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	<title>poetik &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/poetik/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "poetik"</description>
	<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 16:11:56 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[119. Gedichte aus mathematischen Gründen]]></title>
<link>http://lyrikzeitung.wordpress.com/2009/11/24/119-gedichte-aus-mathematischen-grunden/</link>
<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 23:43:18 +0000</pubDate>
<dc:creator>lyrikzeitung</dc:creator>
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<description><![CDATA[Mathematik und Literatur gehen nicht zusammen. Die Literatur kennt keine Formeln, wie etwa eine Erzä]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Mathematik und Literatur gehen nicht zusammen. Die Literatur kennt keine Formeln, wie etwa eine Erzählung aufzugehen hätte, nur ungefähre Rechnungen, an die man sich halten sollte. Das Ergebnis ist dann nicht unbedingt richtig, mit ein wenig Glück aber wenigstens ganz gut.</p>
<p>Alfred Schreiber gelingt das Kunststück, doch beides unter einen Hut zu bringen, wenn auch nicht im oben angedeuteten Sinne einer Lösung, wie etwas zu verfassen wäre. Indem er Gedichte nach mathematischen Bewandtnissen absucht, diese literatur- und ideengeschichtlich beleuchtet und nicht zuletzt mit seinen fachlichen Kenntnissen als Mathematiker kommentiert, bringt er beides zusammen. Das darf man ruhigen Gewissens als Marotte bezeichnen, eine im besten Sinne. In ihr erweist sich Schreiber als ausgesprochene Koryphäe. Von Menschen seiner Art können die Künste gar nicht genug haben, denn nichts ist geeigneter, den Blick zu schärfen, als der Blick aus einer ganz anderen, völlig unerwarteten Perspektive. »Die Leier des Pythagoras« ist wie ein Biotop, in dem jedes Gedicht mit Mathematik gedüngt auf ganz neue Art zur Geltung kommt. So gelingt eine außergewöhnliche Fundgrube für Literaturliebhaber genauso wie für mathematisch Interessierte, da kommt sich nichts in die Quere, ganz im Gegenteil: Beide noch so widersprüchlich anmutenden Gebiete gewinnen voneinander. Die Mathematik wird da poetisch und die Poesie – die Poesie ist seit jeher allem gegenüber offen, auch dem Widersprüchlichsten. / Iven Einszehn, <a href="http://www.jungewelt.de/2009/11-24/016.php" target="_blank">junge Welt</a> 24.10.</p>
<h5 style="padding-left:30px;">Alfred Schreiber (Hrsg.): Die Leier des Pythagoras &#8211; Gedichte aus mathematischen Gründen. Verlag Vieweg + Teubner, Wiesbaden 2009, 244 Seiten, 19,90 Euro</h5>
<p>&#160;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Die Notwendigkeit des Kritzelns]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/11/23/die-notwendigkeit-des-kritzelns/</link>
<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 07:42:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
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<description><![CDATA[Da reißt man sich den Arsch auf, mit Verlaub, und dann? Dann steckt einen so ein Leonard Cohen mit e]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Da reißt man sich den Arsch auf, mit Verlaub, und dann? Dann steckt einen so ein Leonard Cohen mit einer simplen Hymne einfach in den Sack! So ein alter Knacker &#8230; es ist zum Verrücktwerden! So müssen sich jahrelang die Gegner des FC Bayern gefühlt haben, oder die anderen, nichtdeutschen Nationalmannschaften. Ein Anrennen auf ein Tor, über 90 Minuten, Überlegenheit über einen desinteressierten, in Stolz gegossenen Gegner, die sich aber nicht in einem Tor bezahlt machen will, und dann, 92. Minute, der Referee hat die Pfeife schon zwischen den Lippen, dann knallt so ein Mittelfeldbrecher von gegenüber den Ball in die eigenen Maschen. Und man sieht sich am nächsten Tag, auf Video, wieder im Gras liegen, Atem pumpend<!--more-->, die Arme verzweifelt ausgebreitet, der Blick leer oder die Augen geschlossen. Man will ja nicht heulen als Kerl, auch wenn einem danach ist. Und die Fans schwenken Fahnen und danken für ein tolles Spiel, aber was nützt einem das, ein Stadion, das wie die Scala ist nach einer Arie der Callas? Wenn doch nur die Tore zählen und nicht die Schönheit?</p>
<p>Das Notizheft hat man also vollgeschrieben, klingt ja auch alles ganz nett, aber wo ist der Bass? Wo klopft das Schlagzeug? Welche Akkorde werden gewoben und aufgelöst? Da bläst ganz allein die Moraltrompete vor sich hin, in Säckingen wie anderswo, und das noch ganz ohne Reim. Manchmal hört vielleicht einer hin, denkt sich: &#8220;Aha, aha&#8221;, aber insgesamt ist das eine Schinderei, das Schreiben, die einer besseren Sache würdig wäre.</p>
<p>Wenn aber, andererseits (und die Dialektik, meine Damen und Herren, ist nun mal das Hauptgebiet der Sprachfixierten), wenn also andererseits Leonard Cohen so dächte, wenn er den Gedanken zuließe: &#8220;All dieses Schlagwerk und die Bässe und die Akkorde, und wozu das? Damit ein paar Narren sich für 90 Minuten an einem Abend in Zürich oder Stuttgart oder Montreal Illusionen über den Zustand von Welt und Menschheit hingeben können? Und meine Musiker was zu beißen bekommen?&#8221; Wenn er so dächte, der alte Sangeskauz, der Melodienmagier, dann wär&#8217;s ja geschehen um die prachtvollen Hymnen, die natürlich aus dem Glauben an die Notwendigkeit des Kritzelns kommen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA["Hohlkörper" - der Roman im Bild]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/11/16/hohlkorper-der-roman-im-bild/</link>
<pubDate>Mon, 16 Nov 2009 14:16:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
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<description><![CDATA[Hohlkörper Lange Rede, kurzer Sinn? Dann doch lieber: kleines Foto, große Erklärungskraft. Unsere Ab]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><div id="attachment_3125" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-3125" title="Hohlkörper" src="http://blogozentriker.wordpress.com/files/2009/11/hohlkorper.jpg?w=300" alt="Hohlkörper" width="300" height="300" /><p class="wp-caption-text">Hohlkörper</p></div>
<p>Lange Rede, kurzer Sinn? Dann doch lieber: kleines Foto, große Erklärungskraft.<br />
Unsere Abbildung zeigt einen klassischen Hohlkörper. Aus der bauchigen, blasenartigen Mittelform entspringt der Roman von ganz allein, wenn Sie oben nur geduldig und beharrlich pusten. Es kann in Einzelfällen im unteren Ende zu Stauungen kommen. Ganz wichtig: Verlieren Sie dann nicht die Nerven! Wie beim Verfertigen journalistischer Texte gilt hier: Im Autopilot-Verfahren kommen Sie weiter. Einfach nix bei denken. Just blow it.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Leichtfertiger Trost, den die Digicam gewährt]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/11/15/leichtfertiger-trost-den-die-digicam-gewahrt/</link>
<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 10:25:35 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
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<description><![CDATA[&#8220;Du musst zugeben, Bob, das sind alles Problematiken von gestern! Du vertust deine Zeit, indem]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#8220;Du musst zugeben, Bob, das sind alles Problematiken von gestern! Du vertust deine Zeit, indem du die künstlerischen Schwierigkeiten deiner Eltern zu lösen versuchst! Ganz ehrlich&#8221;, sagte Hansi Hausmann, &#8220;das ist mein Eindruck!&#8221;<br />
Michi brummte Zustimmung aus seiner Ecke.<br />
Carlo sagte erstaunlicherweise gar nichts; vermutlich war er einschlafen.<br />
Keith Jarrett stöhnte leise zu seinem Köln-Konzert.<br />
Hansi fügte hinzu:<br />
&#8220;Glaub mir. Ich spreche als Freund.&#8221;<br />
Benn stopfte sich noch ein paar Finger voll Kartoffelchips in den Mund.<br />
&#8220;Ich hab keine Ahnung, wovon du redest&#8221;, murrte Bob endlich.<!--more--> &#8220;Meine Eltern hatten ganz bestimmt Schwierigkeiten, das stimmt, aber ganz bestimmt auch waren ihre Schwierigkeiten nicht KÜNSTLERISCHER Natur!&#8221; Bob beugte sich vor. &#8220;Mein Eindruck, Hansi, als Freund, ist, dass du Probleme zu lösen versuchst, die nur in deinem Kopf &#8230;&#8221;<br />
&#8220;Was Hansi sagen will&#8221;, sprang Georg in die Bresche, &#8220;ist, dass deine Texte, na ja.&#8221; Georgs Hände formten sachte Bewegungen, als buken sie Brot. &#8220;Oft sind sie etwas altbacken, altmodisch. Ich meine, Bob. Du liest Alfred Polgar! Du erwähnst in deinem Blog Hermann Broch! Du erwartest von den Menschen, dass sie ins Café gehen, um zu SCHREIBEN! Aber kein Mensch schreibt mehr, jedenfalls nicht in dem Sinn, den du im Sinn hast. Die Leute schreiben heute E-Mails, sie twittern, sie sind im Facebook-Chat.&#8221;<br />
&#8220;Na, ist doch schön für sie&#8221;, grollte Bob, die Arme vor der Brust kreuzend.<br />
&#8220;Ja&#8221;, schrie Hansi Hausmann, &#8220;aber das ist eben eine andere Realität als die, die du in deinem Kopf hast! Eine GANZ andere Realität!&#8221;<br />
Benn verschluckte sich an seinen Kartoffelchips, Carlo plumpste vom Sofa. Keith Jarrett jaulte auf.<br />
Michi brummte:<br />
&#8220;He, he, immer mit der Ruhe! Sonst fliegt ihr raus!&#8221;<br />
