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	<title>predigten &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/predigten/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "predigten"</description>
	<pubDate>Mon, 28 Dec 2009 17:40:13 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Predigt zum 1. Advent (2009) - Pastor Dr. Christoph Barnbrock]]></title>
<link>http://zionverden.wordpress.com/2009/11/29/predigt-zum-1-advent-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</link>
<pubDate>Sun, 29 Nov 2009 07:57:34 +0000</pubDate>
<dc:creator>Christoph Barnbrock</dc:creator>
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<description><![CDATA[Röm 13,8-14 (2009) &#8211; 1. Advent]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://zionverden.wordpress.com/files/2009/11/rom-138-14-2009-1-advent.doc">Röm 13,8-14 (2009) &#8211; 1. Advent</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Bestattungspredigt]]></title>
<link>http://kanzelschwalbe.wordpress.com/2009/11/23/bestattungspredigt/</link>
<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 14:25:01 +0000</pubDate>
<dc:creator>kanzelschwalbe</dc:creator>
<guid>http://kanzelschwalbe.wordpress.com/2009/11/23/bestattungspredigt/</guid>
<description><![CDATA[Momentan ist ja Beerdigungssaison. Und damit habe ich auch mal wieder das &#8220;Vergnügen&#8221; re]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Momentan ist ja Beerdigungssaison.<br />
Und damit habe ich auch mal wieder das &#8220;Vergnügen&#8221; reihenweise Predigten für Trauerfeiern zu schreiben. </p>
<p>Das hat allerdings durchaus seine Tücken.<br />
Jeder Trauerfeier geht ja in der Regel ein Gespräch mit den Angehörigen voraus. Das soll neben dem seelsorgerlichen Aspekt dazu dienen, ein wenig (mehr) über den/die Verstorbene zu erfahren, mit den Angehörigen den Ablauf der Trauerfeier durchzusprechen und zu planen.</p>
<p>Wo möglich und gewünscht, können die Angehörigen auch in die Gestaltung der Trauerfeier eingebunden werden. Allerdings sollte das ganz behutsam geschehen, denn schließlich ist die emotionale Spannung bei so einem Anlass nicht zu unterschätzen. </p>
<p>In letzter Zeit habe ich gerade dabei die Erfahrung gemacht, dass manche Angehörige das Trauergespräch in der Hinsicht missverstehen, dass sie der Pfarrerin zu sagen hätten, was sie predigen soll.<br />
Und dabei können die Vorstellungen doch meilenweit auseinanderklaffen. </p>
<p>Ich hatte schon seitenweise, minutiös aufgeschriebene Lebensläufe vorliegen, bei denen die Angehörigen erwarteten, dass diese wortwörtlich vorgelesen werden.<br />
Mei- ich denke immer, dass die Angehörigen die Lebensläufe der Verstorbenen doch sowie so kennen.<br />
Daher halte ich mich bei diesem Punkt in den Predigten eher zurück bzw. gehe nur auf signifikante Ereignisse ein. </p>
<p>Für mich hat die Bestattungspredigt die Aufgabe, das Leben der verstorbenen Person noch einmal vor Gott zu betrachten. Daher verbinde ich gerne auch den Predigttext mit der Person und wähle den Text entsprechend aus. </p>
<p>Das geht natürlich nur schwer, wenn Angehörige fest vorformulierte Erwartungen haben. Ganz schwierig sind auch Gedichte, die &#8220;unbedingt gelesen&#8221; werden müssen. (Meist sind diese nämlich reichlich schlecht und schwer zu ertragen). </p>
<p>Da außerdem bekanntlich bei Beerdigungen so viel gelogen wird wie sonst nirgends, versuche ich mich mit dem was ich sage, ein wenig abzusichern. Daher flechte ich in meine Predigten so Sätze ein wie: &#8220;Sie haben mir erzählt, Frau X&#8221; oder &#8220;für Sie, Herr Y war der die Verstorbene&#8221;.<br />
Zum einen lockert das die Sache auf und macht es persönlicher, zum anderen signalisiert es, woher ich mein Wissen habe. Wenn mir Familie Z. nicht von dem 30jahre währenden Klinch erzählt, tu ich natürlich zwangsläufig so, als ob alles in Butter gewesen wäre. </p>
<p>Bisher bin ich mit dieser Art der Absicherung ganz gut gefahren.<br />
Kürzlich hat jedoch die Witwe, eine sehr resolute Frau, die natürlich bis ins kleinste Detail schon alles für die Trauerfeier geplant  und vorformuliert hat (selbst wo und wie sie vor und nach der Trauerfeier stehen werden), darauf bestanden, dass ich genau diesen Satz nicht sage.<br />
&#8220;Sonst könnte man ja meinen, ich würde Ihnen vorschreiben, was Sie zu sagen hätten.&#8221;</p>
<p>Ich konnte nur mit Mühe einen Lachkrampf bzw. einen entsprechenden Kommentar unterdrücken.<br />
Ja ne- is klar. </p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Predigt für den Ewigkeitssonntag (2009) - Pastor Dr. Christoph Barnbrock]]></title>
<link>http://zionverden.wordpress.com/2009/11/21/predigt-fur-den-ewigkeitssonntag-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</link>
<pubDate>Sat, 21 Nov 2009 19:20:09 +0000</pubDate>
<dc:creator>Christoph Barnbrock</dc:creator>
<guid>http://zionverden.wordpress.com/2009/11/21/predigt-fur-den-ewigkeitssonntag-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</guid>
<description><![CDATA[Mt 25,1-13 (2009) &#8211; Ewigkeitssonntag]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://zionverden.wordpress.com/files/2009/11/mt-251-13-2009-ewigkeitssonntag.doc">Mt 25,1-13 (2009) &#8211; Ewigkeitssonntag</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Predigt für den Buß- und Bettag (2009) - Pastor Dr. Christoph Barnbrock]]></title>
<link>http://zionverden.wordpress.com/2009/11/18/predigt-fur-den-bus-und-bettag-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</link>
<pubDate>Wed, 18 Nov 2009 15:43:47 +0000</pubDate>
<dc:creator>Christoph Barnbrock</dc:creator>
<guid>http://zionverden.wordpress.com/2009/11/18/predigt-fur-den-bus-und-bettag-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</guid>
<description><![CDATA[Lk 13,1-9 (2009) &#8211; Buß- und Bettag]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://zionverden.wordpress.com/files/2009/11/lk-131-9-2009-bus-und-bettag.doc">Lk 13,1-9 (2009) &#8211; Buß- und Bettag</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Predigt für den vorletzten Sonntag im Kirchenjahr (2009) - Pastor Dr. Christoph Barnbrock]]></title>
<link>http://zionverden.wordpress.com/2009/11/17/predigt-fur-den-vorletzten-sonntag-im-kirchenjahr-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</link>
<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 13:27:36 +0000</pubDate>
<dc:creator>Christoph Barnbrock</dc:creator>
<guid>http://zionverden.wordpress.com/2009/11/17/predigt-fur-den-vorletzten-sonntag-im-kirchenjahr-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</guid>
<description><![CDATA[Mt 25,31-46 (2009) &#8211; Vorletzter So. im Kirchenjahr]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://zionverden.wordpress.com/files/2009/11/mt-2531-46-2009-vorletzter-so-im-kirchenjahr.doc">Mt 25,31-46 (2009) &#8211; Vorletzter So. im Kirchenjahr</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[You´ll never walk alone]]></title>
<link>http://kanzelschwalbe.wordpress.com/2009/11/12/you-never-walk-alone/</link>
<pubDate>Wed, 11 Nov 2009 22:05:14 +0000</pubDate>
<dc:creator>kanzelschwalbe</dc:creator>
<guid>http://kanzelschwalbe.wordpress.com/2009/11/12/you-never-walk-alone/</guid>
<description><![CDATA[Ich habe es eher am Rande mitbekommen. Robert Enkes Suizid. Und ich habe bis dato nicht einmal gewus]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ich habe es eher am Rande mitbekommen. Robert Enkes Suizid. Und ich habe bis dato nicht einmal gewusst, wer der aktuelle Nationaltorhüter ist.<br />
Doch ich gebe zu,  auch ich bin erschrocken, dass ein junger Sportler, ein Familienvater und Freund, diesen Weg als letzten Ausweg gewählt hat.<br />
Ich werde nicht in das allgemeine Spekulieren über das warum und &#8220;wie konnte es soweit kommen&#8221; einstimmen.<br />
Meine Gedanken gehen auch an seine Familie, Freunde und seine Mannschaft(en).<br />
Ich denke auch an den Lokomotivführer. Und an den Lokomotivführer, den ich vor zwei Wochen als Notfallseelsorgerin in der gleichen Situation zu betreuen hatte. Und an das Opfer damals.</p>
<p>Ich bin überrascht, positiv überrascht, als ich in den Nachrichten sah, dass in Hannover eine kurzfristig angesetzte Trauerfeier in der Marktkirche von tausenden von Menschen besucht wurde.<br />
Hier zeigt sich wieder, dass Menschen in ihrer Ratlosigkeit Halt und Orientierung bei Gott suchen, dass sie hoffen, dass die Kirche da hilft, Antworten zu finden.<br />
<a href="http://www.evlka.de/content.php?contentTypeID=1066&#38;id=11653"> <strong>Hier</strong></a>die m.E. sehr gute Traueransprache von Bischöfin Käßmann zur Fußballhymne &#8220;you´ll never walk alone&#8221;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Predigt am Drittletzten Sonntag im Kirchenjahr (2009) - Pastor Dr. Christoph Barnbrock]]></title>
<link>http://zionverden.wordpress.com/2009/11/08/predigt-am-drittletzten-sonntag-im-kirchenjahr-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</link>
<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 07:49:21 +0000</pubDate>
<dc:creator>Christoph Barnbrock</dc:creator>
<guid>http://zionverden.wordpress.com/2009/11/08/predigt-am-drittletzten-sonntag-im-kirchenjahr-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</guid>
<description><![CDATA[Lk 17,20-30 (2009) &#8211; Drittletzter So. im Kirchenjahr]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://zionverden.wordpress.com/files/2009/11/lk-1720-30-2009-drittletzter-so-im-kirchenjahr.doc">Lk 17,20-30 (2009) &#8211; Drittletzter So. im Kirchenjahr</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kanzeltausch am 8. November]]></title>
<link>http://lutherkirche.wordpress.com/2009/11/03/kanzeltausch-am-8-november/</link>
<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 14:46:42 +0000</pubDate>
<dc:creator>zistock</dc:creator>
<guid>http://lutherkirche.wordpress.com/2009/11/03/kanzeltausch-am-8-november/</guid>
<description><![CDATA[Dazu kann man auf der Seite der Mecklenburgischen Kirche lesen: Als Zeichen der innerdeutschen Verbu]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Dazu kann man auf der <a href="http://www.kirche-mv.de/ELLM-Kanzeltausch.16227.0.html">Seite</a> der Mecklenburgischen Kirche lesen: <span style="font-family:Arial,Helvetica,sans-serif;color:black;">Als Zeichen der innerdeutschen Verbundenheit tauschen Theologen der Evangelischen Kirchen am 8. November – 20 Jahre nach der Öffnung der Berliner Mauer – die Kanzeln oder besser gesagt ihren Predigtdienst. Ein solcher Kanzeltausch verdeutlicht, „was die besondere Beziehung zwischen evangelischen Gemeinden in Ost und West für das wechselseitige Verstehen, die geistliche Gemeinschaft, die praktische Hilfe und auch für die Vorbereitung der deutschen Einheit bewirkt hat“, heißt es in einem Aufruf der Bischöfe der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).</span></p>
