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	<title>normalitat &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/normalitat/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "normalitat"</description>
	<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 12:09:02 +0000</pubDate>

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<item>
<title><![CDATA[Lebt – Leben ist Freude]]></title>
<link>http://lebendigsein.wordpress.de/2009/12/03/lebt-%e2%80%93-leben-ist-freude/</link>
<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 06:23:16 +0000</pubDate>
<dc:creator>Otto Morr</dc:creator>
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<description><![CDATA[Lebt, lebt wild und frei, tut das wonach euch ist, traut euch, habt den Mut verrückte Sachen zu mach]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;">Lebt, lebt wild und frei, tut das wonach euch ist, traut euch, habt den Mut verrückte Sachen zu machen, geniesst das Leben in vollen Zügen, geniesst den Moment eures HierSeins ganz und gar, vergesst alle wenn und aber, jedes weil und eigentlich – seid einfach euch selbst und ihr werdet leben, werdet Sein was ihr seid, Kinder des Paradieses.</p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;">Lasst die Befreiung geschehen von all dem was euch versklavt, euch einengt, euch die Luft zum leben raubt, lasst es einfach geschehen, dass euer Kampf zu ende geht und somit die Befreiung geschieht von all euren lebensfeindlichen Einstellungen und Glaubenssätzen, also von euren begrenzenden Idealen, Ideologien, Religionen, Lehren und Methoden, von all euren leblosen Gewohnheiten.</p>
<p style="margin-bottom:0;font-weight:normal;">Seid euch selbst und das Gefängnis das ihr Normalität nennt, wird sich auflösen, euer goldner Käfig das ihr Freiheit nennt hat es nie gegeben, ihr seid frei und grenzenlos, niemand hat irgend ein Recht euch zu bevormunden, euch zu begrenzen, euch seinen Willen auf zu diktieren – lacht all denen ins Gesicht die euch vorschreiben wollen, was ihr zu tun und zu lassen habt und all denen, die meinen sie wüssten was für euch das Beste, bzw. was für euch richtig oder falsch ist, gebt diesen ach so Wichtigen, diesen sogenannten Experten und Gebildeten, diesen ach so Guten, diesen Moralisten und Sittenwächtern keine Chance mehr.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Trips Welt (14)]]></title>
<link>http://vauart.wordpress.com/2009/09/16/trips-welt-14/</link>
<pubDate>Wed, 16 Sep 2009 15:12:58 +0000</pubDate>
<dc:creator>Vau</dc:creator>
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<description><![CDATA[Am nächsten Morgen wacht er mit einem Ständer auf und onaniert. Dabei versucht er an Carmen zu denke]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Am nächsten Morgen wacht er mit einem Ständer auf und onaniert. Dabei versucht er an Carmen zu denken. <!--more-->Seine Vorstellung vermischt sich mit den Bildern, die er sich beim Einschlafen von Susi ausgemalt hatte. Carmen in Pornoposen. Er hat einen müden Orgasmus, wischt sich ab und geht duschen.  Heute nimmt er sich vor, die Sache mit Peters zu erledigen. Noch vor der Arbeit will er das hinter sich bringen. Er hofft, dass er von dem Doktor etwas mehr erfährt, worum es eigentlich geht und warum Carmen so geheimnisvoll getan hat.  In der Praxis wird er ins Wartezimmer gebeten. Dort sitzt er auf einem quietschenden Stuhl mit Stahlrohrgestell. Außer ihm sind noch drei andere da. „Psychos“, denkt er. Die Atmosphäre ist nicht gerade dazu angetan, ihm ein gutes Gefühl zu vermitteln. Ihm gegenüber sitzt einer, der schwitzt wie ein Schwein und mit seinen unruhigen Beinen einem unregelmäßigen Rhythmus folgt. Dann bekommt der wieder seine Gliedmaßen in den Griff. Dafür stöhnt er dann leise vor sich hin und wischt sich über die nasse Stirn. „Hach“, macht er und „Um“.  Trip steht auf und bedient sich am Wasserspender, um irgendetwas zu tun und sich damit von der Betrachtung der Kranken abzulenken. Drei Augenpaare folgen jeder seiner Bewegung.  “Herr Meins?“. Endlich wird er aufgerufen. Er folgt der ältlichen Sprechstundenhilfe durch einen weißgetünchten Flur, an dessen Ende eine Tür liegt. „Behandlungszimmer 1“ steht da. Er klopft und tritt ein. Der große Mann hinter dem großen Schreibtisch schaut kurz hoch. Trip hat für den Bruchteil einer Sekunde einen Blackout. Das ist der Typ, der ihn letzthin im Cafe so angemacht hat, weil ihm sein Latte nicht geschmeckt hat. Er schaut noch mal genau hin. Ja, ganz sicher. Irrtum ausgeschlossen. „Was soll das?“, schießt es ihm noch durch den Kopf, da fängt Peters schon an zu reden: „Womit kann ich dienen? Sind sie zum ersten Mal hier? Wo drückt der Schuh?“  „Äh“, stammelt Trip. Auf dem Tisch steht eine riesige Tasse. Sie ist mit Früchtetee gefüllt. Er muss kurz an Schullandheime und Jugendherbergen denken.  „Ja, bitte?“, hakt der Arzt nach.  „Carmen schickt mich“, bringt Trip heraus. Der Typ scheint ihn nicht wiederzuerkennen oder er tut zumindest so. Seine Augenbrauen heben sich. „Was?“, bläfft er. „Was fällt der denn ein, sie hierher zu schicken? Ist die noch ganz dicht?“  „Fragen über Fragen“, denkt Trip. Peters steht auf, geht ans Fenster und schaut hinaus. Er ist wirklich sehr groß und hat einen kräftigen, sportlichen Rücken. „O.k., schießen sie los! Was will sie?“ fragt er.  „Ich soll nur ausrichten, dass sie sich keine Sorgen machen sollen.“  Peters lacht höhnisch. “Und dass sie bald kommt und alles geregelt bekommt.“ Wieder lacht der Doktor spitz. Er schaut immer noch aus dem Fenster. „Das war es auch schon“, sagt Trip abschließend und hofft möglichst zügig entlassen zu werden. „Und warum gerade sie?“, will Peters aber noch wissen. „Was haben sie mit der Sache zu tun?“  „Keine Ahnung“, antwortet Trip wahrheitsgemäß. „Ich weiß ja nicht mal um welche Sache es sich überhaupt handelt.“  “Umso besser. Sagen sie Carmen, dass sie ihren hübschen Arsch schnell hierher bringen soll. Sagen sie ihr das!“, raunzt Peters, dreht sich endlich wieder um und schaut Trip streng an. Seine Augen funkeln und seine Stirn ist von einer tiefen Falte durchzogen.  Trip ärgert sich, dass der Typ so über seine Freundin spricht, hat aber keinen Bock auf Stress und hält den Mund.  Drei Minuten später steht er verwirrt auf dem Bürgersteig vor der Praxis. Er ist froh, zu Britta zu gehen: Arbeit, Normalität.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Illusion Gemeinschaft]]></title>
<link>http://alleinssein.wordpress.com/2009/09/04/illusion-gemeinschaft/</link>
<pubDate>Fri, 04 Sep 2009 07:09:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>Otto Morr</dc:creator>
<guid>http://alleinssein.wordpress.com/2009/09/04/illusion-gemeinschaft/</guid>
<description><![CDATA[Solange wir Menschen davon überzeugt sind, dass es ein Ich gibt, bzw. uns mit dem Ich identifizieren]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom:0;" align="JUSTIFY">Solange wir Menschen davon überzeugt sind, dass es ein Ich gibt, bzw. uns mit dem Ich identifizieren, sind wir Gefangene in der Vorstellung von Trennung und somit entstehen immer neue Illusionen, so wie die Illusion von Gemeinschaft. Denn das was wir als Gemeinschaft bezeichnen ist nichts anderes als ein Zweckverband, als eine Gruppe von Illusionisten, als eine Interessenessgruppe der Einsamen, Verwirrten, Verblendeten, Verängstigten, der Leidenden.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="JUSTIFY">Die Illusion die wir Gemeinschaft nennen, raubt uns die Lebendigkeit, zerfrisst unsere Lebensfreude, lässt uns mutieren zu dahin vegetierenden Kreaturen ohne eigene Meinung, zu funktionierenden Jasagern, also zu Konformisten einer Scheinwelt. Und diese Scheinwelt produziert immer neue Illusionen, Illusionen wie Bedingungen, Kompromisse, Regeln, Gesetze, Rechte und Pflichten, Hierarchien, Verantwortung, Toleranz, Kollegialität, Sozialität und wie sie alle heissen mögen.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="JUSTIFY">Solange wir also in einer sogenannten Gemeinschaft sind, die von Bedingungen, Kompromissen, von Regeln, von Rechten und Pflichten und so weiter beherrscht werden, sitzen wir in einem Gefängnis, in einem Gefängnis das uns glaubend macht, dies sei die Normalität, sei unser Leben, unsere Freiheit, das uns davon überzeugen will, dass es nicht anders geht, das uns also manipuliert und wir wiederum andere manipulieren.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="JUSTIFY">Leben ist ein untrennbare Einheit und diese Einheit ist ein anderes Wort für Bewusstheit und Bewusstheit ist Liebe und Liebe ist absolut frei von Bedingungen und wenn wir das Leben und somit die Liebe geschehen lassen, dann verschwinden alle Illusionen und somit beginnen wir zu erwachen, also zu leben, zu Sein, zu Sein was wir sind und wenn wir sind was wir sind, entsteht Gemeinschaft, sozusagen von selbst, denn dann sind wir da, wo wir schon immer waren und immer Sein werden, in der Gemeinschaft mit allen und allem, also in der Einheit – im Paradies.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="JUSTIFY">Anders gesagt, Gemeinschaft ist schon immer da und sobald wir anfangen nach Gemeinschaft zu streben, verlieren wir wonach wir streben, also verlassen wir gedanklich die Gemeinschaft der Einheit und wenn wir die Einheit gedanklich verlassen, verlassen wir uns selbst und somit tappen wir in die Fallen des Ich, sitzen wir in dieser Ichwelt die uns glaubend macht, sie sei die Wirklichkeit, sei die Realität, also diese Ichwelt stellt die Dinge auf den Kopf und lässt so Dinge entstehen die nicht existieren.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="JUSTIFY">
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Normalabweichungen. Warum es normal ist, dass es Abweichungen von der Norm gibt.]]></title>
<link>http://queereinsteigen.wordpress.com/2009/08/21/broeckling/</link>
<pubDate>Fri, 21 Aug 2009 07:05:49 +0000</pubDate>
<dc:creator>Wintersemester 2009/2010</dc:creator>
<guid>http://queereinsteigen.wordpress.com/2009/08/21/broeckling/</guid>
<description><![CDATA[Prof. Dr. Ulrich Bröckling, Leipzig 23.Okt.2008, 19.30 Uhr, Audimax, Hörsaal XXIII, Uniplatz 1, Hall]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;"><strong><span style="color:#800000;">Prof. Dr. Ulrich Bröckling, Leipzig</span></strong><br />
23.Okt.2008, 19.30 Uhr, Audimax, Hörsaal XXIII, Uniplatz 1, Halle</p>
<p style="text-align:justify;">Soziale Normen reglementieren, indem sie festlegen, was Menschen tun und lassen sollen. Statistisch erfasste Normalitäten geben an, was Menschen tatsächlich tun und lassen. Soziale Normen schaffen Erwartbarkeit durch Regeln, die alle kennen und anerkennen (auch wenn sie sie im Einzelfall brechen); Normalität schafft Erwartbarkeit durch Orientierung an Häufigkeitsverteilungen. Beide produzieren diskursiv Wirklichkeiten und Identitäten. Mit der zunehmenden Verdatung der Gesellschaften, abzulesen an den inflationären Meinungsumfragen, psychologischen Tests, Evaluationen usw., gewinnt die Orientierung am statistisch Normalen ein immer größeres Gewicht. Normalität wird selbst zu einer sozialen Norm zweiter Ordnung. Wir leben im Zeitalter des Normalismus. Weil alle wissen, was in einem bestimmten Bereich als normal gilt, versuchen alle ihr Verhalten danach auszurichten. Umgekehrt ist Denormalisierungsangst, die Sorge aus der Zone der Normalität herauszufallen, vielleicht die Grundangst der Moderne. Oder hat sich das Verhältnis heute umgekehrt: Ist die Abweichung von der Normalität inzwischen selbst zur sozialen Norm geworden? Ist &#8220;Otto Normalabweicher&#8221; (Jürgen Kaube) die Leitfigur der Gegenwart?</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Sense malícia!]]></title>
<link>http://sindicalistanacional.wordpress.com/2009/08/16/els-desquerra-encara-segueixen-llepant/</link>
<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 21:26:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>El canari visionari</dc:creator>
<guid>http://sindicalistanacional.wordpress.com/2009/08/16/els-desquerra-encara-segueixen-llepant/</guid>
<description><![CDATA[Els d&#8217;Esquerra encara segueixen llepant-li la fava al paio aquell d&#8217;Iznájar? Als catalan]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Els d&#8217;Esquerra encara segueixen llepant-li la fava al paio aquell d&#8217;Iznájar?<br />
Als catalans encara ens perd l&#8217;estètica?<br />
Al paio aquell d&#8217;Iznájar encara li cau la baba quan sent a parlar d&#8217;Espanya?<br />
Els votants &#8220;catalans&#8221; del PSOE pateixen &#8220;desafecció&#8221; política?<br />
Els estats no fan ús del nacionalisme?<br />
Les nacions coincideixen amb els estats?<br />
Perquè lluitar contra el nazisme o el feixisme està ben vist, però lluitar contra l&#8217;islamisme no?<br />
Perquè al Messi se li permet el que no es tolera a ningú més?<br />
Què té Catalunya que tots els exfutbolistes de clubs catalans s&#8217;hi volen jubilar?<br />
La llibertat d&#8217;empresa no forma part de la llibertat?<br />
A tomb de què els catalans pensem que els diners cauen del cel?<br />
És lògic que una societat &#8220;normal&#8221; vulgui ser funcionària?<br />
Si no hi ha riquesa, com se&#8217;n pot repartir?<br />
Perquè hi ha gent que es creu amb dret a decidir sobre el què han de fer els altres?<br />
La plastilina amb què ens educaven de petits, servia per alguna cosa?<br />
Perquè les esquerres parlen de repartir la riquesa, si detesten la forma com es crea?<br />
Són conciliables els conceptes intel·ligència i Joan Saura?<br />
En Joan Puigcercós serà capaç d&#8217;enganyar algú?<br />
I en Joan Carretero serà capaç d&#8217;engrescar a prou gent com per entrar al Parlament?<br />
Perquè existeixen els Col·legis Oficial de Periodisme, si no hi ha periodistes?<br />
Si no fos obligatori, alguna empresa pagaria la quota a les Cambres de Comerç?<br />
Perquè les dones són com són?<br />
I els homes perquè fan el què fan?<br />
Aconseguirà Artur Mas ser President de la Generalitat?<br />
Tornarà Xavier Vendrell a repartir, casa per casa, productes etiquetats en català?<br />
Els Estats Units han ocupat mai cap país per quedar-s&#8217;hi?<br />
Què va fer Dani Jarque en vida per mereixer el reconeixement que ha tingut en morir-se?<br />