&#8220;Ich verstehe nur nicht&#8221;, wunderte sich Bob mit gerunzelten Brauen, &#8220;warum es dich so interessiert, Hansi, welche Art von Realität ich in meinem Kopf habe? Es ist doch wohl nur zu verständlich, sollte ich meinen, wenn ich lieber in einer anderen Realität lebe als der von der &#8216;Bild&#8217;-'Zeitung&#8217; beschriebenen?&#8221;<br />
&#8220;Na&#8221;, sagte Hansi Hausmann, &#8220;so wie du Schreiben verstehst, gibt&#8217;s das nur noch bei Roger Willemsen.&#8221;<br />
&#8220;Ja, und? Roger Willemsen und ich&#8221;, sagte Bob.<br />
&#8220;Ich dachte immer&#8221;, ließ Carlo sich endlich vernehmen, &#8220;du wolltest dich der Wirklichkeit stellen?&#8221;<br />
&#8220;Der Wirklichkeit stellen? Was soll das?&#8221; Bob breitete die Arme aus, seine Stimme hob sich. &#8220;Sind wir hier in HIGH NOON, oder was? Soll ich die Wirklichkeit abknallen? Das ist doch alles Quatsch, ihr seid doch alle &#8230;&#8221;<br />
&#8220;Ah, Scheiße&#8221;, sage in diesem Augenblick ich. &#8220;Der Akku ist alle! Ich glaube, das müssen wir alles noch mal aufnehmen, die filmt schon ne ganze Weile nicht mehr.&#8221;<br />
&#8220;Und das merkst du nicht, oder was?&#8221;<br />
&#8220;Sorry, Bob, aber.&#8221;<br />
&#8220;Nix aber. Nix sorry.&#8221;<br />
&#8220;Noch mal, komm, nützt doch nichts&#8221;, sagt Michi und stellt eine neue, unbenutzte Leinwand auf seine Staffelei.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Künstlerische Probleme von gestern]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/11/14/kunstlerische-probleme-von-gestern/</link>
<pubDate>Sat, 14 Nov 2009 16:42:53 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
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<description><![CDATA[- Das ist vollkommen &#8230; das ist vollkommen wahnsinnig, Bob! - Du brichst dir nur den Hals. Was ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>- Das ist vollkommen &#8230; das ist vollkommen wahnsinnig, Bob!<br />
- Du brichst dir nur den Hals. Was soll das bringen?<br />
Bob lächelte und sagte:<br />
- Schaut mal, Jungs. Wir können nicht ewig so weitermachen. Eine statische Einstellung an die andere geklebt. Das ist John Wayne, Leute, aber heute geht das nicht mehr so. Film kann heute so nicht mehr gehen! Wir brauchen Dynamik. Abel Gance, entfesselte Kamera. Mal etwas Neues, Waghalsiges. Spektakuläres, aber im guten Sinne spektakulär.<!--more--><br />
Ich dachte: Du liebe Scheiße &#8230;<br />
- Du willst dich also, sagte Carlo, mit der Kamera in der Hand aus dem Fenster stürzen? Und deinen Aufprall filmen?<br />
- Ich werde filmen, bestätigte Bob. Er nickte entschlossen. Sein Blick war finster.<br />
- Neun Stockwerke! rief Michi aus.<br />
- Und warum schwarzweiß? fragte ich.<br />
- Weil, sagte Bob zerstreut, weil es sonst ja, ich meine, das könnte ja sonst auch jeder MTV-Idiot machen, oder? Lustige Kamera, oder wie das heißt. Wenn Vati beim Grillen in die Kohlen fällt. Ich aber, sagte er stolz, will Kunst! Ich will etwas Gestaltetes, nicht einfach nur ein Dokument. Ich will ein Werk, ein Kunstwerk. Ein Meisterwerk!<br />
- Okay, sagte ich. Pass auf, ich stell dir die Kamera an, und dann kannst du loslegen.<br />
- Danke, sagte Bob und stieg auf das Fensterbrett.<br />
Carlo schob seinen Kopf zwischen Bobs Beinen hindurch und spähte hinab.<br />
- Mann.<br />
Er stieß einen Pfiff aus.<br />
- Und du weißt sicher, was du tust, ja? fragte er noch einmal, an Bob gewandt.<br />
Bob reagierte gar nicht mehr. Er stierte in den Sucher.<br />
- Na, dann Abflug, sagte ich und gab Bobs einen ziemlichen Schubs.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ich vertraue Peter Sloterdijk!]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/11/12/ich-vertraue-peter-sloterdijk/</link>
<pubDate>Thu, 12 Nov 2009 09:33:13 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
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<description><![CDATA[Die Frage ist ja in erster Linie: Welchem Autor vertraue ich? Das Verhältnis zwischen Leser und Auto]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Die Frage ist ja in erster Linie: Welchem Autor vertraue ich? Das Verhältnis zwischen Leser und Autor ist ja eines der intimsten überhaupt, vielleicht sogar das allerintimste, da es ein ideales ist. Auf alltagspraktische Fragen muss keine Rücksicht genommen zu werden, nirgends. Wir teilen kein Bett, wir essen nicht vom selben Brot. Notlügen sind also unverzeihlich. Ich dränge nicht darauf, dass mein Autor mir Dinge erzählt, die er mir nicht erzählen will. Was er mir aber erzählt, sollte er exklusiv mir erzählen &#8212; wenn Sie verstehen, was ich meine.</p>
<p>Um das auszuführen. Ich vertraue blind Witold Gombrowicz, ich vertraue Alfred Polgar, ebenfalls blind. Gut, könnte man einwenden, die sind auch tot!<!--more--> Toten vertraut es sich leicht. Aber ich vertraue auch Alexander Kluge. Ich vertraue sogar Dietmar Dath, auch wenn ich wenig von ihm gelesen habe. Er meint es unverkennbar ehrlich und ernst.</p>
<p>Nie etwa aber könnte ich ein Buch von Roger Willemsen lesen. Zwar mag der ein guter Stilist sein etc. &#8212; aber ich traue ihm nicht. Für mich ist er nur ein Hausfrauen-Stilist. Seine Brillanz ist von der aufpolierten Sorte. Sie soll Leuten gefallen, Pardon, die selbst nicht brillant sind. Willemsen ist gefangen in einer Blase von Eitelkeit &#8212; und bitte, kommen Sie mir nicht mit: &#8220;Einer musste ja damals diese Palaversendungen moderieren!&#8221;, oder: &#8220;Wer sonst hätte Jazz-CDs für das Zweitausendeins-Monatsheft besabbern sollen?&#8221;</p>
<p>Nebenbei ist es aber auch egal; ich vertraue ihm einfach nicht.</p>
<p>Ganz anders bei Peter Sloterdijk. Während sicher viele von Roger Willemsens pseudoernsthaftem Getue tief beeindruckt sind (&#8220;Interviews mit den Gefangenen von Guantanamo Bay! Wow! Nicht nur ein Poet, sondern auch noch ein SERIÖSER Journalist!&#8221;), finden sie Sloterdijk oberflächlich, schillernd und seicht. Eine echte Blase, eben. Dabei finde ich, dass man sehr viel mehr Mut braucht, um sich zu seiner Blasenhaftigkeit zu bekennen und sich, etwa, mit einem Buch mit dem Titel &#8220;Blasen&#8221; zu einer Tauchfahrt ins Ungewisse aufzumachen, als sich mit Leuten in einen Raum zu setzen, die zu einem Kosmos gehören, der auch nur eine Blase ist, wenn auch eine, die von so genannten &#8220;Journalisten&#8221; mit so genannten &#8220;Fakten&#8221; zum Schillern gebracht wird.</p>
<p>Die Gefangenen von Guantanamo Bay, die interessieren einen Gockel wie Roger Willemsen doch gar nicht! 9/11, das konnte seinerzeit den Empfindenden nicht entgehen, war für die Medienbande ein Glücksfall. Die Schamlosigkeit, mit der sogar die &#8220;Süddeutsche Zeitung&#8221; das Foto eines &#8220;falling man&#8221; (Don DeLillo) brachte, war ekelerregend, nichts weiter. Die Gier nach Auflage leuchtete einem aus jedem seifigen Kommentar entgegen. Und bis heute ist dieses Zusammenklappen schlampig konstruierter Hochhäuser (resp. für Verschwörungstheoretiker: dieses eklatante, unfassbare Menschenrechtsverbrechen der damaligen US-Regierung) ein Glücksfall für jeden Journalisten. Das Thema zieht einfach, weil wir alle denken, wir wüssten etwas darüber.</p>
<p>Das Foto eines Mannes, der in die Tiefe stürzt, weil er nicht verbrennen möchte. Reportagen eines Mannes, der durch die Lande reist, weil er endlich ernstgenommen werden möchte. Für mich ist das ein und dasselbe. Es sind Coups, Manöver, Kurzatmigkeiten, taktisches Getue. Das Werk von schamlosen Manipulatoren. Dahinter steckt keine Ananke, wenn Sie mir dieses klassische Wort gestatten, also kein Zwang, keine Notwendigkeit, kein innerer, tiefer, idiotischer Drang, der auf eine Sache zielte. Willemsen inszeniert sich als Interview-Held, nicht als Schreib-Idiot, wie etwa Josef Winkler, dem Peinlichkeiten egal sind. Was Roger Willemsen tut, scheint nützlich, darum darf es so absolut ersichtlich unnütz sein. Auf Roger Willemsen könnte jeder Idiot, jeder Bürgermeister einer schwäbischen Kleinstadt könnte sofort eine Laudatio auf Roger Willemsen halten, und das ist furchtbar! Das ist wie bei Ibsens &#8220;Stützen der Gesellschaft&#8221;. Wenn man sofort eine Rede auf jemanden halten kann, dann ist das Ausweis einer fetten Lebenslüge, einer Selbst-Inszenierung im pathologischen Maßstab. Nur zu Kitsch fällt einem sofort eine Rede ein. Zu Kitsch und Quatsch.</p>
<p>Was mich noch mehr wurmt, ist, dass Roger Willemsen nicht zu seinem Fiesling-Potential steht. Dass er partout als Guter durchgehen will. Darum biedert er sich ja so an mit seinen Human-interest-Sachen. Das ist doch enttäuschend, bei so einem Talent! Ich will ja z. B. auch nicht, dass Kai Diekmann ehrlich und anständig wirkt! Ich finde es grandios, wenn diese dubiosen, gegelten Schauergestalten sich die Treue halten.</p>
<p>Gestern sah ich kurz im Vorbeizappen im Fernsehen den Versuch, Kai Diekmann, den Oberschurken, mit seinen fast schon glänzenden Haaren mit Beobachtungen Stefan Niggemeiers zu konfrontieren, wonach der &#8220;Bild&#8221;-Blog, den der &#8220;Bild&#8221;-Boss betreibt, eher nicht so ganz und gar aufrichtig sei, allenfalls ironisch-abwürgend. &#8220;Echt?&#8221; sagte Diekmann, gar nicht zuhörend, und &#8220;echt?&#8221; Er hörte nicht hin, stattdessen streckte er der Fragestellerin die Hand hin und sagte: &#8220;Da ist Stefan Niggemeier der größere Sachverständige&#8221;, und ohne Lächeln entschwand er, zwei seiner Nadelstreifenbuben im Kielwasser.</p>