<p><span style="font-family:Arial,Helvetica,sans-serif;color:black;">Wir machen mit: </span><strong><span style="font-family:Arial,Helvetica,sans-serif;color:black;">In Camin wird um 16 Uhr ein Familiengottesdienst gefeiert, den Pastor Rode Zimmermann-Stock aus Westerrönfeld (Rendsburg-Eckernförde) zusammen mit Gemeindepädagogin Ingrid Hoyer und Propst Tim Anders gestalten. Am Morgen um 10 Uhr werden Pastor Rode Zimmermann-Stock (Liturgie) und Propst Tim Anders (Predigt) gemeinsam einen Gottesdienst in Westerrönfeld feiern.</span></strong></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Predigt für den 21. Sonntag nach Trinitatis (2009) - Pastor Dr. Christoph Barnbrock]]></title>
<link>http://zionverden.wordpress.com/2009/11/01/predigt-fur-den-21-sonntag-nach-trinitatis-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</link>
<pubDate>Sun, 01 Nov 2009 08:03:01 +0000</pubDate>
<dc:creator>Christoph Barnbrock</dc:creator>
<guid>http://zionverden.wordpress.com/2009/11/01/predigt-fur-den-21-sonntag-nach-trinitatis-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</guid>
<description><![CDATA[Mt 5,38-48 (2009) &#8211; 21. So. n. Trin.]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://zionverden.wordpress.com/files/2009/11/mt-538-48-2009-21-so-n-trin.doc">Mt 5,38-48 (2009) &#8211; 21. So. n. Trin.</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Reformationstag 2009]]></title>
<link>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/31/515/</link>
<pubDate>Sat, 31 Oct 2009 10:23:35 +0000</pubDate>
<dc:creator>evazahna</dc:creator>
<guid>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/31/515/</guid>
<description><![CDATA[Glücklich seid, wenn sie euch schmähen Folgt mir in die Zeit, als wir noch Kinder waren! Ganz versun]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>Glücklich seid, wenn sie euch schmähen</strong><strong><br />
</strong><br />
Folgt mir in die Zeit, als wir noch Kinder waren! Ganz versunken spielten wir stundenlang im Sand. Wir buken Sandkuchen. Kleine Plastikförmchen mit feuchtem Sand zu füllen, o Glück! Umdrehen – und zack! Ein neuer Kuchen war fertig. Der Rausch der Vervielfältigung kam erst zum Ende, wenn die Umrandung des Sandkastens von Kuchen bedeckt war. manchmal haben wir vor Begeisterung auch so getan, als ob wir den Kuchen äßen.</p>
<p>Von der Kuchenform zum Reformhaus. In der Mitte des 19.Jahrhunderts beginnt und vollendet sich spätestens nach dem großen Krieg 1914-18 und der untergegangenen Kaiserzeit die große Suche ohne Scheu nach Ursachen und Wirkung falscher Lebens- und falscher Denkformen.<br />
Viele uns heute selbstverständlich, andere wieder seltsam, anmutenden Interessenverbände sind damals entstanden, welche zu eng gewordene Lebensformen sprengten. Wanderfreunde, Nudisten, Vegetarier, Christengemeinschaft usw. Man suchte aus den festen Formen auszusteigen und dir ursprüngliche Form zu finden – oder dieselbe sich erst einmal zu geben.<br />
Es sind sympathische Leute, die man in Reformhäusern trifft. Man führt mit ihnen lange – aber gute Gespräche. Sie neigen zu Kindergärten in freier Trägerschaft und Ersatzschulen. Und lesen die anderen Bücher.</p>
<p>Vom Reformhaus zur Reformation. Reformation nennt man jenen Prozeß in Europa, in dem sich einige Länder von der Bevormundung der Kirche losmachen konnten und infolgedessen der fragende und wagende Geist sich nicht nur in wenigen Einzelnen zu zeigen wagte, sondern nunmehr sozusagen die Massen ergriff und eine Großmutation im Bereich des religiös bisher Üblichen auslöste.<br />
Und man gab sich selbst die Zustimmung zu dem Zerschlagen der alten Form, indem man historisch zurückschaute und die Urformen des wirklich Religiösen (wie wir heute sagen würden) im Wort der Bibel erblicken wollte und – eben deshalb natürlich auch erblickte.<br />
Von der Reformation zur Revolution. Reformation und Revolution – diese beiden Worte beschreiben die große Grauzone einer stets fließenden Veränderung, in welcher sich das Soziale vollzieht. Während die Reformation gerade noch die Form zu wahren scheint, wird sie von der Revolution (meist sogar bewußt) zerschlagen.<br />
Reformatoren und Revolutionäre sind nötig – aber sie sind unruhige Geister. Sind unruhig, weil sie (oft stellvertretend für ihre lethargischen Zeitgenossen) die Enge der Form besonders stark spüren und darunter leiden.<br />
Wir müssen wissen, daß diese Leute sich mit der Form, in der sie stecken, identifizieren. Und wenn sie ihr Leid loswerden wollen, müssen sie natürlich diese Form sprengen. Sie können nicht einfach aussteigen, – so sehr sind sie mit der Form verwachsen! Es sind wirklich irgendwie tatsächlich Selbstbetroffene, es sind Leidende, es sind Verängstigte – die sich anders nicht mehr zu helfen wissen.<br />
Deshalb zerschmettern sie die hohlgewordenen Formen. Sie stürzen Denkmäler vom Sockel, sie lehnen sich auf gegen Fürsten, Kirche, Teufel und Gott – es sind Getriebene. Wer möchte in ihrer Haut stecken – nicht einen Tag und nicht eine Nacht lang, die sie sich mit den Formen herumschlagen, deren Gefangene sie wurden!</p>
<p>Solange Menschen an Formen bauen, in welchen das Leben laufen soll, solange es Menschen gibt, die Gesetze brauchen – solange wird es auch solche Menschen geben, die die auf diese Weise entstehenden Grenzen hinterfragen und ablehnen oder zerstören.<br />
Ihnen gehört selten unsere Sympathie, aber wir können versuchen, sie zu verstehen. Wir können sogar noch einen Schritt weitergehen: Wir können ihren Schmerz achten, der sie dazu treibt, den Hammer oder die Sprayflasche zu schwingen, – um ihrer Suche nach anderen Formen eine Form zu geben, die Beachtung findet, und dieses sozusagen vorwegnehmend zu feiern.</p>
<p>Vom Reformationstag zu mir selbst – und zu Euch! Am Reformationstag 2009 können wir natürlich nach Wittenberg, Eisenach oder Eisleben fahren und einmal mehr einer Lutherstätte unseren Besuch abstatten. Denn auch der arme Bruder Martin verdiente sich, ob er nun will oder nicht, mit seinen Hammerschlägen an der Thesentür unsere Aufmerksamkeit:<br />
„Armer katholischer Mönch, wie du leiden mußtest! Und welcher Wahnsinn zugleich ist mit der evangelischen Befreiung, die du gebracht haben wolltest, für diese eigentlich unschuldige Welt erneuert worden.<br />
Nicht nur das arme Hänschen, sondern auch alle nach deinem Sohn, welche deinen Katechismus lernen mußten – und die dieses Bekenntniswerk gerade nicht als Befreiung, sondern nur als neu verfugte Grundmauern eines geistig wenig komfortablen Kerkers empfinden mußten. Wie ironisch ist die Geschichte des Geistes und der religiösen Ideen nicht gerade den Reformern und Revolutionären gegenüber stets gewesen …<br />
Aber jeder von uns stelle sich die Frage, wann ist für mich Reform angesagt, meinetwegen auch Revolution. Und wo war dann dieses mein Re-Agieren doch nur Re-Gression? Und wann ist es wirklich Re-Aktion?</p>
<p>Viele wollen gern meinen, es bestünde heutigentags ein zunehmendes Interesse am Religiösen (z.B. Huber). Andere sagen (z.B. Sloterdijk) eine solche Beobachtung sei völlig aus der Luft gegriffen. Wie dem auch sei: Seit einiger Zeit kommen auch hier im Osten am Abend dieses Tages zumindest die kleinen verkleideten Geister an unsere Türen. All Hallow´s Even. Aller Heiligen Abend. Heiligendämmerung? Ja, wenn es so wäre! Sie kommen ja nicht als Gebende, sondern als Fordernde, – die Geister der Vergangenheit, die untoten Muster des von der Angst gesteuerten Quasieligiösen. Das alte Thema.<br />
Hinter der grausamen Maske verschleiert sich lustig das doch Grausame: „Dient uns“ sagen sie: „Gebt uns von der Süße eures Lebens! Oder – es gibt Saures.“ Und lachend kaufen wir uns frei – und sollten dabei merken, wie der Verdienstgedanke auch hier sein Spiel treibt, – der ist offenbar nicht so leicht auszurotten … Für ein Jahr lang haben wir nun Ruhe. Aber von Zeit zu Zeit kommen sie wieder: „Du mußt dem Toten dienen und bist ihm etwas schuldig!“ Das ist die ins Religiöse übersetzte Botschaft des säkularen Halloweenspektakels.<br />
Die Faszination der Zwänge, welche von dem Nichtsichtbaren und deshalb Nichtgreifbaren ausgeht (und sich schon seit eh und je im Totenkult sein überzeugendstes Szenario schuf), hat auch die kirchen-ausgetretenen oder -niegewesenen Zeitgenossen längst ergriffen und erfüllt sie mit überzeugendem Grausen.</p>
<p>„Müßtest auch du nicht ein bisschen den Toten dienen?“ ist die leide Frage des Halloweenevent – und die Nacht, in der sich das alles vollzieht ist ja bekanntlich der Verbündete einer unordentlichen Mystik. Die hält sich gut versteckt im spaßigen Ritual, welchem mittlerweile auch AWO-Kindergärten folgen müssen, – weil die Eltern es fordern! Aber das nur nebenbei – und man muß es auch nicht zu ernst nehmen, wenn man weniger sensibel ist …</p>
<p>Jedenfalls: Alle Gestalten des Religiösen bedürfen von Zeit zu Zeit eines Hammers, der auf die Form schlägt. Klingt sie noch hell? Oder ist sie nur noch ein dumpfes Relikt, das einfach ehrfurchtsvoll zum letzten Mal getragen werden muß – hin zum Grabe. Und brauchen wir wirklich das, was man Form nennt – und wie sähe es aus?</p>
<p>Zurück in den Sandkasten! Was durch Formen entsteht sind immer: Kopien. Die Kopie der Kopie der Kopie der Kopie …<br />
Kopien sind sich alle gleich. Es gibt aber Menschenkinder, die ohne Formen neue Figuren gestalten. Sie sitzen am Rand des Sandkastens und haben keine Förmchen mehr abgekriegt. Und sie wollten auch nicht darum kriegen. Sie formen mit bloßen Händen – neue Figuren ohne alte Formen. Die wollen wir beobachten! Denen gilt unsere Aufmerksamkeit. Die sind – wenn es denn so etwas überhaupt geben darf – Vorbilder!</p>
<p>Amen.</p>
<p><em>(Matthias Schollmeyer Pfarrer in Zahna</em></p>
<p><em>Gottesdienst Bülzig 31.10.2009 / 10.00 Uhr)</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Predigt für den 20. Sonntag nach Trinitatis (2009) - Pastor Dr. Christoph Barnbrock]]></title>
<link>http://zionverden.wordpress.com/2009/10/28/predigt-fur-den-20-sonntag-nach-trinitatis-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</link>
<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 08:14:56 +0000</pubDate>
<dc:creator>Christoph Barnbrock</dc:creator>
<guid>http://zionverden.wordpress.com/2009/10/28/predigt-fur-den-20-sonntag-nach-trinitatis-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</guid>
<description><![CDATA[Mk 10,2-16 (2009) &#8211; 20. So. n. Trin.]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://zionverden.wordpress.com/files/2009/10/mk-102-16-2009-20-so-n-trin.doc">Mk 10,2-16 (2009) &#8211; 20. So. n. Trin.</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Ehescheidung Markus 10,2-16]]></title>
<link>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/25/ehescheidung-markus-102-16/</link>
<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 20:52:41 +0000</pubDate>
<dc:creator>evazahna</dc:creator>
<guid>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/25/ehescheidung-markus-102-16/</guid>
