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	<title>wir-waren-mal-stars &amp;laquo; WordPress.com Tag Feed</title>
	<link>http://en.wordpress.com/tag/wir-waren-mal-stars/</link>
	<description>Feed of posts on WordPress.com tagged "wir-waren-mal-stars"</description>
	<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 18:17:31 +0000</pubDate>

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<title><![CDATA[Thomas, Frank Elstner, der andere Thomas &amp; ich]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2009/08/21/thomas-frank-elstner-der-andere-thomas-ich/</link>
<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 23:43:27 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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<description><![CDATA[Ich habe vor etlichen Jahren im Forum der höflichen Paparazzi meine erste Kindheitserinnerung beschr]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ich habe vor etlichen Jahren im <a href="http://www.hoeflichepaparazzi.de/index.html">Forum der höflichen Paparazzi</a> meine erste Kindheitserinnerung beschrieben, welche gleichzeitig ein Treffen mit Showgigant Frank Elstner darstellt. Leider sind 1. die Menschen dort samt und sonders unfassbar affektierte Arschlöcher, oder sie waren es zumindest damals, und 2. hat es meine Erzählung wohl nicht in den allgemeinen Almanach geschafft. Aber ich habe ja jetzt ein sogenanntes &#8220;Blog&#8221;, fiel mir ein, darum noch einmal hier.<br />
Halt! Tatsächlich streitet sich mein Hirn mit sich selbst, ob dies nun tatsächlich meine erste Kindheitserinnerung ist oder doch die Szene aus ET, in der er kalkbleich und halbtot im Flussbett liegt. Egal! So war das nämlich:</p>
<p>Frank Elstner war seinerzeit noch Moderator von Wetten, dass&#8230;?, fühlte sich aber wohl nicht ausgelastet, weswegen er in der Sommerpause durch Deutschland tingelte mit einer abgespeckten Version, die sich da nannte &#8220;Was ein Spaß&#8221; oder ähnlich und mit einer festen Truppe schräger Vögel, die ihre Fähigkeiten zeigte, aufwarten konnte. </p>
<p>Er machte auch Halt im Hansapark, was damals noch Hansaland hieß (und davor gar Legoland, das weiss ja auch keiner mehr). Ich war ca. 3 Jahre alt und saß mit meinen Eltern, Geschwistern und diesem ominösen Sozialstatus &#8220;Freunde der Familie&#8221; in der ersten Reihe. Im Schlepptau hatte Frank (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=2jWMJzosZaQ&#38;feature=related">den ich kleiner sprechender Haken, der auf meiner Schulter sitzt, nennen darf</a>) einen Gedächtniskünstler, der wettete, sich die Namen von über 9000 Menschen (ca.) merken zu können, bekäme man sie denn nur auf die Bühne. So wurden also unter anderem meine Eltern auf die Bühne gerufen und meiner einer auf den Schoß einer mir heute unbekannten und auch damals wohl eher egalen Person gesetzt, von wo aus ich dieses Spektakel verfolgen sollte. Erinnern kann ich mich daran, dass ich selbst nicht applaudieren wollte und diese junge Frau meine Hände gegen meinen Willen zusammenschlug. Ja: Zusammenschlug! Wo ist sie denn da gewesen, diese Frau von der Leyen, hm? Eben. Kurz darauf plärrte und schrie ich also kindesgemäß vor mich hin, auf dass es Frank (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=8Ub6673jTDo">The Tank</a>) zuviel wurde und er meine Eltern bat, mich doch auch auf die Bühne zu holen. Ich durfte also mit auf die Bühne, auf der schon meine Mutter stand sowie mein Vater (Thomas I) und sein Freund (Thomas II). Auch hier erinnere ich mich sehr genau dran, nämlich an: Licht! Es war unfassbar hell, nicht weil ich neben der Lichtgestalt Frank Elstner stand, sondern direkt vor einer Armada von Scheinwerfern, die auf der Bühne genau in meiner Augenhöhe standen.<br />
Woran ich mich leider nicht erinnere: das Witzchen, dass Frank (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=BrPcg8y2-5E&#38;feature=PlayList&#38;p=9A16FC69733F4A24&#38;index=0&#38;playnext=1">Kurt</a>) sicherlich gerissen hat, als er meine Mutter bat, mich auf die Bühne zu holen sowie den sicher einsetzenden Applaus, als der süße Fratz diese betrat.<br />
Als das Gedächtniswunder sein Voodoo vollbracht hat, durfte man sich noch Autogramme holen. Es ist überliefert, dass sich unsere Truppe schnell aus dem Staub machte und er noch hinterherrief, wo denn Thomas I und Thomas II steckten, das als Pointe, wo es sonst schon keine gibt.</p>
<p>Und so hat jeder seine fünfzehn Minuten Ruhm und ich hatte meine eben schon mit 3 Jahren. </p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wallberger Tennisbälle]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2009/08/14/wallberger-tennisballe/</link>
<pubDate>Fri, 14 Aug 2009 21:07:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
<guid>http://socialissuesandstuff.com/2009/08/14/wallberger-tennisballe/</guid>
<description><![CDATA[Es war der Sommer &#8216;63, und alle nannten mich Baby. Irgendwie gefiel mir das. (Dirty Dancing) H]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><em>Es war der Sommer &#8216;63, und alle nannten mich Baby. Irgendwie gefiel mir das. (Dirty Dancing)</em></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=flZw0r1xzsM">Hallo,</a> ebenso wie die Off-Stimme im berühmten Tanzfilm tauche ich nur einmal am Anfang auf und lasse danach die Bilder sprechen (und Bildunterschriften, jaja, aber was wär dieses Blog ohne seine berühmten Bildunterschriften? Es wäre <strong>nichts!</strong>). Mangelndes Talent wird hier durch kitschige und demnach schöne Motivauswahl mehr als wett gemacht. Es folgen eventuell noch eine Rezension eines unfassbar schlechten &#8220;Lokalkrimis&#8221; sowie weitere Bilder aus dem Bereich der experimentellen Analogfotografie. Experimentell deswegen, weil wir keine Ahnung hatten, was wir da genau tun. Nun aber rauf auf den &#8220;Dampfer der guten Laune&#8221;, denn es wird maritim (Ostsee, Hemmelsdorfer See, Affolderner See&#8230;). Bei Bedarf lassen sich die Bilder durch einen einfachen &#8220;Klick&#8221; vergrößern. Toll!</p>
<p><a href="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/08/009.jpg"><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/08/009.jpg" alt="009" title="009" width="500" height="333" class="alignnone size-full wp-image-1366" /></a><br />
<em>Kein Urlaub ohne dieses Hemd und die Feststellung sämtlicher Familienmitglieder, dass er <strong>schon wieder</strong> dicker geworden ist.</em></p>
<p><a href="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/08/036.jpg"><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/08/036.jpg" alt="036" title="036" width="500" height="333" class="alignnone size-full wp-image-1367" /></a><br />
<em>Das Waldhusener Moor, dessen Name und Abgelegenheit stets Garant dafür sind, dass sich nie ein Mensch dorthin verirrt, gilt unter Kennern als schönster Platz Lübecks. Vielmehr beeindruckte den Fotografen jedoch die Bild-im-Bild Funktion seiner Kamera.</em></p>
<p><a href="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/08/039.jpg"><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/08/039.jpg" alt="039" title="039" width="500" height="333" class="alignnone size-full wp-image-1371" /></a><br />
<em>Mit etwas Mühe im rechten Teil der Tunnelrille zu erkennen, das einzige Wahrzeichen des Ortes: im Tunnel zwischen Wall- und Rangenberg befinden sich die berühmten &#8220;Wallberger Tennisbälle&#8221;. Hierbei handelt es sich um eine Ansammlung von Tennisbällen der letzten 30 Jahre, die beim Fußballspielen &#8220;unter&#8217;m Tunnel&#8221;, längste Zeit einziger Jugendtreff, steckengeblieben sind. Noch heute zeugen sie von der einstigen Spielfreude der Vorstadtkinder, die längst dem Konsum- und Killerspielwahn anheim gefallen sind.</em></p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/n0u2gc1FN2I&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/n0u2gc1FN2I&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span>(<a href="http://www.youtube.com/watch?v=n0u2gc1FN2I">Direktlink</a>)<br />
<em>Man kennt das: gemütlich isst man ein Eis, nebenan lärmen Kinder, Wespen schwirren gierig um die Becher herum und ständig muss man einen Stuhl beiseite schieben, weil sich eine Fähre aus Finnland, beladen mit Prinz Heinrich-Mützen und Hot Pants, vorbeidrängelt, um einen Platz im Schatten zu ergattern.</em></p>
<p><a href="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/08/057.jpg"><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/08/057.jpg" alt="057" title="057" width="500" height="333" class="alignnone size-full wp-image-1368" /></a><br />
<em>Rätsel gelöst: Das wurde aus dem roten Halsband aus &#8220;Die mit dem roten Halsband&#8221;.</em></p>
<p><a href="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/08/085.jpg"><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/08/085.jpg" alt="085" title="085" width="500" height="333" class="alignnone size-full wp-image-1369" /></a><br />
<em>There, we fixed it!</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Urlaub preload]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2009/08/03/urlaub-preload/</link>
<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 13:38:49 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
<guid>http://socialissuesandstuff.com/2009/08/03/urlaub-preload/</guid>
<description><![CDATA[Ein paar Schnipsel, bevor es morgen dann für 2 Wochen hinaus in eine andere Welt geht: * Das Schlimm]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ein paar Schnipsel, bevor es morgen dann für 2 Wochen hinaus in eine andere Welt geht:</p>
<p>* Das Schlimme an Büchern von Max Goldt ist es, dass sie in der Abteilung &#8220;Humor&#8221; stehen und man unweigerlich einen Blick auf das Restangebot erhascht. Unter anderem Ralf Schmitz, eine Art running gag des Privatfernsehens, ist hier anzutreffen mit seinem Werk &#8220;Schmitz&#8217; Katze&#8221;, und man schämt sich des Inhalts wohl so sehr, dass schon der Unteritel des Buchs nicht selbst ausgedacht ist: &#8220;Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal&#8221;. Was Opi noch wusste.</p>
<p>* Überhaupt, Max Goldt: Wenn man ihn als Urlaubslektüre plant, sollte man ihn auch erst im Urlaub kaufen, sonst ist so ein Buch schon am Tag vor der Reise durch. Ich muss mich hier schon sehr anstrengen.</p>
<p>* Da kann man planen, wie man will, jetzt landen wir doch wieder (und wieder und wieder) in Kücknitz/Travemünde. Wem meine erschöpfenden Erfahrungsberichte aus dieser Region nicht reichen, dem empfehle ich folgendes Musikvideo der Hip Hop Combo &#8220;Travemünde Asi Crew&#8221;. Es ist wirklich nicht schlecht:</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/DEd_Pj2uHV8&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/DEd_Pj2uHV8&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span><br />
(<a href="http://www.youtube.com/watch?v=DEd_Pj2uHV8">Direktlink</a>)</p>
<p>* Talkin&#8217; bout my generation: Uns fiel jüngst eine Spiegelreflex-Kamera aus dem Baujahr 1976 in die Hände. Es brauchte über eine Woche, bis wir sie aufbekamen. </p>
<p>* Mein Feedreader wird höchstwahrscheinlich die 1000-Beitrag-Grenze knacken. Aufregend!</p>
<p>* Auf das Nachlesen der Tweets werde ich jedoch verzichten, bei Aufkommen witziger Gedanken wird hier um Berücksichtigung gebeten. Also ruhig noch ein paar Tage im Kopf behalten.</p>
<p>* Ich habe quer über das Internet Hinweise versteckt, die bei richtiger Zusammensetzung die Zugangsdaten zum Blog ergeben. Wer als erster Zugriff erhält, ist angehalten, das Blog mit witzigen Einträgen zu füllen. Bitte keine SEOteriker, Szenetypen und Spinner. </p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Bruckfelden]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2009/07/12/bruckfelden/</link>
<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 15:10:08 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
<guid>http://socialissuesandstuff.com/2009/07/12/bruckfelden/</guid>
<description><![CDATA[Um den Islamophoben und überforderten Müttern, die in den wordpress.com-Charts ständig die vorderen ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Um den Islamophoben und überforderten Müttern, die in den wordpress.com-Charts ständig die vorderen Plätze verstopfen, nicht das Feld des &#8220;Blogtreffens&#8221; zu überlassen, hat <a href="http://blog.argwohnheim.de/">Markus</a> dieses Jahr <a href="http://www.freshundfunkyevents.de/boa/2008/">ein Festival veranstaltet</a>, damit wir das auch einmal hinbekommen (gut, nicht nur er und vielleicht nicht allein deswegen &#8211; <a href="http://lolcats.com/view/64/">oder?</a>). Er rief, und wenigstens Steffi und ich kamen, außerdem mehrere Hundert anderer Menschen, um ein schönes Wochenende im beschaulichen &#8220;Golpenweiler&#8221; (bitte so aussprechen wie der <a href="http://craplog.de/kuschelrock/">Ansager hier</a> das Wort &#8220;Gormly&#8221; ausspricht) zu verbringen. Der Grund, warum man ein komplettes Festival an 2 Tagen an einen anderen Ort versetzt, ist auf der Festivalseite nachzulesen. Das WIE will mir aber nach wie vor nicht in den Kopf. Ich könnte das nicht. Schon garnicht angesichts der Segnungen, die das Konjunkturpaket II dem lokalen Straßenverlauf geschenkt hat. <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/search/chaos+vom%20feinsten/">Chaos vom Feinsten</a>. Es ist ein running gag, dass wir uns noch auf jeder neuen Strecke mindestens einmal verfahren haben, ein Gag, den nicht einmal ein geliehenes Navi aufzubrechen vermochte.</p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/07/100_5740.jpg" alt="100_5740" title="100_5740" width="500" height="333" class="alignnone size-full wp-image-1316" /><br />
<em>Ungläubig schüttelte der Ostsee-Abkömmling den Kopf. &#8220;Soso, der Bodensee.&#8221; Noch viel ungläubigeres Kopfschütteln auf dem Beifahrersitz.</em></p>
<p>Der Freitag stand im Zeichen des Jazz, ein Genre, zu dem ich einst die gewagte These aufstellte, es handele sich hier um musikgewordene Maschinenbauingenieurskunst, ein Wort übrigens, das ich einmal von einem Amerikaner verlesen wissen will. Nun ist Maschinenbau ja nichts schlechtes und auch die Musik war durchaus gut. Gerade der Headliner <del datetime="2009-07-12T13:04:58+00:00">Talk Talk Talk begeisterte dank Sonja Kraus durch eine ausladende Performance</del> <a href="http://www.toktoktok.de/">Tok Tok Tok</a> wusste dank Stilsicherheit zu gefallen. Prägend war aber selbstverständlich der Clash of <a href="http://craplog.de/">Craplogtitans</a>, so etwas hat es ja vorher nicht gegeben. Leider war Markus ständig auf dem Sprung, aber soviel sei gesagt: er existiert.</p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/07/100_5711.jpg" alt="100_5711" title="100_5711" width="500" height="333" class="alignnone size-full wp-image-1317" /><br />
<em>Dem wachsamen Auge entgeht nicht der plumpe Versuch eines großen Unternehmens, sich vermittels Tarnung den Beschwerden etlicher Ortsvorstände betreffend &#8220;Streetview-Cars&#8221; zu entziehen.</em></p>
<p>Am zweiten Tag galt es, sich den Bodensee doch einmal näher zu widmen. Ein hoffnungsloses Unterfangen, angesichts Reih&#8217; an Reih&#8217; stehender Yachtclubs und Villenviertel. Allein in Überlingen sollte es uns überhaupt erst gelingen (ein Halbsatz wie Öl), einen Blick aufs Wasser zu erhaschen, welches ernüchternd wässrig war. Interessanterweise fährt man ja aber nicht ans Wasser, um sich eben dieses anzusehen, sondern die darüberliegende Luft. Über Wasser liegende Luft übt wohl eine Faszination aus, der sich niemand entziehen kann. Die Bodenseeluft war dann tatsächlich sehr angenehm. Wir waren ja schließlich auch zu einem Open air gekommen.</p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/07/100_5697.jpg" alt="100_5697" title="100_5697" width="500" height="333" class="alignnone size-full wp-image-1318" /><br />
