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	<title>versteh-ich-selber-nicht &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/versteh-ich-selber-nicht/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "versteh-ich-selber-nicht"</description>
	<pubDate>Mon, 04 Jan 2010 04:27:36 +0000</pubDate>

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	<language>en</language>

<item>
<title><![CDATA[Käpt'n Nuehm, die Titanic, Frankenstein und]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/2008/05/23/kaptn-nuehm-die-titanic-frankenstein-und/</link>
<pubDate>Thu, 22 May 2008 23:44:25 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
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<description><![CDATA[ein Eisberg [Erstmals in der Geschichte dieses Blogs habe ich ein hochwissenschaftliches Dokumentarf]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>ein Eisberg<br />
<a href="http://annanuehm.files.wordpress.com/2008/05/eis-klein.jpg"><img src="http://annanuehm.wordpress.com/files/2008/05/eis-klein.jpg?w=300" alt="" width="300" height="240" class="aligncenter size-medium wp-image-229" /></a></p>
<p>[Erstmals in der Geschichte dieses Blogs habe ich ein hochwissenschaftliches Dokumentarfoto eingestellt. Es zeigt den berühmten Eisberg "Emil", der einst ungewollt und unschuldig die "Titanic" zum Kentern brachte. Leider wurde der Eisberg durch diesen von der "Titanic" böswillig verursachten Aufprall ziemlich beschädigt. Wie Sie sehen, ist er in zwei Teile zerborsten und die <del datetime="00">Schokolade</del> Oberfläche aus jahrtausendealtem, versteinertem Granitbasalt-Urgestein-Eisenerz-Eis für immer in tausend Teile zersprungen. Diese mutwillige Zerstörung konnte ich nicht länger ertragen und habe darum den Eisberg nach Einstellen dieses Beitrags feierlich <del datetime="00">verspeist</del> eingeschläfert. Ruhe sanft!]</p>
<p>An manchen Tagen bin ich mir ziemlich sicher: Ich habe schon einmal gelebt.<br />
Und zwar war ich einmal Doktor Frankenstein aus der gleichnamigen Novelle. Nein, nicht deshalb, wie jetzt bestimmt viele denken, damit ich einem &#8211; aus in dunklen Nächten auf schaurigen Friedhöfen zusammengewurstelten (?) Leichenteilen &#8211; zusammengebasteltem Ungetüm eine große Zick-Zack-Narbe auf die Stirn tackern kann. Damit das dann Angst und Schrecken verbreitet, weil es riesengroß ist, noch dazu inkontinent und nie weiß, was gerade sein rechter Arm tut, während sein linker Arm jemanden ermordet, was dem rechten Bein dann wieder entsetzlich Leid tut, während das linke dann hämisch kichert. Nein, sondern weil dieser Seefahrer war.<br />
Nicht das Bein jetzt, der Doktor Frankenstein. War Seefahrer. So wie ich.<br />
Sehen Sie, haben Sie nicht gewusst, stimmt&#8217;s?</p>
<p>Das arme Monster, denn schließlich ist es nie gefragt worden, ob es denn als wandelnder Hackbraten mordend und plündernd unterwegs sein will, flüchtet nach diversen blutigen Untaten &#8211; bei manchen ist ihm einfach so die Hand ausgerutscht, bei anderen ist sein cholerisches Genmaterial für alles verantwortlich &#8211; an den Nordpol, voller Reue, Selbsthass und vielleicht auch ein bisschen Langeweile, denn wenn man schon alle Tabus gebrochen hat, bleibt irgendwann nichts mehr übrig!<br />
So gesehen könnte man vom Monster als erstem literarisch erwähnten Burn out-Syndrom sprechen, aber das ist jetzt gerade nicht das Thema. </p>
<p><em>Zu guter Letzt</em>, wenn man das überhaupt so sagen kann, denn schließlich hat das liebevoll zusammengeklöppelte Patchwork-Ungetüm die ganze Familie vom Doc dahingerafft, und dann wäre das auch nicht so wirklich ein Happy End, trotzdem, so zum Schluss kapert der Doktor ein Schiff und fährt mit diesem ins ewige Eis. Dort soll das Monster dingfest gemacht werden und dann verrotten, damit es nicht weiterhin Unheil anrichten kann. Und als Gipfel der Selbstaufgabe will sich der Doc mitsamt dem multiplen Zappelmonster tiefgefrieren lassen, auch um seine Sünden mit abzubüßen. Denn schließlich hat er in einem Anfall von Hybris und Selbstüberschätzung &#8211; ich sag ja, Nuehm!- das Monster erschaffen, weil er Gott spielen wollte. Aber Gott war so insgesamt not very amused.</p>
<p>Und genau wie der Doc steuert Nuehm ihr Schiff. Schnurstracks nach Norden. Immer nach Norden, dorthin, wo die Kompassnadel hinzeigt. Stur den Kurs festgeschrieben und das Steuerrad festgebunden. Aber täglich diese Eisberge und nicht einmal ein Knut!<br />
Ja, ist das denn zu fassen? Kein Knut und nichts!<br />
Immer dieser eisige Wind und die Mannschaft meutert. Obst war mal und die ersten haben Skorbut. Aber Käpt&#8217;n Nuehm ist so stur wie die Eisschollen hart sind und steuert und fährt und steuert und fährt. Immer gen Norden, der Depp.<br />
&#8220;Nuehm, hast du schon mal was von der Karibik gehört? Schön warm dort!&#8221;</p>
<p>Um allen zu beweisen, wie falsch sie mit ihrer Prognose liegen „Nuehm, du wirst dir den Arsch abfrieren!“ oder wie es im Original heißt: „Doctor Nuehm, you will freeze your bloody arse off!“ nimmt sie täglich bei minus 30 Grad ein ausgedehntes Sonnenbad auf Deck 17, danach springt sie ins Wasser und taucht. Eistauchen. Ein sehr schöner Sport. Man muss nur höllisch aufpassen, dass man das Einstiegsloch nicht verpasst. Kann sonst übel ausgehen. Was es dann ja auch tut. </p>
<p>An anderen Tagen habe ich sehr intensive déja-vues aus meinem Leben als ein anderer Käpt&#8217;n, dem Kapitän der &#8220;Titanic&#8221;.<br />
Szenario: Die &#8220;Titanic&#8221; sinkt. Alle kreischen hysterisch und laufen aufgelöst auf dem Schiff herum. Käpt&#8217;n Nuehm liegt derweil in der Hängematte und hält ein Schläfchen.<br />
Die ersten steigen in die Rettungsboote. Käpt&#8217;n Nuehm spielt ne Runde Poolbillard gegen sich selbst und gewinnt. Haushoch. Ist klar.<br />
Die Mannschaft geht von Bord und fleht Nuehm inständig an mitzukommen. Nuehm lacht, brät sich erstmal ein Spiegelei und schält Kartoffeln fürs Abendessen.<br />
Das Schiff beginnt zu sinken. Nuehm schaut aus dem Bullauge und sieht Handlungsbedarf. Eventuell. Außerdem ärgert sie sich, dass sie gestern noch alle <del datetime="00">Fenster</del> Bullaugen geputzt hat.<br />
Das Schiff zerbricht mit einem lauten KRICKSKRACKS in zwei Teile und sinkt. Nuehm sucht in ihrer Nachttischschublade nach Tesafilm. Keins da. Und der Sekundenkleber ist auch alle. Mist!<br />
&#8220;Organisation ist doch wichtig&#8221;, denkt Nuehm und merkt sich das für ein späteres Leben. Vielleicht.<br />
Die &#8220;Titanic&#8221; liegt auf dem Grund. Käpt&#8217;n Nuehm, das kalte Eiswasser aus ihrem vorigen Leben als Doktor Frankenstein gewöhnt, schwimmt lässig nach oben.<br />
Die Freudentränen vergießende Mannschaft will sie ins Rettungsboot zerren. Aber Nuehm braucht so etwas nicht. Sie wartet einfach auf den Treibhauseffekt. Und kaum 100 Jahre später ist er auch schon da!<br />
Fröhlich vor sich hinplätschernd singt Nuehm, während sie wie ein junger Seehund im inzwischen karibikwarmen Badewasser daherpaddelt: <em>&#8220;Bacardi Feeling… lalalalalalala&#8230;&#8221;</em></p>
<p>Tja, und was ich mit diesem leicht mysteriösen Text sagen will:<br />
Wenn man lange genug wartet, werden Eisberge zu Palmen. Aber trotzdem sollte man nicht mit Tesafilm die &#8220;Titanic&#8221; kitten.<br />
Bringt nix.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Nützliche Erfindungen der Menschheit: Der Weihnachtsbaum (5)]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/2007/12/18/nutzliche-erfindungen-der-menschheit-der-weihnachtsbaum/</link>
<pubDate>Tue, 18 Dec 2007 21:17:34 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/2007/12/18/nutzliche-erfindungen-der-menschheit-der-weihnachtsbaum/</guid>
