<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><!-- generator="wordpress.com" -->
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	>

<channel>
	<title>prekare-beschaftigung &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/prekare-beschaftigung/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "prekare-beschaftigung"</description>
	<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 15:43:15 +0000</pubDate>

	<generator>http://en.wordpress.com/tags/</generator>
	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Krise machte jeden neunten Beschäftigten arbeitslos]]></title>
<link>http://uwelive.wordpress.com/2009/10/28/krise-machte-jeden-neunten-beschaftigten-arbeitslos/</link>
<pubDate>Wed, 28 Oct 2009 17:44:57 +0000</pubDate>
<dc:creator>uwe</dc:creator>
<guid>http://uwelive.wordpress.com/2009/10/28/krise-machte-jeden-neunten-beschaftigten-arbeitslos/</guid>
<description><![CDATA[Seit Herbst 2008 haben rund 3,2 Millionen Menschen in Deutschland ihren sozialversicherten Job verlo]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Seit Herbst 2008 haben rund 3,2 Millionen Menschen in Deutschland ihren sozialversicherten Job verlo]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Mit Schwarz-Gelb in die nächste Krise]]></title>
<link>http://uwelive.wordpress.com/2009/10/24/mit-schwarz-gelb-in-die-nachste-krise/</link>
<pubDate>Sat, 24 Oct 2009 11:55:10 +0000</pubDate>
<dc:creator>uwe</dc:creator>
<guid>http://uwelive.wordpress.com/2009/10/24/mit-schwarz-gelb-in-die-nachste-krise/</guid>
<description><![CDATA[Der Koalitionsvertrag enthält neue schwere Angriffe auf den Sozialstaat und den gesellschaftlichen Z]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Der Koalitionsvertrag enthält neue schwere Angriffe auf den Sozialstaat und den gesellschaftlichen Z]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Sozialabbau durch FDP-Bürgergeld]]></title>
<link>http://uwelive.wordpress.com/2009/10/10/sozialabbau-durch-fdp-burgergeld/</link>
<pubDate>Sat, 10 Oct 2009 12:31:22 +0000</pubDate>
<dc:creator>uwe</dc:creator>
<guid>http://uwelive.wordpress.com/2009/10/10/sozialabbau-durch-fdp-burgergeld/</guid>
<description><![CDATA[Wahr ist: Die FDP will das Bürgergeld 662 EUR für Erwachsene. Davon seien Miete, Heizung, Krankenkas]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Wahr ist: Die FDP will das Bürgergeld 662 EUR für Erwachsene. Davon seien Miete, Heizung, Krankenkas]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[32 Prozent arbeiten in “atypischen Beschäftigungsformen”]]></title>
<link>http://uwelive.wordpress.com/2009/09/30/32-prozent-arbeiten-in-%e2%80%9catypischen-beschaftigungsformen%e2%80%9d/</link>
<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 11:17:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>uwe</dc:creator>
<guid>http://uwelive.wordpress.com/2009/09/30/32-prozent-arbeiten-in-%e2%80%9catypischen-beschaftigungsformen%e2%80%9d/</guid>
<description><![CDATA[„Rund 10,5 Millionen Menschen in Deutschland arbeiteten im Jahr 2008 in sogenannten atypischen Besch]]></description>
<content:encoded><![CDATA[„Rund 10,5 Millionen Menschen in Deutschland arbeiteten im Jahr 2008 in sogenannten atypischen Besch]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Die Fratze der Leiharbeit...]]></title>
<link>http://lowestfrequency.wordpress.com/2009/08/25/die-fratze-der-leiharbeit/</link>
<pubDate>Tue, 25 Aug 2009 09:29:53 +0000</pubDate>
<dc:creator>lowestfrequency</dc:creator>
<guid>http://lowestfrequency.wordpress.com/2009/08/25/die-fratze-der-leiharbeit/</guid>
<description><![CDATA[Erinnert sich noch jemand an das hübsche, fast gütige Gesicht der Leiharbeit? Das Gesicht eines Arbe]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Erinnert sich noch jemand an das hübsche, fast gütige Gesicht der Leiharbeit? Das Gesicht eines Arbe]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Novellierung des UG ist blanke Prekarisierung]]></title>
<link>http://santaprecaria.wordpress.com/2009/06/25/novellierung-des-ug-ist-blanke-prekarisierung/</link>
<pubDate>Thu, 25 Jun 2009 11:02:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
<guid>http://santaprecaria.wordpress.com/2009/06/25/novellierung-des-ug-ist-blanke-prekarisierung/</guid>
<description><![CDATA[Dazu später hier mehr, sowieso die Empfehlung des UG-Novelle Diskussionsarchiv und jetzt aktuell nur]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Dazu später hier mehr, sowieso die Empfehlung des UG-Novelle Diskussionsarchiv und jetzt aktuell nur]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Zahl der Minijobber steigt weiter - besonders in Privathaushalten]]></title>
<link>http://hamburglinks.wordpress.com/2009/06/03/zahl-der-minijobber-steigt-weiter-besonders-in-privathaushalten/</link>
<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 20:00:41 +0000</pubDate>
<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
<guid>http://hamburglinks.wordpress.com/2009/06/03/zahl-der-minijobber-steigt-weiter-besonders-in-privathaushalten/</guid>
<description><![CDATA[Die Zahl der Minijobber in Deutschland ist mit rund 6,8 Millionen Beschäftigten im ersten Quartal 20]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Die Zahl der Minijobber in Deutschland ist mit rund 6,8 Millionen Beschäftigten im ersten Quartal 20]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[[review]&gt;&gt;G. Günther Voß / Hans J. Pongartz: Der Arbeitskraftunternehmer. Eine neue Grundform der Ware Arbeitkraft?]]></title>
<link>http://mekin.wordpress.com/2009/04/21/reviewg-gunther-vos-hans-j-pongartz-der-arbeitskraftunternehmer-eine-neue-grundform-der-ware-arbeitkraft/</link>
<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 08:47:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>mekin</dc:creator>
<guid>http://mekin.wordpress.com/2009/04/21/reviewg-gunther-vos-hans-j-pongartz-der-arbeitskraftunternehmer-eine-neue-grundform-der-ware-arbeitkraft/</guid>
<description><![CDATA[Voß, G. Günther/Pongratz, Hans J. (1998): Der Arbeitskraftunternehmer. Eine neue Grundform der ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-156" title="Kölner Zeitschrift für soziologie und Sozialpsychologie" src="http://mekin.wordpress.com/files/2009/04/koelner.gif?w=99" alt="Kölner Zeitschrift für soziologie und Sozialpsychologie" width="140" height="184" /><strong>Voß, G. Günther/Pongratz, Hans J. (1998): Der Arbeitskraftunternehmer. Eine neue Grundform der &#8220;Ware Arbeitskraft&#8221;? In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 50, 1/1998, S. 131-158. </strong></p>
<p>Pongartz und Voß entwickeln in ihrem Aritkel für die KZfSS die Figur des &#8216;Arbeitkraftunternehmers&#8217;, einem neuen Grundtypus der Ware Arbeitkraft. Die Debatte um die Arbeitskraftunternehmer durchzieht seit nunmehr 10 Jahren die Diskussion um die Zukunft der Arbeitsgesellschaft. Grund genug sich der sich der analytischen Kategorie, nicht aber dem gesellschaftlichen Leitbild Arbeitskraftunternehmer zuzuwenden. Denn eine Problematisierung des mit der &#8220;neuen Grundform der Ware Arbeitskraft&#8221; einhergehenden Wandel der Arbeitbeziehungen fällt eher schmal aus. Nichts destotrotz lassen sich mit Pongartz und Voß Konsequenzen einer fortschreitenden neoliberalen Umstrukturierung sowohl für die Ökonomie, für die Gesellschaft und für die Subjekte ausmachen und im Hinblick auf eine Problematisierung gesellschaftlicher Verhältnisse reinterpretieren.<!--more--></p>