<description><![CDATA[20.Sonntag nach Trinitatis 25.10.2009 / Markus 10, 2-16 VON DER ENTSCHEIDUNG ÜBER DIE EHESCHEIDUNG E]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><h2 style="font-family:Georgia, Verdana, Arial, serif;font-size:1.4em;letter-spacing:1px;font-weight:normal;margin:1em 0 0;padding:0;">20.Sonntag nach Trinitatis 25.10.2009 / Markus 10, 2-16</h2>
<h2 style="font-family:Georgia, Verdana, Arial, serif;font-size:1.4em;letter-spacing:1px;font-weight:normal;margin:1em 0 0;padding:0;">VON DER ENTSCHEIDUNG ÜBER DIE EHESCHEIDUNG</h2>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Es gelang nur diesen einen Zettel zu aus dem brennenden Haus der Gedanken zu  retten. Du ranntest, als schon alles bereits in lichterloher Flackerei stand, durch die Bibliotheken und Auditorien, in denen Du oft gesessen hattest – um weisen Vorträgen zu lauschen. Katheder und Bänke, an denen Du deine Mitschriften getätigt, knisterten und waren meistenteils schon Raub der Flamme geworden.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Immer wieder fiel Dein Blick auf dieses Stück Papier, das noch kein Buch geworden war, &#8211; und das noch keine Signatur erhalten hatte für die Welt des hochgelehrten Geistes. Auch zu dünn, um gebunden zu werden – war ja nur ein einziges Blatt. Es würde nie einen Platz der Welt der knackenden Regale finden, denn an denselben labten sich züngelnde Flämmchen in großer Zahl. Das Blatt lag am Boden. Alle die vor Dir bereits aus dem Haus der verbrennenden Gedanken geflohen waren,waren zugleich über diesen Bogen Papier getrampelt und hatten ihn festgetreten. Das Löschwasser der inzwischen herangeeilten Feuerwehr hatte das Blatt völlig durchnäßt; durch die vielen Tritte war es platt an den Boden gepreßt worden und konnte sich deswegen wohl nicht entzünden.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Als nun in der letzten Ecke des Büchersaales auch die Gesetzeswerke der verschiedensten religiösen Fanatiker Opfer der leckenden Lohe wurden – ach, wie sich die schweinsledernden Bände seufzend streckten und leise rauschend entspannten in der sie erlösenden Brunst -, da ergriffst Du (ich weiß nicht warum), da rafftest Du, da klaubtest Du im letzten Moment das durchnäßte Blatt vom feuchten Boden auf und trugst es am heftig klopfenden Busen davon.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Die Bibliothek brannte in jener Nacht vollständig bis auf die Grundmauern nieder.  Das Übergreifen des sprühenden Feuerwerks auf die benachbarten Häuser der Menschen konnte, Gott sei Dank, verhindert werden. Denn die Menschen waren so klug, nicht in das Feuer zu spritzen, – sondern auf ihre unschuldigen Häuserdächer den Strahl der Pumpen zu richten.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Da die Menschen nach dem Brande aber immer noch dieselben waren, – wenn auch ein wenig verändert schon …, hörten sie auch am anderen Morgen nicht auf zu fragen: „Ist es erlaubt?“ Und: „ist es nicht erlaubt dieses zu tun und jenes zu lassen?“</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Mit großer Kraft hatte die Feuersbrunst Gesetzeswerke und Vorschriften aller Lehrer und ihrer Lehren zunichte gemacht. Das schlimme Leuchten, das dabei geschehen war und, daß man so gar nichts dagegen hatte tun können, das Rennen und Laufen mit all dem Geschrei – auch der Kampf des eiskalten Feuerwehrwassers mit der Wahnsinnshitze der lange nachglimmenden Bücherglut hatten irgendwie aber doch das Gedächtnis der Menschen berührt, gereinigt und geläutert.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Da standen sie alle: Männer und Frauen, Kinder und Greise, Gläubige und Ungläubige, Analphabeten und Bildungsideoten, Alkoholiker und Abstinenzler, Homosexuelle und Heteros, Reiche und Arme, Geschiedene und Zusammenbleibler, Singels und glücklich Verheiratete, Zölibatere und Patchworker – da standen sie still und betreten vor den qualmenden Trümmern dessen, was einmal eine wohl geordnete Bibliothek des Geistes gewesen war, die Rat gespendet und zu Tat (bzw. Untat)  geleitet hatte – über Jahrhunderte hin.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Nur noch ein Blatt war übriggeblieben, – ein einziges Blatt Papier. Du hattest es gerettet. Dir kommt Ehre und Preis und Ruhm zu, mein Freund!</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Es handelte sich bei dem Text, der auf dem Papier trotz Ramponage eindeutig noch gut zu entziffern war, um eine (manchen vielleicht unorthodox) anmutende Meditation. Darin wurde die Kunst der Liebe in zwölf  Strophen behandelt. Ironischerweise  dreht sich  in dem aus dem Feuer geretteten Text alles um das Feuer der Liebe! Es geht nicht um das Gesetz, – aber darum war es ja eigentlich wirklich nie  gegangen. Es ist in der Geschichte des Geistes nie um etwas anderes als um die verhinderte oder glückende Liebe gegangen. Nur die, welche Liebe nicht kannten, oder nie finden durften, haben eigene  Gesetz mit der Liebe verwechselt. Besonders jene, die niemanden liebten, und deshalb meinten, sie liebten Gott!</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Du aber hast ja das gerettete Blatt – den Scheidebrief für eine (Gott sei Dank) untergegangene gerettete Kultur der liebenden Scheidung bzw. der scheidenden Liebe. Wie oft hast Du Dich schon in die beiden Meditationen vertieft: Die Hochzeitsmeditation und die Scheidungsmeditation. Es geht in jeder Strophe dreimal um Liebe. Das ist zwölf mal drei also sechsunddreißigmal. Die Zahl der Gerechtigkeit.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Der Text aber, den Du den Flammen entrissest, ist folgender. Doch, – bevor Du ihn liest, halte ein. Werde still. Und mache am Ende nicht wieder ein Gesetz daraus!</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">-</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;"><strong><span style="text-decoration:underline;margin:0;padding:0;">FLAMMAE FLORILEGIUM</span></strong></p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;"><em>Kleine Hochzeitsmeditation                          [page one]</em></p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">-</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Jesus <strong><em>liebt </em></strong>Maria Magdalena.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Maria Magdalena <strong><em>liebt</em></strong> Jesus.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Deshalb werden sie vielleicht heiraten.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Die <strong><em>Liebe</em></strong> ist der Grund dafür.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">-</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Maria Magdalena <strong><em>liebt</em></strong> Jesus.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Jesus <strong><em>liebt</em></strong> Maria Magdalena.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Sie brauchen also nicht zu heiraten.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Denn wirkliche <strong><em>Liebe</em></strong> hat Bestand.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">-</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Maria Magdalena <strong><em>liebt</em></strong> Jesus nicht.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Jesus<strong> <em>liebt</em></strong> auch Maria Magdalena nicht.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Werden sie trotzdem heiraten?</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Groß ist die Ehrfurcht vor der Kraft der <strong><em>Liebe</em></strong></p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">-</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Jesus<strong> <em>liebt</em></strong> Maria Magdalena nicht.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Maria Magdalena<strong> <em>liebt</em></strong> Jesus nicht.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Beide sollten nach Möglichkeit nicht heiraten.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Mit der<strong> <em>Liebe</em></strong> treibt man keinen Mutwillen.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">-</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Maria Magdalena<strong> <em>liebt</em></strong> Jesus.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Aber Jesus <strong><em>liebt</em> </strong>nicht Maria Magdalena.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Sollten sie also heiraten?</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Denn die<strong> <em>Liebe</em></strong> wird nicht erwidert.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">-</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Jesus <strong><em>liebt</em> </strong>Maria Magdalena.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Maria Magdalena aber <strong><em>liebt</em></strong> einen anderen.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Warum haben sie trotzdem geheiratet?</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Wussten sie nichts von der<strong> <em>Liebe</em></strong>?</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">-</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;"><em>Kleine Scheidungsmeditation                           [versus]</em></p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">-</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Jesus <strong><em>liebt</em></strong> Maria Magdalena nicht.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Maria Magdalena aber <strong><em>liebt</em> </strong>Jesus!</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Sie will nimmer von ihm scheiden.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Denn ihre <strong><em>Liebe</em></strong> ist groß.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">-</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Maria Magdalena<strong> <em>liebt</em></strong> Jesus nicht.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Jesus jedoch<strong> <em>liebt</em></strong> Maria Madgdalena.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Er wird sich deshalb scheiden lassen.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">So groß ist seine <strong><em>Liebe</em></strong> zu ihr.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">-</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Jesus<strong> <em>liebt</em></strong> Maria Magdalena nicht.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Maria Magdalena <strong><em>liebt</em></strong> Jesus nicht.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Deshalb haben sie sich scheiden lassen.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;"><strong><em>Liebe</em></strong> will keinen Falsch …</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">-</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Maria Magdalena <strong><em>liebt</em></strong> Jesus nicht.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Jesus<strong> <em>liebt</em></strong> Maria Magdalena nicht.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Wenn sie verheiratet wären,</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">würden sie sich scheiden müssen.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Denn sie suchen noch die<strong> <em>Liebe</em></strong>.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">-</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Jesus <strong><em>liebt</em></strong> Maria Magdalena.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Maria Magdalena <strong><em>liebt</em></strong> Jesus.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Warum sollten sie sich scheiden lassen?</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Anders wär´s, wenn sie sich nicht <strong><em>liebten</em></strong>!</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">-</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Maria Magdalena <strong><em>liebt</em></strong> Jesus.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Und Jesus <strong><em>liebt</em></strong> seine Maria Magdalena so sehr!</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Deshalb wäre eine Scheidung wirklich irrsinnig!</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">Scheidung ist nur, wo <strong><em>Liebe</em></strong> längst sich schied.</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;">-</p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;"><em>Matthias Schollmeyer</em></p>