<description><![CDATA[Der Weihnachtsbaum wurde im Jahre 121.047 vor Christus von ein paar herumlungernden Neandertalern, j]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Der Weihnachtsbaum wurde im Jahre 121.047 vor Christus von ein paar herumlungernden Neandertalern, ja, wieder einmal waren die es, spontan erfunden. Und zwar hatten sie nach einem reichhaltigen Mammut-Barbecue keine Ahnung, wohin mit den abgenagten Knochen und hängten diese unvermittelt und wie sie selber fanden, sehr kreativ in einen zufällig herumstehenden Baum. Darüber waren sie sehr begeistert, vor allem weil sie damit auch gleichzeitig einen neuen Beruf, den des Innenarchitekten schufen, abgeleitet davon auch den des Dekorateurs und des Möbeldesigners, was ziemlich alles dasselbe ist.<br />
<del dateTime="2007-12-18T20:55:08+00:00">An diesen genialen Einfall schlossen sie eine wilde Feier an und das war dann Weihnachten. Nee, das geht jetzt doch zu weit!</del><br />
Nach wenigen Wochen aber schon begann das Ding zu müffeln und so starke Botulismusbakterien zu verströmen, dass ihre vorbeigehenden Wolfshunde ohnmächtig zu Boden sanken und noch Wochen später unter Schnauzentäube (?) litten. Seufzend und schweren Herzens mussten sie den Baum absägen und in ihrem Müllentsorgungsplan nachschauen, wann die Weihnachtsbäume abgeholt werden. Leider gab es so etwas wie &#8220;Müllentsorgung&#8221; aber noch nicht. Darum ließen sie das Teil einfach im Straßengraben liegen, aber dummerweise gab es auch noch keine Straßengräben, wodurch sie bald ein echtes Problem hatten.<br />
Darum entschlossen sie sich, und zwar ausgehend vom spielerischen und rein intuitiven Dekorieren ihres Weihnachtsbaumes, das muss man sich mal vorstellen!, nicht länger die Augen vor der dringend erforderlichen Zivilisation zu verschließen, sondern voll in diese einzusteigen. Sie wurden darum blitzartig modern und zu den Menschen, die wir heute sind, wobei man einigen auch heute noch die Neandertalerveranlagung sehr stark anmerkt, aber man sollte diese nicht verurteilen, sondern eher beneiden. Weil sie ja so große Erfinder sind.<br />
Somit ist der Weihnachtsbaum die eigentliche Wiege der Menschheit, wenn man sich das vielleicht auch räumlich nicht so ganz vorstellen kann, es ist aber trotzdem so.</p>
<p>Der Ursprungsweihnachtsbaum war ein Mammutbaum, wurde aber aus dem dringenden und möglicherweise masochistischem Bedürfnis der Menschen, sich bei der Beschaffung, beim Transport und beim Dekorieren des Baumes tiefe, böse entzündete oder lebensgefährliche, septische Schnittwunden, bis Ostern schwarzverharzte Hände und klebrige Autositze zuzuziehen, durch den für diese Zwecke einzig passenden Baum ersetzt: den Tannenbaum. Gesagt, getan.</p>
<p>Mit dem Baumbehang war es da schon etwas komplizierter. Im Laufe der Jahrhunderte grenzte sich der Baumbehang von den ursprünglich verwendeten, abgenagten Mammutknochen etwas ab, vor allem bedingt durch das Aussterben des Mammuts, wobei böse Zungen behaupten, die um sich greifende Freude und die damit verbundene Weihnachtsbaumbedarfsexplosion wäre verantwortlich für die weltweite Mammutdezimierung, was so aber überhaupt nicht stimmt. Vielmehr ist das totaler Käse! Es wurden sogar spezielle Mammutzuchtfarmen angelegt, noch bis ins 20. Jahrhundert hinein, was aber viele Menschen einfach nicht wahrhaben wollen.</p>
<p>Auf jeden Fall zierten verschiedene kulturell-rituelle Symbole den Weihnachtsbaum, je nach Lust und Laune der Menschen, was für einen Baum auch nicht immer witzig ist. Hat sich schon mal jemand in den hineinversetzt, wie er sich fühlt, wenn er da so steht, behängt mit rostigen Glöckchen, verknittertem oder sogar aufgebügeltem Lametta vom Vorjahr und schimmeligem Engelshaar, das wie nach einer verunglückten Haartönung in blondorange aussieht, aber nee, die werden ja nie gefragt. Und die Engel, hat die schon mal jemand gefragt? Fällt das nicht unter Körperverletzung, falls Engel denn Körper hätten? Nun ja, wer weiß.</p>
<p>Hier wegen der Fülle nur einige ausgewählte, herausragende Beispiele des guten Geschmacks in Sachen Weihnachtsbaumdekoration:<br />
Im alten Rom zum Beispiel, als gerade die Christenverfolgung sehr en vogue war, hängte man der Einfachheit halber <em>lebende</em> Christen in die Bäume, man war ja schließlich kein Unmensch, und nach Weihnachten durften diese dann eine Hauptrolle in der sehr beliebten Dokusoap „Roms Next Kolosseum-Model“ spielen. Diese erlangte unter der Leitung des Volkstribunen Brucus Darnellius Kultstatus, wobei sein „Das ist der Kolosseum, baby und nicht der Katakombe!“ zum geflügelten Ausspruch und Motto der sogenannten „Generation Kolosseum“ wurde. Leider wurde diese Serie aber mangels Begeisterung der Sieger über den Hauptpreis, ein lauschiger Abend in einem noblen Separée mit einer Meute treuherziger Löwen, irgendwann wieder eingestellt.</p>
<p>Unter der Regierung von Kaiser Karl dem Großen &#8211; Beiname die Mörderprinte &#8211; und hier eine Weltsensation, das weltweit einzig existierende Passfoto von ihm, das ihn im zarten Alter von 97 Jahren zeigt, bei einem Bummel über den festlich erleuchteten Aachener Weihnachtsmarkt:<br />
<a href="http://annanuehm.wordpress.com/files/2007/12/mini-printe.jpg" title="mini-printe.jpg"><img src="http://annanuehm.wordpress.com/files/2007/12/mini-printe.thumbnail.jpg" alt="mini-printe.jpg" /></a></p>
<p>wurde offiziell ein Printenaufhängegebot erlassen. Später aber, als man durch Zufall festgestellt hatte, dass die Aachener Urprinte auf direktem Wege mit einer höheren Macht &#8211; man könnte fast sagen mit Gott &#8211; kommunizierte und zwar per Infrarotstrahlen, durch ein strenges Printenaufhängeverbot ersetzt, da dies unter den Begriff Blasphemie an Lebensmitteln fiel. Zuwiderhandlungen wurden und werden hier in Aachen immer noch sehr streng bestraft, also Vorsicht.</p>
<p>In der französischen Revolution hängten die Menschen putzige, kleine Guillotinen in die Bäume, was später aber per Dekret verboten wurde, denn es verletzten sich auch kleine Tiere daran, wodurch aber die neuartige Rasse des schweiflosen Edelmarders entstand, was zwar die damaligen Zoologen sehr erfreute, die Tierschutzorganisationen aber umso mehr erboste, und zu einem Kompromiss des Aufhängens von fallbeillosen Guillotinen führte, was dann aber keiner mehr sinnvoll oder witzig fand und in ein konsequentes Dekorieren mit <em>Nichts</em> mündete. Überhaupt nichts, nicht einmal eine Tannennadel. Der Nihilismus war geboren!<br />
Nach der großen Weihnachtsbaumdekorationsreformation vom Jänner 1872 wurden alle Arten von Baumschmuck nicht nur erlaubt, sondern auch ausdrücklich erwünscht. Es erging sogar ein Erlass, jegliche Verbote, welche die Kreativität der Gestaltung einschränken wollten, unter Todesstrafe zu verbieten.<br />
Dies führte dann zu einem Freestyle Christmastree-Battle, das seitdem zwischen den Nationen Usa, Australien, Neuseeland, Papua-Neuguinea &#8211; und neuerdings auch der Schweiz &#8211; traditionsgemäß alljährlich stattfindet und auch der „Deko-Cup“ genannt wird. Seitdem werden weltweit je nach Hobby und Geschmack Weihnachtsbäume mit den Utensilien verschiedenster Art, von der Astschere bis zur Zypressenmelke (?), vom Fußball bis zum Schienbeinschoner und vom Butterflymesser bis zum Schlagring, liebevoll dekoriert.</p>
<p>Neueste Forschungen haben aber einen<em> nagelneuen</em> <span> </span>Trend entdeckt und halten Sie sich fest, denn von alleine kommen Sie da nie drauf!<br />
<span style="font-size:10pt;font-family:Verdana;">Der Trend geht zum Auftätowieren von Baumschmuck in liebevoller, wenn auch monatelanger Handarbeit! Dabei reicht die Palette von kleinformatigen Engeln über größere Schneemänner, bis hin zu Ganzbaumtattoos in den weihnachtlich traditionellen Farben rot und grün.<br />