Odien més el país d&#8217;acollida els immigrants de segona generació que els de primera?<br />
Perquè hi ha tant poca neurona en el món independentista?<br />
Tenint les dents que tinc, com és possible que hagi tingut relacions amb dones?<br />
A totes les dones els agrada ballar?<br />
Què passaria si a les escoles s&#8217;expliqués que significa la democràcia?<br />
Com s&#8217;entèn que els idiotes dominin tantes àrees de poder a Catalunya?<br />
Què diferencia l&#8217;IRA d&#8217;ETA?<br />
Perquè els informatius de les televisions de l&#8217;estat només  allliçonen i no a informen?<br />
Perquè el &#8220;senyor&#8221; Joan Roures encara no està a l&#8217;atur?<br />
A qui defensen els sindicats?<br />
El papu del PP és tant dolent com diuen?<br />
Qui no té ganes de fotre una hòstia ben donada a la Leire Pajín?<br />
És cert que Madrid és comunidad autónoma?<br />
Esperanza Aguirre, lliberal?<br />
Sandro Rossel o Xavier Sala Martín?<br />
Perquè la riquesa aliena està mal vista?<br />
Els turcs mereixen formar part d&#8217;Europa?<br />
Què hi fa un equip de &#8220;galàctics&#8221; al Planeta Terra?<br />
Intersindical-CSC, sindicat nacional i de classe?<br />
Un assassí pot tenir un càrrec en un sindicat?<br />
&#8220;Un patriota, un idiota&#8221;, val per a tothom?<br />
És creible lligar la paraula funcionari amb servei públic?<br />
Conduir a 80 km/h és conduir?<br />
És normal que les televisions privades facin 15 minuts de publicitat just quan en falten 5 per acabar una sèrie?<br />
Es pot ser tant curt com per arribar a pensar que abans vivíem millor?<br />
Quina lògica té dir-ne &#8220;espanyol&#8221; de l&#8217;idioma castellà?<br />
Els argentins saben ser alguna cosa més que argentins?</p>
<p>Segurament qualsevol dels lectors d&#8217;aquest blog podria formular centenars o milers de preguntes diferents. Doncs que ho faci, i així tots plegats sabrem quines coses són les que no entenem o, parlant clar i català, les que no acceptem. Feu aquest exercici. És molt saludable,  per saber realment com sou, però sobretot per saber com no voldrieu que fos la realitat que us envolta.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Alltagswelt]]></title>
<link>http://alleinssein.wordpress.com/2009/08/13/alltagswelt/</link>
<pubDate>Thu, 13 Aug 2009 05:58:31 +0000</pubDate>
<dc:creator>Otto Morr</dc:creator>
<guid>http://alleinssein.wordpress.com/2009/08/13/alltagswelt/</guid>
<description><![CDATA[Es mag verwirren wenn ich sage, dass es unsere Alltagswelt nur in unserer Vorstellung gibt, also, da]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom:0;" align="JUSTIFY">Es mag verwirren wenn ich sage, dass es unsere Alltagswelt nur in unserer Vorstellung gibt, also, dass sie nicht existiert. Unsere Alltagswelt ist sozusagen das grosse Schlafen und wir sind die Träumer, die sich diese Welt erträumen, also etwas erschaffen was nichts weiter ist als eine Illusion, als eine Fiktion.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="JUSTIFY">Wir sind sozusagen in einen Schlaf versunken, in eine Art Bewusstlosigkeit und dieser Zustand nennt sich Alltagswelt, bzw. Alltagsleben. Und die Masse der Menschen betrachten diesen Zustand als Normalität, als Realität, als Wirklichkeit, als Wahrheit, doch all diese Bergriffe sind nichts weiter als leere Worte, als Verpackungen ohne Inhalt, als Muster  ohne Wert, also als etwas was nicht vorhanden ist, was es nicht gibt, nicht existiert.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="JUSTIFY">Schlafende glauben und glauben bedeutet, sich etwas vorzustellen, etwas anzunehmen wie es sein könnte, also glauben ist sich etwas vorzumachen, ist wie ein Filter der nur das durchlässt, was man sehen will, was man fühlen, erspüren, wahrnehmen will, oder anders gesagt, Glaube erschafft eine nicht existierende Welt und das Dilemma daran ist, dass diese Welt als wirklich, als real, als wahr und manchmal sogar als die einzig Wahrheit verstanden wird.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="JUSTIFY">Der grosse Schlaf, also unsere Alltagswelt braucht einen Halt, braucht etwas wo sie sich festhalten kann, braucht etwas der diese Welt bestätigt, der diese Welt beweist, der diese Welt als Normalität, als Realität vorgibt und das ist und macht unsere Wissenschaft. Und so ist das was unsere Wissenschaft als wissenschaftlich bezeichnet nicht anderes als ein Nebel der die Sicht versperrt, der verblendet, verwirrt, der uns dort hinführt wo die Welt, die Dinge auf den Kopf gestellt und verdreht werden, wo wir uns gedanklich von dem Leben – Sein – Natur trennen, uns entwurzeln, unsere Heimat die Einheit, also das Paradies vergessen.</p>
<p style="margin-bottom:0;" align="JUSTIFY">Unsere Alltagswelt bzw. Alltagsleben ist also nichts weiter als der Schein der uns verführt und somit gedanklich von dem grossen Ganzen trennt, also uns das raubt was wir sind, Einheit und somit Vollkommenheit und Glückseligkeit. Doch um es ganz klar zu sagen, das ist überhaupt nichts Schlimmes, denn auch die Illusion, der Traum von der Alltagswelt ist nichts getrenntes von der Einheit, also vom Sein und so darf es Sein wie es ist und es wird zu einem unvorstellbar grossen Witz für den, der das Leben geschehen lässt und somit lauscht.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Äußere Einflüsse]]></title>
<link>http://hungrigesleben.wordpress.com/2009/08/11/ausere-einflusse/</link>
<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 15:24:37 +0000</pubDate>
<dc:creator>me.ipsum</dc:creator>
<guid>http://hungrigesleben.wordpress.com/2009/08/11/ausere-einflusse/</guid>
<description><![CDATA[Vor ein paar Tagen bin ich über eine Studie gestolpert, in der es um Einflussgrößen auf das menschli]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Vor ein paar Tagen bin ich über eine Studie gestolpert, in der es um Einflussgrößen auf das menschliche Abnehmverhalten ging. Es ging genauer gesagt darum, dass das Abnehmen leichter fiele, sobald man eine Kontrolle von außen habe (die Waage) und die Effektivität einer Diät im Endeffekt von der &#8220;Beeinflussbarkeit durch äußere Faktoren&#8221; abhängig sei.</p>
<h4>Was will das sagen?</h4>
<p>Also. Wenn jemand leicht zu beeinflussen ist, müsste er nach dieser Theorie ebenso leicht abnehmen wie zunehmen, man stelle sich z.B. vor, dass die beste Freundin etwas über die mollige Figur sagt und man anfängt zu hungern, oder aber man im Fernsehen Spaghetti sieht und eine Fressattacke erleidet. So in etwa stelle ich mir das jedenfalls vor. Wohingegen die &#8220;gefestigten Persönlichkeiten&#8221;, die sich weder von Waage, noch von Menschen oder dem Anblick leckeren Essens aus der Ruhe bringen lassen &#8211; und die es meiner Meinung nach nicht gibt &#8211; nur einen Grund brauchen, der gut genug ist, um dann von alleine durchzuhalten.</p>
<h4>Kann das sein?</h4>
<p>Egal. Ich dachte dabei unweigerlich an mein Hungerverhalten, anorektischen Alltag und die mehr oder weniger vorhandene Konsequenz in diesem Handeln. Esse ich den verfluchten Magerjoghurt oder lasse ich es sein?</p>
<p>Wenn ich auf die Waage steige, geht es mir danach meistens nicht besser. Gar nicht besser. Habe ich zugenommen, ist der Tag gelaufen. Ist es gleich geblieben, bin ich mir sicher, morgen dafür zuzunehmen. Und wenn es weniger ist, habe ich den ganzen Tag über Panik, dass ich mich zu sehr &#8220;vollfresse&#8221;. Ich bin also der Klassiker &#8211; armer Junkie. Abhängig von äußeren Faktoren wie meiner Waage. Jahrelang hat sie mein Leben bestimmt.</p>
<p>Ein anderes gutes Beispiel ist meiner Meinung nach die Kleidung. Hier kommen wir zum Pro Ana Stuff: ich habe in einer dieser Tipps&#38;Tricks-Sammlungen für angehende Hungerkünstler vor geraumer Zeit einmal den Hinweis gefunden, enge Kleidung zu tragen. Diese würde einen quasi ermahnen, sobald man zu viel gegessen habe. (Lassen wir außen vor, dass mir die meisten meiner Hosen mittlerweile zu weit sind, stellen wir uns vor, ich hätte eine Skinny Jeans) &#8230; Die enge Klamotte spannt also und man lässt das Essen &#8211; vorausgesetzt, man ist ein Äußere-Faktoren-Junkie. Ist man das nicht, muss man sich von innen heraus zügeln oder wird gar nicht erst irritiert. So weit die Theorie&#8230; Ich persönlich neige ja zu Fressattacken, wenn mir die Kleidung eng vorkommt, als Strafe für die Hässlichkeit, die ich mir dann ohne viel Zögern in direkter Relation zugestehe.</p>
<h4>Die logische Schlussfolgerung:</h4>
<p>Was sagen uns diese Überlegungen? Es sei nicht geklärt, ob Anorektiker leichter zu beeinflussen sind als andere Menschen; ich denke, dass sie oft Perfektionisten sind und damit in vielerlei Hinsicht empfindsamer. Also sehen sie vielleicht Dinge, die Anderen nicht auffallen und wenn sie &#8220;beeinflussbar&#8221; sind, so könnte es da ein größeres Spektrum an Einlussgrößen geben, aber das sei &#8211; wie gesagt &#8211; dahingestellt.<br />
Wenn so eine &#8220;Beeinflussbarkeit&#8221; da ist, kann man sie für sich nutzen (wenn man abnehmen will), und zwar, indem man sich gezielt <em><a href="http://supermodels.nl/">triggert</a> </em>- was, wie ich glaube, nicht wenige tun. Diese Empfindsamkeit kann sich aber genausogut gegen einen kehren, kann Verletzlichkeit und den seelischen Einbruch bedeuten.</p>
<p>Über das Für und Wider von Triggern lässt sich streiten. Ich glaube, dass Trigger eine Form der Motivation ist und man diese Selbstmotivation nicht so einfach unterbinden kann, sobald man sie einmal entdeckt hat und den Willen entwickelt, seine Störung zu erweitern. Dann <em>wird</em> man das einfach tun, und wenn es unbewusst ist. Aber das interessiert mich nicht so sehr. Wichtiger war es mir, zu sagen, dass ich es gut fände, wenn man sich dessen bewusst wird. Ob man sich leicht beeinflussen lässt oder nicht &#8211; und das ist ja nicht unbedingt etwas Manipulatives. Beeinflussen klingt immer so nach Ferngesteuert werden. Das meine ich aber nicht. Es ist eher diese Empfindsamkeit, welche ich für die Ursache solcher Phämomene halte. Das ist an sich nichts Negatives. Schlecht wird es nur, wenn man sich selbst vergisst.</p>
<p>Könnte man nicht empfindsam sein für tolle Dinge?<br />
Nicht die Waage, sondern das schöne Wetter. <span style="color:#df1f3e;">*klick*</span> Gute Laune!<br />
Nicht die zu enge Hose, sondern die 1 in Mathe. <span style="color:#df1f3e;">*klick*</span> Welt super!</p>
<h5>Oder wie heißt es so schön:</h5>
<h5><span style="color:#df1f3e;">&#8220;Das Leben ist furchtbar&#8230; &#8211; Oh, Kuchen!&#8221;</span></h5>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Manchmal geht alles unter]]></title>
<link>http://hungrigesleben.wordpress.com/2009/08/04/manchmal-geht-alles-unter/</link>
<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 15:30:13 +0000</pubDate>
<dc:creator>me.ipsum</dc:creator>
<guid>http://hungrigesleben.wordpress.com/2009/08/04/manchmal-geht-alles-unter/</guid>
<description><![CDATA[Wenig essen, weniger, Gewohnheit. Nach ein paar Jahren mehr Alltag als Angewohnheit. Unkaputtbare Ka]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Wenig essen, weniger, Gewohnheit. Nach ein paar Jahren mehr Alltag als Angewohnheit. Unkaputtbare Kaputtheit sozusagen, ein bleibender Schaden. Ich lebe so in meinen Tag hinein, esse mehr oder weniger und harre der Dinge, die da kommen. Dann kommt das Wintersemester und schiebt den Gedanken einen Riegel vor. Es ist jedesmal aufs Neue erschreckend, welchen Einfluss diese kleine Veränderung für mich hat. Ich wache morgens auf und die Zahl auf der Waage ist mir egal. Ganz egal. Ich verschwende keine Zeit und greife zum nächsten Buch. Essen kann ich trotzdem nicht. Es geht entweder vollkommen unter oder der Nachschub an Nahrung für die Arbeit mit den grauen Zellen kommt schlagartig. Richtigen Hunger habe ich immer noch nicht, ich kann mich nur schlechter konzentrieren. Der Rest basiert auf Logik, nicht auf Einsicht. Ich muss etwas essen, sonst &#8230; kippe ich um, lasse nach, mache schlapp,&#8230; was auch immer. Es wird gegessen und weitergemacht. Ein bisschen Routine, ein bisschen Überwindung. Weniger aber als an all den anderen Sommertagen, die dem nahenden Stress vorangegangen sind. Ich stopfe etwas Essen in mich hinein und denke nicht weiter darüber nach. Die Verdrängung funktioniert wirklich effektiv. Ich verschwende keinen unnötigen Gedanken daran&#8230; eigentlich das, was ich mich in der freien Zeit immer wünsche, worüber ich mir stundenlang den Kopf zerbreche: <em>Warum kann das Essen für mich nicht Nebensache sein?</em> Aber auf diese Art und Weise wird es zum Hauptproblem.</p>
<p>Jetzt sitze ich da und schreibe darüber, aber eigentlich will ich nicht wirklich daran denken. Das schlechte Gewissen kommt nur nachts und erinnert mich an meinen Mageninhalt oder die vielen Stunden, die ich gesessen und gelesen habe, statt mich selbst manisch durch die Stadt zu jagen. Aber selbst das kann ich abschütteln und mir sagen, dass ich schließlich schlafen muss, weil morgen wieder ein langer Tag wird.</p>
<p>Die Frage bleibt. Warum geht es nicht <em>einfach so?</em> Wenn man grad will. Wenn es grade hilfreich wäre. Wenn ein Freund einem die Hälfte seiner belegten Brote anbietet &#8211; mit den eigenen Lieblingsspeisen belegte Brote auch noch! Abartig. Dann kommt die innere Stimme und schüttet wüste Beschimpfungen über mich aus.</p>
<p>Egal.<br />
Alles ein bisschen egal.<br />
Nicht nachdenken ist auch eine Möglichkeit, sich zu entscheiden.<br />
Vielleicht ist es sogar keine schlechte Entscheidung.<br />
Ich habe jetzt schon seit fast zwei Monaten keine Waage mehr. Es geht mir nicht schlechter dadurch. Erschreckenderweise habe ich, wenn ich Freunde besuche, immer noch Recht, wenn ich wie gewohnt vor dem Wiegen schätze. Aber da ist auch ein neues, gutes Gefühl. Ich kann erahnen, was ich brauche und was nicht. Natürlich nicht, um Normalgewicht zu halten. Das ist mir immer noch zutiefst zuwider. Der Gedanke daran führt schon zu inneren Bestrafungszeremonien und Hasstiraden gegen das schwache Ich. Aber es ist nicht &#8211; und ich meine <em>nicht im Geringsten</em> &#8211; so schwer, wie ich gedacht hatte, ohne Waage zu leben und ohne Waage zu regulieren, was man täglich zu sich nimmt und wieviel. Ich bin mir sicher, dass ich keine Ahnung habe, was eine normale Portion ist. Ich weiß auch, dass ich die in der nächsten Zeit nicht erreichen werde, vermutlich nie. Aber es tut gut zu wissen, dass man nicht vollkommen orientierungslos wird, nur weil man sein Messinstrument aufgegeben hat.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Leben auf der Insel und andere Eigenheiten]]></title>
