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	<title>postmoderne &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/postmoderne/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "postmoderne"</description>
	<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 23:37:33 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Der Königsweg in der Postmoderne. Priestermönch Seraphim Rose. Vorwort (Eugen Häcki, Übersetzer)]]></title>
<link>http://vatopaidi.wordpress.com/2009/11/27/der-konigsweg-in-der-postmoderne-priestermonch-seraphim-rose-vorwort-eugen-hacki-ubersetzer/</link>
<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 01:41:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>VatopaidiFriend</dc:creator>
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<description><![CDATA[Vorwort Wie findet ein Mensch aus der heutigen Zeit zur orthodoxen Kirche? Dieser Frage hat sich auc]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Vorwort Wie findet ein Mensch aus der heutigen Zeit zur orthodoxen Kirche? Dieser Frage hat sich auc]]></content:encoded>
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<title><![CDATA[Es ist nicht alles Kunst, wo Kunst draufsteht. Oder: ein kurzes Zwischenspiel zur Postmoderne]]></title>
<link>http://bersarin.wordpress.com/2009/11/25/es-ist-nicht-alles-kunst-wo-kunst-draufsteht-oder-ein-kurzes-zwischenspiel-zur-postmoderne/</link>
<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 17:20:17 +0000</pubDate>
<dc:creator>bersarin</dc:creator>
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<description><![CDATA[Norbert Bolz, die Ästhetik und die Moderne  Um einmal wieder ein unsystematisches Zwischenspiel zur ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>Norbert Bolz, die Ästhetik und die Moderne</strong> </p>
<p>Um einmal wieder ein unsystematisches Zwischenspiel zur Postmoderne zu geben und einen Autor sprechen zu lassen, den man wohl zu ihren – leider schlechten – Vertretern wird rechnen können, was die Theorie zu den neuen Medien (na ja, so neu nun auch nicht mehr, nichts altert schneller als das Neue, die Moderne und das Postmoderne), die Kunst sowie politische Philosophie (früher sagte man dazu Gesellschaftstheorie) betrifft. Er schrieb seine Dissertation zu Adorno, assistierte bei Jakob Taubes, sein neustes Buch ist ein Plädoyer für die Ungleichheit: ja, ich meine Norbert Bolz:</p>
<p style="padding-left:30px;">„Man sucht heute im System der Vernunft ein Fenster zum Mythos. So unternimmt eine ruinierte Moderne den Versuch, den Grundvorgang zu widerrufen, dem sie ihre Existenz verdankt: die Entzauberung der Welt und die Zerstörung ihrer Aura. Die Entfremdung der aufgeklärten Welt soll durch Strategien ihrer Re-auratisierung erträglich gemacht werden; sie soll den rationalistisch entzauberten Menschen den Trost einer ästhetischen Ersatzverzauberung bringen.</p>
<p style="padding-left:30px;">Dieser Bedarf ist so groß, daß er der Kunst ermöglicht, ihr eigenes Ende zu überleben. Man muß hier aber wohl von einem Pyrrhussieg der Kunst über den Satz vom Ende der Kunst sprechen. Jetzt ist Kunst unsterblich als Surrogat ihrer selbst. Der ästhetische Code unterscheidet heute nur noch: Das ist/ist nicht Kunst. Damit wird aber jedes Kunstwerk eine Definition der Kunst. Mit anderen Worten: Der Code der Kunst schließt es aus, daß irgend etwas als kunstunfähig ausgeschlossen wird. Natürlich: Es gibt ‚nicht Kunst‘, aber es gibt nichts, was nicht zu Kunst erklärt werden könnte. Jeff Koons etwa erklärt den Kitsch als das ehedem andere der Kunst zur Kunst.</p>
<p style="padding-left:30px;">Ich meine deshalb: Die Idee der Postmoderne ist eine ästhetische Aufheiterung über die Landschaft der westlichen Welt nach dem Ende der Geschichte im emphatischen Sinn. Sie nimmt nämlich nicht nur Abschied vom Avantgardismuszwang der Moderne, sondern leistet zugleich eine ästhetische Umwertung der bedrückenden Diagnosen, die Soziologen und Anthropologen unter den Titel Posthistorie gestellt haben. Die entropische, also von Natur überformte Geschichte zeigt eine neue Schönheit: als Ruine.“ (S. 23)</p>
<p>Nein, diese Zeilen sind nicht aus der Jetztzeit genommen. Wer damals schon Ohren hatte zum Hören, der konnte hören und lesen, bis einem zumindest jenes vor Ärger verging. Der Text stammt aus dem Jahre 1996, und zwar aus dem Buch „Ruinen des Denkens Denken in Ruinen“ (hrsg. v. N. Bolz und W. v. Rejien, bei Suhrkamp, das fehlende Satzzeichen ist keiner Unaufmerksamkeit meinerseits geschuldet, sondern Bestandteil des Titels. Wie‘s scheint, ist auch die Interpunktion im Hause Suhrkamp ruinös). Der Text spiegelt eine im Grunde schon damals vorhandene Debatte wider, die mit wechselnden Protagonisten bis ins Heute hineinragt. Sloterdijk fügt sich da gut ein.</p>
<p>Und hier haben Denker wie Habermas (und nicht nur er) sicherlich recht, als sie vor einer solchen Postmoderne gewarnt haben, die zurückrollen möchte in das voraufklärerische Zeitalter: eine „Dialektik der Aufklärung“, welche keine Dialektik mehr ist, weil der kritische Part dieser Schrift abgeschnitten wurde zugunsten des Affirmativen: der Mythos als Gegeninstanz, die Revitalisierung einer reduktiv wahrgenommenen Lebensphilosophie.</p>
<p>Dabei sind manche der Feststellungen von Bolz nicht einmal falsch, wenngleich trivial und zum Allgemeingut herabgesunken: so etwa, daß die Entzauberung der Welt einige unangenehme Nebeneffekte mit sich brachte (was ja bereits Lukács sowie Adorno/Horkheimer erkannten) und eben jenes schon von Max Weber konstatierte Gefängnis und Stahlgehäuse der Rationalität erzeugte, wo das Andere ausgesperrt bleibt. Doch die Thesen, welche Bolz aus den Feststellungen ableitet, sind schlicht falsch.</p>
<p>Was die Kompensationsleistung im Hinblick auf eine ruinöse Moderne betrifft, so springt hier nicht nur die Kunst ein, um die kalte Rationalität zu mildern, sondern das System selbst erzeugt an zahlreichen Stellen und in ganz heterogenen Bereichen seine Selbsterhaltungen und Affirmationskonzepte in den unterschiedlichsten Ausdrucksformen: von der Philosophie, die das Andere in binärer Opposition kultiviert, über die Esoterik, die seit den 70ern bis heute hin an Bedeutung gewann, nachdem die Religion den Resonanzraum nicht mehr auszufüllen vermochte: eine Esoterik, die den Platz für wohlige Gefühle und Begriffsirrsinn schafft, bis hin zu all den Produktion der Kulturindustrie, von Pop über Film sowie der Kunst als Konsumware. Das alles und noch viel mehr trägt zur Kompensation bei. Diese Widersprüche einer Moderne werden bei Bolz aber nicht mehr ins Denken aufgenommen und als ihr Bestandteil ausgemacht, sondern in der Reflexion überspielt und in eine (ästhetisch) aufgeheiterte Landschaft überführt.</p>
<p>Die Wendung der Re-auratisierung, aber auch <span style="font-family:Times New Roman, serif;"><span style="font-size:small;">Kunst und Ästhetik werden ins Affirmative gewendet und damit (bewußt) ihres kritischen Gehaltes beraubt. Sie fungieren bei Bolz als (metaphysische) Trostpflaster in der ansonsten entzauberten Welt. Die komplexe Bewegung einer ästhetischen Theorie, die sich in das Werk hineinbegibt, die Strukturen, den Gehalt, das Formprinzip, die Widersprüche freilegt und zeigt, warum ein Werk mit Grund als ästhetisch gelungen, stimmig und angemessen bezeichnet werden kann, wird eingezogen zugunsten des bloßen Geschmacks oder eines rein sinnlichen Elements: So kann dann auch Jeff Koons auftauchen.</span></span></p>
<p>So erweist Kunst sich in solchem Denken als fungibel. Die Öffnung der Formen, die Pluralisierung der Verfahrensweisen im Umgang mit dem ästhetischen Material wird zum Aufhänger genommen, um Kitsch und Beliebigkeit das Wort zu reden. Kunst geht dabei über in den bloßen Geschmack, wird, wie bei Koons (zumindest was etwa seine Ballonskulpturen und die Kitschobjekte betrifft) und vielen mehr zum gefälligen Objekt, vom Designgegenstand eigentlich kaum zu unterscheiden. Nicht mehr binnenästhetische Kriterien bzw. die Verfaßtheit des Kunstwerkes entscheiden über seine objektive Bedeutung, sondern die binäre Binnendifferenzierung bleibt beim gefallen/mißfallen stehen. In solchem Rahmen bedarf es dann eigentlich auch nicht mehr der Kritik und des Kommentars. Entlarvungen, daß der Kaiser eigentlich nackt ist, sind im Kunstbetrieb eher unerwünscht oder geraten selbst zum Happening. Das einzige, womit in der Tat noch ernst gemacht wird, ist, daß nichts mehr ernst genommen wird.</p>
<p>Allerdings sind diese Thesen Bolz‘ eben dem Duktus seiner Theorie geschuldet. Und hier liegen dann – bei aller Unterschiedlichkeit freilich in den Theoriekonzepten – wiederum die Berührungen von Bolz, Bohrer und eben auch Habermas: Wenn man die utopische, messianische Sphäre der Adornoschen Theorie abschneidet, wenn die geschichtsphilosophische Perspektive getilgt wird zugunsten eines reinen Immanenzzusammenhangs, der sich lediglich in dem zu bewegen vermag, was sowieso schon ist, dann wird es schwierig, noch eine Ausgangstür oder zumindest die Imago derselben zu finden. Bei Habermas führt dies dazu, daß Ästhetik kaum bei ihm vorkommt, was ich andererseits jedoch bewundere, weil hier einer wenigstens schweigt, wenn er von einer Sache meint, wenig zu verstehen.</p>
<p>Zudem: was Bolz hier als ein postmodernes Phänomen ausgibt, die Differenzierung Kunst/Nicht-Kunst, ist eine durchaus moderne Angelegenheit, die bald 100 Jahre alt ist und etwa mit Duchamp als dem prominentesten Vertreter ihren stärksten und bekanntesten Ausdruck fand. Man denke etwa an den Flaschentrockner (1913) oder das Urinoir (1917). Die Postmoderne samt den ästhetischen Fragestellungen reicht also sehr, sehr weit zurück.</p>
<p>Die These, daß die westliche Welt in die Nachgeschichte bzw. in den posthistorischen Zustand eingetreten ist, in dem die Geschichte zu ihrem Ende kam, dürfte wohl als erledigt gelten und zudem selber einem teleologischen Geschichtskonzept verhaftet sein.</p>
<p>Was bleibt, ist der Aspekt des Ruinösen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Mal wieder Kraushaar lesen]]></title>
<link>http://shiftingreality.wordpress.com/2009/11/23/mal-wieder-kraushaar-lesen/</link>
<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 12:27:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>chezweitausendeins</dc:creator>
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<description><![CDATA[Sehr erhellend fand ich ja diese Beitrag, bei dem sich mir die Frage stellte, wie das denn jetzt ist]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Sehr erhellend fand ich ja diese Beitrag, bei dem sich mir die Frage stellte, wie das denn jetzt ist und ob es nicht an der Zeit sei, zumindest teilweise den ursprünglichen Impetus der 68er wieder aufzugreifen &#8211; unter veränderten Zeitzeichen latürnich:</p>
<p>http://www1.bpb.de/publikationen/N86ETU,2,0,Denkmodelle_der_68erBeweg</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zitat: Schlüsseltext Lyotard "La condition postmoderne"]]></title>
<link>http://immateriell.wordpress.com/2009/11/22/zitat-schlusseltext-lyotard-la-condition-postmoderne/</link>
<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 15:20:48 +0000</pubDate>
<dc:creator>pgart</dc:creator>
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<description><![CDATA[&#8220;Lyotard [...], 1979, La condition postmoderne [...]. Dieser Text, eine Untersuchung über ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#8220;Lyotard [...], 1979, La condition postmoderne [...]. Dieser Text, eine Untersuchung über &#8220;die Lage des Wissens in den höchstentwickelten Gesellschaften&#8221;, (27) ist einer der wichtigsten philosophischen Schlüsseltexte für die Diskussion um die Postmoderne und fragt, inwiefern &#8220;neue Entwicklungen un Wissenschaft und Technik, in der Politik, im Alltagsleben und in der Kunst nicht nur, wie sonst üblich, als Fortschreibung des Projekts der Moderne zu verstehen, sondern [...] als Phänomene des Bruches mit diesem Projekt zu begreifen [sind].&#8221; (28)&#8221;</p>
<p><span style="color:#888888;">Wunderlich, Antonia: Der Philosoph im Museum, Die Ausstellung „Les Immatériaux“ von Jean François Lyotard, transcript Kultur- und Medientheorie, transcript Verlag, Bielefeld, 2008, S.29.</span></p>
<p><span style="color:#888888;">(27) Lyotard, Jean-François (1999): Das Postmoderne Wissen. Ein Bericht. Wien. S. 13.</span></p>
<p><span style="color:#888888;">(28) Peter Engelmann in ebd., S.9.</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zitat: Ziel des Settings]]></title>
<link>http://immateriell.wordpress.com/2009/11/22/zitat-ziel-des-settings/</link>
<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 14:00:52 +0000</pubDate>
<dc:creator>pgart</dc:creator>
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<description><![CDATA[&#8220;Ziel dieses komplexen Settings war [...] die Sensibilisierung des Besucher [...]. &#8220;[...]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#8220;Ziel dieses komplexen Settings war [...] die Sensibilisierung des Besucher [...]. &#8220;[...]. Die Veranstaltung möchte das Gefühl vom Abschluss eines Zeitabschnitts und die unruhige Neugier verspüren lassen, die im Anbruch der Postmoderne entsteht.&#8221; &#8221; (7)</p>
<p><span style="color:#888888;">Wunderlich, Antonia: Der Philosoph im Museum, Die Ausstellung „Les Immatériaux“ von Jean François Lyotard, transcript Kultur- und Medientheorie, transcript Verlag, Bielefeld, 2008, S.12.</span></p>
<p><span style="color:#888888;">(7) Lyotard 1985a, S. 11.</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zitat: Thematik Ausstellung]]></title>
<link>http://immateriell.wordpress.com/2009/11/17/zitat-thematik-ausstellung/</link>
<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 20:06:45 +0000</pubDate>
<dc:creator>pgart</dc:creator>
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<description><![CDATA[&#8220;In seiner emblematischen Ausstellung [8] von 1985 im Centre Pompidou in Paris setzt sich Jean]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#8220;In seiner emblematischen Ausstellung [8] von 1985 im Centre Pompidou in Paris setzt sich Jean-François Lyotard intensiv mit diesem Prozess auseinander, der zu den von ihm so benannten ›Immaterialien‹ führt. Die Ausstellung »Les Immatériaux« versucht, die Art der Veränderung aufzuzeigen, die die Beziehung zwischen Mensch und Materie von der modernen Tradition — ihrerseits Erbe der cartesianischen — bis hin zur Postmoderne mit ihren ›neuen Materialien‹ vor allem im Bereich der Technowissenschaften, Informatik und Elektronik erfahren hat. In dem Interaktionsprozess verschwinde das Material, so Lyotard, als unabhängige Einheit (elektronische Wellen, Klangwellen, Lichtwellen, Elementarteilchen). Das Prinzip der operationalen Struktur basiert somit nicht auf einer stabilen ›Substanz‹, sondern auf einer Reihe von instabilen Interaktionen. Zu dem Immaterialen gesellen sich neue Interaktionsprozesse, die die Art, wie man in der Welt agiert, verändern und somit auch die menschlichen Projekte selbst (Kunst, Philosophie, Soziologie, Wissenschaft).<br />
Paul Virilio und Peter Weibel beschreiben diesen Entmaterialisierungsprozess als eine ›Ära der Absenz‹, die eine Ästhetik hervorbringe, die auf dem ›Absum‹ [9], in seiner Bedeutung von Ferne und räumlicher Distanz, sowie dem Mangel, dem Verlust und der Dematerialisierung basiere. Die Medienkunst nimmt die Erfahrungen der ersten künstlerischen Anzeichen auf, in denen eine Ästhetik der Absenz [10] erkennbar wird — besonders seit 1945 (Fontana, Manzoni, Klein, Cageund andere bereits Erwähnte) —, sowie die Tendenz zur Entmaterialisierung des künstlerischen Objekts und andere Strategien der Immaterialität, die sowohl die Kunst als auch die Theorie der 1960er und 1970er Jahre dominieren (wie es Frank Popper 1975 in seinem Buch »Le déclin de l&#8217;objet« analysiert, das bereits auf den Prozess der Entmaterialisierung und Auflösung des Kunstobjekts hinweist). Betrachtet man die von den Technologien vorangetriebenen Veränderungen, so kommen diese Erfahrungen noch deutlicher zum Ausdruck.&#8221;</p>
