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	<title>reziprozitat &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/reziprozitat/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "reziprozitat"</description>
	<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 07:56:04 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Tönnies: Besitz und Genuss]]></title>
<link>http://commonsblog.wordpress.com/2008/02/07/tonnies-besitz-und-genuss/</link>
<pubDate>Thu, 07 Feb 2008 11:00:53 +0000</pubDate>
<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
<guid>http://commonsblog.wordpress.com/2008/02/07/tonnies-besitz-und-genuss/</guid>
<description><![CDATA[„Gemeinschaftliches Leben ist gegenseitiger Besitz und Genuß, und ist Besitz und Genuß gemeinsamer G]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><blockquote><p><title></title> 	 	 	 	<!-- 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 	--><img src="http://farm3.static.flickr.com/2280/2235366428_4c70f66c45_m.jpg" align="right" border="3" height="240" hspace="3" vspace="3" width="180" /><i> 	„Gemeinschaftliches Leben ist </i><i>gegenseitiger <b>Besitz und Genuß</b>, und ist Besitz und Genuß </i><i>gemeinsamer<b> </b>Güter. Der Wille des Besitzes und Genusses ist der Wille des Schutzes und der Verteidigung. Gemeinsame Güter − gemeinsame Übel; gemeinsame Freunde − gemeinsame Feinde.“</i></p></blockquote>
<p>Das schreibt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_T%C3%B6nnies" target="_blank">Ferdinand Tönnies</a>, jener deutsche Soziologe, der 1887 eine bahnbrechende Arbeit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft_und_Gesellschaft" target="_blank">&#8220;Gemeinschaft und Gesellschaft&#8221;</a> zum Gemeinschaftsbegriff verfasst hat. Wer Tönnies nicht im Original lesen will (wobei angemerkt sei, dass er sich einer angenehmen, fühlbaren Sprache bedient), der kann Näheres zu seinem Gemeinschaftsbegriff auch auf dem <a href="http://markeninstitut.wordpress.com/2007/11/25/die-renaissance-der-gemeinschaften/" target="_blank">Blog von Kai-Uwe Hellmann: The Next Generation of Communities</a> finden.</p>
<p>Tönnies hat da einen wunderbaren Satz notiert. Warum?<!--more--> Er scheint mir in der Wortwahl weitgehend treffend. Der Begriff <i>Besitz</i>  zum Beispiel impliziert im Gegensatz zum <i>Eigentum</i> kein (individuelles) Veräußerungsrecht. In der Commonsdebatte sollte daher m.E. auch richtiger von <i>Gemeinbesitz</i> statt von <i>Gemeineigentum</i> die Rede sein.  <i>Gegenseitigkeit</i> (Reziprozität), also Geben und Nehmen ist neben &#8220;Vertrauen&#8221; eine der zentralen Erfolgsbedingungen für nachhaltiges Commonsmanagement.</p>
<p>Genuss widerum kommt ursprünglich von <i>usus fructus</i> (lat.), „Gebrauch (und) Genuss“ und findet sich heute noch im deutschen Sachenrecht <span class="plainlinks-print"><a href="http://bundesrecht.juris.de/bgb/__1030.html" class="external text" title="http://bundesrecht.juris.de/bgb/__1030.html" rel="nofollow">§ 1030</a></span> <span class="plainlinks-print"></span><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerliches_Gesetzbuch" title="Bürgerliches Gesetzbuch">BGB</a><span class="plainlinks-print"></span> in der Figur des Nießbrauchs (i.d.R. mit Nutzungsbeschränkungen versehen.) Wir sind sozusagen alle Nutznießer der commons, gleich ob wir uns dessen bewußt sind oder nicht.</p>
<p>Wenn wir uns aber dessen bewußt sind, dann scheint es immer wieder hilfreich, sich diese simple Nutzungsregel zu vergegenwärtigen: <i>usus</i> &#38; <i>usus fructus</i>: Ja, <i>abusus:</i> Nein. (Gebrauch und Genuss Ja, Mißbrauch nein.)</p>