<p>Das ist für mich vertrauenswürdig, auf Kai Diekmann ist erkennbar Verlass, und darum würde ich nie, nie eine &#8220;Bild&#8221;-Zeitung lesen, selbst wenn es eine Sonder-Ausgabe gäbe, in der alle Gefangenen von Guantanamo Bay interviewt werden.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Einer mehr]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/10/25/einer-mehr/</link>
<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 17:30:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
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<description><![CDATA[In seiner Brusttasche befand sich eine kleine Metalldose, eigentlich für Hustenpastillen vorgesehen;]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>In seiner Brusttasche befand sich eine kleine Metalldose, eigentlich für Hustenpastillen vorgesehen; jetzt bewahrte er darin Morphiumkugeln auf, zwölf an der Zahl. Diese Kugeln waren für ihn der Stoff, aus dem sein Schreiben war. Er hatte sie, einem blinden Impuls folgend, aus den Beständen seines Großvaters entwendet, kurz nach dessen Tod, in einem unbeobachteten Moment, und sie waren für ihn inzwischen ebenso wichtig wie die Wörter, wenn nicht wichtiger. Tief in seine Vorstellung eingesenkt hatte sich in den Monaten seither das Bild von Otto Weininger, der sich in Beethovens Sterbehaus erschoss, in Wien. Dieser kulturgeschichtliche Augenblick, diese, wenn man so wollte, lachhaft und verzweifelt überspannte, diese Wahnsinnstat war für ihn von gar nicht zu überschätzender Bedeutung!<!--more--> Wenn man es nämlich ernst meinen wollte, musste man jederzeit in der Lage sein, die Notbremse zu ziehen, das stand für ihn fest, das war für ihn eine Gewissheit. Man musste das Ticket zurückgeben können, jetzt und sofort, sobald man merkte, dass es nicht mehr stimmte, wenn man die gerade Spur verlassen hatte. Wenn man sich selbst untreu wurde, wenn man von der Welt wieder herausgezwungen wurde aus dem Gleis, das man mit so viel Mühe, Hartnäckigkeit, Glück und Idiotie erobert hatte. Für sich selbst nannte er diese Bedrohung &#8220;geistige Umnachtung&#8221;, manchmal murmelte Oswald Alfinger auch &#8220;die Sonne, die Sonne&#8221; vor sich hin, leer aus dem Fenster starrend, auf die Wörter wartend, auf das sanfte Sprudeln in der Finsternis hinter seinen Augen.</p>
<p>Das waren die Chiffren dieses finalen Moments. &#8220;Geistige Umnachtung&#8221; und &#8220;die Sonne&#8221;. Wenn nichts mehr ginge. Dann waren da die Kugeln, und die würde er schlucken. Er hatte sie schon bei der Präsentation seines ersten Romans am Leibe getragen, damals auch schon in der Brusttasche seines Jacketts, innen, über dem Herzen. In Wilhelmsburg, in diesem kleinen, verrauchten Salon, dem &#8220;Südbalkon&#8221;, wie der Laden hieß. Es war damals eine merkwürdige Mischung von Leuten vor Ort gewesen, wie er gefunden hatte, zu viel für ihn. Drängende, besoffene, bösartige Gesichter, bärbeißige Gesichter, manche freundliche Züge wohl auch darunter. Doch insgesamt kam ihm alles feindlich vor, was sich offener, spontaner Kameraderie widersetzte. Er empfand einen natürlichen Seinswiderstand, das Sein war ihm nicht freundlich gesonnen, schon das Aufstehen war für ihn ein Sich-in-die-Schlacht-Werfen. Das war albern, aber so war es nun mal, und es stand in einem innigen Verhältnis zu den zwölf Morphiumkugeln an seinem Herzen.</p>
<p>In diesen Kugeln fühlte er sich geborgen. Leise schwankten sie aneinander hin und her, in ihrem metallenen Behältnis, während Oswald Alfinger las, aus seinem Erstlingsroman las, während seine schneidende Stimme sich einen Weg bahnte durch die Rauchschwaden und den Bierdunst und die kaufmännisch kühle Aufgeräumtheit der großen Nordstadt. Die alle da im Publikum, dachte er, waren verkappte Schriftsteller, denen zum Schriftstellersein nur dieses eine fehlte: das Zeug zum Schriftsteller. Nicht das Talent, das mochte der eine oder andere von ihnen wohl haben; doch war das Talent das Geringste. Das wusste Oswald Alfinger, seit er die zwölf Kugeln vor der Brust trug. Ein Schriftsteller, der war bereit, irgendwann das Döschen aufzuklappen und den Lebensdurst, der die Sätze in ihm herauftrieb, zu stillen, auf unwiderrufliche Art. Keine Lebenslügen mehr, keine Vorwände; keine Kinder, die man in die Welt setzte, um sich ein Alibi zu verschaffen, keine Unternehmensgründungen, keine Angestellten, die man quälte. Nur zwölf dieser Kugeln, die der Großvater am Ende gefressen hatte wie Nudeln.</p>
<p>Zwölf Morphiumkugeln reichten aus, um alle Ruhestandsvorsorge in Rauch zu verwandeln. Der Rest gehörte den Maden. Und die Maden würden schweigen.</p>
<p>Oswald Alfinger kam dieser Gedanke heroisch vor; er rührte ihn, wie nichts anderes ihn je gerührt hatte.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ist Holden Caulfield zu sensibel?]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/10/03/ist-holden-caulfield-zu-sensibel/</link>
<pubDate>Sat, 03 Oct 2009 17:33:21 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
<guid>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/10/03/ist-holden-caulfield-zu-sensibel/</guid>
<description><![CDATA[Was J. D. Salinger mit seinem Klassiker &#8220;Der Fänger im Roggen&#8221; gelang, nämlich einen Sti]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Was J. D. Salinger mit seinem Klassiker &#8220;Der Fänger im Roggen&#8221; gelang, nämlich einen Stil zu etablieren, eine Art Sprach-Jazz, ein ganz eigenes, unverwechselbares Idiom, das ist es, was man schaffen muss als Autor, um Unsterblichkeit zu erlangen &#8212; oder wenigstens einen Abglanz von ihr. (Die Unsterblichkeit ist ja sehr sterblich geworden in letzter Zeit.) Man könnte natürlich vermuten, Salinger habe in Holden Caulfield auf unauslöschbar tiefe Art und Weise letzte psychologische Problematiken modernen Großstadt- und Weltdorflebens ausgelotet. Doch das ist reichlich unwahrscheinlich!<!--more--> Was macht Holden letztlich viel mehr, als Taxi zu fahren, über Enten im Winter nachzudenken, innerlich vor sich hinzuschimpfen, nach Vergebung für seine Nächsten in sich zu forschen und am Ende verzweifelt, in totaler Verlassenheit im Regen vor einem Karussell, zu weinen? Ist das der Stoff, aus dem jahrzehntelange denkerische Anhänglichkeit gemacht wird?</p>
<p>Aber nein, viel plausibler ist es, dass sich die Rhythmen seiner trotzigen Anklagen und Verweigerungen dem Denken der Massenkultur eingeprägt haben. Wer sprachdenkt wie Holden, der ist schon halb getröstet. Er sitzt nicht mehr ganz so einsam in seinem einsamen Zimmerchen über den blinkenden Lichtern einer an Schlaflosigkeit leidenden Metropole. Irgendwo sitzt auch Holden und murmelt vor sich hin, und dieses Wissen ist rührend und tröstlich zugleich. Holden Caulfield ist eine Art moderner Aljoscha Karamasow, auf zeitgenössische Art glaubenslos allerdings, ohne Aussicht auf Erlösung, gefangen zwischen stummen Dingen, die sich von allein bewegen. Er muss in ein Auto steigen, um von sich fortzukommen, und natürlich gelingt das auch nicht.</p>
<p>Holden Caulfield ist ein Mythos von Gefühl gewordenem Satzbau, und es ist kein Wunder, dass sein Schöpfer sich später kaum mehr traute, gegen ihn, den Wortgewaltigen, die Stimme zu erheben.</p>
<p>Oder denken Sie an Hemingway. Er hat sie alle beeinflusst. Noch jeder Journalist, der heute in einem Münchner oder Berliner Café seinen Laptop aufklappt, hat in sich schon dieses Ideal von Kargheit und sprachlicher Sparsamkeit, das der Nobelpreisträger aufgerichtet hat. Niemand stürzt sich mehr in die Girlanden weitschweifiger Ausführlichkeit, eines tastenden Einkreisens, eines Heraufbeschwörens, wie es früher gepflegt wurde. Was zu sagen ist, kann man knapp sagen, mit wenigen, genauen Worten. Das ist seit Hemingway Stand der Dinge und the state of the art. Hemingway hat Thomas Mann besiegt, und das ist keine kleine Leistung.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wordpad]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/09/25/wordpad/</link>
<pubDate>Fri, 25 Sep 2009 11:15:28 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
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<description><![CDATA[Ich möchte heute und hier eine Lanze brechen für das Programm Wordpad. Ich schreibe sehr gern damit.]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ich möchte heute und hier eine Lanze brechen für das Programm Wordpad. Ich schreibe sehr gern damit. Das Wordpad ist nicht ganz so zeremoniös wie Word, dabei aber absolut zuverlässig, und wenn man einen Text mit Wordpad speichert, wird er automatisch in eine Word-Datei verwandelt, beim Wiederöffnen.<!--more--> Das ist auch praktisch; ich stehe allerdings auf dem Standpunkt, dass man eine Wordpad-Datei nur im alleräußersten Notfall speichern sollte!</p>