<p><span style="color:#888888;">Claudia Giannetti, Ästhetische Paradigmen der Medienkunst in </span><a href="http://www.medienkunstnetz.de/themen/aesthetik_des_digitalen/aesthetische_paradigmen/6/"><span style="color:#888888;">http://www.medienkunstnetz.de/themen/aesthetik_des_digitalen/aesthetische_paradigmen/6/</span></a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Botho Strauß - Vom Aufenthalt]]></title>
<link>http://schlossblick.wordpress.com/2009/11/09/botho-straus-vom-aufenthalt/</link>
<pubDate>Mon, 09 Nov 2009 21:53:04 +0000</pubDate>
<dc:creator>schlossblick</dc:creator>
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<description><![CDATA[Es war schon immer so, und auch mit dem aktuellen Band verhält es sich nicht anders: Botho Strauß zu]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } -->Es war schon immer so, und auch mit dem aktuellen Band verhält es sich nicht anders: Botho Strauß zu lesen, heißt, zum Klausner zu werden, heißt, sich in eine imaginäre Waldhütte zurückzuziehen, heißt, die Gesellschaft der Bücher derjenigen der Menschen vorzuziehen und sich kauernd Wort für Wort den Text zu erlesen. Man spürt den Silben, den Sätzen nach, erschließt sich das Gelesene mit anachronistischer Langsamkeit und findet sich zugleich in einem Sog wieder, dem sich der geduldige Leser, der seinem Gegenstand mit Sorgfalt und Achtung begegnet, nur schwer zu entziehen vermag.</p>
<p>Anders als Strauß&#8217; letzte Werke, <em>Mikado</em> und <em>Die Unbeholfenen</em>, sucht <em>Vom Aufenthalt</em> wieder die Nähe zur Schaffensperiode der späten 80er und 90er Jahre, in der der Autor immer fragmentarischer, immer &#8211; im Sinne eines Davila &#8211;  konzentrischer schrieb und auf eine kontinuierliche Handlung gänzlich verzichtete. Selbst wenn diese ästhetische Rückbesinnung  den Text &#8211; denn um einen Roman handelt sich bei <em>Vom Aufenthalt</em> ganz gewiss nicht &#8211; kaum zu einem gelungenen Einstieg in das Strauß&#8217;sche Universum werden lässt, schreitet der in Berlin und der Uckermark lebende Autor unbeirrt auf jenem Pfad weiter, auf dem er seit ungefähr 15 Jahren wandert: Einerseits ist er ganz nah an seinen Protagonisten, bemerkt noch die geringste Geste, in der doch nichts als Einsamkeit, Resignation und empfundene Kälte zum Ausdruck kommen, während er andererseits mit scharfem Blick in die Vergangenheit späht, um dort all jenes aufzuspüren, das sich nicht hat bis in die Gegenwart bewahren können, all jenes, das verschütt gegangen ist im Namen von Fortschritt, (vulgarisierter) Aufklärung und (missverstandener) Emanzipation. Diese beiden Stränge &#8211; den des persönlichen und den des kulturhistorischen Dramas &#8211; verwebt Strauß geschickt miteinander, so dass er zum Chronisten des Verlustes und &#8211; um erneut auf Davila zu rekurieren &#8211; <a href="http://www.sezession.de/7766/parteigaenger-verlorener-sachen-nicolas-gomez-davila.html">&#8220;Parteigänger verlorener Sachen&#8221; </a>(Till Kinzel) wird. Zwar trifft dies auf praktisch die gesamte schriftstellerische Tätigkeit Strauß&#8217; zu, doch befleißigt er sich in <em>Vom Aufenthalt</em> (und diese Feststellung ist keineswegs negativ zu verstehen) eines altersweisen Habitus&#8217;, der seit <em>Die Fehler des Kopisten</em> in sein Werk Einzug gefunden hat. Diese Haltung, die den gesamten Band durchweht, stört in keinem Augenblick, wirkt nicht ein einziges Mal herablassend oder aufgesetzt, sondern fungiert als Filter, mit dem das Beschriebene dem Leser erträglich wird. An Stelle der früheren ätzenden Bitterkeit und der idealistischen Verzweiflung ob der Diskrepanz zwischen Sollen und Sein tritt das halb trotzige, halb beherzte „old men ought to be explorers“ (Seite 15), das sich als Motiv durch das gesamte Buch zieht. Botho Strauß hat für sich schon lange die Rolle des Einzelgängers, der Kassandra und des Gralshüters alles Zurückgelassenen und für unwichtig Erklärten gewählt und füllt diese einmal mehr mit Leben aus.</p>
<blockquote><p>Man muß nur wählen können; das einzige, was man braucht, ist der Mut zur Sezession, zur Abkehr vom Mainstream. Ich bin davon überzeugt, daß die magischen Orte der Absonderung, daß ein versprengtes Häuflein von inspirierten Nichteinverstandenen für den Erhalt des allgemeinen Verständigungssystems unerläßlich ist.</p></blockquote>
<p>Dies schrieb Strauß bereits 1993 in seinem <a href="http://www.die-union.de/aufsaetze/anschwellender_bocksgesang.htm">„anschwellenden Bocksgesang“</a>, und genau dies ist das Diktum, dem sich <em>Vom Aufenthalt</em> – trotz aller Distanzierungen des Autors von jenem Skandal erregenden Aufsatz – verpflichtet fühlt.</p>
<p>PS: Der Link zum &#8220;anschwellenden Bocksgesang&#8221; führt lediglich zu einer gekürzten Version des Aufsatzes. In voller Länge ist er online &#8211; soweit ich weiß &#8211; nicht zugänglich.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wie wir leben – Sperrt die Wilden ein und gebt Ihnen Namen!]]></title>
<link>http://homosociologicus.de/2009/11/03/wie-wir-leben-%e2%80%93-sperrt-die-wilden-ein-und-gebt-ihnen-namen/</link>
<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 22:35:35 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martin</dc:creator>
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<description><![CDATA[Wie leben wir? Marta Mysik spürt dem Zeitgeist nach und findet Paranoia und Panoptica, Humanität und]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em>Wie leben wir? Marta Mysik spürt dem Zeitgeist nach und findet Paranoia und Panoptica, Humanität und Totalität, Glück und Unglück.<br />
</em></p>
<p>Wir leben unsicher und sehnen uns nach Sicherheit. Bereits das Wir der Fragestellung, „Wie leben wir?“ deutet es an. Im Wir drückt sich die Gruppe aus, die in den heutigen Zeiten nicht eindeutig bestimmbar ist: Familie, eine Urform der Gruppe, scheint ein Relikt aus alten Zeiten. Die Familie existiert nicht. Es ist die Patchwork-Familie, die Ersatzfamilie, die Weltfamilie. Eine weitere Urform der Gruppe ist die Sippe, die Großfamilie. Übersetzt würde es heute heißen, der Freundeskreis. Aber auch dieser scheint gefährdet, wenn der beste Freund ans andere Ende der Welt zieht. Facebook ersetzt keine langen Gespräche bei Wein und Kerzenschein. Angesichts eines Kusses ist „Gruscheln“ vulgär. Neue Freunde kommen, sicher. Ist Ihre Begegnung nicht gleichzeitig ein Abschied? – New York wird dann zu Tokio, oder so. Von Arbeitskollegen ganz zu Schweigen – der dritten Urform des Gruppendaseins, dem gemeinsamen Schaffen. Projektarbeit und Honorarverträge, Zeitarbeit und mobile Flexibilität. Es gibt keine Chance für eine emotionale Bindung, wenn der erste Händedruck das Versprechen des Nimmer-Wieder-Sehens in sich birgt.</p>
<p>Aber nicht die Flüchtigkeit ist die eigentliche Tragödie. Sie ist nur der Anfang einer wahrlich schrecklichen Entwicklung. Unsicherheit, Unbeständigkeit, Verlust wecken immer  wieder das Bedürfnis nach Ordnung und Sicherheit. Auch diese Impulse sind heutzutage ablesbar: Schäubles Kameras und Fingerabdrücke, das eifersüchtige Halten an der europäischen Grenze – Vorsicht vor Asien, und erst recht vor den afrikanischen Fluten! Und weil der Großkonzern nicht in der Lage ist das Wuchern der Arbeitskraft, dieser größten Fehlerquelle, eigenhändig auszupeitschen, engagiert er Privatdetektive. Übrigens, Wissen ist billiger als Gewalt. Das Panopticon wirkt. Sicherheit durch Selbstdisziplin.</p>
<p>Wir leben unsicher und deswegen sehnen wir uns nach Sicherheit. Nicht weil Sicherheit so gemütlich ist. Vielmehr ist Unsicherheit so bedrohlich – geradezu zersetzend, der Tod. Welch eine Ironie des Schicksals, dass das Bedürfnis nach einer rationalen Ordnung auf einem solch irrationalen Gedankengang begründet ist. Sterben ist gar nicht so einfach. Nur die Angst davor kommt sehr schnell. Wahrscheinlich ein notwendiges Regulativ – schon. Aber wohin Paranoia führt, haben wir schon öfters erfahren. Deswegen lohnt heutzutage das Studium der Dystopien. Sie führen uns überspitzt und drastisch genug vor Augen, was passiert, wenn auf Unsicherheit eine paranoide Regung folgt und dann Totalität.</p>
<p>Mich interessiert wie dieser Moment des Übergangs geschildert wird. Wann kippt die Lage? Ich schaue zu Jewgenij Sajatins „Wir“. Hier ist  es der 200 jährige Krieg und die fast vollständige Vernichtung der Menschheit. Ich schaue zu Hesses „Das Glasperlenspiel“. Auch hier ist es der Krieg. Ich schaue zu Huxleys &#8230; Ich schaue zu Orwell &#8230; Überall Krieg.</p>
<p>Nietzsche vergötterte zwischenzeitlich Dionysos, weil er, Nietzsche, dem Krieg seine Macht zur Totalität nehmen wollte. Er wollte uns sagen, dass es in Ordnung ist sich die Köpfe einzuschlagen. Die Hooligans in Manchesters Vororten und Brad Pitt im Fightclub machen es vor. Man bricht  sich gegenseitig die Knochen und schläft sodann fest wie ein Baby. Der Rausch ist gebannt, wenn er benannt ist. Dionysos ist nur ein Name; die „neuen Kriege“ ein weiterer.</p>
<p>Ist also Humanität, das Jammern der alten Weiber, ein Vorbote des Totalitarismus? Foucault hat es so gesehen. Die Humanisten entdeckten das Leid des Subjekts und indem sie es vom Leid befreiten, schlossen sie ihn umso gründlicher ein. Für Nietzsche war Mitleid lediglich das Deckmäntelchen für Macht. Und was heißt es für uns? Wie sollen wir nun leben? Wie können wir Unsicherheiten aushalten ohne gleich das Kind mit dem Bade auszuschütten? Haben wir wirklich nur die Wahl zwischen Apollon und Dionysos – zwischen dem goldenen Käfig einer rationalen Ordnung und dem Blutbad?</p>
<p>Nietzsche und Foucault, die beiden großen Apologeten der Unsicherheits-Ästhetik, die schließlich genau an dieser gescheitert sind – der eine leidend, der andere grinsend – lebten ihr Leben so wie sie es wollten und auch nicht. Sie waren Schrödingers Katze – mal tot, mal lebendig. Viele und paradox – Fähig festzuhalten und zu lassen und gleichgültig zu sein. Noch leben wir so. Was das heißt, vermag ich nicht zu sagen. Ich weiß nur eines: manchmal esse ich frische Blätter von Frühlingssträuchern, weil ich vor Glück nicht an mich halten kann. Ein  andermal bricht mir eine tote Taube am Straßenrand das Herz und ich verfluche dieses Leben.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Postchristliches Europa]]></title>
<link>http://lionrock.wordpress.com/2009/11/03/postchristliches-europa/</link>
<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 21:10:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>Alex</dc:creator>
<guid>http://lionrock.wordpress.com/2009/11/03/postchristliches-europa/</guid>
<description><![CDATA[Heute hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßbourg einer Italienerin recht, die ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;">Heute hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßbourg einer Italienerin recht, die gegen die Kreuze in den Klassenzimmern ihrer Kinder geklagt hatten. (<a href="http://www.n-tv.de/politik/Keine-Kreuze-im-Klassenzimmer-article575264.html">Zum Artikel</a>) Die Begründung lautet: <em>Ein christliches Kreuz im Klassenzimmer einer Staatsschule verletzt die Religionsfreiheit der Schüler. Sie nimmt zudem den Eltern die Freiheit, ihre Kinder nach ihren philosophischen Überzeugungen zu erziehen, und ist nicht mit der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) vereinbar.<br />
</em><br />
Ich finde dieses Urteil zeigt, dass wir zwar noch in einem vom Christentum geprägten Europa leben (immerhin scheinen ja noch Kreuze in Klassenzimmern zu hängen), aber nich mehr das christliche Europa bzw. Abendland sind, dass wir früher mal waren. Und eigentlich kann ich das Urteil sogar verstehen, in einem Europa in dem das Christentum nicht mehr die allgemein vorherrschende Religion ist, Menschen ihren Glauben nicht mehr in organisierter Form in der Kirche leben, bzw. andere Religionen an Stärke gewinnen scheint es unverständlich, dass der Staat, der ja religiös neutral sein soll ein christliches Symbol verteidigt. Und eigentlich ist es auch für uns Christen keine Katastrophe, es ist sogar Chance. Da es uns aufzeigt, dass wir uns auf unserem historischen Anspruch die prägende Religion für Europa (gewesen) zu sein ausruhen können, sondern die jetztige Situation akzeptieren müssen und auch danach handeln.<br />
Andere Meinungen?</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Beachten Sie die Packungsbeilage]]></title>
<link>http://martinjost.wordpress.com/2009/10/31/beachten-sie-die-packungsbeilage-3/</link>
<pubDate>Sat, 31 Oct 2009 05:00:52 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martin Jost</dc:creator>
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<description><![CDATA[Das «Infinite Jest»-Logbuch (8) Heute keine Zeit. 0063&lt;|&gt;1016. Kapitel 7. Sonniges Herbstwette]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Das «Infinite Jest»-Logbuch (8) Heute keine Zeit. 0063&lt;|&gt;1016. Kapitel 7. Sonniges Herbstwette]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Schlaf endlich]]></title>
<link>http://martinjost.wordpress.com/2009/10/30/schlaf-endlich/</link>
<pubDate>Fri, 30 Oct 2009 05:00:19 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martin Jost</dc:creator>
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<description><![CDATA[Das «Infinite Jest»-Logbuch (7) Mit Exkursen über Transpostmoderne, Ironisch Brechen und die perspek]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Das «Infinite Jest»-Logbuch (7) Mit Exkursen über Transpostmoderne, Ironisch Brechen und die perspek]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Übern Wintern]]></title>
<link>http://martinjost.wordpress.com/2009/10/26/ubern-wintern/</link>
<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 04:00:32 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martin Jost</dc:creator>
<guid>http://martinjost.wordpress.com/2009/10/26/ubern-wintern/</guid>
<description><![CDATA[Das «Infinite Jest»-Logbuch (3) Mit Exkursen zu «Wonder Boys», Postmoderne und «Frühlings Erwachen» ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Das «Infinite Jest»-Logbuch (3) Mit Exkursen zu «Wonder Boys», Postmoderne und «Frühlings Erwachen» ]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Erste Bestimmungen einer philosophischen Postmoderne (5)]]></title>
<link>http://bersarin.wordpress.com/2009/10/25/erste-bestimmungen-einer-philosophischen-postmoderne-5/</link>
<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 11:45:51 +0000</pubDate>
<dc:creator>bersarin</dc:creator>
<guid>http://bersarin.wordpress.com/2009/10/25/erste-bestimmungen-einer-philosophischen-postmoderne-5/</guid>
<description><![CDATA[Nietzsches Wahrheit (4. und letzter Teil)  Vorbemerkung  Manchmal, so sagt man, muß ein Mann das tun]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;" align="left"><strong>Nietzsches Wahrheit (4. und letzter Teil)</strong> </p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;" align="center"><strong>Vorbemerkung</strong></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"> Manchmal, so sagt man, muß ein Mann das tun, was er tun muß. (Eine Frau sicherlich auch.) Ich muß, bevor ich mich, wie mit den Blogs <a href="http://exportabel.wordpress.com/">Exportabel</a> und <a href="http://metalust.wordpress.com/">Metalust</a> verabredet, mit Adornos Musiktheorie auseinander setze, meinen Nietzsche-Text zum Ende bringen, um mich dann unbeschwert an den Aufsatz Adornos „Über den Fetischcharakter in der Musik und die Regression des Hörens“ heranzubegeben.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-align:center;text-decoration:none;"> „<strong>Es ist der Mensch“ – nur anders</strong></p>
<p style="margin-bottom:0;text-align:left;text-decoration:none;"> Übertragungen und Verschiebungen sind die häufig verwendeten Topoi in diesem Aufsatz von Nietzsche, ein immer wiederkehrendes Motiv:</p>
