiteres Gespräch mit der Polizei, bis dann enttäuscht die Stände eingepackt werden. Dafür können alle Interessierten eine kostenlose Stadtrundfahrt durch Tübingen mitmachen. Carsten Frerk, einer der selbst ernannten „Gottlosen Sieben“ und Tour-Mitglied, erklärt kurz den Hintergrund der Kampagne und betont, dass diese Tour ein „Beitrag zu mehr Toleranz“ sein solle. Dann kommt er auf die „Christenverfol­ger“, den „Christenbus“ zu sprechen: Sie verhielten sich zwar sehr freundlich, aber man habe nichts gemeinsam, denn: „Das ist genauso, wie wenn ein Ver­gewaltiger zu seinem Opfer sagt, dass sie jetzt etwas gemeinsam hätten.“ Ich halte kurz inne ange­sichts dieses Unsinns, entscheide mich aber für &#8216;ruhig Blut&#8217;. Dann darf der Spaßvogel Jürgen Jonas ran. Er liest einige Passagen von Friedrich T. Vischer vor, einem Philosophen aus dem 19. Jahrhun­dert. Der Text macht Tübingen durch die Bank weg schlecht und wird sogar als „Kuhstall“ be­zeichnet. Wenn das die Tübinger Bürger hören wür­den! Obwohl ich Norddeutscher bin, finde ich es unge­heuerlich über eine Stadt, in der man zu Gast ist, derart zu negativ zu reden.</p>
<p>Der Bus fährt ca. 15 Minuten durch Tübingen, um dann am Europaplatz die Rundfahrt zu beenden. Einige Kommilitoninnen erzählen mir später, dass das Team der Atheisten während der Bus-Tour im hinteren Busteil viele blasphemische Witze gerissen habe – ohne dabei zu merken, dass min­destens 8 Christen an Bord waren. Die geringe Informationsdichte stört mich: Zwei Sätze zur Bus­kampagne, die man schon im Internet erfahren konnte und dummes Geschwätz über Tübingen rei­chen mir nicht aus. Ich will mehr wissen. Deshalb begebe ich mich in die Nähe von Carsten Frerk, um mal den O-Ton zu hören: „Wir müssen uns neu organisieren“, sagt er den Umstehenden, „und es wäre doch schon etwas, wenn sich hier in Tübingen 10-15 Leute finden, die sich treffen um irgendwelche gottlosen und witzigen Texte zu lesen. Wir von der Gior­dano-Bruno-Stiftung schicken da auch gerne Texte zu.“ Um gleich ein gutes Beispiel für gott­lose Witze und Ideen zu liefern, folgt die erfundene These eines anderen atheistischen Blasphemikers, Michael Schmidt-Salomon, wie Ma­ria schwanger geworden sei: Sie habe auf der Toilette Sperma zwischen die Beine bekommen und es nicht gemerkt. So könne man auch die Jungfrauengeburt erklären. Ich schüttle innerlich den Kopf über so viel konzentrierten, respektlosen Unfug. Aber so ist das Konzept dieser Kampagne: Be­wusst provozieren, „informieren“ und Menschen im religiösen Empfinden verletzen. Trotzdem hal­te ich mich zurück und er­trage es. Schließlich hat Jesus es auch ertragen, dass ihm ins Gesicht ge­spuckt wurde. Außerdem will ich noch meine Fragen loswerden.</p>
<p>Ich spreche Frerk auf den „Christenbus“ an und erfahre, dass der Anwalt der Buskampagne bei möglicher Belästigung des Atheistenbusses seitens der Christen einen Abstand von mindestens 3km verfügen könne. Doch das sei bisher nicht nötig ge­worden. Auf einmal ruft ein Mann dazwischen: „Sie verletzen meine religiösen Gefühle, wenn Sie so etwas schreiben“, und deutet auf den Schrift­zug des Atheistenbusses. Frerk winkt nur mit der Hand ab und gibt dem Mann verächtlich zu ver­stehen, er solle sich davon machen. Verwundert über den rüden Um­gang mit diesem Kritiker, folgt das nächste „Aha“-Erlebnis: Ein Kommilitone von mir will mit Herrn Frerk über die Aussage des Slogans auf dem Bus diskutieren. Frerk wechselt ein paar Worte, winkt dann aber wieder ab und sagt wieder in demselben verächtlichen Ton: „Komm, hör auf!“</p>
<p>Das will mir nun wirklich nicht in den Kopf: Wie kann man einen bewusst gottlosen Slogan bewer­ben und dann nicht darüber diskutieren wollen? Genau diese Frage stellt mein Kommilitone auch: Doch Frerk blockt ab. Es ist ihm abzuspüren, dass bereits zu viele Christen die gleichen Fragen ge­stellt haben, die ihn immer wieder aufs Neue nerven. Das bestätigt auch mein Gesamt-Eindruck: Bis auf die Christen interessiert sich – neben den Medien – kaum einer für diese Kampagne. Zu mir und ande­ren gewandt, sagt er auf jeden Fall nur: „Ich diskutiere seit dem vierten Tag der Tour nicht mehr mit Theologen. Das bringt nichts.“ Verwundert über diese Blockade-Haltung erfahre ich von ihm, dass er überhaupt nicht mehr mit religiösen Menschen diskutiere. „Wir wollen unter uns sein!“, sagt er wortwörtlich und meint damit, dass er sich eigentlich nur die Konfessionslosen und Atheisten um seinen Bus herum wünscht. Das Konzept geht aber nicht auf.</p>
<p>Ein wenig amüsiert, dass Frerk bereits die ganze Zeit mit einem hochreligiösen Menschen wie mir geredet hat, der dazu noch Theologe ist, versuche ich den Sinn dieser Kampagne zu er­fassen: Man stellt sich mit einem provozierenden Slogan sichtbar auf öffentliche Marktplätze um unter seines­gleichen zu sein und jede inhaltliche Diskussion und kritische Anfragen abzublocken?? Dann tram­pelt man grenzenlos und bewusst auf den religiösen Empfindungen religiöser Menschen herum und nennt das einen „Beitrag zu mehr Toleranz“? Wo doch genau diese Toleranz, das Ertragen anderer Meinungen, ganz offensichtlich fehlt? Mir fällt auf: Nur das Christentum ist die Zielscheibe der Kritik. Es wäre spannend zu sehen, ob die Atheisten Muslimen genau so Blasphemien ins Gesicht sagen würden. Mir fehlen die Worte und mein Kopf meldet nur permanent: „Error – Fehler!“ Eigentlich würde ich gerne nachfragen, aber über diese Fragen kann man ja nicht diskutie­ren, denn man würde vermutlich nur wieder hochmütige Ablehnung erfahren. Deshalb frage ich noch, wie Frerk die diakonischen Dienste in einem laizistischen Staat organisie­ren würde, zumal die Kirchen in diesem Bereich sehr aktiv seien. Antwort: Der Staat solle alles tragen. „Na toll“, denke ich, „und wie soll das bezahlt werden? Das ist doch teuer! Warum ist der Staat denn gerade dabei so viel zu priva­tisieren?“ Dazu hat Frerk nichts gesagt. Er verabschiedet sich.</p>