<p style="line-height:1.6em;margin:.7em 0;padding:0;"><em>Pfarrer in Zahna</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Predigt für den 19. Sonntag nach Trinitatis (2009) - Pastor Dr. Christoph Barnbrock]]></title>
<link>http://zionverden.wordpress.com/2009/10/18/predigt-fur-den-19-sonntag-nach-trinitatis-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</link>
<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 06:39:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>Christoph Barnbrock</dc:creator>
<guid>http://zionverden.wordpress.com/2009/10/18/predigt-fur-den-19-sonntag-nach-trinitatis-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</guid>
<description><![CDATA[Mk 2,1-12 (2009) &#8211; 19. So. n. Trin.]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://zionverden.wordpress.com/files/2009/10/mk-21-12-2009-19-so-n-trin.doc">Mk 2,1-12 (2009) &#8211; 19. So. n. Trin.</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der eigene Weg]]></title>
<link>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/14/der-eigene-weg/</link>
<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 19:53:54 +0000</pubDate>
<dc:creator>evazahna</dc:creator>
<guid>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/14/der-eigene-weg/</guid>
<description><![CDATA[Vom eigenen Weg Er wird morgen zweihunderteinundzwanzig Jahre alt! Der große kleine Mann und Philoso]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><span style="text-decoration:underline;">Vom eigenen Weg</span></p>
<p>Er wird morgen zweihunderteinundzwanzig Jahre alt! Der große kleine Mann und Philosoph. Arthur Schopenhauer. Von seinen Schülern gefragt, wo er einmal wolle begraben sein, pflegte er zu antworten: „Egal, &#8211; man wird mich finden!“ Der Königsberger Denker Immanuel Kant war sein großes Vorbild, während ihn mit dem Berliner Modephilosophen der Zeit Friedrich Wilhelm Hegel nur erbitterte Gegnerschaft verband. Schopenhauer pflegte seine eigenen Vorlesungen damals zeitgenau auf die Stunden zu legen, in denen auch Hegel dozierte. Um den Preis, dass er deshalb selbst mit nur zwei oder drei Hörern im Colleg saß. Das kümmerte ihn aber nicht. Er ging seinen Weg. Von ihm stammen so wunderbare Bücher wie: „Die Welt als Wille und Vorstellung“, und „Über die anscheinende Absichtlichkeit im Schicksale des Einzelnen“. Er liebte die Musik und hatte einen Pudel, den er mit Namen „<em>Atman“</em> rief, welches Sanskritwort man im Deutschen am besten durch <em>„Weltseele“ </em>wiedergibt. Schopenhauer hatte ja schon längst Ausflüge geistiger Art nach Indien gemacht, wo man nicht aufhört zu behaupten, dass das Leben ein Leiden sei &#8211; und dass es deshalb darauf ankomme, den Willen zum Leiden zu vermeiden. Problematische Gedanken &#8230;</p>
<p>Was hat das alles mit dem Herrn Jesus zu tun? Viel! Denn Jesus, so wird uns morgen der Predigttext des Sonntags vorschlagen, wäre auch ein Mann, der unbeirrbar seinen Weg ging. Sowohl im Denken als auch im Handeln. <em>„Ermüdet steh ich jetzt am Ziel der Bahn, / Das matte Haupt kann kaum den Lorbeer tragen: / Doch blick´ ich froh auf das, was ich getan, / Stets unbeirrt durch das, was andre sagen.“</em> So hat es Schopenhauer 1856 am Ende seines Lebens formuliert, als er gerade noch den beginnenden Ruhm seiner Bücher und Schriften miterleben durfte. Die Meinungen Jesu sind gewöhnlich prosaischer überliefert worden. Einmal wird er gefragt, warum er denn unbedingt immer wieder in die gefährliche heilige Stadt gehen wolle. Jesus antwortet darauf: <em>„Es ist wohl so, dass ein Menschenkind, wenn es seiner Aufgabe folgt, sich an dem eigenen Leiden nicht vorbeimogeln kann“.</em> In diesem Sinne haben der kauzige Philosoph aus Danzig und der Nazarener Rabbi Entscheidendes miteinander zu tun. Schopenhauer schätzte übrigens Jesus sehr. Denn alle wirklich Großen schätzen die noch Größeren. Wir sollen keine Größen nachäffen, aber wir könnten probieren, die Verantwortung für den eigenen Weg selber zu übernehmen. Das ist sehr karg formuliert. Vielleicht gerade das, was man unter religionslosen Bedingungen „Nachfolge Christi“ nennen möchte.</p>
<p>Matthias Schollmeyer (Bülzig)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Christus und die Götter]]></title>
<link>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/14/christus-und-die-gotter/</link>
<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 19:53:02 +0000</pubDate>
<dc:creator>evazahna</dc:creator>
<guid>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/14/christus-und-die-gotter/</guid>
<description><![CDATA[CHRISTUS UND DIE GÖTTER Das Leipziger „Museum für bildende Künste“ hat in mehreren Jahren und mit vi]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>CHRISTUS UND DIE GÖTTER</p>
<p>Das Leipziger „Museum für bildende Künste“ hat in mehreren Jahren und mit viel Geld Max Klingers Gemälde „Christus im Olymp“ restauriert. Seit dem 18.Dezember 2008 kann man nun endlich wieder betrachten, wie der mit einem goldenen Gewand bekleidete Christus den Olymp (Wohnsitz der alten Götter) besucht. Vier bekleidete schön und ernst blickende Frauen (die Kardinaltugenden) tragen ihm das Kreuz nach – Zeichen eines durch Schicksal bezwungenen Leidens. Die Furien fliehen, die antiken Göttinnen Athene, Artemis und Aphrodite gehen nackt in den Hintergrund. Zeus (der Göttervater) scheint in den steinernen Thron zurückweichen zu wollen. Die ganze Gesellschaft scheint nicht wirklich erfreut zu sein  &#8211; über den bekleideten Gast.</p>
<p>Nur eine einzige Gestalt scheint von der Gegenwart Christi zu profitieren: Psyche, die nackte Seele. Klinger hat sie so gemalt, wie es ihr oft ums Herz ist. Sie wirft sich nieder und fleht um Befreiung von der verfluchten Bindung. Eros alias Cupido alias Amor, dem sie ihr Leben weihen mußte. Ein blaues Band (wunderschön von Klinger gemalt) verbindet nicht nur, sondern fesselt ihre Seele mit ihm. „Befreie mich“!</p>
<p>Christus kommt also zu den Göttern und befreit dort die Seele von ihren göttlichen Fesseln. Spätestens seit diesem Monumentalgemälde, dass als Dauerleihgabe des katholischen Wien bei uns im sächsischen Leipzig zu sehen ist, hat sich die gedankenlose Rede von den „religiös gebundenen Christen“ als Gedankenlosigkeit überlebt. Da ist ja niemand gebunden. Im Gegenteil: Die Gegenwart Christi befreit von Fesseln – besonders von den religiösen.</p>
<p>Ein anderes großartiges Bild ist, wie nun auch der Olymp seinerseits zu Christus kam. Und zwar in den Stall seiner Geburt. Von den alten Planetengöttern geleitet, die auf Klingers Altargemälde zu sehen sind, kommen mehrere astrologisch ambitionierte „Könige“ aus dem Kompetenzzentrum der Sternenmagie zu dem Jesusknaben. Und so kommen auch sie mit ihrer Seele von allen alten Bindungen los. Sie lassen Gold, Weihrauch und Myrrhe zurück. Die drei Weisen neigen sich vor dem nackten Gotteskind. Die beiden Szenen korrespondieren miteinander. Die Götter im Stall / Christus im Olymp.</p>
<p>„Ihr habt mich damals doch besuchen lassen, als ich geboren ward! Nun komme ich selber zu euch, da ich erwachsen bin, euch zu erlösen – wenn ihr es wollt!“ Es ist sehr anrührend, wie die alte Welt des suchenden Heidentums von Christus gefunden und dadurch gewürdigt wird. Und wie die greisen magischen Könige im Stall einer jüdischen Herberge ihre imaginäre Welt des Schönen wirklich realisiert finden – und den Schein stehen lassen. Ganz ohne Zwang, nicht durch einen Tag des Zorns, nicht durch List. Der Anblick des nackten Lebens bedeutet ihnen mehr als Macht (Gold), Priesterlichkeit (Weihrauch) und Heilkunst (Myrrhe). Sie werden von den Begierden nach großer Bedeutung frei. Ihre Seele löst die blaue Fessel. Und sie kehren nach dem Besuch anders wieder zurück. Das ist das Thema der Epiphanias-Zeit. Das Göttliche erscheint – und befreit von falschen Bindungen an Fesseln.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Vom inneren Kind]]></title>
<link>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/14/vom-inneren-kind/</link>
<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 19:51:34 +0000</pubDate>
<dc:creator>evazahna</dc:creator>
<guid>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/14/vom-inneren-kind/</guid>
<description><![CDATA[Wort zum Sonntag (27./.28.Dezember 2008) Alle drei Sekunden stirbt auf der Welt ein Kind. Vielleicht]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><span style="text-decoration:underline;">Wort zum Sonntag (27./.28.Dezember 2008)</span></p>
<p><span style="text-decoration:underline;"> </span></p>
<p>Alle drei Sekunden stirbt auf der Welt ein Kind. Vielleicht ist diese Zahl falsch, wie so viele Zahlen. Ist es eben nur alle drei Minuten. Irgendwo und irgendwie. Kind – und  unschuldig! Wie könnten denn auch kleine Kinder an irgendetwas schuld sein?</p>
<p>Der Vater, der seinen Jungen anbrüllt: „Du Idiot!“ Die Mutter, die ihre Tochter kränkt: „Du Kamel!“ Die Lehrerin, die das Schlüsselbund pfeffert. Dieses alles hinterließ tiefe Seelenwunden, über die wir heute noch lachend weinen &#8211; oder weinend lachen? Oft haben wir es – vergessen. Unschuldige Kindlein. Die Kirche hat für sie alle einen Tag ausgesucht. Morgen. Der 28. Dezember &#8211; seit vielen, vielen 100 Jahren.</p>