<p style="padding-left:30px;margin-bottom:0;text-decoration:none;">„&#8230; so nimmt sich das räthselhafte X des Dinges an sich einmal als Nervenreiz, dann als Bild, endlich als Laut aus. Logisch geht es also jedenfalls nicht bei der Entstehung der Sprache zu, und das ganze Material worin und womit später der Mensch der Wahrheit, der Forscher, der Philosoph arbeitet und baut, stammt, wenn nicht aus Wolkenkukuksheim, so doch jedenfalls nicht aus dem Wesen der Dinge.“ (S. 879)</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">Darin steckt eine vehemente Kritik des Essentialismus und der kantischen Transzendentalphilosophie gleichermaßen. Zwar wird, noch im Kantischen Sinne, ein „räthselhaftes X des Dinges an sich“ angesetzt. Doch fungiert es eher als sich verschiebender blinder Fleck, weniger jedoch als erkenntnistheoretischer Grenzbegriff, und in diesem Sinne kann man bereits mit Nietzsche sagen, daß die Grenzen meiner Sprache zugleich die Grenzen meiner Welt sind. Wir sind <em>in</em> der Sprache, nicht jedoch <em>am</em> Wesen der Dinge.</p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="text-decoration:none;">Wir begegnen in diesem Zitat einer von vielen Reihung im Text Nietzsches, die eine</span><span style="text-decoration:none;"><strong> </strong></span><span style="text-decoration:none;">Perspektiviät in der Philosophie nötig machen, ist doch der Blickwinkel von diesen unterschiedlichen Sphären her sehr verschieden: Nervenreiz, Bild, Laut. Bei jedem Mal ein anderer Bereich, der am Ende in Sprache übergeht und dennoch einen eigenen Referenzrahmen erforderlich macht.</span></p>
<p style="margin-bottom:0;">Doch kommen wir gleich zum Beginn des Essay zur Sache und gehen in die entscheidende, vielzitierte Passage des Wahrheitsaufsatzes hinein:</p>
<p style="padding-left:30px;margin-bottom:0;">„Was ist also Wahrheit? Ein bewegliches Heer von Metaphern, Metonymien, Anthropomorphismen, kurz eine Summe von menschlichen Relationen, die, poetisch und rhetorisch gesteigert, übertragen, geschmückt wurden und die nach langem Gebrauch einem Volke fest, kanonisch und verbindlich dünken: die Wahrheiten sind Illusionen, von denen man vergessen hat, dass sie welche sind, Metaphern, die abgenutzt und sinnlich kraftlos geworden sind, Münzen, die ihr Bild verloren haben und nun als Metall, nicht mehr als Münzen, in Betracht kommen.“ (KSA 1, S. 880 f.)</p>
<p style="margin-bottom:0;">Der in die Verborgenheit geratene Ursprung, von dem sich in der Lesart Nietzsches eigentlich gar nicht ausmachen läßt, ob es ihn gibt oder ob da nicht vielmehr nichts sei. Allenfalls noch als (notwendige) Fiktion eines Ursprungs mag da etwas vorliegen, und Aussagen über Wahrheit und über die Bedingungen ihrer Konstitution lassen sich höchstens noch in einer genealogischen Perspektive treffen. Die Wahrheit selbst jedoch zielt nicht mehr auf diesen Ursprung oder auf einen wesenhaften Objektbereich ab.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Was ist also Wahrheit: Diese Frage wird in diesem zentralen Satz lakonisch beantwortet, elliptisch, fast beiläufig. Nicht mehr die Übereinstimmung des Objekts mit dem Denken, der Sache mit dem Intellekt oder irgend eine der klassischen Antworten wird genannt. Wahrheit wird zu einem Phänomen in und durch die Sprache. Übertragungen und Verschiebungen, Interpretation, mithin relative Sichtweisen, lassen eher von einem Wahrheitsgeschehen sprechen, als daß man hier noch einen festen Begriff von Wahrheit ansetzten könnte.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Diese Sicht auf Wahrheit wird die spätere Philosophie Nietzsches dann virtuos und in den verschiedenen Ausprägungen und Schattierungen entfalten. Mit Günter Abel läßt sich dann durchaus von „Interpretationswelten“ sprechen. Es gibt keine wahre Welt, sondern diese gerät am Ende zur Fabel. (Siehe hierzu den einschlägigen, von mir bereits angeführten Aphorismus aus der „Götzendämmerung“.) Was dann gut in den postmodernen Slogan mündet, daß es eben keine Wahrheit, sondern nur Interpretationen, mithin plurale Sichweisen auf „Welt“ gibt, nichtessentialistische „Wahrheiten“ im Plural: verschiedene Sprachspiele, Diskurse, die kaum noch kompatibel sind, funktionale Ausdifferenzierungen, verschiedene Geltungssphären, die mal von einer kommunikativen Vernunft zusammengehalten, dann wieder als vollständiges Differenzgeschehen gedacht werden. Doch sind diese Dinge allerdings eine bereits sehr moderne Erfahrung. Sie sind geradezu das Spezifikum einer plural entfalteten Moderne. Insofern sind die Einsichten Lyotards, etwa im „Widerstreit“ und im „Postmodernen Wissen“ sicherlich nicht vom Himmel herabgefallen, sondern sie stehen in einer philosophischen Tradition, die von Lyotard dann allerdings sehr spezifisch gedreht wird. Nietzsche zumindest liefert für diese Drehungen und Wendungen der Moderne (hin zur Postmoderne), und insbesondere mit diesem Wahrheitsaufsatz eine Menge an Munition. Insofern auch dürfte der Ansatz nicht ganz falsch sein, Nietzsche als einen der ersten Philosophen des 20. Jahrhunderts zu titulieren.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Diese „Interpretationswelten“, diese Konstruktionen von Wirklichkeit mittels Sprache (1) erheben bei Nietzsche zugleich jedoch den Anspruch auf die Strukturierung eines ausgedehnten Feldes namens Gesellschaft. Gleichsam an einem einzigen Faden wird aus einigen anthropologischen bzw. biologischen Grundlagen die Konstruktion einer ganzen Begriffs-Welt herausgezogen:</p>
<p style="padding-left:30px;margin-bottom:0;">„Alles, was den Menschen gegen das Thier abhebt, hängt von dieser Fähigkeit ab, die anschaulichen Metaphern zu einem Schema zu verflüchtigen, also ein Bild in einen Begriff aufzulösen; im Bereich jener Schemata nämlich ist etwas möglich, was niemals unter den anschaulichen ersten Eindrücken gelingen möchte: eine pyramidale Ordnung nach Kasten und Graden aufzubauen, eine neue Welt von Gesetzen, Privilegien, Unterordnungen, Gränzbestimmungen zu schaffen, die nun der anderen anschaulichen Welt der ersten Eindrücke gegenübertritt, als das Festere, Allgemeinere, Bekanntere, Menschlichere und daher als das Regulirende und Imperativische.“ (S. 881 f.)</p>
<p style="margin-bottom:0;">Der Mensch, das noch nicht festgestellte Tier, wie Nietzsche es in „Jenseits von Gut und Böse“ formuliert, das mit Sprache begabte Tier. Dieser Abbau des Anschaulichen zugunsten des Begriffs, als Akt identifizierenden Denkens und reifizierender Sprache, ist allerdings mit Verlusten erkauft. Und hier berühren sich die Ausführungen Nietzsches mit der Kritik Adornos/Horkheimers in der „Dialektik der Aufklärung“ und insbesondere mit den Ausführungen Adornos in der „Negativen Dialektik“ zur Logik des Begriffs (S. 23 ff.).</p>
<p style="padding-left:30px;margin-bottom:0;">„Während jede Anschauungsmetapher individuell und ohne ihres Gleichen ist und deshalb allem Rubiciren immer zu entfliehen weiß, zeigt der grosse Bau der Begriffe die starre Regelmässigkeit eines römischen Columbariums und athmet in der Logik jene Strenge und Kühle aus, die der Mathematik zu eigen ist.“ (S. 882)</p>
<p style="margin-bottom:0;">Bereits einige Passagen vorher hielt Nietzsche fest, daß jeder Begriff durch die Gleichsetzung des Nicht-Gleichen (S. 880) entsteht. Sprache erzeugt die Fixierungen, welche allerdings nur mit (philosophischer) Sprache oder aber vermittels der Kunst wieder aufzubrechen sind. Im ganzen ist dieses „Begriffshimmel“, jenes Gerüst, was über die Dinge gewebt wird – „ein Bau, wie aus Spinneweben“ –, hochartifiziell konstruiert, hat dabei aber in seiner Selbstreferenzialität nichts mehr mit den Dingen als solchen und an sich selbst betrachtet zu schaffen. Es ist für Nietzsche die reine Konstruktion:</p>
<p style="padding-left:30px;margin-bottom:0;">„Wenn Jemand ein Ding hinter einem Busche versteckt, es eben dort sucht und auch findet, so ist an diesem Suchen und Finden nicht viel zu rühmen: so aber steht es mit dem Suchen und Finden der „Wahrheit“ innerhalb des Vernunft-Bezirkes.“ (S. 883)</p>
<p style="margin-bottom:0;">So ist das Rätsel im ersten Teil des Wahrheitsaufsatzes fast gelöst, und man kann wie Ödipus gegenüber der Sphinx aussagen: „Es ist der Mensch“, protagoräisch als Maß aller Dinge gesetzt. Das Verfahren des Philosophen „ist: den Menschen als Maass an alle Dingen zu halten, wobei er aber von dem Irrthume ausgeht, zu glauben, er habe diese Dinge unmittelbar als reine Objekte vor sich. Er vergisst also die originalen Anschauungsmetaphern als Metaphern und nimmt sie als die Dinge selbst.“ (S. 883)</p>
<p style="margin-bottom:0;">Nietzsche steht hier ganz in der Tradition eines Anti-Platonismus, vorgängerisch sozusagen im Bezirk des sophistischen Homo-mensura-Satzes. Der Anti-Essentialismus Nietzsches geht hier zum einen in Anthropologie zum anderen aber auch in eine genealogisch-kritische Perspektive über. Beides muß man in den Details rekonstruieren. Von diesem Aufsatz Nietzsches ausgehend lassen sich also viele (Ariadne-)Fäden in die Moderne oder aber in die Postmoderne spinnen. Interessant ist hierbei, sozusagen am Vorabend der Psychoanalyse, der Aspekt des „Vergessens jener primitiven Metaphernwelt“ (S. 883) sowie die „strömende Bildermasse“, die bei Nietzsche durchaus als ontologischer Prius angesetzt wird, weshalb er eben noch in der Metaphysik des Ursprungsdenkens verbleibt, allerdings mit verkehrten Vorzeichen. <em>Noch</em> steht Nietzsche im (schopenhauerschen) Dualismus von principium individuations und (rauschhaftem) Willenswirken, jenem Strömenden, als dunklem Seinsgrund, <em>schon</em> konstatiert er jedoch die reine und zugleich relative Immanenz, die uns einzig noch verbleibt, und die in der entfalteten Moderne dann zur Beckettschen (Spiel-)Hölle geworden ist, was Georg Lukács dann in anderem Zusammenhang als die „transzendentale Obdachlosigkeit“ bezeichnete, welche das Signum der (kapitalistischen) Moderne ist.</p>
<p style="padding-left:30px;margin-bottom:0;">„&#8230; kurz nur dadurch, dass der Mensch sich als Subjekt und zwar als <em>künstlerisch schaffendes</em> Subjekt vergisst, lebt er mit einige Ruhe, Sicherheit und Consequenz; wenn er einen Augenblick nur aus dem Gefängnis dieses Glaubens heraus könnte [<em>und hier ist sie wieder die schopenhauersche Dualität sowie die Unvermitteltheit des Übergangs, Anm. Bersarin</em>], so wäre es sofort mit seinem ‚Selbstbewusstsein‘ vorbei. Schon dies kostet ihm Mühe, sich einzugestehen, wie das Insekt oder der Vogel eine ganz andere Welt percipiren als der Mensch, und dass die Frage, welche von beiden Weltperceptionen richtiger ist, eine ganz sinnlose ist, da hierzu bereits mit dem Maassstab der <em>richtigen Perception</em> d. h. mit einem <em>nicht vorhandenen Maassstab</em> gemessen werden müsste.“ <span style="font-style:normal;">(S. 883 f.)</span></p>
<p style="margin-bottom:0;"> __________</p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-size:x-small;">(1) Schöne Fälle hierfür liefern uns beständig die PR-Agenturen und die Spin-Doctors mit Begriffen wie „Neiddebatte“, wenn es einer wagt, auf die immer extremer werdenden soziale Unterschiede hinzuweisen. Oder eine schöne Umetikettierung: statt Managerboni wird „Halteprämie für Führungskräfte“ gesagt, um exorbitante Zahlungen zu kaschieren.</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Diskriminierung]]></title>
<link>http://diesseitsvongutundboese.wordpress.com/2009/10/22/diskriminierung/</link>
<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 09:59:20 +0000</pubDate>
<dc:creator>Holger</dc:creator>
<guid>http://diesseitsvongutundboese.wordpress.com/2009/10/22/diskriminierung/</guid>
<description><![CDATA[Menschenrassen seien eine soziale Konstruktion, wird gesagt. Doch es gibt Forscher, die glauben, das]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Menschenrassen seien eine soziale Konstruktion, wird gesagt. Doch es gibt Forscher, die glauben, dass bestimmte Genverteilungen zwischen Menschengruppen in einer Weise differieren, dass sie von Rassen sprechen können. Amerikanische Genetiker und Mediziner forschen seit einiger Zeit so an einer rasseadäquaten Medikation. Siehe dazu etwa den Artikel von Hubertus Breuer in der Zeit (27. September 2002) „Andere Rasse, andere Pille“. Es gibt zudem Studien, die nachweisen, dass Frauen afroamerikanischer Herkunft häufig aggressiveren Brustkrebs (gemessen an den Überlebensraten) entwickeln. Mit dem schlechteren Sozialstatus hänge dies allerdings nicht zusammen (vgl. FAZ 02.09.09).<br />
Wer ist jetzt der Menschenfreund – der abstrakte Antirassist, der mit seinem Gleichheitsfimmel Menschen u.U. eine ihnen besser bekommende Arznei versagt (was nicht passt, wird passend gemacht) oder eben o.g. Genetiker, der Leid vermindern hilft? (Ähnlich: Die unterschiedlichen Medikamentenbedürfnisse von Frauen und Männern. Hier hat der etablierte Feminismus glücklicherweise sich nicht mit Konstruktionsgequake abspeisen lassen, sondern das Bewusstsein für den körperlichen Unterschied produktiv genutzt. Ginge es nach der Gender-Linken, würden alle das gleiche fressen. Nämlich das, was Frauen nehmen. So, wie die rasseübergreifende Medikation die von Weißen ist – in den „weißen“ Ländern schließlich findet die Pharmaforschung statt.)</p>
<p>Der heutige Lesebefehl: <a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Henryk-M-Broder-Zentralrat-der-Juden;art141,2929249" target="_blank">Henryk M. Broder will Präsident des Zentralrates der Juden werden</a>.<br />
Ich drücke die Daumen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kult - Faschismus]]></title>
<link>http://diesseitsvongutundboese.wordpress.com/2009/10/19/kult-faschismus/</link>
<pubDate>Mon, 19 Oct 2009 10:11:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>Holger</dc:creator>
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<description><![CDATA[Als ich sozialisiert wurde, hörte man die Musik gern und oft, die man gut fand und mied die, die man]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Als ich sozialisiert wurde, hörte man die Musik gern und oft, die man gut fand und mied die, die man verabscheute oder bei der das Herz still blieb. Heute ist das anders. &#8220;Kult&#8221; ist vom bedauerlichen Einzelfall fast zur Regel geworden. Man besucht Parties, auf denen &#8220;schlechte Musik&#8221; gespielt wird, wie alle Beteiligten wissen. Mit meist recht schönen 80er-Jahre-Hits lassen sich enorm viele &#8220;bad-taste-parties&#8221; bestreiten. Die Schlechtigkeit liegt allerdings bei den Besuchern solcher Veranstaltungen. Auch der letzte Depp erhascht etwas vom Duft der großen weiten Postmoderne, wenn er Kultur konsumiert, &#8220;die so schlecht ist, dass sie schon wieder gut ist&#8221;, wie die immer und immer wieder gehörte Dumpfnasen-Beschreibung dafür lautet. Mit Verlaub &#8211; das lässt sich über jede Goebbels-Rede sagen. </p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[L'auteur de "la condition postmoderne" au centre d'un colloque]]></title>
<link>http://actuphilo.com/2009/10/13/lauteur-de-la-condition-postmoderne-au-centre-dun-colloque/</link>
<pubDate>Tue, 13 Oct 2009 14:06:35 +0000</pubDate>
<dc:creator>Hervé Moine</dc:creator>
<guid>http://actuphilo.com/2009/10/13/lauteur-de-la-condition-postmoderne-au-centre-dun-colloque/</guid>
<description><![CDATA[On sait le rôle que la pensée et l’activité de Lyotard ont joué dans le groupe Socialisme ou barbari]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em>On sait le rôle que la pensée et l’activité de Lyotard ont joué dans le groupe Socialisme ou barbarie dès les années 50, puis dans le mouvement 22 mars en 1968, avant d’intégrer ensuite le département de philosophie de l’Université de Paris VIII à Vincennes et se faire connaître internationalement (non sans confusion) sous les désignations de « philosophie du désir » ou, plus tard, de « philosophie postmoderne ».</em></p>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#ff0000;">_________________________</span></h2>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#ff0000;">Passages de Jean-François Lyotard</span></h2>
<h2 style="text-align:center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-1400" title="Jean-Francois_Lyotard3" src="http://actuphilo.wordpress.com/files/2009/10/jean-francois_lyotard3.jpg" alt="Jean-Francois_Lyotard3" width="343" height="516" /></h2>