<p>Wordpad, das hat etwas von einem Notizzettel am Kühlschrank, dessen Gekritzel man am nächsten Morgen, wieder halbwegs nüchtern, beim besten Willen nicht begreifen kann. Oder es gleicht dem Bierdeckel, den man, in Schreiblaune, in der Tasche seines Jacketts findet, und mit dem Füller, gesetzt den Fall, man habe einen, kann man sich gleich ein paar treffende Notizen machen, wie z. B.: &#8220;Das Blau des Himmels, eine Schraube aus Stein.&#8221;</p>
<p>Man kann natürlich Wordpad auch einfach öffnen und eine herrliche Weile lang das blanke Blatt, also diese rechteckige Schreibfläche (&#8220;Blatt&#8221; ist ja das falsche Wort), anstarren.</p>
<p>Was mir an Wordpad auch gefällt, ist, dass es, anders als Word, nicht so klugscheißerisch und rechthaberisch ist. Word unterkringelt einem ja dauernd etwas, ungewöhnliche Namen oder Schreibfehler, oder auch orthographische Eigenwilligkeiten. Wordpad ist es schnuppe, wie ich ein Wort schreibe. Wordpad nimmt das Diktat auf, eins zu eins, und denkt sich nicht viel dabei. Wordpad schaut dabei aufs Wasser, sozusagen, oder summt vor sich hin. Wordpad ist souverän, finde ich; es erledigt seinen Job, schenkt aber nicht gleich seine ganze Seele her, im Ungeiste knechtischer Servicementalität!</p>
<p>Vielleicht finde ich das beruhigend? Letztlich wird man, wenn man mit Word schreibt, ja dauernd beoachtet. Analysiert das Programm, was man da schreibt? Registriert es irgendwelche Begriffe oder Ausdrücke? Speichert gar irgendwo in den Tiefen der Rechnerarchitektur Bewertungsnoten oder Rezensionen (&#8220;Blöder Text&#8221;)?</p>
<p>Ich meine, ich rede jetzt nicht von terroristischen Meinungsäußerungen, von dieser ganzen Gläserner-Bürger-Chose. Davor hab ich keine Angst. Word ist sicher nicht mit dem Überwachungsstaat im Bunde, das erledigen ganz andere Programme, Outlook und Explorer. Aber ich finde es unangenehm, wenn mir beim Schreiben dauernd jemand über die Schulter guckt. Bin ich paranoid? Mag sein. Dann ist Wordpad das optimale Programm für Paranoide! Und das ist ja nun WIRKLICH eine Empfehlung!</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Nie war der Roman ...]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/09/17/nie-war-der-roman/</link>
<pubDate>Thu, 17 Sep 2009 10:42:49 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
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<description><![CDATA[&#8230; so notwendig wie heute, im Zeitalter des Youtube-Schnipsels. Für den Geist, für die Gesundhe]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#8230; so notwendig wie heute, im Zeitalter des Youtube-Schnipsels. Für den Geist, für die Gesundheit und den Fortbestand des Geistes ist der Roman vielleicht sogar überlebensnotwendig! Allerdings sollte der Romancier Abstand davon nehmen, mit den heißen Medien rivalisieren zu wollen, mit dem Film und dem Youtube-Schnipsel, mit all dem &#8220;sound and fury&#8221;, der die Leinwände erfüllt.<!--more--> Die Seite Papier ist ein Ort klösterlicher Stille. Die Schriftzeichen laden uns ein, drängen sich uns aber nicht auf. Wahrscheinlich beruht die Würde und Größe des Romans auf seiner Langsamkeit, auf dem weiten Ausholen, auf der Umständlichkeit. Der Roman ist kein Trip, er ist eine Reise! Er zieht uns nicht in sich hinein, wie ein clever gemachter Film, aber er bietet uns einen Tee an, wenn wir in ihm Platz genommen haben. Er ist kein Verführer, er ist ein Freund, ein Lehrer. Aber kein Deutschlehrer, keine Sorge!</p>
<p>David Foster Wallace scheint das in &#8220;Infinite Jest&#8221; durchexerziert zu haben. Er habe das Werk extra langsam geschrieben, las ich, mit zahllosen Fremdwörtern, und manche Fußnoten zögen sich über mehrere Seiten hin &#8212; eine reine Provokation der Liebhaber des Schnellen Schnitts!</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Das Medium Roman ...]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/09/16/das-medium-roman/</link>
<pubDate>Wed, 16 Sep 2009 09:17:06 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
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<description><![CDATA[&#8230; ist in einer Krise. Viele sagen zwar: „Gerade im Zeitalter des Videoclips brauchen wir Roman]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#8230; ist in einer Krise. Viele sagen zwar: „Gerade im Zeitalter des Videoclips brauchen wir Romane!“ Aber genauso gut könnte man sagen: „Gerade im Zeitalter des Düsenjets brauchen wir Postkutschen!“<!--more--> Es ist ein Ausdruck von Nostalgie, mehr nicht. Und darum wird jeden, der einen heute geschriebenen Roman liest, ein merkwürdig unwirkliches Gefühl beschleichen.</p>
</div>]]></content:encoded>
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<title><![CDATA[Wie entsteht ein Roman, anno 2009? Was ist zeitgemäße Poetik?]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/09/05/wie-entsteht-ein-roman-anno-2009-was-ist-zeitgemase-poetik/</link>
<pubDate>Sat, 05 Sep 2009 21:30:30 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
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<description><![CDATA[&#8220;Es war nur eine Aufwallung&#8221;, erinnert sich Tom Gern, einer der Autoren, die regelmäßig ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#8220;Es war nur eine Aufwallung&#8221;, erinnert sich Tom Gern, einer der Autoren, die regelmäßig für n+2, Deutschlands führende Medien-Agentur, schreiben, schmunzelnd. &#8220;Ich hatte gar nicht vor, daraus einen längeren Roman zu machen, es war nur so eine Zote, ein Witz, geboren aus einer Wahnsinnswut, aber Bert &#8216;Big&#8217; Bruder&#8221;, das Mastermind der Hamburg-Berliner Mega-Agentur, der ungekrönte König der Massenkultur, &#8220;der Zar des schlechten Geschmacks&#8221; (&#8220;Zitty&#8221;), habe sich das Manuskript aus dem Papierkorb gefischt und ihn, Gern, sowie ein paar ausgewählte Mitarbeiter angewiesen, &#8220;da noch so tausend, 2000 Seiten dazu zu texten.&#8221;<!--more--> Bruder habe gesagt: &#8220;Das ist so schlecht, dass es schon wieder so gut ist, dass es eine absolut dämliche Scheiße ist!&#8221; Und dann habe Bruder &#8220;sich den Arsch abgelacht&#8221;. Gern schmunzelt. &#8220;Und deswegen sagte er: Das machen wir jetzt!&#8221; Eine Wahnsinnsaufgabe, &#8220;zumal die Charaktere bis kurz vor Schluss ja noch gar nicht feststanden. Eigentlich stehen die sogar jetzt noch nicht fest, wenn Sie mich fragen. Aber mich fragt ja keiner.&#8221; Um wenigstens einigermaßen den Durchblick zu behalten, arbeiteten die Wortmagier von n+2 mit Storyboards. &#8220;Auf denen war außer leeren Sprechblasen natürlich nichts zu sehen&#8221;, erinnert sich Bob Macha mit einem Schmunzeln. &#8220;Nur Kästchen mit fetten schwarzen Umrandungen, und darin diese leeren Sprechblasen. Über Hunderte und Aberhunderte von Seiten zog sich das hin.&#8221; &#8211; &#8220;Aber trotzdem war es sehr hilfreich&#8221;, weiß Georg Baer, der Bürogenosse, aus der täglichen Textpraxis zu berichten. Eine Handlung &#8220;in diesem Sinne&#8221; gab es freilich nicht, schmunzelt Tom Gern. &#8220;Wir schrieben einfach drauflos, nach dem Prinzip: Scheiß doch drauf!&#8221; &#8211; &#8220;Ja&#8221;, nickt Bob Macha, &#8220;und genau so ist die Scheiße dann ja auch geworden.&#8221; &#8211; &#8220;Einfach ein Mega-Scheiß&#8221;, stimmt Georg Baer zu.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Spannkraft der Lyrik (4)]]></title>
<link>http://richtersblog.wordpress.com/2009/08/05/spannkraft-der-lyrik-4/</link>
<pubDate>Wed, 05 Aug 2009 09:19:42 +0000</pubDate>
<dc:creator>Jo Richter</dc:creator>
<guid>http://richtersblog.wordpress.com/2009/08/05/spannkraft-der-lyrik-4/</guid>
<description><![CDATA[Dies ist der vierte und vorläufig letzte Teil eines Essays zur augenblicklichen Stellung der Lyrik i]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em>Dies ist der vierte und vorläufig letzte Teil eines Essays zur augenblicklichen Stellung der Lyrik innerhalb des gesellschaftlichen Geschehens. Zwar wird auch in diesem Teil keine befriedigende Antwort gefunden, aber es geht ja auch &#8211; schließlich ist dies ein Essay! &#8211; um die Untersuchung einer Frage, nicht um das Finden einer Antwort.</em><br />
<em><br />
Links: <a href="http://richtersblog.wordpress.com/2009/06/23/spannkraft-der-lyrik-1/">Teil 1</a>, <a href="http://richtersblog.wordpress.com/2009/06/25/spannkraft-der-lyrik-2/">Teil 2</a>, <a href="http://richtersblog.wordpress.com/2009/07/09/spannkraft-der-lyrik-3/">Teil 3</a></em><br />
<span style='text-align:left;display:block;'><p><object type='application/x-shockwave-flash' data='http://wordpress.com/wp-content/plugins/audio-player/player.swf' width='290' height='24' id='audioplayer1'><param name='movie' value='http://wordpress.com/wp-content/plugins/audio-player/player.swf' /><param name='FlashVars' value='&amp;bg=0xf8f8f8&amp;leftbg=0xeeeeee&amp;lefticon=0x666666&amp;rightbg=0xcccccc&amp;rightbghover=0x999999&amp;righticon=0x666666&amp;righticonhover=0xffffff&amp;text=0x666666&amp;slider=0x666666&amp;track=0xFFFFFF&amp;border=0x666666&amp;loader=0x9FFFB8&amp;soundFile=http%3A%2F%2Frichtersblog.wordpress.com%2Ffiles%2F2009%2F08%2Fspannkraft4.mp3' /><param name='quality' value='high' /><param name='menu' value='false' /><param name='bgcolor' value='#FFFFFF' /></object></p></span></p>