Also liebe Leser, wenn Sie trendy, chic und sexy sein wollen, tätowieren Sie ihren Baum selbst und schmeißen Sie die ollen Christbaumkugeln einfach weg. Die sind total out. Und wenn Sie jetzt sofort anfangen, können Sie es auch bis Heiligabend noch schaffen!</p>
<p>Viel Spaß und gutes Gelingen,<br />
Ihre Anna Nuehm</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der Winter ist ein Psychopath, hurra!]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/2007/11/07/der-winter-ist-ein-psychopath-hurra/</link>
<pubDate>Wed, 07 Nov 2007 22:55:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/2007/11/07/der-winter-ist-ein-psychopath-hurra/</guid>
<description><![CDATA[Der Winter. Er ist meine Lieblingsjahreszeit, weil er ein bisschen so ist wie ich. Aber nur ein biss]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Der Winter. Er ist meine Lieblingsjahreszeit, weil er ein bisschen so ist wie ich. Aber nur ein bisschen. Insgesamt bin ich schon ein klein wenig netter. <del dateTime="2007-11-07T22:40:37+00:00">Manchmal.</del><br />
Der Winter ist die Superzicke unter den Jahreszeiten, er ist der Psychopath, aber deshalb auch so spannend und wenn es den Winter nicht gäbe, dann müsste man ihn glatt erfinden.<br />
Und zwar jetzt. Sofort. Blitzeismäßig.<br />
Wenn der Frühling mit einem lieblichen, ballerinaartig dahingetanzten „tandaradei“ um die Ecke kommt, der Sommer einem sanft „schwapp-schwapp-di-dabi-du“ ins Ohr säuselt, und der Herbst einem schon mal mit „BÖRPS: Ööörrh- Boaarh“ einen Orkan um die Ohren <del dateTime="2007-11-07T22:40:37+00:00">rülpst</del> haut, ist das alles nur einen Scheißdreck gegen das „Fuck you! PLATZ da! Ihr Säcke! Isch bin jetz dran! Hau weg! Den Scheiss! Sonst kriesch isch Plaque!“, das der Winter einem ins Gesicht schleudert, untermalt mit Eisregen, Hagel, Schneesturm, Blitz, Donner und Glatteis.<br />
Der Winter kann einen förmlich kalt erwischen, so zum Beispiel wenn <em>jemand</em> mit abgefahrenen Sommerreifen durchs belgische Land tingelt, urplötzlich in einer haushohen Schneeverwehung stecken bleibt und der ADAC einen pomadig, aber servicewüstenhaft abschmettert: „An Weihnachten kommen wir nicht. Dann haben wir frei. Silvester auch. Wir holen Sie aber so Mitte Januar da raus! Sie können sich drauf verlassen! Denn auf uns ist Verlass, heißa!“<br />
Der Winter ist aber auch &#8216;ne Superzicke, denn wenn man ihn mal braucht, dann hat er gerade eine seiner berühmten Frühlingsdepressionen und weht luftig-lauschig um die nostalgisch verzierten Schornsteine Deutschlands, an denen riesengroße Weihnachtsmänner hängen. Gerade dann hat der Winter seine fünf Minuten, die natürlich viel länger dauern, als zum Beispiel bei einer Eintagsfliege, ist klar!<br />
Aus purem Trotz steigert er sich dann auf 20 Grad hoch und lacht sich ins Fäustchen, wenn sich die armen Menschen, die ihr letztes Hab und Gut verkloppt haben, um blinkende Hausrundumbeleuchtung und sprechende Rehkitze aus Blattgold zu erstehen, wie die letzten Deppen fühlen. Es ist Frühling, sagen sie verzweifelt und fühlen sich exakt genauso wie die letzten und bescheuertesten Eunuchen, die in einem gutsortierten Harem stehen und sich denken: „Was mache ich hier eigentlich? Was soll das?“<br />
Weiße Weihnachten ist doch jedes Jahr der gleiche Reinfall. Kapiert das denn keiner? Der Winter macht das extra!<br />
Kaum ist Weihnachten dann vorbei, alle bauen ganz bedröppelt ihre blinkenden Engel, aufblasbaren Schneemänner und Schlitten inklusive 37 Rentiere vom Dach ab und dann, plötzlich, schlägt er zu. Erbarmungslos!<br />
Und jedes Mal stecke ich dann mit meinen Sommerreifen in Belgien fest. Das kann doch kein Zufall sein. Beim nächsten Mal nehme ich das aber persönlich, Herr Winter. Vorsichtig, ich sag nur, vorsichtig!</p>
<p>Tipps für den Winter, damit die Winterkrätze schneller vorbei geht: Geschenke einkaufen. Für Weihnachten. Sprechende Rehkitze einkaufen, alles schmücken. Schlittschuhlaufen gehen, wie ich auch mal. Einmal. Und nie wieder. Meine Ellbogen sahen noch wochenlang so aus, als hätte ich mit Klitschkow gekämpft. Und natürlich verloren, wenn auch knapp. Und den Riss in der Eisbahn musste ich noch drei Jahre lang abstottern. Mann. Woher soll man auch wissen, wie teuer so eine Eisbahn ist!? Ich dachte immer, die besteht sowieso nur aus Wasser, aber so kann man sich täuschen!<br />
Manchmal ist der Winter etwas nachlässig und passt nicht so auf. Das sind dann die Tage, an denen der Himmel so blau ist, wie er eigentlich nie ist, denn der Himmel kann nicht mehr so blau sein wie früher, weil er es verlernt hat. Er bekommt das nur zufällig mal so hin. Und den Sonnenschein dazu auch, den hat er auch verlernt. Aber manchmal klappt das dann doch, eher so aus Versehen, wie die besten Dinge auf der Welt immer aus Versehen zustande kommen. Klirrende Kälte dazu, perfekt.<br />
Aber sobald der Winter das dann mitbekommt, die Zicke, schaltet er sofort auf stur, lässt es tauen, regnen, erzeugt 30 Grad Hitze und lacht sich nen Ast, wenn alle über den Treibhauseffekt ächzen.<br />
Da lacht der doch drüber! Weiß nur keiner.</p>
<p>Was man noch im Winter machen kann: Zunehmen und das geht so:<br />
Mit der Martinsgans langsam beginnen, sich dann über diverse Vorweihnachtsfeiern langsam steigern und an Weihnachten mit einem Non-Stopp-Drei Tage-Essmarathon alle Kalorienrekorde schlagen und essen, essen, essen. Bis der Magen kollabiert oder einen gnädigerweise ein Luftröhrenschnitt vor dem Exitus durch Überfressen rettet. Danach einfach so weitermachen. Silvester noch literweise Alkohol hinzufügen, drei ganze Raclette-Käse auflösen, essen, umrühren, fertig.<br />
Das Schöne ist ja: Da man in seinen dicken Steppjacken ohnehin aussieht wie ein Michelin-Männchen, spricht einen keiner auf 30 Kilo Zunahme in vier Wochen an, es geht sowieso allen genau so und jeder ist glücklich und zufrieden.<br />
Im Frühling steigen die Menschen dann aber aus unerfindlichen Gründen auf ihre sorgfältig vor sich selbst versteckten Waagen und bekommen einen Schreianfall! AAAAAAAAAAAAaaaaaaah! So ungefähr. Dann ist der Katzenjammer groß und alle fragen sich: Warum? Warum? Warum werde ich immer so dick im Winter? Warum nur????<br />
Tja, das weiß ich auch nicht!<br />
Wo hier noch der Zusammenhang zum Winter besteht, ist mir gerade entfallen. Aber das macht nix, ich muss sowieso los, ein sprechendes Rehkitz kaufen, einen Schlitten brauche ich auch noch und mindestens zehn Weihnachtsmänner, die ich an die Hauswand hängen kann, so dass es wenigstens von weitem so aussieht, als wären das meine abgewiesenen Liebhaber!<br />
Wenigstens von weitem!<br />
Danke,<br />
Anna Nuehm</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Guter Ratschlag der Woche: Finger weg vom Schäfchen zählen!]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/2007/10/25/guter-ratschlag-der-woche-finger-weg-vom-schafchen-zahlen/</link>
<pubDate>Thu, 25 Oct 2007 09:57:59 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/2007/10/25/guter-ratschlag-der-woche-finger-weg-vom-schafchen-zahlen/</guid>
<description><![CDATA[Dieser seit Jahrmillionen und Weltgenerationen beherzigte und weltweit verbreitete Einschlaftipp kan]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Dieser seit Jahrmillionen und Weltgenerationen beherzigte und weltweit verbreitete Einschlaftipp kann, wenn er in die falschen Hände gelangt, zu geistiger Verwirrung, Albträumen und Schlafstörungen führen, so zum Beispiel bei mir.<br />
Neulich, Frau Nuehm kann nicht einschlafen, zählt deshalb Schafe und sieht sie dabei leichtfüßig über ein Holzgatter springen, eines nach dem anderen.<br />
1… 2… 3… 4… 5… 6… 7… 8…9… 10… So weit so gut, wo ist das Problem, werden Sie denken, Moment, geht gleich los mit dem Problem.<br />
11..12..13…14..15…16…17…17?….17???? ……SIEBZEHN???</p>
<p>Und dann passiert Folgendes:<br />