<p>Pongartz und Voß vermuten in Folge der von ihnen beschriebenen neuen Strategien der betrieblichen Nutzung von Arbeitsfähigkeiten die Grundform der Arbeitkraft im Wandel. Eine <em>&#8220;systematische erweiterte Selbst-Kontrolle der Arbeitenden&#8221;</em>, der <em>&#8220;Zwang zur forcierten Ökonomisierung ihrer Arbeitfähigkeiten&#8221;</em> und die <em>&#8220;Verbetrieblichung der alltäglichen Lebensführung&#8221;</em> bringen sie mit ihrer idealtypischen Figur des <em>&#8220;Arbeitskraftunternehmers&#8221;</em> auf den Begriff (S.130). Die bis in die 1970er und 80er Jahren dominante tayloristisches Form der Nutzung von Arbeitskraft wird zum Hindernis weiterer Produkivitätssteigerungen. In der Folge machen Unternehmen neue Ansprüche an Arbeitsnehmer_innen geltend: <em>&#8220;So werden Freiräume in der Arbeitseinführung eingeräumt, die für die Arbeitenden durchaus einen Autonomiegewinn bedeuten können, anderseits wird aber zugleich massiv der Leistungsdruck erhöht&#8221; </em>(S.134). Diese &#8220;fremdorganisierte Selbstorganisation&#8221; zielt darauf, <em>&#8220;durch den Übergang zu flexibilisierten, ergenisorientierten Auftragsbeziehungen das für die betriebliche Nutzung von Arbeitskraft fundementale Problem der </em>organisatorischen Sicherstellung der erfordlichen Arbeitsleistung<em> mit einer neuer Logik anzugehen&#8221;</em> (S.137, H.i.O.). Pongartz und Voß rekurrieren hier auf das &#8220;Transformationstheorem&#8221; nach Marx. Jedes Unternehmen muss nach dem Kauf der Ware Arbeitskraft Bedingungen schaffen, etwa in Form von Steuerung und Überwachung, um die allgemeine Arbeitskraft in die benötigte Arbeitsleistung zu überführen.</p>
<p>Die Transformation von Arbeitskraft in Arbeit wird im Fordismus vorallem über die von Taylor inspirierte Arbeitsphilosophie der vollständigen Kontrolle und Arbeitsteilung des Produktionsprozesses sichergestellt. Im wachsenden Maße wird in der Folge gerade das Gegenteil propagiert, <em>&#8220;was bisher eher vermeiden werden sollte: Freiräume schaffen, betriebliche Steuerung reduzieren und Selbstorganisation der Betroffenen fördern&#8221; </em>(S.138). Dies heißt selbstveständlich nicht, dass auf Kontrolle verzichtet wird, vielmehr werden indirekte Steuerungen effektiviert, strategische Parameter, wie Kosten und Produkivität gezielter kontrolliert, quantitative und qualitative Leistungsanforderungen erhöhrt, sowie Arbeitbedingungen wie z.B. die Ausdünnung der Personaldecke, Reduzierung von Einkommen und Sozialleistungen u.a. verschärft. <em>&#8220;Arbeitskraftverausgabung heißt im Zuge dieser Entwicklung immer weniger passive Erfüllung fremdgesetzter Anforderungen bei mehr oder minder geringen Gestaltungsspielräumen der Arbeitsausführung, sondern zunehmend das genaue Gegenteil: eine explizite und verstärkte aktive Selbssteuerung und Selbstüberwachung der eigenen Arbeit im Sinne allgemeiner Unternehmensanforderungen (&#8230;) bei nur noch rudimentären bzw. indirekten und auf öhere Systemebenen verlagerten Steuerungsvorgaben durch die Betriebe&#8221;</em> (S.139).</p>
<p>Die Arbeitnehmer_innen oder auch &#8220;Auftragnehmer&#8221; sehen sich zusätzlichen Anforderungen gegeübergestellt, z.B. erfordert die Flexibiliserung von Arbeitszeiten auch die eigen gestaltete zeitliche Strukturierung der Arbeit; den Arbeitenden selbst fällt die Herstellung und Regulierung interpersonaler Beziehungen zu, bspw. in Projektarbeiten; der Erwerb von beruflichen Qualifikationen wird in eigener auch finanzieller Verantwortung erwartet; die Fähigkeit zur Eigenmotivation wird vorausgesetzt; etc. (Vgl. S.141). Weiterhin wird die Ökonomisierung der Arbeitskraft erweitert: Der Arbeitkraftunternehmer muss in zunehmenden Maße sein einzig nutzbares Vermögen (die Arbeitskraft) dauerhaft auf eine witschaftliche Nutzung hin entwickeln und verwerten. Zwar musste Arbeitkraft schon immer verkauft werden, jetzt jedoch <em>&#8220;springt diese Anforderung auf eine neue Stufe, indem sowohl innerbetriebliche Märke für Arbeitskraft und Arbeit entstehen, auf denen sich die Träger des Arbeitsvermögens als Anbieter bewähren müssen, als auch immer mehr Arbeitskräfte auf wirklich offene, betriebsexterne Märkte gedrängt werden&#8221;</em> (S.142). Die Subsumtion von Arbeitskraft und Arbeit unter die Logik abstrakter ökonomischer Verwertung wird so durch die Betroffenen selbst organisiert, sie werden zu Unternehmer_innen ihrer Arbeitskraft.</p>
<p>Die Folge der erweiterten Ökonomisierung ist die umfassende, auf alle Ressourcen zielende, systematische Organisation des gesamten Lebenszusammenhangs. Diese Ressorucen schließen alle verwertbaren Potentiale von Geldvermögen über soziale Netzwerke bis hin zu Arbeitsleistungen weiterer Personen ein. Auf dieser Ebene deutet sich nach Pongartz und Voß an, dass es darum gehen muss, <em>&#8220;die Analyse des historischen Wandels der Verfassung von Arbeitskraft in ein umfassendes Modell zum Wandel des gesellschaflichen Verhältnisses von &#8220;Arbeit und Leben&#8221; zu integrieren</em>&#8221; (S.145). Die Dynamik geht nicht nur von Unternehmern aus, auch ein Wertewandel bezüglich der Arbeitsansprüche in Richtung Selbstbestimmung und Sinnbezug, der mit Betriebskonzepten konvergiert, muss in Rechnung gestellt werden; ferner die Schaffung von rechtlichen Voraussetzungen durch die neoliberale Arbeits- und Wirtschaftspolitik, sowie die Zunahme von Dienstleistungstätigkeiten, die andere Arbeitsformen notwendig machen. In Bezug auf den Wandel der Arbeitsverhältnisse und der Subjektanforderungen sehen Pongartz und Voß eine Veränderung der Verfassung von Gesellschaftlichkeit überhaupt: <em>&#8220;Im Arbeitskraftunternehmer zeigt sich in fast idealtypischer Weise der Übergang von einer primär normativen oder direkten Form der Vergesellschaftung zu einem Modus der Sozialregulierung und -integration, die auf eine zunehmende Selbstvergesellschaftung von Individuen beruht</em>&#8221; (S.153): Diese &#8220;subjektivierte Form der Regulierung und Stabilisierung&#8221; komme jedoch keineswegs einer bloßen Freisetzung aus Herrschaftszusammenhängen gleich (diese haben die Autoren durchaus im Blick), sondern auch erhöhten Anforderungen an eine Gestaltung der eigenen Lebenspraxis.</p>
<p>Problematisch ist die Entwicklungslogik aus der Pongartz und Voß den Arbeitskraftunternehmer betrachten. Diese erscheint als unumkehrbar und alternativlos, tatsächlich ist sie umstritten und bleibt letztendlich ein empirisch zu klärende Frage. Weiterhin lässt sich die Perspektive der Analyse kritisieren: Hier werden die beschriebenen Entwicklungen vorallem aus veränderten betrieblichen Anforderungen heraus erklärt, sie kommen so ökonomischen Zwängen gleich, zu denen sich die Individuen nur eingeschränkt verhalten können. Die Verbreitung des Arbeitskraftunternehmers wird zwar als ambivalent betrachtet, problematisch sehen die Autoren vorallem den unvollständigen Arbeitskraftunternehmer, deren Unterstützung eine gesellschaftliche Aufgabe sei. Gewerkschaftliche Interessevertretung wird hierbei kurzerhand auf individuelle Beratung reduziert. In dieser Argumenation geraten kollektive Handlungsspielräume, die im Interesse der Absicherung von Beschäftigungs- und Lebensverhältnissen gegen eine Zurichtung nach betrieblichen Anforderungen, wie Selbst-Aktivierung, Selbst-Ökonomisierung und Selbst-Rationalisierung richten, aus dem Blick.</p>