<p><a href="http://richtersblog.wordpress.com/files/2009/08/schwanzflosse.jpg"><img src="http://richtersblog.wordpress.com/files/2009/08/schwanzflosse.jpg" alt="schwanzflosse" title="schwanzflosse" width="510" height="286" class="aligncenter size-full wp-image-1544" /></a></p>
<p><em>Allerdings hat mich die Beschäftigung mit diesen Prozessen &#8211; Ausweichen war so und so nicht möglich &#8211; dahin geführt, mich an die Arbeit zu einem kleinen Büchlein zu begeben, das vermutlich </p>
<p><strong>Was Dichter tun</strong> </p>
<p>heißen wird. Darin wird das Dasein mit und an Worten ausführlicher dargestellt und versucht eine aktuelle Replik auf diverse Briefe zu formulieren (gemeint sind Hofmannsthals Chandos-Brief, Schillers Briefe zur ästhetischen Erziehung und Rilkes Briefe an einen jungen Dichter) sowie die Tradition der Poetiken in die Gegenwart weiterzuführen. Die ersten vorformulierten Abschnitte lassen auf eine einfache, unprätentiöse Sprache hoffen. Wann ein Projekt dieser Größenordnung &#8211; neben den alltäglichen beruflichen Anforderungen &#8211; zum Abschluss gelangen könnte, läßt sich naturgemäß noch nicht absehen.</em></p>
<p><a href="http://richtersblog.wordpress.com/files/2009/08/salamander-klein.jpg"><img src="http://richtersblog.wordpress.com/files/2009/08/salamander-klein.jpg" alt="salamander klein" title="salamander klein" width="510" height="333" class="aligncenter size-full wp-image-1549" /></a></p>
<p>Inspiration ist nicht wirklich gefragt. Wer will schon zugeben, dass er oder sie &#8220;besessen&#8221; sei? Interessanter &#8211; und für schadenfrohe Menschenwesen in einem hämischen Gesellschaftsklima auch lustiger &#8211; ist es, Besessenheit bei anderen anzusehen. Dabei ist unsere Gesellschaft von vielen Daimonen getrieben: Aktualität (verbunden mit einer ausgeprägten Vergessenskultur), Freiheitskult (verbunden mit panikbesetztem Bindungsverlust),  irrationalen Ängsten (verbunden mit einer ausufernden Konsumkultur) und ausgeprägtem Materialismus (verbunden mit seelischer Orientierungslosigkeit) &#8211; um nur einige der vertrauteren Dämonen beim Namen zu nennen. Lyriker allerdings haben &#8211; im Gegensatz zu Epikern und Filmemachern &#8211; eine sperrige, nicht unmittelbar zugängliche Art, ihren Inspirationen Ausdruck zu verleihen, denn viele verweigern sich dem Mythos der Objektivität.  Das macht ihre Werke schwer konsumierbar, vor allem, da die Häme oft keinen passenden Anknüpfungspunkt findet. Lyrik ist schlicht nicht &#8220;witzig&#8221;, nicht unmittelbar emotional genug! </p>
<p><a href="http://richtersblog.wordpress.com/files/2009/08/damian.jpg"><img src="http://richtersblog.wordpress.com/files/2009/08/damian.jpg" alt="damian" title="damian" width="510" height="288" class="aligncenter size-full wp-image-1559" /></a></p>
<p>Wahrnehmen wird erleichtert durch eine &#8220;Breite&#8221; des äußeren Panoramas, der zur Verfügung stehenden Zeitskala, der Darstellung. Dieser äußeren Breite verweigern sich viele Lyriker. Durch Komprimierung &#8211; Verdichtung &#8211; wird der Hauptplatz des Geschehens in die Psyche der Rezepienten verlagert. Dies wird von vielen möglichen Leserinnen und Lesern als übergriffig erfahren, soll ein Buch doch &#8220;dort draußen&#8221; agieren und nicht &#8220;hier drinnen&#8221; &#8211; alles andere würde einen Kontrollverlust bedeuten,  eine Hingabe an inspirierende, besitzergreifende Kräfte. Ein Konsumgut soll durch mich konsumiert werden, keinesfalls aber darf es mich vereinnahmen. Es muss  so lose angelegt sein, dass es jederzeit ablegbar ist. Ein Gedicht aber, vor allem, wenn es &#8220;auswendig gelernt&#8221; wurde, siedelt unablösbar an der Innenseite des Bewusstseins, inwändig. Diese Befremdung &#8211; das Berührtwerden im Innenraum durch das erkennende &#8220;Fremde&#8221; der Lyrik &#8211; bewirkt eine Abwehrhaltung.</p>
<p><a href="http://richtersblog.wordpress.com/files/2009/08/wall.jpg"><img src="http://richtersblog.wordpress.com/files/2009/08/wall.jpg" alt="wall" title="wall" width="510" height="323" class="aligncenter size-full wp-image-1571" /></a></p>
<p>Anders gesagt: Ein gelungenes Gedicht ist kein Konsumgut, sondern eine Verteilerstation für die inneren Aufmerksamkeitsströme. Es bietet sich an, hier einzuwenden, dass dies auch auf alle anderen Medien zutreffe. Dem kann ich nur beipflichten, muss aber ergänzen, dass diese Funktion bei einem Gedicht stärker ins Bewusstsein tritt, eben weil im Außenraum (auf dem Papier) so viel weniger vorhanden ist als im Innenraum (im mentalen Geschehen).  Im Spiegel eines Gedichtes findet nicht jeder sein bekanntes Gesicht- egal, wieviel Geld er oder sie für plastische Chirurgie ausgegeben hat. Nicht jede innere Bewegung, die uns ein Gedicht abverlangt, ist altvertraut. </p>
<p><a href="http://richtersblog.wordpress.com/files/2009/08/flanke.jpg"><img src="http://richtersblog.wordpress.com/files/2009/08/flanke.jpg" alt="flanke" title="flanke" width="510" height="350" class="aligncenter size-full wp-image-1568" /></a></p>
<p>Natürlich ist es nicht fair, diese Kräfte gegeneinander auszuspielen und nur unter den gegenwärtigen Machtverhältnissen moralisch vertretbar.  Leicht gelangt man zu Stammtischargumenten &#8211; und zuckt hilflos mit den Schultern. Dichtkunst aber ist der schiere Widerpart dieser Larmoyanz, denn sie ermöglicht Verbindlichkeit und Lebendigkeit. Inspiration bedingt ja nicht unbedingt Kontrollverlust, wohl aber eine Erweiterung der Perspektive, nicht unbedingt eine Hingabe an Dämonen, wohl aber eine Aktivierung zusätzlicher, schöpferischer Kräfte. Inspiration ist &#8211; im Gegensatz zur Auslieferung in die Besessenheit &#8211; eine kreative Weiterung des Wahrnehmungsfeldes. Diesen Unterschied zu sehen, heißt sich jenseits der Stahltüren verhärteten Schutzbedürfnisses zu begeben und eine ästhetische Erfahrung zuzulassen. Wer aber kennt diese kant&#8217;sche Art von Mut?</p>
<p><a href="http://richtersblog.wordpress.com/files/2009/08/oeffnung.jpg"><img src="http://richtersblog.wordpress.com/files/2009/08/oeffnung.jpg" alt="oeffnung" title="oeffnung" width="510" height="286" class="aligncenter size-full wp-image-1564" /></a></p>
<p>Es bestand in geschichtlicher Zeit schon immer das Bedürfnis, aus den Verfassern von Gedichten und ihren Werken etwas &#8220;Besonderes&#8221; zu machen, das nicht in den Alltag integriert ist. Das gilt auch für ein gutes Essen. Unter den gegenwärtigen Umständen allerdings führt diese Haltung zum inspirativen Geschehen der Lyrik zu einer negativen Ausgrenzung. Ja, ich glaube, dass sich die Rolle der Lyrik dann ändern wird, wenn es mehr und mehr Menschen gibt, die ganz selbstverständlich mit Lyrik leben, in Lyrik wachsen, sich in ihrem Alltag auf Lyrik beziehen. Insofern will ich diesen kleinen Versuch, in dessen Verlauf ich mir so manches lyrische Beiwort verkniffen habe, mit einem Gedicht beenden:</p>
<p><a href="http://richtersblog.wordpress.com/files/2009/08/hier-bin-ich.jpg"><img src="http://richtersblog.wordpress.com/files/2009/08/hier-bin-ich.jpg" alt="hier bin ich" title="hier bin ich" width="510" height="286" class="aligncenter size-full wp-image-1577" /></a></p>
<p><em>Ein Klick auf die Bilder öffnet vergrößerte Darstellungen!</em><br />
<em>Copyright für diesen Essay und alle seine Bestandteile: Jo Richter, 2009</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[PIpifantische Proleten-Gedichte]]></title>
<link>http://fareus.wordpress.com/2009/07/30/pipifantische-proleten-gedichte/</link>
<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 20:29:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>fareus</dc:creator>
<guid>http://fareus.wordpress.com/2009/07/30/pipifantische-proleten-gedichte/</guid>
<description><![CDATA[PI/2009/07/ein-sehr-unkorrektes-gedicht/     Saufkumpane Verzichte auf die Saufkumpanen. Die Theke i]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img src="http://img5.imagebanana.com/img/ookjxtm8/ge1.png" alt="" /><br />
<img src="http://img5.imagebanana.com/img/je7jroh/ge2.png" alt="" /><br />
<img src="http://img5.imagebanana.com/img/tt279fj/ge3.png" alt="" /><br />
<img src="http://img5.imagebanana.com/img/96nsacc3/ge4.png" alt="" /><br />
PI/2009/07/ein-sehr-unkorrektes-gedicht/</p>
<p> </p>
<p> <br />
Saufkumpane</p>
<p>Verzichte auf die Saufkumpanen.<br />
Die Theke ist ein schlimmer Feind.<br />
Sie wollen nicht vernünftig planen.<br />
Ein Schulterklopfer wird mein &#8220;Freund&#8221;.</p>
<p>Es geht um nichts, nur um die Ehre.<br />
Und jeder will der Beste sein.<br />
Das war für mich auch eine Lehre.<br />
Denn Zecher sind oft hundsgemein.</p>
<p>Die Fremden haben nichts zu lachen.<br />
Hier spricht man Deutsch und nicht Latein.<br />
Man träumt von alten Nazi-Sachen.<br />
Ich frage freundlich: Muss das sein?</p>
<p>Ein Urlaub führt sie in die Ferne.<br />
Und die Promille gehen mit.<br />
Die Gastfreundschaft, die habt ihr gerne.<br />
Man tischt euch auf und ihr seid fit.</p>
<p>Ihr kommt zurück, die Kneipentheke<br />
wird wieder Heimat, Hans-im-Glück.<br />
Ein Dackel dackelt seiner Wege,<br />
und führt sein Herrchen brav zurück.</p>