<p>Ich bedanke mich für das Gespräch und möchte noch „Gottes Segen!“ wünschen, aber da hat er sich schon abge­wendet und ist wieder mit anderen Umstehenden im Gespräch. Ich denke nur: „Gott, segne diesen Mann!“ und verfolge noch einige interessantere Diskussionen mit, die sich zwischen Christen und Atheisten erge­ben, die meines Wissens nicht zum Team des Busses dazugehören.<br />
PS: Wem diese Darstellung zu negativ erscheint, begebe sich selber zu diesem Bus hin und versu­che das Gegenteil zu erfahren. Sollte jemand ein ernsthaftes Gespräch geführt haben, das inhaltlich auch kritische Anfragen zugelassen und beantwortet hat, möge er/sie sich bei mir melden.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das naturalistische Weltethos]]></title>
<link>http://feuerbringer.com/2009/06/12/das-naturalistische-weltethos/</link>
<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 22:44:29 +0000</pubDate>
<dc:creator>derautor</dc:creator>
<guid>http://feuerbringer.com/2009/06/12/das-naturalistische-weltethos/</guid>
<description><![CDATA[Religiöse Autoritäten behaupten gerne, dass die von ihrem jeweiligen Gott angeblich vorgegebene Mora]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="size-full wp-image-1102 alignleft" style="margin:10px;" title="Sonnenaufgang" src="http://feuerbringer.wordpress.com/files/2009/06/dusk3.jpg" alt="Sonnenaufgang" width="226" height="169" /></p>
<p>Religiöse Autoritäten behaupten gerne, dass die von ihrem jeweiligen Gott angeblich vorgegebene Moralität eine für jeden Menschen gültige Grundlage sein könne, jede Sekte hat praktisch ihr eigenes, kleines &#8220;Projekt Weltethos&#8221;. Warum das nicht funktionieren kann und warum eine naturalistisch fundierte Ethik eine geeignetere Grundlage für ein &#8220;Weltethos&#8221; ist, versuche ich im folgenden zu erläutern.</p>
<p><!--more--></p>
<p><strong>Religiöse Moralität</strong></p>
<p>Eine religiöse (und weltlich-ideologische) Moralität basiert auf Autorität, Tradition und Offenbarung, die eine übernatürliche Grundlage für sich behaupten (Religion), oder eine idealistisch-weltliche Grundlage (Ideologie). Sie gibt Gesetze und Regeln vor, die auf ewig wahr und gültig sein sollen, die aber von religiösen oder ideologischen Führern interpretiert werden.</p>
<p>Konkret:</p>
<p>a) Von Anhängern der jeweiligen Religion oder Ideologie wird erwartet, die Autorität religiöser Führer (Bischöfe, Mullahs, Rabbis), oder weltlicher Führer (Stalin, Hitler, Pol Pot) bei der Auslegung von heiligen Texten (Bibel, Koran, Mao-Bibel, Kommunistisches Manifest) anzuerkennen und die Überwachung der Einhaltung der aus diesen abgeleiteten Regeln durch die Gemeinde seitens der genannten Autoritäten mitzutragen.</p>
<p>b) Religiöse oder ideologische Glaubenssätze und mit ihnen verbundene moralische Inhalte werden von Generation zu Generation, von Lehrern, Eltern, Geistlichen an die Kinder weitergegeben, die sie wiederum an ihre Kinder weitergeben. Für religiöse oder ideologische Menschen ist oftmals bereits die bloße Existenz einer solchen Tradition ein Argument für die <em>Wahrheit</em>, die Übereinstimmung mit der objektiven Realität, ihres Glaubens.</p>
<p>c) Offenbarung erfolgt entweder durch einen heiligen Text, oder durch angebliche Propheten, oder beides. Propheten sind Menschen, die behaupten, mit Gott gesprochen zu haben und Botschaften von ihm zu übermitteln. Entsprechend gibt es weltliche Propheten wie Lenin oder Mao Zedong, welche die Lehre ihrer (möglicherweise unfreiwilligen) Ideologiebegründer (Marx, Engels) modifizieren, verändern und erweitern.</p>
<p><strong>Naturalistische Ethik</strong></p>
<p>Eine naturalistische Ethik dagegen basiert auf der objektiven Realität, wie sie die kritische Methode der Wissenschaften beschreibt, also auf der natürlichen Welt. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind undogmatisch und widerlegbar, allerdings sind sie nur durch Theorien zu revidieren, welche besser durch Belege gestützt sind als ihre Vorgänger. Eine naturalistische Ethik geht von grundlegenden Fakten über die Natur und den Menschen aus und entwickelt auf diesem Fundament eine Ethik, deren Ziel wie folgt lautet:</p>
<p><strong>Vermehre das Glück leidensfähiger Lebewesen</strong> (<em>Goldene Regel der naturalistischen Ethik</em>)</p>
<p>Oder negativ formuliert:</p>
<p>Verringere das unnötige Leid von leidensfähigen Lebewesen</p>
<p>Unnötig ist ein Leid, welches verringert werden kann. Zum Beispiel kann das Leid, das durch unvorhersehbare Naturkatastrophen erzeugt wird, nicht verhindert werden und nicht unmittelbar verringert.</p>
<p>Die naturalistische Ethik leitet aus der Natur des Menschen seine grundlegenden Bedürfnisse und Interessen ab und hat das Ziel, diese zu erfüllen. Die grundlegenden Bedürfnisse und Interessen des Menschen entsprechen den Menschenrechten, minimal das Recht auf Leben, Eigentum und freiem Streben nach Glück, wie sie von Thomas Jefferson in der amerikanischen Unabhhängigkeitserklärung formuliert wurden, erweiterte Menschenrechte sind in der französischen Menschenrechtserklärung und jener der Vereinten Nationen niedergeschrieben. Von den garantierten Menschenrechten abgesehen, geht es der naturalistischen Moralphilosophie um die faire Abwägung von Interessen auf Grundlage der Goldenen Regel der naturalistischen Ethik.</p>
<p><strong>Die beiden Modelle im Vergleich</strong></p>
<p>Religiöse und ideologische Moralitäten setzen voraus, dass die menschliche Natur ihren jeweiligen, dogmatisch festgelegten Vorstellungen entspricht. Ihre Vorstellungen sind dabei unabhhängig von den wissenschaftlichen Erkenntnissen, welche wir über die menschliche Natur besitzen und stehen oft im Widerspruch zu diesen. Exemplarisch sei die christliche Behauptung genannt, der Mensch besitze eine unsterbliche Seele und die Sorge für diese habe sein höchstes Anliegen zu sein. Im ideologischen Bereich könnte man die Behauptung des Marxismus anführen, der Mensch sie von Natur aus am Gemeinwohl interessiert oder die Behauptung des Nationalsozialismus, es gäbe fundamentale Unterschiede zwischen den menschlichen Rassen.</p>