<link>http://ninjaschnipsel.wordpress.com/2009/07/23/leben-auf-der-insel-und-andere-eigenheiten/</link>
<pubDate>Wed, 22 Jul 2009 22:36:04 +0000</pubDate>
<dc:creator>amyrovig</dc:creator>
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<description><![CDATA[Also wenn es um Ausländer geht, dann kommt früher oder später auch die Frage der Integration auf. Be]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;">Also wenn es um Ausländer geht, dann kommt früher oder später auch die Frage der Integration auf. Bei diesem Thema haben sich schon so manche Gemüter geschieden und das liegt wohl auch daran, dass jeder dazu eine Meinung hat, aber diese selten identisch mit der des Anderen ist. Integration macht Austausch möglich, ist aber keine Einbahnstrasse. Wirklich Sinn macht es nur, wenn dem von andere Seite Toleranz entgegen gesetzt wird. Die &#8220;richtige&#8221; Mischung wird derweil täglich aufs Neue verhandelt und aus der Geschichte wissen wir, dass dabei nicht immer die richtigen Maßeinheiten gewählt wurden.</p>
<p style="text-align:justify;">In unserer WG leben vier Nationen unter einem Dach: Zwei Briten, zwei Deutsche, eine Polin und ein Russe. Ich würde sagen, wir sind alle ziemlich gut integriert: Wir essen Sonntagsbraten, trinken viel und stellen uns immer fleißig an. Ich scherze natürlich. Ich esse fast nie Sonntagsbraten &#8230;</p>
<p style="text-align:justify;">Das Tolle an so einer WG ist, dass sich immer wieder Möglichkeiten bieten, die jeweiligen (meist positiven) Erfahrungen mit diesem Land und seinen Leuten auszutauschen. Wirklich lustig wird es, wenn sich dabei herausstellt, dass alle ähnliche Eigenheiten beobachtet haben, die rundherum wohlwollendes Schmunzeln auslösen.</p>
<p style="text-align:justify;">Das der Verkehr hier auf der linken Seite vorwärts fließt, wissen ja die meisten. Aber da ist zum Beispiel die klassische Badezimmerbeleuchtung, die hier traditionell nicht per Schalter sondern mit einer Schnur bedient wird. Da hängt dann am Eingang so eine Leine runter, an der man ziehen muss. Das kam mir anfangs etwas mittelalterlich vor, aber mittlerweile greife ich auch instinktiv in die Luft, wenn ich im Dunkeln das Bad betrete.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Klassisch sind auch die zwei Wasserhähne, aus denen jeweils kaltes und sehr heißes Wasser fließt. Den Sinn dessen habe ich immer noch nicht ergründet, aber deren Vorhandensein mag an dem allgemeinen Alter der Häuser liegen, die einfach noch nicht den Sprung in die Neuzeit geschafft haben. Das ist wahrscheinlich auch die Erklärung für die einglasigen Fenster, die hier noch vielfach anzutreffen sind. Die alten schlecht isolierten Doppelfenster kenne ich ja noch aus meiner Kindheit, aber eine einzige Scheibe als durchsichtige Trennwand zur Außenwelt erscheint mir nachwievor ein Nachteil (gar nicht zu sprechen von der kolossalen Energieverschwendung).</p>
<p style="text-align:justify;">Weit gedacht widerum sind die Schalter an den eigentlichen Steckdosen, mit Hilfe derer der Stromfluß vollends unterbrochen werden kann. Das ist hier Standard, auch in den alten Häusern. Auch gut sind die Stecker mit drei Kontakten, deren dritter wohl dazu dient, dass der Benutzer nicht durch statische Aufladung verletzt wird. Schade dabei ist, das man diese immer nur auf eine Weise in die Steckdose stecken kann. Das führt manchmal dazu, dass große Netzteile die gegenüberliegende Steckdose in einer Mehrfachverbindung verdecken und damit unbrauchbar machen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ganz schockierend aber ist die Angewohnheit, Teppich im Bad zu verlegen. Mich schüttelt es schon, wenn ich nur daran denke. Das geht vielen Briten übrigends genauso. Ich hatte einmal so richtig rustikale Dielen in meinem Bad; das war schon besser als flächenmäßig verlegter Flausch, aber immernoch irgendwie unhygenisch.</p>
<p style="text-align:justify;">Wenn es jedoch eine Angewohnheit gibt, die ich den Briten hoch anrechne, dann ist es das ordentliche Anstellen. Da sind die Deutschen ganz furchtbar finde ich. Die Grabenkämpfe, die da tagtäglich an den frisch besetzten Kassen der Supermärkte ausgetragen werden, fand ich schon immer unangenehm. Spätestens jedoch seit ich hier lebe und sich mir nicht jedes Mal die Nackenhaare kräuseln, während ich vor den auf die neue Kasse zustürmenden Horden hinter das Obstregal hechte, finde ich es furchtbar, dieses Spektakel miterleben zu müssen. Das Bizarre dabei ist, das die in der Mitte der Schlange immer die Agressivsten sind. Die ganzen hinten versuchen es manchmal gar nicht erst, weil der Anlauf zu lang ist, während die in der Mitte es scheinbar nicht abwarten können, der Person zwei Leute vor ihnen doch noch ein Schnippchen zu schlagen und vor ihnen abkassiert zu werden. Sowas gibt es hier nicht und meine Einkäufe gestalten sich seitdem wunderbar friedfertig.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">So lernt man am Ende doch, dass nicht alle Eigenheit seltsam sind, sondern manchmal durchaus ihren Sinn erfüllen. Ohne Zweifel sind wir in Deutschland genauso schräg drauf und ich würde mich gerne einmal mit einem britischen Counterpart zusammensetzen und deren Geschichten und Erfahrungen lauschen. Heimische Eigenheiten sind eben Normalität und deshalb der Maßstab. Wenn man es dann irgendwo anders erlebt, findet man vielleicht einiges schlechter. Manches aber eben auch besser.</p>
<p style="text-align:right;"><em>&#8211;ASR</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Weiberwahrheit: Von Angst im Dunkeln und anderen Barrieren. Else Laudan re: feministische Themen in Krimis]]></title>
<link>http://krimikulturarchiv.wordpress.com/2009/07/07/weiberwahrheit-else-laudan-re-feministische-themen-in-krimis/</link>
<pubDate>Tue, 07 Jul 2009 15:45:11 +0000</pubDate>
<dc:creator>Laudan</dc:creator>
<guid>http://krimikulturarchiv.wordpress.com/2009/07/07/weiberwahrheit-else-laudan-re-feministische-themen-in-krimis/</guid>
<description><![CDATA[Weiberwahrheit: Von Angst im Dunkeln und anderen Barrieren Eine Einlassung zu feministischen Themen ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>Weiberwahrheit: Von Angst im Dunkeln und anderen Barrieren</strong></p>
<p><strong>Eine Einlassung zu feministischen Themen in Kriminalromanen <em>von Else Laudan</em></strong></p>
<p>Als Kind war ich Lederstrumpf, mit elf Donald Lamb (Erle Stanley Gardner/A.A. Fair) und andere Machoschnüffler. Hunderte solcher Metamorphosen begleiteten meine Personwerdung. In meiner Biografie waren die Identifikationsfiguren fast durchgehend männlich, die weiblichen Fiktionen bevölkerten viel langweiligere Welten. Ich zumindest stellte mir lieber vor, Marlowe zu sein als Miss Marple. Doch ab Ende der 1980er generierten feministische Krimis einen neuen Kosmos, in dem Frauen die spannenden Welten bevölkerten. Unsichere Amateurinnen retteten Leben, kluge Ermittlerinnen bremsten Schurken aus, Cop oder Schnüfflerin, mit und ohne Kinder, lesbisch oder hetero. Hardboiled-Lesbenkrimis mit unverschämt heißem Sex lösten die alten Klischees (passiv-)weiblicher Sinnlichkeit ab, Frauen übernahmen Sinnsuche und Berufsalltag.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Antonio Gramsci schrieb in seinen Überlegungen zu populärer Kultur: „Eine der charakteristischsten Haltungen des popularen Publikums zu seiner Literatur ist diese: es kommt nicht auf den Namen und die Persönlichkeit des Autors an, sondern auf die Person des Protagonisten. Die Helden der Popularliteratur lösen sich, wenn sie in die Sphäre des intellektuellen Lebens des Volkes eingetreten sind, von ihrem ›literarischen‹ Ursprung und erhalten die Geltung der historischen Persönlichkeit. Ihr gesamtes Leben interessiert, von der Geburt bis zum Tod.“ [Gramsci: Gefängnishefte, H. 8, §{122}].</p>
<p>Genau das geschah mit den Frauenkrimis. Der neue Typus von „Heldinnen der Popularliteratur“ war bald so unwiderstehlich magnetisch, dass nicht nur eine Lesebewegung entstand, sondern aus der Nische auch eine Mainstream-relevante Marktlücke wurde. Alle großen Verlage legten sich Frauenkrimireihen zu, Kommissarinnen und Lesben eroberten das Fernsehen. Die anfängliche Aufbruchstimmung wich bald dem Warenprinzip: Kult ist, was sich verkauft. Doch der kurze Siegeszug feministischer Kriminalromane, der Frauenkrimi-„Boom“ Ende der 1980er bis Mitte der 1990er Jahre bereicherte das Genre um aufgeklärte weibliche Perspektiven und diverse Aspekte von Frauenrealität. Milieus und Protagonistinnen rückten näher an ein weibliches Publikum heran, integrierten Elemente alltäglichen Frauenlebens. Das folgende Zitat entstammt einem Krimi aus den 1990ern, doch das geschilderte Szenario ist bis heute nicht unaktuell:</p>
<p><em>Die Fahrt zur Universität dauerte fünfzehn Minuten. Gerade war ich ausgestiegen und zog mir den Anorakreißverschluss hoch, als ich etwas hörte. Oder meinte, etwas zu hö­ren. Allein auf dem schlecht erleuchteten Parkplatz, blieb ich wie angewurzelt stehen, mit klopfendem Herzen. War das ein Schrei? Sollte ich besser nachsehen? Mein Schatten lag vor mir auf dem Asphalt wie ein spitz zulaufender, makabrer Finger, der auf den dunklen Park zeigte. Ich schluckte trocken. Vielleicht zwei Minuten wartete ich reglos, aber das Geräusch wiederholte sich nicht. Ich atmete aus, hatte gar nicht gemerkt, dass ich die Luft angehalten hatte.<br />
</em></p>
<p><em>Obwohl wir in den kühnen, unerschrockenen Neunzigern leben, begleitet die Angst jede Frau, die durch dunkle, einsa­me Gegenden gehen muss. Meistens kann ich den Impuls unterdrücken, mich über die Schulter nach hinten umzusehen, aber heute Abend spürte ich ihn überdeutlich. Als eine Eule in einer Roteiche schrie, hob ich fast vom Asphalt ab. Wir sind bald da, Caitlin, redete ich mir gut zu &#8230;</em> (Lauren Wright Dou­glas: Artemis’ Töchter)</p>
<p>Die sich hier fürchtet, ist keine zierliche Schülerin, auch keine zarte ältere Dame, es ist eine 40-jährige hartgesottene Berufsdetektivin mit einer 357er Magnum. Caitlin Reece ist eine Erfin­dung. Aber die Panik, die Caitlin im Nacken sitzt, brauchte die Autorin nicht zu erfinden. Sie ist für Frauen nahezu selbstverständlich. Jede Krimileserin kennt die Anspannung einer sol­chen Situation. Welche Frau hat keine Angst im Dunkeln? Natürlich gibt es „Rezepte“ für die Sicherheit. Eine Frau sollte nie allein auf nächtlichen Straßen herumtigern! Wenn sie nachts einen Park durchquert, ist das leichtsinnig, geradezu eine Einladung. Fair ist das zwar nicht. Warum muss sie sich fürchten, nur weil sie einen weiblichen Körper hat? Es klingt ein bisschen nach vorletztem Jahrhundert, wenn Mädchen und Frauen sich verhalten sollen, als wären ihre Körper eine Art Zielscheibe. Aber das ist normal, und wer nachts rausgeht, ist selbst schuld. Vernünftiger wäre es, gar nicht als weiblich erkennbar zu sein, aber das ist wiederum unpopulär. Wann immer ich nachts Highheels die Straße entlanghasten höre, denke ich: Au, ein akustisches Opfer-Signal …</p>
<p>In einer gemischten Diskussion kommt jetzt der Einwand: Moment mal, Männer fürchten sich doch auch! Pardon, wovor? Dass aus einer dunklen Nische eine, zwei oder drei Frauen herausspringen und über sie herfallen? Quark. Frauen lernen von klein auf, sich als leichte Beute zu denken. Und zwar vor allem bezogen auf ihre Körper, in einem klar sexuellen Sinn. Was ist es denn, was wir an der Dunkelheit fürchten? Jede kann sich eine nächtliche leere Straße denken und sich fragen: Was macht mir Angst? Es gilt immer noch als normal, dass Frauen nicht nachts und schon gar nicht ohne Schutz herumlaufen können. Dabei findet sexuelle Gewalt gegen Frauen in Wahrheit öfter im ›sicheren‹ Heim statt als draußen im Dunkeln. Was aber würde passieren, wenn Frauen das Fürchten verlernten? Nach wie vor dient es etlichen Interessen, die Gefahr klar „draußen“ anzusiedeln, so dass Frauen lieber „drinnen“ bleiben, wo sie „sicher“ sind &#8211; in jedem Fall werden dann nicht so viele von ihnen versuchen, das „Draußen“ ganz selbstverständlich für sich in Anspruch zu nehmen. Insofern ist die Angst von Mädchen und Frauen, ist ihr Zielscheibencharakter für viele gesellschaftliche Gepflogenheiten nachhaltig wünschenswert. Solange Frauen das Heiraten und Kindergroßziehen als Lebenserfüllung betrachten, arrangieren sie sich leichter mit Kita-Defiziten, die ihnen die Berufstätigkeit erschweren. Solange bestimmte Berufe als unweiblich gedacht werden, gibt es noch Winkel, wo „die Frauen den Männern“ nicht „die Arbeitsplätze wegnehmen“ oder jedenfalls die männliche Alleineignung bedrohen. Wenn alle Frauen ohne Schutz überallhin könnten, müssten alle Männer viel dringender andere Stärken entwickeln …</p>
<p>In Frauenkrimis steckt seit jeher neben Sozialkritik oft ein Stückchen Utopie. Die hartgesottene Detektivin lässt sich von der Dunkelheit zwar noch schrecken, aber sie geht trotzdem hinaus und überlebt. Natürlich genügt es nicht, gute Krimis in die Welt zu setzen und zu lesen. Die Angst hört davon nicht auf, die reale Gefahr und die Gewalt gegen Frauen auch nicht, die Welt wird nicht automatisch besser. Aber vielleicht tragen exzellente Krimis ein wenig dazu bei, die „Normalität“ in Frage zu stellen. Vielleicht inspirieren sie dazu, dass wir uns selbst auch anders denken können, als uns selbstverständlich anerzogen wurde. Zumindest würde ich es gern sehen, wenn die populäre Literatur solche Optionen verfügbar hält.</p>
<p>Wir schreiben das Jahr 2009. Die Blütezeit feministischer Kulturprojekte, auch Krimis, war vor 15 Jahren. Aber die Realität, die Frauen in Gesellschaft vorfinden, hat sich nicht so stark verändert, wie oft behauptet wird. Zwar hat sich der neoliberale Mythos von Erfolgschancen für jeden auf beide Geschlechter ausgedehnt, doch die immer weiter aufgehende „soziale Schere“ samt dazu gehöriger Politik stellt Frauen nicht besser. Trotzdem haben patriarchale Glücksversprechen Konjunktur.</p>