<p>Mit der Figur des Arbeitskraftunternehmers lässt sich aber &#8211; anders als bei Pongartz und Voß &#8211; durchaus eine Kritik der neoliberalen Umstrukturierung formulieren. Zentrale Bezugspunkte lassen sich für die Analyse neuer gesellschaftlicher Leitbilder und Anforderungen in Folge der neoliberalen Umstrukturierung von Ökonomie und Gesellschaft und ihrer Bedeutung für die Subjekte heranführen. Hier liegt der Gewinn einer Auseinandersetzung mit Pongartz&#8217; und Voß&#8217; Arbeitskraftunternehmer. Die Frage stellt sich jedoch nicht, wie sich die Subjekte den Anforderungen bestmöglich anpassen, sondern wie mit oder auch gegen diese Entwicklungen subjektiven Bedürfnissen und Interessen Geltung verschafft werden kann.</p>
<p><a href="http://mekin.wordpress.com/files/2009/04/absolutebalkanizm_0409_1.pdf"></a></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[[review]&gt;&gt;Christina Kaindl: Dabei sein, frei sein: Subjekte im High-Tech-Kapitalismus]]></title>
<link>http://mekin.wordpress.com/2009/04/02/reviewchristina-kaindl-dabei-sein-frei-sein-subjekte-im-high-tech-kapitalismus/</link>
<pubDate>Thu, 02 Apr 2009 12:40:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>mekin</dc:creator>
<guid>http://mekin.wordpress.com/2009/04/02/reviewchristina-kaindl-dabei-sein-frei-sein-subjekte-im-high-tech-kapitalismus/</guid>
<description><![CDATA[Christina Kaindl (2007): Frei sein, dabei sein: Subjekte im High-Tech-Kapitalismus. In: dies (Hg.), ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-123" title="subjekte_im_neoliberalismus" src="http://mekin.wordpress.com/files/2009/04/subjekte_im_neoliberalismus.jpg?w=105" alt="subjekte_im_neoliberalismus" width="140" height="184" /><strong>Christina Kaindl (2007): Frei sein, dabei sein: Subjekte im High-Tech-Kapitalismus. In: dies (Hg.), Subjekte im Neoliberalismus, Forum Wissenschaft Studien, BdWi-Verlag, S.141-161. (<a href="http://www.bdwi.de/verlag/gesamtkatalog/763521.html" target="_blank">Verlagsinformationen</a>)</strong></p>
<p>Die sich unter neoliberalen Vorzeichen verändernden gesellschaftlichen Verhältnisse greifen in besonderer Weise auf die Subjekte zu. In Anbetracht einer ambivalenten Gleichzeitigkeit des Versprechens von Freiheit und Selbstbestimmung und der Zurichtung der Individuen nach Verwertungskriterien, stellt sich die Frage, wie Subjektivität im Neoliberalismus theoretisch gefasst werden kann. Christina Kaindl geht es in ihrer Auseinandersetzung mit Theoretisierungen der neuen Subjektanforderungen und aktual-empirischer Untersuchen, die Individuen nicht als Objekte gesellschaftlicher Anforderungen zu begreifen, sondern die Vermittlung von gesellschaftlicher Bestimmtheit und subjektiver Bestimmung mit Bezug auf die kritisch-psychologischen Vermittlungskategorie Handlungsfähigkeit herauszuarbeiten. Hierdurch verdeutlicht sich wie gesellschaftliche Bedeutungsstrukturen Relevanz für die Individuen gewinnen, d.h. warum neoliberale Diskurse handlungswirksam für die Individuen werden, wo aber auch Brüche, Widersprüche und Widerstände deutlich werden, die Ansatzpunkt für eine Entwicklung alternativer Denk- und Handlungsmöglichkeiten sein können, um Personalisierungen und unhinterfragte Übernahme gesellschaftlicher Zumutungen zurückzuweisen.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Theoretische Annährungen an die veränderten Anforderungen an die Subjekte im Zuge der sich verändernden gesellschaftlichen Verhältnisse werden vorallem durch die Gouvernementalitätsstudien im Anschluss an die Arbeiten <em>Michel Foucaults</em> untersucht. Foucault geht es zwar darum: <em>&#8220;den Menschen zu zeigen, dass sie weit freier sind, als sie meinen; dass sie Dinge als wahr und evident akzeptieren, die zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte hervorgebracht worden sind&#8221;</em> (Foucault zit. nach Kaindl, 143), der Zusammenhang der von Foucault untersuchten ökonomischen, sozialen, kulturellen und technischen Prozessen und den Möglichkeiten der Subjekte sich zu gesellschaftlichen Bedingungen zu verhalten, bleibt aber weitgehend unberücksichtigt. Foucault geht zwar nicht soweit, die Menschen als von den Strukturen determiniert zu erachten, aber die Möglichkeitsbeziehung zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und subjektiven Handlungsgründen in ihrer historischen-konkreten Form, wird von ihm als &#8220;Subjektkonstitution&#8221; gedacht und ins Subjekt hineinverlagert. Die Perspektive der Veränderung von gesellschaftlichen Strukturen im Spannungsfeld von objektiver Bestimmtheit und subjektiver Bestimmung ist so schwer zu denken.</p>
<p><em>Luis Althusser</em> hingegen versucht, die historische Veränderbarkeit von Ideologien und somit politische Handlungsmöglichkeiten herauszuarbeiten. Im Anschluss an Subjektivierungsvorstellung von Jaques Lacan, beschreibt er die Konstituierung von Subjektivität als Anrufungspraxen, dergemäß nicht nur ideologische Staatsapparate, sondern auch Organisationen der Arbeiterklasse zu Instanzen werden, die die Individuen als Subjekte anrufen. Unklar bleibt jedoch, wie eine Organisationierung, die sich den hegemonialen Diskursen entzieht und entgegensetzt, überhaupt beginnen kann. Problematisch erscheint hier vorallem der Bezug auf psychoanalytische Konzeptionen, nach denen Individuen als ungesellschaftliche und Gesellschaften, als notwendigerweise unterdrückende, entgegengesetzt werden und somit eine Entfremdung der Subjekte als schon immer existierend und notwendig, wenn nicht notwendigerweise naturalistisch, aber zumindest kulturell tradiert angenommen wird. Die damit einhergehende Ontologisierung von Untersdrückungserfahrungen <em>&#8220;verstellt damit eine mögliche subjektwissenschaftliche Perspektive, die fragen könnte, in welcher Weise welche konkreten Erfahrungen dazu führen, dass eine Überschreitung der Grenzen der herrschaftlich nahe gelegten Handlungsoptionen mir unerreichbar, uninteressant, schlicht unfunktional erscheinen&#8221;</em> (S.146).</p>
<p>Demgegenüber lässt sich durch die <em>kritisch-psychologische</em> Konzeption von Handlungsfähigkeit, mit den Begriffspolen restriktive und verallgemeinerte Handlungsfähigkeit analytisch aufschlüsseln unter welchen Prämissen die Individuen herrschaftliche Anforderungen realisieren. Kaindl versteht die Kategorie der Handlungsfähigkeit, in der die Vermittlung von Struktur und Handlung denkbar wird, als Gegenkonzept zu Vorstellungen, die die Unterordnung der Subjekt in deren &#8220;Natur&#8221; verlagern. Die Gouvernementalitätsansätze vermögen es durchaus die Verkopplung und wechselseitige Konstitution von Machttechniken, Wissensformen und Subjektivierungsprozessen zu fassen, die Frage warum sich etwa neoliberale Denkweisen gesellschaftlich hegemonial werden, kann aber schwer bearbeitet werden. Auch wenn in den Gouvernementalitätsstudien Subjekte im allgmeinen nicht zu Wort kommen, sind sie dennoch als Bedeutungsanalysen für die den Subjekten &#8220;zugewandte Seite&#8221; der strukturierten Welt und die in ihr eingelassenen Handlungsmöglichkeiten und -beschränkungen interessant. Um jedoch zu klären warum die Subjekte sich im Rahmen restriktiver Handlungsfähigkeit in Absehung verallgemeinerter Interessen mit gesellschaftlichen Zurichtungen arrangieren, also neoliberale Anforderungen an die Individuen als Prämissen in deren Handlungsbegründungen eingehen, bedarf es der Reinterpretation von Gouvernementalitätsstudien im Hinblick auf darin enthaltende Prämisse-Gründe-Zusammenhänge, wie Kaindl an einigen aktual-empirischen Studien aufzeigt:</p>