<p>Die naturalistische Ethik hingegen beruht auf den aktuellen wissenschaftlichen Vorstellungen über die menschliche Natur, die stets durch realistischere Modelle abgelöst werden können, die im Kern allerdings bereits stark durch Belege abgesichert sind. Der Mensch ist ihnen zufolge nicht Gottes Schöpfung, sondern ein Produkt der Evolution, ein Säugetier, das von einem frühen Affen abstammt und das im Prinzip selbst ein Affe ist (Homo Sapiens, Trockennasenaffe), der sich allerdings in einigen Eigenschaften von seinen nächsten Verwandten, den Menschenaffen, graduell unterscheidet.</p>
<p>Die vorausgesetzte zentrale Grundlage der religiösen Moralität (Gott), und dadurch unterscheidet sie sich von der naturalistischen Ethik, besitzt Eigenschaften, die im Widerspruch stehen zu unseren wissenschaftlichen Erkenntnissen (zum Beispiel funktionieren Gebete nachweislich nicht, was die Eigenschaft Gottes, er erhöre Gebete, widerlegt. Das Leid in der Welt widerlegt einen allguten Gott. Dass etwas Komplexes wie Gott aus etwas Einfachem in einem Prozess ähnlich dem der Evolution hervorgegangen sein muss und nicht am Anfang eines solchen Prozesses stehen kann, widerlegt einen Schöpfergott).</p>
<p>Ein großes Problem in Hinblick auf ein religiös fundiertes Weltethos besteht darin, dass sich anderen Religionen und Weltanschauungen die Glaubensinhalte der Konkurrenz nicht erschließen. Wenn in einer Gesellschaft die Glaubensinhalte nicht von Generation zu Generation weitergegeben werden, kann diese Gesellschaft nicht oder nur durch Gewalt von diesen Glaubensinhalten überzeugt werden, weil sie aus kritisch-rationaler Sicht, sowie aus Sicht der jeweils eigenen Religion der jeweiligen Gesellschaft, absurd erscheinen. Die natürlichen Bedürfnisse und Interessen werden dagegen von allen Menschen geteilt, auch wenn sie durch religiöse oder ideologische Vorgaben in Form von zum Beispiel mangelhaft fundierten Extremstrategien (Märtyrertum, um Interessen im übernatürlichen Paradies erfüllt zu bekommen) oder Verleugnung (Zölibat, befördert sexuelle Abweichungen) pervertiert werden können.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Ein Weltethos, eine für alle Menschen verbindliche, grundlegende Ethik, kann erst dann realisiert werden, sobald Religionen und Ideologien nicht mehr existieren oder ein unbedeutendes Randphänomen geworden sind und sobald sie in der Konsequenz ein solches Weltethos nicht mehr zu Gunsten ihrer eigenen, gruppenbezogenen, unwissenschaftlichen und irrationalen Moralität, verhindern können. Religionen und Ideologien müssen zu Gunsten einer gemeinsamen Ethik auf naturalistischer Grundlage in einem Wettkampf der Ideen bezwungen werden.</p>
<p><em>Andreas Müller</em><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/a81b1a7077774c8b8386212b45ccf8af" alt="" width="1" height="1" /></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der richtige Biss]]></title>
<link>http://feuerbringer.com/2009/05/08/der-richtige-biss/</link>
<pubDate>Fri, 08 May 2009 19:02:52 +0000</pubDate>
<dc:creator>derautor</dc:creator>
<guid>http://feuerbringer.com/2009/05/08/der-richtige-biss/</guid>
<description><![CDATA[Frieder Otto Wolf hat jüngst eine Positionsbestimmung des Humanistischen Verbandes verfasst. Sie ist]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="alignleft size-full wp-image-684" style="margin:10px;" title="&#34;Humanist&#34; (Cover des New Humanist)" src="http://feuerbringer.wordpress.com/files/2009/05/der-neue-humanist.png" alt="&#34;Humanist&#34; (Cover des New Humanist)" width="192" height="217" />Frieder Otto Wolf hat jüngst eine <a href="http://hpd.de/node/6977?page=0,0">Positionsbestimmung</a> des Humanistischen Verbandes verfasst. Sie ist in vielerlei Hinsicht erstaunlich, positioniert man sich doch in gezielter Abgrenzung von den Neuen Atheisten, die man gleichzeitig für unwichtig erklärt. Das erinnert an die <a href="http://www.alternet.org/blogs/video/44805/">South-Park-Folge über Richard Dawkins</a>, in der sich verfeindete Atheistengruppen in einer gottfreien Zukunft bekämpfen.</p>
<p><!--more-->Die Realität sieht gewiss ein wenig anders aus, so gibt es tatsächlich relevante Unterschiede zwischen den atheistischen Strömungen, die weit über die Frage der Lilliputaner aus Gullivers Reisen, an welchem Ende man das Ei aufbrechen solle, hinausgehen. Offenbar werden wir damit leben müssen, dass es nun zwei atheistische Konfessionen gibt, so zuckersüß unseren Gegnern diese Vorstellung auch auf der Zunge liegen mag.</p>
<p>In diesem Bild spielt der HVD die Rolle des Vatikans und die Neuen Atheisten jene der Protestanten. Der HVD ist eine gesellschaftliche Institution mit offenbar recht klaren Vorstellungen, wie der Laden zu laufen hat und die Neuen Atheisten sind vergleichsweise ein Chaotenhaufen, der gerne „die da oben“ ärgert, der allerdings auch sehr gute Gründe hat, dies zu tun. Um diese Rolle gut zu spielen, hat der HVD gleich ein paar Begriffe besetzt, die er auch gerne behalten kann, jedenfalls, was mich betrifft:</p>
<p>„Strategische Option“, „Bekenntnis-Humanismus“, „praktischer Humanismus, der die Menschen erfasst und wärmt“, „Bündnispartner“, „hegemonial“, „antihumanes Bündnis“, „islamophobische Propaganda“, „gemeinsame Kultur der Menschheit“ (?), „Humanistik“, „antihumane Polarisierungen“, „atheistischer Fundamentalismus“, „Propagierung der Gottlosigkeit“, „atheistische Rechtsradikale“, „Spaßguerilla“, „säkulare Szientisten“, „Feindbestimmung“ und schließlich „Humanismus“, denn wenn das, was der HVD hier betreibt, „Humanismus“ sein soll, dann bin ich kein Humanist und will auch nichts mehr davon hören.</p>
<p>Der Humanismus des Tages ist offenbar ein organisiertes Gutmenschentum, das meint, es sei besser als der Rest der Welt, vor allem natürlich als diese bösen Krawallatheisten, die sich noch immer im philosophischen Schlamm des 18. Jahrhunderts suhlen und solchen obskuren Ideologien wie der „Wissenschaft“ anhängen, die ja schon so viele Verbrechen heraufbeschworen hat. Darum möchte ich im folgenden auch anderen Atheisten nahelegen, sich nicht mehr als „Humanisten“ zu bezeichnen, selbst wenn ich dabei auf diese garstige „Wissenschaft“ zurückgreifen muss.</p>