<p>Raffael, der Maler, hat sie alle gemalt als goldenen lächelnden Hintergrund der sixtinischen Madonna. Da steht sie, die schöne Kindsmutter in der Fülle ihrer Fraulichkeit und trägt den Knaben auf dem linken Arm, es könnte prinzipiell auch ein Mädchen sein – weil ja mit ihrem Kind das Urbild des Menschen und Ebenbild Gottes gemeint ist. Unten im Bild lümmeln sich zwei Engel herum. Der eine knaupelt an den Fingernägeln, der andere zieht einen Flunsch. Dahinter, &#8211; Millionen von blassen und goldenen Kindergesichtern. Es sind jene Kinder, die irgendein kleiner König Herodes (selber einmal ein Kind gewesen, wie z.B. Adolf Hitler!) der Legende nach hat ermorden lassen. Er fürchtete ganz zu Recht, seine Herrschaft (die auf Angst aufgebaut war, auf Macht, Korruption, Gewalt und Geld) würde von den unschuldigen Kindern enttarnt werden. Wie recht er doch hatte. Er war eben ein kluger Politiker. Alle Klugen wissen um die Kraft der unkorrumpierbaren Unschuld &#8230;</p>
<p>Das innere Kind in uns weiß nämlich alles, fürchtet sich nicht, braucht aber unsere Hilfe. Innerhalb der „esoterischen“ frei vagabundierenden Religiosität unserer Zeitgenossenschaft, spricht und schreibt man im Anschluss an die alten Schriften und die Überlegungen neuzeitlicher genialer Theologen (wie z.B. Eugen Drewermann) viel vom sogenannten inneren Kind, das jeder in sich trägt, wie die Madonna in der sixtinischen Kapelle. Jenem geprügelten und gedemütigten und trotzdem strahlenden und lachenden Ebenbild Gottes! An jedem Bahnhofskiosk kann man solche Bücher kaufen: Das innere und unschuldige Kind. An dieser Rede vom inneren Kind ist der berühmte Funken Wahrheit dran, der die christliche Botschaft entzünden könnte. Oder anders, die christliche Botschaft entzündet das Fünkchen Wahrheit, das in jedem von uns glimmt:</p>
<p>„Wenn du ein Kind siehst (etwa 0,001 bis 21 Jahre), sage etwas Gutes über das Leben! Nicht soviel schenken! Gutes sagen – und das Kind ermutigen! Alle 3 Stunden mindestens einmal.</p>
<p><em>Pfarrer M.Schollmeyer (Woltersdorf)</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Salz und Licht]]></title>
<link>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/14/salz-und-licht/</link>
<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 19:49:15 +0000</pubDate>
<dc:creator>evazahna</dc:creator>
<guid>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/14/salz-und-licht/</guid>
<description><![CDATA[8.Sonntag nach Trinitatis &#8220;Ihr seid das Salz der Erde&#8221; Liebe Gemeinde, Jesaja prophezeit]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><span style="text-decoration:underline;">8.Sonntag nach Trinitatis &#8220;Ihr seid das Salz der Erde&#8221;</span></p>
<p>Liebe Gemeinde,</p>
<p><em>Jesaja </em>prophezeit, wir würden einmal einen hohen Berg emporsteigen müssen: &#8220;Kommt, laßt uns auf den Berg des HERRN steigen!&#8221; (Jesaja 2,3). Das ist die alttestamentliche Lesung für den heutigen Sonntag.</p>
<p><em>Paulus</em> seinerseits schreibt vom Dienst der einzelnen Glieder in einem Verband: &#8220;Gebt nun eure Glieder hin an den Dienst der Gerechtigkeit&#8221; (Römer 6,9c). Das ist der Predigttext.</p>
<p><em>Jesus</em> dichtet: &#8220;Ihr seid das Salz / ihr seid wie Licht&#8221; (Matthäus 5). Das ist die gute Nachricht.</p>
<p>Und <em>wir</em>? Wir werden jetzt diese Verse wie die Teile eines Puzzles zusammenfügen und uns daran erfreuen, dass sie zusammen gehören &#8211; und wie sie sich aneinander zum Sinn ergänzen.</p>
<p>Wann immer wir einen Berg besteigen &#8211; wir könnten uns dabei die Idee des italienischen Dichters Dante Alighieri durch den Sinn gehen lassen: Die Idee vom Läuterungsberg. Durch den Sinn gehen lassen heißt für mich, es sehen, schmecken, hören, riechen, betasten und fühlen. Sehen Sie dort hinten im Nebel den Läuterungsberg?</p>
<p>Läuterung ist eine enorm wichtige Sache und eine nötige Angelegenheit, die in ihrer Wirkung für den Einzelnen und die ganze Welt nicht hoch genug veranschlagt werden kann. Leute, lassen wir uns läutern!</p>
<p>Nicht wahr, wenn man einen Berg erklimmt, dann wird die Luft immer klarer und reiner, die Sicht wird weiter, die Geräusche beginnen nach und nach zu verstummen. Schließlich hört man nur noch das eigene Atmen und den eigenen Schritt. Das Rauschen des Windes und des eigenen Blutes in den Ohren gesellt sich dazu. Der Ruf eines Adlers mischt sich ein und das Pfeifen des unsichtbaren Murmeltiers. Alles wird klarer und zugleich wird das Leben umso schwieriger, je höher wir steigen.</p>
<p>Das alles zu erläutern, wie ich es gerade tue, ist nicht nötig &#8211; jedem wird es einleuchten: Obwohl das Leben dort, wo sich alles läutert, erst einmal beschwerlicher ist, wissen wir doch, dass wir dort auch gerne sind, gern auf den Läuterungsberg steigen.</p>
<p>Der Dichter Dante beschreibt sich und uns eine imaginäre Reise, die er &#8220;göttliche Komödie&#8221; nennt. Der Reiseweg führt zuerst hinab ins Inferno. Wenn Sie so wollen: In die sogenannte Hölle, &#8211; und danach aber in die Welt des Elysiums &#8211; in das Paradies könnte man auch sagen. Dazwischen aber liegt  e r,  der Läuterungsberg und der mühsame Aufstieg.</p>
<p>Ich möchte unser Leben diesem Aufstieg vergleichen, nicht nur deshalb, damit sich die Prophezeiung des alten jüdischen Propheten erfüllt &#8211; sondern einfach auch darum, weil dieses Bild mit meinen Erlebnissen oft übereinstimmt. Und vielleicht auch mit Ihren, liebe Gemeinde?</p>
<p>Das Schöne an der Läuterungswanderung ist, dass man nach und nach eben das Viele als Eines erläutert bekommt. Der Bergführer Vergil und irgendwann ist es dann eine hübsche Dame (Beatrice), sie beide machen, dass sich fast alles klärt und läutert, was bisher Rätsel gewesen war. Übrigens: Läuterung, das ist ein alter alchimistischer Ausdruck für einen langen oft auch komplizierten Prozeß mit sogenannten Rückschlägen, kleineren und größeren Explosionen usw. &#8230; Man selbst aber schreitet durch alles dieses letztlich unbeschadet dahin oder steigt empor und die ausgeklärten Feststoffe sinken hinab und bleiben hinter uns zurück.</p>
<p>Kurz bevor der Läuterungsberg schließlich absolviert worden ist, wäscht sich Dante im Fluß <em>Lethe </em>und vergisst dadurch alles Zerstörerische seines bisherigen Lebens. Und dann wäscht er sich zusätzlich noch in einem zweiten Fluß mit Namen <em>Eunoe </em>- und kann sich nun auch wieder an alles Gute, das er in seinem Leben getan hat, erinnern.</p>
<p>Beide Flüsse haben übrigens einen gemeinsamen Quell. Aber das klärt sich erst, als sie fast oben an dem Läuterungsberg angekommen sind.</p>
<p>Liebe Gemeinde, Läuterung! Lassen Sie uns jeder an der Hand des weisen Bergführers Christus den Läuterungsberg empor steigen, &#8211; so etwa, wie es ja auch in der Bibel einmal berichtet wird, dass ER, der Meister, drei seiner Schüler mit auf den Berg Tabor genommen hat.</p>
<p>Beschenkt werden wir werden, so wie Dante mit allerlei sonderbaren Begegnungen und mit entsprechenden Erlebnissen. Zum Beispiel ist jede Geschichte der Heiligen Schrift eine Begegnung, die wir lesend oder hörend aufschnappen und sie läutert uns, sobald wir sie aufmerksam in unsere Botanisiertrommel einheimsen.</p>
<p>Wer noch wissen will, wie der alte Italiener das ausdrückt und wie wunderschön es übersetzt worden ist, nämlich durch das Bild einer Auffahrt mit einem Schiff &#8211; so wie die vielen Jesusgeschichten auf dem See Genezareth, der höre zu:</p>
<p><em>Zu fahren bessre Wasser, hebt die Segel</em></p>
<p><em>nunmehr von neuem meines Geistes Kahn,</em></p>
<p><em>der hinter sich gebracht so graue Pegel.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Besingen will ich jetzt die zweite Bahn:</em></p>
<p><em>Hier läutert sich des Menschengeistes Streben,</em></p>
<p><em>bis dass er würdig für des Himmels Plan..</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>[Dante LB 1.Gesang]</em></p>
<p>Je mehr wir nun die Erinnerung an alles Gute zurückerlangen (und es ist etwas sehr Wichtiges, sich an das Gute zu erinnern), &#8211; wir erhalten die Erinnerung nur zurück, indem wir uns der Läuterung anvertrauen &#8211; desto mehr werden wir in den Dienst der Gerechtigkeit geraten, wie Paulus es vermutet. Übrigens: Erkenntnis und Erinnerung und Läuterung bewirken nicht nur dann etwas, wenn ein großes Projekt daraus gemacht wird oder die Menge der Zeitgenossen mit den Mitteln der Vernunft verstanden und mehrheitlich abgestimmt haben, sondern bereits immer dann, wenn ein Einzelner oder eine Einzelnes sich vornimmt, sich auf diesen Weg zu machen, sich in den Dienst dessen zu stellen, was Paulus &#8220;Gerechtigkeit&#8221; nennt.</p>
<p>Obacht: Es ist Gerechtigkeit nicht etwas, was wir sofort mit Hartz IV assoziieren sollten. Es ist auf einer ganz elementaren Stufe einfach &#8220;das Rechte&#8221;. Es ist etwas Edles, &#8211; etwa so, wie die Sterne oder die Alpengipfel, die Sahara oder die Fluktuation der Quanten. Das unüberbietbare Wirkliche, das Gute und Schöne zugleich. Gott selbst vielleicht sogar?</p>
<p>Im Dienst einer solchen Sache leben zu dürfen &#8211; das können wir wollen. Paulus schreibt das zumindest und macht uns Mut, es zu versuchen. Unser so gearteter Wille führt uns dann auf jenen abenteuerlichen Läuterungsberg &#8211; nicht allein und einsam, sondern in guter Gesellschaft anderer Leute, in der Gemeinschaft der Heiligen.</p>
<p>Der Predigttext nennt sie Teile einer zusammengehörigen Kette, wobei nicht <em>die bannende Fessel</em> gemeint ist, sondern <em>das einende Band</em>. Nicht <em>der ächtende Zwang</em>, sondern <em>die beschenkende Möglichkeit</em>.</p>
<p>Wer sich nun so in Dienst nehmen lässt, der tue das stets einem Höheren gegenüber. Dieses geschehe auch um Gottes Willen nicht als <em>ängstliche Unterwerfung</em>, sondern wie <em>große und zustimmende Erkenntnis</em>. So etwa. wie der Blitz zur Erde fällt, weil er es wollen muß &#8211; denn er gleicht die Spannung aus zwischen Himmel und Erde, ist er zum Glied der entlosen Kraftentfaltung von einem zum anderen geworden. Wenn Ihnen das Beispiel zu gewaltig ist weil Sie Angst vor dem Gewitter haben, wenn Sie ein anderes Bild finden, &#8211; bitte teilen Sie es mir mit.</p>
<p>Aber Jesus selbst, das ist etwas Schönes und Bemerkenswertes, sagt es ja schon unüberbietbar und noch einfacher. Er redet davon, dass wir Christen das Salz sind und das Licht. Er wählt sanfte Naturdinge aus der Welt dessen, was die Alchimisten einmal den sogenannten Mikrokosmos genannt haben und aus dem heraus alles wirkt und waltet. Jene Welt der kaum wahrnehmbaren Zusammenhänge, die aber alles regeln: Ionen und strahlende Felder, Salze und Licht. Salze bilden Kristalle wie Diamanten und tragen das Licht in die kleinsten Räume unseres Körpers und ins Innere der Pflanzen.</p>
<p>Das Bild vom Salz begeistert sowohl die Speisen bereitende Hausfrau als auch den eifernden Forscher. Bis tief in die subatomare Ordnung des Stoffe steigt der alles einende göttliche Logos zu uns herab und führt auch das allerkleinste Teilchen wieder mit hinauf &#8211; geläutert.</p>
<p>Der Christ weiß, dass er sich schon rein halten muß, &#8211; um nicht dumpf zu werden &#8230; Feuchtes Salz ist muffig und chlorausdünstend: Die Kristallstruktur ist verloren gegangen.</p>