<p><a href="http://gedichte.xbib.de/Herberth,+Roman_gedicht_Saufkumpane.htm" target="_blank">Roman Herberth</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das System des Rhizoms der Gesellschaft]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/07/22/das-system-des-rhizoms-der-gesellschaft/</link>
<pubDate>Wed, 22 Jul 2009 10:14:16 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
<guid>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/07/22/das-system-des-rhizoms-der-gesellschaft/</guid>
<description><![CDATA[- Mit meinem Roman will ich, also, an Komplexität soll er hinter Barcelona, Mailand und New York nic]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>- Mit meinem Roman will ich, also, an Komplexität soll er hinter Barcelona, Mailand und New York nicht zurückbleiben. Begreifen Sie? Wir leben in einer ziemlich beschleunigten Welt, und die will ich mir jetzt auch noch mal ansehen, in der Praxis. Theoretisch hab ich das alles schon eingeholt, aber jetzt fliege ich halt mal nach Basel, um die Wirklichkeit dort abzugleichen. Mit dem theoretischen Stand der Dinge.<!--more--> Ich meine, meine Einstellung ist, das moderne Leben, wenn man das einfangen will &#8230;<br />
- Komplex, Sie schreiben also an einem Roman? Wie Sie da standen, da am Bahnsteig, ich hab Sie eher für einen Komponisten gehalten oder so was. Vielleicht könnten wir da, wenn Sie auch einen Roman, ich meine, wo wir uns schon ein Taxi teilen, warten Sie mal, Sekunde, Tschuldigung, mein Handy, das &#8230;<br />
- Ist das nicht das Lied vom Tod?<br />
- Richtig, ja, leider weiß ich nicht, wie man, mein Sohn hat mir diesen Klingelton aufgespielt, und ich weiß jetzt nicht &#8230; hallo? Hallo, Bob? Sind Sie das? Schön, dass Sie zurückrufen. Ist Georg bei Ihnen? Nein, Georg.<br />
- Hollywood, verstehen Sie? Das ist der Maßstab, das MUSS der Maßstab sein! Hollywood, aber mit Gehirn. Niklas Luhmann, klar, das muss auch rein. Ich hab viel Luhmann gelesen, sehr viel, und Foucault.<br />
- Ach, nicht? Wo steckt der Typ denn? Also, egal. Eine wahnsinnig eilige Sache. Wir brauchen einen Roman, und zwar fix. Und zwar geht es um &#8230; nein, nicht bis morgen früh. Bis morgen früh? Soll das etwa ein &#8230; okay, nein.<br />
- Foucault auch, alles, aber für wichtiger halte ich tatsächlich Luhmann. Die Gesellschaft der Gesellschaft der Gesellschaft. Das ist der Komplexitäts-Level, der mir vorschwebt.<br />
- Passen Sie auf. Ich bin gerade auf dem Weg zum Flughafen, aber morgen bin ich wieder im Büro, spätestens gegen Mittag, dann besprechen wir alles. Wäre das für Sie &#8230; was? Bürostuhl? face2buns? Wovon &#8230; Der soll diese Scheiß-Anzeige selber machen, sagen Sie ihm das! Sie und Georg, Bob, Sie werden jetzt für das Roman-Projekt abgezogen. Ich brauch Sie da. Nein, erzähl ich Ihnen dann alles morgen. Höchste Priorität, absolut.<br />
- Genau, eine eiskalte Sache, alles mit allem vernetzt, aber doch erhitzt in der Mikrowelle. Haha. Thermodynamik übergekocht, sozusagen. Oder nein, Quatsch, übergekocht. Quatsch. Aber doch Entropie. Das ja. Auf jeden Fall. Anything Goes, aber nichts geht mehr. Kapieren Sie?<br />
- Ja, bis dann. Ciao.<br />
- Darum geht&#8217;s. Auf der einen Seite, hier, totale Freiheit. Sie können machen, was Sie wollen, scheißegal. Aber dann, hier, auf der anderen Seite, sehen Sie, da können Sie rein gar nichts mehr tun, weil Sie nichts mehr bewirken können. Das System bricht zusammen. Sie sind der Flügelschlag eines Schmetterlings, ein ausgestopfter Gorilla hinter Glas. Vielleicht lösen Sie einen Tsunami aus, vielleicht lacht sich auch nur eine Klasse von bekloppten Schülern über Sie schlapp. Verstehen Sie, was ich meine?<br />
- Das klingt alles ziemlich, na ja. Wie Sie sagen, komplex. Da kann man nur noch durch die Zähne pfeifen und sagen: Chapeau! Den Roman, von dem Sie da erzählen, den würd ich zu gerne mal lesen!<br />
- Der Titel ist: &#8220;Gondeln aus Blei&#8221;.<br />
- &#8220;Gondeln aus Blei&#8221; &#8230; guter Titel. Kann man da mal einen Blick reinwerfen? Ich hab da nämlich in der Agentur zwei Profis, echte Hexer von Textern. Haha. Sie wissen schon. Hex-Tex-Mex, hehehe. Die können mit dem Bleistift umgehen, also mit der Tastatur, natürlich. Bleistift, das benutzt heutzutage ja keiner mehr, das ist ja ein bisschen aus der Mode. Diese Jungs könnte ich, wenn Sie wollen, mal bitten rüberzugehen über Ihr Manuskript. Um die Komplexität ein bisschen zu glätten. Dass wir da ein bisschen Lesbarkeit reinbringen. Ohne, natürlich, das versteht sich ja wohl von selbst, die Substanz anzutasten. Na? Was meinen Sie?<br />
- Ja, gut, also, im Prinzip sehr gerne. Leider ist es nur so. Ein Manuskript im klassischen Sinne gibt es noch nicht.<br />
- Gibt&#8217;s nicht? Ein Manuskript?<br />
- Ich bin noch in der Phase der, der Materialsammlung. Der Konzipierung. So ein Roman, ein Projekt von solchen Dimensionen will ja genau durchdacht sein, bis zum letzten Satzzeichen geplant, bevor man den ersten Buchstaben schreibt.<br />
- Aha?<br />
- Bevor es mit dem Schreiben losgeht, muss der Roman hier oben, im Kopf, schon fertig sein. Und darum hab ich da diese Notizbücher, in denen ich &#8230;<br />
- Notizbücher?<br />
- Inzwischen sind es schon über 20. Randvoll mit Beobachtungen und Reflexionen. Das ganze Material. Ein Steinbruch. Wissen Sie, das ist gewissermaßen der belichtete Film, und meine Aufgabe wird darin bestehen, mich mit diesem Rohmaterial in den Schneideraum zurückzuziehen und &#8230;<br />
- Schneideraum, okay, ich, schon wieder diese verdammte Melodie! Die bringt mich noch um den &#8230; ja? Bob? Wenn das Ding wengistens nicht so laut wäre! Scheißtechnik &#8230; nein, Bob, nicht Sie. Ach, Georg? Aber wer ist denn dann da überhaupt? Ah, Sie sind&#8217;s, Ansgar. Bürostuhl? Blattartig, schlank, Hydraulik? Wovon, wenn ich &#8230; modernste Rücklehntechnik? Wirbelschonend? Also, ich hab absolut keine Ahnung, was Sie da &#8230; ah. Okay. Ich verstehe. Jetzt. Jetzt, genau, ich hab Bob und Georg von diesem Projekt abgezogen, damit sie sich einem anderen Projekt mit vollem Einsatz widmen können. Eine dringende Sache. Ein Roman. Nein, Roman, ja. Wär wirklich prima, Ansgar, wenn Sie sich ausnahmsweise um diese Anzeige für den hypermodernen, innovativen Bürostuhl kümmern könnten. Sie wissen schon, &#8220;Neues Sitzen, neues Denken&#8221;. Diese Richtung hatten wir ja &#8230; nein, auf keinen Fall! &#8220;Der Hintern denkt mit&#8221;? Das war sicher nur ein Scherz von Bob. Der hat ja bekanntlich einen ziemlich &#8230; blattartige Rückenlehne, eben, multifunktional, was Ihnen da so einfällt. Neigetechnik. Schauen Sie mal in die Datenbank. Da war auch so eine Architektin beteiligt, eine Französin, oder Schweizerin, die das ausgetüftelt hat. Das kann ich Ihnen noch als Hintergrundinformation &#8230; nein, das Design, natürlich.<br />
- Ich bin wirklich wahnsinnig gespannt auf Basel. Ich würd auch gerne mal Schanghai sehen, oder Jakarta. Oder Tokio.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Acabus Culture?]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/07/18/acabus-culture/</link>
<pubDate>Sat, 18 Jul 2009 10:30:56 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
<guid>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/07/18/acabus-culture/</guid>
<description><![CDATA[Keine Geringere als die Vorreiterin der &#8220;Doku Film Studies&#8221;, Prof. Dr. Mareille Klein, p]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Keine Geringere als die Vorreiterin der &#8220;Doku Film Studies&#8221;, Prof. Dr. Mareille Klein, prägte gestern im Rahmen eines Vortrags am Baker-Nord Center for the Humanities, Cleveland/ Ohio, das Wort von der &#8220;Acabus Culture&#8221;, was man etwa übersetzen kann mit: &#8220;Acabus-Kultur&#8221;.<!--more--> &#8220;Ich bin mir sicher&#8221;, sagte sie wörtlich (Quelle: ddp), &#8220;dass aus den Unternehmungen des Hamburger Acabus Verlages irgendwann nicht nur ein neues Verständnis von Literatur, sondern insgesamt ein neuer Realitäts-Begriff hervorgehen wird.&#8221; Die Wissenschaftlerin und Filmemacherin gab sich zuversichtlich, dass nach dem <a title="Acabus Link" href="http://www.acabus-verlag.de/vorschau/index.htm" target="_blank">Zusammenschluss des Hamburger Verlagsneulings</a> mit dem Blogozentriker &#8220;einer Aufweichung des harten Wirklichkeitsbegriffes, wie er von der Schergen der Gesellschaft des Spektakels propagandiert wird&#8221; nichts mehr im Wege stehe: &#8220;Ich sehe eine Welt voraus, in der haarkleine Dokumentationen des Unwirklichen, des nicht einmal Möglichen gängige Praxis sein werden. Und von denen aus wird sich alles ändern!&#8221;</p>
<p>Mareille Klein, die Weltruhm erlangte durch ihre mit Preisen überhäufte Abhandlung über &#8220;Die Spur des Wirklichen in der Fiktion&#8221;, bezog sich mit diesem Terminus auf George Steiners epochemachendes Wort von der &#8220;Suhrkamp Culture&#8221;. Wir erinnern uns: Der Frankfurter Suhrkamp Verlag bestimmte, nicht nur in Deutschland, das intellektuelle Profil der Nachkriegsgeschichte entscheidend; zu seinen Autoren zählten Theodor W. Adorno, Jürgen Habermas, Peter Weiss, Uwe Johnson, Louis Aragon, Roland Barthes, James Joyce und Flann O&#8217;Brien. Und hier müsste man ein Website-großes &#8220;u. a.&#8221; platzieren!</p>