Alle: „Hallo, 17… wo bist du?“<br />
19 (ungeduldig): „18, na los, hopp… spring endlich!!“<br />
18 (entnervt): „ Geht nicht, die 17 hängt am Gatter.“<br />
Alle (aufstöhnend): „Oh, neee!“<br />
19 (cholerisch): &#8220;Sag bloß, schon wieder die 17!!?&#8221;<br />
20 /21 /22 (aggressiv): „Mann, Scheiße! 17!!!&#8221;<br />
23-32 (verurteilend): „17! Du fauler Sack!“<br />
33-49 (nichtssagend): „Mööh.“<br />
50 (soziologisch): „17, immer hängt es an dir! 17, das finde ich nicht nett von dir, du, echt. Wir sollten das jetzt mal ausdiskutieren. Bitte alle in den Stuhlkreis und jeder sagt, was ihm nicht passt, dann machen wir ein Brainstorming, setten unsere Goals up und schauen mal, wie wir das Tagesziel trotzdem erreichen können.&#8221;<br />
51 (diabolisch): „Mann, die 17 zum Abdecker das bringt doch nix mehr!“<br />
52-99 (politisch korrekt): „Pfui 51!!! Das war jetzt aber politisch sehr unkorrekt.“<br />
51 (politisch inkorrekt und noch stolz drauf): „Na und, mir doch scheißegal.“<br />
17 (jammernd): „Aua, mein Bein…“<br />
20 (bestürzt): „17, meine Liebe, hast du dich etwa verletzt?“<br />
17 (angetan): „Ich glaube nein, 20, mein Lieber..“<br />
20 (charmebolzig): „Ich wäre auch untröstlich, meine liebe 17!“<br />
17 (elektrisiert): „20, das ist total lieb von dir…“<br />
51 (bösartig): Bööäh, mir wird noch schlecht bei eurem Süßholzgeraspel. Beide zum Abdecker, das ist ja widerlich.&#8221;<br />
52-99 (politisch korrekt): „PFUI, 51!!“<br />
50 (psychologisierend): „51, ich stelle bei dir eine unterschwellige Abwehrung jeglichen Gefühls fest. Ich glaube, du hast ein Kindheitstrauma nicht verwunden. Du solltest dich per Hypnose zurückführen lassen und das Erlebnis in einem Wiedererleben noch einmal durchlaufen, um es dann zu verarbeiten, das würde dir eminent…&#8221;<br />
51 (gehässig): „Schnauze 50!! Lass mich in Ruhe mit deinem abgebrochenen Psychologiestudium!&#8221;<br />
50 (verletzt): „51, das war jetzt sehr gemein. Du weißt genau, dass ich krank war und deshalb nicht hinkonnte, wegen meiner Depressionen und so.. Ich möchte dir mitteilen: Du hast mich gerade sehr verletzt.“<br />
51 (provokant): „Na und? War ja auch meine Absicht.“<br />
50 (feststellend): „Aha.“<br />
20 (anzüglich): „17, vielleicht sollten wir mal gemeinsam ein Zirkeltraining machen, damit du beim nächsten Mal locker lässig mit deinen süßen Beinchen über das Gatter hüpfen kannst.“<br />
17 (erotisiert): „Oh, 20, ein Zirkeltraining mit dir. Da könnte ich mir nichts Schöneres vorstellen.“<br />
51 (sexuell frustriert): „Ich muss gleich kotzen! Der will dich doch nur flachlegen, 17, du dummes Huhn!“<br />
50 (verschwiegen): …<br />
51 (verunsichert): „Du sagst ja gar nix, 50. Fällt dir wohl nix mehr ein, was?&#8221;<br />
50 (verschnupft): „Ich red nicht mehr mit dir.“<br />
51 (einen drauf setzend): „Na und? Na uund? Na uuuund?????“<br />
50 (mathematisch korrekt): „Ich bin der Einzige, der noch mit dir redet.“<br />
51 (isoliert): „PAH! Da scheiß ich drauf… Pah!“<br />
17 (irritiert): „Das ist nicht wahr, 20 sieht einfach meine inneren Werte.<br />
20 (ertappt): „Ja, genau.. hüstel… innere, äh, Werte.“<br />
21- 39 (erfahren): „Das hat er zu uns auch gesagt.“<br />
99 (erbost): „Zu mir auch.“<br />
100-400 (kollektiv): „Zu uns auch..“<br />
20 (demaskiert): „Mist, wie komme ich aus der Nummer wieder raus?“<br />
17 (gebrochen): „20!!! Du brichst mir das Herz.“<br />
18 (medizinisch): „Ich hab nen Krampf im Bein. Geht das jetzt endlich mal weiter?“<br />
51 (hysterisch): „50? SAG WAS!“<br />
50 (kaltschnäuzig): „Nein, nur wenn du dich entschuldigst.“<br />
51 (widerborstig): „NIEMALS! Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nicht entschuldigt, warum auch! Es gibt keinen Grund dafür!“<br />
50 (clever ohne Ende): „….“<br />
17 (alle Brücken hinter sich abbrechend): „20, du kannst deine Briefe wieder zurückhaben. Sie waren ohnehin voller Rechtschreibfehler.“<br />
20 (angepisst): „Toll. Warum Rechtschreibfehler? 35, du Niete, was hast du denn für&#8217;n Scheiß zusammengeschrieben??“<br />
35 (rechtschreiberisch unkorrekt): „Dass kahn isch mier auch nisch erglähren! Isch hap eihnfach so gechriben, wieh isch sschpräche!“<br />
20 (abgefuckt): „Na super…klasse.“<br />
18 (gewaltbereit): „Spring jetzt 17!! Oder es gibt nen Tritt!“<br />
51 (flüsternd): „Tschuligung, 50.“<br />
50 (provozierend): „Hast du was gesagt, 51? Ich hab fast nichts gehört…“<br />
51 (in die Ende getrieben): „ENTSCHULDIGUNG, verdammte Hacke noch mal!!! Das war jetzt aber &#8216;ne Ausnahme und bild dir bloß nix drauf ein!!!“<br />
50 (generös): „Okay. Ich nehme die Entschuldigung an.“<br />
51 (rückfällig): „17, spring jetzt, oder ich komme nach vorne und mach Schafgeschnetzeltes aus dir, du Weichei!!“<br />
20 (rückfällig): „723, du hast die schönsten Beine der Welt und dein Lächeln, einfach bezaubernd…“<br />
723 (rückständig): „Häh? Was?? Findest du? Echt jetzt?“<br />
17 (verwegen): HOPPS<br />
Alle (jubelnd): „Hurra!“<br />
Alle (auffordernd): „18… 18… 18???“<br />
18 (verlegen): „Ich kann nicht, meine Beine sind eingeschlafen!“<br />
Alle (aufstöhnend): „Oh neee…“</p>
<p>Ja, und das geht dann die ganze Nacht so weiter und können Sie mir mal sagen, wie man so einschlafen soll??? Das ist doch eine Riesenbetrugssache mit dieser Schäfchenzählerei! Von wegen das macht müde und man schläft ein, hastenichtgesehen! So nicht, so nicht!!<br />
Fallen Sie da bloß nie drauf rein!</p>
<p>Und darum an dieser Stelle der wertvolle Tipp an den Leser:<br />
Stellen Sie sich ein kleines graues Viereck vor, das heißt der Rand ist grau, in der Mitte ist es schwarz. Und genau DA denken Sie hinein. Mitten in die Mitte hinein, sozusagen. Ohne Schnörkel, ohne Umschweife, genau da hinein<br />
Einfach in das schwarze, leere Feld hinein denken. Ganz lange. Geistige Windstille, also ich mach das dann so wie immer, einfach an nix denken, volle Konzentration auf das schwarze Feld. Zielen, Anlauf nehmen, voll hinein und schwupps &#8211; einschlafen. Sie werden sehen, das klappt prima.<br />
Sie dürfen bloß nicht anfangen, z.B. Vorhänge um das Viereck herumzubauen oder es zu verzieren oder eine Vase ins Fenster zu stellen. Oder zu überlegen, wie das Haus um das Fenster herum aussieht und welche Leute da drin wohnen, warum, und was die so machen den ganzen Tag lang. Bloß nicht!<br />
Das ist nämlich kein Fenster, sondern nur ein grau-schwarzes Viereck! Basta.<br />
Das klappt, ich sag’s Ihnen, manchmal sogar tagsüber. Und wenn Sie das tagsüber mal machen, z.B. während einer wichtigen Konferenz, dann werden andere Menschen zu Ihnen sagen: „Mann, wie hast du wieder so nachdenklich ausgesehen! Und so sophisticated, Alter! Mein Kompliment!“<br />
Ist mir auch schon passiert.<br />
Echt wahr jetzt. Ich schwör’s.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Nützliche Erfindungen der Menschheit: Die Lüge]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/2007/09/23/nutzliche-erfindungen-der-menschheit-die-luge/</link>
<pubDate>Sun, 23 Sep 2007 21:32:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/2007/09/23/nutzliche-erfindungen-der-menschheit-die-luge/</guid>
<description><![CDATA[Die Lüge wurde am 18. Mai 130.000 vor Christus erfunden und das ging so: Eine Sippe von Neandertaler]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Die Lüge wurde am 18. Mai 130.000 vor Christus erfunden und das ging so:</p>
<p>Eine Sippe von Neandertalern lungerte gemütlich und gedankenlos am Feuer herum, als Frau Neandertaler einen kritischen Blick auf ihre imposanten Hüften warf, diesen auf ihre stämmigen Beine erweiterte und plötzlich und unvermittelt ihren neben ihr lungernden Mann fragte: „Findest du, dass ich zu dick bin?“<br />