<ul>
<li>In den <em>SIREN-Untersuchungen</em> zu Veränderungen der Anforderungen in der Arbeit und rechtspopulistischen Denkweisen (hierzu Hentges u.a., The Abandoned Worker &#8211; Socio-economic Change and the Attraction of Right-wing Populism. European Synthesis Report on Qualitative Findings, Wien 2003) lässt sich erklären wie neoliberale Subjektanforderungen ihre hegemoniale Bindungskraft entfalten. Im Zuge der Reorganisation der Arbeitsorganisation von Unternehmen, etwa der Durchsetzung der just-in-time-Produktion, werden für die Beschäftigten fremdgesetzte Anforderungen, bspw. die Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen durch den Bedarf nach flexibler Arbeitskraft, mit Beschäftigteninteressen, vorallem der Rücknahme extremer tayloristischer Arbeitsteilung und Befreiung aus Monotonie und Fremdbestimmung, verknüpft. Die sich aus der Restruktierung der Unternehmen ergebenen Zumutungen für die Beschäftigten, die sich in Unsicherheit, Stress und Entwertung von Qualifikationen ausdrücken, gewinnen so eine subjektive Relevanz, die es ermöglicht diese Anforderungen im eigenen Interesse zu übernehmen.</li>
<li>In Luc Boltanskis und Eve Chiapellos Untersuchungen zum &#8220;neuen Geist des Kapitalismus&#8221; wird Peter Hartz&#8217; &#8220;Job Revolution&#8221; (2001) im Sinne der Gouvernementalitätsstudien untersucht. Auch wenn in der Studie nichts darüber ausgesagt ist, wie &#8220;Zumutbarkeit&#8221;, &#8220;Eigenverantwortung&#8221; und &#8220;Aktvierung&#8221; als zentrale Konzepte der sog. &#8220;Hartz-Kommission&#8221; als Leitbild auch sozialstaatlicher Diskurse hegemonial werden konnten, sind die angesprochenen Dimensionen für Bedingungs-Bedeutungsanalysen interessant. Der Versuch die neuen Subjektanforderungen, die mit technischen Neuerungen der Produktion einhergehen, zu gesellschaftlichen Leitbildern zu verallgemeinern, verläuft nicht in einem Automatismus, sondern ist auf Vermittler in politischer und Zivilgesellschaft angewiesen, was als Verweis auf die Notwendigkeit einer Reinterpretation der nahegelegten Bedeutungen als Denk- und Handlungsmöglichkeiten, zu denen sich Individuen verhalten könnne, zu lesen ist.</li>
<li>Auch in <em>Barbara Ehrensreich</em> Studien zu Qualifizierung und Selfmanagement (hierzu, dies., Qualifiziert und arbeitslos, München 2006), in der eine scheinbar widerstandslose Durchsetzung der Individualisierungs- und Employability-Ideologien in Trainingskursen geschildert werden, lassen sich Möglichkeitsbeziehungen sichtbar machen. Dass entsprechende Denkweisen, etwa Misserfolg als Mangel an Erfolgsausstrahlung zu verstehen, eben trainiert werden müssen und es einiger &#8220;Demütigungen&#8221; und &#8220;psychologischer Spielchen&#8221; bedarf, bis die TeilnehmerInnen die präsentierten Anforderungen als Prämissen ihres Denkens und Handelns übernehmen, verweist auf potentielle Widerstände. <em>&#8220;Die Wahrnehmung einer &#8220;bruchlosen&#8221; Durchsetzung individualistischer Denkweisen wird so reformulierbar als Frage an Hegemonieverhältnisse innerhalb der Bedeutungsstrukturen und Denkangebote (&#8230;)&#8221;</em> (155).</li>
<li>Im Rahmen der<em> Studie &#8220;Gesellschaft mit beschränkter Haftung&#8221;</em> (Schultheis/Schulz, Konstanz 2005) zur Prekarisierung von Arbeitsbedingungen von Kulturarbeiter_innen lassen sich neue Emotionalitätsdispositive aufzeigen. Galten für den Fordismus noch Anforderungen die Emotionalität zu verinnerlichen und dadurch den erkenntnisleitenden Charakter von Emotionalität für konkrete Handlungen zu suspendieren, werden in neoliberalen Mobilisierungsdiskursen Gefühle profanisiert und als jederzeit einsetzbar proklamiert. <em>&#8220;Sie werden (auch hier) nicht als Bewertung der Situation gedacht, sondern müssen unabhängig davon zum Handeln unter fremd gesetzten Zielen befähigen, sind Teil von Selbstinstrumentalisierungen, die die geforderten Handlungen &#8211; aktiv, kreativ, demütigend &#8211; berreitstellen können&#8221;</em> (157). In diesem Zusammenhang gehe es im Neoliberalismus auch weniger darum, herrschende Verhaltensweisen &#8220;zu oktroyieren&#8221;, <em>&#8220;als vielmehr die Subjekte zu mobilisieren, sich die von anderen definierten Probleme selbstständig zu eigen zu machen bzw. selbst aus den sachlichen Gegebenheiten abzuleiten (&#8230;)&#8221;</em> (ebd.).</li>
</ul>
<p>Zusammenfassend lässt sich nach Kaindl festhalten, dass die Wirkmächtigkeit neoliberale Konzepte und Zumutungen an Wünsche und Interessen nach Befreiung und Bevormundung anknüpft und so ermöglicht, dass sich Menschen aus Erfahrungen restriktiver fordistischer Verhältnisse am Projekt Neoliberalismus im eigenen Interesse beteiligen. Nur wird die Realisierung eigener Wünsche an den Markt deligiert und Selbstverwirklichung nimmt unter der Verwertungsbedingungen einen Zwangscharakter an, ist wenn überhaupt nur in den eng gesetzten Rahmen der Marktförmigkeit möglich. Um die Übernahme gesellschaftlicher Zumutungen und Personalisierungen zurückzuweisen, müssen gesellschaftliche Repräsentationen von Kritik, Utopie und Veränderungsmöglichkeiten überhaupt wahrnehmbar sein, um potentiell als Prämissen in Handlungsbegründungen einzugehen. Diese sind aber nur thematisierbar wenn Anforderungen an Subjekte im High-Tech-Kapitalismus theoretisch so begriffen werden, dass die Widersprüchlichkeit von restrikitven und verallgemeinerten Handlungsmöglichkeiten sichtbar und denkbar gemacht wird.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[[review]&gt;&gt;Catharina Schmalstieg: Prekäre Beschäftigung und personale Handlungsfähigkeit. Gewerkschaften als Handlungsplattform?]]></title>
<link>http://mekin.wordpress.com/2009/03/19/reviewcatharina-schmalstieg-prekare-beschaftigung-und-personale-handlungsfahigkeit-gewerkschaften-als-handlungsplattform/</link>
<pubDate>Thu, 19 Mar 2009 22:27:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>mekin</dc:creator>
<guid>http://mekin.wordpress.com/2009/03/19/reviewcatharina-schmalstieg-prekare-beschaftigung-und-personale-handlungsfahigkeit-gewerkschaften-als-handlungsplattform/</guid>
<description><![CDATA[Catharina Schmalstieg (2008): Prekäre Beschäftigung und personale Handlungsfähigkeit. Gewerkschaften]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-76" title="Abstrakt negiert ist halb kapiert - Beiträge zur marxistischen Subjektwissenschaft" src="http://mekin.wordpress.com/files/2009/03/pic_abstrakt_negiert.jpg?w=105" alt="Abstrakt negiert ist halb kapiert - Beiträge zur marxistischen Subjektwissenschaft" width="140" height="184" /><strong>Catharina Schmalstieg (2008): Prekäre Beschäftigung und personale Handlungsfähigkeit. Gewerkschaften als Handlungsplattform? In: Lorenz Huck, Christina Kaindl, Vanessa Lux, Thomas Pappritz, Katrin Reimer, Michael Zander (Hg.): &#8220;Abstrakt negiert ist halb kapiert&#8221;. Beiträge zur marxistischen Subjektwissenschaft. Morus Markard zum 60. Geburtstag, S.131-151. ISBN 978-3-939864-05-9</strong></p>