<h3><a href="http://hpd.de/node/6988" target="_blank">Weiterlesen</a>&#8230;</h3>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Karamasow-Prinzip]]></title>
<link>http://feuerbringer.com/2009/05/04/das-karamasow-prinzip/</link>
<pubDate>Mon, 04 May 2009 17:56:23 +0000</pubDate>
<dc:creator>derautor</dc:creator>
<guid>http://feuerbringer.com/2009/05/04/das-karamasow-prinzip/</guid>
<description><![CDATA[Christopher Hitchens über die Frage aus den Gebrüdern Karamasow: Ist ohne Gott alles erlaubt? Oder i]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="alignleft" style="margin:10px;" title="Inquisition" src="http://hpd.de/files/imagecache/article_picture/inquisition.jpg" alt="" width="233" height="234" /><em>Christopher Hitchens</em> über die Frage aus den Gebrüdern Karamasow: Ist ohne Gott alles erlaubt? Oder ist es umgekehrt?</p>
<p>Ich erinnere mich daran, wie Professor Leszek Kolakowski, einer der großen polnischen intellektuellen Abweichler der Stalin-Zeit, sagt, dass er sich oft auf der Verliererseite wiederfindet, wenn er mit Apologeten des Systems spricht.</p>
<p><!--more-->Das lag an den Argumenten seiner Gegner, die so antiquiert waren, dass er die ursprünglichen Widerlegungen schon vergessen hatte. (Er drückte den Sachverhalt noch auf eine andere Weise aus, als er meinte, das wäre so, als würde man sich einen langweiligen Film im Kino ansehen, im Vergleich mit dem Gefühl der Erleichterung, wenn man sich daran erinnert, ihn schon einmal gesehen zu haben und das Ende bereits zu kennen, weshalb man das Kino früh verlassen kann.)</p>
<p>Ich hatte manchmal dasselbe Gefühl, als ich im Land herumkrebste und mit diversen Stellvertretern der Gläubigen debattierte. Ich teile nicht Kolakowskis intellektuelle Geschichte und Autorität, aber ich erkenne ein abgestandenes und verbrauchtes Argument, wenn ich es sehe und bin gelegentlich in der Lage, den Nebel der Langeweile zu durchstoßen und mich an das Gegenargument zu erinnern. Tatsächlich denke ich darüber nach, eine nützliche Beratungsreihe zu diesem Thema zu schreiben.</p>
<p>Mein erstes Ausstellungsstück könnte die Überzeugung sein, die oftmals Dostojewsky unterstellt wird und mit Gewissheit Smerdyakow in den Mund gelegt wurde, einem der Charaktere in Die Gebrüder Karamasow, dass ohne Gott alles erlaubt sei. Mit anderen Worten würden sich die Menschen in einer gottlosen Welt frei fühlen, sich genauso zu verhalten, wie sie das wollen, und sie würden sich jeden Egoismus und Exzess erlauben. „Tu was du willst sei das ganze Gesetz“ – so lautet das Credo der Satanisten, wie ich einmal gelesen habe.</p>
<p>Für Anfänger sei noch einmal darauf hingewiesen, dass man nicht behaupten kann, Satanisten würden nicht an eine übernatürliche Autorität glauben. Wenn wir jedoch diesen offensichtlichen Einwand hinter uns lassen, sehen wir, dass der Rest des Arguments entweder sehr schwach ist oder sehr enthüllend. Zunächst einmal: Was erzählen uns die Gläubigen über sich selbst? Sagen sie: Falls sie das Höllenfeuer nicht fürchteten oder das Paradies nicht herbeisehnten, dass sie dann Vergewaltigen, Stehlen, Brandschatzen und Lügen würden? Falls ja, dann erzählen sie uns etwas Wissenswertes über „glaubensbasierte“ Moral. Untersuchen Sie Ihr eigenes Gewissen, Leser dieses Magazins für säkularen Humanismus. Was hält Sie wirklich davon ab, Ihre Kinder zu missbrauchen, Ihre Nachbarn zu bestehlen und Ihre Kollegen zu belügen? Ist es der Glaube an ein überlegenes Wesen, das Sie für Gedankenverbrechen rund um Ihre sündhaften privaten Begehren verurteilen kann? Oder ist es der Gedanke einer menschlichen Solidarität und die vage, aber klare Vorstellung, dass wir ein gemeinsames Interesse daran haben, uns gegenseitig so gut wie möglich zu behandeln?</p>
<p>Wenn man davon ausgeht, dass die zweite Wahl viel realistischer und wahrscheinlicher ist, dann könnte man auch hinzufügen, dass die erste Wahl sogar noch weniger „moralisch“ ist, als sie aussieht. Stellen wir nicht immer wieder fest, dass die schrecklichsten, selbstzerstörerischsten und antisozialsten Verbrechen von jenen verübt werden, die auf göttliche Anweisungen hören? Smerdyakow hatte Unrecht, oder zumindest war er äußerst einseitig. Tatsächlich sind nur mit Gott einige ansonsten undenkbare Grausamkeiten möglich.</p>
<h3><a href="http://hpd.de/node/4437" target="_blank">Weiterlesen</a>&#8230;</h3>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Grundlagen des Neuen Atheismus]]></title>
<link>http://feuerbringer.com/2009/04/28/grundlagen-des-neuen-atheismus/</link>
<pubDate>Tue, 28 Apr 2009 11:32:42 +0000</pubDate>
<dc:creator>derautor</dc:creator>
<guid>http://feuerbringer.com/2009/04/28/grundlagen-des-neuen-atheismus/</guid>
<description><![CDATA[Zusammen mit dem Physiker Dr. Bernd Vowinkel habe ich ein Mini-Manifest des Neuen Atheismus geschrie]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="alignleft size-full wp-image-473" style="margin:10px;" title="Der Wahn-Wahn" src="http://feuerbringer.wordpress.com/files/2009/04/delusion-delusion.jpg" alt="Der Wahn-Wahn" width="191" height="273" />Zusammen mit dem Physiker <em>Dr. Bernd Vowinkel</em> habe ich ein Mini-Manifest des Neuen Atheismus geschrieben:</p>
<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;">Der Neue Atheismus gründet nicht nur auf herkömmlichen Argumenten gegen die Existenz Gottes, wie sie in der griechischen Antike, in der Rennaissance und in Zeiten der Aufklärung vorgebracht wurden, sondern er beruht auch auf den gewaltigen Fortschritten in Naturwissenschaft und Technik in den letzten Jahrzehnten, die zu einem Menschenbild und einem Weltbild geführt haben, das vollständig auf dem Naturalismus und dem Rationalismus aufbaut.</p>
<p style="margin-bottom:0;"><!--more--></p>