Diesem fuhr ihre Frage wie ein Blitzschlag in die Magengrube, er stoppte seine Hand, die gerade noch im Begriffe war, ein Stück Fleisch in seinen Mund führen zu wollen. Wie eingefroren blieb sie in der Luft stehen. Leicht zitternd.<br />
Die Sippe hielt den Atem an, die Welt hielt den Atem an, ja, sogar das auf dem Feuer schmorende Mammut hielt den Atem an. Man hätte eine Maus husten hören können, wenn sie zu dieser Zeit schon existiert hätte.<br />
Dem Neandertaler gingen blitzartig und simultan tausend Gedanken durch den Kopf: „Frau“, „böse“, „aua“, „Schädel“, „Keule“, kein Sex“, „aua“ und parallel dazu liefen vor seinem inneren Auge die Bilder seines Lebens ab: Neandertaler als Baby am Lagerfeuer, Neandertaler als Kind am Lagerfeuer, Neandertaler als junger Mann am Lagerfeuer und schließlich, etwas beunruhigend, Neandertaler tot am Lagerfeuer.<br />
Und gerade als er zu der Stelle mit dem „tot“ kam, verknüpften sich wie von Zauberhand, revolutionär und wegweisend für die gesamte Menschheit, seine drei vorhandenen Synapsen in seinem Gehirn neu, was sich in einem durchaus hörbaren „KLICK“ äußerte, und es entfleuchte aus seinem Mund ein klares und entschiedenes:<br />
„Nein.“<br />
Dann führte er mit einer sowohl wild entschlossenen, als auch elegant und leicht dahinfließenden Bewegung seine Hand mit dem Fleisch zum Mund. Und aß.<br />
Stille.<br />
Stille.<br />
Dann plötzlich &#8211; aufbrandender Jubel!<br />
Frau Neandertaler umarmte und küsste ihn, warf ihn dann zu Boden! Die Sippe, erst verdutzt, dann begeistert, dann euphorisch, brach in lautstarken und tosenden Jubel aus, der auf Orkanstärke anschwoll! Freudentänze! Sie zeigten mit den Fingern auf ihn und versuchten, es ihm gleichzutun, aber mehr als ein „nnn!“ oder ein „n-n-n!“ brachten sie nicht heraus.<br />
Und nur das auf dem Feuer schmorende Mammut fluchte wutentbrannt (!) vor sich hin: &#8220;Scheiße, warum ist mir das nicht eingefallen? Hätte ich nur gesagt, ich bin kein Mammut, sondern ein Känguru!&#8221;<br />
Es wurde noch ein rauschendes Fest, das sieben Wochen dauerte und in dessen Folge der Neandertaler erst zum König gekrönt und dann der Einfachheit halber zum neuen Gott ernannt wurde. Ihm zu Ehren wurden Lieder gesungen, Bilder an die Wand gemalt, und alle Höhlenmalereien, die jemals entdeckt wurden, hatten diesen einen Vorfall als zentrales Thema.<br />
Immer wieder musste er sich vor der Sippe in Positur stellen und zu ihrem Amüsement und ihrer grenzenlosen Bewunderung das eine Wort sagen: &#8220;Nein.&#8221; Und immer wieder brachen sie in nichtendenwollenden Jubel aus.<br />
Herrn Neandertaler wurden sofort 1000 neue Frauen an die Seite gestellt und er verstreute in den darauf folgenden Jahren seines schönen Lebens seine wertvollen Gene und damit auch die Begabung zur Lüge in alle Himmelsrichtungen und auch in die ganze Welt hinaus.</p>
<p>Somit war er nicht nur der Erfinder der Lüge, sondern auch der Religion, genauer gesagt des Monotheismus und ganz wichtig, der Polygamie. Zuzüglich aller bildenden Künste, die daraus entstanden und auch der Kunstgeschichte, der Kunstkritik und dem Feuilleton, also auch der Zeitungen, der Literatur und dem Buchdruck und konsequenterweise, last but not least, auch des Internets.<br />
Und das alles mit einem einzigen Wort! Das muss man sich mal vorstellen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Nützliche Erfindungen der Menschheit: Das Solarium]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/2007/09/16/nutzliche-erfindungen-der-menschheit-das-solarium/</link>
<pubDate>Sun, 16 Sep 2007 20:13:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/2007/09/16/nutzliche-erfindungen-der-menschheit-das-solarium/</guid>
<description><![CDATA[Das Solarium. Es wurde im Jahre 1799 durch Zufall von einem Franzosen erfunden, der ein Grillhähnche]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Das Solarium. Es wurde im Jahre 1799 durch Zufall von einem Franzosen erfunden, der ein Grillhähnchen zubereiten wollte und dabei einschlief. Sein Name geriet leider in Vergessenheit, das heißt, er verbrannte mit ihm, dem Hähnchen und dem ganzen Dorf.<br />
Jemand fand das dann so beeindruckend, dass er es nachbaute, erst mit einer Kerze, die er sich übers Gesicht hielt, dann mit einem Spiegel. Bis diese glorreiche Erfindung perfektioniert wurde, dauerte es viele Jahre und es kostete viele Millionen Quadratmeter Haut, die dabei auf der Strecke blieben, aber es war ja für einen guten Zweck.<br />
Als Nebenprodukte entstanden Kentucky Fried Chicken, die Vereinigten Krankenkassen und globale Hautspendebanken.</p>
<p>Das Solarium hat mittlerweile einen sehr großen Stellenwert im Leben vieler Menschen gefunden, aus religiösen und auch aus anderen Gründen, z.B. Partnerschaftsgründen. Es ist für viele aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, und würden die Menschen auch nur ansatzweise beginnen, darüber nachzudenken, ob und wie sie ohne das Solarium auskommen sollten, so würden sie sofort zusammenbrechen.</p>
<p>Erst letztens beim Einkaufen habe ich viele solcher Menschen getroffen. Sie waren alle schon sehr, sehr alt, mit unheimlich vielen Falten in ihren sonnengegerbten Gesichtern, aber jung und anmutig in ihren Bewegungen und auch in ihrer Kleidung. Das Solarium hält somit also auch jung und ist ein Jungbrunnen für jedermann, nur dass die Haut ein bisschen zerfleddert aussieht, aber das ist nicht weiter wichtig.<br />
Die Haut spielt im Leben eines Menschen bekanntermaßen eine ziemlich unbedeutende Rolle, man kann sehr gut ohne sie auskommen und auf sie verzichten. Nicht aber auf das Solarium.<br />
Mich reizen solche Leute immer dazu sie zu fragen: „Entschuldigung, geht es Ihnen nicht gut, Sie sehen so blass aus?“, aber das kommt nur daher, dass ich selbst <em>wirklich</em> sehr blass bin und einfach nur neidisch. Oder so. Das wäre auch ein bisschen gemein und darum tue ich das nie.<br />
Darum, wenn Sie gefragt werden &#8220;Haut oder Solarium?&#8221;, nehmen Sie immer das Solarium. Wer braucht schon Haut? Außerdem kann man sich auch liften lassen, oder?!</p>
<p>Das Solarium ist ein Ort der Geselligkeit, viele Menschen gehen dort nur wegen der sozialen Kontakte hin. Es ist auch ein Musentempel, denn dort wird immer sehr dufte Musik gespielt.<br />
Man kann im Solarium auch sehr gut meditieren oder auch beten. Oder häkeln.<br />
Am Schönsten ist aber, dass man dort knackig braun wird. Und das das ganze Jahr über, Sommer oder Winter, egal. Es macht auch einen unheimlich tiefen Sinn, so braun zu sein. Weil &#8211; das hat was! Mir fällt nur gerade nicht ein, was genau. Aber das hat was!<br />
Es ist einfach total erstrebenswert, dass man mit tiefdunkler Haut unterm Weihnachtsbaum sitzt und die verbrannte Ente, die dann auf dem Servierwagen hereingerollt wird, vor Neid erblasst.<br />
Das sind dann solche Momente, in denen bekennende Solariumsgänger sagen: „Hey, von da an machte das Leben wieder Sinn!“</p>
<p>Ich gehe ja nicht ins Solarium. Aber nur aus Angst, dass mich dort jemand überfällt und dann noch meine Kleider stiehlt. Ansonsten bin ich sehr überzeugt von den <em>vielen </em>Vorteilen, die das Solarium so bietet:<br />
Wenn man keinen Sex mehr hat, kann man auch genauso gut ins Solarium gehen, weil das da so ähnlich abläuft. Man zieht sich nackt aus, legt sich hin, dann wartet man ein bisschen, zieht sich wieder an und geht nach Hause. Nur mit dem Unterschied, dass man danach schön braun ist, dufte Musik gehört hat und es auch noch viel abenteuerlicher ist, weil einen jemand überfallen oder einem die Tasche klauen könnte, während man da liegt.<br />
Solarium ist insgesamt viel besser als schlechter Nichtsex, weil die blöden Fragen fehlen „Wie heißt du? Wie alt bist du? Sehen wir uns noch mal?“. Und diese schöne Windberieselung kommt auch noch hinzu.<br />