<p>Die Individualisierung und Prekarisierung von Lebens- und Beschäftigungsverhältnissen ermöglicht zwar einerseits die Befreiung aus kollektivistischen Zwängen, gleichzeitig gehen aber auch gemeinschaftliche Erfahrungsräume verloren. Geteilte Lebenslagen und Interessenskonstellationen werden weniger wahrnehmbar, kolletive Veränderungsprozesse für die einzelnen Individuen unfunktional<strong>. </strong>Catharina Schmalstieg diskutiert in ihrem Beitrag für die <a title="Abstrakt negiert ist halb kapiert" href="http://www.bdwi.de/verlag/gesamtkatalog/1438685.html">Festschrift &#8220;Abstrakt negiert ist halb kapiert&#8221; zu Morus Markards 60. Geburtstag</a> inwieweit Denk- und Handlungsangebote für prekär Beschäftigte bestehen, die über bestehende Beschränkungen hinausweisen und die Deutung der Bedingungen eigener Lebensweisen als schicksalshaft zurückweisen. Sie sieht gewerkschaftliche Organisation als Möglichkeit personale Handlungsfähigkeit zu erweitern, d.h. die Verfügung über Arbeits- und Lebensverhältnisse durch Beteiligung an Gewerkschaftsaktivitäten zu erhöhen. Mit Bezug auf die Organisation von Arbeiter_innen des Sicherheitsgewerbes in der San Francisco Bay Area, California zeigt sie unter welchen Bedingungen Gewerkschaften als Handlungsplattformen und &#8220;kooperative Integration&#8221; ermöglichen können.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Angesichts sich zunehmend prekarisierender Beschäftigungsverhältnisse und die sich hierdurch reproduzierenden Ausgrenzungsbewegungen entlang den Kategorien class, race und gender schätzt unter anderen Pierre Bourdieu (Das Elend der Welt, 1997) Möglichkeiten kollektiver Handlungsfähigkeit pessistisch ein, da Vorwegnahmen von Zukunft stark eingeschränkt sind. Inwiefern kollektive Handlungsfähigkeit für die Individuen möglich erscheinen, hängt davon ab, wie lage- und positionsspezifische Bedingungskonstellationen konkret beschaffen sind. Aus Sicht der <a title="Kritische Psychologie" href="http://kritische-psychologie.de">Kritischen Psychologie</a> ist <a title="kritisch-psychologisches Konzept der Handlungsfähigkeit (Holzkamp)" href="http://kritische-psychologie.de/texte/kh1984a.html">Handlungsfähigkeit</a> kategorial vorausgesetzt, Handeln selbst stellt die Realisierung von Handlungsmöglichkeiten dar und ist sowohl als Handeln im Bestehenden und Handeln in Überwindung einschränkender Verhältnisse denkbar. Zu klären ist inwieweit im &#8220;subjektiven Möglichkeitsraum&#8221; Handlungsalternativen erfahrbar sind, die im Zusammenschluss &#8220;in unmittelbarer Kooperation&#8221; (Holzkamp) eine Verbesserung der &#8220;je eigenen&#8221; Situation ermöglichen könnten. Festzuhalten ist nach Schmalstieg, dass <em>&#8220;Handlungziele, die in einem wie auch immer gearteten überindividuellen Zusammenschluss formuliert und verfolgt werden, [es] ermöglichen, sich von »Denkverboten,« die die Aufrechterhaltung des restriktiven Modus ermöglichen, zu entfernen und die formulierten Interessen und Handlungsziele [des Zusammenschlusses] »motiviert« zu übernehmen, d.h. als eigene Interessen zu verfolgen</em>&#8221; (S.136). In Bezug auf Arbeiter_innen im Sicherheitgewerbe in den USA sind Perpektiven &#8220;organisierter kooperativer Integration&#8221; durch konkrete Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten schwierig, aber keineswegs undenkbar. Die bei Sicherheitsfirmen Beschäftigen arbeiten meist vereinzelt und unter geringer Entlohnung. Arbeitsrechte werden zudem unterminiert, Lohnzahlungen erfolgen meist unregelmäßig und unbezahlte Tätigkeiten sind an der Tagesordnung. <em>&#8220;Arbeitsbezogene kooperative Bezüge&#8221;</em>, so hält Schmalstieg fest: <em>&#8220;sind so gut wie nicht vorhanden, so dass es schwierig ist, vorhandene Frustation in kollektives Handeln zu überführen&#8221;</em> (S.139).</p>
<p>Gewerkschaften können in Verhältnissen, in denen die gesellschaftliche Lage und Position der prekär Beschäftigten als grundsätzlich verschieden von einander gesehen werden, dazu beitragen, dass &#8220;Denkangebote zur Deutung gesellschaftlicher Verhältnisse&#8221; gemacht werden, die Gruppengrenzen und gesellschaftliche Trennungen als nicht unveränderlich erfahrbar machen. Hierfür spielt die Möglichkeit der Partizipation an Arbeitskämpfen und Gewerkschaftsarbeit eine entscheidenen Rolle, denn damit entsprechende Denkangebote als subjektiv bedeutsam angesehen werden, muss die Gewerkschaftsarbeit so organisiert sein, dass sie es den Beteiligten ermöglicht eigene und nicht fremdgesetzte Ziele zu verfolgen. Gewerkschaften kann es daher nicht nur darum gehen, im Sinne des &#8220;external organizing&#8221; bereits Aktive Mitglieder für die Gremienarbeit zu gewinnen, sondern auch Nicht-Mitglieder in konkrete Kämpfe mit einzubeziehen (internal organizing). Über Gespräche über Arbeitsbedingungen, Angebote zur Beteiligung an niedrigschwelligen Aktionen und andere Formen können kollektive Handlungsstrategien entwickelt und Interessengemeinsamkeiten aufgezeigt werden, die wiederum Grundlage für weitergehende Schritte sind.</p>
<p>Dass dies nicht nur eine abstrakte Gedankenspielerei ist, sondern hierüber kollektives Handeln zur Veränderung von spezifischen Situationen befördert werden kann, verdeutlicht Schmalstieg an Untersuchungen der <a href="http://seiu247.localsonline.org">&#8220;Stand-For-Security-Kampagne&#8221;</a> der Gewerkschaft <a href="http://www.seiu.org/index.php">SEIU</a> (Service Employee International Union) im Jahr 2007, die an dieser Stelle nicht im Einzelnen diskutiert werden sollen. Zusammenfassen lässt sich jedoch, dass zahlreiche bisher nicht in Arbeitskämpfen beteiligte Beschäftigte im Sicherheitgewerbe an kollektiven Handlungsformen teilnahmen, Ängste und Frustationen in gemeinsame Interessensvertretung überführt werden konnten und es den Einzelnen möglich wurde, in Überschreitung ihrer Vereinzelung Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen (höhere Löhne, &#8220;Family Health Care Plans&#8221; u.a.) zu erreichen. <em>&#8220;Die bisherige Anaylse lässt den Schluss zu, dass Gewerkschaften als Handlungsplatform fungieren und eine »kooperative Integration« ermöglichen können, indem sie prekär Beschäftigten 1. Denk- und Handlungsalternativen bieten, die Aussicht auf eine Verbesserung der Arbeitsverhältnisse ermöglichen, und 2. über damit verbundene kollektive Prozesse individuelle Bedrohtheit minimieren&#8221;</em> (S.148). Für prekär Beschäftigte bestehen daher tatsächlich Denk- und Handlungsangebote, in denen eine Erweiterung ihrer Handlungsmöglichkeiten bspw. durch eine Beteiligung an Arbeitskämpfen und kollektiven Aktionen der Gewerkschaft antizipiert werden können. Die Funktionalität von Deutungen gesellschaftlicher und lebensweltlicher Bedingungen als schicksalshaft kann so zu Gunsten einer Veränderung einschränkender Verhältnisse zurücktreten.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[[[audio-review]]&gt;&gt;Frank Bettinger: Wie politisch ist die soziale Arbeit (heute)?]]></title>
<link>http://mekin.wordpress.com/2009/03/12/audio-reviewfrank-bettinger-wie-politisch-ist-die-soziale-arbeit-heute/</link>
<pubDate>Thu, 12 Mar 2009 13:23:57 +0000</pubDate>
<dc:creator>mekin</dc:creator>
<guid>http://mekin.wordpress.com/2009/03/12/audio-reviewfrank-bettinger-wie-politisch-ist-die-soziale-arbeit-heute/</guid>