<p>Feministische Kritik an Sozialem und Sozialisatorischem ist „out“, als gäbe es keine geschlechtlichen Barrieren mehr. Zugleich spielt tradierte „Weiblichkeit“ eine wachsende Rolle im auch von Frauen geforderten Selbstmanagement, das für Lebensentwürfe im Konsumzeitalter so wichtige Selbstverkaufsdesign begünstigt einmal mehr die alten Klischees. Aus dem Blick geraten sind die geschlechtsspezifischen Blockierungen, Zutritt-verboten-Schilder und Hürden, die in der typischen Frauensozialisation in die meisten Wünsche, Träume, Ängste und Sorgen eingeschrieben sind. Sie tauchen aber im echten Leben und in guten Kriminalromanen weiterhin auf.</p>
<p><em>Während ich Vickys Bock durch die Gassen lenkte, über die mit Tüten und Taschen Paare schusselten, die miteinander mehr oder minder alt geworden waren, sehnte ich mich kurz und heftig nach irgendeiner Identität, damit Mütter wie Lotte mich nicht als katholisches Ripp diffamierten, Weiber wie ­Barbara mir nicht vorhielten, ich sei verpeilt und hätte Angst, und Tussen wie Jacky nicht über meinen fetten Arsch und meine Maskerade grinsten. Normalerweise warf ich mich bei Identitätskrisen in einen Anzug und ging Sally beim Kellnern im Tauben Spitz stören. Aber erstens war es noch nicht Abend, zweitens war Stuttgart weit und drittens hatte ich schon einen Anzug an.</em> (Christine Lehmann: Allmachtsdackel)</p>
<p>Die sich hier vorübergehend nach den Bequemlichkeiten einer Schablonenidentität sehnt, ist Lisa Nerz. Sie ist in keiner Rolle verhaftbar, liebt einen Mann, aber auch Frauen, dringt als Kerl dorthin vor, wo sie als Weib keinen Zugang hat. Was sie antreibt, ist die Gier nach der Wahrheit hinter jedem Geheimnis – geistig wie körperlich.</p>
<p><em>»Was für Beschwerden haben Sie denn?«</em></p>
<p><em>»Unterleibsbeschwerden.«</em></p>
<p><em>Sie zog die Brauen hoch. Falsches Vokabular. Männer hatten keinen Unterleib, sie hatten einen Unterbauch. Aber waren ­Urologen nicht vielleicht auch für Frauen zuständig? Das vermochte ich momentan leider nicht zu klären. Also weiter im Text. »Ich meine, ich habe Schmerzen beim … beim Wasserlassen. Reicht das?«</em> (ebd.)</p>
<p>Lisas Scharaden verschaffen ihr Einblicke, die nicht für sie gedacht sind. Dadurch stößt sie vor zum Korrupten, zur Egomanie der sicheren Sieger. Der bezeichnende Situationswitz ihrer Fälle entsteht dadurch, dass sie die normalen Erwartungen klar erkennt und geradezu sportlich unterläuft. Das ist subversiv im für mich allerbesten Sinn.</p>
<p>Machten feministische Krimis in der vorletzten Dekade die Benachteiligung von Frauen in Gesellschaft laut, offen und zornig zum Thema, so müssen Autorinnen heute wesentlich subtiler vorgehen, um breite Akzeptanz zu finden. Doch die literarisch und handwerklich besten haben eine gute Chance, im Kriminalroman elegante Seitenhiebe auf die Normalität abzusetzen. Wofür er sich nämlich hervorragend eignet.</p>
<p>Wenn Monika Geier in ihrem rasanten und raffinierten Ovid-Krimi beiläufig einen Schwank aus dem Alltag ihrer allein erziehenden Halbtagskommissarin Bettina Boll einflicht, können alle, die je Kinder hatten, die elegant ironische Aufarbeitung einer typischen Situation genießen.</p>
<p><em>»Sie wissen, weshalb Sie hier sind?«, sagte Direktor Schmoll quer durch den ungeheuerlichen Lärm, der seit dem Pausenzeichen das Gebäude erfüllte, ein gemeinschaftliches Gebrüll aus gut fünfhundert Grundschülerlungen. Er schloss die Tür zu seinem Büro und dämpfte den Ruf nach Freiheit auf erträgliches Maß. Dann setzte er sich auf seinen Schreibtisch, erhöht und direkt vor Bettina, die lässige Lehrer nicht mochte.</em></p>
<p><em>Sie rutschte so weit auf ihrem Stuhl zurück, wie es ging, ohne unhöflich zu wirken. »Wegen Enno«, sagte sie. Eigentlich mochte sie überhaupt keine Lehrer.</em></p>
<p><em>»Ihr Adoptivsohn ist intelligent«, sagte Schmoll wohlwollend. »Das ist er.«</em></p>
<p><em>Bettina lächelte schwach.</em></p>
<p><em>»Er hat Schlimmes durchgemacht«, fuhr Schmoll fort und Bettina wurde es Angst und Bange.</em></p>
<p><em>»Aber?«, fragte sie.</em></p>
<p><em>Schmoll lehnte sich zurück und verschränkte die Arme. Es sah unbequem aus. Wie eine Yogaübung auf der Tischkante. Der gespannte Schilfstängel oder so. »Er kommt im Unterricht mit, das tut er«, sagte er hinhaltend. »Er hat sogar so etwas wie Freunde.«</em></p>
<p><em>Bettina erhob sich.</em></p>
<p><em>»He!«, sagte Schmoll, dessen Balance nicht standhielt. Er musste sich mit den Händen abfangen. »Wir sind hier nicht bei Kriminellen.«</em></p>
<p><em>Bettina trat zurück und lockerte beschämt ihre Fäuste. Was war denn in sie gefahren? Da war sie einmal als Mama gefordert und machte prompt auf Bulle. Sie schaffte es nicht. Sie war gar keine richtige Mutter. Und auch keine echte Polizistin, als Halbtagskraft. Sie war nichts. Das Oberhaupt von so etwas wie einer Familie mit so etwas wie einem Sohn, der so etwas wie Freunde besaß. »Wieso sagen Sie das?«, fragte sie und überlegte gleichzeitig, ob sie sich ihren drohenden Unterton nur einbildete. »Wieso sind Ennos Freunde bloß ›so etwas wie‹?« </em>(Monika Geier: Die Herzen aller Mädchen)</p>
<p>Lisa Nerz und Bettina Boll sind keine eindimensionalen Pappfiguren. Sie sind weder blonde Trophäen noch von Kastration träumende Männerhasserinnen, auch keine auf weiblich geschminkten Machos, sondern widersprüchliche Personen in einem Erzählkosmos, der unsere Wirklichkeit spiegelt. Was vielleicht die edelste Aufgabe guter Kriminalromane ist. Dass begabte und originelle Schriftstellerinnen wie Geier und Lehmann mit solchen Figuren Erfolg haben können, ist auch Verdienst des feministischen Einzugs ins Genre. Die Verbindung aus gekonnt ausgeübtem Handwerk, eigenständigem literarischem Talent und akkurater Reflektion gesellschaftlicher Realität ermöglicht ein Niveau von Kriminalliteratur, auf dem das Genre auch hierzulande den Kinderschuhen entwachsen kann. Wenn die Protagonistinnen dem Publikum ans Herz wachsen und ihm zugleich brisante Themen und Denkanstöße nahe bringen, so verwirklichen sie den Bildungsauftrag im trivialen Genre Krimi – nicht von oben, sondern von mittendrin.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Normalgewicht = alles wunderbar?]]></title>
<link>http://hungrigesleben.wordpress.com/2009/07/06/normalgewicht/</link>
<pubDate>Mon, 06 Jul 2009 17:18:05 +0000</pubDate>
<dc:creator>me.ipsum</dc:creator>
<guid>http://hungrigesleben.wordpress.com/2009/07/06/normalgewicht/</guid>
<description><![CDATA[Für eine Freundin Der fünfte Arzt stellt mir die zum fünften Mal wiederholte Frage. Das Gewicht sche]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:right;"><em>Für eine Freundin<br />
</em></p>
<p>Der fünfte Arzt stellt mir die zum fünften Mal wiederholte Frage. Das Gewicht scheint sie alle zu interessieren. Die Zahl. Der BMI vor allem. Der BMI ist so eine Art allmächtige Zahl. Er bestimmt über gesund und krank, nennt einsichtig oder uneinsichtig, entscheidet über Einweisung und Entlassung. Der BMI ist die Götze der Klinikmagersüchtigen und ihrer behandelnden Ärzte.</p>
<p style="text-align:left;">Während die einen ihre Patienten mit 1,60 m Körpergröße fast bei dicken 55 kg sehen wollen, bevor sie ihnen abkaufen, dass sie jetzt wissen, wie viel man essen muss, um dort hin zu kommen, dürfen andere schon bei gängigen Modelmaßen und 17er BMI das Krankenhaus verlassen. Je nach Betragen wird über die Maßregelung des Delinquenten geurteilt. Manchmal hilft es, manchmal nicht. Manchmal fliegt man auch einfach raus, wenn man es nicht schafft. Oder wird entmündigt, staatlich verpflichtet, gesund zu werden. Denn gesund sein ist das Allerwichtigste in diesem Land. Niemand hat das Recht, seine eigene Gesundheit zu verwirken, außer durch Rauchen, Alkohol oder Drogen. Das kann man über Jahrzehnte betreiben, solange man davon nicht abmagert, ist es egal ob die Herzenzyme so mies sind, dass man jeden Moment das Zeitliche segnen könnte. Die teuerste Krankheit der Deutschen &#8211; Diabetes &#8211; lange nicht so geächtet wie Magersucht&#8230;</p>
<p>Bei Magersucht ist man quasi bis die magische Grenze 17,5 überschritten ist im (organisch oder psychisch-unvernunftbedingten <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  ) lebensbedrohlichen Bereich. So jedenfalls scheinen es einige Doktoren zu sehen. Noch aufrecht mit 11er BMI die Klinik betreten, &#8211; zack &#8211; entdeckt, eingesperrt, entwürdigt. Nach Wochen erreicht man einen 14er BMI und bekommt Transportunfähigkeit bescheinigt, während man vor Wut mit der neu gesammelten Kraft die Wände einschlagen könnte.</p>
<p>Ist es das?<br />
Bitte sagen Sie es mir!</p>
<p>Ist das die Hilfe, die Magersüchtige brauchen? Moderne Folter, Tristesse, Rechteentzug und Entwürdigung bis aufs Äußerste für eine Zahl?</p>
<p>Da wäre ich wieder an dem Punkt, wo ich mich frage, was die eigene Entscheidung eigentlich sein soll. Was ist das, wenn es einem genommen wird, sobald man sich selbst (und niemandem sonst) Leid zufügen könnte? Was interessiert den Staat mein Gewicht? Die Krankenkasse zahlt Unsummen, nur damit ich nach &#8220;erfolgreicher&#8221; Mast die Therapie erneut boykottiere. Unbeugsam, Widerstand bis ins letzte. Stolz. Was soll das? Was haben sie davon? Und wenn ich ehrlich bin und gleich sage, dass es sinnlos ist &#8211; dann bekomme ich einen Betreuer oder was? Verbannung der Freiheit in die Welt der Gedanken. Wenn&#8217;s ums Überleben geht, hört der Spaß auf&#8230;</p>
<p>Das Warum, ja&#8230;</p>
<p>Es ist ganz einfach. Sie können nicht anders. Sie retten ja auch die Komatösen vor dem Tod, halten sich schlafend über Jahre. Sie verdienen an Chemotherapien, die mehr Nebenwirkungen haben als lebensverlängernde. Sie legen PEGs in die Mägen von Menschen, die fast 90 sind und die auch nicht mehr essen wollen. So ist das hier in unserem System. Wir haben keine Chance. Nur den Betrug. Sagen, was sie hören wollen. Die magische Zahl anstreben und unentwegt nicken. Chancenlos.</p>
<p>Ich weiß nicht, was ich dazu denken soll. Nicht genau. Wo freier Wille anfängt und ob ein Mensch das Recht hat, ihn so zu beschneiden, wenn dieser am Anderen keinen Schaden anrichtet. Ich kann es nicht beurteilen, &#8211; bin befangen. Ich habe Entwürdigung gesehen, zum Glück nicht so sehr erlebt. Aber ich bin jedesmal wieder aufs Neue schockiert. Kann nicht fassen, wie unmenschlich etwas sein kann, dass einmal eine der menschlichsten Disziplinen war: die Medizin.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Von Bali bis Bullerbü: Wegsein]]></title>
<link>http://6kraska6.wordpress.com/2009/07/02/von-bali-bis-bullerbu-wegsein/</link>
<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 12:57:19 +0000</pubDate>
<dc:creator>6kraska6</dc:creator>
<guid>http://6kraska6.wordpress.com/2009/07/02/von-bali-bis-bullerbu-wegsein/</guid>
<description><![CDATA[Touristische Traumziele: Bahnhof Unter Purkersdorf WEGSEIN FÜR FORTGESCHRITTENE: DAS GROSSE JA ZUR A]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><div id="attachment_1308" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a rel="attachment wp-att-1308" href="http://6kraska6.wordpress.com/2009/07/02/von-bali-bis-bullerbu-wegsein/dscn4807/"><img class="size-full wp-image-1308" title="DSCN4807" src="http://6kraska6.wordpress.com/files/2009/07/dscn4807.jpg" alt="DSCN4807" width="450" height="337" /></a><p class="wp-caption-text">Touristische Traumziele: Bahnhof Unter Purkersdorf</p></div>
<p style="text-align:center;"><strong><span style="color:#808000;">WEGSEIN FÜR FORTGESCHRITTENE: DAS GROSSE JA ZUR ALLGEMEINEN LEBENSBLÖDIGKEIT</span></strong></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#993300;">Schweinegrippe! Wer redet noch von Schweinegrippe? Vorgestern noch Globalalarm, Stufe 6, keiner verlässt den Erdball, ausschwärmende Impfpimpfe, Quarantänemigräne, die Presse hustet Blut, beim Discounter gibt’s palettenweise Wundermittel (von Mundschutz bis Schutzhund), und dann? Nüschte. Weltweit sterben mehr Mensch an Fischvergiftung als an Schweinegrippe. Die erste allein durch Massenmedien übertragbare Infektion nimmt ein epidämliches Ende: Sie verschwindet nicht durch Medizin, sondern gerät einfach in Vergessenheit. Na, meinetwegen. Eine tausendmal schlimmere Pest ist zweifellos sowieso der Massentourismus. Jetzt wieder besonders pandemisch: Alle müssen andauernd irgendwo hin, um da wenigstens dann mal gewesen zu sein. Die Flughäfen auf dem Planeten sind schwarz vom Menschen, die mal Tapetenwechsel brauchen. Übergewichtig, dumm und ungebildet fliegt man weg, um genau so wieder zu kommen; alles was man evtl. mal verliert, ist das Reisegepäck. Unerhört! Wenigstens hamwa Vollkasko! Mit Reiserückschrittsversicherung!</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#993300;">Ich will aber mal heute nicht schimpfen. Es ist so heiß draußen. Als wär man echt total woanders! Gestern in der abendlichen Juli-Rotglut traf ich Luigi, den dicken Kellner vom<em> „Dolce Vita“. „Buona sera, ciao, amigo, come stai?“</em> parlierte ich drauf los und hatte einen perfekten Auslandsmoment, obwohl ich bloß mal um die Ecke war, hier. Sonnenuntergänge lassen sich auch zuhause vom Balkon aus fotographieren. Was Touristen im Ausland übrigens am meisten hassen, sind ja andere Touristen. Vor allem Landsleute. Landsleute, da kriegt man die Krätze. <em>„Psst! Da hinten am Tisch an der Klotür, das sind Deutsche!“</em> Ab sofort heißt es „<em>Cameriere, il conto, per favore“</em> und <em>„Teşekkür ederim“</em>. Vati spricht ja ein paar Bröckchen einheimisch, der King of Snob. Allahu achtbar!</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#993300;">Straighte Schlauberger, denen beim Umdieeckedenken schwindelig wird, beömmeln sich:<em> „Hä, hä! Dabei sind die Touri-Hasser doch selber Touristen!