<em>Die scheinbare Idylle täuscht nicht darüber hinweg, dass am Bodensee eine strenge Hackordnung herrscht. Herr über diesen Pfahl ist eine Möwe, an Land tobt jedoch stets der Kampf gegen die Enten um die schönsten Krümel, die der Mensch abwirft. Durch ihre Schwimmunfähigkeit benachteiligt sind eindeutig die Tauben, hier nicht im Bild (eben!).</em></p>
<p>Musikalisch stand der zweite Festivalabend im Zeichen des Rock, Funk, Hip Hop und der Blasmusik, hier verpassten wir jedoch aufgrund körperlicher Unfähigkeit die Hälfte. Als Geheimtipp sei hier einmal <a href="http://www.embrasserie.com/2005/">Embrasserie</a> empfohlen, die den Begriff Genre längst hinter sich gelassen haben und mit Akkordeon-Reggae, Mundart-Funk und allerlei anderem Amusement aufwarteten.<br />
Nachtzeit ist Headlinerzeit, und hier ließ man sich nicht lumpen. Niemand geringeres als <a href="http://www.flowinimmo.info/">Flowin Immo</a> <del datetime="2009-07-12T13:04:58+00:00">et les freaquz</del> and the <a href="http://twitpic.com/2zu89">Milf</a>-Hunters brachten Begeisterung, Party und viele, viele positive Fragezeichen in die Menge. Haben Embrasserie das Konzept Genre hinter sich gelassen, gilt das hier in noch höherem Maße und auch für vieles andere. Allein der Freestyle-Soundcheck gehört zum absurd schönsten, dem ich je beiwohnen durfte. Auch hier: Markus mehr am Rödeln denn am genießen. Traditionell (weil auch schon am Vorabend) verpasste man sich zum Abschied, darum noch einmal an dieser Stelle: das habt ihr sehr gut gemacht, wir haben es sehr genossen und Dich für außerordentlich nett befunden. (<a href="http://www.ebay.de/">TOP !!! Jederzeit wieder!!!</a> etc.)</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/OWaqksEMbA0&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/OWaqksEMbA0&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span><br />
<em>GTA V entschleunigt das Konzept des Actionspiels deutlich, macht aber durch einen gelungenen Soundtrack vieles wieder wett.</em></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Berlin]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2009/06/10/berlin/</link>
<pubDate>Wed, 10 Jun 2009 08:11:33 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
<guid>http://socialissuesandstuff.com/2009/06/10/berlin/</guid>
<description><![CDATA[Das letzte mal in Berlin war ich im Sommer 2006 aufgrund einer Einladung der Bundestagsabgeordneten ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Das letzte mal in Berlin war ich im Sommer 2006 aufgrund einer Einladung der Bundestagsabgeordneten meines Wahlkreises, Ute Kumpf (SPD). Als MdB hat man ein bestimmtes Budget um Gruppen von Politikinteressierten nach Berlin einladen zu können, wo siese ein Programm zur politischen Bildung durchlaufen. Da noch einige Plätze für den viertätigen Ausflug frei waren, wurde unter uns Jusos gefragt, ob noch jemand Lust hätte, und ich stimmte zu.</p>
<p>Neben ca. 15 größtenteils Jugendlichen gab es eben uns 4 &#8220;erwachsene&#8221; Jusos und aber vor allem eine ebenfalls ca. 15 Mann starke Besatzung einer dörflichen freiwilligen Feuerwehr, welche sich in den 4 Tagen anschickte, möglichst viele Klischees zu erfüllen, die man eben von dörflichen Feuerwehren hat. Während die Jugendlichen tatsächlich an den (allzu) zahlreichen Vorträgen, die uns im Innen-, und Außenministerium sowie in der ehemaligen Stasi-Hauptzentrale gehalten wurden, interessiert waren (eine Leistung, die nicht einmal ich vollbrachte, gerade die einleitenden PR-Filme der Ministerien laden zum Nickerchen ein), erging sich das dauerbesoffene Trüppchen in Witzen über diverse Minderheiten und freute sich, dass ihr Truppführer diesen mehrtägigen Berlin-Urlaub in einem Vier-Sterne-Hotel ermöglicht hatte.</p>
<p>Lowlight der Veranstaltung war dann ein geplanter Dialog mit einem SPD-Referenten im Willy-Brandt-Haus, dem wir eine halbe Stunde schweigend gegenüber saßen, bis wir gemeinsam entschieden, dass das wohl nichts mehr wird. Ein anschließender Besuch im Reichstag und eine Führung hinter die Kulissen, zum Beispiel in den SPD-Fraktionsraum oder auch in den Presseraum, der tatsächlich noch viel größer ist, als er im Fernsehen wirkt (gerade die &#8220;blaue Wand&#8221; ist sehr groß), rundeten die Sache fast ab.</p>
<p>Inoffiziell gab es aber doch noch etwas, denn wir SPD-Mitglieder hatten abends noch ein paar exklusivere Einblicke. Ute Kumpf führte uns in ihr mit allerlei von ihrem Mann erstellter Kunst behangenes Büro, in dem es einen Haufen aufregender Dinge gab, zum Beispiel einen Computer und gleich mehrere Stühle. An dieser Stelle wollte ich einen Link zu der Szene setzen, in der Bart Simpsons Klasse durch eine Kartonagefabrik geführt wird, statt dessen gibt es ein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=bFIjibmYZfA">Video eines Messestandes einer Kartonagefabrik</a>, was mindestens genau so toll ist.</p>
<p>Für einen Lacher sorgte Ute Kumpfs Antwort auf die Frage, ob wir denn tatsächlich um diese späte Zeit noch durch den Empfangsraum des Paul-Löbe-Hauses (dort, wo feierliche Anlässe begangen werden, ein aus Steuerzahlersicht sehr bedenklicher Protzbau) spazieren dürften. Sie winkte ab und sagte, das sei in Ordnung, zu Weihnachten spendiere sie der Wachmannschaft immer eine Flasche Wein und sie könne sehr gut mit ihnen. Sprach&#8217;s und wurde mitsamt uns als Gefolge eher bestimmt als höflich aus dem Gebäude komplimentiert.</p>
<p>Abends hieß es auch für uns &#8220;Bier Marsch&#8221; und wir verbrachten einige Zeit am Pressestrand, ein Ort, dessen Name verwirrt, es gab nämlich weder Presse noch einen Strand. Was es gab waren Strandkörbe und eine Menge Sand. Das Komplementärgut, das zum vollständigen Strand führt, nämlich Wasser, fehlte naturgemäß. (An dieser Stelle erinnere ich gerne noch einmal an das Beachvolleyballturnier, das die Hansestadt Lübeck einst ausführte &#8211; nämlich in der Innenstadt, in der zu diesem Zweck extra tonnenweise Sand aufgeschüttet wurde, statt am nur wenige Kilometer entfernten: Strand!). Ich fühlte mich, wie überhaupt die ganze Zeit über, ein wenig Fehl am Platz. Es gelang mir nicht, einen Dialog mit irgendjemanden aufzubauen und um dem kleinen Stehtisch versammelte sich um Ute Kumpf die Nachwuchsgeneration zum Smalltalk. Ich setzte mich irgendwo in den Sand und trank statt Bier eine Flasche Beck&#8217;s. Ich glaube, hier fasste ich den Entschluss, das Experiment &#8220;Politik&#8221; bleiben zu lassen und ließ mich hinterher auch seltener bei Versammlungen blicken, bis das Interesse ganz einschlief.</p>
<p>Und nun sackte die SPD in der Stuttgarter Gemeinderatswahl nochmals ein und überraschend wurden die Grünen, Stuttgart 21 sei&#8217;s gedankt, stärkste Fraktion. Das erste Mal seit damals hörte ich wieder etwas von Ute Kumpf, die sich als schlechte Verliererin gab. </p>
<blockquote><p><a href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2049956_0_9223_-palmer-liebaeugelt-mit-kandidatur-ob-schuster-blickt-ratlos-in-die-runde.html">Als sich Werner Wölfle, der Chef und Vordenker der Stuttgarter Grünen, am Wahlabend der kleinen Gruppe konsternierter Sozialdemokraten näherte, um wie ein fairer Sportsmann den Unterlegenen die Hand zu reichen und ihnen damit symbolisch eine bessere Zusammenarbeit anzubieten</a> &#8211; da rastete Ute Kumpf, die Frontfrau der Stuttgarter SPD im Bundestag, regelrecht aus: &#8220;Absahner, Absahner!&#8221; rief sie Wölfle verbittert entgegen. So laut, dass es ringsumher alle hörten. Die frühere Kreischefin und geschlagene OB-Kandidatin von 2006 konnte ihren Frust nicht verbergen. Ihre Nerven lagen blank. Werner Wölfle wandte sich brüsk ab und rief böse zurück: &#8220;Mit dieser Reaktion hatte ich gerechnet!&#8221; Das Tischtuch zwischen der SPD und den Grünen bleibt zerschnitten. Die gebeutelte SPD entlarvt sich als schlechter Verlierer.</p></blockquote>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Facing Future]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2009/05/25/facing-future/</link>
<pubDate>Mon, 25 May 2009 06:07:18 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
<guid>http://socialissuesandstuff.com/2009/05/25/facing-future/</guid>
<description><![CDATA[(Direktlink)]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/PeAMsFW6qmY&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/PeAMsFW6qmY&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span>(<a href="http://www.youtube.com/watch?v=PeAMsFW6qmY">Direktlink</a>)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Kopf zwischen die Sterne]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2009/05/12/kopf-zwischen-die-sterne/</link>
<pubDate>Tue, 12 May 2009 07:19:23 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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<description><![CDATA[Google Earth ist schon etwas tolles. Ich erinnere ich noch genau an das erste mal, dass ich nachts i]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Google Earth ist schon <a href="http://socialissuesandstuff.com/2009/04/23/hals-uber-kopf/">etwas tolles.</a> Ich erinnere ich noch genau an das erste mal, dass ich nachts in den Himmel geschaut und gedacht habe: Wow!</p>
<p><a href="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/05/spieli.jpg"><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/05/spieli.jpg" alt="spieli" title="spieli" width="451" height="735" class="alignnone size-full wp-image-1199" /></a></p>
<p>Wir fahren ja dran vorbei, bald. Vielleicht statte ich meinem persönlichen Ort der Offenbarung ja einen Besuch ab <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Außerdem zu sehen: der ehemalige Spielplatz. Rutsche: abgebaut (zu gefährlich, danke André!); Klettergerüst: abgebaut (zu gefährlich); Kletterstangen: abgebaut (zu gefährlich). Immerhin, es gibt noch den Sandkasten. Dass da noch keiner ertrunken ist&#8230;</p>
<p>An dem Klettergerüst habe ich mich immer festgehalten, weil mein erstes richtiges Rad ein 24er war und ich bestenfalls ein 18er. Einfach so absteigen war da nicht.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Hals über Kopf]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2009/04/23/hals-uber-kopf/</link>
<pubDate>Thu, 23 Apr 2009 18:53:31 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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<description><![CDATA[Ich bin 3 Jahre alt. Wir sind auf einem Schiff, ein großes Schiff, ein Kriegsschiff. Wir besichtigen]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ich bin 3 Jahre alt. Wir sind auf einem Schiff, ein großes Schiff, ein Kriegsschiff. Wir besichtigen es, weil es zu Besuch ist und man es darf. Es ist aufregend, ich tobe herum, bestaune riesige Kanonen, gehe in den Maschinenraum und kriege Angst. Es ist laut. Alleine renne ich wieder nach oben, schaue über die Reling und fange an zu weinen. Wir haben abgelegt, das Ufer ist so weit weg. </p>
<p><a href="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/04/f224_patenstadt_mai841.jpg"><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/04/f224_patenstadt_mai841.jpg" alt="f224_patenstadt_mai841" title="f224_patenstadt_mai841" width="500" height="341" class="aligncenter size-full wp-image-1150" /></a>*</p>
<p>Ich laufe umher, immer noch so viele Menschen, ich suche meine Eltern. Sie sind auf der anderen Seites des Schiffs, bei der Brücke, die an Land führt. Das erste Mal in meinem Leben ist mir etwas peinlich.</p>
<p>*****</p>
<p>Ich bin 4 Jahre alt. Wir sind im Heidepark. Der Heidepark ist riesig. Mein Bruder soll auf mich aufpassen, wir gehen in die Krokodilshow. Ein Mensch steckt seinen Kopf in das Maul eines Krokodils und alle jubeln. Die Show ist zu Ende, wir wollen zu unseren Eltern laufen. Mein Bruder läuft, ich bin zu langsam. Ich bin allein. Der Park ist groß. Ich laufe in alle Richtungen, fast gleichzeitig. Eine rote Mauer aus Backsteinen, ich laufe mindestens vier mal in einer halben Stunde an ihr vorbei. Die Mauer ist höher als ich, vielleicht einen Meter. Laufe vorbei an dem See mit der riesigen Freiheitsstatue &#8220;ein Geschenk der Europäer an die vereinigten Staaten&#8221; heisst es auf dem Schiff auf dem See, wo ist Europa? </p>
<p><a href="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/04/heideparksee.jpg"><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/04/heideparksee.jpg" alt="heideparksee" title="heideparksee" width="499" height="260" class="aligncenter size-full wp-image-1148" /></a>(<a href="http://creativecommons.org/">CC</a>) (<a href="http://www.flickr.com/photos/stejan/504295934/">stejan</a>)</p>
<p>Laufe vorbei an Süßwarenständen und am riesigen Wasserhahn am Eingang. Beim fünften Mal an der Mauer fange ich an zu weinen. In dem Augenblick tauchen meine Eltern auf, gerade, als ich anfange zu weinen. Mein Bruder ist bei ihnen, er weint auch. Ich glaube, er hat Ärger bekommen. Ich glaube, ich bin schuld.</p>
<p>*****</p>
<p>Ich bin 6 Jahre alt. Mit meinem Freund Martin gucke ich Kampfstern Galaktika auf Video und spiele He-Man. Er hat eine Idee. Wir fahren mit dem Fahrrad nach Travemünde. Es sind 10 Kilometer, ich war hier noch nie alleine, nur mit Erwachsenen. Ich esse eine Wurst mit Ketchup, er mit Senf. Er hat eine Idee. Wir spielen ein Spiel, wir fahren mit unseren Fahrrädern die Bootsrampe runter, wer zuerst den Lenkrer rumreisst, verliert. Ich bin mutig. Nein, ich bin dumm. Ich fahre geradeaus ins Wasser, mein Fahrrad versinkt. Ich ziehe es heraus, ich bin klitschnass. </p>
<p><a href="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/04/travemunde.jpg"><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/04/travemunde.jpg" alt="travemunde" title="travemunde" width="500" height="472" class="aligncenter size-full wp-image-1160" /></a></p>
<p>Es wird dunkel, wir fahren nach Hause. Ich komme an unserem Haus an, aus dem Fenster ruft unsere Nachbarin, die Besitzerin des Friseurladens unter uns, gegenüber dem Kondomautomaten. Meine Eltern sind krank vor Sorge, mein Vater fährt mit dem Auto die Gegend ab. Meine Mutter will die Polizei rufen. Ich traue mich hoch. Heute wäre mein erster Tag bei der Krankengymnastik gewesen, höre ich. Meine Mutter ist nicht böse. Ich habe Angst vor meinem Vater, er ist mit dem Auto unterwegs und sucht mich. Wenn der zurückkommt&#8230; Er kommt zurück. Er ist nicht böse. </p>
<p>*****</p>
<p>Ich bin 8 Jahre alt. Es ist Sommer, wie immer. Wir sind mit unseren Nachbarn am Hemmelsdorfer See an der Badeanstalt, Eintritt 50 Pfennig. Es ist 17 Uhr, ich fahre alleine nach Hause. Gleich am Anfang die Gabelung, muss ich nach rechts oder muss ich nach links? Ich fahre nach rechts. </p>
<p><a href="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/04/hemmelsdorf.jpg"><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2009/04/hemmelsdorf.jpg" alt="hemmelsdorf" title="hemmelsdorf" width="500" height="604" class="aligncenter size-full wp-image-1156" /></a></p>
<p>Eine Ewigkeit später bin ich am Timmendorfer Strand, falsch, ganz falsch. Ich fahre zurück, fahre über Bauernhöfe. Zwei Mädchen, vielleicht 12, fragen, ob ich mich verfahren habe. Die Wahrheit ist mir peinlich, ich fahre schnell weg. Um 19 Uhr reicht es mir, ich suche Kleingeld, um von einer Telefonzelle zu Hause anzurufen. Ich habe nur noch 20 Pfennig, blöde Pommes. Ich fahre weiter. Ich fahre in einen Wald, ich kenne den Wald. Ich bin in meinem Wald! Ich freue mich, ich gebe Gas. Hinter mir hupt ein Auto. Es ist mein Vater, er hat mich gesucht. Mal wieder. Es ist 20 Uhr, endlich daheim.</p>
<p>*****</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/0p-maRxoeGA&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/0p-maRxoeGA&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span>(<a href="http://www.youtube.com/watch?v=0p-maRxoeGA">Direktlink</a>)</p>
<p>*****</p>