<description><![CDATA[Frank Bettinger: Vortrag: Wie politisch ist soziale Arbeit (heute)? Berlin, 11.12.2008, Alice-Salomo]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img class="alignleft size-medium wp-image-57" title="AKS - Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit" src="http://mekin.wordpress.com/files/2009/03/arbeitskreis-kritische-soziale-arbeit.jpg?w=300" alt="AKS - Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit" width="300" height="58" /><strong>Frank Bettinger: Vortrag: Wie politisch ist soziale Arbeit (heute)? Berlin, 11.12.2008, Alice-Salomon-Hochschule </strong><strong>(<a href="http://undergroundgallery-berlin.de/div/bettinger.mp3">Audiomitschnitt</a>)</strong></p>
<p>Das <a href="http://normalisierung.blogsport.de">Projekt Normalisierung</a> hat einen Audiomitschnitts eines Vortrages von Frank Bettinger und anschließender Diskussion zu Perspektiven Kritischer Sozialer Arbeit im Dezember 2008 an der Alice Salomon Fachhochschule Berlin auf ihren Blog veröffentlicht. An dieser Stelle sollen zentrale Thesen und Forderungen von Bettinger wiedergeben werden: Der unpolitische Anspruch der &#8220;traditionellen&#8221; Sozialen Arbeit müsse zugunsten einer Politisierung der Profession überwunden werden. Hierfür bedürfe es Überlegungen zu Grundlegungen und Gegenstand der Sozialen Arbeit, aus der sich Aufgaben und Funktionen ableiten ließen, mit dem Ziel eine politische und wissenschaftsbasierte Soziale Arbeit zu etablieren.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Bettinger legt zunächst seine Perspektive für die Notwendigkeit einer kritischen Sozialen Arbeit dar: Die  Krisenhaftigkeit der Gesellschaft und individueller Lebenslagen hat im Zuge der neoliberalen Reorganisation der Gesellschaft eine neue Qualität erreicht (Zunahme von Ungleichheitsverhältnissen, Ausgrenzungsbewegungen, Armut und prekärer Beschäftigungsverhältnisse, Dominanz neoliberaler und ökonomischer Diskurse in der Gesellschaft und in der Sozialen Arbeit, Entsolidarisierungstendenzen, u.a.). Diese Entwicklungen werden zwar durchaus zur Kenntnis genommen, Antworten findet die &#8220;traditionelle Soziale Arbeit&#8221; hierauf nicht, vielmehr unwirft sie sich den gesellschaftlichen Bedingungen, ohne eigene Perspektiven kenntlich zu machen. Dies, so Bettinger, komme nicht von ungefähr: Die Soziale Arbeit ist theorielos, der Gegenstand ihrer Arbeit wird hier von außen nahegelegt und bereitwillig übernommen. Sie unterwirft sich damit einer vermeintlichen Objektivität, in der Soziale Probleme als Abweichungen von Normalitätsvorstellungen definiert werden, mit der Folge, dass trotz aller Partizipationrhetorik die Adressat_innen auf den Objektstatus reduziert wird. Der gegenwärtige Zustand der Sozialen Arbeit hat auch eine spezifische Funktionalität für die Praktiker_innen: Sozialarbeiter_innen sind abhängig von Herrschaftsstrukturen, eine Problematisierung dieser stellt daher notwendigerweise die eigene Tätigkeit in Frage.</p>
<p>Dennoch bedürfe es eines kritischen Selbstverständnisses. Zentral an Bettingers Ausführungen ist die Forderung den Gegenstand der Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit autonom zu bestimmen. Diesen sieht er in der Klärung der Bedeutung von Prozessen und Auswirkungen sozialer Ausschließungen und sozialer Ausgrenzungen. Hierauf beziehend sollten sich auch Aufgaben der Sozialen Arbeit ableiten lassen, statt Nahelegungen hegemonialer Diskurse blindwütig zu übernehmen. Bettinger sieht diese Aufgaben vorallem in der Realisierung gesellschaftlicher Teilhabe, Ermöglichung sozialer, ökonomischer, kultureller und politscher Partizipation und Aufklärung über strukturelle Zusammenhänge, auch der Legitimation und Verfestigung von sozialer Ungleichheit und die Reproduktion gesellschaftlichre Widersprüche, mit dem Ziel, Bildungsprozesse für eine selbstbewusstere Lebenweise und Lebensbewältigung anzustoßen.</p>
<p>Als konzeptionellen Rahmen für eine kritische Soziale Arbeit bietet Bettinger eine Reinterpretation von Hans Thierschs Konzept der Lebensweltorientierung an. Die Lebenswelt sei die zentrale Kategorie, um die Bedeutung gesellschaftlicher Strukturen für individuelle Lebensführung überhaupt denken zu können. Aber nicht nur die subjektive Dimension, etwa individuelle Bewältigungsformen alltäglicher Lebensführung unter bestimmten Bedingungen und die objektiv-materiellen Lebensbedingungen bedürfen der Betrachtung, sondern auch eine diskursive Ebene: Vermeintlich objektive Gegebenheiten wie Normalität oder Abweichung werden in diskursiven sprachlichen Praxen erst produziert und durch fehlende Gegenöffentlichkeit hegemonial. Bettinger sieht in der Beschäftigung mit Diskursen daher eine zentrale Handlungsperpektive sich Gegenstand und Aufgaben der Sozialen Arbeit nicht von außen zuweisen zu lassen, sondern die Bedeutung entsprechender Nahelegungen funktionskritisch zu reflektieren. Hierzu zählt auch Gegenöffentlichkeit zu organisieren, gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu thematisieren und Ausgrenzungsbewegungen zu skandalisieren.</p>
<p>Bettinger geht es nicht ausschließlich darum Handlungsmöglichkeiten einer Kritischen Sozialen Arbeit aufzuzeigen, sondern die geforderten Veränderungen auch zu organisieren. Im letzten Teil seines Vortrages stellt der die Arbeit des <a href="http://www.kritische-soziale-arbeit.info">Arbeitskreises Kritische Soziale Arbeit</a> vor. Der AKS versteht sich als Forum für die Entwicklung einer kritischen Theorie und Praxis Sozialer Arbeit, um individuelle Anstrengungen in einem gemeinsamen Projekt zu bündeln. Weiterhin versucht der AKS Gegenöffentlichkeit zum mainstream der Sozialen Arbeit und zum hegemonialen neoliberalen Diskurs zu stärken.</p>
<p>Die Frage nach den Perspektiven einer Kritischen Sozialen Arbeit ist durch Bettinger begrüßenswerterweise handlungsorientiert gestellt worden. Es geht schlichtweg nicht nur darum eine Theorielosigkeit und die Funktionalität hegemonialer Vorstellungen von dem was Soziale Arbeit zu sein hat für herrschende Verhältnisse zu reklamieren, sondern eigene Perspektiven zu entwickeln und auch gegen den mainstream durchzusetzen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[[review]&gt;&gt;Christina Kaindl: Fit für den Markt? Psychologie und Therapie in Zeiten der Selbst-Aktivierung]]></title>
<link>http://mekin.wordpress.com/2009/03/11/reviewchristina-kaindl-fit-fur-den-markt-psychologie-und-therapie-in-zeiten-der-selbst-aktivierung/</link>
<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 18:49:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>mekin</dc:creator>
<guid>http://mekin.wordpress.com/2009/03/11/reviewchristina-kaindl-fit-fur-den-markt-psychologie-und-therapie-in-zeiten-der-selbst-aktivierung/</guid>
<description><![CDATA[Christina Kaindl (2008): Fit für den Markt? Psychologie und Therapie in Zeiten der Selbst-Aktivierun]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><strong><img class="size-thumbnail wp-image-44 alignleft" title="Phase zwei - Zeitschrift gegen die Realität" src="http://mekin.wordpress.com/files/2009/03/z_phase2_29.jpg?w=109" alt="Phase zwei - Zeitschrift gegen die Realität" width="140" height="184" />Christina Kaindl (2008): Fit für den Markt? Psychologie und Therapie in Zeiten der Selbst-Aktivierung. In: Phase zwei, Ausgabe 29, 2008. (<a title="Christina Kaindl: Fit für den Markt" href="http://phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=622&#38;print=" target="_blank">Online Version</a>)</strong></p>