<p>Aber der Christ weiß zugleich auch, dass er in Lösung gehen muß, wenn es wirklich drauf ankommt. Er wird seine kristalline Struktur dann verlieren und ins problematische Gemisch des Allerverschiedensten eingehen. Das ist der Dienst des Salzes. Dann erst nämlich gibt es den Effekt, dass es schmeckt, dass der belebende Strom fließt, dass das gefährliche Eis schmilzt, dass die Farbe sich ändert, dass etwas Schädliches neutralisiert wird und dass der Elektrolythaushalt wieder ins Lot kommt. Das alles tut das Salz, wenn es sich nicht zu schade ist, &#8211; sich aufzulösen.</p>
<p>Es gibt zwar die repräsentativen Eigenschaften des Salzes: Kristall, wunderbar und lichtglänzender Schimmer, Schönheit und Staunen. Aber es gibt die verborgene Wirkung des Salzes, wenn wir es gar nicht sehen &#8211; aber wenn e s arbeitet. Wir spüren dann deutlich. Hier ist etwas unsichtbar dabei, was alles in Bewegung bringt. Kein Durcheinander sondern ein Füreinander und Miteinander.</p>
<p>Salz ist ein großer unsichtbarer Diener ohne den nichts geht. Salz, selber entstanden aus zwei gegensätzlichen Substanzen, einer Säure und einer Base, aus Negativem und Positivem, Chlor und Natrium bildet beeindruckende Kristalle, kleine Wunder, die brennen in den Wunden der Welt und reinigen sie, sie schmerzen und heilen.</p>
<p>Die Suppe schmeckt durch Salz, die Löte hält durch Salz, die Schmelze läutert sich durch Salz.</p>
<p>Und die Christen? Sind sie wirklich der geheimnisvolle Katalysator und das Enzym, das Ferment in der sich globalisierenden Welt?</p>
<p>Nun, &#8211; jede® von uns sei nicht das Haar in der Suppe, sondern das Körnchen Salz, das sich dienend hingibt, damit die Läuterung gelingt.</p>
<p>Amen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Lazarus, komm heraus]]></title>
<link>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/14/lazarus-komm-heraus/</link>
<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 19:48:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>evazahna</dc:creator>
<guid>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/14/lazarus-komm-heraus/</guid>
<description><![CDATA[16.Sonntag nach Trinitatis (Johannes 11 / Hebräer 10) Das ist der Text: &#8220;Werft euer Vertrauen ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>16.Sonntag nach Trinitatis (Johannes 11 / Hebräer 10)</strong></p>
<p>Das ist der Text: <em>&#8220;Werft euer Vertrauen nicht weg &#8211; denn es lohnt sich zu vertrauen. Freilich, dazu ist etwas nötig, was wir Geduld nennen. Allein die Geduldigen werden das Verheißene einmal empfangen. Geduld, denn da ist eine Frist zwischen dem JETZT und demjenigen, was da noch KOMMEN soll &#8230; So deuten es schon die alten Texte an: &#8220;Die wahren Menschen leben von ihrem glaubenden Vertrauen&#8221;. Wir jedenfalls geben das nicht auf und gehen nicht unter, wir würden uns sonst verlieren. Unser Glauben besteht ja darin, dass das noch Zukünftige seine Kraft uns jetzt schon leiht&#8221;.</em></p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p>Liebe Gemeinde, das bezieht sich auf diese spannende Geschichte. Vom armen kranken Lazarus, der so früh gestorben gewesen ist. Von Jesus, der sich viel Zeit nimmt, &#8211; Zeit spielt für den Ewigen keine Rolle, von den weinenden Schwestern und den Leuten, die natürlich (wie immer) wieder mit dabei sin.</p>
<p>Von dem finsteren Grab hören wir und unsere Nasen erinnern sich vorsichtig an Spaziergänge durch feuchte Wälder, schattige Höhlen und lange nicht mehr gelüftete Räume. Wer in einem Krankenhaus gearbeitet hat, bzw. dort vor langen Jahren noch liegen musste, entsinnt sich vielleicht an den Verbandswagen mit dem Eimer für die Binden &#8211; halt an alle Gerüche der abgetanen Körpersubstanzen.</p>
<p>Das alles lässt der Evangelist Johannes, der ätherische esoterischste von den vieren aus der Heiligen Schrift, der Gnostiker und Liebling so vieler träumerischer Predigtverfasser und -hörer sehr dicht zueinander rücken.</p>
<p>Und es baut sich die ganze Rückseite des INCARNATUS EST, jener Besonderheit des christlichen Glaubens, dass nämlich das ewig göttlich leuchtende Sein sich eine Wohnung nahm in menschlicher und fleischlicher Vergangenheit, vor uns bildlich auf.</p>
<p>Die Inder verbrennen die Toten am Ufer des Ganges und waschen ihre Wäsche im selben Fluß und trinken auch daraus, &#8211; jener gewaltige Strom, der noch mehr von den Tränen und Hoffnungen der Menschen zu erzählen hat, als der andere Fluß ähnlicher Art, &#8211; der ägyptische Nil auf dem die Barken der Pharaonen zu den Totenstädten glitten &#8211; zusammen mit der noch lebenden aber schon totgeweihten Priesterschaft, die das alles stoisch ertrug, wenn wir der Geschichtsschreibung glauben wollen. Aber wem wollen wir wirklich Glauben schenken?</p>
<p>Am Ganges sitzen die Menschen in der Asche ihrer Verstorbenen, während die Hunde hier und da noch ein paar Knochenreste erjagen, wie Mark Twain berichtet. Alle von Westen hierher gereisten Stauner staunen über diesen Fluß und seinen Brauch. Alle glaubenslos gewordenen aufgeklärten Europäer, die seit den 60er Jahren gern hierher pilgerten, um in Asien zu suchen, was sie hier Europa und seiner sich wandelnden und sterbenden Religion nicht mehr abnehmen wollten &#8211; eben dort zu finden trachteten.</p>
<p>&#8220;Lazarus, komm heraus!&#8221; Das ist der mächtige Ruf des Christus, für den Zeit keine Rolle spielte, der auf dem Weg zum todsterbenskranken Menschen zu bummeln scheint, wie wir es im Evangelium gehört haben. 2000 Jahre schon bummelt Christus mit seiner Wiederkunft herum &#8211; er geht irgendwo anders auf und ab &#8211; in anderen Welten vielleicht &#8211; zu uns kommt er nach wie vor nur in Worten, &#8211; aber in sehr guten Worten.</p>
<p>Wer die Geschichte vom Lazarus hört, denkt die ganze Zeit peinlich gespannt vielleicht daran, na, &#8211; sie werden doch nicht wagen, uns zuzumuten, einer Totenauferweckung Glauben zu schenken? Aber, dann geschieht gerade das doch! Mitten ins Gesicht der medizinisch gebildeten und gern aufgeklärt wirken wollenden Zeitgenossenschaft hinein. Und das, was der moderate Zeitgenosse aus seiner Privatgalerie der persönlichen Glaubwürdigkeiten vielleicht schon längst peu a peu verbannt hat, das wird jetzt in großartiger Breite ausgemalt:</p>
<p>Eine arme Gestalt kommt zurück &#8211; aus der Welt der stofflichen Zersetzung kehrt sie zurück in die Nähe der erschrockenen Noch-Lebenden.</p>
<p>Es ist dieser Text eine gute, wenn auch nicht gerade rücksichtsvolle und nicht jederzeit jedermann zuzumutende Einübung ins eigene Sterben.</p>
<p>Die Pharaonen wollten  dieser Welt würdig entfliehen, indem sie das Vergängliche konservieren ließen. Auch der Christus sollte so für die Ewigkeit mumifiziert werden. Und fast wäre dieses Werk der Liebe auch gelungen. Die Liebestat jener guten drei Frauen, die sich am Ostermorgen finanziell verausgabt weinend zur Königskammer aufgemacht hatten. Welche hat ihn wohl am meisten geliebt, fragen wir? &#8230;</p>
<p>Alle großen Erlösungsreligionen haben schließlich klein beigegeben und haben sich auf einen relativ unanfechtbaren Standpunkt der Vernunft und metaphysischen Mäßigung zurückgezogen. Die Seele, die der Körper bewohnt hatte, fällt nun zurück ins große All-Ewig-Eine des urgewaltigen Lichts. Sie wird als einzelne Seele ausgelöscht, indem sie im Flammenmeer der Gottheit nunmehr wieder ununterscheidbar mitlodert. Vielleicht hier und da noch einige Male zurückgeschleudert wird ins Rad der Wiedergeburten und in das Verhängnis des Lebens.</p>
<p>Die leibliche Existenz aber mit ihren Zahnschmerzen, den Bankschulden, den schlechten Schulzeugnissen und dem Liebeskummer (um nur das Wichtigste zu nennen)  werden als vorübergehend und als nicht wesentlich herabgestuft. Der weise Guru steigt halt auf den Scheiterhaufen, indem er Mantras singt. Und die fleißigen Märterer der Vorzeit priesen Gott in Verzückung, während die blühenden Frauen aus ihrer Mitte von hungrigen Bestien vor den Augen noch hungrigerer Menschen zerrissen wurden. Am Ziel des Lebens angekommen geschehe bitte die weise und einsichtige Ergebung ins Unvermeidliche. Der Tod erscheine als Freund und Erlöser. Sogar die Zeitungsannoncen der neuheidnischen DDR-Leute wartete stets mit solchen Plattitüden auf, &#8211; es ist so, als ob der Mensch sich seines Todes schäme und ihn deshalb wegerkläre. Und was solls, es ist da viel Wahres dran: in das unvermeidliche Schicksal fügt sich der Kluge und glaubt sogar, dass er damit das Rechte und Angemessene getan hat.</p>
<p>Jesus aber ruft: &#8220;Lazarus, komm heraus!&#8221; Oder, die Christen lassen ihren Meister das rufen. Und so erzeugen sie und halten wach, dass es einen Weg geben muß, den Tod zu durchschreiten und zwar in beide Richtungen!</p>
<p>Die historisch kritische Bibelforschung hat Jesus, der solches gerufen hat oder haben soll, oft entschuldigen wollen. Es sind viele gutgemeinte Meinungen verbreitet worden, um die christliche Religion vor dem Vorwurf der Haltlosigkeit  zu schützen.</p>
<p>Aber gerade diese Geschichte vom Lazarus  ist besonders kostbar. Sie spielt auf einer sehr tief im Menschen eingezogenen Saite eine ganz besonders kostbare Melodie.</p>
<p>Es ist die Saite mit der Melodie der in alles eingesenkten Hoffnung auf das wahnwitzige &#8220;Trotzdem mit Gott&#8221;. Ob da nicht einer ist, der etwas rückgängig machen kann. Der das Leben also so genau erkennt, dass er es zurückrufen kann von jenem dunklen Fluß, zu dem alles wie von selbst hinstrebt, in den Selbstverbrauch, in das malmende Chaos. Ob nicht der Körper, der das Haus der göttlichen Seele ist, bleiben kann &#8211; solange bis er selber genug erkannt hat, dass es genug ist und man gespannt ist auf jenes MEHR, was durch diese irdische Existenz so nicht mehr möglich ist?</p>
<p>Lazarus, was hat er berichtet? Hat er geschwiegen oder hat er gesungen? Hat man ihn verstanden? Ist er das zweite Mal dann fröhlich gegangen? Hat er ein Gedicht gemacht über den Hades? &#8220;Als ich im Totenreiche war / das war genau vor einem Jahr / nein vor vier Tagen eben / da traf ich viele andere, die dort schon lange leben!&#8221; Oder so ähnlich &#8230; So viele Fragen hätten wir an Lazarus!</p>
<p>Jesus jedenfalls ruft eine Seele zurück in die irdische Existenz. In einen leidenden Körper, bis der ganz erlöst ist, bis er also wirklich beseelt ist. Und nicht eher gehen wir hier fort, wollen wir uns vornehmen.</p>
<p>Die Kirche bekennt die Auferstehung des Fleisches, sie sagt: Das, was an unserem Leben so gut und schön war, dass es nicht WAR, sondern IST, &#8211; das soll wiederkommen. Es verdient (ohne Verdienstgedanken!!!) ewig zu sein.</p>
<p>Wer dieses jetzt nicht versteht (ist da wer?) mag diesen Gedanken nicht fortwerfen, sondern soll daran arbeiten, bis er etwas damit anfangen kann. Bis er aus der Höhlenwelt der gebundenen Glieder und der festgezurrten Gedanken neu in die Wirklichkeit taumelt und andere ihm helfen, die Binden abzutun. Eher wollen wir nicht fortgehn, eher nicht! Wir wollen versuchen hinauszugehen aus der Enge, wir sollten auslauschen nach den Echos der Melodie des Rufes &#8220;Lazarus, komm heraus!&#8221; Es war nämlich wahrscheinlich eine Melodie. Ein Gesang, ein Lockruf. Kein Befehl &#8211; ein Akkord. Die Fülle dieses Wohlklangs gilt nicht irgendwelchen anderen Verstorbenen, sondern sie gilt je mir. Also auch dir. Jetzt. Amen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Jesu, geh voran]]></title>