Also eine mathematische Gleichung würde so aussehen:<br />
Solarium = eigenes Alter x Nichtsex – blöde Fragen + dufte Musik + Wind + Abenteuer = 5<br />
Probieren Sie es selbst einmal aus, es kommt am Ende immer fünf heraus!<br />
Immer. Immer fünf!<br />
Und <em>genau das</em> sind die fünf Euro, die so ein Solariumsbesuch kostet!<br />
Verblüffend, oder?!</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Neben mir wohnt Mel Gibson]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/2007/09/13/neben-mir-wohnt-mel-gibson/</link>
<pubDate>Wed, 12 Sep 2007 22:00:26 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/2007/09/13/neben-mir-wohnt-mel-gibson/</guid>
<description><![CDATA[und seine Frau ist ne Hexe Joan Collins. Das finde ich ganz schön unfair, denn Mel Gibson hätte eine]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>und seine Frau ist <del dateTime="2007-09-12T21:34:37+00:00">ne Hexe </del>Joan Collins.</p>
<p>Das finde ich ganz schön unfair, denn Mel Gibson hätte eine viel schönere Frau verdient und vor allen Dingen eine viel nettere. Nee, ich rede jetzt nicht von mir, ich kann ja auch ein richtiges Biest sein und das würde ich mir für Herrn Gibson auch nicht wünschen. Er hat es in seinen Filmen immer schon so schwer gehabt, ist gestorben Teil 1 bis 25. Aber dafür sieht er immer noch sehr gut aus.<br />
Ich war schwer begeistert, als ich Mel zum ersten Mal gesehen hatte. Man kann auch sagen: verblüfft. Das hätte ich nicht erwartet, hier in dieser schönen Nachbarschaft, so ein Highlight.<br />
Vor allem, wenn man die anderen Nachbarn kennt, wie den Norman, der immer so komisch hinter der Gardine steht und den Hannibal, der dauernd mit seinem Auto in den Wald fährt und dann erst nach Tagen wieder zurückkommt. Wahrscheinlich ist der Förster oder Waldarbeiter oder so.<br />
Der Norman war ja immer sehr nett und zuvorkommend, ein bisschen schüchtern, aber durchaus sympathisch. Hat immer ein Schwätzchen übers Wetter gehalten, bis ich einmal gefragt habe: „Na, Herr Norman, wie geht’s denn Ihrer Mutter so? Lange nicht mehr gesehen? Macht ihr auch die Hitze so zu schaffen? Sie ist ja auch nicht mehr die Jüngste? Bestellen Sie ihr mal &#8216;nen schönen Gruß! Vielleicht komm ich demnächst mal auf einen Kaffee vorbei, wie wär&#8217;s!?“ Darauf hab ich bis jetzt noch keine Antwort und grüßen tut er auch nicht mehr. Komisch.<br />
Der Hannibal grüßt immer sehr freundlich, aber irgendwie hab ich dabei ein ungutes Gefühl, ich weiß auch nicht warum. Vielleicht ein bisschen <em>zu</em> freundlich, ich weiß es nicht. Deshalb habe ich auch letztens seine Einladung zum Abendessen abgelehnt. Er sagte, er würde etwas Schönes für mich kochen und er hätte eine Überraschung für mich.<br />
Ich hatte in der Woche aber dann keine Zeit, habe ihm aber gesagt, ich überleg mir das noch mal, ich bin ja Vegetarier und esse nicht alles.<br />
Nee, ich werde da nicht hingehen. Aber so wirklich unhöflich sein kann man auf Dauer auch nicht?</p>
<p>Wie auch immer, zum Thema Mel. Als ich so kurz nach dem Umzug im Garten sitze, steht auf einmal Mel vor mir.<br />
Mel: Guten Tag.<br />
Ich: Guten Tag.<br />
Mel: Ich bin Herr G.<br />
Ich: Ich bin Frau Nuehm.<br />
Und ich schwöre, wir wären so richtig ins Gespräch gekommen, wenn nicht plötzlich wie ein Blitz Joan Collins neben ihm aufgetaucht wäre!<br />
Sie zerrt Mel am Arm, reißt ihn förmlich vom Zaun weg, schleudert ihn vor sich auf die Waschbetonplatten und ihren Kopf in den Nacken, dass es nur so kracht und jeder Osteopath seine wahre Freude gehabt hätte.<br />
Mir wirft sie ein „GuTach-ibiFrGeh!“ über und geht ab.<br />
Tja, seitdem ist das Eis mehr als gebrochen und ich überlege jeden Tag, wie ich Mel aus ihrer Gefangenschaft befreien könnte. Er schaut mich immer so hilflos an und zwinkert, wahrscheinlich ein geheimer Code, den ich nicht entschlüsseln kann.<br />
Er wird auch sauschlecht behandelt, muss jeden Morgen um sechs zur Arbeit, kommt um sieben Uhr abends zurück und am Wochenende muss er immer Rasen mähen. Stundenlang, in der sengenden Hitze, ohne etwas zu trinken. Oder im strömenden Regen, ohne Schirm und das mit einem Elektrorasenmäher!<br />
Letztens musste er auch mit ihr in Urlaub fahren, als er zurückkam, sah er aus wie ein Greis. Total verschrumpelt, braungebrannt, Falten wie Krater. Bestimmt hat sie ihn morgens am Strand geparkt, ihn da liegen lassen, sich einen schönen Tag gemacht mit Shopping und den armen Mel erst abends wieder eingesammelt. Man weiß ja, wie so etwas abläuft.<br />
Wenn sie einkaufen fährt, nimmt sie das Telefon mit, denn sonst würde er mich bestimmt anrufen und ich würde ihm zu Hilfe eilen, aber im Nullkommanix.<br />
Einmal hat er sich doch bei mir gemeldet. Telefon klingelt.<br />
Ich: Nuehm, hallo?<br />
Mel: „……“<br />
Ich: „Hallo?“<br />
Mel: „Wer ist da bitte?“<br />
Ich: „Nuehm!“<br />
Mel: „Oh, Entschuldigung, verwählt.“<br />
Ich: „Mel, bist du das?“<br />
Aufgelegt! Aber das war er, garantiert.</p>
<p>Zum Glück ist jetzt schräg gegenüber ein neuer Nachbar eingezogen, er heißt Bruce. Mit ihm hab ich mich ja ein bisschen angefreundet, beim Spazieren gehen mit den Hunden. Scheint ein netter Kerl zu sein. Ich werd ihm das mal erzählen, vom armen Mel. Der macht bestimmt mit, der Bruce macht irgendwie einen sehr unternehmungslustigen Eindruck.<br />
Und dann befreien wir den Mel. Ob es seiner Frau jetzt passt oder nicht.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Geballte Internetweisheiten oder: Was Sie schon immer über das Internet wissen wollten und sich nie zu fragen trauten]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/2007/09/10/geballte-internetweisheiten-oder-was-sie-schon-immer-uber-das-internet-wissen-wollten-und-sich-nie-zu-fragen-trauten/</link>
<pubDate>Sun, 09 Sep 2007 22:22:29 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/2007/09/10/geballte-internetweisheiten-oder-was-sie-schon-immer-uber-das-internet-wissen-wollten-und-sich-nie-zu-fragen-trauten/</guid>
<description><![CDATA[Das Internet. Das Internet wurde von Al Gore erfunden, vielleicht auch von Arnold Schwarzenegger. Ma]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Das Internet. Das Internet wurde von Al Gore erfunden, vielleicht auch von Arnold Schwarzenegger. Man weiß es nicht so genau. Ich tendiere eher zu Herrn Schwarzenegger.</p>
<p>Das Internet ist einerseits riesig groß. Es hat eine unendliche Größe, die kein Mensch bisher erfassen oder nachmessen konnte. Es reicht von den alten Ägyptern bis zu uns, von A bis Z und von Sodom bis Gomorrha. Es ist an der schmalsten Stelle nur drei Millimeter breit, weshalb diese Tag und Nacht streng bewacht wird, damit niemand dort Schaden anrichtet, zB. mit Stöckelschuhen. An der breitesten Stelle reicht es bis in eine andere Galaxie, wo es aber abrupt aufhört, da es eine Scheibe ist, wie allgemein bekannt ist.</p>
<p>Andererseits ist das Internet aber auch winzig klein. Es umfasst manchmal nur vier Häuser, eine Kneipe und einen Edeka-Markt. Das kommt daher, dass sich im Internet eigentlich nur drei bis vier Personen aufhalten, die sich andauernd begegnen, natürlich immer unter anderem Namen und mit wechselnden Email-Adressen. Darum hat man den Eindruck, es wären Millionen Menschen im Internet zugange, in Wirklichkeit sind es aber nur vier, höchstens fünf.<br />
Ich bin eine davon, Sie die zweite. Und noch drei andere, das sind doch ganz schön viele, oder?<br />
Es passiert ja dauernd, dass man so ganz gedankenlos vor sich hinsurft und plötzlich sagt einer: &#8220;Hey, du bist doch Nuehm aus A.!&#8221;<br />
Und selbst sagt man dann: &#8220;Ja! Und du bist doch Z. aus X.?&#8221;<br />
Manchmal sagt dann der andere: &#8220;Nee, heute bin ich X. aus K. Aber morgen vielleicht? Mal sehen.&#8221;</p>