“</em> Ja, schon klar, ihr Schnellhefter! Das wissen die schon selber auch. Darum geht’s ja nicht. Das Problem ist, daß die anderen Touris einem das kostbare Gefühl vermiesen, ganz weit weg zu sein. Dieses unbezahlbare Weitwegseinsgefühl, diese existentielle Weggeworfenheit und Be-Fremdung, dafür nimmt man doch alles auf sich, die Affenhitze, die Scheißluft, die miesen Klos, den ungenießbaren Fraß und alles! Sonst könnte man sich die Urlaubsfotos doch gleich aus dem Internet runterladen und sich selbst mit Photoshop am Palmenstrand einkopieren. </span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#993300;">Da logiert man in der letzten Tankstelle am Wüstenrand, auf umtosten Meeresklippen oder bei Tibets exklusiven Geheimmönchen auf der Meditationsterrasse, und dann beschweren sich am Nebentisch Leute aus Wesel, Oberursel oder Geilenkirchen über die Bierpreise. Rumms, fällt man vom fliegenden Teppich esoterischer Exotik auf den harten Bretterboden der Trivialität. <em>It&#8217;s the reality, stupid!</em> Man hat den weiten Weg gemacht, ganz von Bullerbü über Bali nach Brahmipur, um das Fremdeln zu lernen, und dann stampft da der Typ an deinen Lotussitz und sagt: <em>„Jestatten, Konopke, ick hab jehört, Sie sinn ooch Deutscher, könnse mir vielleicht sagen, wat auf Kaschmierisch heißt </em>‚In unseret Ssimmer jeht die Klospülung wieda nich’?“ –  Wer will denn so was? Das stört doch!</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#993300;">Für Leute, die dringend auf das Wegseingefühl angewiesen sind, periodisch, weil sie sonst panisch-depressiv werden, habe ich einen guten Rat; ich befolge ihn selber seit Jahren, denn er ist ganz einfach: Reist einfach dort hin, wo keine Sau freiwillig hinwill! Man bevorzuge also Plattenbau-Vororte, Industriebrachen, Schlafstädte, man wohne in aufgelassenen Tankstellen, über Hinterhöfen, hinter den Müllcontainern. Man meide strikt jegliche Sehenswürdigkeit, alle spirituellen Kraftorte (Santiago de Compostela, Lourdes, Kevelar), sowie sämtliche einschlägigen Gebäudeantiquitäten und Landschaftsherrlichkeiten sowieso. Ignoriert mit Fleiß die Schilder der Touristinformation, taucht tief unter die Einheimischen, nehmt ihre Farbe an, trinkt selbstgebrannten Schnaps mit ihnen, genießt die derbe, aber reichhaltige Kost der Waldarbeiter, Heizungsmonteure und Fahrdienstleiter, sowie generell den unverstellten Charme tristester Normalität, des Spröden und Öden, freut euch am eleganten Steingrau betonierter Banalbauten, zieht den Duft von Diesel und Machorka ein, ah, herrlich, riecht mal! Die verqualmten Kneipen der Eingeborenen bieten Geborgenheit im Unbehausten, die Hiesigen reden in Zungen und Dialekten, bei denen auch der polyglotteste Linguist passen muß, Güterzüge donnern von Ahaus nach Beheim, es beginnt zu regnen – es fehlt nicht mehr viel, und man kriegt mördermauliges Heimweg! Dermaßen weit weg fühlt man sich!</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#993300;">Vorteile dieses gewissermaßen antizyklische Reiseverhaltens: 1. Kaum andere Touris. 2. Das Leben ist billig. 3. Man fragt sich relativ bald, was das Gereise eigentlich soll, weil das Dasein woanders genauso trivial und unspektakulär ist wie zuhause. Schon ist man wieder klar im Kopf, ruht in sich selbst und findet am Ende auch das große Einverständnis wieder, mit der allobwaltenden Lebensblödigkeit und Existenztristesse. Was will man denn mehr? Mehr gibt es ja gar nicht.</span></p>
<p style="text-align:justify;"><span style="color:#993300;">Um mal ein Beispiel zu geben (ist ja kein Geheimtipp): Man steigt, vom Wiener Westbahnhof kommend, im Vorort Hütteldorf in die Bahn (z. B. die S50) Richtung St. Pölten, steigt aber dann in Purkersdorf-Sanatorium, Unter Purkersdorf oder Purkersdorf-Gablitz schon wieder aus; von Ober Purzelbaum geht’s dann mit einem Rad oder gut zu Fuß an der Wienentlang über den Bahndamm in den Wienerwald hinein, bis man vor der „Alten Linde“ steht. Das ist so ein Beisl. Was ein Beisl ist, könnt ihr entweder mal googeln oder euch da angucken. Herinnen verbringen die indigenen Purkerer ihren verdienten, durchaus lautstark feucht-fröhlichen Feierabend. Das Idiom der Wienerwäldner ist rau, aber herzlich, Zum Verstehen ist es leider für Außenstehende und Durchreisende nicht. Zum essen gibt’s aber, und zwar was hier überall auf den Tisch kommt: Blunzngröstl, Wienerschnitzel, Kalbsbuttterschnitzel und Gulasch, Sattmacher mit Sättigungsbeilage, Riesenportionen für Berserker, danach kann man wieder in den Wienerwald, Bäume mit der bloßen Hand fällen. Hier sind die Kalorien noch ihr Geld brennwert, und nix mit „<em>light</em>“! Leicht ist lediglich der fruchtig-schlichte Grüne Veltliner, trocken wie ein linker Haken, und äußerst preiswert. Wie überhaupt alles. Hier kann man sorglos den Abend versacken, bis man dahindämmert; es wird nicht die Welt kosten. Wir habens ausprobiert, weil draußen ein mehrtägiger Platzregen stattfand, der uns an Tisch und Stuhl fesselte. Wir waren dann irgendwann auch mal weg. Ganz weit weg.</span></p>
<div id="attachment_1309" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><a rel="attachment wp-att-1309" href="http://6kraska6.wordpress.com/2009/07/02/von-bali-bis-bullerbu-wegsein/dscn4799/"><img class="size-full wp-image-1309" title="DSCN4799" src="http://6kraska6.wordpress.com/files/2009/07/dscn4799.jpg" alt="DSCN4799" width="450" height="337" /></a><p class="wp-caption-text">Prassen in Purkersdorf: Einheimisches Riesenschnitzel (0,25 Quadratmeter)</p></div>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[ORF again: Diesmal Sexismus und Rassismus]]></title>
<link>http://wutimbauch.wordpress.com/2009/06/28/orf-again-diesmal-sexismus-und-rassismus/</link>
<pubDate>Sun, 28 Jun 2009 19:47:20 +0000</pubDate>
<dc:creator>stefon</dc:creator>
<guid>http://wutimbauch.wordpress.com/2009/06/28/orf-again-diesmal-sexismus-und-rassismus/</guid>
<description><![CDATA[Ich habe ja schon einmal darüber gebloggt wie wenig Distanz der ORF zum Rassismus hält. Nun geschieh]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ich habe ja <a title="3 Wahre Helden" href="http://wutimbauch.wordpress.com/2008/10/13/orf-publikumsrat-zu-3-wahre-helden/">schon einmal darüber gebloggt</a> wie wenig Distanz der ORF zum Rassismus hält. Nun geschieht es wieder!</p>
<blockquote><p>Wir lenken Ihre Aufmerksamkeit darauf, dass die Band ,Die Ursprung-Buam&#8217;, die am 27. Juli 2009 zur Sendung ,Wenn die Musi spielt&#8217; eingeladen ist, in ihrem Lied ,<a title="Achmed lieber Achmed" href="http://www.youtube.com/watch?v=_dILCfMybyQ">Achmed &#8211; lieber Achmed&#8217;</a> massiv rassistische, islamophobe und sexistische Inhalte propagiert. Damit nicht genug, ist [..] gleich auf der Einstiegsseite ein ,lustiges Online-Spiel&#8217; [...]<a title="Sexistisches Spiel der Ursprung Buam" href="http://artists.kochuniversal.com/_landingpages/ursprungbuam/spiel/">http://artists.kochuniversal.com/_landingpages/ursprungbuam/spiel/</a> zugänglich ist.</p>
<p>Dieses ,Online-Spiel&#8217; ist zutiefst frauenfeindlich. Es fordert dazu auf, mit einer Steinschleuder auf eine junge Frau zu schiessen &#8211; die meisten Punkte bekommt man(n) dann, wenn der Frau Verletzungen zugefügt werden (Blutergüsse an Wangen, Augen, aufgeplatzte Lippe) und beide Brüste entblösst sind bzw. sie durch die Schüsse ganz nackt ausgezogen wird. Dies stellt eine Propagierung sexualisierter Gewalt gegen Frauen mittels eines ,Unterhaltungsspiels&#8217; dar, die an Dummheit, Untergriffigkeit und Frauenfeindlichkeit schwer zu überbieten ist.</p></blockquote>
<p>Der ORF zeigt also wieder was er von Distanz zu Rassismus und Sexismus hält: Rein gar nichts. Als wäre es das normalste der Welt wird eine Band zu &#8220;Wenn die Musi spielt&#8221; eingeladen, welche Gewalt an Frauen als Spiel zeigt&#8230;</p>
<p>Wer genug von dieser sexistischen, rassitischen und dummen Band hat und das auch dem ORF zeigen will kann einen bereits formulierten Text  (als <a title="Textvorlage" href="http://derstefon.net/blogdata/Brief_ORF_UrsprungBuam_Muster.pdf">PDF</a>, <a title="Textvorlage" href="http://derstefon.net/blogdata/Brief_ORF_UrsprungBuam_Muster.odf">OpenOffice</a> oder <a title="Textvorlage" href="http://derstefon.net/blogdata/Brief_ORF_UrsprungBuam_Muster.doc">Word Dokument</a>) an unten genannte Menschen schicken:</p>
<ul>
<li>publikumsrat@orf.at</li>
<li>gabriele.heinisch-hosek@bka.gv.at</li>
<li>josef.ostermayer@bka.gv.at</li>
<li>matthias.traimer@bka.gv.at</li>
<li>stefan.kahe@umusic.com</li>
<li>franca.barthel@umusic.com</li>
<li>kontakt@umusic.com</li>
</ul>
<p>Der Text ist vom<a title="Frauenring.at" href="http://www.frauenring.at/"> Frauenring.at</a> erstellt, danke dafür! Der vollständige Text kann gelesen wenn ihr auf &#8220;weiterlesen&#8221; klickt.</p>
<p><strong>Update: </strong><br />
<a title="Band entfernt Onlinespiel von Webauftritt" href="http://diestandard.at/fs/1245820377736/Ursprung-Buam-Band-entfernt-Onlinespiel-von-Webauftritt">Standard.at : Band entfernt Onlinespiel von Webauftritt</a> &#124; Das Spiel ist jedoch auf der gleichen URL weiter erreichbar.<br />
<a title="Ministerin fordert Aus­ladung aus ORF-Sendung" href="http://diestandard.at/fs/1245820230828/Frauenfeindliche-Ursprung-Buam-Ministerin-fordert-Ausladung-aus-ORF-Sendung">Standard.at : Ministerin fordert Aus­ladung aus ORF-Sendung</a></p>
<p><!--more--></p>
<blockquote><p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>Wir lenken Ihre Aufmerksamkeit darauf, dass die Band ,Die Ursprung-Buam&#8217;, die am 27. Juli 2009 zur Sendung ,Wenn die Musi spielt&#8217; eingeladen ist, in ihrem Lied ,Achmed &#8211; lieber Achmed&#8217; massiv rassistische, islamophobe und sexistische Inhalte propagiert. Damit nicht genug, ist auf der Website der ,Ursprung-Buam&#8217; (http://www.ursprungbuam.com)1 gleich auf der Einstiegsseite ein ,lustiges Online-Spiel&#8217; der ,Ursprung-Buam&#8217; beworben, das unter http://artists.kochuniversal.com/_landingpages/ursprungbuam/spiel/ zugänglich ist. Nach Absolvierung dieses ,Online-Spiels&#8217; kann an einem Gewinnspiel für einen Urlaub im Zillertal teilgenommen werden.</p>
<p>Dieses ,Online-Spiel&#8217; ist zutiefst frauenfeindlich. Es fordert dazu auf, mit einer Steinschleuder auf eine junge Frau zu schiessen &#8211; die meisten Punkte bekommt man(n) dann, wenn der Frau Verletzungen zugefügt werden (Blutergüsse an Wangen, Augen, aufgeplatzte Lippe) und beide Brüste entblösst sind bzw. sie durch die Schüsse ganz nackt ausgezogen wird. Dies stellt eine Propagierung sexualisierter Gewalt gegen Frauen mittels eines ,Unterhaltungsspiels&#8217; dar, die an Dummheit, Untergriffigkeit und Frauenfeindlichkeit schwer zu überbieten ist.</p>
<p>Wir sind der Ansicht, dass einer Band, die derartig frauenfeindliche  &#8211; wie auch rassistische und islamophobe &#8211; Inhalte äussert und damit auch noch Marketing betreibt, kein Millionenpublikum im Rahmen einer äusserst beliebten ORF-Sendung gewährt werden darf. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der strafrechtliche Tatbestand der ,Verhetzung&#8217; in der derzeitigen Form ,Geschlecht&#8217; nicht umfasst und daher keine strafrechtliche Handhabe gegen die *Ursprung-Buam&#8217; möglich ist.  Der Österreichische Werberat hat sich im Zuge einer Beschwerde im Übrigen für unzuständig erklärt.</p>
<p>Dieser Zustand ist nicht tolerierbar. Wir fordern Sie dringend auf, die Gruppe ,Ursprung-Buam&#8217;, von der Sendung ,Wenn die Musi spielt&#8217; am 27.7.2009 auszuladen und uns darüber in Kenntnis zu setzen.</p>
<p>Diese Maßnahme ist umso notwendiger, als der gesetzliche Programmauftrag des ORF gemäß § 4 Abs 1 Z 11 die angemessene Berücksichtigung der Anliegen der Gleichberechtigung von Frauen und Männern umfasst und gemäß 1.4.7 der Gestaltungsgrundsätze für alle Programmkategorien der Programmrichtlinien Angebote des ORF zum Abbau von Vorurteilen, insbesondere auf Grund von Geschlecht, beizutragen haben.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Cc: ORF Publikumsrat,  Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek,  Staatssekretär Dr. Josef Ostermayer, MinR Mag. Dr. Matthias Traimer, Koch Universal Music a division of Universal Music GmbH:</p>
<p>publikumsrat@orf.at; gabriele.heinisch-hosek@bka.gv.at; josef.ostermayer@bka.gv.at; matthias.traimer@bka.gv.at; stefan.kahe@umusic.com; franca.barthel@umusic.com; kontakt@umusic.com</p></blockquote>
<div id="_mcePaste" style="overflow:hidden;position:absolute;left:-10000px;top:0;width:1px;height:1px;"><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P.sdfootnote { margin-left: 0.5cm; text-indent: -0.5cm; margin-bottom: 0cm; font-size: 10pt } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 		A:link { color: #0000ff } 		A.sdfootnoteanc { font-size: 57% } --></p>
<p style="margin-bottom:0;" align="justify"><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;">Wir lenken Ihre Aufmerksamkeit darauf, dass die Band ‚Die Ursprung-Buam’, die am 27. Juli 2009 zur Sendung ‚Wenn die Musi spielt’ eingeladen ist, in ihrem Lied ‚Achmed – lieber Achmed’ massiv rassistische, islamophobe und sexistische Inhalte propagiert. Damit nicht genug, ist auf der Website der ‚Ursprung-Buam’ (http://www.ursprungbuam.com)</span></span><sup><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;"><a class="sdfootnoteanc" name="sdfootnote1anc" href="#sdfootnote1sym"><sup>1</sup></a></span></span></sup><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;"> gleich auf der Einstiegsseite ein ‚lustiges Online-Spiel’ der ‚Ursprung-Buam’ beworben, das unter </span></span><span style="color:#0000ff;"><span style="text-decoration:underline;"><a href="http://artists.kochuniversal.com/_landingpages/ursprungbuam/spiel/"><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;">http://artists.kochuniversal.com/_landingpages/ursprungbuam/spiel/</span></span></a></span></span><span style="font-family:Arial,sans-serif;"><span style="font-size:x-small;"> zugänglich ist. Nach Absolvierung dieses ‚Online-Spiels’ kann an einem Gewinnspiel für einen Urlaub im Zillertal teilgenommen werden.</span></span></p>
<div id="sdfootnote1">
<p class="sdfootnote"><a class="sdfootnotesym" name="sdfootnote1sym" href="#sdfootnote1anc">1</a> Zuletzt eingesehen am 26. Juni 2009</p>
</div>
</div>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Manipulation]]></title>
<link>http://omleben.wordpress.com/2009/06/22/manipulation/</link>
<pubDate>Mon, 22 Jun 2009 10:15:26 +0000</pubDate>
<dc:creator>Otto Morr</dc:creator>
<guid>http://omleben.wordpress.com/2009/06/22/manipulation/</guid>