<p>Entsprechend kontrovers wurden Kleins Äußerungen aufgenommen. Entweder, spekulierte ein Insider noch vor Ort, am Büffet, habe Klein &#8220;sich des äußerst Möglichen der Ironie&#8221; bedient, oder sie habe &#8220;die Autoren des Acabus Verlags schlicht und einfach verarscht&#8221;.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Werbespot für die Literatur]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/07/08/werbespot-fur-die-literatur/</link>
<pubDate>Wed, 08 Jul 2009 08:44:18 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wenn Literatur einen Sinn haben soll, dachte ich gerade, die Magazinrundschau des &#8220;Perlentauch]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Wenn Literatur einen Sinn haben soll, dachte ich gerade, die Magazinrundschau des &#8220;Perlentauchers&#8221; überfliegend, dann muss sie doch ein alternatives, besonderes Sprechen über etwas ermöglichen &#8212; also eine Methode darstellen, unser Leben, uns alle betreffende Dinge und uns allen gemeinsame Erfahrungen in einer Art und Weise darzustellen, die dem Journalismus nicht möglich ist.<!--more--> Beispielsweise die Empfindungen eines Serienkillers im Augenblick des Tötens. Das kann, das darf ein Journalist nicht schildern, es sei denn, er wäre selbst ein Massenmörder, aber dann ist die Frage, welche Publikation sich dazu hergibt, ihm den Auftrag für einen solchen Artikel zu erteilen. Wer will lesen, wie ein echter Massenmörder über seine Berufung denkt?</p>
<p>Der Schriftsteller hingegen darf, ja, er muss sich sogar in solche Gedankenwelten hineinfühlen. Das akzeptieren wir nicht nur &#8212; wir freuen uns darüber. Der Schriftsteller setzt sich also oben in den Baum und spioniert sein nächstes Opfer erst einmal sorgfältig aus. Wann bringt es den Müll raus? Wie sind die Sicherheitsvorkehrungen, die es abends trifft, vorm Zubettgehen? Wie ist es generell um seine Verteidigungsfähigkeit bestellt? Wie weit ist der Weg von der hinteren Tür bis zum Schlafzimmer?</p>
<p>Usw. usf.</p>
<p>Ich will damit andeuten, dass in jedem von uns so ein Serienmörder wohnt. In den allermeisten Fällen kommt er nicht zum Zuge, zum Glück, aber es ist meine feste Überzeugung, dass er da ist. Warum sollten wir uns sonst für seine Gewohnheiten interessieren? Ab und an, wenn im Fernsehen Michael Manns &#8220;Manhunter&#8221; läuft, hören wie, wir er tief in uns gluckst. Die Vorlage für &#8220;Manhunter&#8221; schrieb übrigens Thomas Harris mit dem Roman &#8220;Der Rote Drache&#8221;, der später noch einmal verfilmt wurde, mit Edward Norton und Ralph Fiennes in den Hauptrollen von Menschenjäger und Menschenjägerjäger.</p>
<p>In &#8220;Der Rote Drache&#8221; führte Harris eine Figur in die Weltkultur ein, um die herum &#8212; resp. deren Erfolg zu Ehren &#8212; später gleich zwei Sequels entstanden: &#8220;Hannibal&#8221; und &#8220;Hannibal Rising &#8212; Wie alles begann&#8221;. Hannibal Lecter sah keinen Widerspruch darin, Johann Sebastian Bachs &#8220;Goldberg-Variationen&#8221; zu hören und gleichzeitig einen Polizisten aufzuschlitzen. Obwohl das nicht unbedingt ein alltägliches Verhalten ist, neige ich doch zu der Ansicht, Literatur sei die Kunst, nichtalltäglich über ganz alltägliche Dinge zu sprechen und dadurch Freiheitsräume zu schaffen. (Insofern ist das alltägliche Sprechen über nichtalltägliche Dinge, wie es die popliterarischen Proktologinnen und die französischen Nazi-Schocker-Autoren praktizieren, ein nichtkünstlerischer Akt.)</p>
<p>Der Journalismus hingegen hat die Aufgabe, uns ein Gefühl von Gefangensein zu vermitteln. Warum das so ist, das weiß ich nicht &#8212; aber dass es so ist, daran kann ich kaum zweifeln. Dass wir Gefangene seien in dieser Welt, das ist die eigentliche Message jeder journalistischer Äußerung.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Paranoid Android]]></title>
<link>http://slaporter.wordpress.com/2009/06/16/paranoid-android/</link>
<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 02:10:31 +0000</pubDate>
<dc:creator>Nina Fessbeinder</dc:creator>
<guid>http://slaporter.wordpress.com/2009/06/16/paranoid-android/</guid>
<description><![CDATA[goodnight everyone! i was cleaning my inventory when i found my cyber things and wanted to create so]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>goodnight everyone!</p>
<p>i was cleaning my inventory when i found my cyber things and wanted to create some looks with them&#8230;i used to wear them in my olds RPG times! i can&#8217;t take them off anymore <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' /> </p>
<p>i&#8217;ve created lots of looks itht hem, but as i dont have much time to edit my pics anymore, im going to upload only 3 of them (it was 7)</p>
<p>i hope you enjoy them!</p>
<p>______________________________________________________________________</p>
<p><strong>PARANOID ANDROID I</strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/nina_becker/3631206638/sizes/o/"><img class="alignnone" title="click - bigger size - more details" src="http://farm4.static.flickr.com/3349/3630391951_163d356472_o.png" alt="" width="565" height="565" /></a></p>
<p>credits:</p>
<p>skin: JM:Mai skin_devonz sakuran nomal<br />
eyes: Senasy Cybernetics Rotating Mechanical Eyes v1.0<br />
hair: Jolie Femme &#8211; Audrey II &#8211; Darker Browns Blacks (Hair)<br />
tattoo: *Etchd* Nudey Girl 4 (Colorable!) Box<br />
dress: [Plastik]-Galizie-Black<br />
boots: *LPP*  Cyber Foot L&#38;R sets</p>
<p>pose .:::DARE:::.</p>
<p>taken @ INSILICO</p>
<p> </p>
<p>______________________________________________________________________</p>
<p><strong>PARANOID ANDROID II</strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/nina_becker/3631209454/sizes/o/"><img class="alignnone" title="click - bigger size - more details" src="http://farm4.static.flickr.com/3340/3631210250_7ac74ec551_o.png" alt="" width="565" height="565" /></a></p>
<p>credits:</p>
<p>eyes: Senasy Cybernetics Rotating Mechanical Eyes v1.0<br />
skin: &#38;Bean &#8211; The Pale Anger Sale at Armidi<br />
hair: mau&#8217;s &#38; mej&#8217;s Gerry  Box (comes with outfit and some hair options)</p>
<p>shirt: [LeLutka]-DIETRICH-shirt/white<br />
pants: [LeLutka]-OLIMPIA pants/black<br />
tie: {SMS} Pearl Tie Black<br />
gloves: [LeLutka]-Gloves BLACK<br />
corset: (part of) *LAST CALL: Milena (not aviable)</p>
<p>taken @ Hotel Dare @ Poetik</p>
<p> </p>
<p>______________________________________________________________________</p>
<p><strong>PARANOID ANDROID III (more cute than paranoid :p )</strong></p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/nina_becker/3630397547/sizes/o/"><img class="alignnone" title="click - bigger size - more details" src="http://farm4.static.flickr.com/3593/3630398247_6291933204_o.png" alt="" width="565" height="565" /></a></p>
<p>credits:</p>
<p>eyes: Senasy Cybernetics Rotating Mechanical Eyes v1.0<br />
hair: W&#38;Y HAIR 32  PACK A<br />
skin: [PF] Group Gift: Raine Skin (Beta)<br />
lashes: BP*Lashes of Toy xD/Tsukematsuge</p>
<p>dress: (Elate!) Eve &#8211; Bunny Hop Gift<br />
leggins: **sen*2**Leggings5ColorsFree<br />
bolero: ::: <a href="mailto:B@R">B@R</a> ::: TLS Lace Bolero White<br />
skirt: (part of) p.c; Romantic Soliloquy</p>
<p>bag: !tb gettin&#8217; knitty hobo bag w/ribbon (sherbert)<br />
boots: *LPP*  Cyber Foot L&#38;R sets<br />
chest attachment: *LPP* Automata Heart (all sculpted gears working)</p>
<p>flowers, grass and stones by Organica</p>
<p>Rainbow by Botanical</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Rhapsodie in Blut]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/06/10/rhapsodie-in-blut/</link>
<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 13:03:13 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
<guid>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/06/10/rhapsodie-in-blut/</guid>
<description><![CDATA[Danny Schwarz setzte sich ans Klavier, um es mal etwas euphemistisch auszudrücken. Die Wahrheit war:]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Danny Schwarz setzte sich ans Klavier, um es mal etwas euphemistisch auszudrücken. Die Wahrheit war: Sie packten ihn und wuchteten ihn auf den Klavierhocker. Er stöhnte leise. Die Schmerzen waren überwältigend, aber eben auch so ungeheuer, dass sie von Zeit zu Zeit seinen Körper zu verlassen schienen.<!--more--> Er versank dann in einem Meer aus Qual, das Gesicht am Meeresboden. Jetzt, auf dem Klavierhocker vor und zurück schwankend, trieb er wieder oben auf den Fluten. Sie waren blutig rot, und eckige Blitze zuckten gespenstisch über sie hinweg.</p>
<p>&#8220;Spiel mir&#8221;, sagte Bert &#8220;Big&#8221; Bruder, &#8220;die &#8216;Rhapsodie in Blue&#8217;, Danny, von Gershwin.&#8221;<br />