<link>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/14/jesu-geh-voran/</link>
<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 19:42:01 +0000</pubDate>
<dc:creator>evazahna</dc:creator>
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<description><![CDATA[5. Sonntag nach Trinitatis 2009 Liederpredigtenzyklus für Kropstädt &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>5. Sonntag nach Trinitatis 2009 Liederpredigtenzyklus für Kropstädt</p>
<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</p>
<p><strong><em>EG 391 Jesu, geh voran</em></strong></p>
<p>Zuerst etwas Grundsätzliches! Wenn uns jemand etwas über unsere Lieblingslieder und Lieblingsgedichte sagt, dann sind wir ungleich höher und mehr konzentriert, als wir es wären, wenn man uns nur irgendeinen beliebigen Text auszulegen versucht. Denn unsere Lieblingssachen sind uns heilig – und wir hören gern, wenn sie anderen auch wichtig werden. Wir setzen auch  viel ein, um sie zu verteidigen. Denn sie gehören fest zu uns dazu, so wie eigene Kinder, Eltern oder irgendwelche Lieblingsplätze in der Geographie unseres Lebens. Wenn also jemand unsere Lieblingstexte auslegt – sie sozusagen: bespricht, dann setzt das ein großes Verantwortungsbewußtsein voraus. Denn es geht bei solch einer Besprechung nicht um Wissenschaftlichkeit oder um eine erschöpfende kritische Wertung nach allen Seiten hin, sondern es geht darum, den Text zu verstehen und zu ehren, etwa wie man einen alten Herrn oder eine alte Dame ehrt, die viel erlebt, viel erduldet und viel ausgehalten haben. Deshalb ist es nicht unsere Aufgabe, zu alledem Erlebten etwas dazuzufügen, noch einen zusätzlichen Schmerz aufzuhäufen, ein mögliches Mißverständnis zu erfinden. Es wird auf das innere Ohr ankommen.</p>
<p><strong><em>1. Jesu, geh voran / auf der Lebensbahn!</em></strong></p>
<p>Das Lied beginnt mit einem Ruf, der eigentlich ein Stoßgebet sein könnte. Es ist der fromme Reflex eines glaubenden Menschen. Es ist die erste Reaktion auf eine Herausforderung, welcher ich mich gegenübergestellt sehe. Wer so redet oder sogar singt: „Jesu, geh voran!“ fordert sich selbst auf, den Weg nicht nur <em>irgendwie</em> zu beginnen, sondern in höchstem Maße qualifiziert anzufangen. Es ist so, als ob wir unseren Spürsinn vorausschicken wollten. Die Instinktsicherheit eines Hundes ist ja immer wieder beeindruckend. So etwas hat der Mensch wohl nicht. Man möchte aber fast sagen, daß der Instinkt des Menschen ausgedrückt werden kann durch diesen kurzen Satz: „Jesu, geh voran!“</p>
<p>Schön ist, daß sich das ganze Lied reimt. So geht eine einfache Vertrautheit von ihm aus. Im Leben reimt sich ja auch alles, &#8211; aber wir merken es meist nicht, es sei denn, wir sind bereits schon etwas entrückt und weise, &#8211; und dieses ist fast schon wieder unheimlich, nicht wahr? Aber die Liedzeilen reimen sich: VORAN / LEBENBSBAHN. Die Lebensbahn geht ja nie zurück, sondern es geht immer voran. Selbst wenn wir im Kreise geführt werden oder selber gehen wollen, selbst wenn wir uns angestrengt mühen, rückwärts zu gehen – es hilft nichts: Dann ist eben d a s ein Vorangehen. Wer nun sagt; „Jesu, geh du voran auf der Bahn des Lebens“, der verzichtet darauf, zuerst selber entscheiden zu wollen, die Richtung anzugeben und er legt die Last ab, immer und jederzeit überall die volle Verantwortung zu übernehmen. Und doch entscheidet er ja gerade das selbsr! Es ist eine erfahrene Ergebung in die Gegebenheiten des menschlichen Lebens. Wer von uns wollte schon sagen, er habe immer alles selber entschieden? Oft sind es die sogenannten Zufälle, die uns geführt oder die Hand geführt haben. Und, &#8211; es war immer an den wichtigsten Stellen!</p>
<p><strong><em>Und wir wollen nicht verweilen, / dir getreulich nachzueilen;</em></strong></p>
<p>Verweilen ist wichtig. „Verweile doch, du bist so schön“ sagt Faust ein paar Sekunden vor seinem allerletzten Atemzug. „Verweildauer“ ist ein modernes Wort, daß in der Tourismusbranche eine Rolle spielt. Man möchte, daß der Gast verweilt und bleibt. Daß er sich ein paar Tage Zeit nimmt und in den Straßen unserer Stadt, die vielleicht nicht allzu viel zu bieten hat, doch auf uns ab geht, die Geschäfte betritt, ein Eis ißt, einen Espresso trinkt, Bücher kauft, ein Konzert genießt und die Vorstellungen im Theater besucht. Verweilen soll er. Auch im Lied „Jesu, geh voran“ geht es um das Verweilen. „Nicht verweilen getreulich nachzueilen – aber eben IHM“ und keinem anderen. Wer verweilt verliert die Spur, wenn der andere eilt.</p>
<p>Eilt denn Jesus? Eher wissen wir doch, daß er verweilt hat? Oft finden wir ihn allein in einem Garten verweilen oder in der Einöde im Gespräch mit sich selbst und mit dem Teufel -besonders jedoch mit Gott. Aber hier im Lied ist er einer, der in Bewegung ist. Mancher verweilte – und merkte gar nicht, daß Jesus schon fort war. Er beschwört die Stelle, auf der Jesus vielleicht früher einmal gestanden hatte. Aber er ist schon vorausgegangen, &#8211; etwa nach Galiläa, wie es die Frauen am Ostermorgengrab erfahren. Jesus hat es nicht eilig und er macht uns nicht Beine. Aber wer verweilt, wo er nicht mehr ist, der verliert die Spur des Lebens, die Lebensbahn.</p>
<p><strong><em>führ uns an der Hand / bis ins Vaterland.</em></strong></p>
<p>Unser Weg geht in das Vaterland. Dieser Begriff ist alltagssprachlich etwas aus der Mode gekommen. Erstens, weil vielleicht mein eigener Vater gar kein Land hat. Oder weil Heimat und Vaterland immer den Volksgenossen mit im Sturmgepäck führten – Sprache vergißt ja ihren Mißbrauch nur schwer oder sehr langsam &#8211; und deshalb verschwinden manche Worte für Jahrhunderte aus dem Wortgebrauch, ehe sie, gesäubert auf den Umwegen durch das Globalisierte wieder zurückfinden. Dazu gehört auch der Begriff „Vaterland“. Aber das Vaterland hier im Lied ist „Gottes ewige und unzerstörbare Friedenswelt“.  Er, als <em>Schöpfungsvater</em> vorgestellt, führt die Menschen durch die Welt, die seine Welt ist; und dadurch, daß wir als Kinder uns führen lassen, wird es zum Land unseres Vaters, &#8211; also zum Vaterland, zu unserem Land.</p>
<p>Das Vaterland ist groß. Wir werden in es hineingeboren, leben in ihm und sterben aus ihm hinaus und zugleich in es hinein. Wir können darinnen nicht verloren gehen. An die Hand genommen, dürfen wir noch einmal Kinder sein.</p>
<p><strong><em>2. Soll&#8217;s uns hart ergehn, / laß uns feste stehn </em></strong></p>
<p>Nein, es sollte uns nicht hart ergehen! Aber, <em>sollte</em> es uns doch einmal hart ergehen (das ist der Sinn dieses Verses) dann wird es ausdrücklich<em> </em>nötig, nicht mehr zu <em>eilen</em>, sondern dann tritt eine Pause ein. Jetzt <em>verweilt</em> man doch und die Schergen des Schicksals zerren uns an den Haaren herum. Man möchte in diesen Härten nicht umfallen. Man möchte widerstehen. Man möchte fest bleiben. Man möchte vielleicht sogar hart bleiben. Hart wie die Härte, welche uns trifft. In der Bibel heißt es einmal: „Darum habe ich meine Stirn hart gemacht wie einen Diamanten“ (Jesaia 50,7).</p>
<p><strong><em>und auch in den schwersten Tagen / niemals über Lasten klagen;</em></strong></p>
<p>Das klingt nach einer sehr anspruchsvollen geistlichen Übung. Es ist ein „esoterisches Exerzitium“ würden manche heute sagen. Gegen die Jammerei. Einleuchtend, daß das alleinige Klagen nicht der Weg sein kann, ist aber nur demjenigen, der schon genug geklagt hat und der das Klagen schon kennt und der es durfte. Erst d a n n genau kann die Klage überwunden werden. Das bedeutet aber, daß dieselbe erst einmal geübt worden ist. Klage darf sein. Aber es gibt am Ziel der Übung endlich eine hochqualifizierte Klageform, die in der Ergebung und Annahme jenes Loses besteht, das ich gezogen habe oder daß man mir zugeteilt bzw. zugespielt hat.</p>
<p><strong><em>denn durch Trübsal hier / geht der Weg zu dir.</em></strong></p>
<p>In dieser Verszeile hören wir etwas über die Theorie vom Sinn des Leidens. Ist die Trübsal etwa ein Veredlungsprozeß, ein Läuterungsprozeß, an dessen Ziel ein hoher Lohn winkt, eine überaus wertvolle Vergeltung? Der Dichter Graf v. Zinzendorf scheint von seiner eigenen in diese Richtung gehenden Sehnsucht derart hingerissen gewesen zu sein. daß er nicht merkte oder nicht merken wollte &#8211; bzw. bewußt als Paradox in den Text eingeschlossen hat &#8211; daß der vorauseilende Jesus zugleich der ruhig am Ziel erwartende unbewegte Jesus ist. Einer also,  der in Ruhe dahineilt, u n d dessen Eilen zugleich ein schon längst am Ziel Verweilen ist. Der Weg führt zu Christus und das Ziel läuft uns voraus &#8211; nicht davon. Die gute Variante vom Hase &#38; Igdel Märchen. Ohne Tod und ohne Betrug. Es ist eine Art schwebendes Zu-sich-selbst-Kommen.</p>
<p>Die Trübsal ist wohl die Depression und die Traurigkeit, die Ratlosigkeit, die Dunkelstunde des Lebens. Wer die Trübsal nicht kennt, der ist bestimmt noch gar nicht am Rande des Menschseins angekommen, nicht wahr? Trübsal ist die Anmarschstrecke hin zum Gipfel der wirklichen und starken Erfahrung.</p>
<p><strong><em>3. Rühret eigner Schmerz / irgend unser Herz,</em></strong></p>
<p>Ja, &#8211; man bleibt in diesem Lied irgendwie immer in der Nähe der Trübsal. Auch werden verschiedene Worte gefunden, um die Schattenseite des Lebens abzustecken und zu kartieren. Trübsal, Schmerz, irgendwelche seltsamen Mißlichkeiten, die das Herz beschleichen, ohne daß wir dagegen irgendeine Möglichkeit hätten. Diese „strengen Prüfer“ kommen und rühren uns an. Sie schlagen nicht zu, sie rühren an. Sie sind sehr stark aber sanft und darin liegt ihre Kraft. Der Schmerz, der Weltschmerz berührt uns nur,  - aber er <em>zerstört</em> uns nicht. Höchstens dann, wenn wir uns ihm überlassen wollen &#8230;</p>
<p><strong><em>kümmert uns ein fremdes Leiden, / o so gib Geduld zu beiden;</em></strong></p>
<p>Auch fremdes Leiden kann uns bekümmern. Seltsamerweise ist es viel schwerer, fremdes Leiden auszuhalten als eigenes. Denn vom <em>eigenen</em> Leiden erlöst uns der <em>eigene</em> Tod, aber das <em>fremde</em> Leiden kümmert uns auch noch, wenn der Tod es beendet hat. Der <em>fremde</em> Tod, der den <em>Fremden</em> erlöst, erlöst <em>uns Zuschauenmüssende</em> nicht. Ja, &#8211; das fremde Leiden ist wohl das Schlimmste, was uns zugemutet wird. Es hört irgendwann erst mit dem <em>eigenen</em> Tode auf.</p>
<p>Geduld ist deshalb die Einsicht in die Notwendigkeit, daß uns nichts anderes übrigbleibt als hinzunehmen – und es dann abzugeben und lassen zu lernen. Es ist das Ein<em>ge</em>ständnis, nicht das Ein<em>ver</em>ständnis – aber <em>ein Verständnis </em>dafür, daß wir nur Menschen sind und Gott offenbar auch „nur“ Gott.</p>