<p>Tönnies formuliert die Verantwortung der Gemeinschaft für den Kollektivbesitz als <i>Wille</i><title></title> am Erhalt der Ressourcen (bei Tönnies etwas undifferenziert: <i>Güter</i>).  Wobei er auch den Willensbegriff ausführt. Er unterscheidet    	 	 	 	 	<!-- 		@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 	--></p>
<ul>
<li><b>Wesenwille </b><span>(z.B. in typischen Gemeinschaften wie Familie, 	Mannschaft, Freunde). Hier ist</span> der Akteur <b>Teil eines größeren 	sozialen Ganzen</b>, er empfindet sich als dienendes Mittel zu gemeinsamem Zweck. Er fühlt sich einem Kollektiv als  „<b>Gemeinschaft</b>“ zugehörig. Und&#8230;</li>
</ul>
<ul>
<li><b>Kürwille (&#62; Willkür)</b>. 	(Aktiengesellschaft, Staat), wo der Bezug auf Andere instrumentell ist, also 	Mittel zum eigenen Zweck. Der Akteur partizipiert am Kollektiv als an einer 	„<b>Gesellschaft</b>“.</li>
</ul>
<p>Wenn ich es also richtig verstanden haben, liegt es im Wesen von Gemeinschaften (im Tönniesschen Verständnis), ihren kollektiven Besitz zu schützen und verteidigen.</p>
<p>Freilich bedarf es im Zeitalter der Globalisierung und Digitalisierung einer Aktualisierung des Gemeinschaftsbegriffs aus dem nunmehr vorvergangenen Jahrhundert. So scheint mir zum Beispiel der enge räumliche Bezug, den Tönnies als Wesensmerkmal von Gemeinschaften ausmacht, nicht mehr aktuell. Doch bereichernd wird die Lektüre von Tönnies wohl auch in 100 Jahren noch sein.</p>
<pre>Foto: Guter Wille by<a href="http://flickr.com/photos/46239552@N00/" target="_blank"> Caratello </a>on flickr</pre>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[verbindlich + klein = ganz groß]]></title>
<link>http://commonsblog.wordpress.com/2008/01/05/verbindlich-klein-ganz-gros/</link>
<pubDate>Fri, 04 Jan 2008 23:08:26 +0000</pubDate>
<dc:creator>Silke Helfrich</dc:creator>
<guid>http://commonsblog.wordpress.com/2008/01/05/verbindlich-klein-ganz-gros/</guid>
<description><![CDATA[Die Wikipedia schlägt permanent ihre eigenen Rekorde. Sie existiert nach 6 Jahren in 253 Sprachen. W]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img src="http://farm3.static.flickr.com/2371/1697239332_dae17c5dd9_m.jpg" align="right" border="3" height="168" hspace="3" vspace="3" width="222" /> Die Wikipedia schlägt permanent ihre eigenen Rekorde. Sie existiert nach 6 Jahren in 253 Sprachen. <a href="http://www.wikimedia.org.ar" target="_blank">Wikipedia Argentinien</a> wurde gerade als erste Organisation auf dem lateinamerikanischen Kontinent von der Wikimedia Foundation anerkannt. Sie fördert u.a. Wikipedias in Indígenasprachen wie Guaraní, Quechua, Aymara und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mapudungun" target="_blank">Mapudungun</a>. Die englische Variante hat derzeit ca 2.200.000 Einträge. Die Zugriffe liegen inzwischen bei ca 50.000 pro Sekunde! Genaue Zahlenangaben machen längst keinen Sinn mehr. Sie ändern sich stündlich. Aktuelle Statistiken gibt es <a href="http://meta.wikimedia.org/wiki/List_of_Wikipedias#Grand_Total" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Die Wikipedia wird in der kollektiven Vorstellung (und im Ergebnis) immer gigantischer. Und ist doch im Kern ganz klein&#8230;<!--more--></p>
<p>Kleines Büro, kaum bezahltes Personal, kleine Spendenbeiträge, ein kleiner Eintrag hier, ein anderer dort. Auch die wikipedistas machen oft die Erfahrung, dass der Löwenanteil an Arbeit letztlich auf wenigen Schultern liegt. (Siehe den sehr lesenswerten <a href="http://www.newyorker.com/archive/2006/07/31/060731fa_fact" target="_blank">Essay</a> der Pulitzer-Preisträgerin Stacy Schiff mit Geschichte und Geschichten über die freie Enzyklopädie.)</p>