<p style="margin-bottom:0;"><strong>Gegen alle Religion</strong></p>
<p style="margin-bottom:0;">Die Neuen Atheisten lehnen das religiöse Denken in seiner Gesamtheit ab. Dieses lässt sich auch in weltlichen Ideologien finden: Heilige Bücher („Mao-Bibel&#8221;), Erlöserfiguren (Kim Jong Il), Rituale zur Förderung der Gleichförmigkeit des Denkens (Aufzüge bei den Reichsparteitagen), Inquisition (Gestapo) und Denunziantentum (etwa gegen „Judenfreunde&#8221;). Religionen und Ideologien teilen ein zutiefst gestörtes Verhältnis zu Demokratie und Menschenrechten. Aufgrund der zahlreichen Gemeinsamkeiten zwischen Religionen und Ideologien lassen sich Ideologien treffend als „Politreligionen“ bezeichnen.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Die Religion zieht als Erkenntnisfaktor im Vergleich zur Wissenschaft den Kürzeren. Sie ist zum Erkenntnisgewinn nicht nur ungeeignet, sondern hinderlich, da ihre wesentlichen Grundlagen Fantasie, Dogma und Wunschdenken sind, die eine objektive Erkenntnis verhindern.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Wer eine Existenzbehauptung aufstellt, muss diese belegen, da man andernfalls von der Existenz von allem Vorstellbaren ausgehen müsste, bis es nach und nach widerlegt wird, was prinzipiell unmöglich ist und dem Sparsamkeitsprinzip (Ockhams Rasiermesser) widerspricht. Da es keinerlei Belege für Übernatürliches jedweder Art gibt, kann man nur auf die Nichtexistenz des Übernatürlichen schließen. Sämtliche Religionen („soziale Systeme, deren Mitglieder übernatürliche Wesen verehren&#8221;) sind somit irrational. Alle Versuche, die <a href="http://hpd.de/node/4221" target="_blank">Vernunft</a> und die <a href="http://hpd.de/node/4692" target="_blank">Logik</a> für die Religion zu bemühen, sind gescheitert.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Die Idee eines Gottes, der in die Natur eingreift und die Arten erschafft, steht im Widerspruch zur Evolutionstheorie. Die Neuen Atheisten lehnen auch den Deismus ab, den Glauben an einen reinen Schöpfergott, der nicht ins Weltgefüge eingreift. Das <a href="http://www.darwin-jahr.de/evo-magazin/kein-wunder-dass-wir-existieren" target="_blank">anthropische Prinzip</a> macht einen solchen Schöpfergott überflüssig. Zudem kann Gott als komplexes Wesen nicht am Anfang eines Prozesses stehen, der Komplexes aus dem Einfachen erzeugt (Evolution). Ein hochkomplexes Wesen wie Gott taucht nicht einfach aus dem Nichts auf, sondern es müsste das Ergebnis eines Prozesses ähnlich dem der Evolution sein.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Sobald überzeugend aufgezeigt wird, dass Wunschdenken und Dogmatismus besser dazu geeignet sind, eine humane Welt zu erschaffen, als kritisches Denken, so würden wir unseren Standpunkt einer ernsthaften Prüfung unterziehen müssen. Selbst wenn das jedoch der Fall wäre, bliebe Religion irrational und ihre Faktenbehauptungen befänden sich noch immer auf dem Kriegsfuß mit unseren wissenschaftlichen Erkenntnissen.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Wissenschaft und Religion sind unvereinbar.</p>
<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;"><strong>Toleranz, aber kein Respekt </strong></p>
<p style="margin-bottom:0;">„Toleranz&#8221; bedeutet nicht, dass man eine Position als legitime Meinung anerkennen muss. Toleranz bedeutet vielmehr, dass man andere Meinungen erträgt, auch wenn man ihnen nicht zustimmt. Vor allem bedeutet es, dass man anderen ihre freie Meinungsäußerung nicht verbietet oder ihnen für diese Gewalt antut.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Wir treten grundsätzlich für die Religions- und die Meinungsfreiheit ein. Die Erfahrung zeigt aber, dass Absolutheitsansprüche und Dogmen eben nicht auf das Miteinander innerhalb der jeweiligen religiösen Gruppen beschränkt werden. Dadurch entstehen häufig Schäden an der gesamten Gesellschaft. Ferner muss die religiöse Indoktrination von Kindern, die regelmäßig in solchen Gruppen stattfindet, als mentale Kindesmisshandlung eingestuft werden.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Der Respekt für religiöse Ideologien ist daher einzustellen. Religionen müssen öffentlich widerlegt und verspottet werden, Religionsvertretern muss so viel Macht wie möglich entzogen werden. Ziel ist eine religions- und ideologiefreie Welt.</p>
<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;"><strong>Fazit</strong></p>
<p style="margin-bottom:0;">Die Konfliktlinien verlaufen heute zwischen Vernunft und Irrationalität, zwischen Klarheit und Verwirrung, zwischen Freiheit und Versklavung, zwischen Wissenschaft und Religion. Die Neuen Atheisten stehen für die jeweils erste Alternative.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Diverses]]></title>
<link>http://dikosss.wordpress.com/2009/01/12/diverses-2/</link>
<pubDate>Mon, 12 Jan 2009 09:31:13 +0000</pubDate>
<dc:creator>dikosss</dc:creator>
<guid>http://dikosss.wordpress.com/2009/01/12/diverses-2/</guid>
<description><![CDATA[1. Müdigkeit: Ich bin müde, weil unser Sohnemann diese Nacht mal wieder ziemlich unruhig war. Demnäc]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>1. Müdigkeit:</strong><br />
Ich bin müde, weil unser Sohnemann diese Nacht mal wieder ziemlich unruhig war. Demnächst machen wir uns an die softe Version von <a href="http://www.amazon.de/Jedes-Kind-kann-schlafen-lernen/dp/3934333095" target="_blank">diesem Buch</a> ran.</p>
<p><strong>2. Allianzgebetswoche:</strong><br />
Diese Woche stehen einige Allianzgebetsabende in Potsdam und Werder an. Werde dann andere Christen aus den Orten kennenlernen. An einem Abend werde ich mitmoderieren, an einem anderen die Andacht durchführen und an 1-2 weiteren Teilnehmer sein.</p>
<p><strong>3. Gebet zum II.:</strong><br />
Gestern Abend gab es einen übergemeindlichen <a href="http://berlin-brandenburg.feg.de/" target="_blank">Gebetsabend für Evangelisation und Gemeindegründung</a> bei uns in Staaken. Ging ca. 2,5 Stunden. Durch Lieder, Infos, Gespräch &#8230; verging die Zeit zügig. Jetzt gespannt sein, was Gott anstößt.</p>