<description><![CDATA[Wir werden und wir manipulieren ständig, Manipulation wurde zur Normalität - manipulieren ist Gefang]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><h2 style="text-align:center;">Wir werden und wir</h2>
<h2 style="text-align:center;">manipulieren ständig,</h2>
<h2 style="text-align:center;">Manipulation wurde zur Normalität -</h2>
<h2 style="text-align:center;">manipulieren ist Gefangenschaft</h2>
<h2 style="text-align:center;">die den Geist vergiftet,</h2>
<h2 style="text-align:center;">das Herz versteinert und</h2>
<h2 style="text-align:center;">die Seele in Trauer hüllt.</h2>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Immer zu allem stehen, was man tut? Sage nein!]]></title>
<link>http://hungrigesleben.wordpress.com/2009/06/12/sage-nein/</link>
<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 11:48:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>me.ipsum</dc:creator>
<guid>http://hungrigesleben.wordpress.com/2009/06/12/sage-nein/</guid>
<description><![CDATA[Die Devise bei alten Geschichten. Man hat eine Freundschaft beendet, ist als Teenie ausgezogen, oder]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Die Devise bei alten Geschichten. Man hat eine Freundschaft beendet, ist als Teenie ausgezogen, oder man hatte eine Meinung. 10 Jahre später hat man sie nicht mehr. Dann kommt der 0815 Standard Prolet und sagt <strong>&#8220;Steh doch mal dazu!&#8221; </strong></p>
<p><span style="color:#cc3366;">Wozu stehen?</span><br />
Dazu, dass man vor 10 Jahren etwas so gesehen, so getan, so gesagt hatte? Wer war man denn vor 10 Jahren? Ich &#8211; nein &#8211; ich kann nicht sagen, dass ich mir vor 10 Jahren besonders ähnlich sah. Ähnlich war. Ich bin ich, heute, wie ich hier stehe und das tue ich nicht zu dem, was zu Teenie-Zeiten aktuell war.</p>
<p>Ich hasse diesen Satz. Er ist so grenzenlos borniert  &#8211; er impliziert den Schwachsinn in seiner reinsten Form.</p>
<p><em><span style="color:#cc3366;">Steh doch mal dazu. </span></em></p>
<p>Steh doch mal dazu, dass du vor 10 Jahren ein anderer Mensch gewesen bist, mit dem du nichts mehr gemeinsam hast.<br />
Dazu, wie viel du gegessen, getrunken oder gelacht hast. Aus nichtvorhandenen Gründen. An die du dich nicht erinnern kannst.<br />
Steh doch mal zu deiner Frisur von vor 10 Jahren, oder zu deiner politischen Einstellung. Was, du bist gar nicht mehr rechts? Ich will aber, dass du jetzt mal gefälligst dazu stehst, das macht man so.</p>
<p>Ich mache das anders.</p>
<p>Ich stehe nicht zu meinem Geschwätz von gestern.<br />
Oder meiner Meinung.<br />
Oder meiner Lebensweise.<br />
Sie ist es nämlich nicht mehr. &#8220;Meine&#8221;<br />
Und deshalb stehe ich auch nicht zu meinen Narben von vor 10 Jahren. Sie sind alt, sie sind nicht ich und sie sind uninteressant. Zu blöd nur, dass sie immer noch da sind. Hätte ich einen kleinen Fahrradunfall ohne weitere Folgen gehabt, wäre dies nun auch nicht Teil meiner Persönlichkeit, wäre ich ein ganz normaler Mensch. Aber SVV erlaubt es wildfremden Menschen, sich anzumaßen, sie sein in der Lage, sich ein Urteil über eine Zeit zu erlauben, die 10 Jahre zurückliegt.</p>
<p>Ist das nicht überaus interessant?</p>
<p><span style="color:#cc3366;"><em><strong>Eine Szene</strong></em></span><br />
Mensch mit Narben am Arm sitzt im Café.<br />
Bekannte kommt vorbei und setzt sich hin.<br />
Bekannte mustert den Arm und denkt &#8220;Na, das ist ja&#8230; das hätte ich nicht gedacht.&#8221; Gemeint ist <em>Die hat sowas? Sowas ist echt gestört. Wie kann man nur so rumlaufen?<br />
</em>Anschließend wird man im Verlauf des Gesprächs, das trotz massiver Neugier erst einmal auf ein anderes Thema gelenkt wird, zärtlichst gefragt, was man denn da angestellt habe. Den Rest des Gespräches kann man dann unter Ulk verbuchen, da die Bekannte in 90% der Fälle nun eine für alle Ewigkeit feststehende Meinung von der Person, die sie kaum kennt, hat.</p>
<p><span style="color:#cc3366;">Sehr schön finde ich auch folgende Fragen</span> (und <em><span style="color:#993366;">Antworten</span></em>):</p>
<p>Was hast du denn da am Arm? &#8211; <em><span style="color:#993366;">Narben?</span><br />
</em>Hast du eine Katze? &#8211; <em><span style="color:#993366;">Nee, zwei.</span><br />
</em>Du&#8230; sag mal, was is&#8217;n das eigentlich an deinem Arm? &#8211; <em><span style="color:#993366;">Wonach sieht&#8217;s denn aus?</span></em> (Manche meinen wirklich, diese Einfühlungsmasche wäre toll)<br />
Ritzt du dich? &#8211; <em><span style="color:#993366;">Präteritum. Danke der Nachfrage, ich verletz<span style="text-decoration:underline;"><strong>te</strong></span> mich selbst. Und zwar vor 10 Jahren.</span></em><span style="color:#993366;"> <em>Wenn du willst, kann ich dir ein paar Selbsthilfegruppen für Sehgeschädigte nennen&#8230;<br />
</em><span style="color:#000000;">Das machst du aber nicht mehr da oder? <span style="color:#000000;">-</span> <em><span style="color:#993366;">Oh Mann&#8230;</span></em></span></span></p>
<p><span style="color:#993366;"><span style="color:#000000;"><em><span style="color:#993366;">Ich warte auf den Tag, an dem endlich mal jemand kommt und sagt:</span></em></span></span><strong><span style="color:#993366;"><span style="color:#000000;"><em><span style="color:#993366;"><br />
Warst du mal SVVler?<br />
</span></em></span></span></strong><span style="color:#993366;"><span style="color:#000000;"><em><span style="color:#993366;">oder auch ok wäre</span></em></span></span><strong><span style="color:#993366;"><span style="color:#000000;"><em><span style="color:#993366;"><br />
Hast du Bordlerline?</span></em></span></span></strong></p>
<p><span style="color:#993366;"><span style="color:#000000;"><span style="color:#993366;"><span style="color:#000000;">Die Antwort auf die 1. Frage wäre Ja. Auf die 2. Nein. Borderline, ich glaube, eine der schlimmsten Diagnosen &#8211; denn sie klebt wie Sekundenkleber &#8211; blitzschnell und für immer. Mit Borderline lassen sich ja alle Probleme so gut erklären: die kaputte Beziehung, das Verhältnis zu den Eltern, die Essstörung. Alles Borderline. <span style="text-decoration:underline;">Und:</span> es ist eine prima Ausrede, um einen Menschen als gestört zu bezeichnen. Oder als dumm. Denn SVV macht ja heute jeder, das ist chic, auch nur so ne Mode wie dieser Schlankheitswahn. Und wer das schön findet, ist ja total krank. Wer&#8217;s einfach nur so macht, ist auch intelligenzgemindert, denn er sieht ja nicht, wie hässlich und nutzlos das ist.</span></span></span></span></p>
<p style="text-align:right;"><strong><span style="color:#cc3366;">Genau.</span></strong></p>
<p style="text-align:right;"><span style="color:#993366;"><span style="color:#000000;"><span style="color:#993366;"><span style="color:#000000;"><strong><span style="color:#cc3366;">Genau so wird es wohl sein.</span></strong><br />
</span></span></span></span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Thinspiration, Fatspiration - Mager und schön, dick und doof?]]></title>
<link>http://hungrigesleben.wordpress.com/2009/06/05/thinspiration-fatspiration-mager-und-schon-dick-und-doof/</link>
<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 20:22:32 +0000</pubDate>
<dc:creator>me.ipsum</dc:creator>
<guid>http://hungrigesleben.wordpress.com/2009/06/05/thinspiration-fatspiration-mager-und-schon-dick-und-doof/</guid>
<description><![CDATA[Auf vereinzelten Wunsch ein Wort zu diesem Thema. Es kommt nicht selten vor, dass als Trigger auf Pr]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em><span style="color:#993366;">Auf vereinzelten Wunsch ein Wort zu diesem Thema.</span></em></p>
<p><span style="color:#993366;"><em><strong>E</strong></em></span>s kommt nicht selten vor, dass als Trigger auf Pro Ana Seiten Bilder übergewichtiger Menschen gezeigt werden. Sozusagen als Anti-Thinspos. Die Thinpos &#8211; lang &#8220;Thinspirations&#8221;, Abziehbilder dünner Mädchen &#8211; zeigen die Perfektion, das Wunschbild des eigenen Körpers. Sie stellen dar, was man erreichen will. Oder vielleicht sogar schon erreicht hat, aber dank Körperschemastörung erfolgreich verdrängt. Man sieht sie an, voll bewunderndem Neid für die dünnen Mädchen. Vielleicht lebt die ein oder andere bereits nicht mehr, aber für den Moment sind sie brauchbare Ikonen.</p>
<p><em><strong><span style="color:#993366;">D</span></strong></em>ie Anti-Thinspos, die Fetten, sind auf dem gleichen Rang wie sog. &#8220;Food Porn&#8221; Bilder. Bilder von Essen, das man nicht haben kann. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz im Klaren darüber, warum manche Magersüchtige sich diese ansehen. ICH bekomme jedenfalls Hunger von sowas. Ich guck lieber in eine Zeitung. Die Dicken verstehe ich schon eher: man will so nicht werden. Identifizieren kann ich mich damit jedoch nicht. Ich war selbst nie dick und wenn ich sage, dass ich mich fett fühle, meine ich eigentlich &#8220;Ich habe Körperteile, an denen sich Unterhautfett befindet.&#8221; Normal, aber für mich: unangenehm. Zu weich. Zu feminin. Zu undefiniert. Fett eben. Dicke Menschen haben viel viel mehr davon. Was haben sie mit Magersucht oder Trigger zu tun? Wen triggern sie? Wer fühlt sich so sehr fremd, dass er solche Bilder braucht? Die Angst muss unendlich groß sein für diese Art von Hybris. Ich kann es nicht beurteilen.</p>
<p><span style="color:#993366;"><em><strong>W</strong></em></span>enn ich durch die Stadt gehe und einen dicken Menschen gehe, denke ich jedoch auch meist nichts nobles. Ich will ehrlich sein. Ich weiß nicht, ich weiß es wirklich nicht, wie man sich so sehr gehen lassen kann, dass man bei 1,60m Körpergröße 150 kg erreicht. All die Burger und Torten, ich müsste mich auf dem Weg dort hin so oft erbrechen, dass ich es nie auf die 150 kg bringen würde. Und ich hätte auch bei weitem nicht einmal die Zeit, so viel zu essen. Ich empfinde aufrichtigen Ekel beim Anblick dicker Menschen. Das ist mein erstes und ehrliches Gefühl. Ich empfinde kein Mitleid, sondern einen Haufen üblen Unverständnisses. Das Mitleid entsteht erst auf den 2. Blick. Wenn ich darüber nachdenke. Wenn ich mir vorstelle, dass so ein Mensch vielleicht einen dicken Vater und eine dicke Mutter hatte, vielleicht einer davon noch alkoholkrank. Vielleicht mangelt es an Intellekt, Freunden oder gesundem Essen. Vielleich hat derjenige einen Missbrauch hinter sich und frisst sich einen Schutzpanzer an, hat sonst kein Vertrauen in sich, ist ganz allein. Vielleicht will er oder sie aber auch nichts lieber als abnehmen und schafft es nicht, weil der Magen so stark erweitert und atonisch ist, dass er ständig nach Essen schreit.</p>
<p><em><span style="color:#993366;">Woher soll ich das wissen?</span></em></p>
<p><span style="color:#993366;"><em><strong>W</strong></em></span>arum also dicke Menschen als Anti-Idole missbrauchen? Warum sie abwerten, indem man zeigt, dass man so nicht sein will, dass es das allerletzte ist, ekelhaft und dumm. Intelligenz misst sich nicht am Körperfettanteil. Im Gegenteil: das Hirn besteht aus Fett.</p>
<p><strong><em><span style="color:#993366;">I</span></em></strong>ch finde sie nicht gut, diese Bilder.<br />
Ich weiß nicht einmal, ob ich die normalen Thinspos gut finden kann. Ich sehe sie mir an, wie man sich die Bilder einer berühmten Person ansieht, wenn man ein Teenie ist und vielleicht ihren Stil kopiert. Aber ich kopiere nicht das Dünnsein. Ich wollte schon immer dünn sein. Ich benutze Bilder, um mich damit zu vergleichen. Um mir vorzustellen, wie ich aussehen würde, mir das Gefühl dabei vorzustellen. Das gute Gefühl, dünn zu sein.<br />
Definitiv werden diese Bilder also positiv bewertet.<br />
Die Bilder der Dicken werden es nicht.<br />
Die Dicken werden verurteilt, so wie es die Dünnen auch werden. Auf den Bildern sollen die einen die perfekte Magersüchtige zeigen. Die Dicken stellen das perfeckte Abschreckbild dar.</p>
<p><em><span style="color:#993366;">Aber was haben sie gemeinsam? Beide werden benutzt, beide erfüllen Pauschalvorstellungen einer Wunschidee. Beide sind essgestört und da wir keinen der Menschen auf den Bildern persönlich kennen, wissen wir auch nicht, warum das so ist. In Gut und Böse zu unterteilen und so zu degradieren macht also keinen Sinn.</span></em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[10 Wege aus der Magersucht, hundert zurück.]]></title>
<link>http://hungrigesleben.wordpress.com/2009/05/29/10-wege-aus-der-magersucht-hundert-zuruck/</link>
<pubDate>Fri, 29 May 2009 08:14:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>me.ipsum</dc:creator>
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<description><![CDATA[Morgens aufstehen und sich nicht wiegen. Ein Frühstück zu sich nehmen. Kaffee mit Milch trinken. Ein]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Morgens aufstehen und sich nicht wiegen. Ein Frühstück zu sich nehmen. Kaffee mit Milch trinken. Ein Brötchen essen. Manche Menschen essen morgens sogar zwei Brötchen, habe ich gehört. Normale Menschen. Ich weiß nicht mehr so genau, wann ich das letzte Brötchen gegessen habe. Aber heute Morgen waren es 44,6 kg und gestern 914 kcal. Beides zu viel.</p>
<h3><span style="color:#c71585;">Einmal Normalität und zurück</span></h3>
<p>Ich habe es nicht unversucht gelassen. Mal aus Angst vor Leistungsabfall oder körperlichen Schäden, mal aus dem Wunsch nach Lebensqualität heraus. Es gibt genügend gute Gründe, eine Essstörung hinter sich zu lassen. Aber ich habe mich daran gewöhnt, sie nicht zu beachten. Was ist schon echte gute Butter auf einem Bauernbrot gegen eine Hose, die passt? Essen dauert wenige Minuten, aber diesen Körper muss ich den ganzen Tag ertragen. Man vergleicht, argumentiert, redet sich gut zu. Wenn man dann eines Tages doch zurück will in die Welt der Gesunden, hat man schon verloren.</p>
<p>Man kommt dort an, mit 2 Koffern voll Zweifel in der Hand. Man setzt den ersten Fuß in die neue Welt, wird beäugt und begutachtet. Man erklärt, was man hier will und wird begrüßt: alle finden es gut, dass man zunehmen will. Oder dass man mehr essen will. So ist es beim ersten Versuch. Später spricht man nicht mehr davon, weil einen die vielen Antworten auf das bisschen Initiative vollkommen verrückt machen. Es ist ja nur ein Versuch. Es war die eigene Idee. Kein Famlienprojekt, kein Lebensinhalt, keine Geschichte, für die man noch ein paar kreative Autoren braucht&#8230; Alles zu viel. Zu schnell. Zu öffentlich. So weit wollte man seine Gefühle nun auch wieder nicht ausbreiten.</p>