<p>* Dieses Foto entstand tatsächlich beim Besuch der Fregatte Lübeck in ihrer Patenstadt im Mai 1984. Das ist 25 Jahre her und ich bin einigermaßen begeistert, dass ich es <a href="http://www.fregatte-koeln.de/indexia-2.html">im Netz gefunden habe</a>.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wo g'sungen wird, da legt's di nieder...]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2009/04/03/wo-gsungen-wird-da-legts-di-nieder/</link>
<pubDate>Fri, 03 Apr 2009 13:46:11 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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<description><![CDATA[Beim Bund waren wir ja zu doof zu allem. Nicht einmal marschieren konnten wir. Geschult in mehreren ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><a href="http://socialissuesandstuff.com/2008/11/27/der-veteran/">Beim Bund</a> waren wir ja zu doof zu allem. Nicht einmal marschieren konnten wir. Geschult in mehreren Weltkriegen weiss die Generalität natürlich um die intellektuellen Misstände ihrer Soldaten und hat für sämtliche Eventualitäten vorgesorgt. Wenn Gefreiter Arsch entgegen des Befehls statt rechtsrum linksrum marschierte, was, so erschreckend es klingt, eigentlich immer irgendeinem passierte, in der Regel dem Vordermann, lautete die Order, hinter ihm herzugehen. Das Motto: &#8220;Wenn schon Scheisse, dann Scheisse mit Schwung!&#8221;</p>
<p>So ähnlich ging es auch dem General(!)sekretär der CDU Baden-Württemberg Thomas „Ich bin als Abgeordneter nicht dazu da, zu kontrollieren, ob die Exekutive ihre Arbeit richtig macht“ Strobl. Nicht nur, dass die Landes-CDU ein Liederbuch rausgebracht hat, in dem sich auch munteres <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,617255,00.html">Wehrmachtsliedgut befindet</a> (neben anderen in der CDU sicher hoch im Kurs stehenden &#8220;Knallern&#8221; wie dem Holzmichl und Anton aus Tirol), nein, eine Einstampfung der Bücher bügelte er zunächst mit den Worten ab, ich zitiere:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir lehnen Bücherverbrennungen ab.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nun ist die hiesige CDU ja dafür bekannt, es mit der Aufarbeitung der Geschichte nicht immer ganz genau zu nehmen (Filbinger), es sollte sich allerdings auch bis hier rumgesprochen haben, dass ein Vergleich zwischen der Verbrennung großer Teile der Literatur der damaligen Zeit aufgrund oftmals nicht einmal politischen Missfallens, sondern aufgrund purens Wahnsinns und Hasses und des Rückzugs von kriegsverherrlichenden Schunkelliedern ein großer ganz großer Unsinn ist. Man kann sich also nur immer und immer wieder wundern, dass die CDU hier ein uneinnehmbar gutes Standing hat. Es ist zum heulen.</p>
<p>Der Spruch &#8220;Wo gesungen wird, da lass Dich nieder, böse Menschen kennen keine Lieder&#8221; ist übrigens auch so ein Quatsch, was ich vor etlichen Jahren festgestellt habe, als ich an einer Nazi-Bar vorbeimarsch..gegangen bin und von drinnen großes Gegröhle und Gesinge nach draussen drang und ich mich schleunigst, dieses Sprichwort vergessend, vom Acker machte.</p>
<p>Um auf die mangelnde Intelligenz des Militärs zurückzukommen:</p>
<blockquote><p>Bei der Bundeswehr kann man den ganzen Trubel nicht ganz nachvollziehen. &#8220;Das Lied haben wir früher doch immer gesungen&#8221;, erinnert sich ein Sprecher. &#8220;Aber das war ja auch mitten im Kalten Krieg. Da durften wir das.&#8221; </p></blockquote>
<p>Außerdem:</p>
<blockquote><p>Im Rahmen der Brauchtumspflege habe man das Lied in einer entschärften Form immer wieder in die Neuauflagen übernommen, so ein Sprecher des Streitkräfteamts in Bonn zu SPIEGEL ONLINE.</p></blockquote>
<p>Die &#8220;Brauchtumspflege&#8221; ist schon aus rein ästethischen Gründen eines der größeren Probleme der Bundeswehr. Ich war einmal im &#8220;Traditionsraum&#8221; der Uffze unserer Kompanie. In ihm versammelte sich mehr Kitsch als in einem stuttgart-afghanischen Krimskramsladen. Wobei ich natürlich Verständnis dafür zeige, dass man dieses ganze &#8220;Mir halte&#8217; zamme&#8221;-Gedöns braucht, diese ganzen Wimpel, Wappen, Silberlitzen, diesen ganzen aus der Wehrmacht übernommenen Identifikationsquatsch, um effizient &#8220;arbeiten&#8221; zu können. Letztendlich ist Krieg auch nur Sport, Teamgeist, der bessere gewinnt, Mensch ärgere Dich nicht.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Mortzfeld]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2009/03/31/mortzfeld/</link>
<pubDate>Tue, 31 Mar 2009 13:27:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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<description><![CDATA[Vor 2 Wochen erst stand ich in regem Mailverkehr mit einer meiner zahlreichen ehemaligen Schulen. Ic]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Vor 2 Wochen erst stand ich in regem Mailverkehr mit einer meiner zahlreichen ehemaligen Schulen. Ich brauchte das Abschlusszeugnis meiner mittleren Reife, das ist ja auch schon wieder 10 Jahre her, und ich habe noch sämtliche Zeugnisse seit der ersten Klasse, nur dieses eine war verschollen. Die Sekretärin war sehr zuvorkommend und es war auch noch Platz für das ein oder andere Späßchen in den Mails. Leider ließ sie sich dann doch nicht dazu erweichen, mir das Zeugnis, das sie irgendwann zuhinterst im Archiv gefunden hat, einfach zuzuschicken. Das ginge nicht, das deutsche Recht stehe dem im Weg.</p>
<p>Also schickte ich, am anderen Ende Deutschlands lebend, meine kränkelnde Mutter los. Ich sagte ihr noch, wenn es Dir nicht gut geht, warte noch ein paar Tage, passt schon. Sie schleppte sich trotzdem hin, nur um zu Hause dann festzustellen, dass sie das Original noch bei sich im Ordner hatte. 2 Tage später lag sie im Krankenhaus, es war fast schon zu spät, ging grade noch einmal gut. So ein Scheiss, und ich schick sie durch die ganze Stadt.</p>
<p>Jetzt sorgt eben jene Schule, eine ganz kleine nur, für <a href="http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,616375,00.html">Schlagzeilen.</a> Klassenfahrt, Amoksaufen, Schüler tot, 2 im Koma, sowas. Himmel hilf. Es war mein ehemaliger Wirtschaftslehrer, der sie begleitete.</p>
<p>Die Schüler befanden sich auf einer Klassenfahrt in der Türkei, die Klasse bestand aus jungen Erwachsenen, alle über 18, der Verstorbene war 21. Der Lehrer hat nach der durchzechten ersten Nacht ein Alkoholverbot ausgesprochen, aber klar, durchsetzen lässt sich sowas nicht. Man nennt es Lebenswirklichkeit. Auch die grundsätzliche Neigung junger Menschen, während eines Ausfluges zu trinken, ist so überraschend nicht. Das hindert die Lübecker Nachrichten jedoch nocht, eine selten dämliche Fragestellung in den Raum zu werfen, auf die ein noch dämlicherer <a href="http://www.ln-online.de/regional/luebeck/2566192/Die_Mortzfeldschule_%96_und%20_was_Nachbarn_sagen.htm">Artikel folgt:</a></p>
<blockquote><p>Eine Berufsbildende Schule, die Haupt- und Realschulabschlüsse, aber auch das Abitur vermittelt. Auch eine Schule mit einem Alkoholproblem?</p></blockquote>
<p>So ein Unsinn. Wie kann eine Schule, deren Schüler sich im Schnitt 2 Jahre dort befinden, ein strukturelles Alkoholproblem haben? Als Zeugin zieht die Zeitung Andrea L., <strong>die auch ein kleines Kind hat!!!</strong>, ran:</p>
<blockquote><p>„Auf dem Spielplatz standen die Jugendlichen bei schönem Wetter fast jeden Abend. Die Polizei war auch schon da.“</p></blockquote>
<p>Jeden Abend! Im Sommer! Dass da die Schulleitung nicht eingreift, erschreckend. Dass die Polizei auch schon da war, ist eine Feststellung, deren Wert gegen 0 tendiert, bedenkt man, dass die Polizei eigentlich bei jeder jugendlichen Ansammlung &#8220;schonmal da war&#8221;.</p>
<p>Der Kniff, die Schule in einen ganz anderen Stadtteil zu verlegen, nur um sie in einem sozialen Brennpunkt verorten zu können, fällt bei soviel Quatsch schon garnicht mehr ins Gewicht (und wäre, selbst wenn es stimmen würde, egal, denn direkt nebenan befindet sich das renommierte Burkhardt-Gymnasium, dessen Schülerschaft sich genau wie bei Mortzfeld aus Schülern aus allen Stadtteilen zusammensetzt).</p>
<p><strong>Update:</strong> Da sich ja mittlerweile bestätigt hat, dass es sich tatsächlich um gepanschten Alkohol handelte, ist meine Aussage, dass den Lehrer keine Schuld trifft, immer noch richtig, nur auch aus anderen Gründen. Nur der Vollständigkeit halber sei der Sachverhalt hier noch einmal vermerkt.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Video der Woche I: Torch - Wir waren mal Stars]]></title>
<link>http://mundilfarireviews.wordpress.com/2009/03/07/video-der-woche-i-torch-wir-waren-mal-stars/</link>
<pubDate>Sat, 07 Mar 2009 23:01:49 +0000</pubDate>
<dc:creator>Mundilfari</dc:creator>
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<description><![CDATA[Ich gründe mal wieder eine neue Kategorie. &#8220;Video der Woche&#8221;. Natürlich wieder rein subj]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ich gründe mal wieder eine neue Kategorie. &#8220;Video der Woche&#8221;. Natürlich wieder rein subjektiv und vermutlich völlig alte Videos, aber wen juckt es, vielleicht ist ja etwas dabei, was einem gefällt und er verliebt sich in neue Musik. Das wär doch schön.</p>
<p>Es ist 2000. Ein Ära scheint zu Ende zu gehen. Nachdem Frederik Hahn aka Torch den Rap in Deutschland salonfähig gemacht hat, gibt er zu, dass die Zeit von ihm und seinen Leuten vorbei ist nach 15 Jahren. Vermutlich eines der ehrlichsten und offensten Geständnisse in der Geschichte des deutschen Raps. Kaum ein anderer Mann verstand es, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=TfLayB_g_hY">gehobene Lyrik </a>mit Rap zu verbinden und jeder der ihm nicht wenigstens Respekt gegenüber ausspricht als deutscher Rapper, verliert auch bei mir massives Ansehen. Heute tritt er noch gelegentlich als <a href="www.myspace.com/haitianstar"><em>DJ Haitianstar</em></a> auf, unter anderem auf den Konzerten von Dynamite Deluxe letztes Jahr. Also in hohem Respekt, hier das Video:</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/IvHA5gkkYEw&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/IvHA5gkkYEw&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Der Veteran]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2008/11/27/der-veteran/</link>
<pubDate>Thu, 27 Nov 2008 10:27:16 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
<guid>http://socialissuesandstuff.com/2008/11/27/der-veteran/</guid>
<description><![CDATA[Als mir im Juli 2003 ein Soldat aus Pappe den Weg zu meiner Einheit wies, ließ meine Nervosität nach]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Als mir im Juli 2003 ein Soldat aus Pappe den Weg zu meiner Einheit wies, ließ meine Nervosität nach, wurde jedoch durch kein anderes Gefühl ersetzt, so dass meine Grundausbildung im Prinzip vorbei war, ehe sie begonnen hatte. Man könnte aber auch Bruce Lee zitieren, nach dem man ein Glas erst leeren muss, um es wieder zu füllen (jedenfalls handhabt es sein Double im Melodram &#8220;Karate Tiger&#8221; so).</p>
<p>Eine ähnliche Philosophie verfolgte auch unser Kompaniechef: Man muss den Schützengraben erst leeren, um ihn dann wieder zu füllen. Dieses taten wir die nächsten 3 Monate, wobei unsere Gruppe ein Gespür für die Strukturen einer Befehlskette fand und sich dieses zu Nutzen machte. Ein Unteroffizier schickte uns während des überraschend langweiligen Panzerfaustschießens hinter einen Wall zur Zigarettenpause. Sein Befehl war, zu warten, bis er wiederkam. Auf keinen Fall sollten wir uns mit Zigaretten vor dem Wall blicken lassen, hatte der General doch persönlich aufgrund des Hitzesommers ein Rauchverbot ausgesprochen. Der Unteroffizier wurde abberufen und sein Ersatz nicht über unseren Verbleib instruiert. Während die Kompanie sich von kleinwüchsigen Schreihälsen, die keinen Satz geradeaus sprechen konnten, anbrüllen ließ, ließen wir uns den ganzen Tag hinter dem Wall die Sonne auf den Bauch scheinen, pflückten Blumen, lachten, rauchten und diskutierten über den Irrsinn, dem wir uns hier auslieferten, bis wir uns zum Abendessen zurückmeldeten. Ich erfuhr, dass die meisten tatsächlich freiwillig hier waren und nicht wie ich einfach gehofft haben, irgendwie noch durchzurutschen. Wir waren ein verrückter Haufen, eine bunte Mischung aus angehenden BWLern, VWLern und Maschinenbauingenieuren. Ich habe auf studivz nachgeguckt, es stimmt. Der netteste und ruhigste von allen ist wohl in die Fänge einer Burschenschaft geraten und schreibt auf seinem Profil nur noch von Germania, Preussen, Quatsch.</p>
<p>In den witzigeren Momenten fühlte ich mich wohl. Jeden Morgen wurde durchgezählt und ein Genosse unseres Zuges, der exakt aussah wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_E._Neumann">Alfred E. Neumann</a> und eine Stimme hatte wie ein Zwölfjähriger, trug zu allem Überfluss einen unfassbar dämlichen Namen, dessen Aussprache den jeweils diensthabenden Schreihals vor uns stets überforderte.<br />
Auch unser Gruppennesthäckchen, welches sich ganz fest vorgenommen hatte, Offizier zu werden, sorgte schon durch seine Anwesenheit für grinsende Gesichter. Während wir uns im Gelände tarnten, fertigte er ein Kostüm an, dass ihn aussehen ließ wie das <a href="http://hyrulerealm.guardianarchives.com/Official/MM/SkullKid.jpg">Skull Kid</a> aus Zelda. Wir lachten. Er verstand es nicht. Er verstand nie etwas. </p>
<p>Beim gemeinsamen Wacheschieben gerieten wir aneinander, da er darauf bestand, während der Nacht das Fenster der Wachkabine der Kaserne zu verdunkeln, &#8220;damit man uns nicht sieht&#8221;. Ich fragte ihn, vor welchen Gefahren er in der norddeutschen Tiefebene Angst habe und was eine Verdunkelung der Kabine bringe, wo doch der gesamte Einfahrtsbereicht gut beleuchtet ist. Er ging nicht darauf ein und verlangte die Verdunkelung des Fensters. Er berief sich auf seinen Status als stellvertretender Wachirgendwas, eine Bezeichnung, die eher symbolisch zu verstehen ist. In dem Augenblick wurde mir bewusst, dass es ihm einzig darum ging, seine Position hervorzustellen. Er war immer der schwächste der Gruppe und in exakt dem Augenblick, in dem man ihm das erste mal in seinem Leben Verantwortung übertrug, nutzte er sie, um mit sinnlosen Befehlen seine Macht zu demonstrieren. Dieses Ereignis hat mein Gesellschaftsempfinden nachhaltig geprägt. Eine absurde Situation, an der ich heute noch knabbere. Dem Vernehmen nach wurde aus &#8220;Sugar&#8221;, wie wir ihn nannten, tatsächlich Offizier. Passt.</p>
<p>Ein anderes Kaliber war ein Kamerad, der von Kompanie zu Kompanie gereicht wurde, weil ihn niemand haben wollte. Er war ein wenig wirr im Kopf und man wusste nie, wovon er gerade sprach. Ich wurde mit ihm auf nächtliche Patrouille geschickt, eine Zeit, die normale Menschen nutzen, um sich hinzusetzen und Pause zu machen von diesem ganzen Irrsinn. Es kursierten zwar Geschichten, dass der Wachoffizier Centstücke auf die Schlösser der Munitionscontainer legt, um sicherzugehen, dass wir auch wirklich dann rüttelten, aber das waren seit Jahrzehnten weitergegebene Legenden. Die Bundeswehr ist voll von solchem Mist. Rumgammeln war mit ihm dennoch nicht möglich, denn er nahm die Wache ernst. Er bestand auf die richtige Formation, auf Ruhe, die richtige Haltung des Gewehrs und <a href="http://www.youtube.com/watch?v=O525Obg5_xg">zu allem Überfluss hockte er sich alle paar Minuten hin, um &#8220;zu lauschen&#8221;</a>. Es ist mir bis heute unbegreiflich, wie man dieses ganze Gewese auch nur eine Sekunde ernst nehmen kann. Auch das ein prägendes Ereignis. </p>
<p>Es gab einen Stabsfeldwebel in unserer Kompanie, von dem keiner wusste, was er eigentlich tat. Er wurde uns vorgestellt als die rechte Hand des Spieß&#8217;, aber machte überhaupt nichts. Die Planung übernahmen die Geschäftszimmersoldaten, den Schreibkram eine zivile Schreibkraft, ein altes Muttchen, dass jeden Tag pünktlich zum Feierabend, wenn wir in Reih und Glied standen, durch uns durch marschiert ist, während wir Anpfiff bekamen weil der Boden nicht gefegt war oder auch einfach so.<br />