<p><strong>4. Lustig:</strong><br />
Ein Prinz, der über ein großes Reich herrscht und viele, viele Schätze hat, fragt die Prinzessin des Nachbarreiches:<br />
<em>&#8220;Willst Du mich heiraten?&#8221;</em><br />
Sie:<br />
<em>&#8220;NEIN!&#8221;</em></p>
<p>Von nun an lebte der Prinz glücklich und zufrieden bis an sein Lebensende.</p>
<p><strong>5. Konferenzmaterial:</strong><br />
Neben dem <a href="http://www.feg.de/index.php?id=177" target="_blank">Bund der FeG</a>, dem <a href="http://www.muelheimer-verband.de/index.php?id=18" target="_blank">Mühlheimer Verband</a> ist auch die <a href="http://www.vineyard-berlin.de/" target="_blank">Vineyard-Bewegung</a> offensiver in Sachen &#8220;Gemeindegründung&#8221; in Berlin unterwegs. Die haben schon einige tolle Aktionen durchgeführt.<br />
<a href="http://www.vineyard-dach.net/veranstaltungen/podcasts/leiterkonferenz-berlin-2009.html" target="_blank">Hier</a> einiges Material ihrer letzten Konferenz in Berlin.</p>
<p><strong>6. Blog-Diskussion:</strong><br />
Peter lädt <a href="http://bibelkreis-muenchen.de/index.php/archives/405" target="_blank">hier</a> ein, sich an einer kleinen Blog-Erörterung zum &#8220;neuen Atheismus&#8221; zu beteiligen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Die neue Lust der Atheisten]]></title>
<link>http://blog.thebrights.de/2008/05/24/die-neue-lust-der-atheisten/</link>
<pubDate>Sat, 24 May 2008 11:44:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>nickpol</dc:creator>
<guid>http://blog.thebrights.de/2008/05/24/die-neue-lust-der-atheisten/</guid>
<description><![CDATA[Von Alexander Kissler - Die Tagespost Ob es die britische Erlaubnis zur Chimärenzucht ist, oder die ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Von Alexander Kissler - Die Tagespost Ob es die britische Erlaubnis zur Chimärenzucht ist, oder die ]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Arbeit am selben Projekt]]></title>
<link>http://naturalismuskritik.wordpress.com/2008/05/05/arbeit-am-selben-projekt/</link>
<pubDate>Mon, 05 May 2008 07:01:29 +0000</pubDate>
<dc:creator>BK</dc:creator>
<guid>http://naturalismuskritik.wordpress.com/2008/05/05/arbeit-am-selben-projekt/</guid>
<description><![CDATA[Es musste ja früher oder später einmal so weit kommen: Zwar ist schon seit geraumer Zeit immer wiede]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Es musste ja früher oder später einmal so weit kommen: Zwar ist schon seit geraumer Zeit immer wiede]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Thomas Schärtl: Neuer Atheismus -- wie ihn Theisten gerne hätten]]></title>
<link>http://kamenin.wordpress.com/2008/03/16/thomas-schartl-neuer-atheismus-wie-ihn-theisten-gerne-hatten/</link>
<pubDate>Sun, 16 Mar 2008 17:01:16 +0000</pubDate>
<dc:creator>kamenin</dc:creator>
<guid>http://kamenin.wordpress.com/2008/03/16/thomas-schartl-neuer-atheismus-wie-ihn-theisten-gerne-hatten/</guid>
<description><![CDATA[(zur Einleitung) Im Zentrum Schärtls Auseinandersetzung mit dem Atheismus steht erst mal die Schubla]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p align="justify"><i>(zur <a href="http://kamenin.wordpress.com/2008/03/16/thomas-schartl-neuer-atheismus-%e2%80%93-eine-akademische-debatte/">Einleitung</a>)</i></p>
<p align="justify">Im Zentrum <a href="http://www.stimmen-der-zeit.de/StdZ_03_08_Schaertl_147_161_HA.pdf">Schärtls Auseinandersetzung</a> mit dem Atheismus steht erst mal die Schubladisierung desselben. Das kann man machen, aber man muss mit den gefundenen Kategorien nicht übereinstimmen. Zumindest sollte man sich die drei Kategorien genauer ansehen. Schärtl unterscheidet drei Hauptrichtungen:</p>
<div align="justify"></div>
<div align="justify"></div>
<ul>
<li>Argumentativer Atheismus</li>
<li>Kultureller Atheismus</li>
<li>Denunziatorischer Atheismus</li>
</ul>
<div align="justify"></div>
<div align="justify"></div>
<p align="justify">Geschenkt sei an der Stelle, dass man, eine Richtung als denunziatiorisch zu bezeichnen, durchaus als Denunziation verstehen kann. Bedenklicher ist dann schon, dass die vorgebliche Trennung von argumentativem und denunziatorischem Atheismus argumentativ kaum belegt wird. Vielleicht musste allein deshalb schon der zumindest räumlich eine Trennung schaffende kulturelle Atheismus noch hinzugefügt werden, bei dem es sich kaum um wirklichen Atheismus zu handeln scheint. Es mag aber auch eine Vorliebe für Trinitäten eine Rolle spielen oder die Tatsache, dass eine reine Zweiteilung es vielleicht zu nahe gelegt hätte, dass hier nur zwischen genehmen und unangenehmen Atheismus unterschieden wird.</p>
<div align="justify"></div>
<p align="justify">Der <b>kulturelle Atheismus</b> Schärtls ist über weite Strecken nur der säkulare Kapitalismus und Hedonismus.</p>
<div align="justify"></div>
<blockquote>
<p align="justify">Dieser Art des Atheismus ist ein Phänomen der Gegenwartskultur, das nichts weniger will, als das Christentum als kulturprägende Kraft zu vertreiben oder zu ersetzen.</p>
</blockquote>
<div align="justify"></div>
<p align="justify">Mithin geht es weniger um eine rationale Auseinandersetzung mit den theistischen Deutungsansprüchen, sondern um eine sie verneinende Leugnung im Praktischen. Es ist zumindest sehr fraglich, ob dahinter ein willentlicher Atheismus steckt oder nicht doch eher die unpersönlichen, weitgehend unreflektierten Strukturen des Kapitalismus. Am Rande gibt es sicherlich die atheistische Debatte um den Wert christlicher Normen, insbesondere die zentrale Stellung der Sünde im theistischen Begriffssystem. Aber die eigentliche Kraft dieser Bewegung ist nicht mal sich selbst bewusst. Sie will nicht Christentum ersetzen, sie hat, fast nebenbei, die christliche Deutungshoheit schon ersetzt. Sie interessiert sich genauso wenig für den Atheismus. Sie ist dem Alltag zu- und der akademischen Frage abgewandt. Das wird am deutlichsten, wenn Schärtl die Bildersprache der Webung bemängelt, die christliche Symbolik aufgreift und für ihre Zwecke vermarktet. Dass der Kapitalismus sich jeder Symbolik bedient und diese für sich besetzt, sofern sie ihm nützlich ist, ist doch eine kapitalismuskritische Binsenweisheit: selbst Kapitalismuskritik ist da nicht mehr als ein aufgreifbarer Slogan.</p>