<h2 style="text-align:center;"><strong>14 octobre 2009 au 17 octobre 2009</strong></h2>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#ff0000;">Université de Paris 8 Vincennes à Saint-Denis</span></h2>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#808080;">Rencontre internationale organisée par le département de philosophie de Paris 8, </span></h2>
<h2 style="text-align:center;"><span style="color:#808080;">Bruno Cany, Jacques Poulain et Plínio W. Prado, à l’occasion des 40 ans de « Vincennes ».</span></h2>
<p><em><span style="color:#888888;">Rencontre organisée avec le soutien du Conseil scientifique de l’Université de Paris 8, du Laboratoire d’études et de recherches sur les logiques contemporaines de philosophie (LLCP) et de la Chaire UNESCO de Philosophie de la culture et des Institutions&#8230;</span></em></p>
<p style="text-align:center;"><em><span style="color:#888888;"><span style="color:#ff0000;">____________________________________________</span><br />
</span></em></p>
<h2><span style="color:#ff0000;">Présentation du colloque</span></h2>
<p><a href="http://actuphilo.wordpress.com/files/2009/10/passages-lyotard.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1397" title="Passages Lyotard" src="http://actuphilo.wordpress.com/files/2009/10/passages-lyotard.jpg" alt="Passages Lyotard" width="351" height="773" /></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align:justify;">&#8220;Le présent colloque international, consacré à la pensée de Jean-François Lyotard, s’inscrit à plus d’un titre dans le cadre des manifestations du 40e anniversaire de l’Université de Vincennes qui auront lieu en automne de 2009 à Paris, sur fond de la situation critique que traverse l’université française aujourd’hui.</p>
<p style="text-align:justify;">On sait le rôle que la pensée et l’activité de Lyotard ont joué dans le groupe Socialisme ou barbarie dès les années 50, puis dans le mouvement 22 mars en 1968, avant d’intégrer ensuite le département de philosophie de l’Université de Paris VIII à Vincennes et se faire connaître internationalement (non sans confusion) sous les désignations de « philosophie du désir » ou, plus tard, de « philosophie postmoderne ».</p>
<p style="text-align:justify;">Plus précisément encore, on ne saurait oublier le rôle décisif que <em>La condition postmoderne</em>, son livre le plus connu (mais dont on oublie souvent qu’il s’agit d’un « rapport sur le savoir »), a joué dans la survie de l’Université de Paris VIII Vincennes à la fin des années 70, déjà aux prises alors avec le diktat de l’« optimisation des performances ». Critiquant à la fois la philosophie analytique et la pragmatique communicationnelle anglo-américaine et allemande, le livre ouvrait en même temps l’espace d’une discussion internationale, dans le climat de laquelle naîtrait quelques années plus tard le Collège international de philosophie.</p>
<p style="text-align:justify;">Onze ans après la disparition de Jean-François Lyotard, et à l’occasion aujourd’hui des quarante ans de l’Université de Vincennes, ce colloque international se propose de dresser un état des lieux des travaux consacrés, un peu partout dans le monde, à la pensée de Lyotard.</p>
<p style="text-align:justify;">On vise à contribuer à une compréhension à la fois plus large et plus fine de la teneur et du ton singuliers de cette pensée, ainsi que de l’enjeu, plus actuel que jamais, qui est le sien (et ce à l’encontre de son assimilation courante à l’amalgame de « la pensée française », « poststructurale » ou « postmoderne »). Ce sera en particulier l&#8217;opportunité d’expérimenter la force et la pertinence particulières de l’apport de cette pensée à l’intelligence de la situation contemporaine, Université comprise.</p>
<p style="text-align:justify;">Le thème des « passages », qui témoigne d’une exigence fondamentale, indéfectible de la pensée, servira de fil conducteur au cours de ces journées de réflexion et de discussion.</p>
<p style="text-align:justify;">En effet, bien que le penseur ait cherché à distinguer ce qu’il a nommé « la condition postmoderne » de « ce qui s’appelle postmodernité ou postmodernisme sur le <em>marché des idéologies</em> contemporaines », il reste que c’est au terme courant de « postmoderne » que son nom demeure généralement associé. Une telle réception, internationalement répandue, appelle une sévère révision. S’en tenir à cela reviendrait à oublier l’<em>exigence</em> dont fait preuve ici la pensée, son sens des différences et du « différend » (ce sens même que s’attache à occulter toute idéologie, à commencer par celle d’une « rationalité » qui dénierait le <em>cas</em> singulier, la venue de ce qui advient en tant qu’événement). Ce serait, en somme, faire tort à sa « responsabilité criticiste » intransigeante, qui est justement d’être judicieuse dans le différend.</p>
<p style="text-align:justify;">Or c’est de cette exigence que témoigne foncièrement le thème des « passages ». Il atteste l’incommensurabilité des régimes des « phrases » dont est fait ce qu’on appelle « le langage » et leur agonistique (pour le dire dans le lexique du <em>Différend</em>,<em> </em>lequel prend source notamment dans une lecture de Kant révisée par celle de Wittgenstein). À commencer par l’incommensurabilité entre figure et discours, forme et concept, événement et signification.</p>
<p style="text-align:justify;">Lyotard écrit qu’il a constaté après-coup avoir toujours tenté de réserver cela : « l’inaccordable », sous des noms (et des déplacements) divers – figural, hétérogénéité, différend, événement – qui jalonnent l’œuvre, depuis les premiers écrits esthétiques, voire politiques, jusqu’aux tout derniers textes.</p>
<p style="text-align:justify;">Dès lors le thème des « passages », à résonance benjaminienne (mais revenant sous la plume de Lyotard à travers surtout le Kant du « jugement esthétique »), pourra s’entendre ici dans deux sens, au moins.</p>
<p style="text-align:justify;">D’abord, les « passages » tels que Lyotard les élabore, les pense et les fraye tout au long de son œuvre (en prenant acte très tôt, depuis toujours peut-être, de « l’inaccordable »). Ce qui renverra à la figure du penseur comme « veilleur critique », ayant à s’orienter, sans règle préétablie, à travers la guerre civile des phrases.</p>
<p style="text-align:justify;">Ensuite, les passages auxquels la pensée des « passages » de Lyotard elle-même n’aura cessé de donner lieu à travers le monde (sa réception, comme on dit), engendrant de nouvelles « phrases », animant d’autres actions, traversant la multiplicité des champs qu’elle aura explorés : politique, psychanalyse, judaïsme, pédagogie, sciences humaines, technosciences, peinture, cinéma, musique, littérature.</p>
<p style="text-align:justify;">C’est à l’examen et à l’exploration de ces champs, suivant le fil conducteur des <em>passages</em>, que seront consacrées les journées de ce colloque.</p>
<p style="text-align:justify;">On ne manquera pas de remarquer que cela ouvrira, à nouveaux frais, sur la problématique de l’<em>affect</em>, qui fera un retour insistant dans les derniers écrits. C’est que non seulement l’affect constitue la dernière boussole du « veilleur critique » (y compris, donc, en matière politique), mais en tant que ce qui <em>excède</em> constitutivement l’humanité de l’humain, il est décisif aussi pour l’élaboration d’une pensée de l’art ou de l’<em>artistique</em>, à l’écart de l’esthétique culturelle.</p>
<p style="text-align:justify;">De plus, et par là même, il est crucial pour penser ce qui est finalement en jeu avec le développement technoscientifique, s’il est vrai que celui-ci exige des humains qu’ils se dépassent, se « déshumanisent » désormais, pour se mettre à la hauteur du défi de la complexité et de son rythme.</p>
<p style="text-align:justify;">Ce qui ouvre en grand la question du « conflit des inhumanités », celle du système et celle, native, constitutive de l’humain.&#8221;</p>
<p style="text-align:justify;"><em><strong><span style="color:#000000;">Plínio W. Prado,</span> Université de Paris VIII Vincennes à St Denis, Département de philosophie</strong></em></p>
<p style="text-align:justify;"><em><strong>E-mail : <a href="mailto://plinio.prado@univ-paris8.fr">plinio.prado@univ-paris8.fr</a></strong></em></p>
</blockquote>
<h2><span style="color:#ff0000;"><strong>Programme du colloque<br />
</strong></span></h2>
<h3><span style="color:#808080;"><strong>Mercredi 14 Octobre</strong></span></h3>
<p><span style="color:#ff0000;"><strong> </strong></span></p>
<p><span style="color:#ff0000;"><strong>=&#62; <em>Ouverture </em>Lyotard aujourd’hui </strong></span></p>
<ul>
<li>Plínio Prado, <em>Paris 8</em> : <span style="color:#ff0000;">« D’un <em>Il faut y aller</em> qui ne dit pas où »</span></li>
<li>René Schérer, <em>Paris 8</em> : <span style="color:#ff0000;">Jean-François à fleur de peau</span></li>
<li>Vladimir Safatle, <em>Université de São Paulo</em> : <span style="color:#ff0000;">Pour une critique de l’économie libidinale : retour sur les rapports de Lyotard et de la psychanalyse</span></li>
<li><em>Modérateur :</em> Bruno Cany, <em>Paris 8</em></li>
</ul>
<p><strong><span style="color:#ff0000;">=&#62; Les passages</span> </strong></p>
<ul>
<li>Amparo Vega, Paris 8, <em>Bogota</em> : <span style="color:#ff0000;">Des cas et des passages d’enchaînement</span></li>
<li>Denis Viennet, Paris 8, <em>Bruyères</em> : <span style="color:#ff0000;">Un passage de ce qui ne passe pas : Lyotard et l’enfance de l’âme</span></li>
<li>Paulette Kayser, <em>Paris</em> : <span style="color:#ff0000;">Inarticulée&#8230; passage d’une sensation sans âge</span></li>
<li>Modérateur : Plínio Prado, <em>Paris 8</em></li>
</ul>
<p><span style="color:#808080;"><strong>Jeudi 15 Octobre</strong></span></p>
<p><span style="color:#ff0000;"><strong>=&#62; La justice postmoderne </strong></span></p>
<ul>
<li>Marcelo Raffin, <em>Buenos Aires</em> : <span style="color:#ff0000;">Liberté, identité et assujettissement : la capture de la subjectivité dans les politiques des disparitions et les apories de l’Etat de droit</span></li>
<li>Wang Xiaosheng, <em>Guangzhou</em> : <span style="color:#ff0000;">Universal Pragmatics or Special Pragmatics: on Habermas and Lyotard’s conceptions of justice</span></li>
<li>Liu Zhuohong, <em>Guangzhou</em> : <span style="color:#ff0000;">On Lyotard’s Thought of discursive justice</span></li>
<li><em>Modérateur :</em> Jacques Poulain, <em>Paris 8</em></li>
</ul>
<p><span style="color:#ff0000;"><strong>=&#62; Destins du « postmoderne » </strong></span></p>
<ul>
<li>Gaëlle Bernard, <em>Lille 3</em> : <span style="color:#ff0000;">Une critique de la raison altruiste : résistance ou souveraineté ?</span></li>
<li>Alberto Gualandi, <em>Urbino</em> : <span style="color:#ff0000;">Relativisme postmoderne et exercice du jugement</span></li>
<li>Arild Utaker, <em>Université de Bergen</em> : <span style="color:#ff0000;">« La condition postmoderne » 30 ans après</span></li>
<li><em>Modérateur :</em> Marcelo Raffin, <em>Buenos Aires</em></li>
</ul>
<p><span style="color:#808080;"><strong>Vendredi 16 Octobre</strong></span></p>
<p><span style="color:#ff0000;"><strong>=&#62; L’art du pragmatique </strong></span></p>
<ul>
<li>Vicente Ulive Schnell, <em>Paris 8, Caracas</em> : <span style="color:#ff0000;">La critique des théories des actes de parol<span style="color:#ff0000;">e </span></span><span style="color:#ff0000;">par Jean-François Lyotard</span></li>
<li>Irma Angue Medoux, <em>Paris 8, Libreville</em> : <span style="color:#ff0000;">Une critique pragmatique du postmoderne : Richard Rorty critique de Jean-François Lyotard</span></li>
<li>Eliane Beaufils, <em>Strasbourg</em> : <span style="color:#ff0000;">Avatars du théâtre postmoderne</span></li>
<li><em>Modérateur :</em> <em>Amparo Vega, Bogota</em></li>
</ul>
<p><span style="color:#ff0000;"><strong>=&#62; L’art du politique </strong></span></p>
<ul>
<li>Bruno Cany, <em>Paris 8</em> : <span style="color:#ff0000;">Le philosophe artiste et la sophistique</span></li>
<li>Adrian Navigante, <em>Darmstadt :</em> <span style="color:#ff0000;">Le sublime et l’enthousiasme chez JF Lyotard : la relation entre l’esthétique et le politique</span></li>
<li>René Schérer, <em>Paris 8</em> : <span style="color:#ff0000;">Un juste</span></li>
<li><em>Modérateur :</em> Vicente Ulive Schnell, <em>Paris 8, Caracas</em></li>
</ul>
<p><span style="color:#808080;"><strong>Samedi 17 Octobre</strong></span></p>
<p><span style="color:#ff0000;"><strong>=&#62; Ouvertures paralogiques </strong></span></p>
<ul>
<li>Jacques Poulain, <em>Paris 8</em> : <span style="color:#ff0000;">Le passage Jean-François Lyotard</span></li>
<li>Plínio Prado, <em>Paris 8</em> : <span style="color:#ff0000;">L’impasse « esthétique » comme passage. Dérive à partir de Wittgenstein et Freud</span></li>
<li><em>Modérateur :</em> Bruno Cany, <em>Paris 8</em></li>
</ul>
<p><span style="color:#ff0000;">Table ronde : voies, passages, ouvertures</span></p>
<p>Pour davantage de renseignements, vous pouvez télécharger l&#8217;affiche et le programme du colloque :</p>
<ul>
<li><a href="http://calenda.revues.org/download.php?id=3971">Lyotard_Affiche_-_Copie.pdf</a></li>
<li><a href="http://calenda.revues.org/download.php?id=3972">Lyotard_Argument-prog.pdf</a></li>
</ul>
<p>ou consulter la page du site calenda consacré au colloque : <a href="http://calenda.revues.org/nouvelle14669.html" target="_blank">http://calenda.revues.org/nouvelle14669.html</a></p>
<p>enfin vous pouvez contacter :</p>
<ul>
<li>Plínio W. PRADO<br />
<strong>courriel :</strong> <a href="mailto://plinio.prado@univ-paris8.fr">plinio.prado@univ-paris8.fr</a></li>
</ul>
<ul>
<li> Université de Paris VIII &#8211; Département de philosophie 2, rue de la Liberté 93526 &#8211; SAINT-DENIS cedex 02 tél : 01 49 40 66 13</li>
</ul>
<p style="text-align:center;">_____________________________________________________</p>
<p><em>Cet article a été construit à partir des 2 sources suivantes :</em></p>
<ul>
<li>« Passages de Jean-François Lyotard », Colloque, <em>Calenda</em>, publié le lundi 12 octobre 2009, <a href="http://calenda.revues.org/nouvelle14669.html">http://calenda.revues.org/nouvelle14669.html</a>, publié le lundi 12 octobre 2009 par Marie Pellen</li>
<li><a href="http://www.atelier-philosophie.org/index.html" target="_blank">Atelier Philosophie</a></li>
</ul>
<hr size="2" />
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zeitcharakter]]></title>
<link>http://christianklopfer.wordpress.com/2009/10/12/zeitcharakter/</link>
<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 15:13:12 +0000</pubDate>
<dc:creator>Christian Klopfer</dc:creator>
<guid>http://christianklopfer.wordpress.com/2009/10/12/zeitcharakter/</guid>
<description><![CDATA[Die Zeit Anfang des 21. Jahrhunderts in Europa ist geprägt von gesellschaftlicher Stagnation, innere]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Die Zeit Anfang des 21. Jahrhunderts in Europa ist geprägt von gesellschaftlicher Stagnation, innerer Resignation, Pessimismus, Existenzangst, Zukunftsangst und Verlustangst. Ein Mensch der direkt nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland geboren wurde hat das Wirtschaftswunder erlebt, die Euphorie des Neuanfangs, die großen Erfolge und den selbsterarbeiteten Wohlstand. Sein Bewusstsein ist im großen Teil durch Optimismus, Fortschrittsglaube und den Glaube an die eigene Stärke und Gestaltungskraft geprägt. Wie aber sieht das durchschnittliche Bewusstsein aus bei einem Deutschen der um das Jahr 1980 geboren wurde. Der mit 9 Jahren die friedliche Revolution und die Wendezeit erlebt hat. Unterbewusst hat er jetzt im Jahre 2009 noch das Gefühl dass gesellschaftlicher Wandel und Revolutionen möglich sind. Aber durch seine Lebenserfahrung und Lebenswelt weiß er dass dem auch immer ein Wunschdenken voraus geht, dass dann letztendlich aus pragmatischer, praktischer Vernunft und Weltnotwendigkeit nicht erfüllbar ist. Resignation vor der Zeit und der Welt stellt sich ein.</p>