<p><strong><em>richte unsern Sinn / auf Vollendung hin.</em></strong></p>
<p>In der Tradition des philosophischen Denkens gibt es u.a. auch eine Lehre von vier verschiedenen Ursachen unseres Lebens. Wichtig ist dabei die sogenannte <em>causa</em> <em>finalis</em> – die Zielursache, die vom Ziel her auf unsere Gegenwart jetzt wirkt. Aristoteles hat es auf den Punkt gebracht. Er meinte, die Dinge spulten sich nicht nur ab im Sinne einer Entwicklung oder Entfaltung,  - immer weiter ins Leere und in der Verdünnung sich verlierend. Er sagte, die Dinge spulen sich auf –oder falten sich dabei ein. Sie verlieren sich nicht, sondern finden zueinander. Und jedes Detail wird deshalb einmal mit dem Ziel identisch. Mit dem Wort „Ende“ kann man das Gemeinte eigentlich nicht recht beschreiben. Besser gebrauchten wir das Wort „Vollendung“. Richte unsere Sinne also auf die Vollendung hin.</p>
<p>JA, daß wir das bemerken: Wie alles sich miteinander in die Linien der Zusammengehörigkeit des einen Universellen hineinbefreit, darauf käme es an.</p>
<p><strong><em>4. Ordne unsern Gang, / Jesu, lebenslang.</em></strong></p>
<p>Dazu gehört natürlich auch mein und dein und unser Gang. Es ist nicht die chaotische Entropie, sondern die inverse innere und verborgene Ordnung, die sich und damit uns rhythmisch im Gange hält. So, wie die Planeten sich durch den Wirrwarr der leeren Raumzeit bewegen, so bitten auch wir Jesus um eine Ordnung für ebenso unseren Gang. Ordnung ist dabei nicht das, was in den Zeugnissen oben bei den Kopfnoten stand: Betragen 3, Fleiß 3, Mitarbeit 3 und Ordnung 4. Sondern Ordnung ist die innere Gliederung einer Seele, ist das Maß des Voranschreitens, ist die Proportion des Handelns und die Harmonie der Lebenspartitur.</p>
<p><strong><em>Führst du uns durch rauhe Wege, / gib uns auch die nöt&#8217;ge Pflege;</em></strong></p>
<p>Wer keine rauhen Wege kennt, &#8211; wo ist der wohl gewesen? Alle wollen heute sanft angefaßt werden! Aber der Weg zwischen Jericho und Jerusalem ist rauh – und man wird überfallen und geschlagen und bleibt halbtot liegen. Das ist das Abenteuer, das wir ja eigentlich suchen? Auf einmal ist das Abenteuer da &#8211; und tut nicht nur gut, sondern auch weh. Daß Jesus uns dann den barmherzigen Samariter schickt, der nicht vorbeigeht wie der beamtete Priester es nach den Gesetzen seiner Weltanschauung glaubte tun zu müssen, weil er für die eigenen Leute kultisch rein bleiben wollte und beim Helfen sich schmutzig gemacht hätte.</p>
<p>Einen selbstkreativen Außenstehenden, der frei ist von allen albernen Einschränkungen, die die Menschen im Religiösen sich und anderen auferlegen, das ist unsere Bitte. Schick ihn uns.</p>
<p><strong><em>tu uns nach dem Lauf / deine Türe auf.</em></strong></p>
<p>Auch der längste Lauf ist einmal gelaufen. Die Runden auf der Bahn des Stadions sind zwar im Prinzip unendlich, aber unsere Kraft ist begrenzt und am Ende doch recht klein geworden. Dort, wo wir zusammenbrechen, soll sofort nicht eine, sondern  d i e  Türe sich auftun. Nicht, daß wir am Ende das Ziel doch nicht erreichen und kurz davor hinstürzen &#8211; und der Glanz uns zwar erreicht, aber wir von ihm ausgeschlossen bleiben! Das sei ferne! Im Angesicht des Ziels dieses Ziel nicht zu erreichen und ewig ausgeschlossen bleiben zu müssen von einem Sinn, dem wir unser Leben geweiht hatten – das wäre zu bitter. Deshalb: Tu uns nach dem Lauf, deine Türe auf. Nicht eher, aber danach wirklich!</p>
<p>Text: Nikolaus Ludwig von Zinzendorf (1721) 1725, London 1753, bearbeitet von Christian Gregor 1778 / Melodie: Adam Drese 1698</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Speisung der 5000]]></title>
<link>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/14/speisung-der-5000/</link>
<pubDate>Wed, 14 Oct 2009 19:40:41 +0000</pubDate>
<dc:creator>evazahna</dc:creator>
<guid>http://evazahna.wordpress.com/2009/10/14/speisung-der-5000/</guid>
<description><![CDATA[5000 Satte! Die Bibel erzählt, wie Jesus fünftausend Leute mit fünf Broten gespeist hat (Johanneseva]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong>5000 Satte!</strong></p>
<p><strong>Die Bibel erzählt, wie Jesus fünftausend Leute mit fünf Broten gespeist hat (Johannesevangelium 6,5ff). Wenig bewirkte hier viel. Wir sind 5.000.000.000 Menschen auf der Erde (mit mir und dir vielleicht sogar 5.000.000.002). Man könnte nun vermittels des Dreisatzes ausrechnen, wie viele Brote nötig sind, um fünf Milliarden satt zu machen für einen Tag. Das sind dann etwa 5.Millionen Brote. Fünf Millionen Brote kosten etwa 10 Millionen Euro. Es wurden aber kürzlich 500 Milliarden Euro bereitgestellt. Eigentlich hätten da alle richtig satt werden müssen.</strong></p>
<p><strong>Weiter wird erzählt, nachdem die fünftausend Leute mit fünf Broten gesättigt worden waren, sammelte man zwölf Körbe ein. Keine Abfälle wohlbemerkt! sondern Resultate der wunderbaren Brotvermehrung. Das sind also bei fünf Millionen Broten zwölf Millionen Körbe. Wenn wir alle diese Brotstücken aus den 12.000.000 Körben wieder verteilen würden, wäre das (sozusagen als zweiter Gang) eine riesige Menge an Brot, von der wiederum noch mehr übrig bliebe, als ausgeteilt worden ist. Und immer so fort – die Brocken könnten sich in eine enorme Menge Brot vermehren. Da es nicht nur Geld sein würde, was sich da vermehrt, sondern wirkliches Brot, müßte man es schnell verteilen. Brot wird ja im Gegensatz zu Geld schlecht, wenn es herumliegt. </strong><em><strong>Deshalb</strong></em><strong> müßte man es auch verteilen, notfalls verschenken. Geld indessen wird (zumindest noch oder noch bis vor kurzem) wertvoller, wenn man es nicht verteilt, sondern aufhebt. Stichwort: Zinsen). Es wird mehr: Zuerst auf dem Papier (in der Excel-Tabelle) und dann im Kopf der Leute, die daran glauben. Wir leben heute in einer sehr gläubigen Zeit. Und darum haben so wenig Leute viel Geld und so viele Leute nicht wenig Hunger. Es kommt eben auf den Glauben an das Geld an! Würden wir an Brot glauben, gäbe es viele Leute, die satt sind und wenige, die Hunger haben. (Damit kein Mißverständnis aufkommt: Ich rede von der einen Welt. Nicht nur von dem wohlhabenden Teil Europas). Über 500.000.000.000 Euro wären bereitgestellt worden &#8230; Nicht um Brot für die Hungernden zu besorgen, sondern um das Geld zu unterstützen, das auf einmal doch verdorben war. Viel bewirkt manchmal doch wenig. Jesus hätte die 500 Milliarden vielleicht genauso verteilt wie die fünf Brote. Wahrscheinlich hätten nicht wenige gesagt: „Der Mann hat eben immer noch keine Ahnung von den Mechanismen des Marktes. Denn wem nützt es, wenn die Leute satt werden?“ Den Hungrigen.</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Matthias Schollmeyer  22.07.2009</strong></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Predigt für das Erntedankfest (2009) - Pastor Dr. Christoph Barnbrock]]></title>
<link>http://zionverden.wordpress.com/2009/10/06/predigt-fur-das-erntedankfest-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</link>
<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 13:12:31 +0000</pubDate>
<dc:creator>Christoph Barnbrock</dc:creator>
<guid>http://zionverden.wordpress.com/2009/10/06/predigt-fur-das-erntedankfest-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</guid>
<description><![CDATA[Lk 12,13-21 (2009) &#8211; Erntedankfest]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://zionverden.wordpress.com/files/2009/10/lk-1213-21-2009-erntedankfest.doc">Lk 12,13-21 (2009) &#8211; Erntedankfest</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Predigt für den 16. Sonntag nach Trinitatis (2009) - Pastor Dr. Christoph Barnbrock]]></title>
<link>http://zionverden.wordpress.com/2009/09/27/predigt-fur-den-16-sonntag-nach-trinitatis-2009/</link>
<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 05:41:55 +0000</pubDate>
<dc:creator>Christoph Barnbrock</dc:creator>
<guid>http://zionverden.wordpress.com/2009/09/27/predigt-fur-den-16-sonntag-nach-trinitatis-2009/</guid>
<description><![CDATA[Joh 11 i.A. (2009) &#8211; 16. So. n. Trin.]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://zionverden.wordpress.com/files/2009/09/joh-11-i-a-2009-16-so-n-trin.doc">Joh 11 i.A. (2009) &#8211; 16. So. n. Trin.</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Predigt für den 13. Sonntag nach Trinitatis (2009) - Pastor Dr. Christoph Barnbrock]]></title>
<link>http://zionverden.wordpress.com/2009/09/20/predigt-fur-den-13-sonntag-nach-trinitatis-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</link>
<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 18:06:49 +0000</pubDate>
<dc:creator>Christoph Barnbrock</dc:creator>
<guid>http://zionverden.wordpress.com/2009/09/20/predigt-fur-den-13-sonntag-nach-trinitatis-2009-pastor-dr-christoph-barnbrock/</guid>
<description><![CDATA[Lk 10,25-37 (2009) &#8211; 13. So. n. Trin.]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://zionverden.wordpress.com/files/2009/09/lk-1025-37-2009-13-so-n-trin.doc">Lk 10,25-37 (2009) &#8211; 13. So. n. Trin.</a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
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<title><![CDATA[Erntedank 2009]]></title>
<link>http://lutherkirche.wordpress.com/2009/09/09/erntedank-2009/</link>
<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 06:00:24 +0000</pubDate>
<dc:creator>zistock</dc:creator>
<guid>http://lutherkirche.wordpress.com/2009/09/09/erntedank-2009/</guid>
<description><![CDATA[Erntedankgottesdienst 27. September, 10 Uhr in der Scheune der Familie Rohwer (Jevenstedter Str.) Au]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://lutherkirche.wordpress.com/files/2009/09/erntedank1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-465" title="Erntedank" src="http://lutherkirche.wordpress.com/files/2009/09/erntedank1.jpg" alt="Erntedank" width="450" height="313" /></a></p>
<p><!--more--></p>
<p><span style="color:#ffffff;">Erntedankgottesdienst 27. September, 10 Uhr in der Scheune der Familie Rohwer (Jevenstedter Str.)</span></p>
<p><span style="color:#ffffff;">Auch in diesem Jahr dürfen wir uns wieder auf einen Scheunengottesdienst freuen. Ein Fest mit ganz vielen</span></p>
<p><span style="color:#ffffff;">Menschen und ganz viel Platz, das macht den Charme eines Scheunengottes­dienstes aus und dann noch, die</span></p>
<p><span style="color:#ffffff;">Erntega(r)ben… das wird eine Pracht! Die Chöre werden singen, die Posaunen klingen, unser Kindergarten ist</span></p>
<p><span style="color:#ffffff;">auch mit dabei und im Anschluss laden wir sie ganz herzlich zum Verweilen ein.<br />
Der Eine-Welt-Laden kommt, es gibt ein Kinderprogramm, es wir Suppe geben, ein Kuchenbüffet, Cocktails vom Lukashaus, Kaffee und andere Getränke… <strong>www.luther-kirche.net</strong></span></p>
</div>]]></content:encoded>
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