<p>Christina Kaindl beschäftigt sich in einem Artikel des linken Theorie- und Diskussionsprojekts &#8220;<a href="http://phase2.nadir.org">Phase zwei &#8211; Zeitschrift gegen die Realität</a>&#8220;<strong> </strong>mit der Veränderung von Diskursen um Emotionalität, Theapie und Psychologie im Zeichen der neoliberalen Reorganisation der Gesellschaft. Ziel des Beitrags ist es, die Aufgabe emanzipatorischer Psycholgie und Theapie zu bestimmen, d.h. die Frage zu klären, wie unter Bedingungen, in denen &#8220;mangelnde Selbstaktivierung&#8221; als individuelles Versagen diskutiert werden, Erfahrungen des Leidens an den Verhältnissen zum Ausgangspunkt von emanzipatorischem Handeln gemacht werden kann.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Die rasante Ausweitung der Diskurse um Emotionalität, Therapie und Psychologie spätestens seit den 1970er Jahren gewinnt nach Kaindl in Zeiten der gegenwärtigen kapitalistischen Veränderungsdynamiken eine spezifische Funktionalität: <em>&#8220;Der reflexive Akt des Benennens von Emotionen, um mit ihnen besser zurecht zu kommen, verleiht ihnen eine Ontologie, ein Eigenleben, macht sie zum Objekt und dadurch Kosten-Nutzen-Rechnungen zugänglich.&#8221; </em>Die neuen Steuerungsmodelle der Arbeit unterwerfen auch die Kreativität und die Emotionalität dem Verwertungsdenken und lassen sie als Teil des &#8220;subjektiven Kapitals&#8221; erscheinen. Hegemonial werden Vorstellungen, nach denen mangelnder Erfolg keine Frage struktureller Bedingungen ist, sondern dem Versagen der Einzelnen zugeschrieben wird.</p>
<p>Psychologie und Therapie verteidigt nicht notwendigerweise indivduelle Ansprüche gegen derartige &#8220;herrschaftliche Anforderungen&#8221; und &#8220;marktfömige Reklamierungen&#8221;, sondern wird vielfach Teil des Selbst-Aktivierungs-Diskurses. Stellvertretend benennt Kaindl hier die psychotherapeutischen Methoden des <em>&#8220;Neurolinguistischen Programmierens (NLP)&#8221;. </em>Diese zielen auf Selbst-Aktivierung und Mobilisierung eigener Ressourcen, insbesondere der Emotionalität. <em>&#8220;Mittels </em><em>»</em><em>Ankern</em><em>«</em><em> soll gelernt werden, ein bestimmtes Gefühl unabhängig von der aktuellen Situation zu mobilisieren &#8211; und so etwa frisch und motiviert zur Arbeit zu gehen, Kreativität für die Konstruierung eines Produkts freizusetzen oder glaubwürdig ein bestimmtes Gefühl auf der Bühne rüberzubringen&#8221;. </em>Konkrete Problemlagen, die sich durch sepzifische Arbeitsbedingungen ergeben, werden in die Verantwortung der Individuen gelegt, denn zumindest nahegelegt ist es, dass diese sich durch Eigeninitiative (etwa das Hevorrufen von &#8220;geankerten Gefühlen&#8221;) beseitigen ließen. Gleiches gilt auch für die Problematik der Erwerbsarbeitslosigkeit. Die neoliberale Mobilisierung der Emotionalität begünstigt auch die Verschiebung psychischer Erkrankungen zugunsten von Depressionen und Burn-Outs und mit ihr einen therapeutischen Diskurs, der diese Erkrankungen individualisierend zu begegnen versucht.</p>
<p>Die personalisierenden Anforderungen, so hebt Kaindl mit Bezug auf das kritisch-psychologische Begriffspaar <em>&#8220;restriktive und erweiterte Handlungsfähigkeit&#8221; </em>heraus, können nur wirksam werden, wenn sie für die nach Handlungsfähigkeit strebenden Individuen unter Anerkennung der gegebenen Machtstrukturen auch funktional sind. Hieran anschließend stellt sich daher die Frage, wie die Überschreitung restriktiver Bewältigungsweisen für die Individuen funktional werden kann. Für Kaindl hängt dies davon ab, <em>&#8220;ob und wie (stark) alternative, oppositionelle, gegen den Strom gerichtete Handlungs- und Denkmöglichkeiten in den Bedeutungszusammenhängen repräsentiert sind&#8221;. </em>Psycholog_innen können, sofern sie über Begriffe und Wissen verfügen, mit denen herrschaftliche Anforderungen als solche gedacht werden können, aus erster Hand über <em>&#8220;die Verwerfungen und psychischen Kosten der gesellschaftlichen Zumutungen&#8221;</em> berichten. Dieses <em>&#8220;gesellschaftlich-subjektive Zusammenhangs- und Widerspruchswissen&#8221;</em> (Klaus Holzkamp) ermöglicht es ihnen potentiell die Einbindung der Individuen in die gegebenen Produktions- und Lebensweisen sichtbar zu machen, lebensweltliche, zivilgesellschaftliche und poltische Widerständigkeit und den Aufbau von kooperativen Bezügen zu unterstützen, sowie Emotionalität als erkenntnis- und handlungsleitende psychische Funktion (wieder) anzueignen. Psychologie und Therapie kann so auch Teil eines gegenhegemonialen Projektes werden, in dem das Leiden an den Verhältnissen nicht an die Einzelnen zurückgereicht wird, sondern Bedingungen menschlicher Bedürfnisbefriedigung jenseits der Konkurrenz und Verwertungslogik geschaffen werden.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[[review]&gt;&gt;Jan Wulf-Schnabel: Arbeitest du noch oder managest du schon?]]></title>
<link>http://mekin.wordpress.com/2009/03/05/jan-wulf-schnabel-arbeitest-du-noch-oder-managest-du-schon/</link>
<pubDate>Thu, 05 Mar 2009 16:45:54 +0000</pubDate>
<dc:creator>mekin</dc:creator>
<guid>http://mekin.wordpress.com/2009/03/05/jan-wulf-schnabel-arbeitest-du-noch-oder-managest-du-schon/</guid>
<description><![CDATA[Jan Wulf-Schnabel (2007): Arbeitest du noch oder managest du schon? In: Sozial Extra 3-4/2007,VS Ver]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://www.sozialextra.de"><img class="alignleft size-full wp-image-5" title="sozialextra" src="http://mekin.wordpress.com/files/2009/03/sozialextra.gif" alt="sozialextra" width="140" height="184" /></a><strong>Jan Wulf-Schnabel (2007): Arbeitest du noch oder managest du schon? In: Sozial Extra 3-4/2007,VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden, S.41-44.</strong></p>
<p>Wulf-Schnabel setzt sich in diesem Beitrag für die Zeitschrift <a href="http://www.sozialextra.de" target="_blank">Sozial Extra</a><strong> </strong>mit den sog. &#8216;überfachlichen Anforderungen&#8217; der Sozialen Arbeit auseinander. Im Hinblick auf aktuelle Entwicklungslinien, u.a. der Prekarisierung der Arbeitsbedingungen, sowie der steigenden Bedeutung des &#8220;Selbst-Managements&#8221;, sind von den Arbeitnehmer_innen in den Sozialen Berufen mehr als fachliche Qualifikationen gefragt. Sein &#8220;Eingrenzungsversuch&#8221; nennt &#8220;Lernen&#8221;, &#8220;Selbstorganisation&#8221;, &#8220;Flexible Autonomie&#8221;, &#8220;Marketing&#8221; und &#8220;Lebensbewältigung&#8221; als fünf überfachliche Qualifikationen, die von Professionellen abverlangt werden würden. Die Darstellung bleibt leider auf der Erkenntnisebene verhaftet, eine kritische Betrachtung lässt Wulf-Schnabel vermissen. Vielmehr scheint es bei ihm keinen Ausweg aus der Ökonomisierung und der Durchsetzung neoliberaler Normen und Prinzipien zu geben.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Beim ersten Lesen bleibt durchaus offen, wohin die Reise Wulf-Schnabels geht. Er nennt die Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse, neben der hier zu vernachlässigenen Akademisierung und steigenden Frauenanteils der Sozialberuf als eine entscheidene Veränderung, denen sich die Arbeitnehmer_innen der Sozialen Arbeit ausgesetzt sehen. Sowohl Arbeitnehmer_innen jenseits der 45, als auch junge Bewerber_innen gelingt es trotz &#8220;allen denkbaren Zusatzqualifikationen&#8221; nicht in gesicherte Beschäftigungsverhältnisse zu kommen. Vielmehr seien &#8220;<em>[m]ehrere Mini-Jobs nebeneinander, Arbeitslosigkeit oder schlecht bzw. gar nicht vergütete Praktika [...] Teil der Normalität&#8221;</em> (S.42). Auch sinken Arbeitsmarkchancen aufgrund fehlender &#8220;Flexibilität&#8221; bspw. aufgrund von Elternschaft. Weiterhin werde von den Sozialberuflern die Bereitschaft zur privat finanzierten Weiterbildung und tarifunterschreitende Entlohnung bspw. in Form von Honorarverträgen abverlangt. Dass dies &#8220;kein Mensch aushält&#8221; hält Wulf-Schnabel noch fest, die von ihm präsentierte Perspektive verbleibt jedoch im neoliberalen Diskurs, alles was er sich vorstellen kann, ist es sich den Bedingungen des Marktes zu unterwerfen.</p>