<p>Aber nicht nur für ihn. Aus unseren Denkmustern ist der Zeitcharakter erkennbar. Zynismus ist ein häufig vorkommender Bestandteil in der Gesellschaft, bei den Menschen. Zynismus speist sich im überwiegenden Sinne aus Resignation. Resignation also Aufgabe vor der Zukunft und unserer Welt. Nie zuvor in der Menschheitsgeschichte waren Existenzängste und Zukunftsängste so verbreitet wie in unserer Zeit. Nie zuvor gab es soviele psychisch kranke Menschen in den Industrieländern. Nie zuvor gab es so einen Druck auf die Gesellschaften von außen. Durch zum Beispiel den weltweiten Wettbewerb, Klimawandel, Migration.</p>
<p>Kriege werden vordergründig weltweit gegen Terrorismus und für Menschenrechte geführt. Hintergründig stehen Gründe wie Ressourcenerreichbarkeit, Ausbau von strategischer Macht und Kulturkampf zu Buche.</p>
<p>Wir leben also heute in Europa in einer Zeit des Stillstandes. Praktisch zeigt sich das in sinkenden und tiefen Geburtsraten, abnehmenden Wohlstand und Freiheit die immer mehr beschnitten wird. Ängste ziehen sich durch das Gesellschaftsbewusstsein wie ein roter Faden durch die Weltgeschichte. Und Menschen die Angst haben sind leicht zu steuern und zu instrumentalisieren durch Machtinteressen. Bürgerrechte werden beschnitten um den Menschen „mehr Sicherheit zu geben“. Versicherungen verdienen gut weil die Menschen sich immer mehr nach etwas nicht möglichen sehnen: der wirklichen und vollständigen Sicherheit und Absicherung aller Lebensrisiken.</p>
<p>Der Stillstand, der sich auch in Abwanderung von Wirtschaft in die Wachstumsländer zeigt, in fehlenden Vorbildern der Gesellschaft, einer fehlenden wirklichen Elite und einem fehlenden Zukunftsoptimismus, ist es der diese Gesellschaft wie ein roter Faden durchzieht. Und Konsequenzen dieses Stillstandes sind Festhalten an Überkommendes, Nichtwahrnehmen von Realitäten und Lethargie. Das Problem der Überalterung wird nicht thematisiert. Nicht in Debatten und nicht in der Politik. Wo ist die Bevölkerungspolitik die die deutsche Stammbevölkerung zu erhalten versucht. Einwanderung wird als Lösung gepriesen. Ein Glaube aus eigener Kraft weiter zu bestehen ist verloren gegangen. Verloren gegangen im Winde des Wohlstandes, der Dekadenz und des neurotischen Sicherheitsdenkens einer vergreisenden Gesellschaft.</p>
<p>Wie anders als durch Jugend und frische Ideen sind Fortschritt, Entwicklung und Zukunft zu bewerkstelligen. Es ist wohl später einmal ein Treppenwitz der Geschichte dass in einer Zeit der wissenschaftlichen Revolutionen in Biotechnologie, Nanotechnologie, Medizin und Informationstechnologie so wenig Glaube an Lösung der größten Gesellschaft und Menschheitsfragen vorhanden ist.</p>
<p>Eine Gesellschaft deren Gesellschaftsvertrag &#8220;Wohlstand für die Mehrheit&#8221; heißt wird nicht mehr lange zu gewährleisten sein und ich prophezeie dass wenn kein neuer Gesellschaftsvertrag in Deutschland geschlossen wird, dieses Land auseinander bricht. Nicht in mehrere Länder aber in eine postmoderne, neue Ständegesellschaft. Dieses zu verhindern ist Aufgabe aller Menschen.</p>
<p>Nicht mehr wachsen sondern nun erhalten ist die Aufgabe unserer Zeit in unserer Gesellschaft in allen Bereichen!</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Amerikanische Präsidenten vs. Europas Stockholm-Syndrom]]></title>
<link>http://kamenin.wordpress.com/2009/10/09/amerikanische-prasidenten-vs-europas-stockholm-syndrom/</link>
<pubDate>Fri, 09 Oct 2009 15:15:57 +0000</pubDate>
<dc:creator>kamenin</dc:creator>
<guid>http://kamenin.wordpress.com/2009/10/09/amerikanische-prasidenten-vs-europas-stockholm-syndrom/</guid>
<description><![CDATA[Noch so ein Preis, und ich bin erledigt. &#8211; Alfred Obama Pyrrhus, 1870 Was viele über die Verga]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:right;"><em>Noch so ein Preis, und ich bin erledigt.</em><br />
&#8211; Alfred Obama Pyrrhus, 1870</p>
<p style="text-align:right;">
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Was viele über die Vergabe des diesjährigen Literatur-Nobelpreis nicht wissen: eigentlich sollte ich den bekommen. Tatsache.</p>
<p style="text-align:justify;">Geehrt werden sollte ich für mein erfolgreiches Bemühen, weniger zu bloggen und schon allein dadurch die Qualität meines Geschreibes um das Imposanteste gesteigert zu haben. Ausgedrückt auf dem nach unten offenen Bloggo-Mass-Index praktisch von -45 (gedanklich schwerst verfettet) auf Plus-Minus-Null. Außer eben an den paar Tagen, wo ich das Netzbefüllen doch nicht sein lassen konnte. Der Preis sei aber als Ermutigung zu verstehen, auch weiter konsequent mein Schreiben herunterzufahren und dadurch das Niveau internationaler Literatur weiter zu heben. Manchmal sei gar nichts tun eben doch besser, als nur das falsche immer weiter zu tun. Wie zum Beispiel nur für einen billigen Kalauer gewisse Preise von Oslo nach Stockholm zu verlegen. Schämen solle ich mich. Aber nichtsdestotrotz&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;">Gescheitert ist es dann einerseits daran, dass ich sehr unwillig auf unerbetene frühmorgendliche Telefonanrufe reagiere, fast schon rüde. Das versteht man dann auch auf Norwegisch.</p>
<p style="text-align:justify;">Andererseits ließ man mir dann mitteilen, dass man mir den Preis doch nicht geben könne. Die Preisbegründung würde noch für den Friedens-Nobelpreis gebraucht, nur leicht abgewandelt. Außerdem habe man eine Autorin mit noch weniger Lesern gefunden.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Ich find&#8217;s in Ordnung. Kann gut damit leben. Auch mit den jetzt tatsächlich ausgezeichneten Preisträgern. Den Friedenspreis schon dieses Jahr an Westerwelle zu geben, der noch niemals nie einen Krieg angefangen hat und sich ganz stets vorbildlich um die Verständigung zwischen den Völkern bemüht (solange sie deutsch sprechen)&#8230; ja, das wäre vielleicht auch etwas verfrüht gewesen. Vielleicht auch mehr Bürde als Auszeichnung. Man weiß es ja nicht.</p>
<p style="text-align:justify;">Das ist so etwa gerade die Resonanz des deutschen Online-Journalismus auf die Verleihung an Barack Obama. Wenn man dafür bezahlt wird, über sowas zu schreiben, tippt es sich vermutlich auch nicht so einfach ins Netz, dass einzelne Damen und Herren in Skandinavien möglicherweise nicht mehr alle Latten am Zaun haben. Die fürwahr tragischen Auswirkungen extensiver Alkoholbesteuerung, nehme ich an.</p>
<p style="text-align:justify;">Das wäre dann mal ein schönes Thema für Obamas Dankesrede in Oslo.  Oder für seine offizielle Reaktion heute, also die, die er abgibt, nachdem er das Fremdschämen für das Nobelpreis-Komitee hinter sich gebracht hat und bevor er daran geht, einfach irgendwen zu bombardieren, nur um noch den letzten Rest innenpolitischer Glaubwürdigkeit zu retten.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">Was jeder Blogger weiß, das Nobelpreis-Komitee aber anscheinend noch nicht: niemand kann einen so schnell lächerlich machen wie man sich selbst.</p>
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
<p style="text-align:justify;">
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Richard Rortys Plädoyer für das Ersetzen von Intelligenz durch Nationalstolz]]></title>
<link>http://kapaneus.wordpress.com/2009/10/05/richard-rortys-pladoyer-fur-das-ersetzen-von-intelligenz-durch-nationalstolz/</link>
<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 22:14:02 +0000</pubDate>
<dc:creator>kapaneus</dc:creator>
<guid>http://kapaneus.wordpress.com/2009/10/05/richard-rortys-pladoyer-fur-das-ersetzen-von-intelligenz-durch-nationalstolz/</guid>
<description><![CDATA[Durch beiläufiges Herumsuchen in den Internetzen, als meine Lektüre von Neal Stephensons Snow Crash ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Durch beiläufiges Herumsuchen in den Internetzen, als meine Lektüre von Neal Stephensons Snow Crash ]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Erste Bestimmungen einer philosophischen Postmoderne (4)]]></title>
<link>http://bersarin.wordpress.com/2009/10/04/erste-bestimmungen-einer-philosophischen-postmoderne-4/</link>
<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 10:54:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>bersarin</dc:creator>
<guid>http://bersarin.wordpress.com/2009/10/04/erste-bestimmungen-einer-philosophischen-postmoderne-4/</guid>
<description><![CDATA[Nietzsches Wahrheit (3) Wie gelangt Nietzsche zu seinem Begriff von Wahrheit, welcher den klassische]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="margin-bottom:0;"><strong>Nietzsches Wahrheit (3)</strong></p>
<p style="margin-bottom:0;">Wie gelangt Nietzsche zu seinem Begriff von Wahrheit, welcher den klassischen Wahrheitstheorien so sehr entgegensteht? Aber nicht nur diese Frage wäre zu stellen, sondern auch, welche Wahrheitspositionen, welche Perspektiven auf Wahrheit es in seinem Text „Ueber Wahrheit und Lüge“ gibt. Wie viele Begriffe von Wahrheit verhandelt er dort, bzw. wie strukturieren sich diese Wahrheiten.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Zunächst gibt es da jenen Blick aus dem Bewußtseinszimmer heraus, der nur wenigen zuteil wird. Eine Sicht, als untrügliche Wahrheit auf den Urgrund des Seins für Ausgewählte, für die, welche nicht bloß träumend auf dem Rücken des Tigers sitzen und ihrem Alltagsgeschäft nachgehen. Nietzsche selbst nennt diesen besonderen Blick samt dem in ihm Erschauten zwar nicht explizit Wahrheit, aber zumindest ist diese Perspektive eine Form von Erkenntnis, die da erlangt wird; und in diesem Sinne handelt es sich bei dieser Erkenntnis natürlich um einen Träger von Wahrheitswerten.</p>
<p style="margin-bottom:0;">Im Zusammenhang mit Nietzsches Tragödienbuches läßt sich diese Einsicht in das Wüste, in das Grauen als die Dionysische Wahrheit benennen, die letztens zitierte Weisheit des Silen, wobei jedoch festzustellen ist, daß dieses Teilhaben am Dionysischen, der Einblick dorthin, einzig mittels seines Gegenparts, des Apollinischen, erreicht werden kann. Ohne ein gewisses Maß, ohne den Rückzugs- und Reflexionsraum ergäbe sich ein blindes Versinken in eben jener Dionysischen Welt, es wäre keine Weisheit mehr, sondern man fiele vom Rücken des Tigers, ohne noch hinter ihm her zu kommen und je wieder träumend auf seinem Rücken sitzen zu dürfen. Nähe ist hier (und nicht nur hier) einzig durch die Distanz möglich. (1) Die Dionysische Weisheit sowie die Einsicht in dieselbe funktioniert nur, indem das Subjekt sich gerade nicht anverwandelt, durchstreicht und auflöst, sondern jenen eine Schritt vor dem Abgrund stehen bleibt. (Nietzsche entfaltet diese Wechselbezüge von Nähe und Distanz, Apollinischem und Dionysischem, Kunst und Erkenntnis, Tragödie, Musik, Scheincharakter („Schein des Scheins“) in seinem Tragödienbuch ausführlich.)</p>
<p style="margin-bottom:0;">Sehr gut kann man hinsichtlich der Schau in den verlockenden Abgrund des Seins die Parallele zum Odysseus und der Interpretation, die er in der „Dialektik der Aufklärung“ erfährt, ziehen: Jener Odysseus, der die Sirenen nur deshalb ertragen kann, weil er von seinen Begleitern an den Mast gefesselt wurde, während diese mit den zugestopften Ohren gehalten sind zu rudern.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">Weiterhin gibt es natürlich die <em>verschiedenen</em> Aussagen und Ebenen des Textes selbst, die dieser (in Sprache) als wahr ansetzt. Diesen Aspekt, obwohl er eigentlich der interessanteste ist, möchte ich zunächst einmal vertagen, weil er sich zugleich als der schwierigste darstellt. Es ginge hier um Fragen des Stils, die Art der Darstellung, inwieweit hier Philosophie in Literatur terminiert und genauso umgekehrt; ein eminent postmodernes Feld also. Zudem setzt diese Lektüre den zweiten Wahrheitsbegriff <span style="text-decoration:none;">samt den daran anknüpfenden Verhaltensweisen eines „Willens zur Wahrheit“</span>voraus.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">Zunächst einmal hängt dieser zweite Begriff von Wahrheit, der in diesem Aufsatz zentral ist und ihm den Titel gibt, damit zusammen, daß das Individuum im Anerkennungsverhältnis gegen ein anderes Individuum den Intellekt als Mittel zur Verstellung benutzt. (KSA 1, 877) Die Subjekte sind auf ihren Vorteil bedacht. Vergröbert gesprochen, kann man eigentlich sagen, daß die Individuen bei Nietzsche so konzipiert sind und sich nicht anders verhalten wie Rabenvögel, die Täuschungsmanöver unternehmen, um ihre Beute vor dem Futterkonkurrenten geschickt zu verstecken.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">Es muß aber der Hobbessche Naturzustand des „bellum omnium contra omnes“ aus der Welt geschafft werden, damit das Individuum als Individuum überleben kann. Ein beständiger Kampf um Anerkennung führt am Ende zum Gegenteil derselben, nämlich zum Tod, weil sich die Kräfte der Kontrahenten in der beständigen Reibung aufgezehrt haben. Es ist ein Friedensschluß erforderlich. So schraubt Nietzsche die komplexe Hegelsche Anerkennungsdialektik des Selbstbewußtseins naturwüchsig und biologistisch auf ein pragmatisches Verhalten und Verhältnis <span style="text-decoration:none;">zurück</span>. Weniger dient das Verhalten der Individuuen zueinander der Ausbildung von Subjektivität (und auch angemessener Objektivität) als vielmehr der Ruhigstellung von Kräften. Die Spannung der Kräfte, die bei Hegel im Sinne einer Bildung dialektisch kanalisiert wird, geht bei Nietzsche in eine ganz andere Richtung. Beiden gemeinsam ist allerdings die Höherentwicklung (und Steigerung), die sich aus solchen Prozessen heraus ergibt.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">Die mangelnde Stichhaltigkeit einer solchen Konzeption von Individualität bei Nietzsche, <span style="text-decoration:none;">ihre Unterkomplexität</span> lassen wir einmal beiseite stehen. Auch daß Gesellschaft hier nur als eine von Räuberbanden gedacht wird, ist einem zunächst unterkomplexen Theoriekonzept von Gesellschaft geschuldet. Ein Theoretiker des Sozialen war Nietzsche nun geraden nicht, wohl aber ein geübter Genealoge, der Auskunft über die Herkunft unserer Einstellungen und manchen Vorurteils abgeben kann. Angesichts solch dürftiger Theorie-Voraussetzungen, die als Begründung des gleich Ausgeführten herhalten müssen, wäre es eigentlich geraten, die Lektüre abzubrechen, weil der Text Nietzsches eher spekulativer Natur ist, als daß er haltbare Thesen lieferte. Wenn die Voraussetzungen bereits schwammig und ungenau sind, so können daraus eigentlich keine korrekten Ableitungen mehr folgen. Doch mit der Logik ist es so eine Sache.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">Denn trotzdem ist es interessant, sich hier einmal auf die Denkbewegungen des Textes einzulassen, weil darin einige interessante Motive angespielt werden. Zudem<span style="text-decoration:none;"> sollte man diese zwar zusammenhängenden Ausführungen Nietzsches aus seinem Nachlaß, die allerdings eher Gedankenskizzen denn fertige Theorien darstellen, mit einer gewissen Höflichkeit und dem hermeneutischen principle of charity behandeln, um zu sehen, was darin gesagt wird und was man davon im weiteren nutzbar machen kann. Vieles, was in diesem Text angedeutet wird, entfaltet Nietzsche in seinen späteren Werken dann in ganz anderen Konstellationen, so daß rückblickend mit der Lektüre des Wahrheitsaufsatzes manches klarer wird. Insofern sollte man diesen Aufsatz als ein Vorspiel und einen Auftakt lesen. </span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">Wie sieht dieser von Nietzsche genannte „Friedensschluß“ aus und was bringt er mit sich? Für Nietzsche knüpft sich daran so etwas wie ein „rätselhafter Wahrheitstrieb“ (S. 877). Es wird, Nietzsche nimmt hier eine eigenartige Argumentationsbewegung vor, etwas fixiert, was Wahrheit heißen soll. Nicht durch Kontrakte und Souveränitätsabtretungen werden Herrschaftsverhältnisse hergestellt und damit eine bestimmte Ordnung gesichert, sondern ein sprachliches Geschehen tritt unvermittelt in den Vordergrund, um Gesellschaft auszubilden, „&#8230; es wird eine gleichmässig gültige und verbindliche Bezeichnung der Dinge erfunden und die Gesetzgebung der Sprache giebt auch die ersten Gesetze der Wahrheit: denn es entsteht hier zum ersten Male der Contrast von Wahrheit und Lüge &#8230;“ (S. 877). Gesellschaft richtet sich an einer bestimmten Form des Wahrsprechens aus, wobei diese Wahrheiten eben bequeme, mithin pragmatische Wahrheiten zu sein haben. (S. 878) Der Blick in den Abgrund des Seins gehört nicht dazu und wird (als Wahrheit jener pragmatischen Wahrheit) im Gegenteil verstellt bzw. verdrängt.