Der Stabsfeldwebel weigerte sich als einziger, außerhalb der Gebäude sein Barrett zu tragen, wurde aber nie angepfiffen, da er der Vater des Bataillonsführers hätte sein können und er quasi unangreifbar war. Ein Mann, der hier seine Zeit absaß, den ganzen Armeequatsch an sich abperlen ließ und seine Ruhe wollte. Er war ein großes Vorbild für mich. Den Beweis, dass er tatsächlich den ganzen Tag garnichts tat, zeigte er mir später. Das ist ungelogen: Im Windowsgame Freecell gibt es eine Million verschiedene Spielvariationen. Er hat alle gelöst bis auf 2! Er ärgerte sich, weil er diese beiden einfach nicht geknackt bekam. Darüberhinaus schafft er beim Flipper locker 50 Millionen Punkte und mehr. </p>
<p>Über unseren General kursierten die wildesten Geschichten. Wohl als einziger Bundeswehrsoldat hat er aktiv an einem Krieg teilgenommen, als Austauschoffizier während des Falklandkrieges, hieß es. Ein Krieg, über den sich in einer Simpsons-Episode als &#8220;vergessener Krieg&#8221; lustig gemacht wurde, reichte hier schon zur Mythenbildung. Unglaublich. Aber jetzt gab es Afghanisten, und Afghanisten kam nach Ansicht meines Spießes nicht ohne mich aus.<br />
Die Soldaten wurden in Wildflecken und Hammelburg auf ihren Einsatz vorbereitet, und aufgrund meiner nie beendeten Ausbildung zum kaufmännischen Assistenten mit Schwerpunkt IT hielt er mich für einen &#8220;Computerexperten&#8221;. Innerhalb von 3 Tagen wurde ich nach Bayern versetzt und in die Personalverwaltung von 2 Kompanien eingearbeitet und am Ende war ich verantwortlich für alle Belange von 200 Mann. </p>
<p>&#8220;In Vietnam war ich veranwortlich für Ausrüstung im Wert von 3 Millionen Dollar, hier kriege ich nicht einmal einen Job als Parkplatzwächter.&#8221; &#8211; John Rambo</p>
<p>Die Kaserne in Gestalt einer Stadt, ausgelegt für 15.000 Mann, belegt von 400 und damit im Prinzip verlassen, wirkte im Herbstnebel einigermaßen bedrohlich. Eine Bedrohlichkeit, die wir in unserer in Eigenregie geführten Kneipe Abend für Abend mit Bacardi-Cola ersoffen.</p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/11/1117_084250x.jpg" alt="1117_084250x" title="1117_084250x" width="500" height="375" class="alignnone size-full wp-image-866" /></p>
<p>Es war schlimm. Eine tagtägliche Tristesse, die morgens um 6 Uhr begann und abends um 21.00 Uhr ihr Ende fand. Ich durfte das Geschäftszimmer nicht verlassen, falls das Telefon klingelte, aber es klingelte am Tag nur 3 mal. Jedesmal waren mit sehr viel Lametta behangende Bierbäuche dran, die sich für Jack Nicholsen hielten und wollten wissen, wann der Müll geholt wird oder ob wir heute noch rausfahren und warme Würstchen kredenzten. War ich mal nicht allein im Zimmer, hörte der Spieß seinen Schlagersender, der hier in Bayern eine ganze neue Bedeutung bekam. Irgendwann bekam ich einen Koller und fragte, ob ich eine Runde joggen gehen dürfe. Es muss viel, sehr viel passieren, dass ich mich zu so einer erniedrigenden Frage hinreissen lasse. Nachdem ich ein paar Meter durch Silent Hill gerannt war, merkte ich aber, dass das so auch keinen Zweck hatte und ergab mich meinem Schicksal. </p>
<p>Aus Wildflecken nahm ich eine Melancholie mit nach Hause, von der ich mich so schnell nicht erholen sollte. 6 Monate waren jetzt schon rum und ich musste mir etwas einfallen lassen. So konnte es nicht weitergehen, das war doch alles ganz großer Quatsch hier, ich hielt es nicht mehr aus. Dazu kamen massive private Probleme, es war nicht länger verantwortbar, mich in kalten Winternächten mit einem Sturmgewehr auf Patrouille zu schicken. Mittelfristig wäre es mein Aus gewesen.</p>
<p>Ein Kamerad, den alle wegen seiner 40 GB großen Sammlung an Pornos bewunderten, ging den naheliegendsten Weg: Er ließ sich laufend neu krank schreiben und lief nur noch im <a href="http://www.outdoor-wenninger.de/img/sportan.gif">Schlumpftarn</a> rum. (Eines muss man der Bundeswehr lassen, sie ist eine unerschöpfliche Quelle für lustige Begriffe aller Art.)<br />
Mir war die Methode allerdings zu billig und man erntete bei den Kameraden nur Missgunst. Es musste etwas anderes her.</p>
<p>Meine Rettung war wieder Afghanistan. Eine Kompanie, die &#8220;rüber&#8221; sollte, quartierte sich im Nebengebäude ein. Da ich mittlerweile als Geschäftszimmersoldat eingesetzt war (und tatsächlich auch meine Stellung ausnutzte, indem ich den Wacheernstnehmer auf Kopiereinsätze schickte, damit er mich in Ruhe ließ), wurde meine Hilfe angefordert, ich solle ein wenig Schreibkram drüben erledigen. Als ich ankam stand ein Unteroffizier gedankenverloren vor einem Bild an der Wand, auf dem stand: &#8220;Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen.&#8221; Er war auf einer tiefphilosophischen Ebene höchst beieindruckt von diesem Kalenderspruch und wollte ihn umdichten, um ihn als Mahnspruch für die kommende Afghanistanausbildung zu verwenden. Letztendlich war er aber überfordert und heraus kam ein absoluter Nullsatz, der in etwa lautete: &#8220;Kämpfen lernen, um Kämpfen zu können.&#8221; Unfassbar. Das war der Augenblick, in dem ich die Kunst des Abseilens auf eine neue, der Wehrzersetzung nahekommende Ebene anhob.</p>
<p>Mein Trick bestand darin, mich in jeder Kompanie abzumelden, mit der Erklärung, dass ich in der anderen grade zu tun habe. Wer die Strukturen der Bundeswehr durchschaut, weiss, dass dieser billige Kniff tatsächlich funktioniert. Ich wurde immer mutiger und irgendwann sah mein Tagesablauf immer gleich aus:</p>
<p>Ich fuhr morgens in die Kaserne, sagte in beiden Kompanien Guten Morgen, ging mit einer Mappe unter dem Arm wichtig umher, danach frühstückte ich im Mannschaftsheim ein Schnitzelbrötchen und fuhr wieder nach Hause. So ging das über Wochen, ohne dass es irgendjemand merkte. Fast. In Wildflecken lernte ich einen Kameraden eines anderen Zuges kennen, der unglaublich unterhaltsam war. Er verdiente sich vor dem Bund nebenher etwas als Chauffeur in Hamburg und kannte viele witzige Anekdoten, die Profifussballspieler und Prostituierte zum Gegenstand hatten. Wir nahmen den Bund beide mit dem gebotenen Ernst hin und schauten eher von aussen auf diesen Irrenladen. Er fragte mich irgendwann, was ich eigentlich den ganzen Tag mache, er wusste es aber längst und nannte micht seinen persönlichen Helden. Dann gingen wir ins Mannschaftsheim und frühstückten erst einnmal. </p>
<p>Tatsächlich wurde ich aber auch ein einziges mal wirklich erwischt. Ich saß in meiner Agonie zu Hause rum und es rief der Spieß an. Schrecklich, jetzt war alles aus. Ich faselte etwas von Krankheit und dass ich nach Hause ins Bett musste, und er glaubte mir. Es stimmte ja auch: Ich war psychisch am Ende, wollte den Schritt zum Truppenpsychologen so kurz vor Schluss aber auch nicht mehr machen. Jedoch: Da ich einfach abgehauen bin gab es einen Tag Wache schieben zusätzlich. Das war sehr ärgerlich, war es doch die letzte Woche. Ausgerechnet am Tag der Auskleidung musste ich ran und so war ich, der die letzten Monate im Grunde gar kein Soldat mehr war, der einzige aus unserer Kompanie, der noch in Uniform rumlief. Oh süße Ironie. Aber auch das wendete sich natürlich zu meinen Gunsten, konnte ich die Auskleidung doch ganz entspannt und nur mit einem stets etwas alkoholisierten, aber sehr netten Hauptgefreiten durchführen, ohne stundenlang anstehen zu müssen.</p>
<p>Auf der letzten Fahrt nach Hause saß ich im Wagen eines Kameraden, der von der Grundschulzeit bis zum Ende meiner zweijährigen Karriere auf dem Gymnasium mein bester Freund gewesen war. Wir verstanden uns immer noch blenden, haben aber trotz aller Beteuerungen nie wieder so recht Anschluss zueinander gefunden. Ich würde sagen, allein mit ihm noch einmal ein paar Monate verbringen zu können, rechtfertigten die 9 Monate, aus denen man nichts mitnimmt ausser eine Depression, Kampfstiefel und grüne T-Shirts.</p>
<p>BTDTGLT.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[World Wide Webstor (Hörspielcontent)]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2008/11/21/world-wide-webstor-horspielcontent/</link>
<pubDate>Fri, 21 Nov 2008 15:17:00 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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<description><![CDATA[Als Michael Halperin 1982 im Auftrag der Filmation Studios das &#8220;Masters of the Universe&#8221;]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Als Michael Halperin 1982 im Auftrag der Filmation Studios das &#8220;Masters of the Universe&#8221;- nunja, Universe erschuf, ahnte er sicher nicht, dass er die Kinder der gesamten Dekade dermaßen prägen würde, dass der Kult um die Figuren bis heute anhält. Den bereits erhältlichen Spielfiguren und dem Planeten Eternia hauchte der Drehbuchautor (Airwolf, Magnum, Star Trek: TNG) zumindest auf dem Papier eine Menge Leben ein und gab vielen von ihnen einen interessanten Background, der es leider oft nicht in die Serie schaffte und vielen unbekannt ist.</p>
<p>Dieses Papier, die so genannte &#8220;Serienbibel&#8221; ist in der Tat ein extrem faszinierendes Stück Zeitgeschichte, das, original mit Schreibmaschine getippt und inkl. Rechtschreibfehler und handschriftlich zugefügter Hinweise erhalten, sich ein wenig liest wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zettels_Traum">Zettels Traum</a>, nur eben mit He-Man statt Herbstregen. Was, um ehrlich zu sein, ungleich cooler ist. Da ich schon garnicht mehr weiss, wo ich sie seinerzeit gefunden habe (das Internet ist wirklich sehr groß), habe ich sie noch einmal <a href="http://rapidshare.com/files/165575673/motu_bible_old.rar">hier</a> hochgeladen, falls jemand Interesse hat.</p>
<p>Einer der kurioseren Abschnitte beschreibt die Geschichte von 4 irdischen (!) Astronauten, die auf Eternia stranden:</p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/11/heman01.jpg" alt="heman01" title="heman01" width="470" height="403" class="alignnone size-full wp-image-853" /></p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/11/heman02.jpg" alt="heman02" title="heman02" width="500" height="452" class="alignnone size-full wp-image-854" /></p>
<p>Marlena Glenn, Biff Beastman (what?), Evelyn Powers und T. E. Scope also. Im folgenden Verlauf wird <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marla_Glen">Marla Glen</a>, pardon, Marlena Glenn von einem Prinzen namens Randor gerettet, während die anderen sich einem jungen, aufstrebenden Nachwuchsbösewicht namens Skeletor anschließen. Die böse Luft in seiner Umgebung führt im Übrigen dazu, dass sich ihre wahren, bösen Persönlichkeiten nach aussen kehren und sie zu denen werden lässt, die sie in der Serie dann sind: Beastman, Evil-Lynn und Triclops. Didn&#8217;t see that coming, huh?</p>
<p>Es ist in der Tat schade, dass diese netten Details in der Serie dann völlig fallen gelassen wurden, und je weiter diese voranschritt, entfernte sie sich auch von der Vorlage. In Halperins Bibel gebar Marlena Glenn, inzwischen Königin, einen Sohn namens Adam. Von einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/She-Ra">Zwillingsschwester</a>, die man später zur Zielgruppenerweiterung und Steigerung des Gewinns durch Spielzeuge eingeführt hat, war ursprünglich nie die Rede. Aber das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leia#Leia_Organa">kennt man ja.</a></p>
<p>Die fehlende Tiefe der Zeichentrickserie hatte aber den Vorteil, dass die Storylücken an anderer Stelle kreativ gefüllt werden konnten: In der Hörspielserie der Firma Europa, die es tatsächlich nur in Deutschland gegeben hat (es gab mindestens auch in UK eine Hörspielserie im MotU-Universum, die bestand aber nur aus Folgen der Zeichentrickserie mit eingefügtem Erzähler). Und man muss sagen, dass dies außerordentlich gut gemacht wurde. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass die meisten Folgen der Hörspielserie die der Filmation-Version übertreffen. Schon hier gab es das Konzept des Story-Arcs über mehrere Folgen (insbesondere die letzten 5 Folgen erzählen eine große Geschichte), ein Erzählstil, der heute gang und gäbe ist, damals aber nicht einmal in den hochwertigen Serien aus den USA üblich war (abgesehen von Daily Soaps etc, aber ich schrieb ja: hochwertig).<br />
Eine kuriose Ausnahme stellt hier wohl die &#8220;nullte&#8221; Ausgabe dar, Giganten des Universums, die mittels des <a href="http://www.youtube.com/watch?v=fe9v1jsN7Tg">beliebten Tricks</a> eines träumenden Jungen lediglich dazu dienen sollte, in das Universum einzuführen. </p>
<p>Die Verfolgung des Storyarcs gelang mir aber tatsächlich nur einmal, als ich aufgrund von Zahnschmerzen einen nächtelichen MotU-Marathon durchgezogen habe, der ca. 12 Folgen am Stück umfasste. Normalerweise schlafe ich mittendrin ein, wie sich das für Hörspiele gehört (ich kenne alle 125 halbe Folgen von den Drei ???).</p>
<p>Nichtsdestotrotz gibt es auch in der Hörspielserie zahlreiche Fehler, und oft ist das Universum in sich unstimmig. In der ersten regulären Folge taucht Prinz Adam nicht auf, da man sich hier wohl noch an den ersten Minicomics orientiert hat, in denen es Prinz Adam noch garnicht gab. Auch weiss Teela hier, dass sie die leibliche Tochter der Sorceress ist, was später ein großes Geheimnis sein soll.</p>
<p>In den mittleren Folgen wiederum wirkt die ewig gleiche Einführung der Charaktere politisch nicht mehr sehr zeitgemäß, da Adam stets Rosen pflückend oder Gedichte schreibend im Garten aufgefunden wird, worauf er sich jedesmal von Teela anhören muss, wie unmännlich er sei und dass er lieber kämpfen solle wie ein richtiger Mann. </p>
<p>Dennoch: Die Hörspiele lassen sich auch heute aufgrund des fantasievollen Settings, dass nicht an den Zeitgeist gefesselt ist, und der im Großen doch guten Geschichten sehr gut anhören. Das liegt nicht zuletzt an der gewohnt guten Leistung deutscher Hörspielsprecher, zumal man sich nicht gescheut hat, auf die teils unsäglichen Stimmen der Zeichentrickserie zu verzichten und auf erstklassige Stimmen zu setzen, die teilweise auf völlige Neukonzeptionierungen der Figuren ermöglichen. Man denke an die unfassbar schreckliche Stimme Skeletors <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Q7dkMQMxT1w">hier</a> und vergleiche sie mit der Stimme <a href="http://www.youtube.com/watch?v=74pjZkkeTg0">Peter Pasettis</a> (hier der Verdächtige, auch bekannt als Alfred Hitchcock bei den Drei ???). Skeletor wirkt nicht wie wie eine Southparkfigur, sondern tatsächlich (insbesondere für ein Kind) bedrohlich.</p>
<p>Die stärkste Episode der Reihe vereint dann tatsächlich all die Vorzüge, die die Hörspielreihe gegenüber der Trickserie hat: Die sehr viel bedachtere Auswahl der Sprecher sowie die kreative Freiheit einerseits aufgrund des flachen Storyfundaments der Serie und andererseits des praktisch unendlichen Kamerabudgets (aka Fantasie des Zuhörers).</p>
<p>Die Folge <strong>Nacht über Castle Grayskull</strong> beginnt mit einer Patrouille von Skeletor und Beastman. Kaum verlassen sie Snake Mountain, treffen sie auf Webstor, den Spinnenmenschen, womit auch schon der erste Bruch vollzogen wird: In der Filmation-Version ist Webstor ein 0815-Bösewicht ohne besondere Merkmale oder Rolle. Er hat dort nicht viel mehr zu sagen als &#8220;Hehehe, komm her Du, Dir zeig ich&#8217;s.&#8221; Hier hingegen bekommt es Beastman mit der Angst zu tun, wenn er ihn sieht und Skeletor muss ihn beruhigen, dass er ein Verbündeter ist. Nicht direkt Untergebener: Verbündeter, ein Kämpfer, der darüberhinaus über ein eigenes Reich gebietet. Desweiteren hat er eher die Stimme eines Wissenschaftlers als die eines tumben Kriegers, was hinsichtlich des weiteren Verlaufs der Episode eine kluge Entscheidung ist.<br />