<div align="justify"></div>
<p align="justify">Interessanter ist da schon der Umkehrschluss. Schärtl bemängelt in der Aneignung christlicher Symbolik, dass der christliche Transzendenzbegriff durch diesseitige, weltliche Bezüge ersetzt werde. Die Frage, die sich stellen sollte, ist da eigentlich, ob nicht das Christentum seinerseits Transzendenzansprüche durch geschickte Symbolik und PR ersetzt hat &#8212; dass somit hier nicht Tiefgründiges als Schlagwort missbraucht wird, sondern die eine Verkaufsstrategie nur für ein neues Produkt Verwendung findet. Fast schon entlarvend ist, dass Schärtl dieser Art kultureller Umdeutung nur eigene PR entgegensetzen kann: Hoffnung sieht er in medienwirksamen Inszenierungen, wie sie sich beim Sterben des letzten Papstes wie von selbst ergaben. Es sei ihm erlaubt, hinter dieser Inszenierung mehr Wahrheit zu vermuten als hinter ökonomischen PR-Slogans; letztlich ersetzt er aber nur eine Inszenierung durch die andere.</p>
<p align="justify">&#160;</p>
<div align="justify"></div>
<p align="justify">Von den verbleibenden Kategorien findet die des <b>argumentierenden Atheismus</b> bei Schärtl praktisch nur Lob. Es handelt sich hier um akademischen, fast schon der Religionsphilosophie zuordenbaren Atheismus. Es fällt nicht schwer zu verstehen, was Schärtl an dieser Art der Auseinandersetzung schätzt: sie findet nur auf akademischen Niveau statt, sie greift Religion kaum an. Sie ist mithin ungefährlich für Schärtls jenseits der akademischen Debatte ausgelebten Glauben. In der Debatte mit dem argumentativen Atheismus kann sich der Theismus auf Augenhöhe bewegen; nicht, weil sie argumentativ gleichwertig wäre, aber weil er fernab der Öffentlichkeit stattfindet. Man kann auf diese Art des Atheismus eine theologische Einlassung produzieren und das Problem für erledigt halten: es wird sich niemand finden, der dem widerspricht, weil es eben keiner liest. Schärtl lobt fast schon explizit an dieser Art des Atheismus, dass sich an ihm Theologie abarbeiten könne, ja müsse. Atheismus als Stichwortgeber irrelevanter Theologen: müsste man vielleicht Planstellen an der theologischen Instituten für schaffen, wenn das so erwünscht ist.</p>
<div align="justify"></div>
<p align="justify">Dass es gar nicht um die Form der Kritik, sondern vielmehr um die Harmlosigkeit dieses Atheismus geht, wird an zwei Stellen klar. Zum einen folgert Schärtl aus der Kritik des Neuen Atheismus das gleiche wie aus der des argumentativen: er nutzt diesen genauso für die Überlegungen, was Religion daraus für sich lernen müsse. Mithin scheint also auch der so denunzierte denunzierende Atheismus wichtige Punkte über das Selbstverständnis von Religion anzusprechen. Zum anderen scheint der grundsätzliche Unterscheidungspunkt zwischen argumentativem und neuen Atheismus der zu sein, dass ersterer historisch ist:</p>
<div align="justify"></div>
<blockquote>
<p align="justify">Der argumentative Atheismus ist ein Randphänomen geworden. Fast möchte man ihn zu den Lehrstücken der Philosophiegeschichte zählen, denen die Theologie eine Art Schärfung ihrer Sinne verdankt.</p>
</blockquote>
<div align="justify"></div>
<p align="justify">Deutlich wird das etwa daran, dass Bertrand Russell posthum in diesen theologisch akzeptierten Olymp der Religionskritik gehoben wird. Aber das ist unehrlich. Es dient nur dazu, moderne Atheisten von ihren Quellen abzuschneiden, die angeblich ganz anders gewesen seien. Russell war nicht Dawkins und schon gar nicht Hitchens; aber ihn heute als rationale, philosophische Überfigur darzustellen, dem Theologie viel verdankt, ist hinsichtlich seiner Religionskritik widersinnig. Russells einziger Vorteil ist der, seit über dreißig Jahren tot zu sein, um sich heute nicht mehr gegen die Banalisierung seiner Religionskritik wehren zu können. In seiner Zeit musste er sich mindestens so heftige Angriffe von Theologen, Gläubigen und Journalisten gefallen lassen wie heute Dawkins. Wer weiß, welche Geschichtsvergessenheit in fünfzig Jahren Theologen dazu bringen wird, Dawkins und Dennett als vorbildliche Atheisten zu loben. Tote Atheisten sind gute Atheisten.</p>
<div align="justify"></div>
<p align="justify">Bezeichnend für Schärtls ganzen Text sind aber die Konsequenzen, die er aus dem argumentativen Atheismus zieht, den er selbst ja als quasi historisch bezeichnet: Theologie müsste dies und sollte das. Wenn der Atheismus denn so alt und hilfreich war, warum hat die Theologie dann noch nicht? Sich an der Stelle zu wundern, dass heute ein neuer Atheismus aufkommt, der sich erneut mit denselben Problemen beschäftigen muss, weil nichts von der alten Kritik (außer zur Füllung wohlfeiler Aufsätze) verwendet wurde, mag der geschäftige Theologe dann mal für sich selbst beantworten, wenn ihm sein Alltagsglaube wieder Zeit für die Beschäftigung mit hochtheologische Abstraktionen lässt.</p>
<p align="justify">&#160;</p>
<div align="justify"></div>
<p align="justify">An der darauf folgenden Darstellung des <b>Neuen Atheismus</b> ist nicht viel auszusetzen: sie ist weitgehend fair, wenn natürlich nicht vollständig und im Großen und Ganzen unbeantwortet. Natürlich erfolgt das alles im Stil gemäßigter Entrüstung über die Fundamentalkritik am Gottesglauben, die als grob und eben denunziatorisch beschrieben wird. Man ist das gewohnt, auch den Widerspruch, einerseits eine überlegene argumentative Position aus einer hochvernünftigen Theologie einzunehmen, andererseits sich aber persönlich denunziert zu fühlen, wenn jemand feststellt, Volksglaube und Esoterik seien dumm. Jeder geht halt innerlich die Allianzen ein, die einem gefallen. Und wenn die Kritik trifft, dann wohl, weil sie so daneben doch nicht ging.</p>