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">Für Nietzsche knüpft sich hieran eine zentrale erkenntnistheoretische bzw. sprachphilosophische Frage, nämlich die, wie es um die Konventionen unserer Sprache steht, inwiefern sich nämlich die Bezeichnungen und die Dinge überhaupt decken können, ob „die Sprache der adäquate Ausdruck aller Realitäten“ sei (S. 878). Was wir hier aus gesellschaftlicher Gewohnheit, als Friedensschluß im Sinne der klassischen Adäquatio-Formel für Wahrheit nehmen, das ist in der Perspektive Nietzsches jedoch eine Illusion. Wir setzten mittels Sprache den Bezug zu einem Außen, das es aber so für uns nicht gibt.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">„Was ist ein Wort? Die Abbildung eines Nervenreizes in Lauten. Von dem Nervenreiz aber weiterzuschliessen auf eine Ursache ausser uns, ist bereits das Resultat einer falschen unberechtigten Anwendung des Satzes vom Grunde.“ (S. 878)</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">Überspitzt kann man fast sagen, daß in diesem Konzept bereits die vorliegenden Objekte und Dinge zum Ding an sich werden. Eine Kluft und Grenze tut sich auf, die nicht überschritten werden kann. In diesem, zunächst physiologischen Konzept („Abbildung eines Nervenreizes in Lauten“) gibt es kein Außen zur Sprache. Diese wird zudem in ihrer radikalen Abitrarität gesehen: in unserer Bezeichnung der Dinge verfahren wir völlig willkürlich. Es geht in dieser Konzeption von Sprache nicht um Wahrheit, sondern darum, die Relationen in Beziehung zu den Subjekten zu erfassen. (S. 878 f.)</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">Insofern kann man, die Dinge etwas vorwegnehmend und einen ersten Bogen zum Poststrukturalismus schlagend, sagen, daß es kein Signifikat, sehr wohl aber die unendliche Ordnung und Verschiebung der Signifikanten gibt. Bei Nietzsche zumindest deutet sich diese Perspektive an. Wir wissen nichts von den Dingen, sondern operieren mit Metaphern, die den „ursprünglichen Wesenheiten ganz und gar nicht entsprechen.“ (S. 879) Immerhin jedoch arbeitet Nietzsche an dieser Stelle noch mit dem Dualismus Wesen und (sprachliche) Erscheinung, weshalb der von Nietzsche dekonstruierte klassische Wahrheitsbegriff, so wird man lesen können, immer noch innerhalb einer Logik der Präsenz, der Metaphysik des Teilhabens aufsitzt. Wenngleich diese Teilhaben nur noch, sozusagen ex negativo, dadurch auftritt, daß man am Wesen eben nicht mehr teil hat. Es ist dies der Entzug, die abwesende Präsenz; eine Bezeichnung, die insbesondere für die klassische Moderne von Bedeutung ist. Im Rahmen eines Derridaschen Poststrukturalismus wird dann auch dieser Begriff von Wesen unscharf werden und verschwimmen. Es läßt sich nicht mehr in der klassischen Opposition von anwesend/abwesend sprechen. (2) In seinem Verfahren ist Derrida jedoch klug genug, weder hinter die Einsichten Kants noch hinter die Hegels zurückzufallen, wie es in Nietzsches Text zuweilen der Fall zu sein scheint. Die Bewegung der Dialektik muß radikal und vorbehaltlos zunächst einmal mitgemacht werden, darin ist das Denken Derridas einig mit dem Adornos, wenngleich die Bewegung des Aussetzens, die Hinwendung zum „Nichtidentischen“, zu dem, was nicht aufgeht, das Einmalige, diese eine Mal, bei Derrida, der Schnitt, die Beschneidung (im faktischen Sinne, aber auch die des Wortes, die einzigartige Gabe (3)), dann doch in einem anderen Modus als dem dialektischen funktioniert.</p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">Das einfach gesetzte Wesen, wie es <span style="text-decoration:none;">sich </span>bei Nietzsche als Annahme durch den Text zieht, das Wesen, welches im Sinne einer „Wissenschaft der Logik“ bei Nietzsche nicht mehr zur Erscheinung kommen kann , ist in seiner Anlage immer noch das, wenngleich verborgene, Gravitationszentrum des Textes. Als negative Konstante wandert es mit und kann weder ausgeschieden, noch wie bei Hegel in einer dialektischen Bewegung eingeholt werden, es gerät in eine Bewegung der Verschiebung: „&#8230; so nimmt sich das räthselhafte X des Dinges an sich einmal als Nervenreiz, dann als Bild, endlich als Laut aus. Logisch geht es also jedenfalls nicht bei der Entstehung der Sprache zu, und das ganze Material worin und womit später der Mensch der Wahrheit, der Forscher, der Philosoph arbeitet und baut, stammt, wenn nicht aus Wolkenkukuksheim, so doch jedenfalls nicht aus dem Wesen der Dinge.“ (S. 879)</p>
<p style="margin-bottom:0;">Nächste Woche, mit einer nicht ganz so langen Pause wie letztes Mal, geht es dann in der Nietzsche-Lektüre weiter.</p>
<p style="margin-bottom:0;"> _____________________________</p>
<p style="margin-bottom:0;">(1) Nietzsche wird diese Wendung, dieses Spiel von Nähe und Ferne an verschiedenen Stellen, unter anderem in der „Fröhlichen Wissenschaft“ wieder aufgreifen: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Actio_in_distans">Actio in distans</a>, auch im Hinblick auf die Frau, zu der man bekanntlich mit der Peitsche gehen soll, so lehrt es das alte Weib im „Zarathustra“. Ein Bereich von Zauberei und Schleierwesen. Nah, sehr nah sind wir hier schon der Derrida-Lektüre, seines Aufsatzes zu Nietzsche „Sporen. Die Stile Nietzsches“.</p>
<p style="margin-bottom:0;">(2) Man kann in diesem Zusammenhang bereits auf Derrida und Lacan hinweisen, und man denke an Freud und jenes Fort-da-Spiel des Kindes in „Jenseits des Lustprinzips“ (Freud, Studienausgabe Bd. III, S. 225), jenes Spiel von Verschwinden und Wiederkommen mit der Holzspule, aber auch an Heideggers Konzeption von Wahrheit als Anwesenheit und Lichtung sei erinnert. Es fließt hier, zunächst in vager Andeutung, bereits einiges zum Poststrukturalismus zusammen. Derrida und Lacan haben es dann ja auch unternommen, Heidegger und Freud zusammenzulesen.</p>
<p style="margin-bottom:0;">(3) Siehe hierzu etwa Derridas Lektüre von Celan oder „Falschgeld“ sowie „Dissemination“ als paradigmatische Werke. Die Reihe läßt sich hier weit fortsetzen, und wir werden dorthin noch kommen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Das Modernste]]></title>
<link>http://horstnaegele.wordpress.com/2009/09/28/das-modernste/</link>
<pubDate>Mon, 28 Sep 2009 16:47:14 +0000</pubDate>
<dc:creator>horstnaegele</dc:creator>
<guid>http://horstnaegele.wordpress.com/2009/09/28/das-modernste/</guid>
<description><![CDATA[popo der welt (In: Horst Nägele, ZEITLOS ZEIT, Verlag Turnshare, London, 2008) das modernste der mod]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p style="line-height:normal;"><span style="font-family:Arial;"><span style="font-size:medium;"> <strong>popo der welt</strong></span><em><br />
</em></span>(In: Horst Nägele,<strong><em> ZEITLOS ZEIT</em></strong>, Verlag Turnshare, London, 2008)<strong></strong></p>
<p style="line-height:normal;"><span style="font-family:Arial;"> <em> </em>das modernste der moderne<br />
in der po po postmoderne<br />
des modernen menschen<br />
der po po postmodernen moderne</span></p>
<p style="line-height:normal;"><span style="font-family:Arial;"><strong>LINK ZUM VERLAG</strong>:  <a href="http://turnshare.com/book/naegele_9781847900104.html?category_id=48"><em><strong>ZEITLOS ZEIT</strong></em></a></span></p>
<p style="line-height:normal;"><span style="font-family:Arial;">(Eingestellt in <em><strong>LYRIKWELT/</strong>Nägele</em>, <strong>Link</strong>: </span><span style="font-family:Arial;"><em><strong> </strong><a href="http://www.lyrikwelt.de/autoren/naegele.htm"><strong>LYRIKWELT</strong>/Nägele</a></em></span><span style="font-family:Arial;"> )<br />
</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Flaschenpost 19]]></title>
<link>http://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/2009/09/23/flaschenpost-19/</link>
<pubDate>Wed, 23 Sep 2009 20:08:43 +0000</pubDate>
<dc:creator>dietmarmoews</dc:creator>
<guid>http://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/2009/09/23/flaschenpost-19/</guid>
<description><![CDATA[http://www.youtube.com/watch?v=sbJHfuHGNGo Flaschenpost 19 Piratenthema: Führung und Fühlung aus der]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>http://www.youtube.com/watch?v=sbJHfuHGNGo</p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;"><strong>Flaschenpost 19</strong></span></p>
<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;"><span style="text-decoration:underline;">Piratenthema: Führung und Fühlung aus der IT-Soziologie: </span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;"><span style="text-decoration:underline;"><br />
</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;"><span style="text-decoration:underline;">Frage: Was sagen die Piraten zu Führung und Fühlung? </span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;"><span style="text-decoration:underline;"><br />
</span></span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;"><span style="text-decoration:underline;">Antwort:</span><span style="text-decoration:none;"> </span> David Riesman hat gezeigt, dass wir uns auf drei unterschiedliche </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Menschen-Typen in der Geschichte der Moderne im fortlaufenden Wandel </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">einzulassen haben, die die Aspekte von Führung und Fühlung berühren, </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">was eben auch bei den und aus Sicht der Piraten vollkommen heikel ist. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Aber auch im restlichen Deutschland wird bis heute nicht klar verstanden, </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">was zu wissen ist. Alle Menschen entfalten Orientierungsverhalten und </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">-vorstellungen, die im Miteinander und in den individuellen Möglichkeiten </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">liegen. David Friedman legt dar, dass wir Abendländer noch im </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">ausgehenden 19. Jhrdt. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">1. die Menschen im Großen und Ganzen als von ihrem individuellen </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Schamgefühl her als innegeleitete Typen vor uns hatten.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">2. Der moderne Mensch des 20. Jhrdt. war weiterentwickelt innengeleitet </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">auf Ideen, Idealismen, Wertvorstellungen bezogen.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">3. Der postmoderne Mensch tendiert zu außengeleiteten Verhalten, auf </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Peers, auf Werbung, auf Status, und seit beginn des IT-Zeitalters ab </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">mitte der 1980er in zunehmendem Maße die Außenleitung von digitalen </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Medien, der Virtualität und den systemischen und unmittelbaren </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Orientierungseinflüssen veränderter Sinnlichkeit &#8211; neuer Sinnlichkeit. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Micro-Chips in der Prothetik, Sateliten-Maut, alle möglichen Vernetzungen </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">der Echtzeit- und Fernkommunikation, die Irritation durch nicht unmittelbar </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">sinnlich steuerbare und nicht kontrollierbare Vollüberwachung und </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Profilierungssteuerung der Individuen durch Computer.<br />
</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;">
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Jeder Mensch braucht Ligaturen (kulturelle Anbindungen) und kann </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Anomien (Bindungslosigkeiten) nur begrenzt aushalten. Ob Selbstführung </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">oder in Anlehnung an Führungsrollenträger (Peers)– wir alle leben mit </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">interdependierendenund interagierenden</span><span style="font-size:small;"> Führungswirkungen, </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Multirollenspielen und Rollenzuweisungen. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Entsprechend gibt es Menschen, deren sozial zugewiesene Rolle </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Führungsaspekte hat. Und andere die mangels urteilskräftiger </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Persönlichkeit einen individuellen wechselhaften Führungsbedarf </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">haben. Die Vernachlässigung der Führung/Führungskarriere </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">im Leben geht besonders in Deutschland auf Rechnung der </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">autoritären Mobgeschichten und deren herausstechenden </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Hitlerei bis 1945 sowie der Führungskonzepte im Stalinismus, </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">in der Zeit bis 1989: Bevormundung= Entmündigung.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Die digitale Kommunikations-Evolution bringt nun </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Gestaltungsstrukturen, deren Abschätzungen überhaupt </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">erst verstanden und eingeschätzt </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">werden müssen. Können sie aber noch nicht. Augen also auf: </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Die Maschine übernimmt die Macht. Friedrich Georg Jünger: </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Die Perfektion der Technik  &#8211;  hat dazu sein epochales Buch </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">geschrieben. </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Günter Anders mit: Die Antiquiertheit des Menschen – liegt in </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">dieser Linie einer Neuen Sinnlichkeit bzw. der drohenden Entmündigung </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">durch systemische Wirkkräfte der Telematik. Der Turing-Test hatte </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">längst gezeigt, dass wir Menschen oft nicht mehr den Unterschied </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">zwischen menschlicher oder robotischer Aktion erkennen können, </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">aber dadurch nichtmenschlicher netzartiger Kulturveränderung </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">unterliegen, ohne unseren Anspruch auf Selbstbestimmung und </span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;">Offenheit zu wahren.</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;text-decoration:none;"><span style="font-family:Sindbad;"><span style="font-size:small;"><br />
</span></span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;"><strong>David Riesman 100 Jahre </strong>Heute ist der 100 Geburtstag des </span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;">us-amerikanischen Soziologen David Riesman, der zu dem gestern </span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;">angekündigten Thema „Führung und Fühlung“ aus soziologischer </span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;">wesentliches zu sagen hat. Hier sehen wir die Untermalung eines </span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;">Portraits, das ich von David Friedman male. Und wir sehen, dass </span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;">unser Thema Datenschutz und Überwachung, auch in der klassischen </span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;">Form der Stasi vertreten ist. Ich habe die Figur mit Ölfarbe auf einen </span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;">gemusterten Stoff aus dem Kaufhaus gemalt. Es ist kein Hinweis </span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;">auf Burkaträger in Afghanistan, sondern mehr Anspielung auf ein </span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;">Problem, dass heute im IT-Bereich nicht</span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;">gelöst, sondern eher verdeckt wird. Deshalb lege ich das Bild </span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;">aufs Gesicht.</span></p>