<p>Nur fünf! Das muss man sich mal vorstellen, ich wüsste ja zu gerne, wer die anderen drei sind!</p>
<p>Begegnen sich aber zwei, die an dem Tag eine hundertprozentige Identitätenübereinstimmung vorweisen können, dann sitzen die im Internet rum wie bei einem Kaffeekränzchen, nur ohne den Ober, der sonst immer ruft „Draußen nur Kännchen!“.<br />
Das ist schon mal ein riesengroßer Vorteil.<br />
Die sitzen dann da und erzählen sich von früher „Haha, weißt du noch, als ich G. aus V. war? Hihi, und ich war mal B. aus W.! Hoho…&#8221;. So geht das den ganzen Tag.</p>
<p>Wenn ich das Internet malen würde, dann wäre es blau, wie ein unergründlicher, tiefer Bergsee und auch so zauberhaft blau, wie der Himmel über meinem Kopf und auch deshalb blau, weil ich manchmal denke, die sind hier alle <del dateTime="2007-09-09T22:07:01+00:00">besoffen</del> <del dateTime="2007-09-09T22:07:01+00:00">wie von Sinnen </del>etwas seltsam.</p>
<p>Das Internet ist vor allem auch sehr geheimnisvoll und überaus spannend. Man sitzt da, starrt in den Pc, der Pc starrt zurück. Man starrt weiter, der Pc auch. Man blinzelt, der Pc nicht.<br />
Da, plötzlich &#8211; es ertönt die Melodie von „High Noon &#8211; Zwölf Uhr mittags“:<br />
Frau Nuehm mit umgeschnalltem, klirrenden Revolver, das Internet mit klirrendem Revolver, beide gehen aufeinander zu, da, Frau Nuehm ist nur eine winzige Sekunde lang abgelenkt, sie schaut kurz weg &#8211; Peng &#8211; AUA!<br />
Deshalb: nicht wegschauen! Wer als erster wegschaut, hat verloren. Und das bin immer ich.</p>
<p>Das Internet wurde in Gedichten schon oft gefeiert, wie Sie hier und da sehen könnten, wenn Sie es denn <em>wöllten</em>. Sie können das aber auch lassen, weil meine Lyrik noch gefürchteter ist als meine Grammatik. Für ganz Mutige: <a href="http://annanuehm.wordpress.com/2007/08/07/ode-ans-internet-teil-eins/">hier</a> und <a href="http://annanuehm.wordpress.com/2007/08/18/ode-ans-internet-teil-ii-ergreifend/">da</a>.</p>
<p>Das Internet wird sehr oft kritisiert, weil sich Menschen in es hinein flüchten, wofür es persönlich aber nichts kann. Diese Menschen sitzen wochenlang am Pc und antworten auf die Ansage ihrer Frau „Ich lass mich scheiden“ zuerst mit „Wer sind Sie?“ und dann mit einem lässigen „Okay, das geht neuerdings ja auch online.“<br />
Das wirklich Tolle am Internet ist aber, dass man nicht nur in es hineinflüchten kann, sondern auch wieder hinaus. Das geht ganz leicht: man geht einfach nicht mehr hin.</p>
<p>Im Gegensatz zu anderen unangenehmen Terminen wie zB. einer Wurzelbehandlung beim Zahnarzt, hat ein sich Verweigern auch keinerlei negative Konsequenzen. Anders als beim Zahnarzt, der einem Wochen später, wenn man zahnschmerzgeplagt zu ihm gekrochen kommt, mit fadenscheinigen Ausreden „komisch, die Betäubungsspritzen sind alle..“ seine späte aber kühle Rache serviert, mitten in den Nerv hinein.<br />
So etwas würde das Internet NIE tun! Es hat solche niederen Triebe einfach nicht. Das Internet und das ist das Schönste überhaupt an ihm, kann sich weder wehren, noch beschweren, noch einen anrufen, noch sich sonstwie an einem rächen.</p>
<p>Es bleibt dann leer. Und wartet einfach, bis man wieder ankommt.<br />
Und man selbst wartet auch einfach, bis sich der Qualm verzogen hat. Dann kreuzt man wieder auf und tut so, als wäre nichts gewesen.<br />
Und da das Internet ein sehr kurzes Gedächtnis hat, fällt es ihm nicht mal auf. Es ist freundlich, als wäre nichts passiert und manchmal denke ich fast, es hüpft hoch wie mein kleiner Hund, wenn ich wieder nach Hause komme und leckt meine Hand. Dann plätschere ich seinen Bauch und es freut sich.<br />
Wenn doch nur alle so wären, wie das Internet! Dann wäre das Leben <em>noch</em> viel schöner, als es ohnehin schon ist!</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Danke, Sommer, dass du gehst! Andere mögliche Überschrift: Hau ab, Sommer, denn du warst nicht da.]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/2007/09/05/danke-sommer-dass-du-gehst-andere-mogliche-uberschrift-hau-ab-sommer-denn-du-warst-nicht-da/</link>
<pubDate>Wed, 05 Sep 2007 20:39:33 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
<guid>http://annanuehm.wordpress.com/2007/09/05/danke-sommer-dass-du-gehst-andere-mogliche-uberschrift-hau-ab-sommer-denn-du-warst-nicht-da/</guid>
<description><![CDATA[Noch &#8216;ne andere: Der Sommer, der ein Winter war. Vierte: Ozonloch, du Blödmann. Fünfte: Eine r]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Noch &#8216;ne andere: Der Sommer, der ein Winter war.<br />
Vierte: Ozonloch, du Blödmann.<br />
Fünfte: Eine romantische Hommage an den Sommer.</p>
<p>Lieber Sommer, ich danke dir sehr für das Ende der <del dateTime="2007-09-05T19:52:54+00:00">Verarsche</del> Scharade, dass du da gewesen wärest und so.<br />
Offiziell warst du ja da, aber keiner hat dich gesehen. Gespürt auch nicht und auch nicht gerochen.<br />
Man konnte dich höchstens mal im Kalender anschauen, wenn man, um dich zu hypnotisieren, wie ein Derwisch aufs Datum gestarrt hatte. AUGUST. Sommer, wo bist du. Komm her.</p>
<p>Doch nichts passierte, das Kalenderblatt vergilbte, die Sonnencrème verrottete und meine Röckchen lagen enttäuscht im Schrank herum. Alterten vor der Zeit, vergilbten, verfusselten und nächstes Jahr, solltest du dich bequemen, vielleicht doch mal hereinzuschauen, sind sie bereits wieder altmodisch.</p>
<p>Im April war ich ja guter Hoffnung mit dir. Da warst du schwer im Kommen, so dass alle stöhnten und ächzten und sagten:<em> Wie</em> sollen wir das bloß aushalten? Diese Sonne? Meine Haut? Die Falten? Das Ozonloch?<br />
Da bin ich zu Hause auf dem Rasen fast in Sekundenschnelle verbrannt und wollte schon auswandern, in die Sahara, weil ich dachte, da ist es bestimmt angenehmer und auch nicht so irre heiß.<br />
Diese trockene, heiße Wüstenluft, die hat ja meinen Teint altern lassen, so dass ich innerhalb von drei Tagen um 20 Jahre älter aussah. Aber das fiel nicht weiter auf, denn es ging ja allen so.<br />
Da bin ich dann auch sofort zu A*** und wollte Sonnenmilch bunkern, ganze Wagenladungen voll. Es kam dort zu Panikeinkäufen von Sonnencrème, Holzkohle und Grillwürstchen. Da zählte mal wieder das Recht des Stärkeren und wer sich da durchsetzte, den bestrafte aber später das Leben, respektive der Sommer.<br />
Denn du kamst dann einfach nicht!<br />
Ich konnte vor lauter Warten nichts tun. Monatelang. Hab immer nur am Fenster gesessen, in den Regen gestarrt, bis meine Augen tränten. Und dieses komische Lied gehört &#8220;Umbrella ella ella eh eh eh&#8221;.<br />
Hat ja auch gepasst.</p>
<p>Die Sommermode bestand aus durchsichtigen Regenmänteln, roten Gummistiefeln und lilafarbenen Sandsäcken, die man zum Schutz vor Hochwasser immer im Haus haben musste.</p>
<p>Einmal wollte ich ins Schwimmbad, da bin ich fast ertrunken, so tief war das Wasser und auch viel nasser als sonst. Bah. Man musste dann offiziell seinen Seepferdchen-Ausweis vorlegen, wenn man ins Schwimmbad hinein wollte. Die Bademeister übernahmen keine Verantwortung mehr, wegen der Stromschnellen und der Strudel. Da bin ich dann nicht mehr hingegangen.</p>
<p>Grillen war auch nicht. Man hat ja nicht mal das Feuer anbekommen. Sofort war es wieder aus. Und Elektrogrills sind eine Todsünde, wenn man die benutzt, kommt man sofort in die Hölle und muss da ewig schmoren, bei Grillwürstchen und Schwenkern. Sagt der saarländische Grillgott. Recht hat er.</p>
<p>Eisessen war auch nicht sehr lustig. Man hatte vor lauter Frostbeulen keine Kraft in den Händen und das Eis fiel immer hin. Immer wieder. Das war irgendwann zu teuer und man hat sich dann eben einen Glühwein gekauft. Und Röstkastanien. Das war dann auch sehr gemütlich. Im Juli.</p>
<p>Sommer! Du bist dieses Jahr ganz einfach ausgefallen und wenn du ehrlich bist, dann gibst du es zu!<br />