<p>Anforderungen des Marktes &#8211; Wulf-Schnabel nennt hier Spezialisierung, Effizienz und Qualitätsmanagement &#8211; seien die &#8220;ausschlaggebende Bezugsgrüße&#8221; des Handelns der Berufstätigen. Personale Kompetenzen sollten im Sinne des &#8220;Selbst-Managements&#8221; mit diesen Anforderungen eigenverantwortlich in Übereinstimmung gebracht werden. Er schlägt kurzum fünf Strategien oder &#8220;überfachliche Fähigkeiten&#8221; vor, mit denen der Problematik begegnet werden könne: &#8220;Lernen&#8221;, &#8220;Selbstorganisation&#8221;, &#8220;Flexible Autonomie&#8221;, &#8220;(Sebst-)Markting&#8221; und &#8220;Lebensbewältigung&#8221;. Was sich hinter diesen Schlagwörter im einzelnen verbirgt, soll hier nicht näher erläutert werden, zusammengefasst geht es aber darum, Anforderungen des Marktes zu verinnerlichen, statt diese zu problematisieren. Konkurrenz als bestimmendes Verhältnis zwischen Trägern und den Beschäftigten untereinander, ist nichts was es zu kritisieren gilt, das einzige was Wulf-Schnabel hierzubereithält, ist dass Beschäftigte <em>&#8220;das eigene, erfolgsversprechende Fachprofil, zum individuellen Portfolio entwickeln [müssen], dass innerbetrieblich oder am Arbeitsmarkt positioniert und beworben werden muss&#8221;. </em>(S.44)<em> </em>Ebenso die Entgrenzung von Erwerbsarbeit und Freizeit: <em>&#8220;Wenn Beschäftigte nicht mehr nur zur Arbeit gehen, sondern vom Arbeitsergebnis wirtschaftlich zunehmend abhängig werden, ist jede/r mit Haut und Haaren dabei. [...] Sozialbeziehungen werden für berufliche Zugänge bedeutsamer, Freizeitaktivitäten dienen der Wiedererlangung der beruflichen Fitness [...] &#8221; </em>(ebd.).</p>
<p>Die von Wulf-Schnabel eröffnete Perspektive auf die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit ist nicht mehr als die Beschreibung dessen, was sowie schon ist. Arbeitnehmer_innen in den Sozialberufen werden aus Gründen der Notwendigkeit des Verkaufs ihrer Arbeitskraft gezwungen, ihre Kompetenzen und ihr Wissen auszuweiten, sich aufgund präkarisierter Arbeitsverhältnisse immer wieder auf neue Bedingungen einzustellen und diese Umorientierungen immer wieder mit sich selbst auszumachen, weiterhin sind sie gezwungen sich als Konkurrent_innen zu ihren Berufsgenoss_innen zu verhalten und nicht zuletzt auch ihre Freizeit dem Diktat den Erwerbsverhältnissen unterzuordnen. Die hier eröffneten Perspektiven sind genau dass, was es zu verhindern gilt, dass ökonomisches Handeln auch bezogen auf die eigene Arbeit und nicht die Bedürfnisse weder der Adressat_innen noch der Arbeitnehmer_innen selbst zum Bestimmungsmoment Sozialer Arbeit werden.</p>
<p><strong> </strong></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Krankenversicherungsschutz für alle: Handlungsbedarf?]]></title>
<link>http://larscastellucci.wordpress.com/2009/02/11/krankenversicherungsschutz-fur-alle-handlungsbedarf/</link>
<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 16:51:38 +0000</pubDate>
<dc:creator>Lars Castellucci</dc:creator>
<guid>http://larscastellucci.wordpress.com/2009/02/11/krankenversicherungsschutz-fur-alle-handlungsbedarf/</guid>
<description><![CDATA[Ein für mich positives Ergebnis der ungeliebten großen Koalition ist der Anspruch auf Krankenversich]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ein für mich positives Ergebnis der ungeliebten großen Koalition ist der <a href="http://politikmonitor.spd.de/gesundheit/index.html#item_0">Anspruch auf Krankenversicherung</a> für alle Bürgerinnen und Bürger.<br />
Ja, wenn auch in kleineren Dimensionen: Leben ohne Krankenversicherung ist nicht nur in den USA ein Thema. Auch hierzulande waren vor der letzten Gesundheitsreform 2008 Schätzungen zufolge zwischen 200000 und 300000 Menschen ohne Versicherungsschutz.</p>
<p>Die <a href="http://www.sueddeutsche.de/,ra7&#124;1/jobkarriere/742/457402/text/">Süddeutsche vom vergangenen Wochenende</a> zitiert nun eine Studie, wonach &#8220;immer noch etwa 90.000 Menschen in Deutschland ohne Versicherungsschutz&#8221; dastehen. &#8220;&#8221;Ein erheblicher Anteil davon sind kleine Selbständige&#8221;, sagt Stefan Greß, einer der Autoren der Studie. Kreative wie Susanne Schmidt sind darunter, aber auch Gaststättenbetreiber oder Kiosk-Besitzer.Nach Angaben von Greß gibt es vor allem zwei Hürden, die immer noch viele Menschen davon abhalten, Mitglied einer Krankenkasse zu werden: Zum einen sei der neue Basistarif in der privaten Krankenversicherung verhältnismäßig hoch. Zum anderen müssen in der gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich die Beiträge seit Einführung der Versicherungspflicht nachgezahlt werden, also seit dem 1. April 2007.&#8221;</p>
<p>Besteht hier Handlungsbedarf und wie könnte er aussehen?</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Destatis: Neue Beschäftigungsformen prägen Arbeitsmarktentwicklung]]></title>
<link>http://hamburglinks.wordpress.com/2008/09/09/destatis-neue-beschaftigungsformen-pragen-arbeitsmarktentwicklung/</link>
<pubDate>Tue, 09 Sep 2008 17:02:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
<guid>http://hamburglinks.wordpress.com/2008/09/09/destatis-neue-beschaftigungsformen-pragen-arbeitsmarktentwicklung/</guid>
<description><![CDATA[Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute im Rahmen eines Pressegesprächs in Frankfurt am Main]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute im Rahmen eines Pressegesprächs in Frankfurt am Main]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[vida Fakten zu prekärer Beschäftigung]]></title>
<link>http://santaprecaria.wordpress.com/2008/02/26/vida-fakten-zu-prekarer-beschaftigung/</link>
<pubDate>Tue, 26 Feb 2008 16:00:17 +0000</pubDate>
<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
<guid>http://santaprecaria.wordpress.com/2008/02/26/vida-fakten-zu-prekarer-beschaftigung/</guid>
<description><![CDATA[Die vida Fakten &#8216;Fokus Arbeitswelt&#8216;. Ausgabe März 2008, frisch heute am 26.2. herausgeko]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Die vida Fakten &#8216;Fokus Arbeitswelt&#8216;. Ausgabe März 2008, frisch heute am 26.2. herausgeko]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Petition der Generation Praktikum]]></title>
<link>http://precarios.wordpress.com/2008/02/14/petition-der-generation-praktikum/</link>
<pubDate>Thu, 14 Feb 2008 13:33:17 +0000</pubDate>
<dc:creator>hc voigt</dc:creator>
<guid>http://precarios.wordpress.com/2008/02/14/petition-der-generation-praktikum/</guid>
<description><![CDATA[Die Plattform Generation Praktikum sammelt seit einiger Zeit Unterstützungsunterschriften für eine P]]></description>
<content:encoded><![CDATA[Die Plattform Generation Praktikum sammelt seit einiger Zeit Unterstützungsunterschriften für eine P]]></content:encoded>
</item>

</channel>
</rss>