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;">s. www.dietmarmoews.com</span></p>
<p style="margin-bottom:0;">
<p style="margin-bottom:0;"><span style="font-family:Sindbad;">&#38;<br />
</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ich und Hermeneutik]]></title>
<link>http://martinpreisendanz.wordpress.com/2009/09/23/ich-und-hermeneutik/</link>
<pubDate>Wed, 23 Sep 2009 08:35:32 +0000</pubDate>
<dc:creator>Martin P.</dc:creator>
<guid>http://martinpreisendanz.wordpress.com/2009/09/23/ich-und-hermeneutik/</guid>
<description><![CDATA[Am Wochenende halte ich meine allererste Vorlesung und ihr könnt euch vorstellen, dass ich zunehmend]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Am Wochenende halte ich meine allererste Vorlesung und ihr könnt euch vorstellen, dass ich zunehmend aufgeregt bin. Ich werde an der <a href="http://www.destinydesign.de/pionierakademie/" target="_blank">Pionierakademie</a> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Biblische_Hermeneutik" target="_blank">Hermeneutik</a> unterrichten. Hermeneutik ist mit Sicherheit eines der spannendsten Felder der Theologie, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so klingt. In der Hermeneutik geht es darum, wie wir die Bibel zu verstehen haben. Insofern hat jeder schon seine Hermeneutik, denn wir versuchen die Bibel, wie auch immer, zu verstehen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-402" title="794713_40457041" src="http://martinpreisendanz.wordpress.com/files/2009/09/794713_404570411.jpg" alt="794713_40457041" width="500" height="489" /></p>
<p>Immer wieder haben Theologen versucht den Menschen ihrer Zeit die biblische  Botschaft nahe zu bringen. Dabei könnte ihr Ansatz nicht unterschiedlicher sein.  Rudolf Bultmann schrieb im Kontext der Moderne noch: „<em>Man kann nicht elektrisches Licht und  Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische  Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des  Neuen Testaments glauben. Und wer meint, es für seine Person tun zu können, muss  sich klar machen, dass er, wenn er das für die Haltung des christlichen Glaubens  erklärt, damit die christliche Verkündigung in der Gegenwart unverständlich und  unmöglich macht.“ </em>Unvorstellbare  Gedanken für den postmodernen Weltenbürger. Der nimmt sehr  wohl die modernste Medizin in Anspruch und feiert  gleichzeitig  das Fest des Erzengels Michael oder lässt sich von irgendeinem Heiler behandeln.  Warum? Sein Denken hat sich verändert und kommt den Verständnis der Bibel in  machen Punkten näher. Und damit wären wir bei der Hermeneutik. Wie will die Bibel verstanden werden?  Daraus ergeben sich viele interessante Fragen:</p>
<ul>
<li>Die Bibel ist die  Wahrheit – doch was bedeutet Wahrheit?</li>
<li>Gibt es die eine  objektive theologische  Betrachtungsweise? Wenn ja: Müssten dann nicht alle Theologen zu denselben  Ergebnissen kommen?</li>
<li>Welchen Einfluss hat  meine Kultur (Sozialisation, Erfahrung etc.) auf die Art und Weise, wie ich mit  der Bibel umgehe?</li>
<li>Ist der Heilige  Geist die notwenige Voraussetzung um die Schrift verstehen und auslegen zu  können? Oder: Muss man gläubig sein um die Schrift zu verstehen?</li>
<li>Ist die Bibel die  einzige, schlussendliche Autorität, in Fragen der christlichen Lehre?</li>
<li>Macht die Bibel  klare, eindeutige Aussagen oder bleibt vieles offen?</li>
<li>Beinhaltet die Bibel  Fehler und Widersprüche? Wenn nicht, ist sie dann irrtumslos?</li>
<li>Inwiefern könnte man  sage, dass Jesus zwar Gottes Sohn ist, aber damit doch nicht alles stimmt, was  über ihn erzählt wird?</li>
<li>Wer versteht die  Bibel eigentlich besser – die Gelehrten oder die Laien?</li>
<li>Was ist in der Bibel  allgemeingültig und was kulturell bedingt?Und wer darf das entscheiden?</li>
</ul>
<p>Das sind einige der Fragen, die ich mit den Studenten beleuchten will.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Rundgang]]></title>
<link>http://tdamrau.wordpress.com/2009/09/22/rundgang/</link>
<pubDate>Tue, 22 Sep 2009 11:49:48 +0000</pubDate>
<dc:creator>Tillmann Damrau</dc:creator>
<guid>http://tdamrau.wordpress.com/2009/09/22/rundgang/</guid>
<description><![CDATA[&nbsp; Wer wollte, konnte letzten Samstag und Sonntag ausgiebig zum Besuch der Stuttgarter Galerien ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>&#160;</p>
<p>Wer wollte, konnte letzten Samstag und Sonntag ausgiebig zum Besuch der Stuttgarter Galerien nutzen; zum Start in die neue Ausstellungssaison hatten alle das Wochenende über für einen Rundgang  geöffnet – zum 10. Mal bereits und wie jedes Jahr unisono mit dem Ruf: „<a href="http://www.art-alarm.de/">ART-ALARM</a>“.</p>
<p>Ich hatte mir den Samstag für meinen Rundgang reserviert. Vielleicht gab es Unermüdliche, die alle teilnehmenden Galerien besuchten, ich jedenfalls zählte nicht dazu, ich beschränkte mich auf eine Auswahl.</p>
<p>Meine Galeristin <a href="http://www.galerie-anjarumig.de/">Anja Rumig </a> zeigt in ihren Räumen derzeit  Arbeiten von <a href="http://www.gertriel.de/">Gert Riel</a>, einige wenige aus Stahl, hauptsächlich aber Wandarbeiten aus gebogenen, farbig gefassten Aluminiumtafeln, die virtuos Materialspannung, Oberfläche, Licht und Raum thematisieren.</p>
<p>&#160;</p>
<div id="attachment_838" class="wp-caption alignnone" style="width: 235px"><img class="size-medium wp-image-838" title="gertriel" src="http://tdamrau.wordpress.com/files/2009/09/003.jpg?w=225" alt="Gert Riel, Galerie Anja Rumig, Ausstellungsansicht" width="225" height="300" /><p class="wp-caption-text">Gert Riel, Galerie Anja Rumig, Ausstellungsansicht</p></div>
<p><a href="http://galeriefriese.de/">Klaus Gerrit Friese</a> zeigt unter dem Titel „Outsider“ Arbeiten von Horst Ademeit, Morton Bartlett, Chris Hippkiss, Wolfgang Hueber, Paul Humphrey, Foma Jaremtschuk, Michail Paule, Miroslav Tichy. Die Zeichnungen von <a href="http://galeriefriese.de/kuenstler/foma-jaremtschuk/">Foma Jaremtschuk</a>, <a href="http://galeriefriese.de/kuenstler/michail-paule/">Michail Paule</a> und <a href="http://www.galeriefriese.de/kuenstler/chris-hipkiss/">Chris Hippkiss</a> haben mich am meisten beeindruckt.</p>
<p>Michail Paule war von 1930 bis 1937 in einer psychiatrischen Anstalt der Sowjetunion interniert, er starb 1939. Foma Jaremtschuk  wurde 1936 unter Stalin wegen Verleumdung der UdSSR in ein Arbeitslager deportiert, 1947 wurde er dann in die Psychiatrie eingewiesen, er starb 1986. Chris Hippkiss wurde 1964 in London geboren und lebt derzeit in Frankreich.</p>
<p>&#160;</p>
<div id="attachment_839" class="wp-caption alignnone" style="width: 243px"><img class="size-medium wp-image-839" title="jaremtschuk" src="http://tdamrau.wordpress.com/files/2009/09/jaremtschuk003-2.jpg?w=233" alt="Foma Jaremtschuk, ohne Titel, undatiert, Mischtechnik auf Papier, 30,5 × 22,5 cm, courtesy Galerie Klaus Gerrit Friese" width="233" height="300" /><p class="wp-caption-text">Foma Jaremtschuk, ohne Titel, undatiert, Mischtechnik auf Papier, 30,5 × 22,5 cm, courtesy Galerie Klaus Gerrit Friese</p></div>
<p><a href="http://www.parrotta.de/">Parrotta Contemporary Art</a> wagt die originelle Gegenüberstellung  zweier Künstler, deren Geburtsjahre ein gutes Jahrhundert auseinanderliegen. Zum einen ist das der Belgier <a href="http://www.parrotta.de/artists/jules_debruycker/01.shtml">Jules de Bruycker</a>, der von 1870 bis 1945 gelebt hat; von ihm werden in der Nachbarschaft von Kubin und Ensor angesiedelte Radierungen und Zeichnungen gezeigt. Der andere ist <a href="http://www.parrotta.de/artists/johannes_lotz/01.shtml">Johannes Lotz</a>, Jahrgang 1975, der mit großformatigen Malereien auf Leinwand und Papier vertreten ist.</p>
<p>&#160;</p>
<div id="attachment_840" class="wp-caption alignnone" style="width: 310px"><img class="size-medium wp-image-840" title="johannes_lotz" src="http://tdamrau.wordpress.com/files/2009/09/johannes_lotz_21.jpg?w=300" alt="Johannes Lotz, Orangenkäppchen, 2008, 140 x 155 cm, Mischtechnik auf Nessel, courtesy Parrotta Contemporary Art" width="300" height="272" /><p class="wp-caption-text">Johannes Lotz, Orangenkäppchen, 2008, 140 x 155 cm, Mischtechnik auf Nessel, courtesy Parrotta Contemporary Art</p></div>
<p>Am späten Nachmittag dann bin ich von der Kunstroute abgewichen und in eine Buchhandlung gegangen, wo ich in dem neuen Thriller von Dan Brown, „The Lost Symbol“, geblättert habe. Vor allem hoffte ich eine Stelle zu finden, von der ich in der <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/476/487878/text/">Süddeutschen Zeitung</a> gelesen hatte.</p>
<p>Der seit „Angels and Demons“ und „The Da Vinci Code“ als Detektiv wider Willen bestens eingeführte Harvard-Symbolologe Robert Langdon, findet da im Capitol in Washington, wo er einen Vortrag halten soll, eine abgetrennte Hand, ausweislich des Fingerringes, die eines Freundes. Die Stelle war nicht schwer zu finden, sie befindet sich im 10. Kapitel des Thrillers, in der hierzulande ausliegenden, englischsprachigen Ausgabe auf Seite 40.</p>
<p>Ich habe Dan Browns neuen Roman noch nicht gekauft, denn ich arbeite mich gerade durch ein anderes Stück Kriminalliteratur mit dem altmodisch harmlos klingenden Titel „Fantomas: Mord in Monte Carlo“. Schade, dass man nicht den Titel der französischen Originalausgabe, „Fantômas , La Main Coupée“, ins Deutsche übertragen hat, „Die abgehackte Hand“ – geht doch.</p>
<p>Auch hier also – seltsame Koinzidenz – eine abgetrennte, eine abgehackte Hand, auch identifizierbar durch einen angesteckten Ring. Sie gehört demnach zu Norbert du Rand, einem Liebhaber der demi-mondainen Isabelle de Guerray.</p>
<p>&#160;</p>
<div id="attachment_841" class="wp-caption alignnone" style="width: 202px"><img class="size-medium wp-image-841" title="fantomas" src="http://tdamrau.wordpress.com/files/2009/09/fantomas1.jpg?w=192" alt="ALLAIN, MARCEL u. SOUVESTRE, PIERRE; Fantômas, La Main Coupée, (Arthème Fayard) Paris 1911" width="192" height="300" /><p class="wp-caption-text">ALLAIN, MARCEL u. SOUVESTRE, PIERRE; Fantômas, La Main Coupée, (Arthème Fayard) Paris 1911</p></div>
<p>„La Main Coupée“ ist bereits 1911 erschienen, es ist der 10. (schon wieder die 10 ?!) Band einer Reihe von Romanen über das Treiben des Superschurken <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fant%C3%B4mas">Fantômas</a>, einer Variante jenes schwarzromantischen Typs Outlaw, den eine furchterregende Kombination überragender Intelligenz und gewissenloser Grausamkeit auszeichnet. Der Maler <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ren%C3%A9_Magritte">René Magritte</a> war ein Fan von Fantômas.</p>
<p>Die Autoren Pierre Souvestre und Marcel Allain haben zwischen Februar 1911 und September 1913 monatlich einen Roman der Serie bei Arthème Fayard veröffentlicht. Nach dem Tod von Pierre Souvestre schrieb Marcel Allain zwischen 1926 und 1963 alleine noch vierzehn weitere Fantômas-Romane.</p>
<p>Außer dem genannten „Mord in Monte Carlo“ der 1986 beim Gerhardt Verlag erschienen ist, gibt es meines Wissens keine weiteren Übersetzungen ins Deutsche.</p>
<p>Abgehackte Hände, Fantômas, Dan Brown, Grausamkeit – Quentin Tarantino fiel mir ein, der das Morden und Schlachten in seinen Filmen auch ausgiebig inszeniert, jüngst in „Inglorious Basterds“, dann erinnerte ich mich an einen Aufsatz von Karlheinz Bohrer in der Neuen Zürcher Zeitung vom 12.05.2007: „<a href="http://www.nzz.ch/2007/05/12/li/articleF41MT.html">Die Ästhetik des Bösen</a>“.</p>
<p>Bohrer skizziert zunächst den Gang des Bösen durch die Literaturgeschichte, beginnend bei der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Orestie">Orestie</a> des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aischylos">Aischylos</a> gelangt er zu den Dichtungen des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts. Exemplarisch nennt er <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Baudelaire">Charles Baudelaire</a> und dessen Gedichte in „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Les_Fleurs_du_Mal">Les Fleurs du Mal</a>“ („Die Blumen des Bösen“) sowie <a href="http://www.kafka.uni-bonn.de/index.shtml">Franz Kafka</a> und die Erzählung  „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/In_der_Strafkolonie">In der Strafkolonie</a>“.</p>
<p>&#160;</p>
<div id="attachment_842" class="wp-caption alignnone" style="width: 190px"><img class="size-medium wp-image-842" title="orestie" src="http://tdamrau.wordpress.com/files/2009/09/orestie-210.jpg?w=180" alt="„Die Orestie“, Deutsches Theater Berlin, Regie: Michael Thalheimer, Szenenfoto" width="180" height="300" /><p class="wp-caption-text">„Die Orestie“, Deutsches Theater Berlin, Regie: Michael Thalheimer, Szenenfoto</p></div>
<p>Karlheinz Bohrer charakterisiert „den Zustand des Dichters als Melancholiker, ausgesetzt der Unendlichkeit des Vorstellbaren“. Aus diesem Zustand erwächst eine Verfassung des  Geistes, die „für die Affinität des modernen Dichters zum Bösen charakteristisch ist: nämlich seine Konzentration auf das Gefühl des Unendlichen“.</p>
<blockquote><p>„Der moderne Dichter (…) will das Böse gar nicht überwinden, er sucht es geradezu. (…) Man könnte es aber auch die Forderung nach einer Absolutheit des intensiven Wortes und Bildzeichens nennen, die keine Referenz mehr zu sozialen, psychologischen und moralischen Diskursen unterhält.“</p></blockquote>
<p>&#160;</p>
<p>Bohrer nun besteht darauf, dass in der Kunst die Vorführung des Bösen, von Gewalt und Grausamkeit, nicht Abbildung oder visionäre Antizipation von Wirklichkeit ist, sondern ein Stilmittel.</p>
<p>Die Darstellung des Bösen in der Kunst zielt nicht einfach auf den stärksten Schock, den Kitzel der Drastik, sie sucht nicht den bloßen Effekt. Eine derartige Funktionalisierung der Darstellungen des Bösen ist, laut Bohrer, dagegen „charakteristisch für eine bestimmte Sorte besserer pornografischer Phantasie oder Horrorliteratur, nicht für die eigentlich poetische“.</p>
<p>Für Bohrer ist das ästhetisch Böse in den Werken der Moderne nicht vor allem  Stoff, Inhalt, den diese einem mörderischen Zeitalter verdankt, sondern ein Mittel die Sphäre des Ästhetischen vom Gewöhnlichen abzusetzen, im Schockierenden die unversöhnliche Autonomie der Werke zu behaupten, sie dem Comment der Genießer und der therapeutischen Integration ins Alltägliche zu entziehen.</p>
<p>Das Böse in der Kunst der Moderne ist laut Karlheinz Bohrer Chiffre „eines absoluten Bewusstseins der künstlerischen Phantasie, von einem Ausgesetztsein im Unendlichen“. Er verneint deshalb eine allegorische Funktion des Bösen in der modernen Kunst.</p>
<p>Das Böse schlägt nicht mehr um ins Rettende, in eine Epiphanie des Heils, so, wie es Walter Benjamin im „Ursprung des deutschen Trauerspieles“  für das deutschsprachige Theater des Barock zeigt, das „zuletzt im Anblick der Gebeine nicht treu verharrt, sondern zur Auferstehung treulos überspringt“ (Benjamin, S. 406).</p>
<p>Benjamins Charakterisierung des Bösen in den Trauerspielallegorien berührt sich aber durchaus mit der Beschreibung des ästhetisch Bösen durch Karlheinz Bohrer.</p>
<blockquote><p>Wissen, nicht Handeln ist die eigenste Daseinsform des Bösen. Und demgemäß ist physische Verführung, als Wollust, Völlerei, Trägheit, sinnlich nur begriffen, bei weitem nicht sein einziger, ja streng genommen gar kein letzter und genauer Seinsgrund. Dieser vielmehr eröffnet sich mit der Fata morgana eines Reiches der absoluten, das ist gottlosen, Geistigkeit wie es, als Gegenstück dem Materialischen verbunden, das Böse erst konkret erfahren lässt.</p>