Ich wüsste mal gerne, was du dieses Jahr gemacht hast? Bist du in Urlaub gefahren, hast dich über die verkohlte Pizza geärgert und den teuren Wein? Und über die Einheimischen, die hinter deinem Rücken über deinen komischen Akzent gelacht haben, obwohl du dir so viel Mühe gemacht hast mit dieser schwierigen Fremdsprache?<br />
Was ist dann passiert? Haben sie dir die Koffer geklaut, mit Ec-Karte und allem drum und dran und du konntest nicht mehr nach Hause? Oder hat dein Navi den Geist aufgegeben und du hast wochenlang festgesessen, irgendwo in der Pampa, ohne Benzin? Irgend etwas muss doch da vorgefallen sein! Ich würde es echt gerne wissen.</p>
<p>Sommer, schreib doch mal zurück, wie es dir ergangen ist! Und bis nächstes Jahr dann, oder so. Wenn es geht, nach April. Mai würde mir passen. Oder Juni. Juli auch. Hauptsache, du lässt dich überhaupt mal wieder blicken.</p>
<p>Tschüss,<br />
Anna Nuehm</p>
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<title><![CDATA[Vorsicht vor „der Herzen“!]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/2007/09/02/vorsicht-vor-%e2%80%9eder-herzen%e2%80%9c/</link>
<pubDate>Sun, 02 Sep 2007 20:57:07 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
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<description><![CDATA[Man liest zurzeit so viel von Diana, der „Königin der Herzen“. Ich habe darüber nachgedacht: was hei]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Man liest zurzeit so viel von Diana, der „Königin der Herzen“.<br />
Ich habe darüber nachgedacht: was heißt das eigentlich „der Herzen“?<br />
Warum sagen Menschen so etwas?</p>
<p>Im Grunde wird alles, was auch nur entfernt mit Herz zu tun hat, mit einer großen emotionalen Tiefe und Aufrichtigkeit verknüpft. In besonders innigen Momenten versichert man jemandem, dass man ihn von ganzem Herzen liebt. Und wenn man sich mit vollem Einsatz einer Sache widmet, dann liegt sie einem am Herzen. Man ist mit ganzem Herzen dabei, das Herz ist das Maß aller Dinge. Die Literatur ist voller Herzen. Und auch die Schokolade. Ich sage nur Milka. Oder Lindt.</p>
<p>Aber aufgepasst, wenn es „der Herzen“ heißt! Nicht „den“ und auch nicht „die“, sondern „der“.<br />
Diana war, um bei dem Beispiel zu bleiben, die Königin der Herzen, also keine richtige Königin mehr. Sie war ausgemustert, geschasst und in die Wüste geschickt worden. Mitsamt ihren 50.000 Paar Schuhen, was ein schwerer Schlag für sie war. „Der Herzen“ heißt demnach: ewiger Zweiter, genau genommen, Verlierer. „Der Herzen“ ist ein Titel für Titellose, ein Titel für Verlierer. Knapp daneben ist auch vorbei. Oder so.<br />
Davon weiß Schalke ein Lied zu singen, Meister der Herzen.</p>
<p>Wir können da auch mitsingen, „54, 74, 90..“, aber nicht 2006, da sind wir bei der WM knapp Weltmeister der Herzen geworden. Ausgeschieden in der 118. Spielminute! Ich weiß noch, ich ging siegestrunken für zehn Sekunden in die Küche, kam zurück und fand das heulende Elend auf der Couch vor: Männer wie Kleiderschränke weinten herzzerreißend.<br />
Wir waren aber dann Weltmeister der Herzen. Super.<br />
Der Herzen. Umschreibung für: Herzlichen Glückwunsch, Ihr Trottel, schöner Titel, für den ihr euch garantiert nix kaufen könnt.</p>
<p>Davon abgesehen sind wir Papst. Aber nicht der Herzen, sondern wirklich.<br />
Und Frau Merkel ist Kanzlerin, aber auch nicht der Herzen, sondern knallhart.<br />
Und wir sind auch Deutschland! Im Fußball aber Weltmeister der Herzen, darf man nicht vergessen. Macht einen richtig aggressiv, wenn man das so schreibt&#8230;</p>
<p>Aufpassen also, wenn Sie jemand mit „der Herzen“ in einem Atemzug nennt. „Du bist mein Mann“, Nachsatz, “der Herzen“. Dann heißt es AUGEN AUF!<br />
Dann wissen Sie zu Hundert Prozent: es gibt noch einen anderen, Sie sind nur die Nummer zwei. Sie sind Deutschland, der andere ist Italien.</p>
<p>Bei der WM waren sogar die Franzosen nur die Gewinner der Herzen mit ihrem Zizou, dem Kopftechniker der Herzen, übersetzt mit „Depp des Tages“.</p>
<p>Es ist ein Trostpreis, dieses „der Herzen-Getue“. Ich glaube da nicht so recht dran. Entweder man ist der Gewinner. Punkt. Oder ein armer Verlierer. Punkt. Da helfen dann auch keine Herzen mehr. Schön verloren ist trotzdem verloren.</p>
<p>Na, zumindest ist Diana, die Königin der Herzen, immer die Schönste Englands gewesen. Für Camilla, die Königin, hat es in der Sparte &#8220;Schönheit&#8221; nur zu dem Preis „Pferd der Herzen“ gereicht.</p>
<p>Das nennt man dann wohl ausgleichende Gerechtigkeit.</p>
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<title><![CDATA[Zeit ist kein Gegner, sagten sie im Fernsehen.]]></title>
<link>http://annanuehm.wordpress.com/2007/08/27/zeit-ist-kein-gegner-sagten-sie-im-fernsehen/</link>
<pubDate>Sun, 26 Aug 2007 22:00:26 +0000</pubDate>
<dc:creator>Anna Nuehm</dc:creator>
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<description><![CDATA[Natürlich nicht, denke ich, das weiß doch jeder, wem muss man das noch erzählen? Zeit ist kein richt]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Natürlich nicht, denke ich, das weiß doch jeder, wem muss man das noch erzählen?</p>
<p>Zeit ist kein richtiger Gegner mehr, sondern spielt neuerdings bei einem kleinen Luschiverein. Der verliert dauernd und ist sogar zweimal hintereinander abgestiegen.</p>
<p>Zeit ist auch häufig verletzt, seitdem sie damals seinen Nerv getroffen haben und er sich böse entzündet hatte. Er wird sehr oft ausgewechselt oder ausgebuht. Dann sitzt Zeit mit hängendem Kopf auf der Ersatzbank und mag sein Erfrischungsgetränk nicht trinken.</p>
<p>Zeit hat die besten Jahre eben hinter sich. An ihm ist nichts spurlos vorüber gegangen, weil der Zahn schwer an ihm genagt hat. Zeit sagt zwar: Blödsinn, wenn einer nagt, ist das meine Exfrau, die liegt mir nur auf der Tasche und könnte auch mal arbeiten gehen, die Alte. Außerdem bin ich schlecht beraten worden, Bauherrenmodelle und Investitionen im Osten. Dann der Meniskus. Und der Nerv. Man kennt das ja.</p>
<p>Zeit war ein sehr großes Talent, früher einmal, als er noch jung war. Doch er wurde sehr oft geschunden oder es wurde auf ihm herum gespielt. Sehr unfair. Einmal wurde er böse zusammen getreten und voll auf seinen Nerv getroffen. Da lag er dann da, ein Sanitäter fühlte seinen Puls und man dachte schon: Mit dem Zeit ist es vorbei.</p>
<p>Aber er hatte dann ein Riesencomeback, so dass die Zuschauer jubelten, wenn er auflief: “Zeit, du bist von Gott gestohlen, Zeit, du bist von Gott gestohlen!“<br />
Er wurde daraufhin in die Nationalmannschaft berufen, doch da verging er im Fluge und landete hart auf seinem Zahn.<br />
Und die Zuschauer natürlich: „Ach, du lieber Zeit!“. Als er dann auch noch den Elfmeter für Deutschland im WM-Halbfinale versemmelte, wollten ihm einige sogar ans Leder und skandierten „Schlagt den Zeit tot, schlagt den Zeit tot.“<br />
So schnell kann es gehen. Gestern noch gestohlen und morgen schon tot.</p>
<p>Mittlerweile sind diese Wunden aber verheilt. Zeit ist in die Jahre gekommen und viele sagen, Zeit wäre heute nicht mehr sein Geld wert. Man könnte sich nicht mehr mit ihm vertreiben, er sollte schleunigst die Zeichen erkennen. Schade, dass er kein Kind hat, dann könnte das in seine Spuren rieseln.</p>
<p>Der Typ wäre einfach nur abgelaufen, &#8216;ne saure Gurke und er sollte vergehen, am besten ins Ausland. Dann könnten die sich mit ihm rumärgern.</p>
<p>Ich finde es sehr undankbar, dass man so mit dem guten, alten Zeit umgeht, schließlich war es auch sehr schön mit ihm, früher einmal. Und er hat sich verschwendet und vergeudet, auch damit wir unseren Spaß hatten.</p>
<p>Aber ein richtiger Gegner ist er nicht mehr, das stimmt.</p>
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