Er schlägt Skeletor vor, Eternia mit Hilfe einer Maschine zu erobern, deren Pläne die alten Magier vor Jahrhunderten hinterlassen haben. Beastman hat ein ungutes Gefühl bei der Sache und will ihnen das ausreden, doch wird aufgrund seiner Dummheit nicht ernstgenommen. Als Skeletor Webstor offenbart, dass er an Beastmans Dummheit nicht ganz unschuldig ist, wird Webstor misstrauisch&#8230;</p>
<p>Währendessen vollzieht sich im Palast König Randors dann aber tatsächlich das alte Sexismusritual, dass Prinz Adam über sich ergehen lassen muss, während der Zauberer Orko in der Luft schwebt und nervt. Die Macht der guten Geschichte liegt hier eindeutig auf der Seite des Bösen.</p>
<p>Webstor ist inzwischen überzeugt, dass es gefährlich ist, die &#8220;Maschine des Bösen&#8221; zu bauen und will es Skeletor ausreden, dieser ist jedoch so besessen von ihr, dass er in Kauf nimmt, diese später nicht mehr kontrollieren zu können. Grandioses Zitat: &#8220;Auf der Tafel steht: Sei sicher, dass die Maschine sich Dir beugt &#8211; ach, zum Teufel, das hat sicher nichts zu bedeuten.&#8221;<br />
Skeletor lässt Beastman und Webstor allein, was Webstor Gelegenheit gibt, ihn zu fragen, ob tatsächlich Skeletor Schuld ist an &#8220;was Webstor? Das ich nicht so klug bin wie Du? Dass es ein wenig&#8230; dumpf ist in meinem Kopf?&#8221; Da Beastman sich nicht erinnern kann, bietet Webstor ihm an, ihm zu helfen.</p>
<p>Auf der Seite des Guten ist unterdessen immer noch Gartenarbeit angesagt, nun erreicht Adam jedoch ein Hilferuf der Zauberin, welche sich in Castle Grayskull aufhält und dort allerlei magische Funksprüche empfängt, unter anderem den Hinweis, dass wohl etwas Großes im Busch ist. Zusammen mit Teela reist er als He-Man zu ihr, um zu erfahren, was los ist, aber sie schafft es einfach nicht, ihren Sprachfehler zu überwinden, der sie dazu zwingt, in seltsamen Rätseln zu sprechen. Außerdem ist sie von einer Macht gefangen und erlaubt es ihnen, dass man ihr hiflt, da Eternia, der Planet, Priorität hat.</p>
<p>Skeletor stellt fest, dass die Pläne der alten Magier unvollständig sind, beauftragt aber seinen Chefingenieur Trap-Jaw damit, die Maschine dennoch zusammenzubauen (&#8220;Mir wird schon kein Fehler unterlaufen &#8211; hier: was ist das für ein Teil?&#8221;). Jetzt wird auch enthüllt, was die Maschine genau bewirkt. Sie setzt den gesamten Planeten und vor allem Castle Greyskull unter Wasser, und nur ein einziges Wesen kann die Maschine wieder abstellen: Skeletors ebenfalls nach absoluter Macht strebender Verbündeter Merman. Grandioser Plan Skeletor, grandioser Plan.</p>
<p>Webstor hat Beastman inzwischen in die Immergrünen Wälder geführt, in denen er Gebieter über die dort lebenden Spinnen ist. Er überredet Beastman, sich von einer giftigen Spinne beissen zu lassen, die es ihm erlaubt, sich in Trance zu versetzen und sich an seine Vergangenheit zu erinnern. Und hier kommt ein wirklich netter Twist in der Geschichte, der den Bogen zu Halperins Serienbibel spannt, da er ihr überraschend nahe kommt:</p>
<p>Beastman war früher selbst ein Wissenschaftler. Sein Volk wurde von Skeletor versklavt und er selbst wurde gezwungen, für ihn an Waffen zu bauen. Als er auf die Tafel der Magier traf, wurde ihm bewusst, dass sie niemals in die Hände Skeletors fallen durfte und hat sie deswegen in den Vulkan geschmissen. Der Vulkan, der eines Tages erlosch und aus dem Webstor sie geholt hat. Als Skeletor dies erfuhr, folterte er Beastman, um zu erfahren, was aus der Tafel wurde. Dabei setzter er ein Gift ein, dass Beastman seiner Intelligenz beraubte. Daraufhin machte Skeletor ihn zu seinem Knecht. Noch in Trance überzeugt Beastman Webstor, dass die Maschine niemals gebaut werden darf, da Eternia sonst untergehen würde. Als die Wirkung des Giftes nachlässt, ist Beastman wieder dumm und kann sich an nichts erinnern. Webstor jedoch weiss nun, dass er gegen Skeletor vorgehen muss&#8230;</p>
<p>Allein diese kurze Episode hinterließ bei mir schon als Kind einen bleibenden Eindruck und hebt die Hörspielversion von jeder beliebigen Folge der Trickserie ab, die im Prinzip immer nach dem gleichen Muster aufgebaut waren. Dabei ist die Maschine noch nicht einmal in Gang.</p>
<p>Kurz darauf jedoch schon, und es braut sich was zusammen. In sehr düsterer Atmosphäre geht es am Königspalast weiter. Mittlerweile wird der Planet von Stürmen heimgesucht und der Himmel ist derart von Gewitterwolken verdeckt, dass es stockdunkel ist. </p>
<p>Es ist sehr abenteuerlich und un-He-man-like (oha), was nun geschieht, aber nichtsdestotrotz sehr unterhaltsam. Es folgt pure Science-Fiction, hat Man-at-Arms (gotta love these names) doch herausgefunden, wie genau die Maschine funktioniert: Skeletor konnte dank ihr riesige Spiegel im Weltraum platzieren (wie auch immer), die das Sonnenlicht einfangen und auf die Polkappen lenken, so dass diese schmelzen. Man hat es also fertiggebracht, noch so etwas wie eine Ökomessage in die Folge einzubauen, wofür den Autoren nochmals Respekt gebührt.</p>
<p>Also fliegen He-Man, Mat-at-Arms und Orko in einem Raumgleiter in den Orbit, um die Spiegel zu zerschießen. Inklusive einer albernen, aber dennoch ganz witzigen Szene, in der Orko, der unfähige Magier, versucht, die Sonne wegzuzaubern (ein wenig kurz gedacht, hm?), was nur insofern gelingt, als dass er den Raumgleiter in die entgegengesetzte Richtung lenkt. Leider haben die Laserstrahlen der Bordkanone nur eine katalytische Wirkung auf die Spiegel, so dass sie erfolg- und nun auch planlos wieder zur Erde zurückkehren.</p>
<p>Auf dem Planeten, der kurz vor der Apokalypse steht, ist Skeletor inzwischen in bester Partystimmung, als Webstor zusammen mit Merman eintrifft. Merman ist der Herrscher der Meere und denkt logischerweise überhaupt nicht daran, die Maschine abzuschalten. Webstor hat ihm von Beastman erzählt und beide befürchten, langfristig wie er zu enden. Außerdem vergrößert sich sein Reich, je länger die Maschine läuft. Skeletor hat dem nichts entgegenzusetzen und so lassen ihn Webstor und Merman verzweifelt zurück.</p>
<p>In der untergehenden Stadt Eternis ist inzwischen große Panik ausgebrochen, die noch größer wird, als sich eine dunkle, spinnenartige Gestalt nähert: Es ist Webstor, der auch nicht will, dass Merman das Reich überflutet. Er zeigt, wo sich die Maschine befindet, aber sagt gleichzeitig, dass wohl alle Hoffnungen vergebens sind: Die Maschine befindet sich unter Wasser in einem tiefen Graben, in dem es nur von Monstern wimmelt. </p>
<p>Man-at-Arms hat jedoch die rettende Idee: Eine Sauerstoffflasche soll ihm 4 Minuten Zeit geben, hinabzutauchen, helfen soll ihm eine Metallkugel, die ihn nach unten zieht. Gemeinsam fliegen sie zum Graben und versuchen es. Und tatsächlich gelingt es auch, der Planet wird gerettet. Merman taucht noch einmal auf, zieht aber beleidigt wieder ab.</p>
<p>Natürlich ist auch diese Episode keine Hochkultur, aber neben der für ein Kinderhörspiel doch recht vielfältigen Story ist sie technisch sehr stark gemacht. Vor allem die Wettereffekte und sonstigen Umgebungsgeräusche können überzeugen (so wie sonst auch die alten Folgen der Drei ???, die sich in den neueren Episoden leider all zu häufig zur Lösung der Fälle auf Deus Ex Internet verlassen, anstatt mal rauszugehen wie echte &#8220;Kinder&#8221;detektive). Es wird schon einen Grund geben, warum ich zwischen dem letzten Hören als Kind und dem ersten Hören als Erwachsener, ein Zeitraum, der ca. 18 Jahre umfasst, fast keine Szene vergessen habe.</p>
<p>Leider wurde Webstors Stimme später dann doch gegen eine typische Bösewichtstimme ausgetauscht, auch ansonsten hatte er keine größeren Rollen mehr. Ebenso kommt man nicht mehr auf Beastmans Vergangenheit zurück, was unschöne Erinnerungen an diese furchtbare Simpsons-Episode mit Seymour Skinner weckt.</p>
<p>Am Ende möchte ich noch eine Halbempfehlung für die Neuauflage der Zeichentrickserie aussprechen. Unter Nostalgikern wurde sie mit gemischten Gefühlen augenommen, da sie sich doch recht weit von der alten Serie entfernt. Aber für sich genommen ist die Serie sehr in Ordnung und bietet um einiges mehr (Zeichentrick-)Tiefgang. Bei der Gelegenheit solltet ihr auch noch nach der Serie &#8220;Avatar&#8221; Ausschau halten, ganz großer US-Quatsch im Anime-Stil.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Bed &amp; Breakfast]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2008/11/17/bed-breakfast/</link>
<pubDate>Mon, 17 Nov 2008 21:57:40 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
<guid>http://socialissuesandstuff.com/2008/11/17/bed-breakfast/</guid>
<description><![CDATA[Ich habe neulich geschrieben, dass es in Zeiten der totalen Verfügbarkeit von ALLEM so etwas wie rar]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Ich habe neulich <a href="http://socialissuesandstuff.com/2008/09/30/musik-mit-loschschutz/">geschrieben</a>, dass es in Zeiten der totalen Verfügbarkeit von ALLEM so etwas wie rare tracks garnicht mehr gibt. Nun, das ist so natürlich übertrieben, ein und derselbe Song findet sich ja zum Beispiel auf unterschiedlichen Kompilationen in verschiedenster Ausführung wieder, so dass es schwierig wird, an eine bestimmte Version zu gelangen.</p>
<p>Das ist schade, verschwinden so doch viele Perlen, die es eigentlich wert wären, immer und immer wieder hervorgeholt zu werden. Eine ganz bestimmte befindet sich jedoch in meinem Besitz, ich bin dafür sehr dankber und ihr solltet es auch sein, zeige ich euch doch ihren Glanz.</p>
<p>Allerdings nicht in ihrer ursprünglichen Form, sondern nur die textliche Quintessenz. Zum einen ist die Ursprungsdatei beschädigt (ich nehme an, bei der Digitalisierung war die CD zerkratzt), zum anderen geht es hier auch garnicht um das Lied an sich, sondern nur um das Intro, dass sich meines Wissens nur in dieser bestimmten Version befindet. Aber worum geht es?</p>
<p>Zum zwölften Geburtstag meiner Schwester hatte diese einige Freundinnen eingeladen, und da die Kinderhitparade nicht mehr genügte, mussten jetzt echte Popstars ran. Damals wie heute war die richtige Anlaufstelle für frühpubertären Missgeschmack in Sachen Musik die Bravo Hits. Aktuell: Bravo Hits 9, die auch Jahre später nur als &#8220;Die mit dem Comic&#8221; gehandelt wurde. Die Bravo Hits haben neben den aktuellen Charthits auch immer ein paar &#8220;Geheimtipps&#8221; mit drauf, Newcomer, die die Karriere noch vor sich hatten. Es darf davon ausgegangen werden, dass diese Geheimtippplatzierungen (3 P, lol (it works on so many levels)) sehr teuer eingekauft werden. Also muss man sich zur Vorstellung etwas einfallen lassen. </p>
<p>In diesem Falle handelte es sich um den Song &#8220;You make me believe in magic&#8221; der einzig halbwegs erfolgreichen deutschen Boygroup Bed &#38; Breakfast. Das besondere hier war nun nicht der Song selbst (oh boy, ganz im Gegenteil), sondern dass von den Mitgliedern gesprochene Intro. In diesem versammelt sich alles, wofür man als Junge Boygroups gehasst hat, die Rollenverteilung, bei Boygroups gang und gäbe, wird nicht subtil durch Klamotten und Mimik ausgedrückt, nein, sie wird einem genau vor die Fresse geknallt. Die Jungs erklären ihren Job wie Raab den nächsten Clip, es ist der 5-Sekunden-in-die-Kamera-Blick inkl. Witzhupe aus Sketchup (ich bin mir bewusst, dass ich selbiges auch grade tue), gemischt mit dieser unfassbaren Anschleimerei an kleine Mädchenherzen, die mich glauben lassen, dieses Dokument der Zeitgeschichte darf nicht in Vergessenheit geraten. Wer von den 90ern redet, darf über Bed &#38; Breakfast nicht schweigen. Nun denn:</p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/11/bed-breakfast.jpg" alt="bed-breakfast" title="bed-breakfast" width="500" height="116" class="alignnone size-full wp-image-841" /></p>
<p>Zunächst einmal sagt jeder seinen Namen.</p>
<blockquote><p>Hallo, hier sind Daniel, David, Kofi und Florian von</p></blockquote>
<p>Und jetzt alle!</p>
<blockquote><p><strong>Bed &#38; Breakfast!</strong></p></blockquote>
<p>Und jetzt zur Einzelvorstellung.</p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/11/daniel.jpg" alt="daniel" title="daniel" width="104" height="118" class="alignnone size-full wp-image-843" /></p>
<blockquote><p>Hi, ich bin Daniel, bin 21 Jahre, tanze und singe für mein Leben gerne. Außerdem versuche ich, zwei- bis dreimal wöchentlich meinen bequemen Körper ins Fitnessstudio zu schleppen, und als einziger Sohn in meiner Familie habe ich auch noch <em>einiges</em> (der zukünftige Galileo-Moderator betont es tatsächlich so schmutzig, d. Red.) mit meinen 3 Schwestern zu tun.</p></blockquote>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/11/david.jpg" alt="david" title="david" width="97" height="118" class="alignnone size-full wp-image-844" /></p>
<blockquote><p>Hallo, mein Name ist David, ich bin 22 und esse leidenschaftlich gern italienisch. Wenn ich mal nicht grade tanze, singe oder sonst irgendwie Sport treibe, beschäftige ich mich mit Psychologie, schreibe Glossen, Satiren und jegliche Art von Kurzgeschichten (und Jahre später Songs für Tokio Hotel, d. Red.).</p></blockquote>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/11/kofi.jpg" alt="kofi" title="kofi" width="121" height="118" class="alignnone size-full wp-image-845" /></p>
<blockquote><p>*seufz* Unser Poet! Na? Ich bin Kofi und bin 21 Jahre alt. Wenn ich nicht gerade Streetball spiele oder meine Bandkollegen ärgere, schreibe ich auf meinem kleinen Keyboard Songs oder faulenze. Joa, das tu ich am liebsten.</p></blockquote>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/11/florian.jpg" alt="florian" title="florian" width="133" height="111" class="alignnone size-full wp-image-846" /></p>
<blockquote><p>Und äh, ich bin Florian, bin 20 Jahre alt und beisse mich momentan noch durch mein Abitur. In meiner Freizeit liebe ich es, das Lernen für die Schule zu versäumen und ab und zu auch mal etwas länger auf der Piste zu bleiben. Tja, jetzt habt ihr etwas Persönliches über Bed &#38; Breakfast erfahren, und hier unsere erste Single, You make me believe in magic.</p></blockquote>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/ITo7C2KYJyE&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/ITo7C2KYJyE&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span><br />
(<a href="http://www.youtube.com/watch?v=ITo7C2KYJyE">Direktlink</a>)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Roots]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2008/10/31/roots/</link>
<pubDate>Fri, 31 Oct 2008 01:18:29 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
<guid>http://socialissuesandstuff.com/2008/10/31/roots/</guid>
<description><![CDATA[Im Zweiten Weltkrieg war Kücknitz eine Hochburg des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. So k]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><blockquote><p>Im Zweiten Weltkrieg war <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCbeck-K%C3%BCcknitz">Kücknitz</a> eine Hochburg des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. So kam es im Jahre 1939 zu Konflikten zwischen den Nationalsozialisten und den links gruppierten Organisationen in Kücknitz, den die „Linken“ gewannen und so den Einzug der Nationalsozialisten in Kücknitz für lange Zeit blockierten.</p></blockquote>
<p>*****</p>
<p>Unser <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%B6ppendorfer_Gro%C3%9Fsteingrab">6000 Jahre alter Spielplatz:</a></p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/10/800px-lc3bcbeck_pc3b6ppendorf_grosssteingrab_s.jpg" alt="" title="800px-lc3bcbeck_pc3b6ppendorf_grosssteingrab_s" width="500" height="341" class="alignnone size-full wp-image-799" /></p>
<p>*****</p>