Bruder hockte in seinem roten Samtsessel, eine Zigarre rauchend. Während seine Jungs, Bob und Georg, Danny erst die Finger einzeln gebrochen und dann Stück um Stück mit einer Gartenschere abgeknipst hatten, hatte er nur da gesessen und die Show genossen. Danny Schwarz schuldete ihm 500 Euro, er hatte lange genug Zeit gehabt, die Schulden zu begleichen, aber dann war Bruder der Geduldsfaden gerissen. Er hatte seine beiden fiesesten Schläger angerufen und ihnen gesagt, sie sollten sich ihre Latexkluft anlegen. Es werde etwas feucht-fröhlich zugehen. Die beiden Idioten hatten gekichert wie 13-jährige Mädchen, denen man am Bahnhof eines Provinzstädtchens unversehens ein Sex-Angebot macht. Sie waren hirnlose Sadisten, wie sie im Buche stehen, bevorzugt in so einem windigen Heftchen, wie man sie in der Bahnhofsbuchhandlung für ein paar Euros kaufen kann. In einem &#8220;Landser&#8221;-Roman wären sie vermutlich als bolschewistische Häscher eingesetzt worden, mit der Lizenz zum grausamen Töten &#8230; aber was interessierte Bruder dieser Nazi-Kram! Den überließ er gern alten Männern auf Provinzbahnhöfen, die mit gewissen Erinnerungen partout nicht fertig wurden.</p>
<p>&#8220;Wie findest du&#8217;s?&#8221;<br />
Bob sah seinen Chef erwartungsfroh an. Der nahm die Zigarre aus dem Maul.<br />
&#8220;Sag mal&#8221;, sagte er, &#8220;willst du mich verarschen?&#8221; Er blickte Georg an. &#8220;Und du? Wie kannst du deinen Kollegen so eine Scheiße schreiben lassen? Hört doch endlich mal auf mit euren Sado-Stories! Und dann noch dieser Nazi-Touch. Du hast&#8221;, sagte er zu Bob, seinen Kopf schüttelnd, &#8220;wirklich den Arsch offen, mein Lieber!&#8221;<br />
&#8220;Wir dachten&#8221;, erklärte Bob, &#8220;wir versuchen ein bisschen loszukommen von diesem Furzen-Arschlecken-Image, das man uns verpasst hat.&#8221;<br />
&#8220;Indem wir in die Brutalo-Ecke marschieren?&#8221; Bert &#8220;Big&#8221; Bruder verzog sein Gesicht. &#8220;Das kommt nicht in die Tüte! So eine Scheiße will ich nicht mehr lesen, Freunde!&#8221; Er warf das Manuskript direkt in den Mülleimer. Und es war nicht der Mülleimer der Geschichte, sondern ein ganz gewöhnlicher, der jeden Morgen geleert wurde, ohne dass von seinem Inhalt auch nur die geringste Spur blieb.<br />
Melancholisch verfolgte Bob den Abflug seines Textes.<br />
&#8220;Hm, okay&#8221;, murmelte er dann. &#8220;Was soll&#8217;s. Versuchen wir was Neues.&#8221;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ich habe mir von www.amazon.de Roland Barthes' "Die Vorbereitung ...]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/06/10/ich-habe-mir-von-www-amazon-de-roland-barthes-die-vorbereitung/</link>
<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 07:07:53 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
<guid>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/06/10/ich-habe-mir-von-www-amazon-de-roland-barthes-die-vorbereitung/</guid>
<description><![CDATA[&#8230; des Romans&#8221; schicken lassen, für 18 Euro. Ein großartiges Buch, wie ich beim Blättern ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#8230; des Romans&#8221; schicken lassen, für 18 Euro. Ein großartiges Buch, wie ich beim Blättern in einem dieser Buchdiscounter, die inzwischen deutschlandweit die Buchhandlungen ersetzt haben, mal feststellte. Damals kaufte ich es aber nicht, gestern dann hab ich&#8217;s bestellt.<!--more--> Ich sagte mir: Was soll&#8217;s. Und es ist wirklich ein hervorragendes Buch, selbst wenn die FAZ befand: &#8220;Ein literarisches Ereignis.&#8221; Das muss einer von den guten Jungs bei diesem Gemeindeblatt des bildungsbürgerlichen Establishments geschrieben haben. Anyway. Roland Barthes beschreibt in einer Folge von Vorlesungen die Schritte, die man vollziehen muss &#8212; oder die sich vollziehen müssen &#8211;, damit aus dem Schreibenwollen ein Schreibenmüssen wird. Er untersucht diese Schritte anhand der Biographien von Flaubert, Kafka und Proust, und jemand hat dann eben ein Buch aus diesen Vorlesungen kompiliert.</p>
<p>In dem 560-Seiten-Buch fand ich, und das tröstete mich, auch ein Bekenntnis zum Notierenmüssen. Mir ist das ja wahnsinnig peinlich, dass ich fast zwanghaft Notizbücher fülle mit mal luziden, mal okayigen, mal aber auch wirklich dämlichen Bemerkungen. Ich kann einfach nicht anders. Eine Zeitlang wachte ich mitten in der Nacht auf, der Schlaf hatte sich verflüchtigt, auf die andere Seite des Erdballs war er entschwunden, und ich kroch aus dem Bett, leise, um meine Frau nicht zu wecken, und legte mich im Wohnzimmer auf die Couch und machte Aufzeichnungen. Ich nahm mir mein Notizbuch und schrieb. Das half mir, es entspannte und entlastete mich, und bald darauf konnte ich einschlafen.</p>
<p>Es wäre wirklich interessant, diesem Zwang zum Ausdruck mal nachzugehen. Ich glaube ja, nach ausgiebiger Selbstuntersuchung, eigentlich nicht, dass ein praktischer Zweck dahinter steckt. Ich glaube, es ist eher, wie Gottfried Benn geunkt hat, eine Sache der Hand, die einfach einen Stift halten und Tintenspuren hinterlassen will. Eine Sucht, sich bemerkbar zu machen, vielleicht, wenigstens für sich selbst. Es handelt sich nicht um ein Tagebuch &#8212; nicht, dass Sie das denken! Natürlich kann man zwischen den Zeilen auch ein paar Tagesabläufe rekonstruieren (&#8220;Die Giraffe im Zoo von Jakarta fängt die ihr zugeworfenen Nüsse mit der langen, schleimigen roten Zunge und wirft sie elegant ins Maul&#8221;), aber der Hauptzweck ist etwas anderes. Der Hauptzweck ist eine Poetisierung der Banalität des Alltags. So bescheuert das klingt, irgendwie ist es mir verdammt ernst damit.</p>
<p>Und darum vielleicht wäre es mir wahnsinnig peinlich, wenn diese Notate (entschuldigen Sie den Ausdruck!) einer breiteren oder auch nur schmaleren Öffentlichkeit bekannt würden. Klar, diese Scham, diese vorauseilende Scham stellt sicherlich auch ein Zeichen dar &#8212; sie weist auf ein gestörtes Verhältnis zu meinem wahren Selbst hin. Ich sage Ihnen ganz ehrlich, dass ich heilfroh bin, dass es mit unserer Kultur im Augenblick so rapide abwärts geht &#8212; ich hätte mich sonst vollkommen deplatziert gefühlt auf diesem Planeten. So bringt die Weltordnung sich endlich in Übereinstimmung mit meinem katastrophischen Grund- und Existenzgefühl. Ich bin der geborene Apokalyptiker, glaube ich, und wenn es dafür auch familiäre, oder sagen wir: autobiographische Motive in Hülle und Fülle gibt, vermute ich doch auch noch etwas anderes dahinter, etwas Älteres. Aber das ist wie mit dem Notierenmüssen, kein Mensch kann das richtig erklären.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Die Daumenschraube eines jeden finden]]></title>
<link>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/06/09/die-daumenschraube-eines-jeden-finden/</link>
<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 18:32:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>blogozentriker</dc:creator>
<guid>http://blogozentriker.wordpress.com/2009/06/09/die-daumenschraube-eines-jeden-finden/</guid>
<description><![CDATA[Zwei Bücher mit insgesamt 521 Paragraphen, wobei das eine 79 mehr hat als das andere. Eine Zeitlang ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Zwei Bücher mit insgesamt 521 Paragraphen, wobei das eine 79 mehr hat als das andere. Eine Zeitlang war es mein sehnlicher Wunsch, auch so ein Buch zu schreiben. Für mich waren sowohl Balthasar Graciáns &#8220;Hand-Orakel und Kunst der Weltklugheit&#8221; als auch Guy Debords &#8220;Die Gesellschaft des Spektakels&#8221; definitive Bücher, Handbücher.<!--more--> Vermutlich ist das der verkappte Militär in mir; ich hätte gern immer ein Buch dabei, in dem ich nachschlagen kann, ganz gleich, in welche Eventualitäten ich auch gerate. Und vermutlich ist es der verkappte Pazifist in mir, der mich nie ernsthaft in einem der beiden oben genannten Bücher lesen ließ.</p>
<p>Nun, nein, nicht, dass ich es nicht versucht hätte, in diesen Meilensteinen klugen Schreibens zu schmökern! Das habe ich. Ich habe geschmökert in ihnen. Aber gelesen, gelesen habe ich nicht. Denn ich muss, rückblickend, doch feststellen, dass mir die Fähigkeit des wirklichen Nachdenkens nicht gegeben ist. Jemand hat in meinem Beisein einmal gesagt, um eine Seite Marx zu lesen, brauche man fünf Minuten, und um das Gelesene dann alles schön zu durchdenken, benötige man eine weitere Stunde. Für 100 Seiten braucht man also knapp 100 Stunden, und das sind knapp vier Tage, und dann hat man noch keine Sekunde geschlafen. Die Vorstellung aber, eine Stunde lang etwas zu durchdenken &#8212; mir fehlen schon die geistigen Kauwerkzeuge, um dieses Durchkauen zu bewerkstelligen. Da bin ich Gebissträger. Schon bei der Vorstellung eines solchen systematischen Durchkauens werde ich schier wahnsinnig!</p>
<p>Das Leben des Geistes ist für mich eine Rutschpartie, Sie wissen schon, wie bei so einer Wasserrutsche in einem Freizeitbad. Das kennen Sie doch! Man zögert, setzt sich rein, und dann &#8212; wusch! Aber dass der eigentliche Rhythmus des Lebens sich in solchen gestelzten Gleichförmigkeiten äußern sollte, wie sie den Ruhm eines klugen Autors begründen &#8212; ich halte das für unwahrscheinlich. Das ist eher der Rhythmus des Papiers! Ich glaube, man unterwirft sich da einer Form, und wenn der Wunsch, sich gegen ein System aufzulehnen, das nicht besonders human ist, oder sich an diesem System zu rächen, natürlich vollkommen nachvollziehbar und berechtigt ist, so denke ich doch, man sollte Augenmaß wahren. Was ich damit sagen will? Ich weiß es nicht. Ich &#8212; hahaha.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>

</channel>
</rss>