<p>Wenn dieser erste Rückschlag einen noch nicht in die gewohnte Ruhe des anorektischen Essverhaltens zurückwirft, dann tut es die Menge der Kommentare auf Zeit. Man versucht, sich zu machen, vielleicht sogar den eigenen angeborenen Ehrgeiz ins Essen umzulenken, nur diesmal andersherum. Aber die erwartete Resonanz kommt nicht. Es kommt eine andere. Es kommt &#8220;Du siehst gut aus.&#8221; oder &#8220;Ein paar Kilo mehr stehen dir viel besser, jetzt siehst du wieder aus wie eine richtige Frau.&#8221; &#8220;Mach weiter so.&#8221; Nett gemeint, ein Einbruch in die Spiegelwelt, in der man allein war mit sich, der Magersucht und den Zahlen.</p>
<p>Ich hatte es bis 46 kg geschafft, als es mir zu viel wurde. Mit 47 Komme irgendwas hätte ich einen BMI von 18 gehabt. Ich sah diese Zahl und mein Luftschloss aus Normalität kollabierte. Normalität war gar nicht schön. Sondern normal. Gesund, ja, gesund sein wollte ich. Das war in Ordnung. Aber um welchen Preis. Jetzt war ich hier, an der Stelle, die normal sein sollte und was kam von außen? &#8220;Hast du wieder abgenommen?&#8221;</p>
<p>Ich kam nach Hause. Zu irgendeiner Feier. An irgendeinem Tisch mit Essen. Mit 47 kg, einer Hose, die ich nicht mit diesem Gewicht gekauft hatte und ich hatte schon gegessen. Seit Wochen.</p>
<p><span style="color:#d87093;"><strong>&#8220;Hast du wieder abgenommen?&#8221;</strong></span></p>
<p>Warum. Warum jetzt. Nein, 5 kg mehr. Das Gefühl kann ich gar nicht beschreiben. Es war betäubend. Eiskalt wurde mir da ums Herz. Und es war aus mit dem Essen, in diesem Moment. Seit dem habe ich nie wieder versucht, zuzunehmen. Vermutlich war es auch ein Fehler, für andere zuzunehmen. Ihnen gefallen zu wollen. Sie hatten es nicht beachtet, wie sie es hätten beachten sollen, jetzt war die Chance vorbei. Der schmale Korridor von neuen Möglichkeiten schloss sich und ein Teil von mir nahm Abschied von dem, was ich für Unterstützung gehalten hatte.</p>
<p>Was hatten sie nur gewollt? Dass ich ins Schema passe, dass ich vorzeigbar bin? Dass ich leckere Dinge mag. Ich war nie so wie ihr, warum soll ich es jetzt sein? Nichts als Oberfläche. Fassade. So brauche ich auch nicht zuzunehmen.</p>
<p>Ich denke, dass auf diese Art und Weise meine Vorstellung von Gesundheit entstanden ist. Ich fühle mich nicht gesund, weil ich ein Gewicht erreicht habe, dass <em>andere Menschen</em> gut finden. Ich fühle mich wohl, wenn ich ich selbst sein kann. Und ich bin dünn. Und ich will nicht gefallen oder passen oder mir Normalität als nützliche Eigenschaft verkaufen lassen. Ich will nicht so sein.</p>
<p><span style="color:#800080;"><em>Einer von hundert Wegen.<br />
Ein paar mal versucht und ein paar mal<br />
auf diese Weise zurückgekehrt. Ich werde es<br />
kein weiteres Mal versuchen. Ich sehe keinen Grund.</em></span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Magersucht und das Thema Gesundheit]]></title>
<link>http://hungrigesleben.wordpress.com/2009/05/20/magersucht-und-das-thema-gesundheit/</link>
<pubDate>Wed, 20 May 2009 17:49:26 +0000</pubDate>
<dc:creator>me.ipsum</dc:creator>
<guid>http://hungrigesleben.wordpress.com/2009/05/20/magersucht-und-das-thema-gesundheit/</guid>
<description><![CDATA[Gesundheit ist, wenn man nicht krank ist. Gesundheit ist wichtig, gut, wünschenswert, erstrebenswert]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Gesundheit ist, wenn man nicht krank ist. Gesundheit ist wichtig, gut, wünschenswert, erstrebenswert, muss behütet werden, darf nicht infrage gestellt werden, ist ein ultimativer Wert. Jeder weiß, was Gesundheit ist! Oder?</p>
<p>Ich bin nicht gesund. Ich bin gestört, meine Gesundheit hat einen ansehnlichen Kratzer. Acht Jahre lang habe ich sie mutwillig geschädigt, mit Medikamenten, Sport, Sucht und Rasierklingen. Meine Gesundheit und ich standen uns nie besonders nahe. Es gab Zeiten, in denen ich sogar gerne krank und schwach aussehen wollte, nur um eine der unerreichbaren menschlichen Umarmungen zu erhalten. Um hinterher festzustellen, dass falsche Zuwendung und Fürsorge nicht besser ist als gar keine. Für mich jedenfalls nicht.</p>
<p>Gesundheit ist für mich assoziiert mit Körper. Schöne weibliche runde Körper. Frauen müssen diese kleine Wölbung unterhalb des Bauchnabels haben. Ich nenne das &#8220;Bienenbauch&#8221;. Dieses Wort habe ich mir als Kind irgendwann ausgedacht. Damals gab es noch keine Hüfthosen und wir hatten eine Englischlehrerin, die gerne Hosen trug, deren Bund genau in der Taille saß. Es sah grauenhaft aus. Unter dem Gürtel &#8211; der &#8220;Wespentaille&#8221; &#8211; kam der &#8220;Bienenbauch&#8221;. Auch in Badeanzügen fand ich das sehr widerlich. Frauen, die keinen Bienenbauch hatten, fand ich also besonders schön, wohlgeformt. Die Bienenbauchfrauen waren und sind für mich eine Form der Weiblichkeit. Gebärfreudige weiche Wesen mit einem breiten Becken und Oberschenkel der Bauform Hähnchenkeule. Oben rund, nach unten spitz zulaufend, in der Mitte berühren sie sich, an einer Stelle, für deren Hässlichkeit ich keine Worte finde. Die Vorstellung solcher Beine macht mich traurig. Warum hat die Evolution die Frauen mit diesem überflüssigen Fett geschlagen? Und warum &#8211; auch das frage ich mich schon lange &#8211; haben die Schaufensterpuppen immer so gerade Beine ohne den Oberschenkelinnenseitenfettknubbel? Ist der etwa nicht gesund und schön und gehört dazu? Warum? Ihr Schweine!</p>
<p>Na ja, so viel zum Exkurs. Weiblichkeit ist gesund, normal und gut. Frauen müssen so aussehen. Gesundheit und Schönheit gehören also zusammen. Insofern war Magersucht für mich auch nie das Nacheifern eines Schönheitsideals, sondern vielleicht eher das Erschaffen eines eigenen Idealbilds. Meine Schönheit ist übertriebene, auffällige Zerbrechlichkeit, grazile Fragilität, Askese, Außergewöhnlichkeit. Das war es, was ich haben wollte. Eleganz.</p>
<p>Was mich übrigens zu einem weiteren Punkt bringt. Oft wird die Anorexie mit einer Regression gleichgesetzt. Der anorektische Mensch möchte in eine Kindform verschwinden, Verantwortung loswerden, sich verstecken, leicht und kindlich sein. Ich weiß nicht, wer sich das ausgedacht hat und ob es wahr ist. Ich selbst habe es jedenfalls nie so erlebt. Ich wollte nie Kind sein, meine Kindheit nachholen oder sonstetwas dergleichen. Meine Kindheit war nicht schön, Kinder sind unmündige, beschränkte, asexuelle niedliche Wesen. Nichts derartiges empfinde ich als erstrebenswert. Eleganz ist ein Attribut, das ein Kind nicht haben kann &#8211; es ist untrennbar ans Erwachsensein gekoppelt. Um Charisma, Eleganz, Ausstrahlung zu haben, muss der Körper, das Gesicht eine Lebensgeschichte oder Einstellung wiedergeben.</p>
<p>So kam ich zum Hungern. Selbstbestimmung und Anderssein. Mittlerweile hat es sich manches verändert. Ich habe andere Gründe. Aber ich bin nie ganz zu dem Punkt, an dem ich vielleicht als Teenager war, zurückgekommen, was die Vorstellung von Gesundheit betrifft.</p>
<p>Fassen wir es einmal zusammen: ich will ein Untergewicht halten. Ich nehme einige Mangelerscheinungen in Kauf. Ich esse wenig. All diese Dinge schränken die Gesundheit ein. Ich werde keine blühende Venus sein mit prallen Oberschenkeln. Und macht mich das glücklicher? Ja, macht es. In der Tat muss ich zugeben, dass ich länger mit Untergewicht gelebt habe, nicht extremes &#8211; immer ein BMI von um die 16, aber definitives Untergewicht. Und es ging mir psychisch gut. Mit Normalgewicht mag mein Körper glücklicher gewesen sein, ich konnte es wochenlang durchziehen, normal zu essen, aber innerlich hat sich nichts getan. Ich denke, das liegt daran, dass ich eine sehr feste Vorstellung von Schönheit habe. Und dass mir Dinge, die normalen Menschen wichtig erscheinen, gleichgültig sind. Gutes Aussehen war für mich immer ein gewisser Wert. Ich hatte eine Vorstellung davon, was eine schöne Frau ist und diese Vorstellung entsprach nicht der landläufigen. Ich wollte so sein. Das Deprimierende an der Sache ist nur die Sucht. Im Laufe meiner Bemühungen musste ich feststellen, dass mein Körper auf all diesen femininen Scheiß ausgelegt ist. Er will rund und rosig sein. Man kann ein breites Becken und bestimmte Veranlagungen nicht weghungern. Es geht einfach nicht. Ab einem gewissen Gewicht sieht es sogar richtig hässlich aus. Unförmig, schlecht verteilt, verzerrt. Das kann es also auch nicht sein&#8230; Man möchte es übrigens nicht glauben, für diese Erkenntnis habe ich ein paar Jahre gebraucht.</p>
<p>Welche Gesundheit wähle ich nun?</p>
<p>Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Therapeut, der das liest, sich etwas denken wird wie &#8220;Vielleicht könnte man das schon schaffen &#8211; mit etwas Arbeit an der Psyche, die hat ja offenbar nicht stattgefunden.&#8221; oder &#8220;Verhaltenstherapie wäre hier bestimmt gut.&#8221; Ach ja. Und dann? Dann bin ich also einer dieser glücklichen gesunden fetten Menschen und mag meine Cellulite und das Speckröllchen über dem Gürtel. Und alles ist gut und wahr und richtig so, denn es gehört ja zum Leben. Dann akzeptiere ich mich und meine Eigenheiten und mag mich so wie ich bin. Bitte einen Lappen, schnell! Ich kann diese schmierige Vorstellung nicht ertragen! Ich bin nicht so, ich bin nicht normal, und ich will es auch niemals sein, wenn das einzige, woran die Welt Gesundheit festmacht mein Gewicht ist!</p>
<p>Widerlich.</p>
<p>Diese Vorstellung von Gesundheit ist nicht besser als der hohlste Schlankheitswahn.</p>
<p>Meine Gesundheit ist im den Augen der Medizin vielleicht nicht vorhanden, für mich ist sie aber essentiell. Mit der Entscheidung, sich nicht zu Grunde zu richten und bewusst mit einer Essstörung zu leben, muss man auchVerantwortung für die eigene Gesundheit tragen. Ich esse kein Junkfood und lasse mein Blutbild bestimmen. Ich gehe nicht unter ein gewisses Gewicht und treibe keinen exzessiven Sport. Ich nehme keine Medikamente mehr um abzunehmen. In meiner Ernährung gibt es keine Tabu-Lebensmittel, nur welche, die mir nicht schmecken. Ich möchte sagen, ich bin nicht weit von einer ziemlich guten Ernährung entfernt, nur dass die Menge nicht stimmt&#8230; Mehr mag ich aber auch nicht. Und bis jetzt komme ich damit gut aus. Bis jetzt ist das für mich die beste Lösung.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA["Isabelle Caro - qu'est-ce tu veux?" oder "Multimediale Magersucht?"]]></title>
<link>http://hungrigesleben.wordpress.com/2009/05/20/isabelle-caro-quest-ce-tu-veux/</link>
<pubDate>Wed, 20 May 2009 12:32:05 +0000</pubDate>
<dc:creator>me.ipsum</dc:creator>
<guid>http://hungrigesleben.wordpress.com/2009/05/20/isabelle-caro-quest-ce-tu-veux/</guid>
<description><![CDATA[Nichtsahnend sitze ich spätabends über der Steuererklärung und vor dem Fernseher, als mir nach einer]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Nichtsahnend sitze ich spätabends über der Steuererklärung und vor dem Fernseher, als mir nach einer Reportage über unbefriedigte alte Männer, Isabelle Caro über die Mattscheibe läuft.</p>
<p>Ich glaube, ich habe an die 100+x Reportagen und Filme über Magersucht und andere Essstörungen gesehen. Manche sind gut, sie bilden die Ausnahme. Die meisten sind nur Resumes ohne tiefgehenden Inhalt.</p>
<p>An den Sender kann ich mich nicht erinnern, es war nur ein kurzer Abschnitt. 5 Minuten Isabelle Caro. 5 Minuten Sinnlosigkeit. Was ist das Ziel dieser Person? &#8211; Die Kritiker bemängeln, dass Caro als Ikone der Magersucht gehandelt wird. Sie selbst berichtet, ja schon 7 kg zugenommen zu haben und überhaupt! Das Essen könne sie nun ganz anders wahrnehmen, ja sogar genießen. Das sei ein riesiger Schritt und ganz rosalebensjubelwunderbar. Wo die 7 kg sind, weiß ich nicht, aber ich schätze nicht auf Isabelles Rippen. Die Reportage ist kritisch, wenn auch durchschnittlich. Isabelle wird beim Posing vor der Kamera gezeigt &#8211; ihr Lächeln zieht das straff gespannte Gesicht nicht mehr in Falten. Ihre Nase ist fast verschwunden &#8211; oder war sie nie da? Ich habe mich schon immer gefragt, ob sie den Knorpel weggehungert hat, aber manche Geheimnisse nehmen Menschen wohl mit ins Grab. Genau wie Isabelle, die vor lauter Kampf gegen die Magersucht, Ana Posen vor der Linse und Charity Veranstaltungen gar nicht so viel essen kann, wie sie dabei verbrennt. Wie soll diese Person zunehmen? Und vor allem, warum? Isabelle ist das, was man medienwirksam nennt. Sie ist der Inbegriff der Nahrungsverweigerung, auch wenn man ihre Motive nicht erkennt, da sie durch ihre enorme Präsenz erreicht hat, dass sich niemand mehr für ihre Persönlichkeit interessiert. Nun hat sie sie, die Aufmerksamkeit. Und in einem Zug mit dieser Aktion hat sie sich die Hilfe vom Leib geschafft. Niemand wird kommen und Isabelle, die öffentlich der Magersucht den Kampf angesagt hat, entmündigen und in eine Klinik einweisen.</p>
<p>Aber was bedeutet das für andere Magersüchtige? Isabelle Caro steht indirekt für die Unmündigkeit. Nicht nur dass sie die Unfähigkeit zu handeln demonstriert und damit Essgestörtsein in der Öffentlichkeit als pure Unfähigkeit zu leben zeigt. Nein, Caro sagt so quasi auch: &#8220;Ich kann nicht anders. Ich bin ein Opfer. Ich will ja, aber ich kann nicht.&#8221; Nur, dass sie dabei hochgradig unglaubwürdig ist &#8211; einerseits will sie reflektiert sein und kämpfen &#8211; andererseits weist sie die Verantwortung mit der Opferrolle von sich. An allem ist ja doch nur die Mutti schuld, warum also weiter darüber nachdenken?</p>
<p>Sie gibt durch ihr Verhalten den Medien Raum, um Magersucht als Feind der Weiblichkeit, der Schönheit, der Normalität und des Lebens zu verstehen. Ihre Art, mit der Krankheit zu leben ist dermaßen kurz vor dem Tod, dass sie keine Akzeptanz hervorrufen kann. Deshalb <em>muss</em> sie sich auch öffentlich dagegen stellen. Mit dieser Art, sich zu vermarkten, nimmt sie jedoch anderen Essgestörten die Möglichkeit, ihre Art mit der Krankheit umzugehen darzustellen. Und damit entmündigt sie alle Magersüchtigen.</p>