<p>Im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Forsthaus_Waldhusen">ältesten Forsthaus Deutschlands</a> wohnte zeitweise der Lyriker <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Emanuel_Geibel">Emanuel Geibel</a>, 140 Jahre später bekamen wir dort für einen Müllsack voller Kastanien 5 Mark.</p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/10/forsthaus.jpg" alt="" title="forsthaus" width="500" height="375" class="alignnone size-full wp-image-811" /></p>
<p>*****</p>
<p>Es gibt Gründe neben dem <a href="http://socialissuesandstuff.com/2008/10/08/camp-punk/">Zelten</a>, die mich immer wieder ans <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dummersdorfer_Ufer">Dummersdorfer Ufer</a> ziehen.</p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/10/dufer2.jpg" alt="" title="dufer2" width="500" height="375" class="alignnone size-full wp-image-812" /><br />
(Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/77131374@N00/">zipcode_de</a>)</p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/10/dufer.jpg" alt="" title="dufer" width="500" height="375" class="alignnone size-full wp-image-813" /><br />
(Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/77131374@N00/">zipcode_de</a>)</p>
<p>*****</p>
<p>Das <a href="http://www.asv-trave.de/Gewasser/Waldhusener_Moor/waldhusener_moor.html">Waldhusener Moor</a> ist einer der idyllischsten, gleichzeitig aber auch gruseligsten Orte Lübecks.</p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/10/p31.jpg" alt="" title="p31" width="500" height="375" class="alignnone size-full wp-image-803" /></p>
<p>Im Winter brauchte man keine Anlässe für Stadtteilfeste, alles versammelte sich auf der viele Zentimeter dicken Eisschicht des Moors, um Fahrrad zu fahren, Eishockey zu spielen, Schneeballschlachten zu veranstalten oder dem Schläger aus der eigenen Grundschulklasse zumindest kurzfristig ungestraft eine auf Maul hauen zu können, da seine Mutter ihm verboten hat, aufs Eis zu gehen (Ha!).<br />
Im Sommer sieht es dort immer so trostlos aus wie auf dem Foto oben. Warum, weiss keiner. </p>
<p>*****</p>
<p>Als ich klein war, nahm mein Opa uns oft mit zu den Orten, die uns als Kinder faszinierten, zu denen wir uns aber nie trauten.</p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/10/bahnhof.jpg" alt="" title="bahnhof" width="461" height="295" class="alignnone size-full wp-image-805" /><br />
(Foto: <a href="http://www.die-gemeinnuetzige-kuecknitz.de/seiten/bahnhof.htm">Günter Meier</a>)</p>
<p>Das kleine Bahnhofshäuschen ist längst verlassen, damals gab es aber sogar noch einen Schrankenwärter, der uns seinen in der Nachbetrachtung nicht allzu umfangreichen Job so erklärte, dass ich selber Schrankenwärter werden wollte. Daraus wurde nichts, aber immerhin durfte ich einen Umlegehebel betätigen.</p>
<p>*****</p>
<p>Fuhr man im Winter über die Herrenbrücke, sah man auf einem Kran der darunter liegenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flender-Werke">Flender Werft</a> einen Weihnachtsbaum. Auch der Rest der Werft leuchtete und im dunklen Wasser spiegelten sich die Lichter. </p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/10/herrenbrucke.jpg" alt="" title="herrenbrucke" width="500" height="375" class="alignnone size-full wp-image-807" /><br />
(Foto: <a href="http://flickr.com/photos/marzipanguy/">macevangelist</a>)</p>
<p>Unweit der größten Klappbrücke Europas, die zeitlebens bei Pendlern für Ärger sorgte (aus einem völlig anderen Grund hieß die anliegende Bushaltestelle &#8220;Am Stau&#8221;, was aber dennoch sehr passend war), lag die Villa Voge. Der alte Voge war Großhänder für Rummel-Preise, und hin und wieder durften wir in das Lager und die unzähligen Plüschtiere, Skateboards, Billigelektronikteile und sonstigen Chinaschrott bewundern. Hin- und wieder kauften wir dort auch etwas, auch wenn uns der Alte immer wieder eintrichterte, dass er das eigentlich nicht will und wir ihn nicht immer deswegen rausklingen sollen.</p>
<p>Die Flender Werft schloss 2003 endgültig ihre Pforten, nachdem sie sich mit dem Bau von 2 Schnellfähren übernahm, die Herrenbrücke wurde 2 Jahre später abgerissen, um durch einen mautpflichtigen Tunnel ersetzt zu werden, der sogar <em>noch</em> unbeliebter ist als die Herrenbrücke und der alte Voge müsste auch schon seit Ewigkeiten tot sein.</p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/10/herrenbrucke2.jpg" alt="" title="herrenbrucke2" width="500" height="375" class="alignnone size-full wp-image-808" /><br />
(Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/tracer07de/">tracer07de</a>)</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Wie der Bürgermeister mir das BKA auf den Hals hetzte (übertrieben gesagt)]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2008/10/28/wie-der-burgermeister-mir-das-bka-auf-den-hals-hetzte-ubertrieben-gesagt/</link>
<pubDate>Tue, 28 Oct 2008 12:32:02 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
<guid>http://socialissuesandstuff.com/2008/10/28/wie-der-burgermeister-mir-das-bka-auf-den-hals-hetzte-ubertrieben-gesagt/</guid>
<description><![CDATA[Kleine Assoziationskette: Ich nutzte stöbernderweise die Zufallsfunktion auf citronengras.de und lan]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Kleine Assoziationskette: Ich nutzte stöbernderweise die Zufallsfunktion auf <a href="http://citronengras.de/">citronengras.de</a> und landete bei <a href="http://citronengras.de/orientierung/">diesem Kleinod</a>, in dem die gute, alte Tradition des &#8220;Nach-dem-Weg-fragens&#8221; näher betrachtet wird. Ebenso wie Frank werde ich zum psychischen Wrack, sobald jemand nach dem Weg fragt, das ist alles viel zu spontan, ich stammel dann etwas rum, zeige grob in die ungefähre Richtung und nehme Reissaus. Also abgesehen davon, dass ich meine Wohngegend eh nicht besonders kenne.</p>
<p>Dann widerum erinnerte ich mich, wie ich einmal in der Lübecker Fußgängerzone nach dem Weg zur <a href="http://www.schiffergesellschaft.de/index.html">Schiffergesellschaft</a> gefragt wurde, das beste und traditionsreichste Speisehaus Lübecks, in dem ich folglicherweise noch nie war. Trotzdem <em>kennt</em> jeder Lübecker das Restaurant und seinen Standort. Das Interessante an dieser Begegnung war, dass es sich bei dem Fragesteller um den damaligen Bürgermeisterkandidaten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bernd_Saxe">Bernd Saxe (SPD)</a> handelte. Da ich mir nicht vorstellen konnte, dass diese hohe Persönlichkeit diese Lokalität nicht kennt, die sich außerdem fast in Sichtweite unseres Standpunktes befand, nehme ich an, es ist seine Art, im Wahlkampf den Kontakt zum Bürger zu suchen. Er sah mich dann auch erwartungsvoll an und hoffte ich sage etwas wie &#8220;Ach, Sie sind doch!&#8221;, aber ich war wie gewohnt ein wenig zu perplex. Hätte er mir einfach einen Flyer in die Hand gedrückt, alles wäre in Ordnung gewesen. Ein allzu durchsichtiges fishing for fame im Nachhinein, aber so sind&#8217;se halt.</p>
<p>Die Assoziationskette geht weiter: Nun heisse ich selbst mit Nachnamen Sachse. Das ist ein wenig anders geschrieben, aber es reicht. Denn im Telefonbuch stand unsere Nummer unter dem Namen B. Sachse, was dazu führte, dass wir in größeren Abständen Post für eben Bernd Saxe bekamen, als dieser in der Stadt noch nur halbprominent war. Die ließen wir dann selbstverständlich zurückgehen, bzw. beim ersten Mal meldeten wir uns noch telefonisch bei ihm (denn WIR sind ja schlau genug), nannten ihm den Absender und erhielten die Antwort, den Brief können wir wegschmeissen.</p>
<p>Der schönste Augenblick aber, und um ehrlich zu sein, wohl der einzige halbwegs erwähnenstwerte, war dieser: Bernd Saxe war zum Bürgermeister gewählt worden und Jahre später lud Lübeck zur EU-Innenministerkonferenz. Da ist natürlich ein hohes Sicherheitsaufgebot gefahren worden, und auch wir durften ein kleiner Teil sein. Mich persönlich erreichte nämlich ein Anruf des BKA und bevor ich aufklärerisch tätig werden konnte, erzählte mir der liebe Mann, dass es noch einige Dinge zur Sicherheit zu besprechen gäbe, es lägen nämlich Hinweise vor, dass ein Anschlag auf die dänische Innenministerin geplant sei. Oha. Jetzt war ich also Teil des inneren Zirkels der Mitwisser. Leicht überfordert spulte ich mein Standardprogramm ab (&#8220;Sachse, wie das Volk, ohne x&#8221;) und der in Sachen Verbrechensaufklärung sicher hochkompetente Analphabet am anderen Ende der Leitung entschuldigte bzw. verabschiedete sich. </p>
<p>Die Moral ist also: Die Paranoia in den letzten Jahren hat so gigantische Ausmaße angenommen, dass man mittlerweile nicht einmal mehr nach dem Weg fragen kann, ohne beim Thema Terrorismus zu landen.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Camp Punk]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2008/10/08/camp-punk/</link>
<pubDate>Wed, 08 Oct 2008 10:54:57 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
<guid>http://socialissuesandstuff.com/2008/10/08/camp-punk/</guid>
<description><![CDATA[Im bitterkalten März 1995 beschlossen Alexandra, Jan und ich, am Dummersdorfer Ufer zu zelten. Diese]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Im bitterkalten März 1995 beschlossen <a href="http://socialissuesandstuff.com/2007/10/06/d-i-s-c-o/">Alexandra, Jan und ich</a>, am Dummersdorfer Ufer zu zelten. Diese hormonelle Mischung war hochexplosiv, deswegen nahmen wir als Entschärfer noch Jans kleine Schwester Yvonne mit. Sie war zwar recht ansehlich und auch seit Ewigkeiten in mich verknallt, aber ich war absolut desinteressiert. 1. war sie ja noch ein Kind (2 Jahre jünger! Mindestens!) und 2. war ich meinerseits seit Jahren in Alexandra verliebt, im Bewusstsein, dass nie etwas laufen würde (Friendzone). </p>
<p>Wir schlugen unser Zelt unweit des Flusses auf, jedoch ausser Sicht der Wasserschutzpolizei, die nachts auf Jagd nach Wildcampern das Ufer abfährt. Erstmal essen! Einer von uns machte Chili con carne. Chili vor dem Zelten? Das war ja eine Furzorgie mit Ankündigung. Wessen Idee war das? Wahrscheinlich blitzten hier noch einmal Jans und meine &#8220;Lausejungen&#8221; durch, die eigentlich seit 2 Jahren tot waren. Wir spülten die Töpfe nach dem Essen im Fluss ab, die Mädchen suchten sich im Wald eine Toilette und dann saßen wir im Zelt, wasweissichwas machen. </p>
<p>Einige Zeit später auf einmal Schritte. Wer mochte das sein? &#8220;Hallo?&#8221; Die Stimme klang unheimlich. Wie Meerschweinchen blieben wir ruhig in unserem Häuschen. Feiglinge! &#8220;Es ziemt sich nicht, einen Besucher so unhöflich zu empfangen.&#8221; <em>Es ziemt sich nicht</em>, was war denn das für einer? ist das so eine Art Landstreicherkodex? &#8220;Ich könnte jetzt einfach Benzin auf das Zelt gießen und es anzünden.&#8221; Ohgottohgott, nichts wie raus, das ist ja ein Irrer! Wir huschten hinaus ins Freie und besahen den Mann. Er war ca. 20 und sah ziemlich verranzt aus. Seine Haare waren ein paar bunte Fetzen, die zu besonderen Anlässen (&#8220;auf Platte gehen&#8221;) wohl zu einem Iro geformt werden können. Er war ganz nett, das war natürlich nur ein Scherz, aber man muss aufpassen, sagte er, sowas haben Nazis schon bei ihnen gemacht. Er stellte sich als &#8220;P&#8221; vor.</p>
<p>(<em>Jahre später: &#8220;P&#8221;, dessen </em>Tag<em> auch unseren <a href="http://socialissuesandstuff.com/2007/12/16/first-of-the-gang-to-dive/">Stromkasten</a> zierte,  war wohl nicht immer nett. Das hübscheste Mädchen der Trave-Realschule seinerzeit, Vanessa, ein blonder, blauäugiger Engel, wurde unter dem Einfluss von &#8220;P&#8221; zu einem der fertigsten Menschen, die ich je gesehen habe. Absturz, alles hinschmeissen, von schön zu hässlich in wenigen Wochen, zeltliche Gewalt)</em></p>
<p>Wir unterhielten uns eine Weile und er fragte irgendwann, ob wir nicht Bock haben, bei ihm und seinen Leuten zu zelten. So brachen wir unser Lager ab. Klamottentechnisch war meine Pubertät geprägt von <a href="http://socialissuesandstuff.com/2007/09/30/fashion-victim/">zahlreichen Versuchen und Fehltritten</a>, sowas wie Stil zu entwickeln und zur Zeit trug ich eine prollige, schwarze Bomberjacke mit organgem Futter. &#8220;Aha, bist wohl ein Nazi&#8221; sagte &#8220;P&#8221; auf einmal und schnell und devoter als gewollt antwortete ich &#8220;Nein, ich bin eigentlich garnichts.&#8221; </p>
<p>Das stimmte. Für so einen Quatsch wie Politik oder Subkulturen hatte mein pubertierend nach Liebe gierender Körper keine Zeit und ich hatte nur eine ungefähe Ahnung, was ein Nazi eigentlich sein sollte. Zu der Zeit trug ich auch einen dieser damals sehr beliebten Bundeswehrrucksäcke alter Version, ein Überbleibsel aus der Grunge-Zeit. Wo andere auf ihren Rucksäcken jedoch politische Parolen stehen hatten (&#8220;Nazis aufs Maul&#8221;, &#8220;Fuck Chirac&#8221;), war mein Rucksack verziert mit sinnlosem Gelaber und einigen Unterschriften. &#8220;I love this game&#8221;, aber das war Blödsinn, ich hasste Basketball. Hauptmerkmal war eine Comicfigur eines kiffenden Punks, die einzige Comicfigur, die ich damals in der Lage war, zu zeichnen, es gab noch zahlreiche Derivate, kiffender Glatzkopf, kiffender Schwarzer, Lolli lutschender Opa, was weiss ich, die Grundfigur sah aber ungefähr so aus:</p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/10/punk.png" alt="" title="punk" width="500" height="286" class="alignnone size-full wp-image-771" /></p>
<p>Ein richtiger Blödelrucksack. Der dümmste und zentralste Spruch von allen komprimierte sehr gut meinen Geschmack zu jener Zeit und war tatsächlich ein wenig provokant. Er lautete, and I shit you not: &#8220;Steven Urkel rulez!&#8221; Hammer. Steven Urkel rulez. Mit diesem Spruch konnte ich meinen Ruf als Pausenclown zweiter Garnitur in der Schule verfestigen, zur Kandidatur als Schülersprecher taugter er wenig. Wie gesagt, Politik: nein danke. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ar4D3As60G8">Die machen ihr Ding, ich mach meins.</a></p>
<p>Wir folgten &#8220;P&#8221; eine Ewigkeit über stockharte (März!) Kartoffeläcker zu einer Burg aus mehreren bunten Bauwagen, einigen Zelten und einer Lagerfeuerstelle, an der wir unser Zelt aufstellten. Wir hingen dann an diesem Abend in größerer Runde am Lagerfeuer und es war sehr gemütlich. Wir tauschten, den Anarchismus lebend, geldlos unsere Waren. Unsere gute Hühnersuppe gegen Holsten. Igitt, Holsten, das widerlichste Gesöff, dass es überhaupt gibt. Wer Holsten trinkt, macht auch im Jahr 2008 noch 90er Jahre-Spaß-Hip Hop, sagte ich mir schon damals. Aus Höflichkeit trank ich trotzdem drei Halbe. Einer der Jungs spielte auf seiner Akkustikgitarre ein Lied, allerdings sehr schlecht und ich verstand nicht viel. Es ging um &#8220;scheiss Deutschland&#8221; und klang ein wenig wie Slime unplugged, aber Slime kannte ich da noch garnicht.</p>
<p>Irgendwann waren wir alle duselig und müde, also legten wir uns in unsere Schlafsäcke. Am Rand ich, dann Yvonne, dann Alexandra und am anderen Ende Jan. Physikalisch getrennt wurden wir beiden Pärchen durch eine Stange, in Wirklichkeit trennten uns Welten. Ich konnte überhaupt nicht schlafen, was machte ich überhaupt hier? Es ist arschkalt, ich hätte mich jetzt am liebsten sogar an Yvonne gekuschelt, aber ich habe mich nicht getraut. Außerdem, die anderen beiden, man hörte dauernd irgendwelches Gemurmel und Gefummel, das machte mich noch wahnsinnig. Es wurde langsam ein wenig wärmer und die beiden waren jetzt intensiv dabei. Ohgottohgott, was mache ich nur? Die beiden wollten jetzt richtig loslegen, wenn ich das richtig verstand, es wäre Jans erstes mal, was sollte ich tun? Ein Wahnsinn das alles. Folgender Satz untermauerte meine Hackordnung in unserer Gemeinschaft für den Rest aller Zeiten. Der Satz kam von Alexandra und ging. &#8220;Oh mein Gott, da kriegt man ja Angst!&#8221;. Das war&#8217;s, der Zug Techtelmechtel Richtung Alex war für mich abgefahren. </p>
<p>Die beiden waren mächtig am schwitzen und pumpen und ich lag in Schockstarre daneben und konnte nichts tun. Was waren die Möglichkeiten?</p>