<p>Der in ihm vorherrschende Gemütszustand ist die Trauer, zugleich die Mutter der Allegorien und ihr Gehalt. Und ihm entstammen drei ursprüngliche satanische Verheißungen. Sie sind geistiger Art. In der Gestalt des Tyrannen, bald des Intriganten zeigt immerfort das Trauerspiel sie wirksam.</p>
<p>Was lockt ist der Schein der Freiheit – im Ergründen des Verbotnen; der Schein der Selbständigkeit –  in der Sezession aus der Gemeinschaft der Frommen; der Schein der Unendlichkeit – in dem leeren Abgrund des Bösen.</p>
<p>BENJAMIN; WALTER; Ursprung des deutschen Trauerspiels, Ges. Schriften, Bd. I.1, (Suhrkamp Verlag)  Frankfurt am Main 1991, S. 404 f</p></blockquote>
<p>&#160;</p>
<p>Programmatisch grandios formuliert  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Milton">John Milton</a> im siebzehnten Jahrhundert diesen eminenten Willen zur Autonomie in seinem Epos „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paradise_Lost">Paradise Lost</a>“ (1667/1674), wo sich Luzifer mit den folgenden Worten an seine Getreuen wendet:</p>
<blockquote><p>The mind is its own place, and in itself /Can make a heaven of Hell, a hell of Heaven.</p>
<p>Here at least / We shall be free; the Almighty hath not built / Here for his envy, will not drive us hence; / Here we may reign secure; and in my choice / To reign is worth ambition, though in Hell; / Better to reign in Hell than serve in Heaven.</p>
<p>MILTON, JOHN; Paradise Lost, (Kurd and Houghton) New York 1868, S. 10 f</p>
<p>&#160;</p>
<p>Der Geist ist selbst sein eigner Ort und macht / Aus Himmel Hölle sich, aus Hölle Himmel.</p>
<p>Hier werden frei zum mindesten wir sein. / Hier hat die Allmacht nicht aus Neid gebaut, / Und treibt uns nicht mehr fort. Wir herrschen hier / In Sicherheit, und wenn&#8217;s nach mir geht, so / Sei&#8217;s in der Hölle, Herrschen lohnt sich immer: / Zu herrschen in der Hölle hier ist mir / Lieber, als in dem Himmel nur zu dienen.</p>
<p>MILTON, JOHN; Das verlorene Paradies, (Reclam) Stuttgart 1996, S. 14</p></blockquote>
<p>&#160;</p>
<p>Dieser Typ Outlaw hat, vor allem über die Romantik, seinen Weg in die Moderne und auch in andere, populärere Genres der Literatur gemacht. Jack London, zum Beispiel, lässt einen anderen Empörer, den Protagonisten seines Romans „Der Seewolf“, den Kapitän Wolf Larsen, eben diese Worte, „Hier werden frei zum mindesten wir sein …“, aus Miltons Epos zitieren. (J. London, S. 148)</p>
<p>Fantômas und jede Menge andere Finsterlinge der Literatur – inklusiver derer von Dan Brown – variieren diesen Typus des metaphysischen Aufrührers und auch Heath Ledgers postum mit einem Oscar prämierte Interpretation der Rolle des „Jokers“ in dem Film „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Dark_Knight">The Dark Knight</a>“ steht noch in dieser Tradition, auf vertrackte Weise aber auch der Gesetzeshüter, der außerhalb der Gesetze agiert.</p>
<p>Dem Furor der künstlerischen Moderne und  ihrer Vision einer barbarischen Aristokratie von Außenseitern, die noch triumphiert, wo sie auf Ablehnung stößt: „Was beim schlechten Geschmack berauschend ist, das ist das aristokratische Vergnügen zu missfallen.“ (Baudelaire, S. 24), sind wir mittlerweile doch einigermaßen entfremdet, darin genau sind wir postmodern.</p>
<p>Irgendwann sind wir vom Weg der Moderne ins kryptische Dunkel fortschreitender Verweigerung abgekommen und haben uns für eine Politik der Aneignung, eigentlich der Wiederaneignung unserer Alltäglichkeit entschieden, durchaus spielerisch, pragmatisch auch, vor allem aber neugierig – <em>Beweglichkeit und Diversität</em> ist der Wahlspruch.</p>
<p>„<a href="http://www.cultureby.com/trilogy/2009/09/culturematic-a-device-for-making-culture-in-two-easy-steps.html">Culturematic</a>“, eine programmatische Skizze von Grant McCracken zur allmählichen Verfertigung von Kultur in kleinen Stücken, bietet in dieser Hinsicht weitere Gesichtspunkte und Anregung.</p>
<p>Es waren nicht zuletzt die neuen Medien und deren zunehmend unkomplizierte Verfügbarkeit, die der bildenden Kunst seit den neunzehnhundertneunziger Jahren das Erzählen wieder ermöglicht haben – ja, eine neue Narrativität hervorgebracht haben, die sich als äußerst vital erweist.</p>
<p>Der Outlaw ist in diesen Erzählungen eher ein Muster, mehr eine Art operative Disposition, als ein Schicksal. Damit machen wir, dem Barock nicht unähnlich, sein „Bild“, seine „Rolle“ der Interpretation, der Allegorisierung verfügbar. Genau wie „Das Böse“, hört er auf, reine Chiffre „eines absoluten Bewusstseins der künstlerischen Phantasie, von einem Ausgesetztsein im Unendlichen“ zu sein, statt dessen wird die Figur im kulturellen Kontext aktualisiert, variiert und eventuell bereichert.</p>
<p>Irgendwie scheint es durchaus nahe zu liegen, Entwicklungen der zeitgenössischen Kultur im Vegleich mit dem Barock zu verstehen, jedenfalls habe ich mir von <a href="http://www.culture-communication.unimelb.edu.au/people/angela-ndalianis.html">Angela Ndalianis</a>, &#8220;Neo-Baroque Aesthetics and Contemporary Entertainment (Media in Transition)&#8221; bestellt.</p>
<p>Samstag Abend, wieder zu Hause, habe ich noch die Böden von Küche und Bad gewischt, anschließend habe ich mir „Pirates of the Caribbean“ angeschaut, von DVD – Jack Sparrow, ein Outlaw mit der Fähigkeit zur Selbstironie. Darin auch unterscheidet er sich von Commodore Norrington, der erst gegen Ende mental etwas beweglicher wird.</p>
<p>&#160;</p>
<p>ALLAIN, MARCEL u. SOUVESTRE, PIERRE; Fantomas: Mord in Monte Carlo, (Gerhardt Verlag) Berlin 1986</p>
<p>BAUDELAIRE, CHARLES; Lichtblitze (Fusées), in: Intime Tagebücher und Essays, (Wilhelm Heyne Verlag) München 1978</p>
<p>BENJAMIN; WALTER; Ursprung des deutschen Trauerspiels, Ges. Schriften, Bd. I.1, (Suhrkamp Verlag)  Frankfurt am Main 1991</p>
<p>BOHRER, KARLHEINZ; Die Ästhetik des Bösen, Neue Zürcher Zeitung, 12.05.2007</p>
<p><a href="http://www.nzz.ch/2007/05/12/li/articleF41MT.html">http://www.nzz.ch/2007/05/12/li/articleF41MT.html</a></p>
<p>LONDON, JACK; Der Seewolf, (dtv) München 1996</p>
<p>MILTON, JOHN; Paradise Lost, (Kurd and Houghton) New York 1868</p>
<p><a href="http://books.google.de/books?pg=PA10&#38;dq=milton+paradise+lost&#38;id=NkYWAAAAYAAJ#v=onepage&#38;q=&#38;f=false">http://books.google.de/books?pg=PA10&#38;dq=milton+paradise+lost&#38;id=NkYWAAAAYAAJ#v=onepage&#38;q=&#38;f=false</a></p>
<p>MILTON, JOHN; Das verlorene Paradies, (Reclam) Stuttgart 1996</p>
<p>&#160;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Pourquoi Ségolène n’aurait pas pu être conseillée par un publicitaire]]></title>
<link>http://notrelienquotidien.com/2009/09/22/pourquoi-segolene-n%e2%80%99aurait-pas-pu-etre-conseillee-par-un-publicitaire/</link>
<pubDate>Tue, 22 Sep 2009 09:57:47 +0000</pubDate>
<dc:creator>Jean</dc:creator>
<guid>http://notrelienquotidien.com/2009/09/22/pourquoi-segolene-n%e2%80%99aurait-pas-pu-etre-conseillee-par-un-publicitaire/</guid>
<description><![CDATA[Lol, ah ah ah, mdr. Depuis le lancement de Désirs d’avenir par la candidate malheureuse en 2007, la ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="aligncenter" src="http://lemediascope.fr/wp-content/uploads/2009/08/aroy.jpg" alt="" width="360" height="295" /></p>
<div id="_mcePaste" style="position:absolute;left:-10000px;top:0;width:1px;height:1px;">Lol, ah ah ah, mdr. Depuis le lancement de Désirs d’avenir par la candidate malheureuse en 2007, la toile s’esclaffe littéralement de la désuétude de son nouveau site web.</div>
<div id="_mcePaste" style="position:absolute;left:-10000px;top:0;width:1px;height:1px;">Attendez un instant. Est-ce vraiment un problème ? Peut-on juger Ségo à l’aune de son mauvais goût en design graphique ? il faut tout de même bien reconnaitre que sa capacité à créer du buzz laisse rêveur. Royale risée du web ? Non non, coqueluche du web.</div>
<div id="_mcePaste" style="position:absolute;left:-10000px;top:0;width:1px;height:1px;">Beaucoup de marques rêveraient de créer un tel bruit. Très peu de pubards y parviennent.</div>
<div id="_mcePaste" style="position:absolute;left:-10000px;top:0;width:1px;height:1px;">Petite leçon de buzz marketing :</div>
<div id="_mcePaste" style="position:absolute;left:-10000px;top:0;width:1px;height:1px;">Premièrement, personne ne peut nier ou faire l’impasse sur les prophéties annonçant la prise de pouvoir du consommateur. Les mass médias étaient le royaume des marques, elles contrôlaient leurs messages. Les médias digitaux signent la revanche des utilisateurs qui peuvent désormais s’emparer des marques (commentaires, comparaisons, recommandation, etc.)</div>
<div id="_mcePaste" style="position:absolute;left:-10000px;top:0;width:1px;height:1px;">L’excellent planneur digital Faris Yacob le défend mieux que quiconque : nous sommes entrés dans l’ère du remix. Les gens échangent, partages, mash-up, crée à partir d’existant… il suffit de compter les occurrences « postmoderne » ou « vintage » dans de nombreux magazines pour se convaincre de la bipolarité – un côté vers le passé, l’autre vers le futur &#8211; des consommateurs.</div>
<div id="_mcePaste" style="position:absolute;left:-10000px;top:0;width:1px;height:1px;">Résultat : les marques doivent accepter d’être malaxée, mélangée, mémétisée pour passer à la postérité. Qui semble l’avoir compris avant les autres ? Ségolène of course. Entre les milliers de parodies ou les générateurs ayant fleuri quasi instantanément, c’est du beau boulot. Très peu de marques non-geeks peuvent se targuer d’être aussi parodiées et remixées.</div>
<div id="_mcePaste" style="position:absolute;left:-10000px;top:0;width:1px;height:1px;">Le design de Désirs d’avenir est vintage ? Et alors ? Le label Kitsuné a fait le pari du web vintage et low tech depuis son lancement il y a quelques années, cela ne le pénalise pas, loin de là. Il y a d’ailleurs des tas d’études qui montrent que le succès des sites comme Google, Digg, Delicious ou Flickr dépendent étroitement de leur design moche, simple et immuable. Preuve supplémentaire ? Google vient de breveter le dessin de sa page d’accueil. Cerise sur le gâteau : le fond d’écran du site est open-source. Qui peut affirmer que cela n’est pas une conception juridique d’avenir ?</div>
<div id="_mcePaste" style="position:absolute;left:-10000px;top:0;width:1px;height:1px;">On a beau dire ce qu’on veut, mais le lancement du nouveau site de Ségolène est un succès énorme. Il a attiré plus de visites en quelques jours que bon nombre de sites de politiciens. Pas besoin de lever au ciel à propos du non-référencement des zones de textes en jpeg, le buzz a fait son travail. Reste à définir si cette stratégie paiera, on ne choisit pas un candidat présidentiel – ou lors de primaires dans un premier temps – comme un yaourt.</div>
<p><em>Lol, ah ah ah, mdr</em>. Depuis le lancement de la nouvelle version de <strong>Désirs d’avenir</strong> par la queen des Charentes, la toile s’esclaffe.</p>
<p>Attendez un instant. Est-ce vraiment un problème ? Peut-on juger Ségo à l’aune de son mauvais design graphique ? Il faut tout de même reconnaitre que sa capacité à créer du buzz laisse rêveur. Royale risée du web ? Une <strong>coqueluche </strong>du web, vus voulez dire (et non pas <em>rire</em>) !</p>
<p><strong>Beaucoup de marques rêveraient de créer un tel bruit.</strong> Très peu y parviennent. Petite leçon de buzz marketing à la sauce poitevine à l&#8217;adresse des marketeurs en herbe ou confirmés :</p>
<p>Premièrement, personne ne peut nier la prise de pouvoir du consommateur. Les <em>mass médias </em>étaient le royaume des marques, elles contrôlaient les messages émis. L&#8217;avènement des médias digitaux signe la revanche des utilisateurs qui peuvent désormais infléchir les discours des marques (commentaires, comparaisons, recommandation, etc.) :</p>
<p>L’excellent planneur Faris Yacob &#8211; <em>Chief Technology Strategist</em> chez McCann &#8211; défend cette nouvelle défintion de l&#8217;<em>advocacy</em> mieux que quiconque : nous sommes entrés dans l’<strong>ère du remix</strong>. Les gens échangent, partages, mash-up, crée à partir d’existant… Tout cela au bénéfice des marques avec qui les utilisateurs sont en interaction. Explications :</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/cxEozN2ExqU&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/cxEozN2ExqU&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p>Résultat : les marques doivent accepter d’être malaxées, mélangées, <em>mémétisées </em>pour passer à la postérité (repensez au rick rolling ou aux millions de trips vidéos avec des figurines Lego). Qui l’a compris avant les autres ? Ségolène. Entre <a href="http://www.umoor.eu/blog/parodie/fakes-desirs-davenir/" target="_blank">les</a> <a href="http://www.meme-desirsdavenir.com/" target="_blank">milliers</a> <a href="http://tv.lepost.fr/2009/09/19/1703415_desir-d-avenir-enorme-fou-rire-des-journalistes-de-la-bbc.html" target="_blank">de</a> <a href="http://www.3615desirsdavenir.com/" target="_blank">parodies</a> ou les générateurs de pages ayant fleuri quasi instantanément, c’est du beau boulot. Très peu de marques non-geeks peuvent se targuer d’être aussi remixées ou parodiées (depuis quand la parodie fait <em>systématiquement </em>du mal à une marque?). Reconnaissance absolue : Ségo est félicitée par une parodie très <em>4chan-esque </em>du film La chute :</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/ZYKuRDeMRiA&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/ZYKuRDeMRiA&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p>+ bonus :</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/jllxcGO-yKg&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/jllxcGO-yKg&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
<p>Le design de Désirs d’avenir est vintage ? Et alors ? Le label <a href="http://www.kitsune.fr/" target="_blank">Kitsuné</a> a fait le pari du web vintage et low tech depuis son lancement il y a quelques années, cela ne le pénalise pas, loin de là. Il y a d’ailleurs des tas d’études qui montrent que le succès des sites comme Google, Digg, Delicious ou Flickr dépendent étroitement de leur design moche, simple et immuable. Preuve supplémentaire ? Google vient de <a href="http://www.generation-nt.com/google-brevet-page-accueil-actualite-861911.html" target="_blank">breveter le dessin de sa page d’accueil</a>. Cerise sur le gâteau : le fond d’écran du site est open-source. Qui peut affirmer que cela n’est pas une conception juridique d’avenir ?</p>
<p>[MàJ] La nouvelle version du site de Ségolène ajoute une brique à sa stratégie 2.0 : suite à un <a href="http://www.facebook.com/topic.php?uid=35763644660&#38;topic=10323" target="_blank">message posté</a> (checker le post de Zeina Bourdais) il y a deux jours sur la page Fan de Facebook (marketing communautaire !), Ségolène intègre le <strong>crowdsourcing </strong>à sa stratégie. Une graphiste lui propose sur sa page de lui refaire un site, 2 jours plus tard, mission accomplie. Ahh, elle est fortiche !</p>
<p>On a beau dire ce qu’on veut, mais le lancement du nouveau site de Ségolène est un succès énorme. Il a attiré plus de visites en quelques jours que bon nombre de sites de politiciens. Pas besoin de lever les yeux au ciel à propos du non-référencement des zones de textes en jpeg, le buzz a fait son travail et le site caracole en tête du page rank.</p>
<p>Reste à définir si cette stratégie paiera, on ne choisit pas un candidat présidentiel – ou lors de primaires dans un premier temps – comme un yaourt.</p>
<p>Désirs d&#8217;avenir demeure dans tous les cas un cas d&#8217;école en matière de marketing en ligne. Le site ne semble plus répondre actuellement, serait-il sur le point de sortir de sa phase bêta en vue de nous surprendre à nouveau ?</p>
<p>[MàJ2] Trendhunter semble d&#8217;accord avec Ségo&#8230; Checkez la prévision #4 (merci Mathilde pour la vidéo)</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/CoGCDtkZFHU&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/CoGCDtkZFHU&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>

</channel>
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