<p>Sind wir ehrlich? Kein Mensch will doch wissen, wie man mit Magersucht leben kann. Wen interessiert schon, wie man an einer so harten Grenze leben will? Es ist viel leichter, für jede Diagnose eine Behandlung und Heilung anzunehmen. So muss es gehen, das ist der einzig richtige Weg. Ab in die Klinik mit dem unliebsamen Kinde. Was das für die Menschen bedeutet, die krank sind, wissen die Außenstehenden nicht. Und in vielen Fällen werden sie es auch nie erfahren, da sie ihre eigenen Angehörigen mit nicht viel anderen Augen sehen als die Öffentlichkeit Isabelle Caro &#8211; als einen Menschen, der nicht funktioniert. Aber irgendwie muss es ja schließlich gehen. Und wenn das Kind aus der Klinik kommt, sieht es hoffentlich wieder schön rosig aus. Wer sich dagegen entscheidet, ist gestört und muss behandelt werden.</p>
<p>Ich glaube, dass viele Wege nach Rom führen. Und aus der Magersucht. Solange in unserer Gesellschaft nur auf gesund und krank fokussiert wird, kann es keine Akzeptanz geben. Man kann nur für sich selbst sprechen und hoffen, verstanden zu werden. Das mache ich. Ich lebe mit meiner Krankheit, lange, gut und fast ohne Behandlung. Ich hungere mich nicht zu Tode, ich finde Isabelle Caro nicht schön und den Fernseher schalte ich dann mal aus&#8230;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Da hats dem SL die Stimme verschlagen]]></title>
<link>http://rpgzeugz.wordpress.com/2009/11/14/da-hats-dem-sl-die-stimme-verschlagen/</link>
<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 00:47:33 +0000</pubDate>
<dc:creator>lbadder</dc:creator>
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<description><![CDATA[Gerade zurück von einer DnD-Session, schon wieder gibt es was zu schreiben &#8211; diesmal sogar so ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Gerade zurück von einer DnD-Session, schon wieder gibt es was zu schreiben &#8211; diesmal sogar so wichtig das ich gar nicht erst lange rumüberrlege, was ich schreiben muss.</p>
<p>Nachdem wir 4, ja diesmal wirklich 4, uns getroffen haben und 2 Teile des 3 teiligen, neu gekauften, Tapiziertisch als Spieltisch umfunktioniert haben, gingen wir sofort los &#8211; natürlich nicht mit einer neuen Runde DnD. Die Belangslosigkeit und der Inhalt des üblichen Vorspiels war wie immer zu ignorieren. Die Themen drehten sich um Cthulhu und dem damit verbundenen Einsteigerregeln als eine Art Demo zu dem Spiel. Siehe dazu: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cthulhu-Mythos" target="_blank">http://de.wikipedia.org/wiki/Cthulhu-Mythos</a> bzw <a href="http://www.pegasus.de/cthulhu.html" target="_blank">http://www.pegasus.de/cthulhu.html</a> Bei dem zweiten Link  gibt es auch irgendow ein Link zu einer pdf Datei mit den Einsteigerregeln. Oder man gehe zum Fachhändler, dort liegen auch andere rum, wie Shadowrun. Nachdem man mehrere neue Projekte vorstellt, sich gegenseNeugigkeiten erzählt und mindestens 2 Stunden nach dem Treffen mal auf die Idee kommt, zu spielen, so kann das höchstens mit dem Einwand &#8220;Heute sind zwar aber eine halbe Stunde früher dran&#8221; verlängert werden.</p>
<p>Die zu spielende Geschichte war recht simpel: Gruppe von 4 Leuten, unterschiedlicher Klassen, macht sich mit einem Pferd auf dem weg irgendwas zu transportieren &#8211; so einfach so simpel. Zwischendurch wird auf Gegner gekloppt, die irgendwas mit Level 1 zu tun haben &#8211; hier wurde dabei die neuste DnD Init Software genutzt und darüber philospohiert, wie man die besser machen könne. Spätestens konnte jeder hören, dass der SL die Stimme verliert. Ob es am Kampfstil lag &#8211; man weiß es nicht.</p>
<p>Es folgt eine Pause &#8211; im Spiel sowie ausserhalb. Es wurde philosphiert, wie man einen doppelten Fallschaden erhalten könne, wenn man doch nicht heruntergafallen ist und der Baum mindest 10 Meter groß ist. Der SL trinkt absofort nur noch kaltes Wasser &#8211; mhm&#8230; Schon da befürchtete ich, dass könnte nicht soo gut sein.</p>
<p>Nachdem nun festgestellt wurde, dass es weiter gehen muss. Habe ich mich nach vorne gestürmt und diplomatisch sinnvoll mit dem Sohn des Dorfältesten geredet. (&#8220;Kommt dein Vater wieder oder ist er zum sterben in den Wald gegangen?&#8221; &#8220;Prinzessin? Müssen wir unbedingt los?&#8221; &#8220;Muss das Pferd mit?&#8221; &#8220;Okay, du kannst dich erinnern das es die Prinzessin ist.&#8221;) Schon jetzt war die Prinzessin, gespielt vom SL, eher stumm bzw im Stimmbruch (&#8220;auf dem Weg endlich ein Mann zu werden&#8221;)</p>
<p>Nach 2 gespielten und 5 Simulierten Drachentötungen und das durchwuseln durch einen kaum durchkehrbaren Wald (falscher Zweig = wieder am Start) waren wir alle ein Level Up und rüstet uns aus &#8211; das war es auch schon. Den Vater fanden wir (noch) nicht, aber wir sind schoneinmal durch. Beenden mussten wir wegen zweierlei Sachen: 1) Es ist schon spät (war aber schon mal deutlich später) 2)der SL hatte keine Stimme mehr, was durch das erzählen von Witzen nicht zwingend besser wurde&#8230;. und wird.</p>
<p>Warum ausgerechnet so plötzlich die Stimme versagte, weiß der Geier. Vielleicht Überreizung des Lachmuskels</p>
<p>&#160;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ver<em>Queer</em>t Denken – Normalität(en) hinterfragen]]></title>
<link>http://queereinsteigen.wordpress.com/2009/10/15/verqueert/</link>
<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 08:28:33 +0000</pubDate>
<dc:creator>Wintersemester 2009/2010</dc:creator>
<guid>http://queereinsteigen.wordpress.com/2009/10/15/verqueert/</guid>
<description><![CDATA[Prof. Dr. María do Mar Castro Varela 22.Okt.2009, 19.00 Uhr, Melanchthonianum, Hörsaal XX, Uniplatz ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;"><span style="color:#800000;"><strong>Prof. Dr. María do Mar Castro Varela</strong></span><br />
22.Okt.2009, 19.00 Uhr, Melanchthonianum, Hörsaal XX, Uniplatz 8/9, Halle</p>
<p style="text-align:justify;">„Der Begriff heterosexuelle Matrix steht [...] für das Raster der kulturellen Intelligibilität, durch das die Körper, Geschlechtsidentitäten und Begehren naturalisiert werden. [...] Es geht darum, ein hegemoniales diskursives/epistemisches Modell der Geschlechter-Intelligibilität zu charakterisieren, das folgend unterstellt: Damit die Körper eine Einheit bilden und sinnvoll sind, muß es ein festes Geschlecht geben, das durch die zwanghafte Praxis der Heterosexualität gegensätzlich und hierarchisch definiert ist“. [Judith Butler]</p>
<p style="text-align:justify;">Was ist eine „heterosexuelle Matrix“? Was ein „Raster der kulturellen Intelligibilität“? Queer Studies sind voraussetzungsvoll. Gleichzeitig stellen sie eine Perspektive dar, die nicht nur das Denken schult, sondern dasselbe eben nötigt anders zu denken.<br />
Seit den 1990er Jahren etablierten sich Queer Studies nach und nach in der anglophonen Hochschullandschaft und auch im deutschsprachigen Raum sind sie nicht mehr aus den Gender Studies wegzudenken. Im Vortrag sollen einige der Herausforderungen queeren Denkens vorgestellt und darüber hinaus Queering als permanent-kritischer Prozess dargelegt und zur Diskussion gestellt werden. Ein Fokus wird dabei auf die Verbindung zur Postkolonialen Theorie gelegt. Womit deutlich gemacht werden soll, inwieweit Sexualitätsdiskurse internationale Macht- und Herrschaftssysteme (etwa Imperialismus aber auch Migrationsregimes) etablieren halfen und bis heute stabilisieren. Und warum Rassismus und heteronormative Reproduktivität aufs engste miteinander verlinkt sind.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Weitere Informationen zur Referent_in und ausgewählten Veröffentlichungen findet ihr unter </em><a href="http://queereinsteigen.wordpress.com/terminplan/"><em>Terminplan</em></a><em>.</em></p>
<p style="text-align:justify;"><span style='text-align:left;display:block;'><p><object type='application/x-shockwave-flash' data='http://wordpress.com/wp-content/plugins/audio-player/player.swf' width='290' height='24' id='audioplayer1'><param name='movie' value='http://wordpress.com/wp-content/plugins/audio-player/player.swf' /><param name='FlashVars' value='&amp;bg=0xf8f8f8&amp;leftbg=0xeeeeee&amp;lefticon=0x666666&amp;rightbg=0xcccccc&amp;rightbghover=0x999999&amp;righticon=0x666666&amp;righticonhover=0xffffff&amp;text=0x666666&amp;slider=0x666666&amp;track=0xFFFFFF&amp;border=0x666666&amp;loader=0x9FFFB8&amp;soundFile=http%3A%2F%2Fqueereinsteigen.wordpress.com%2Ffiles%2F2009%2F10%2Fmariadomarcastrovarela_22-10-09_geschnitten2.mp3' /><param name='quality' value='high' /><param name='menu' value='false' /><param name='bgcolor' value='#FFFFFF' /></object></p></span></p>
<p style="text-align:justify;">
<p><a href="http://queereinsteigen.wordpress.com/files/2009/10/mariadomarcastrovarela_22-10-09_geschnitten2.mp3">Download</a> (72:41 min, 66,4 MB)</p>
</div>]]></content:encoded>
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<title><![CDATA[Behinderung: Selbstverwirklichung nur ohne Hörgerät möglich?]]></title>
<link>http://notquitelikebeethoven.wordpress.com/2009/10/14/behinderung-selbstverwirklichung-nur-ohne-horgerat-moglich/</link>
<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 22:48:09 +0000</pubDate>
<dc:creator>not quite like beethoven</dc:creator>
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<description><![CDATA[Bin ich als Schwerhöriger oder Ertaubter nur halb der Mensch, der ich sein könnte, solange ich Mediz]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Bin ich als Schwerhöriger oder Ertaubter nur halb der Mensch, der ich sein könnte, solange ich Medizintechnik nutze? Also Hörgeräte oder Cochlea Implantate (CIs)?</p>
<p>Darüber habe ich mich gerade überraschend mit der Bekannten einer Freundin gestritten. Überraschend deswegen, weil ich dachte, niemand würde diese Frage rundheraus mit &#8220;ja&#8221; beantworten. Meine Gesprächspartnerin war jedoch der Ansicht, dass nur das Weglassen jeglicher Geräte und die Verwendung von Gebärdensprache als meine neue Muttersprache mich vollkommen befreien würde. (Die Unterhaltung fand auf Englisch statt, es ging um &#8220;self-actualization, also darum, das eigene Potential auszuschöpfen, was übrigens auch das Erkennen von Grenzen beinhaltet, sowohl persönlicher als auch gesellschaftlicher.)</p>
<p>Ich denke immer noch darüber nach, darum wollte ich hier ein bißchen was dazu schreiben. Würde mich freuen wenn Ihr reinschaut.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Ich habe eigentlich überhaupt kein Problem mit dem Wort behindert (leider hängen so wie die Leute es verwenden allzu oft Pauschalisierungen und Stigmatisierung der ganzen Person dran). Ich bezeichne mich selbst als schwerhörig. Wenn es formal wird oder der Kontext es erfordert (und in diesem Blog tut er das oft), dann sage ich auch, ich sei &#8220;hörbehindert&#8221;. Ich finde das vollkommen korrekt, weil die anatomischen Gegebenheiten in meinen Ohren mich nunmal beim Hören und allem was damit zusammenhängt behindern. Das heißt nicht, dass ich situationsunabhängig oder gar vorwiegend ein &#8220;Behinderter&#8221; wäre, beileibe nicht. Aber ich bin schwerhörig und damit situationsabhängig mehr oder weniger behindert wenn es ums Hören geht. (Hinter dem mehr oder weniger versteckt sich dann die Frage, ob und inwiefern auch meine Umwelt, Menschen, Organisationen und Gesellschaft mich behindern und was man dagegen tun kann. Aber das ist ein anderes Thema.)</p>
<p>Weil ich diese Situationen nicht alle vermeiden kann und auch nicht will, nutze ich alle möglichen Tricks und Strategien (die zum Teil in diesem Blog beschrieben sind), um die Probleme zu überwinden, die mir meine Schwerhörigkeit bei dem was ich so mache auftischt. Und ich nutze Hörgeräte als Hilfsmittel. Ich weiß sehr genau, dass ich trotzdem schwerhörig, hörbehindert bleibe. Hörgeräte &#8212; oder CIs &#8212; sind kein Ersatz für meinen Hörsinn und keine Heilung für Taubheit. Aber das behauptet meines Wissens nach auch niemand ernstzunehmendes. Es sind Hilfsmittel, die, wie der Name schon sagt, mir erlauben, bestimmte Ziele unter gegebenen Umständen besser, schneller oder einfacher zu erreichen.</p>
<p>Wenn ich nun unter diesen Bedingungen nach Selbstverwirklichung im Sinne von &#8220;self-actualization&#8221; strebe, dann bedeutet das für mich, dass ich in meinem Leben, in meiner Identität einen Platz für meine Schwerhörigkeit bzw. Taubheit finden muss. Denn darum geht es: Um das Leben was man &#8212; idealerweise unter Berücksichtigung der Umstände, Grenzen wie Potentiale &#8211;  führen will. Und wie man das erreichen kann.</p>
<p>Hier zu jemand anderem zu sagen: Du darfst aber keine Hörgeräte oder CIs dabei benutzen und mußt dich von der Beschränkung der Lautsprache frei machen, finde ich gelinde gesagt, etwas daneben. Da finde ich hat jemand sowohl das <a title="SSOAR: Anne Waldschmidt - Disability Studies: individuelles, soziales und/oder kulturelles Modell von Behinderung? " href="http://www.ssoar.info/ssoar/View/?resid=1877">medizinische wie das kulturelle Modell von Behinderung</a> etwas einseitig verstanden. Ich denke, es geht weniger darum ob und welche Hilfsmittel man nutzt, sondern welchen Gebrauch man von ihnen macht. Ob man damit die eigenen Potentiale besser ausschöpft und so glücklicher lebt.</p>
<p>Nun würde mich interessieren &#8212; wie seht Ihr das?</p>
<p>(Die Situation ist natürlich eine ganz andere für Leute, die von Geburt an gehörlos sind oder bereits gebärdende Freunde und Verwandte oder Kollegen haben. Ich bin spätertaubt und habe im Augenblick keinen einzigen gebärdenden Menschen in meinem Leben.)</p>
</div>]]></content:encoded>
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<title><![CDATA[Anderssein Teil 4]]></title>
<link>http://meineweltistanders.wordpress.com/2009/10/08/anderssein-teil-4/</link>
<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 23:09:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>Kiefner Sabine</dc:creator>
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<description><![CDATA[Gedanken einer Asperger-Autistin über das Erleben, anders zu sein Teil 4 Der Alltag stellte immer ne]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Gedanken einer Asperger-Autistin über das Erleben, anders zu sein Teil 4 Der Alltag stellte immer ne]]></content:encoded>
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