<p>Antonio Lafuente, vom <a href="http://medialab-prado.es/laboratorio_del_procomun" target="_blank">Commonslaboratorium in Madrid</a>, kommt nach einer Fachtagung zum Thema &#8220;Bürger produzieren neue Standards &#8230; aber wie?&#8221; zu dem Schluss, dass die Gruppen, die hinter der Wikipedia stecken, in der Regel Kleinstgruppen sind, &#8220;die eher einer Rockband ähneln als einer „community von Nachbarn“ oder einer &#8220;intellektuellen Gemeinschaft&#8221;. Die Kooperation im Web 2.0 ist kein neuronales, kein urbanes Netz sondern eine Ansammlung von Minigrüppchen, die fieberhaft aktiv sind und so die Illusion erzeugen, sie seien ganz viele.</p>
<p>Das das so ist, hat seine Gründe. Es gibt so etwas wie eine Schallgrenze.  Kannten Sie die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robin_Dunbar" target="_blank">Dunbar Nummer</a>? Einhunderfünfzig. Kein Mensch könne zu mehr als ca 150 Leuten soziale Kontakte aufrecht halten, sagt der britische Anthropologe Robin Dunbar. Er leitet aus der Primatenforschung einen Zusammenhang ab zwischen der Größe des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neocortex" title="Wikipedia-Eintrag" target="_blank">Neokortex </a>und der Fähigkeit von Primaten, Gruppen zu stabilisieren. Ob das nun -empirisch nachweisbar- auf den Menschen übertragbar ist, darüber gibt es komplexe Debatten. Aber wenn ich mal in mich reinhorche, dann scheint mir 150 schon eine ganze Menge.<font color="#000000"><font face="Times, serif"> </font></font></p>
<p>Auch Forscher, die sich mit der Funktionsweise von Gruppen im Computerzeitalter befassen, kommen zu dem Ergebnis, dass eine Gruppengröße zwischen 5 und 9, die Kreativität fördert. 4 neigen zur Paarbildung, 3 zur Ausgrenzung von Einem, der zuviel erscheint und 2 ist schon keine richtige Gruppe mehr. (Jörg, wir brauchen dringend noch 3 commonsblogger!). Bis maximal 15 ist noch vertretbar. Darüber hinaus muß zuviel Kraft in Strukturen und den Erhalt des Kollektivs investiert werden.</p>
<p>Die Zauberzahl ist 7. Das deckt sich mit den Forschungsergebnissen des Psychologen George Miller, der 1956 einen einflußreichen Essay veröffentlicht hat: <a href="http://www.musanim.com/miller1956/" target="_blank">The magical number seven: plus or minus two.</a>  Er sagt, dass das menschliche Bewusstsein durchschnittlich in der Lage ist, maximal 7 Elemente/ Informationseinheiten gleichzeitig &#8220;bewusst&#8221; zu halten und zu verarbeiten.</p>
<p>Die wahre Größe der Wikipedia liegt nicht in den beeindruckenden Millionen, nicht in einer imaginären globalen wikipedia-community, sondern in der Kooperation basierend auf  klein(st)en Einheiten. Für erfolgreiches Commonsmanagement (das uns allen zur Verfügung stehende Ergebnis, die online Enzyclopädie, ist ein common) sind kleine, überschaubare Gruppen von Personen, die miteinander kooperieren und sich aufeinander verlassen können, fast das Wichtigste. Das schafft Verbindlichkeit. Und Verbindlichkeit ist in der Commonsdebatte so magisch wie die Zahl 7 in Millers Theorie.</p>
<p>Der Aspekt der Freiwilligkeit, des Spaßes an der Sache bzw. an der Kreation (vgl. Linus Thorvalds: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Just_for_Fun" target="_blank">Just for fun. Wie ein Computerfreak die Welt revolutionierte</a> + 1000 andere), und das selbstlose Geben-Wollen wird meines Erachtens überbetont in der Diskussion darüber, wie die unglaubliche digitale Produktivität zu erklären ist. Wichtiger scheint mir dies: Verbindlichkeit und Reziprozität. Deswegen ist small beautiful.</p>
<pre>foto on flickr by <a href="http://flickr.com/photos/losmininos/" target="_blank">losmininos</a></pre>
</div>]]></content:encoded>
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