<p align="justify">&#160;</p>
<div align="justify">    Eine kritische Betrachtung des Theologischen, was Schärtl gegen den Neuen Atheismus stellen will, folgt in <a href="http://kamenin.wordpress.com/2008/03/17/thomas-schartl-neuer-atheismus-die-machtlosigkeit-der-theologie-uber-den-glauben/">Teil II</a>.</div>
<div align="justify"></div>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Thomas Schärtl: Neuer Atheismus –- eine akademische Debatte]]></title>
<link>http://kamenin.wordpress.com/2008/03/16/thomas-schartl-neuer-atheismus-%e2%80%93-eine-akademische-debatte/</link>
<pubDate>Sun, 16 Mar 2008 14:11:33 +0000</pubDate>
<dc:creator>kamenin</dc:creator>
<guid>http://kamenin.wordpress.com/2008/03/16/thomas-schartl-neuer-atheismus-%e2%80%93-eine-akademische-debatte/</guid>
<description><![CDATA[Eine im Vergleich mit vielen anderen Darstellungen schon wesentlich substanziellere Auseinandersetzu]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p align="justify">Eine im Vergleich mit vielen anderen Darstellungen schon wesentlich substanziellere Auseinandersetzung mit dem so genannten Neuen Atheismus findet sich in der aktuellen Ausgabe der <i><a href="http://www.stimmen-der-zeit.de/">Stimmen der Zeit</a>: Die Zeitschrift für christliche Kultur</i> im Artikel von Thomas Schärtl <a href="http://www.stimmen-der-zeit.de/StdZ_03_08_Schaertl_147_161_HA.pdf"><i>Neuer Atheismus: Zwischen Argument, Anklage und Anmaßung</i></a> [pdf]. Strukturell geht es zuerst um eine Charakterisierung und Kategorisierung von Atheismus, dabei dann um die theologische, theistische Auseinandersetzung mit den Inhalten. Bei aller Kritik, die ich an dem Artikel anzubringen habe, muss man das doch auseinanderhalten von Diskursbeiträgen wie solchen von <a href="http://kamenin.wordpress.com/2008/03/13/die-unredlichkeiten-eines-historikers-und-journalisten-alexander-kissler-in-der-fas/">Alexander Kissler</a>, in denen es nicht um Verständnis sondern zuvorderst um publizistisch wirksames Missverstehen geht und die damit eigentlich nur die intellektuelle Armut ihres Theismus als gut verkaufbare Bankrotterklärung unter Beweis stellen.</p>
<div align="justify"></div>
<p align="justify">Natürlich stimme ich mit Schärtls Folgerungen nicht überein, aber das kann man anerkennen. Es gibt keinen Grund, eine eigentlich humanistische Ethik mit Häme zu überziehen, nur weil sie meint, eines begründenden Theismus zu bedürfen. Das nicht zu sehen, halte ich für ein Missverständnis, das Atheisten wie Theisten zu oft im Wege steht, sich über die eigentlichen ethischen und gesellschaftlichen Fragen zu unterhalten, in denen sie weniger trennt, als beide Gruppen manchmal vermuten. Gleichzeitig wird das auch dadurch gefördert, dass die theistische Kritik wohlfeil theoretisiert, aber an der notwendigen Kritik eigener Strukturen, wie sie sich in Kirchen realisieren, kraftlos abprallt: theistische Kirchenkritik erscheint immer wieder sorgsam durchdacht, akademisch, aber eher konsequenzlos. Da werden atheistische Kritiken bestätigt, sich angeeignet, aber es ändert sich eben nichts, auch nicht in der Identifikation der eigenen Position. Im Zweifelsfall steht einem der eigene Theismus immer näher als die wohlformulierte Theologie oder der eigene ethische Anspruch. Dass sich diese Art theistische Kirchenkritik eben nicht von Kirche lösen lässt und in der Öffentlichkeit unverhört verrauscht, wird anschließend den Atheisten vorgeworfen, die sich aus ihrem eigenen Anspruch heraus erst mal mit der Realität Kirche befassen müssen. Ja, würden doch Atheisten ihre Kritik nur argumentativ auf die Hochposition des Theologie beziehen&#8230; Dabei geht es dem Neuen Atheismus eben nicht mehr um die philosophische Auseinandersetzung mit philosophischen Theismus-Konstrukten. Erst mal geht es um gesellschaftliche Realitäten und Veränderungen. Sollen doch Theisten wie Schärtl endlich ihre Religion so umbauen, dass sie in der was zu sagen hätten &#8212; auf die neue Debatte lassen Atheisten sich dann schon gerne ein. Aber so lange sie in der eigentlichen Debatte nur eine akademische Irrelevanz darstellt, wird das halt eher auf obskuren Blogs abgehandelt, und es wird nicht vorgetäuscht werden, dass sich irgendwas an den eigentlichen Verhältnissen dadurch ändert, dass man in fast ebenso obskuren Zeitschriften auch Hochtheologie vertreten kann.</p>
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<p align="justify">Diesen Einwand muss man voranstellen, weil auch Schärtl gleich mit der hübschen Legende von der angeblichen Wiederkehr der Religion beginnt. Das einzige, was für kurze Zeit wiederzukehren schien, war ein Erwachen im von Bild-Schlagzeilen gesteuertem Volksglauben, ein kurzes Rucken in der Matrix esoterischer und abergläubischer Vorlieben, die sich ob des Medienrummels um den Papst und des Aufschreckens über islamischen Terrorismus doch wieder mal zu katholischen und protestantischen Deutungsmustern zurücksehnte. Ansonsten war da nicht viel. Die einzigen, die heute noch dazugewinnen, sind die durch ihre Missionierungskrankheit getriebenen protestantisch-fundamentalistischen Gruppierungen. Die stellen aber das genaue Gegenteil der Hochtheologie dar, die Schärtl vertreten will; mithin sollte er dasselbe Problem mit ihnen haben wie Atheisten. Das dummdreiste Esoterikchristentum der Pfingstler und Evangelikalen wird nicht bei Rahner nachschlagen, was sie denken, anbeten und aus ihrem Glauben folgern sollen. Auch nicht in der <i>Stimmen der Zeit</i>.</p>
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<p align="justify">Teil I: <a href="http://kamenin.wordpress.com/2008/03/16/thomas-schartl-neuer-atheismus-wie-ihn-theisten-gerne-hatten/">Schärtls Kategorisierung von Atheismus</a></p>
<p align="justify">  Teil II: <a href="http://kamenin.wordpress.com/2008/03/17/thomas-schartl-neuer-atheismus-die-machtlosigkeit-der-theologie-uber-den-glauben/">Schärtls machtloser Theismus</a></p>
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