<p>- Ich blieb weiter mucksmäuschenstill. Pervers, den besten Freunden beim bumsen zuzuhören. Aber letztendlich waren <em>sie</em> es doch, die hier rummmachten, es war <em>ihre</em> Verantwortung, für eine intime Atmosphäre zu sorgen. Wenn sie das vor lauter Geilheit nicht konnten: Pech.</p>
<p>- Aufspringen und irgendwas sagen. &#8220;Könnte ihr nicht woanders weitermachen, ich versuche zu schlafen, ich habe morgen einen langen Tag&#8221; osä. Nein, das wäre zu peinlich, ich wollte uns allen den Spaß auch nicht verderben. Man musste da auch an Jan denken, sein &#8220;erstes Mal&#8221; sollte nicht so enden.</p>
<p>- Subtil zu erkennen geben, dass ich wach war oder im Begriff aufgrund ihres Gestöhnes wachzuwerden. Ein gekünsteltes &#8220;Hgnnngääääääääähn&#8221;, ein Umdrehen, vielleicht reichte das. </p>
<p>Die Entscheidung wurde mir Gott sei Dank abgenommen. Die beiden schwitzenden und schnaubenden Schatten erstarrten, als Yvonne den unbeholfensten Satz ausstieß, der einem einfallen konnte: &#8220;Alex, wie spät?&#8221; Das saß. Beide hörten auf einmal auf und waren still. Alex antwortete &#8220;halb drei&#8221; oder irgendwas, und dann war erstmal Ruhe. Ich tat weiter, als ob ich schliefe. An wirklichen Schlaf war aber mal überhaupt nicht zu denken, die sexuelle Wolke hing immer noch in der Luft und am liebsten hätte ich jetzt einen Rudelbums angezettelt, aber das kam mir doch zu pervers vor, da Jan und Yvonne Geschwister waren. Wenig später haben Alex und Jan von vorne angefangen, das gab&#8217;s doch nicht. Diesmal blieb Yvonne still, und ich blieb es auch. Jan musste seine Arbeit gut machen, Alex konnte ihre Freude ob des schönen Abends nur mit Mühe zurückhalten. </p>
<p>Irgendwann erfolgte dann auch folgender Dialog, der diesen Höhepunkt der Nacht keinen werden ließ:<br />
&#8220;Lass uns aufhören, ich kann nicht mehr.&#8221; &#8211; &#8220;Wirklich?&#8221; &#8211; &#8220;Ja, ich bin schon zweimal gekommen, außerdem drückt meine Blase.&#8221; Zweimal, ein Wahnsinn, ob das stimmte? &#8220;Aber ich bin doch noch garnicht fertig.&#8221; &#8211; &#8220;Egal, ich kann nicht mehr&#8221;. Und so nahm diese Aktion ein Ende.</p>
<p>Am nächsten morgen war es noch viel kälter geworden. Wir quälten uns aus dem Zelt in den diesigen Morgennebel und mein erster Blick fiel auf eine junge Frau, die vor ihren Bauwagen pisste, na vielen Dank auch. Wir alle hatten miese Laune. Alex konnte sich eigentlich nicht beschweren, 2 Orgasmen sind doch eigentlich genug. Jan war ein wenig irritiert, einerseits hatte er Sex, andererseits war selbst sein Handbetrieb am Ende befriedigender. Beide wussten, dass Yvonne sie belauscht hatte, was für alle drei peinlich war, ich war mit meinem Geheimnis alleine, eine schwere Last. Es nieselte und wir knüllten das Zelt unbeholfen zu einem großen Klumpen. Ganz zusammenlegen wollten wir es wegen dem Regen nicht (Schimmelgefahr!). Wir verteilten unsere übrigen Dosenmahlzeiten an die nach und nach auftauchenden Punks und verabschiedeten uns. Es war ein schöner Abend, kommt mal wieder vorbei, schlimmer als ein Besuch bei Oma war der Abschied. </p>
<p>Zu zweit trugen Jan und ich das Riesenzelt über die gefrorenen Äcker durch den Nieselregen und Nebel. Irgendwann war um uns herum nur noch Acker, nicht einmal die bunten Bauwagen um uns herum waren zu sehen. In diese Tristesse platzte es aus mir heraus: &#8220;Ich habe euch gehört.&#8221; Warum habe ich das jetzt gesagt? Wie ein 7-jähriger Junge, der etwas ganz tolles entdeckt hat, guckmalguckmal, was ich gefunden habe. Wie albern, die beiden waren doch selber dabei. Jan sagte garnichts, er zwinkerte mir in einem geschützten Augenblick zu. Alex war tierisch sauer. &#8220;Du hast uns zugehört und nichts gesagt? Wie pervers bist Du eigentlich?&#8221; Sie konnte ganz ruhig sein, sie wusste, dass die Schwester ihres Gespielen zuhörte und konnte sich trotzdem nicht zurückhalten vor sexueller Geilheit. Aber sie hatte grundsätzlich natürlich recht, eine ganz schön perverse Aktion. Ich sagte daher nichts. Außerdem war ich todmüde und damit beschäftigt, uns wieder aus dieser Kartoffelhölle zu führen, bevor wir uns gänzlich verirrten. Da hinten, da war der Weg.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Herr Matussek, die Palin und ich]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2008/10/02/herr-matussek-die-palin-und-ich/</link>
<pubDate>Thu, 02 Oct 2008 09:30:23 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
<guid>http://socialissuesandstuff.com/2008/10/02/herr-matussek-die-palin-und-ich/</guid>
<description><![CDATA[Matussek! Immer wieder Matussek! Jetzt feiert er auf SpOn sein hundertstes Blog. Hilfe! Aber wo sind]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Matussek! Immer wieder Matussek! Jetzt feiert er auf SpOn sein hundertstes Blog. Hilfe! Aber wo sind die alle? Quatscht in seinem Video von hundert Blogs, ich habe kein einziges finden können. Aber irgendwie bin ich da auch ganz froh drüber. Der ist mir viel zu provokant, hoho. Der Fanshop, da bin ich mir auch nicht sicher. Ich traue ihm beides zu: <em>entweder</em> das ist so ein schiefgelaufenes Ironieding, á la &#8220;Ja, ich weiss, dass ihr mich alle wegen meiner Selbstverliebtheit hasst und jetzt erst recht, witzig witzig&#8221; <em>oder</em> er meint das ernst. Autogrammkarte. Lochkarte, dass braucht er. Mal wieder irgendwo anständig arbeiten und stempeln gehen, nicht immer nur, hier, rumsitzen wie so ein geschasster Vizekulturchef einer Illustrierten (Illustrierte ist das Wort, dass der Focus benutzt, um den stern abzuwerten &#8211; &#8220;In der Illustrierten stern war zu lesen, dass Sex schlank macht&#8221; und so).</p>
<p>+++++</p>
<p>Heute nacht läuft die Versenkung der Palin, das wird sehr, sehr lustig. Letzte Woche sah ich die Debatte zwischen Barack &#8220;I got 99 problems, bitches ain&#8217;t one&#8221; Obama und John &#8220;No country for old men&#8221; McCain. Erst auf der ARD und nach 5 Sekunden auf CNN, ich dachte nämlich, ich bin zu faul, um das jetzt selbst zu übersetzen, aber dieser Simultankrampf ist doppelt so anstrengend. Direkt vor der Debatte spürte ich etwas, was ich lange nicht empfand &#8211; Mitleid. Dieses Gefühl ist in den letzten Jahren komplett dem Fremdschämen gewichen, ich bin da extrem anfällig, sogar bei Fernsehserien. Aber ich dachte: Dieser arme, alte Mann, der ist immer ein wenig schusselig und guckt so traurig, außerdem ist ihm sicher bewusst, dass er nicht mehr lange lebt. Aber dann besann ich mich. Hey, ER sollte DICH bemitleiden, er hat mehr Geld als alle anderen auf der Welt, mindestens, er hat keine Ahnung 13 Häuser und vier Autos, außerdem ist er vielleicht bald Präsident. Dann war die Welt auch wieder in Ordnung. Und heute nacht also Palin vs. Biden. Da empfinde ich weder Fremdschämen noch Mitleid, ich weiss nicht wieso. Sie hätte es viel mehr verdient, just a hockey mom, reingeworfen ins Haifischbecken Washington. Aber sie ist ja selbst ein Barracuda, deswegen vielleicht.</p>
<p>+++++</p>
<p>Kulturoverkill! Nächsten Monat geht&#8217;s zur Heinzi-Lesung, das Buch kaufe ich mir heute und morgen geht es ins Theater. Whoa, Theater. Das zweite mal in meinem Leben, dass ich in ein Stück gehe, dass nicht Peterchens Mondfahrt oder den Lebkuchenmann zum Thema hat. Irgendwas von Woody Allen, na hoffentlich wird das nicht zu anzüglich. A propos, was zieht man da eigentlich an im Theater? Ich hab ja nichts.</p>
<p>+++++</p>
<p>Das erste mal, dass ich im Theater war und es war kein Weihnachtsmärchen war auch ein Versehen. Eigentlich wollten wir mit <a href="http://socialissuesandstuff.com/2007/12/28/die-gruppe/">&#8220;der Gruppe&#8221;</a> in ein Stück für Jugendliche. Das war, als wir in Berlin waren. Wir hatten einen neuen Erzieher, eine ziemliche Pfeife, die nach ein paar Probewochen auch wieder gegangen wurde. Das Stück hieß &#8220;Gestrandet auf Guadeloupe&#8221;, was <em>eigentlich</em> auch ein Stück für Kinder ab 10 ist. Er hat uns dann Karten besorgt. Was wir und die anderen Erzieher nicht wussten, war, dass es sich um ein Kleinsttheater handelte und hier so ein experimentelles Ding lief, also irgendwas lief schief und am Ende waren ein paar von den anderen (natürlich) verstört. Berlin halt, da weiss man nie, was auf einen zukommt.</p>
<p>Ach, ich komme schon wieder vom hundertsten ins tausendste, ich wollte eigentlich nur mal einen Matussek-Rant loslassen, again.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Musik mit Löschschutz]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2008/09/30/musik-mit-loschschutz/</link>
<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 14:03:28 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
<guid>http://socialissuesandstuff.com/2008/09/30/musik-mit-loschschutz/</guid>
<description><![CDATA[Datenmessitum ist genauso krankhaft wie echtes Messitum, es hat nur keine grundlegend negativen Folg]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Datenmessitum ist genauso krankhaft wie echtes Messitum, es hat nur keine grundlegend negativen Folgen, man spricht daher seit jetzt auch von opferlosen Gebrechen.</p>
<p>In den letzten Jahren hat sich die grundlegende Problematik, die Angst, eine verlorene Datei ist auf ewig verloren, eigentlich erledigt. Die Dateisuche im Internet ist quasi perfektioniert, wer im www ein Lied nicht findet, findet es im P2P, wer es dort nicht findet, findet es zumindest als Video auf youtube und kann es sich dort rippen. Es gibt keine raren Tracks mehr, sogar alte Shellack-Platten werden heute hochgeladen, und mag die Seite auch verschwunden sein, was einmal im Netz ist verschwindet nie wieder. Puristen mögen das widerlich finden, ich finde das widerlich. (Ich bin nämlich Purist.)</p>
<p>Ich bin nämlich immer noch Datenmessi. Das fiel mir grade auf, als Winamp im Shufflemodus das Lied &#8220;Fotzenrap&#8221; von <a href="http://www.aei-tiem.de/index2.html">Äi-Tiem</a> ausspuckte, nein, -kotzte, nein, um genau zu sein, abspritzte. Der Fotzenrap ist ein unfassbar primitives Lied, der Titel verrät es eigentlich schon. Es ist von 1995, die Formation gibt es schon rund 10 Jahre länger, sie ist der Beweis, dass Pornorap auch hierzulande schon auf eine kleine Tradition verweisen kann und nicht zwingend ein Berliner Phänomen der letzten 7 Jahre ist. Auch früher gab es nicht nur Spaß- und Kopfhiphop.</p>
<p>Jedenfalls war der Fotzenrap eine meiner allerersten mp3s, ich muss die Datei seit ungefähr 1999 besitzen. Von P2P wussten wir damals nicht viel, nichtmal große LAN-Parties haben wir damals veranstaltet, sondern bloß immer 2-3 Rechner vernetzt. Und so kam ich an dieses Kleinod, dass ich damals schon doof fand, aber von der Tatsache begeistert war, dass diese Datei nur 3 MB groß ist. Es ist das selbe Phänomen, dass dafür gesorgt hat, dass man auch noch den dämlichsten Zeichentrickfilm gebrannt irgendwo rumliegen hatte, weil allein die Quantität an gebrannten Filmen, die man damals vorzeigen konnte, tatsächlich ein Wert war, ein Statussymbol. Weil es etwas besonders war, &#8220;gebrannte Filme&#8221; zu besitzen. Unglaublich dumm, unglaublich jugendlich. Ich frage mich an dieser Stelle, womit die Jugendlichen heute auf ihrem Rechner angeben, die Quantität fällt aufgrund unbegrenzter Speicher- und Zugriffsmöglichkeiten weg. Sollte die von Ulrich Meyer vielbeschworene Pornografisierung durch Handypornos tatsächlich ein Substitut dafür sein? Irgendwas brauchen sie ja zum angeben.</p>
<p>Es ist Zufall, aber angenehm, dass ich hier thematisch stimmig den Bogen zurück zum Fotzenrap schlagen kann. Wie gesagt, ich habe ihn mir damals nicht kopiert, weil es der Fotzenrap war, sondern weil es eine dieser ominösen mp3s war. Und darüberhinaus kein populäres Stück, sondern tatsächlich ein rarer Track.</p>
<p>Und so etwas gibt es ja heute garnicht mehr. Ich könnte die Datei also einfach löschen. Sie ist nichts besonderes mehr, sollte ich das unwahrscheinliche Verlangen verspüren, dieses Lied noch einmal zu hören, hätte ich es in 5 Minuten wieder. Und warum tue ich es nicht? Warum gehe ich das Risiko ein, dass dieses Lied zu einem unpassenden Zeitpunkt abgespielt wird (die Tatsache, dass ich meine all.m3u-Playlist ernst nehme, ist nur eine weiter meiner unbedeutenden Neurosen)? </p>
<p>Weil da halt auch wieder Erinnerungen dran hängen. Eben nicht am Lied, sondern an den Umständen, die da dran hängen. Das Lied zu löschen und neu herunterzuladen wäre symbolisch das genaue Gegenteil von eigentlich Wert dieser Datei. Und klebt an neuen Dateien oftmals ein Kopierschutz, klebt hier deswegen das genaue Gegenteil: Ein Löschschutz. </p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Donkey Kong Country]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2008/09/29/donkey-kong-country/</link>
<pubDate>Mon, 29 Sep 2008 15:27:08 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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<description><![CDATA[Donkey Kong Country ist eine Insel vor Afrika. Herrscher ist der mächtige Gorilla Donkey Kong. Alle ]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/09/donkey_kong_country_1.gif?w=300" alt="" title="donkey_kong_country_1" width="300" height="132" class="alignnone size-medium wp-image-753" /></p>
<p>Donkey Kong Country ist eine Insel vor Afrika. Herrscher ist der mächtige Gorilla Donkey Kong. Alle wichtigen Posten der Infrastruktur sind besetzt mit Familienmitgliedern (Speicherpunkte, Flughäfen&#8230;), alle anderen Bewohner des Landes werden unterdrückt und bei Widerstand getötet. Die einzige Ressource des Landes sind Bananen. Der gierige Donkey Kong hortet den gesamten Bestand in einer riesigen Höhle, zu der nur er Zugang hat.</p>
<p><img src="http://abfallkalender.wordpress.com/files/2008/09/snes_donkey_kong_country.jpg" alt="" title="snes_donkey_kong_country" width="256" height="224" class="alignnone size-full wp-image-754" /></p>
<p>Während der Banenrevolution 1994 (&#8220;Wir sind das Volk!&#8221; &#8220;Bananen für alle!&#8221;) gelang es einigen Oppositionsführern (Biber, Riesengeier, Krokodil etc.) an die Vorräte zu gelangen, jedoch gelang es Donkey Kong und seinem verschlagenem Bruder Diddy Kong, sie zurückzuerobern und die Opposition zu vernichten.</p>
<p>Vielleicht denkt ihr einfach mal drüber nach, was ihr da eigentlich spielt.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Was ich gut finde und Twitter]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2008/09/25/was-ich-gut-finde-und-twitter/</link>
<pubDate>Thu, 25 Sep 2008 07:33:50 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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<description><![CDATA[Es wird zu einer kleinen Tradition, dass ich in meinen Beiträgen erstmal Twitter scheisse finde bevo]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Es wird zu einer kleinen Tradition, dass ich in meinen Beiträgen erstmal Twitter scheisse finde bevor ich zum eigentlichen Thema komme. Man trug schon an mich heran, dass ich den Account doch einfach löschen soll, aber das geht nicht, das geht nicht wegen meiner Neurose: Ich habe Angst, etwas zu verpassen. Es ist furchtbar, wenn ich etwas anfange, kann ich damit nicht mehr aufhören (darum fange ich meistens ja garnichts erst an), und deswegen habe ich gefühlt 2000 Blogs im Feed und da wo es geht auch die Kommentare. In den Kommentaren steigt ja meist die richtige Party, ich kann nur jedem empfehlen, sich meinen Kommentarfeed zu abonnieren, lohnt sich total. Die Angst, etwas zu verpassen, ist sehr ernstzunehmen, viel ernster jedenfalls als Prokrastination, weil sie vielmehr bindet und weniger Freiräume lässt. Ich werde zwar jeden Tag schlauer und schlauer, aber das Wissen lässt sich nicht anwenden, weil&#8217;s unnützes Wissen ist, weil man eben auf zuvielen Baustellen gleichzeitig tanzt (wer tanzt eigentlich auf Baustellen? Irgendwas bringe ich da doch wieder durcheinander). </p>
<p>Aber es ist ein Fortschritt zu verzeichnen. Ich fange an, wahllos Leute zu entfollowen, so wie ich sie früher wahllos geaddet habe, weil sie irgendwo verlinkt wurden. Ich hatte schon 80 Leute auf meiner Liste, als mir auffiel, dass die meisten davon Trottel sind, darum werden das jetzt weniger. Als erstes kamen jetzt die an die Reihe, die immer nur erzählt haben, dass sie grade von einem Meeting kommen und jetzt noch schick essen gehen oder sich etwas kochen, von dem ich noch nie etwas gehört habe, ganz furchtbar, das alles. Oder die in jedem zweiten Tweet erzählen, wie scheisse doch Lafontaine ist und sowas, das kann ja alles sein, aber da brauch ich keinen Sixtus für, der mich mit sowas langweilt. Weg, weg, weg.</p>
<p>Das oben beschriebene Krankheitsbild habe ich mir eben ausgedacht und ich nenne es Sultaphobie, die Angst vor Dummheit (ich hatte nie latein, eben &#8220;dumm&#8221; nachgeschlagen, keine Ahnung ob das stimmt), sie ist einhergehend mit Korrelationsängsten wie der vor sozialem Abstieg, Scham, gesellschaftlichem Ausschluss, Isolation von der Leistungsgesellschaft, in die man aber doch eigentlich garnicht will. Therapie: noch unbekannt.</p>
<p>+++++</p>
<p>Aber es gibt auch schöne Dinge in der Welt, und die möchte ich euch nicht vorenthalten. Zum einen lese ich grade ein sehr gutes Buch, das ich nur empfehlen kann. <a href="http://www.amazon.de/Wer-Wem-Wen-Eine-Sommerbeichte/dp/3821858095/ref=sr_1_1?ie=UTF8&#38;s=books&#38;qid=1222326983&#38;sr=8-1">Simon Borowiak &#8211; Wer Wem Wen</a> ist ein ziemlich kurzer aber schöner Roman über eine einen Ausflug einer kleinen Gruppe in eine Berghütte. Mir fällt kein passendes Attribut ein, um das Buch zu beschreiben, die Geschichte wiederzugeben ist eher sinnlos. Man könnte es am ehesten&#8230; &#8220;österreichisch&#8221; nennen. Es ist dieser etwas zynische und lakonische Humor, der dass Buch auszeichnet, bei dem man auch über Depressionen lachen kann. Wer Josef Harder mag, wird auch dieses Buch mögen.</p>
<p>+++++</p>
<p>Nach langer Abstinenz spiele ich mal wieder <a href="http://trackmania.com/en/">Trackmania</a> und ich möchte euch anraten, es mir gleich zu tun. Das Spiel sieht auch auf schwachen Rechnern gut aus, ist schnell und vor allem für lau zu haben. Die Version ist natürlich abgespeckt, bietet aber auch schon eine Menge wie vor allem den Onlinemodus, mit dem man gegen die ganze Welt spielen und sich auf Ranglisten behaupten kann, die unterteilt sind in Welt, Land, Stadt. Anfangs kommt man hier noch schnell voran, springt gerne mal 20.000 Plätze nach vorne, wenn man eine Medaille sammelt, aber je weiter man kommt, desto mehr Cracks gibt es natürlich.</p>
<p>Wie das Spiel aussieht, kann man sich schon mal bei <a href="http://citronengras.de/vorurteil-und-stolz/">Frank</a> angucken, der sich einen Weltrekord ergaunert hat <img src='http://s.wordpress.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Und wer mich adden möchte, möge bitte nach spiros81 suchen, zum direkten Vergleich.</p>
<p>+++++</p>
<p>spiros81 heisse ich eigentlich überall, und das kam so: Als kleiner Steppke hatte ich eine Klassenkameradin, mit der ich mich sehr gut verstand. Sie war Griechin und sagte mir eines Tages, auf griechisch würde ich wohl Spiros heissen. Das fand ich gut und mein Vater auch und das hat sich irgendwie verselbständigt, dass er mich jahrelang Spiros nannte. Dann kam ich ins Internet und brauchte einen coolen Nick, denn wenn man neu im Internet ist, braucht man einen coolen Nick. ich wollte mich dann Spiros nennen, aber der war schon vergeben bei gmx, also nahm ich die naheliegendste Lösung, die irgendwie JEEEEEEDEEEEER nimmt, nämlich sein Geburtsjahr hintendranzuhängen, was auch geklappt hat. Das ist irgendwie lame, aber immer noch besser und vor allem durchdachter als die Experten, die hinter ihren Nick ihr Alter angeben.</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[I'm not alone]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2008/09/18/im-not-alone/</link>
<pubDate>Thu, 18 Sep 2008 20:18:44 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
<guid>http://socialissuesandstuff.com/2008/09/18/im-not-alone/</guid>
<description><![CDATA[Nie käme ich auf die Idee, auf so genannte &#8220;Eurodance-Parties&#8221; zu gehen, und das hat meh]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Nie käme ich auf die Idee, auf so genannte &#8220;Eurodance-Parties&#8221; zu gehen, und das hat mehrere Gründe.</p>
<p>Zunächst einmal hieß es damals nicht Eurodance, wir alle sagten &#8220;Dancefloor&#8221; (admit it!), Eurodance wurde es erst in der Jahre später einsetzenden Rezeption damals Begeisterter. Es hat eine negative Konnotation, Eurodance waren doch diese Lachnummern von wegen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Tmh03Av-3NU">sie Vanille er Schoko</a>. Aber das ist so ja nicht komplett wahr (wenn es sich aufgrund der schieren Masse derartiger Acts nicht leugnen lässt).</p>
<p>Zweitens sind da ganz schreckliche Menschen. Ungefähr der Menschenschlag, der sich in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hedonistische_Internationale">Hedonistischen Internationalen</a> engagiert, eine Gruppierung, die sich zu Recht ins Manifest geschrieben hat, sich selbst nicht ernst zu nehmen.<br />
Es ist der ironische Bruch, der auf solchen Parties abgefeiert wird, und der den vielen guten Liedern, die unter dem Schrott gemixt werden, einfach nicht gerecht wird. Dieses &#8220;was waren wir damals verrückt&#8221; (und &#8220;oh mein Gott, was sind wir heute für langweilige Spießer, dass wir uns das hier antun&#8221;, welches aber eher gedacht denn gesacht wird). Proseccotanten mit viel zu großen Sonnenbrillen und Typen, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=rHH3lrAzftI">die freaky drauf sind</a> (protip: wenn Du sagst, Du bist freaky drauf &#8211; Du bist es nicht).</p>
<p>Es gibt <a href="http://citronengras.de/friede-freude-eierkuchen/">eine</a> <a href="http://www.goronia.de/2008/06/05/aus-aktuellem-anlass-2/">Handvoll</a> <a href="http://www.wolkenfetzen.de/?p=1232">Recken</a>, die es ähnlich sieht und alle paar Wochen erscheint deswegen ein gleichklingender Eintrag zu diesem Thema. Diesmal bin ich halt dran.</p>
<p>Ursprünglich wollte ich aber eigentlich nur ein Video reinstellen, welches mich wie kein anderes an dieses <strong>eine Gefühl</strong> erinnert. Und, wenn man ehrlich ist, nicht ins klassische Dancefloor-Raster fällt.</p>
<p>Dieses Gefühl, morgens auf einer Party aufzuwachen. Alle anderen pennen, Du kriegst Deinen Mund nicht auf, weil er vom Wodka und Bier völlig dehydriert und zusammengeklebt ist. Es ist ungefähr 6 Uhr morgens in den Sommerferien, die Vögel lassen mit ihrem unerträglichem Gebrüll Deinen Schädel brummen und die Sonne scheint Dir ins Gesicht. Du schaffst es über die anderen hinwegzusteigen, Deinen Mund mit abgestandener Sprite durchzuspülen, aus der Wohnung zu kommen und begibst Dich auf den halbstündigen Fußmarsch nach Hause, um noch ein paar Stunden in Deinem eigenen Bett zu schlafen. Es ist 1997, und das Lied, dass Dir die ganze Zeit im Ohr liegt und Dich noch 11 Jahre später in diese Zeit zurückversetzen wird, dringt in Deinen Gehörgang, als Du durch die leeren Straßen ziehst.</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><object width='425' height='350'><param name='movie' value='http://www.youtube.com/v/SQWmG44MLho&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' /><param name='allowfullscreen' value='true' /><param name='wmode' value='transparent' /><embed src='http://www.youtube.com/v/SQWmG44MLho&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;hd=0' type='application/x-shockwave-flash' allowfullscreen='true' width='425' height='350' wmode='transparent'></embed></object></span><br />
[<a href="http://www.youtube.com/watch?v=SQWmG44MLho">Direktlink</a>]</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Lifehacker]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2008/08/07/lifehacker/</link>
<pubDate>Thu, 07 Aug 2008 11:30:21 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
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<description><![CDATA[Das Format ist der letzte Rotz, man erkennt auch gar nicht genau, was da eigentlich passiert. Wir ha]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>Das Format ist der letzte Rotz, man erkennt auch gar nicht genau, was da eigentlich passiert. Wir hatten jedenfalls vor etlichen Jahren viel Spaß mit einer Digicam (Blitzlicht!) und einer Infrarot-Schießbude im Hansapark.</p>
<p><span style='text-align:center; display: block;'><br />
<object type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="300" data="http://www.vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=1480059&amp;server=www.vimeo.com&amp;fullscreen=1&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=01AAEA"><param name="quality" value="best" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="scale" value="showAll" /><param name="movie" value="http://www.vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=1480059&amp;server=www.vimeo.com&amp;fullscreen=1&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=01AAEA" /></object><br />
</span></p>
</div>]]></content:encoded>
</item>
<item>
<title><![CDATA[Durchgezogen]]></title>
<link>http://socialissuesandstuff.com/2008/08/05/durchgezogen/</link>
<pubDate>Tue, 05 Aug 2008 09:29:34 +0000</pubDate>
<dc:creator>Sebastian</dc:creator>
<guid>http://socialissuesandstuff.com/2008/08/05/durchgezogen/</guid>
<description><![CDATA[In meiner gesamten Schullaufbahn habe ich nur ein einziges mal gepetzt, und das war in der dritten K]]></description>
<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><p>In meiner gesamten Schullaufbahn habe ich nur ein einziges mal gepetzt, und das war in der dritten Klasse. Dann aber auch gleich aus dem dümmsten Grund, mein Sitznachbar, ein echter &#8220;Ossi&#8221; (ja nun, damals gab&#8217;s das halt nicht so oft und war etwas besonderes), hatte seine Mathehausaufgaben vergessen und ich hatte einen sadistischen Spaß daran, mich zu melden und es dem Lehrer zu sagen. Ich hatte allerdings den Jähzorn des sonst so friedlichen Genossen unterschätzt und irgendwie kam eines zum anderen. Am Ende standen sich auf dem Schulfhof der altehrwürdigen Rangenberg-Schule zwei Gruppen gegenüber: Unsere jeweiligen Homies, eine Art Bloods vs. Cribs auf einem zugegebenermaßen niedrigeren Niveau. Der Klassenkamerad auf der einen Seite, moralisch auf der überlegeneren Position, was ihm Sympathien einbrachte, aber als Neuling noch ohne viele Freunde und Rückhalt. Auf der anderen Seite ich, der Verräter, eigentlich der Böse, aber schon gut vernetzt und mit Kontakten wie Morgan Freeman in Die Verurteilten. Da in der idyllischen Siedlung am Rande des Waldes nie etwas los war, waren natürlich alle vier Klassen beteiligt, was dann doch recht beeindruckend aussah. Es kam allerdings nicht zu einer Massenschlägerei, im Grunde kam es nicht mal zu einer Zwei-Personen-Keilerei, was schade ist, denn so endet die kleine Episode ohne wirkliches Ende. Wir wurden einfach von der Schulfhofaussicht auseinandergescheucht, ich konnte immerhin den kleinen Sieg für mich verbuchen, dass seitens des, pardon, Klassenfeindes Tränen geflossen sind.</p>
<p>In der Pubertät konnte man auf Parties, vor allem den etwas größeren <a href="http://socialissuesandstuff.com/2007/09/02/la-boooom/#more-210">Strandparties</a>, eine interessante Beobachtung machen, die sicher die meisten Leser, die nicht in Pussyland aufgewachsen sind, teilen: Kam es zu Streitereien, wurde sich in der Anzahl der Leute überboten, die man im Fall des Falles anzukarren in der Lage war. Das hörte sich dann in etwa so an:</p>
<p>- &#8220;Was denn? Was? Komm doch! Kennst Du Selcuk? Den bring ich.&#8221;<br />
- &#8220;In meiner Straße wohnen 10 Leute, die ich mitbringen kann.&#8221;<br />
- &#8220;Ich hab ganz Herrenwyk hinter mir, vala.&#8221;<br />
- &#8220;Kennst Du die Moislinger? DAS SIND RUSSEN! Ich hab da 40 Leute.&#8221;</p>
<p>Das steigerte sich, bis jeder an die 200 Leute hatte, die selbstverständlich rein fiktiv waren, und zu diesen Schlägereien kam es natürlich nie.</p>
<p>Mit dem Aufkommen des Internets tauchte eine neue Form des adoleszenten Bedrohungsszenarios auf. Ähnlich wie das Aufspielen durch Vortäuschung der gefährlicheren Freunde, gab man hier mit vermeintlichen Hackerkünsten an, die einem sowohl erlaubten, den PC des Kontrahenten zu knacken als auch herauszufinden, &#8220;wo Du wohnst, und dann komm ich vorbei!&#8221; In <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Fallout_2">Fallout 2</a> gibt es eine gelungene Persiflage auf diese Situation. In einem altersschwachen Atomreaktor kann man als Easteregg einen Computer hacken und genau dieses Spielchen mit einem Soldaten der feindlichen Fraktion spielen. Das Problem ist, dass er es <em>tatsächlich</em> schafft, den eigenen Aufenthaltsort zu ermitteln und ein Geschwader Kampfhubschrauber schickt. </p>
<p>In der Vergangenheit hatte ich jedenfalls immer viel Spaß mit solchen Zeitgenossen, aber wie es so ist, die Zeiten ändern sich, und was früher rein fiktiv war, wird heutzutage Realität.</p>
<p><img src="http://farm4.static.flickr.com/3187/2310050785_b9eca0c46d.jpg?v=0" alt="" /><br />
(<a href="http://flickr.com/photos/hansmitdampf/2310050785/">Foto</a>)(<a href="http://creativecommons.org/">CC</a>)</p>
<p>So gibt es heute laut seriösen Nachrichtenmagazinen wie taff und eXplosiv tagtäglich riesige Massenschlägereien zwischen ganzen Stadtteilen, denen die Polizei machtlos gegenübersteht.<br />
Das ist natürlich albern, viel schlimmer als damals dürfte das heute auch nicht sein, aber was passiert eigentlich, wenn man das Zusammentrommeln der Freunde und Internetimponiergehabe fusionieren lässt?</p>
<p>Für ein paar Schmunzler sorgte gestern jedenfalls<a href="http://www.muensterschezeitung.de/lokales/greven/grlo/art967,323125"> folgende Meldung:</a></p>
<blockquote><p>Am Sonntag hatten sich zwei Mädchen (14 und 13 Jahre alt) im Internet in einem Chatroom getroffen. Da unterhält man sich normalerweise mittels Computer mit Gleichaltrigen, tauscht sich aus, albert rum, macht Scherze und schreibt kurze Nachrichten über alles, was junge Menschen interessiert. </p>
<p>[...]</p>
<p>Die Sache schaukelte sich hoch, soweit, das die beiden – heute sagt man wohl „Zicken“ per Computer ein persönliches Treffen vereinbarten. Aus dem Streit mit Worten sollten ein Streit mit Fäusten werden.<br />
Die beiden Mädchen waren mit ihrem Krach nicht alleine: Viele andere Chatroom-Besuchern waren live dabei, verfolgten den Streit am Rechner. Und eine ganze Horde Jugendlicher aus der Region rund um Saerbeck trafen sich schlussendlich am Sonntagnachmittag auf dem Kindergartenspielplatz am Birkenweg. Die Polizei berichtet, dass rund 40 Kinder und Jugendliche dabei waren.</p></blockquote>
<p>Der Artikel klingt natürlich grandios, am Ende ist aber wahrscheinlich garnichts passiert. &#8220;Mitglieder beider Gruppen haben sich geprügelt&#8221; übersetze ich gewagt mit &#8220;je 2 Leute haben sich rumgeschubst&#8221;, &#8220;ein Mädchen musste im Krankenhaus ambulant behandelt werden&#8221;: Ein Mädchen von über 40 Personen hat eine Platzwunde davon getragen. (Krankenhaus klingt natürlich reisserisch, aber es war schließlich Sonntag, da hat keine Praxis offen.)</p>
<p>Als Destillat des gesamten Grundtons dieses Artikels kann man eigentlich einen schönen Satz herausziehen: &#8220;Die Sache schaukelte sich hoch, soweit, das die beiden – <strong>heute sagt man wohl „Zicken“</strong> per Computer ein persönliches Treffen vereinbarten.&#8221;</p>
</div>]]></content:encoded>
</item>

</channel>
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